Armut Väter Wissenschaft

Eine moderne Familienpolitik und ihre Feinde

geschrieben von: Lucas Schoppe

Acht Fragen zum Wechselmodell

Am Mittwoch der laufenden Woche hat sich der Rechtsausschuss des deutschen Bundestags mit einem Thema befasst, das von außen unscheinbar wirkt, dass aber für tausende von Menschen eine existientielle Bedeutung hat – insbesondere für Kinder. Bei der Anhörung zur Doppelresidenz – auch als „Wechselmodell“ bekannt – ging es darum, auf welche Weise Kinder auch nach Trennungen der Eltern aufwachsen sollten. Dass Vertreter von Vätern nicht zu dieser Anhörung geladen waren, ist eine Seltsamkeit dieses Termins – eine andere, dass die Anhörung trotz des großen öffentlichen Interesses nicht übertragen wurde und daher intransparent bleibt.

Da auf diese Weise viele Fragen zum Wechselmodell offen bleiben, habe ich hier die wichtigsten und häufigsten beantwortet.

 

1. Ist beständiges Wechseln zwischen Wohnungen für die Kinder nicht eine erhebliche Belastung?

Diesen Einwand hörte ich zum Beispiel von einer Kollegin, als uns Eltern eines Schülers darüber aufklärten, dass sie sich trennen, ihr Kind aber im Wechselmodell weiter erziehen wollten. Ohne große Bedenken erzählte die Kollegin den Eltern, dass der beständige Wechsel das Kind belasten und verwirren würde.

Natürlich kannte die Kollegin die Studien dazu nicht – in denen findet sich nämlich überhaupt kein Beleg für Belastungen, die Kinder durch das Wechseln erleben würden (vgl. hier den einschlägigen Text von Hildegund Sündehauf, S. 330). Sie wies die Eltern, durchaus übergriffig, aus dem Bauch heraus zurecht – mit einem vermeintlichen Alltagswissen, das für viele so selbstverständlich ist, dass sie gar nicht mehr auf die Idee kommen, es zu überprüfen.

Die Kollegin ist übrigens selbst Trennungsmutter, und das Kind lebt bei ihr: Auch dass sie hier ihr eigenes Lebens- und Erziehungsmodell gegen die Provokation Doppelresidenz verteidigte, fiel ihr nicht auf.

Das lässt sich verallgemeinern. Wir erleben es nach langen Jahrzehnten einer sehr einseitigen Familienpolitik als Normalzustand, dass Kinder nach Trennungen allein bei der Mutter bleiben. Wir fragen auch kaum danach, welche Belastungen es für sie bedeutet, dass die meisten von ihnen den Kontakt zum Vater ganz oder weitgehend verlieren. Aber sobald etwas von diesem vermeintlichen Normalzustand, der tatsächlich durch gesetzliche und institutionelle Schräglagen produziert wird, abweicht, erscheint es uns begründungsbedürftig.

Dass Kinder regelmäßig die Wohnung wechseln, erscheint uns dann als potenziell enorme und zu vermeidende Belastung, ohne dass wir diesen Schein überprüfen. Dass sie den Kontakt zum Vater verlieren, erscheint uns hingegen als normaler Lauf der Dinge, der vielleicht bedauerlich, aber nicht zu ändern ist.

In der Unterstellung, das beständige Wechseln wäre eine unzumutbare Belastung für Kinder, drücken sich also tatsächlich unsere eigenen Voreingenommenheiten aus – mit der Situation der Kinder hat sie wenig zu tun.

 

2. Ist das Wechselmodell als Leitlinie nicht eine Einmischung des Staates in die Entscheidungen der Eltern?

Dieser Einwand wird seltsamerweise häufig von Menschen vorgebracht, die sich bis heute nicht daran stören, dass die Einzelresidenz bei der Mutter sehr häufig gegen den Willen des Vaters, gegen seine Entscheidung, ja sogar ohne seine Anhörung durchgesetzt wird.

Erstens bedeutet die Doppelresidenz als Leitlinie nicht, dass keine andere Möglichkeit gewählt werden kann. Sie ist schlicht das Modell, von dem alle Beteiligten ausgehen müssen – gleichsam die Default-Einstellung. Wenn Eltern ein anderes Modell wünschen, dann können sie es installieren.

Zweitens haben wir de facto längst eine Leitlinie – nämlich die Einzelresidenz bei der Mutter, mit der die Bindung von Vater und Kind erheblich gestört wird. Auf diese stillschweigend akzeptierte Leitlinie sind gesetzliche Regelungen, auch zum Sorge- und Unterhaltsrecht, ebenso wie die beteiligten Institutionen eingestellt. Laut Spiegel dieser Woche werden nach Trennungen 48% der Kinder ausschließlich und 25% weitgehend von der Mutter betreut. (Spiegel 7/2019, S. 14)

Während also die mütterliche Einzelresidenz in fast drei Vierteln der Fälle Realität ist, geben laut einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2017 „77% der Befragten an, dass sie es vorzögen, wenn nach einer Trennung beide Eltern das Kind betreuen und erziehen würden.“ (Spiegel 7/2019, S. 12) Ganz offensichtlich steuern unsere bestehenden Regelungen Menschen also nach Trennungen in eine Richtung, die von den meisten gar nicht gewünscht ist – von Männern wie von Frauen nicht.

Es geht als nicht darum, allen eine Leitlinie vorzugeben, die dann in jedem Fall verbindlich wäre – sondern darum, eine wenig sinnvolle Leitlinie durch eine bessere zu ersetzen.

Besser ist die Doppelresidenz auch deswegen, weil sie die Kommunikation zwischen den Eltern tendenziell fördert und so gemeinsame Entscheidungen unterstützt, anstatt ein Elternteil – in der Regel den Vater – aus dem Entscheidungsprozess auszuschließen.

 

3. Setzt das Wechselmodell nicht eine sehr gute Kommunikation der Eltern voraus?

Es ist kein Zufall, dass diese Behauptung vor allem von Mütterlobbyisten immer wieder vertreten wird. Schließlich ist die normale Alternative zur Doppelresidenz die Einzelresidenz bei der Mutter. Wenn die elterliche Kommunikation Voraussetzung für die Doppelresidenz ist, dann muss sich die Mutter lediglich der Kommunikation mit dem Vater entziehen – und kann damit fast zwangsläufig die mütterliche Einzelresidenz erzwingen.

Leider ist dieser Zusammenhang nicht nur ein unterstellendes Hirngespinst verbitterter Frauenfeinde, sondern entspricht der Erfahrung viele Väter und Kinder. Als nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes der deutsche Gesetzgeber Vätern die Möglichkeit schaffen musste, auch ohne Zustimmung der Mutter das Sorgerecht für das Kind zu bekommen, wies der Alleinerziehendenverband VAMV umgehend öffentlich darauf hin, dass eine fehlende elterliche Kommunikation ein gutes Argument gegen die gemeinsame Sorge wäre: ein Wink mit dem Zaunpfahl an Mütter, dass sie durch ein Vermeiden der Kommunikation das Sorgerecht des Vaters verhindern könnten.

Tatsächlich zeigen Studien, dass die Doppelresidenz keineswegs eine intensive elterliche Kommunikation voraussetzt (auch dazu der oben verlinkte Sünderhauf-Text, S. 294), sondern dass ein „Parallel Parenting“ ausreicht.

Natürlich ist eine gute Kommunikation ein großer Vorteil, sie ist aber keine Voraussetzung für ein funktionierendes Wechselmodell. Wichtig ist hier eher Bindungstoleranz – also die Einsicht von Müttern und Vätern, dass der jeweils andere Elternteil für das Kind ebenso wichtig ist wie sie selbst. Sollte ein Elternteil diese Bindungstoleranz nicht besitzen, dann wird er – oder eben: sie – dem Kind durch die Entfremdung vom anderen Elternteil einen erheblichen Schaden zufügen. Gerade hier kann sich die Einzelresidenz also besonders destruktiv auswirken.

Insgesamt zeigen Studien, dass durch ein Wechselmodell Kommunikation und Kooperation der Eltern tendenziell verbessert werden. Das ist durchaus erwartbar – denn anders als bei der Einzelresidenz kann hier kein Elternteil die eigene Position durch die Verweigerung von Kommunikation verbessern.

 

4. Verursacht das Wechselmodell nicht sehr hohe Kosten, so dass es ein Modell für Wohlhabende ist?

Natürlich verursacht das Wechselmodell höhere Kosten als die gemeinsame Erziehung in einer gemeinsamen Wohnung – nur ist diese für die meisten Paare nach einer Trennung nun einmal keine realistische Option. Beide Eltern brauchen möglichst ein eigenes Zimmer für das Kind, auf jeden Fall müssen sie das Kind aber in zwei Wohnungen so ausstatten, dass es dort gut leben kann.

Wer deshalb auf die höheren Kosten des Modells verweist, unterschlägt allerdings, dass natürlich auch, und gerade, die Einzelresidenz enorme Zusatzkosten verursachen kann. Mein eigenes Beispiel: Da die Mutter unseres Kindes mit ihm in einer anderen Stadt lebt und ich dort für den Umgang eigens eine Wohnung angemietet habe, zahle ich gemeinsam mit den Fahrtkosten allein für den Umgang etwa 700 Euro monatlich. Bei der Einzelresidenz wird es für Kinder also oft schlicht zu einer finanziellen Frage, ob sie zumindest einen regelmäßigen Wochenendkontakt zum Vater bewahren können: Ein Facharbeiter könnte sich diese Kosten vermutlich schon bald nicht mehr leisten.

Unterschlagen wird von ihren Verteidigerinnen auch, dass die mütterliche Einzelresidenz nicht nur mögliche enorme Kosten verursacht, sondern zugleich auch die Einkommensseite belastet und die Möglichkeit der Mutter einschränkt, selbst Geld zu verdienen. Es ist kein Zufall, dass die mütterliche „Alleinerziehung“ europaweit, also unabhängig vom Ausbau sozialer Sicherungssysteme, das größte Armutsrisiko für Kinder darstellt. (vgl. hier ein Dossier des Familienministerium zur Kinderarmut, S. 22)

Grundsätzlich: Wenn Menschen kooperieren, dann tun sie das meist nicht einfach aus der Güte ihres Herzens heraus, sondern weil die Kooperation mit deutlichen sachlichen und eben auch ökonomischen Vorteilen verbunden ist. So wird jedes Modell, das die Kooperation fördert, tendenziell auch ökonomische Risiken vermindern. Ein Modell, dass wie die Einzelresidenz Kooperationen behindert, wird hingegen tendenziell erhebliche unnötige Kosten verursachen.

Kostenerwägungen sprechen also eher gegen die Einzelresidenz als gegen das Wechselmodell.

 

5. Haben Väter, die das Wechselmodell wollen, dabei nicht lediglich finanzielle Interessen?

Das behauptet zum Beispiel die Grüne Katja Keul, die auch im Rechtsausschuss sitzt, in einer Bundestagsdebatte. Die Noch-Familienministerin Franziska Franziska Giffey erklärt keck, sie wolle Männern ran „an ihr empfindlichstes Körperteil, ans Portemonnaie“.

Tatsächlich machen Giffey und Keul damit lediglich deutlich, wie sehr sie Geschlechtermodellen verhaftet sind, die sich eigentlich längst überlebt haben: Wenn sie an Väter und Männer denken, denken sie zuerst und zuletzt an Geld.

Tatsächlich gibt es natürlich Väter, die aus unterschiedlichen Gründen – aus Egoismus, aber auch realer Geldnot – zu wenig oder keinen Unterhalt zahlen. Insgesamt ist die Zahlungsmoral unterhaltspflichtiger Väter jedoch deutlich besser als die unterhaltspflichtiger Mütter. Das ist leicht zu erklären.

Zu zahlen und dabei das Kind kaum noch oder gar nicht mehr zu sehen, setzt die traditionelle Funktion des bürgerlichen Vaters schlicht verschärft fort – es konterkariert aber die traditionelle Funktion der bürgerlichen Mutter. Die Funktion der Unterhaltspflichtigen widerspricht dem Selbstbild von Müttern also offenbar deutlich stärker als dem von Vätern und wird von ihnen entsprechend weniger akzeptiert.

Väter ihrerseits haben ein finanzielles Modell entwickelt, das zum Wechselmodell passt – das Rosenheimer Modell. Das Modell geht grundsätzlich davon aus, dass die Eltern ihre Kinder in gleichem Maße betreuen und auch in gleichem Maße die finanzielle Verantwortung tragen. Wer das Kind weniger betreuen möchte, muss entsprechend mehr zahlen. Wenn ein Vater die Betreuung des Kindes ganz an die Mutter delegiert, müsste er nach diesem Modell sogar mehr bezahlen als heute.

Noch einmal, weil es den Klischees so deutlich widerspricht: Es sind Väter, die dieses Modell entwickelt haben – und es sind Mütterlobbyistinnen, die es aus der Diskussion herauszuhalten versuchen.

 

6. Ist die Kritik an der mütterlichen Einzelresidenz nicht einfach mütterfeindlich?

Das Beispiel Keul zeigt, dass die Kritik am Wechselmodell auch auf Ressentiments zurückgreift, die deutlich väterfeindlich sind. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass Befürworter des Wechselmodelles mütterfeindlich wären. Tatsächlich finden sich Mütter – wie eine Reihe von FDP-Politikerinnen – oder auch der Verband berufstätiger Mütter unter den engagierten Befürwortern des Modells, aus leicht verständlichen Gründen.

Kritiker der Einzelresidenz unterstellen Müttern in der Regel nicht etwa durchweg bösen Willen, sondern greifen Strukturen und Regelungen an, die konstruktives Elternverhalten erschweren und destruktives belohnen. Das faktische Leitbild der mütterlichen Einzelresidenz nämlich signalisiert Müttern wie Vätern, dass die väterliche Sorge verzichtbar ist.

Davon profitieren Mütter, die den Vater aus der Beziehung zum Kind herausdrängen – und es profitieren Väter, die sich ihrer Verantwortung für ihre Kinder entziehen. Müttern hingegen, die mit den Vätern ihrer Kinder kooperieren wollen, und Vätern, die ihre Verantwortung tragen wollen, macht dieses Modell das Leben womöglich unendlich schwer.

Die Kritik am faktischen Leitbild der mütterlichen Einzelresidenz zielt also nicht auf Mütter, sondern auf Regelungen, die ausgerechnet das Elternverhalten belohnen, das für Kinder besonders schädlich ist.

 

7. Wenn das Wechselmodell tatsächlich so vernünftig ist: Wäre es dann nicht schon längst gesetzlich etabliert worden?

Es ist ja tatsächlich in einer Reihe von europäischen Ländern längst als Leitbild etabliert, in Belgien, Schweden, Frankreich, Norwegen, Italien oder Spanien (Spiegel 7/19, S. 12). Deutschland aber hinkt hinterher.

Die Frage geht von einer unrealistischen Voraussetzung aus – nämlich von der Annahme, dass politisch Verantwortliche Entscheidungen im Sinne derjenigen fällen würden, die von diesen Entscheidungen betroffen sind. Das ist leider falsch, auch und gerade dann, wenn Kinder diese Betroffenen sind.

Im James-Dean-Film …denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Rebel Without a Cause) aus dem Jahr 1955 erhält Plato, eine der jugendlichen Hauptfiguren, einen Brief von seinem getrennt lebenden Vater, öffnet ihn freudestrahlend – und zerknüllt den Brief dann bitter enttäuscht, als er lediglich einen Scheck darin vorfindet. Dass Kinder auch ihre Väter brauchen, und dass die finanzielle Sorge nicht ausreicht – das war auch schon in den fünfziger Jahren solch ein Allgemeingut, dass ein Hollywood-Film dieses Wissen ganz selbstverständlich voraussetzen konnte.

In den 70er Jahren Deutschlands griff die damals erst zehnjährige Andrea Jürgens das Thema ungeheuer erfolgreich auf. Gerade weil ihr Lied „Und dabei liebe ich euch beide“ ein einfacher Schlager war, wird klar: Auch in Deutschland war schon in den siebziger Jahren das Wissen um die existentielle Bedeutung beider Elternteile für Kinder völlig selbstverständlich und allgemein verbreitet.

Wenn das aber nun schon seit vielen Jahrzehnten allgemein bekannt ist: Warum gibt es dann nach all dieser Zeit immer noch keine gesetzlichen Regelungen, die diesem Wissen gerecht werden? Warum bleiben wir stattdessen bei gesetzlichen Regelungen, die auf Kosten Hunderttausender von Kindern das, was wir längst wissen, konterkarieren? Wer blockiert denn die Veränderungen, die seit Jahrzehnten anstehen?

Leider gibt es Erwachsene, die davon profitieren, dass alles bleibt, wie es ist. „Es ist eine streitbewirtschaftende Industrie“, formuliert in der Tageszeitung Die Welt gerade eine Mutter ihre bitteren Erfahrungen mit Ämtern und Gerichten. 

Wer versucht, eine Rechtschutzversicherung für Familiengerichtssachen abzuschließen, wird schnell feststellen, dass das aussichtslos ist: Vor Familiengerichten wird so immens viel Geld verbrannt, dass jede Versicherung sich ruinieren würde, wenn sie diese Kosten übernähme.

Das bedeutet aber eben auch, dass einige, insbesondere Anwälte, immens viel Geld daran verdienen. Bei der Anhörung vor dem Rechtsausschuss des Bundestages sind sie unter anderem durch den Deutschen Juristinnenbund als Sachverständige vertreten.

Der Alleinerziehendenverband VAMV müsste eigentlich ein großes Interesse daran haben, im Sinne der Kinder, der Mütter und der Väter selbst die Väter möglichst eng einzubeziehen. Ganz im Gegenteil aber bemühen sich seine Vertreterinnen seit Jahren darum, Väter möglichst aus der Sorge für die Kinder herauszuhalten. Das ist durchaus erklärlich. Diese politische Ausrichtung schadet zwar Kindern, Müttern und Vätern, nützt aber dem steuermittelfinanzierten Verband, dessen Position umso stärker ist, je mehr „Alleinerziehende“ es gibt. Der VAMV ist ebenfalls vom Rechtsausschuss im Kreise der „Sachverständigen“ geladen.

Auch Wissenschaftlerinnen konnten jahrzehntelang davon profitieren, dass sie solche politischen Bedürfnisse bedienten. Anita Heiliger war 33 Jahre lang beim steuermittelfinanzierten Deutschen Jugendinstitut tätig und agitierte dort mit ungeheurer Wucht und Unterstellungsbereitschaft erfolgreich gegen Trennungsväter. Der Rechtsausschuss hat gleich zwei Angehörige dieses Instituts als Sachverständige geladen.

Die Bundesjustizministerin Katarina Barley ist ein besonders prominentes Beispiel für politische Akteure, die eine Lobby der Konfliktbewirtschaftung fördern. Nach der Trennung von ihrem Mann zieht sie, so erzählt sie im Spiegel (S. 18f.), ihre Kinder selbst im Wechselmodell mit ihm auf. Politisch jedoch stellt sie sich gegen dieses Modell als Leitbild und vermeidet so Konflikte mit einflussreichen Lobbyvertretern.

Was sie in diesem Tweet schreibt, ist bestenfalls irreführend, und das sicherlich wider besseres Wissen. Das Wechselmodell als Leitlinie zu etablieren steht der Aufmerksamkeit für den Einzelfall nicht entgegen. Zudem brauchen Kinder keineswegs „in jedem Einzelfall etwas anderes“ – von wenigen Ausnahmen abgesehen ist es unstrittig, dass es für Kinder gut ist, wenn sie auch nach Trennungen einen guten Kontakt zu beiden Eltern behalten. Wir würden ja auch nicht glauben, dass wir in jedem Einzelfall erneut untersuchen müssen, ob ein Kind ab und zu etwas zu essen braucht oder nicht.

Veränderungen werden also blockiert durch Erwachsene, die politisch gut vernetzt sind, die Konflikte zwischen Eltern und kindliches Leid professionalisieren und monetarisieren und die daher kein Interesse daran haben, dass dieses Leid gelindert oder beendet wird.

 

8. Sind Väteraktivisten nicht einfach wütende Männer, die den Verlust ihrer traditionellen Machtposition nicht verschmerzen?

Den meisten Vätern, die sich politisch engagieren, geht es keineswegs um eine Machtposition gegenüber der Mutter – sondern um Gleichberechtigung, um ein Ende der eigenen Ohnmacht und, natürlich, um ihre Kinder. Die politische Konstellation, der sie begegnen, würde wiederum auch andere wütend machen.

Seit Jahrzehnten agieren scheinbare familienpolitische Gegner, nämlich konservative Familienpolitiker und feministisch inspirierte rotgrüne Mutterlobbyistinnen, tatsächlich gemeinsam und verhindern Modernisierungen des Kindschaftsrechts. So haben eben nun auch Feministinnen der Grünen, der SPD oder der Linken kein Problem damit, gemeinsam mit einem AfD-Ausschussvorsitzenden und konservativen Familienpolitikern Vätervertreter von der Anhörung des Rechtsausschusses fernzuhalten.

Dag Schölper vom Bundesforum Männer wiederum assistiert und kritisiert die Interessengemeinschaft Jungen, Männer, Väter als „selbsternanntes Sprachrohr für Väterrechte“, weil sie gegen die Nichteinladung von Vätervertretern protestiert. Für Schölper garantiert offenbar schon die oben schon zitierte Professorin Hildegund Sünderhauf-Kravets, die tatsächlich seit vielen Jahren seriös zum Thema Doppelresidenz arbeitet und publiziert, dass „Väterrechte (…) vertreten“ sind.

Schölper ist ein Beispiel dafür, dass viele Männer nicht etwa wütend, sondern übervorsichtig und submissiv agieren. Immerhin redet er nicht von „selbsternannten Vätern“ – aber würde tatsächlich heute noch jemand auf die Idee kommen, irgendwo wären „Frauenrechte ausreichend vertreten“, wenn ein männlicher Professor Positionen vertritt, die auch einige Frauen vertreten?

Die Anhörung des Rechtsausschusses wurde, gegen die Gepflogenheiten und trotz des großen öffentlichen Interesses, nicht im Fernsehen übertragen. So ist auch hier nach außen schwer nachvollziehbar, wer genau denn nun eigentlich dafür sorgt, dass das deutsche Familienrecht auch noch im Jahr 2019 in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts steckenbleibt.

 

Die Petition zur Doppelresidenz kann hier unterzeichnet werden.

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36 Comments

  • Zu dem von dir abgebildeten und kommentierten Tweet von Barley: Dieses Argument ist mir in letzter Zeit vielfach untergekommen und ich empfinde es aus noch anderer Perspektive, als das von dir Beschriebene, für einen extrem verlogenen Versuch des Framings der öffentlichen Meinung. Nicht nur, dass durch wohlfeiles Geschwätz mit Verweis auf „was für die Kinder im Einzelfall wichtig ist“ versucht wird, das Wechselmodell als diesen Interessen potentiell monolithisch im Wege stehend darzustellen, womit klar versucht wird, alleine schon durch das übliche „UND WANN DENKT ENDLICH MAL EINER AN DIE KINDER???“ (Copyrights by Helen Lovejoy – „The Simpsons“) über emotionale Beeinflussung die Meinung zu dem Thema zu den eigenen Gunsten zu steuern.

    Diese Aussage stellt nämlich darüber hinaus geradezu eine dummdreiste Lüge dar, spätestens wenn sie aus dem Munde einer Justizministerin kommt, die von Amtswegen her eigentlich wissen müsste, DASS WIR IN DEUTSCHLAND EIN REGELMODELL HABEN! Eines, welches sie und ihre Parteigenossen seit Dekaden mit gezückten Krallen gegen jeden Angriff verteidigen. Und auch ihr – wie gesagt – wohlfeiles Geschwätz stellt nichts anderes dar, als einen weiteren Versuch, Angriffe auf diesen Status Quo möglichst schon im Keim zu ersticken.

    Und wer mit teils abstrusesten Beispielen kommt aus dem Bereich „das Herrchen des Hundes, mit dem der Neffe des Schwagers meiner Cousine gelgentlich spielt, hat mal gehört, dass…“, um aufzuzeigen, wie unmöglich es doch bei all den Einzelschicksalen wäre solch ein Regelmodell zu installieren – obwohl in Wahrheit schon längst eines installiert ist, welches dadurch nur ersetzt werden soll – ist in einer politischen Debatte nach meiner Meinung nicht mehr Ernst zu nehmen.

    Was damit wegzuquatschen versucht wird, ist nämlich, dass das existierende Regelmodell so ausgelegt ist, dass es Eltern von Anfang an in oppositionelle Positionen bringt, weil es nur die Frage kennt „wer bekommt das Kind und wer bezahlt und darf das Kind hin und wieder vielleicht mal sehen“. Das heißt, dass sie derzeit, sollten sich die Eltern nicht von Anfang an harmonisch selbst organisiert haben, bei eventuell anfänglich nur geringfügigen Differenzen institutionell geradezu gegeneinander aufgehetzt werden. Das – trotz Barleys Gequake – EXISTENTE Regelmodell ist also ein beständiger Durchlauferhitzer für in vielen Fällen vielleicht anfangs noch vermittelbare Differenzen. Das Wechselmodell als Regelmodell würde schon alleine psychologisch das Gegenteil darstellen, denn es würd ja eben als Regel die gemeinschaftliche, gleichverteilte Kindessorge als Basis nehmen und nur davon abweichen, wenn konkrete Gründe dagegen vorlägen, wie zum Beispiel fehlendes Interesse bei einem der Elternteile oder auch dass sich ein Elternteil verhaltensbedingt von vornherein als regelmäßig Erziehungsverantwortlicher selbst ausschließt.

    Wenn man sich mal anschaut, wer so derzeit vom existierenden Regelmodell mehrheitlich klar profitiert, lässt sich gut mutmaßen, in wessen Zungen die den Status Quo verteidigenden Fraktionen so derart engagiert sprechen.

    • „dass das existierende Regelmodell so ausgelegt ist, dass es Eltern von Anfang an in oppositionelle Positionen bringt“ Ich glaube, dass ist DER wesentliche Punkt. Die Diskussion wird dann tatsächlich so geführt, als ob die Rechte des einen Elternteils (gewöhnlich die Mutter) nur dann gewahrt werden können, wenn die Rechte des anderen (gewöhnlich der Vater) weitgehend ignoriert werden.

      Wenn es tatsächlich um das Kind und das gern beschworene Kindeswohl ginge, wäre das nicht möglich. Denn dem Kind sind natürlich beide Eltern wichtig, und wenn die miteinander im Konflikt stehen, dann geht der Konflikt mitten durch das Kind – und ist dort völlig unlösbar. Wer tatsächlich das Kind in den Mittelpunkt stellt, wird in jedem Fall dafür eintreten, dass Verhältnis zwischen den Eltern so zu gestalten, dass beide damit gut leben können – ohne im beständigen Konflikt zu sein.

      Wie das bei ungleichen Rechten funktionieren soll, hat noch nie irgendjemand aus den diversen Müttervereinigungen erklären können.

      Hier finde ich die Väterpolitik denn auch tatsächlich deutlich sinnvoller. Die setzt dem „Das Kind gehört zur Mutter“ ja kein „…nein, es gehört zum Vater“ entgegen – sondern, in einem Väteraufbruch-Slogan: „Allen Kindern beide Eltern“.

      • Da wäre ich forscher: Ja, es geht beim Wechselmodell nicht nur um das Kind, sondern auch um die Rechte von uns Vätern, so wie es bei Quoten in Aufsichtsräten ja auch nicht nur um den zu erwartenden Profit für das Unternehmen, sondern klar um die Partikularinteressen von Frauen geht – und das auch selbstverständlich so kommuniziert wird. Wieso eigentlich sollten wir nicht selbstbewusst unsere Rechte im traditionellen Frauenbereich „Familie“ einklagen, wenn Frauen ihre vor 50 Jahren so lautstark im traditionellen Männerbereich „Arbeit“ eingeklagt haben?? Sich auf der Kindeswohl berufen – ja, empirisch belegt. Sich auf unsere nachholende Gleichberechtigung berufen – ja, politisch geboten und ehrlich.

  • Mal wieder exzellent zusammengefasst, @Lucas!
    Ein paar Anmerkungen dazu:
    Zunächst mal der obligatorische Hinweis, daß der Begriff „Wechselmodell“ gezielt falsch etabliert wurde ( weshalb er auch konsequent abgelehnt werden sollte ). Denn erwiesene Tatsache ist, daß die Einzelresidenz im Schnitt mehr und radikalere Wechsel mit sich bringt.
    Darauf ( auf dem falschen Terminus ) basiert auch die ewige Mütterlobbyargumentation von dem durch „Hin-u.Herreißen“ beschädigten Kind.
    Ein Kind, das zwei Zuhause hat, empfindet diese ( laut jeder Menge an internationalen Studien ) als deutlich normaler, als eines, das eine „Residenzfamilie“ hat und einen „geduldeten Besuchsonkel“, der sich, oft gegen die Insinuation der „restfamiliären“ Mutter, als Elternteil aufzuspielen versucht und vom Kind wohlmöglich auch als „vielleicht doch der echte Papa“ empfunden wird. Dadurch wird eskalierender Streit und Unmut direkt provoziert.

    „Tatsächlich gibt es natürlich Väter, die aus unterschiedlichen Gründen – aus Egoismus, aber auch realer Geldnot – zu wenig oder keinen Unterhalt zahlen.“

    Nun, da schließt Du Dich offenbar den ( sich als „irgendwie gemäßigt“ empfindenen ) Väterrrechtlern an – und blendest einen – m.E. äußerst wichtigen – Aspekt der Kinderrechtler aus.
    Ich könnte, selbst wenn ich wollte, keinen Barunterhalt berappen, dafür haben die Streitbewirtschafter m.E. vorsätzlich und erfolgreich gesorgt ( „der Kerl muß vernichtet werden!“ ).
    Aber davon ganz abgesehen würde ich auch nicht zahlen, selbst wenn ich es könnte!
    Und zwar ganz einfach deshalb, weil das die letzte mir verbleibende Möglichkeit ist, Verantwortung für das ehemalige Kind zu übernehmen!

    Vox Populi: Eher gehe ich in den Knast, als daß ich eine verbrecherische Straftat nach §235 StGB auch noch per Mäzenat finanziere!

    Und ich denke, nach all den Gesprächen, die ich mit betroffenen Eltern ( auch ganzen Elternpaaren ) geführt habe, daß ich in dem Punkte mit sehr vielen anderen einig bin.
    Diesen wichtigen Aspekt sollte man nicht totschweigen!

    Kleine Populärhistorie:
    „„Es ist eine streitbewirtschaftende Industrie“, formuliert in der Tageszeitung Die Welt gerade eine Mutter ihre bitteren Erfahrungen mit Ämtern und Gerichten. “

    Soweit mir bekannt, stammt die Bezeichnung aus der Schweiz, grob gefühltes Umfeld von Oliver Hunziker, GeCoBi & Co. Und wurde eingeführt, weil den entsprechenden Leuten die – derzeit in D. aufkommene „Kinder- u. Sorgehandel“ ( die nicht zuletzt wohl auf Reiner Schnittka zurückgeht ) zu radikal erschien.

    Unzureichend sind m.E. beide. „Streitbewirtschaftungsindustrie“ grenzt den infrage kommenden Bereich nicht ausreichend ein, während „Kinder- u. Sorgehandel“ ein leicht schiefes Bild vermittelt und dadurch zu unscharf ist.

    Kleine Sprachkritik:
    „, …und Vätern, die ihre Verantwortung tragen wollen, macht dieses Modell das Leben womöglich unendlich schwer.“

    Ich finde den Modemodernismus „womöglich“ nicht konstruktiv. Er bildet keinen der drei damit gemeinten, relativ genauen, Inhalte ausreichend ab.

    „Wo möglich“ wirst Du wahrscheinlich wohl nicht gemeint haben, auszuschließen ist es jedoch nicht.

    „Wohl möglich“ m.E. auch eher nicht.

    Also vermute ich, daß wahrscheinlich „wohlmöglich“ gemeint ist, bin mir aber gar nicht sicher, da der Kontext das auch nicht wirklich sicher hergibt.
    Bei einem professionellen Pädagogen würde ich mir eine exaktere Formulierungsweise wünschen.

    @Billy:
    „Was damit wegzuquatschen versucht wird, ist nämlich, dass das existierende Regelmodell so ausgelegt ist, dass es Eltern von Anfang an in oppositionelle Positionen bringt, weil es nur die Frage kennt „wer bekommt das Kind und wer bezahlt und darf das Kind hin und wieder vielleicht mal sehen“. Das heißt, dass sie derzeit, sollten sich die Eltern nicht von Anfang an harmonisch selbst organisiert haben, bei eventuell anfänglich nur geringfügigen Differenzen institutionell geradezu gegeneinander aufgehetzt werden.“

    Evochrissy von „Alles Evolution“, als Ex-Jurastudent, ist sogar der Ansicht, daß die Gesetzeslage die Richter geradezu dazu zwingt, nach diesem Lei(d)tmodell einen Profiteur und einen mehr oder weniger totalausgegrenzten Elternteil zu erschaffen.
    Mir ist diese Position allerdings zu radikal und es gibt genügend Beispiele, die das Gegenteil belegen. Ich gehe deshalb davon aus, daß es an der Ideologie UND den privaten Geschäftsinteressen der Streitbewirtschaftungsindustrie und ganz besonders an den letztendlich für die Praxis Hauptverantwortlichen, also den direkt Beteiligten der Jurisdiktion ( Richter, Verfahrensbeistände/Ergänzungspfleger und sog. „Gutachter“ )liegt. Wenn die wollen würden, gäbe es einen sehr großen Teil seiner Eltern beraubter Kinder gar nicht.

    • Übrigens gibt es da einen echten Klassiker, der recht eindringlich beschreibt, auf was für bizarre Wege Kinder geraten ( könnn ), wenn ihre Eltern versagen. Wobei es vollkommen unerheblich ist, ob dieses Versagen nun länger zurückliegende Ursachen bei den Eltern selbst hat, oder aus kaltschnäuzigem Macht- u./o. Profitinteresse von außen künstlich induziert wird.

      Und der beschreibt auch deutlich, wie selten, und unter was für ebenfalls sehr seltsamen Umständen Kinder dann gezwungen sind, selbst die simpelsten Erkenntnisse und Einsichten zu bekommen und zu versuchen diese irgendwie in ihr Leben zu integrieren.
      Sofern sie überhaupt dieses extrem seltene Glück haben, auf jemanden zu treffen, der so verrückt und gleichzeitig kompetent ist, sie ihnen zu vermitteln.

      In einer wenigsten halbwegs als solche funktionieren Familie sind das i.d.R. aber ganz normale und übliche Bestandteile der Sozialisation.

      https://www.youtube.com/watch?v=CN4JHP28s4U

    • @ Fiete Danke! Und:

      „Vox Populi: Eher gehe ich in den Knast, als daß ich eine verbrecherische Straftat nach §235 StGB auch noch per Mäzenat finanziere!“ Das macht ein ganz neues Fass auf, für das es, mindestens, einen eigenen Artikel braucht: Väter sind verpflichtet, Bedingungen zu finanzieren und dadurch zu ermöglichen, unter denen sie selbst UND IHRE KINDER leiden. Das hätte diesen Text gesprengt, und es hätte auch vom Zentralthema, der Doppelresidenz, abgelenkt. (Den Einwand gegen den Begriff „Wechselmodell“ finde ich richtig.)

      Dabei ist es keineswegs nur eine rein theoretische Frage. In den ersten Jahren unseres Kindes bin ich zwei Mal vor gericht gegangen, weil es deutlich war, dass die Mutter versuchte, mich aus dem Kontakt mit unserem Kind auszuschleichen. Von dem Moment an aber, in dem sie wieder arbeiten musste, gab es mit dem Umgang keine Probleme mehr: Da war sie offenbar ganz froh, wenn ihr regelmäßig jemand das Kind abnahm.

      Sie musste aber eben deshalb vorher nicht arbeiten, weil ich noch drei Jahre lang Betreuungsunterhalt bezahlt habe – also den Unterhalt für die Mutter, deutlich höher als der Kindesunterhalt, der aber noch dazu kommt. Ich hatte ganz offensichtlich die Bedingungen selbst finanziert und ermöglicht, die mich und unser Kind voneinander distanzierten.

      Ich bin mir übrigens sicher: Wären Frauen Hauptbetroffene der Unterhaltspflicht, dann wäre das System schon längst zusammengebrochen. Frauen würden es – da bin ich mir sicher – niemals dabei mitmachen, viel arbeiten zu müssen, nur um Bedingungen zu finanzieren, in denen sie von ihren Kindern willkürlich getrennt werden.

    • @Michael Danke für den Link, und natürlich Dank an Sven Gründel für die Mühe, nach Berlin zu reisen und bei der Anhörung dabeizusein. Ich finde allerdings eine Formulierung gleich zu Beginn sehr unglücklich, vielleicht der Eile geschuldet.

      „Die richtige Anregung des Vorsitzenden war also, dass sich die Vätervertreter an ihre oder irgendeine Fraktion hätten wenden müssen um als Sachverständige eingeladen zu werden. Den Ausschuss trifft so gesehen keine Schuld. Wiewohl es richtig ist, dass keine Partei einen Vertreter aus den Väterorganisationen vorgeladen hat ist dies ein Zustand den es bestimmt zu beheben gibt. Es deutet darauf hin, dass Frauen/Müttervertretungen sehr wohl politisch repräsentiert werden, Väter deutlich geringer. Hier muss wohl das Lobbying intensiviert werden.“

      Das klingt so, als hätten Väter oder deren Vertreter sich nicht bemüht, oder als hätten sie es nicht hinbekommen, sich an die richtige Adresse zu wenden. Ich habe daraufhin mal Gerd Riedmeier angeschrieben, und der hat mir eine kleine Liste der Bemühungen der IG Jungen, Männer, Väter geschickt. Ich gehe mal davon aus, dass es beim Vöteraufbruch ähnlich aussah.

      „Die IG-JMV hat bereits im Frühsommer 2018 (Juli) begonnen, beim Rechtsausschuss bezüglich Einladung zur Anhörung vorstellig zu werden (schriftlich).

      Die IG-JMV ist im Herbst erneut an die Obleute und familienpolitischen Sprecher aller Fraktionen im Familienausschuss (beigeordnet) und im Rechtsausschuss (federführend) zwecks Einladun herangetreten (schriftlich).

      Die IG-JMV ist zuletzt im Januar nochmals an alle Fraktionen in beiden Auschüssen (Obleute und Sprecher) zwecks Einladung herangetreten (schriftlich).

      Die Leiterin des Referats Familie der CDU/CSU-Fraktion meinte (am Telefon) lapidar: „Wir haben doch den ISUV eingeladen…“

      ISUV ist nach seiner Selbstdarstellung kein Väterverband, sondern ein „Elternverband“. Nach meiner Auffassung ist er vor allem ein „Anwaltsverband“. Er ist in vielen Städten tätig – zum Aquirieren von Klienten (Väter) für Familienverfahren (analog zur KOFRA bei Müttern).

      Daneben sind wir schriftlich und rechtzeitig an den Ausschussvorsitzenden herangetreten bezüglich Öffentlichkeit via Bundestags-TV.“

      Das heißt: Es hat alleine seitens dieser einen Gruppe eine Menge an intensiven Bemühungen gegeben, mit Anschreiben an alle Fraktionen, mit wiederholten Versuchen, mit der Kontaktaufnahme bei Einzelnen etc.

      Da öffentlich zu schreiben, dass die Lobbyarbeit intensiviert werden müsste, ist irreführend. Es hat schlicht an Interesse bei den Fraktionen gefehlt – bzw.: Es gab bei den Fraktionen wohl ein klares Interesse daran, Vertreter von Vätern NICHT dabei zu haben.

      Die einzige Fraktion, der ich da mehr zutraue, ist die der FDP, die ja immerhin einen sinnvollen Antrag eingereicht hat. Es kann sein, dass die FDP dafür gesorgt hat, dass überhaupt die Professorin Sünderhauf-Kravets dabei war. Die ist die wichtigste Expertin zum Thema, und wenn die bei der Anhörung nicht dabei gewesen wäre und nur solche längst etablieren Lobbynasen wie die Vertreterinnen von VAMV, Juristinnenbund und Deutschem Jugendinstitut geredet hätten, dann wäre die Veranstaltung erst recht lächerlich gewesen. In dem Fall könnte die FDP von der Kritik ausgenommen werden.

      Aber Union oder SPD, die jeweils mehr als einen Sachverständigen laden konnten, hätten leicht dafür sorgen können, dass ein Vertreter von Vätern dabei ist. Zumal die SPD hätte das eigentlich tun müssen, angesichts ihrer sonstigen Empörungen, wenn irgendwo Männer und Frauen nicht zu gleichen Teilen vertreten sind. Aber gerade dort sind die Reihen fest geschlossen, wenn es um die Ausgrenzung von Vötern – und damit auch von existientiellen Interessen der Kinder – geht.

      • Besonders gravierend ist vor diesem Hintergrund diese Passage des Berichts: „Die richtige Anregung des Vorsitzenden war also, dass sich die Vätervertreter an ihre oder irgendeine Fraktion hätten wenden müssen um als Sachverständige eingeladen zu werden. Den Ausschuss trifft so gesehen keine Schuld.“

        Da hat der Ausschusvorsitzende Stephan Brandner, AfD, offenbar gelogen oder zumindest einen grob irreführenden Eindruck erweckt. Tatsächlich hatte es ja viele Kontakte zu den Fraktionen gegeben. Der Ausschuss kaschiert hier, mit seinem Vorsitzenden, wie sehr er vorher Väter hat auflaufen lassen – und tut so, als wären die Väter nur zu blöd gewesen, sich zu melden.

        Wenn es um die Ausgrenzung von Vötern geht, klappt die Zusammenarbeit von rot-grünen und schwarzen Mütterlobbys mit der AfD ganz prima.

        • Ich denke ( auch ), daß man desbezüglich im Hinterkopf behalten sollte, daß Sven relativ unvorbereitet ( weil zuhause genug zu tun ) dort aufgelaufen ist und v.dh. nur das wiedergibt, was er direkt vor Ort gehört hat. Seine weiteren Notizen scheinen das zu bestätigen.

        • Den Ausschuss und die Parteien aber auch die zuständigen Ministerien trifft sehr wohl die Schuld.

          Wie man nun an der Kampagne in den Medien gegen die „säumigen Vätern“ sehen kann: Man kennt nicht einmal die Zahlen der Zahlungsunfähigen, Mangelfälle werden gar nicht erwähnt (die zahlen aber eben nicht den Mindestunterhalt), alle werden aber im Topf der „Zahlungsunwilligen“ gesteckt.

          Das ist das Vorgehen eines typisch autokratischen Regimes: Eine Gruppe die bereits am Boden liegt und sich nicht wehren kann als Buhmann zu missbrauchen um vom eigenen Versagen der (a)sozialen Politik abzulenken: Es ist ja eine Schande für eine Volkspartei des kleinen Mannes zugeben zu müssen, dass sie die Randbedingungen geschaffen hat, dass Mindestlohnbezieher nicht in der Lage sind, den für reiche Frauen gedachte Mindestunterhalt zu begleichen.

          Diese Kampagne geht zwar auf das Konto der SPD, wird aber auch von den anderen Parteien, bis auf die FDP getragen.

          Eine Einladung vor dem Rechtsausschuss erfolgt durch den jeweiligen Vertreter im Rechtsausschuss. Bei der SPD ist dies Sönke Nix, bei der CDU Markus Weinberg: Beide sind den Vätern gegenüber gleichgültig bis offen feindselig gesinnt. Meine gute Erziehung schreit mich gerade an … Obwohl die x-mal angesprochen wurden, verweigern sie jeglichen Kontakt zu den Väterorganisationen.

          Von den Grünen, Linken und der AfD kann man eigentlich nichts mehr erwarten.

          Es hilft nichts, die Väter müssen schon selber erkennen was da läuft, lauter werden und auf die Strasse gehen.

          Unser Schweigen ist deren Gold!

          Es würde mich freuen, diesen Protest noch erleben zu dürfen. Vor allem würde mich sehr freuen, wenn ich es noch erleben würde, dass alle Vereine am gleichen Strang ziehen würden, wenn es darum geht, ein Ziel zu erreichen.

          Wie auch immer:

          Die Väterverbände saßen jetzt nicht am Verhandlungstisch.

          Die Gesetzesänderungen, die kommen werden, sollten sie ohne die Anhörung der Väter kommen, werden vermutlich die Sch…. von 1977 weiterentwickeln: Das Primat der Mutter im deutschen Familienrecht ist stärker als die Heiligkeit der Kühe in Indien! Dadurch wird die Zahl der Familienverfahren weiter ansteigen, trotz dramatisch sinkender Geburtenzahlen.

          Hoffentlich erkennen die Väter nun, wohin die Reise geht und fangen an aktiver zu werden.

          • Das System „Mutterglucke kümmert sich um die Kinder, der Vater zahlt“ wird nicht durch politischen Druck zu Grunde gehen, sondern an seiner Dysfunktionalität. Noch hat sich die Einsicht nicht durchgesetzt, dass es so nicht funktionieren kann, also wird versucht, noch mehr Druck aufzubauen und Väter zu zwingen. Das aber führt nirgendwo hin, weil bei der tatsächlichen Einkommenssituation sich kaum mehr holen lässt.
            Nicht bedacht werden dabei der psychosoziale Druck, dem enttsorgte Väter schon heute ausgesetzt sind. Diese Idiotie begegnet einem auch regelmässig bei der Arbeitslosenproblematik, eine Idiotie, die Arbeitslosigkeit mit Druck und Zwang begegnet, so als ob damit plötzlich mehr Stellen geschaffen würden. Im Endeffekt werden damit nur Sozialstandards weiter gesenkt, von Parteien, die sich selbst als links bezeichnen.
            Ich verkneife mir jetzt eine Rant gegen die SPD und sage nur: Diese SPD soll zu Grunde gehen.

  • Eine wunderbar gute und vorbildlich vernunftgeleitete Argumentation!

    Es macht wirklich betroffen, wenn man sieht, wie ausdauernd herrschend absurde und menschenfeindliche Ideologien, hier der Feminismus, sein können.

    Es erstaunt insbesondere, dass der „Alleinerziehendenverband“ VAMV den Deckel auf dem Topf halten kann, denn er muss ja die Schizophrenie der feministischen Politziele den direkt Betroffenen vermitteln: einmal sollen die Alleinerziehenden die Rolle des einzig natürlichen Elternteils spielen und gleichzeitig müssen die sich dann anhören, wie rückwärtsgewandt und patriarchal diese Rolle doch eigentlich ist, wobei wahre Emanzipation nur in Kinderlosigkeit mit Vollbeschäftigung zum Sicherstellen eines schönen postmaterialistischen Lifestyles liegen kann….

    Sicher machen das viele Frauen als Alleinerziehende erst mal vertrauenvoll mit, es wird ja permanent versichert, dass der Feminismus das Beste für die Frauen will. Aber am Ende des Wegs, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Blick auf einen Lebensweg fällt, der eine berufliche Karriere strukturell verhindert hat, dürfte grosse Entäuschung und Verbitterung einsetzen — und damit gegen die feministischen Ideologinnen, die sie die ganze Zeit mit den Selbstbestimmtheits-Narrativen verhöhnt haben.

    Vermutlich sind es diese enttäuschten Mütter, die den ganzen Apparat jetzt zum Enlenken gebracht haben. Der jetzt natürlich so gut es geht auf Durchzug schalten will und einfach die abartige Rechtspraxis der Mikromanipulation persönlicher Beziehungen, die „Familienrechtsprechung“ sich schimpft, möglichst konservieren möchte, mit „besonders geschulten RichterInnen“ etwa.

    Die Leute in den Medien haben sich doch hoffentlich schon Gedanken darüber gemacht, wie sie die Enttäuschung der Alleinerziehenden als Erfolg des notorischen Patriarchats framen?

  • Es ist wirklich unglaublich! Meine Frau und ich ziehen trotz Trennung als Eltern immer noch an einem Strang und es ist wirklich verblüffend, wie viel Gegenwind uns entgegenschlägt. Insbesondere das Steuerrecht ist komplett auf die Einzelresidenz ausgerichtet und wir werden es nicht schaffen, dass Nestmodell durchzuhalten.
    Und obwohl die Kinder lieber bei mir wohnen möchten, werden sie (und ich) wohl in den sauren Apfel beißen müssen. Denn der einzige Weg, um ohne finanziellen Ruin aus der Sache rauszukommen, ist es, meine (Noch)frau in unserem Haus wohnen zu lassen. Dabei habe ich echt noch Glück, dass meine Frau kooperativ ist und (bis jetzt) keinen Feldzug gestartet hat.

    • „Insbesondere das Steuerrecht ist komplett auf die Einzelresidenz ausgerichtet und wir werden es nicht schaffen, dass Nestmodell durchzuhalten.“

      Könntest du das bitte mal erläutern?
      Es interessiert mich wirklich!

      • Hi Crumar,

        sorry für die späte Antwort. Ein paar Beispiele:

        – Es ist nicht möglich, dass einer von uns die Steuerklasse 2 bekommt.
        – Es ist nicht möglich (auch nicht mit gemeinsamen Antrag), beide Kinderfreibeträge bei einem Elternteil einzutragen.
        – ich wüsste nicht, wie ich in dieser Konstellation die hohen Ausgaben als besondere Lasten geltend machen kann (ist aber noch nicht verifiziert)
        – generell fehlt es halt an klaren Zahlungsströmen, um die Belastungen ggü. dem Finanzamt sichtbar machen zu können
        – obwohl nur getrennt (und nicht geschieden), finden wir uns jetzt beide in Steuerklasse 1 wieder mit entsprechend hohen Vorauszahlungen. Wie sich die Belastung insgesamt darstellt, werde ich allerdings erst nächstes Jahr wissen. Jedenfalls werden wir beide wie Singles behandelt und damit benachteiligt ggü. Eltern, die zusammen leben.

        Herzliche Grüße
        R.

        • Hi Rano,

          vielen Dank und kein Ding!

          Das wäre eine ersten Maßnahmen, was nach Erringung der diktatorischen Alleinherrschaft der Organisation MGTOW steuerlich geändert würde. 😉

          Die Steuerklasse 1 hieß bei ihrer Einführung ganz offiziell „Junggesellensteuer“ und damit „Ehe“ als durch diese zu subventionierendes Modell.
          Es ist ein Skandal, dass Eltern im Trennungsfall wieder dazu herangezogen werden, diesen Müll zu finanzieren.

          Evtl. kann man sich ja trennen, die Scheidung jedoch umgehen und die Doppelresidenz als arbeitsbedingt ausgeben?
          Gesetzt dem Fall, du bist selbstständig, dann ist der zweite Wohnsitz von der Steuer abzuziehen und die Fahrtkosten auch.

          Ist zwar nicht unbedingt legal, aber wenn der Staat uns betrügt, warum wir nicht ihn?

  • „Wenn das aber nun schon seit vielen Jahrzehnten allgemein bekannt ist: Warum gibt es dann nach all dieser Zeit immer noch keine gesetzlichen Regelungen, die diesem Wissen gerecht werden? Warum bleiben wir stattdessen bei gesetzlichen Regelungen, die auf Kosten Hunderttausender von Kindern das, was wir längst wissen, konterkarieren? Wer blockiert denn die Veränderungen, die seit Jahrzehnten anstehen?

    Leider gibt es Erwachsene, die davon profitieren, dass alles bleibt, wie es ist. „Es ist eine streitbewirtschaftende Industrie“, formuliert in der Tageszeitung Die Welt gerade eine Mutter ihre bitteren Erfahrungen mit Ämtern und Gerichten.“

    Tja. Also. Einzelne Profiteure herauszugreifen kratzt doch nur an der Oberfläche. Der einzelne Profiteur ist nur Symptom. Die Ursache aber sind doch volkswirtschaftliche Belange. Es geht darum Männer, die einzige Gruppe die Netto in das System einzahlt, nicht aus dem Hamsterrad zu lassen. Und darum, die Bundes- und Länderhaushalte vor Zugriff aus der Bevölkerung zu schützen, ob der Zugriff nun berechtigt ist oder nicht. Es gilt die unumstößliche Regel:

    Familienpolitik ist wie jeder Bereich der Sozialpolitik vor allem und zuvorderst Haushaltspolitik. Dabei gilt: je lauter „Gerechtigkeit“ krakeelt wird, desto stärker stehen volkswirtschaftliche Belange im Vordergrund.

    Die Nutzbarmachung der Frau als Humankapital? Ja klar, da muss es wohl um diese ominöse „Gerechtigkeit“ gehen …

    Dass man es Männern an allen Ecken und Enden erschwert zu ihrem Recht zu kommen, wenn das bedeutete, dass sie sich Zahlungsverpflichtungen entziehen könnten, die ansonsten ggf. den Staat träfen?

    Mannomann: ITS THE ECONOMY, STUPID!

    • Warum es dann nach all dieser Zeit immer noch keine gesetzlichen Regelungen gibt? Na, weil wir eine Asperger-Justiz haben: Asperger (oder Menschen mit autistischen Zügen) fühlen sich fatalerweise besonders zur Justiz hingezogen, gerade wegen ihrer Schwächen und tatsächlichen oder vermeintlichen Stärken . Also fehlt es dort an Leuten mit kognitiver Empathie und psychosozialesm Urteilsvermögen haben. Normalerweise bräuchten wir auch kein gesetzlich verankertes Default-Modell, von neurotypischen Richtern würde es nämlich sowieso praktiziert werden.

  • Hallo an euch alle!

    Tja Lucas, eigentlich wollte ich eben reflexartig sofort meinen kleinen, bitterbösen Beitrag leisten, las dann aber doch noch die Kommentare, quasi von unten nach oben und erst hiernach deinen eigentlichen Text.

    Und was fand ich da?

    Ich konnte doch tatsächlich erleben, dass du, lieber Lucas, als einer der ganz wenigen, die Crux der Farce eigentlich schon gefunden hast und zwar unter 3.
    Respekt dafür!

    Das Problem nur ist leider, dass wohl noch niemand so recht verstanden hat, dass mit 3., mehr als mit jedem anderen Vorwand, das gesamte Projekt ERLEDIGT ist!

    Das ganze Thema Wechselmodell könnt ihr knicken!

    Ich weiß, das tut weh!
    Aber so ist es ja mit der Wahrheit. Tut meist weh.

    Im Grunde ist es exakt dieselbe Geschichte wie mit der großartigen Sorgerechtsreform.
    Wenn überhaupt nach jahre- oder besser jahrzehntelangem Gezerre um etwas, dass eigentlich vollkommen normal sein sollte, irgendein Luschenwechslemodellgesetz durchkommt, dann wird es auch hier den Nebensatz nach dem Komma geben!!!

    „…, WENN NICHT WICHTIGE, DAS KINDESWOHL BETREFFENDEE GRÜNDE …“

    Den Rest kennt ihr alle!

    Schon sind wir bei der Kommunikation (3.) und hochstrittigen Eltern und damit ist das Thema durch!

    Wie Lucas schon sagt, ein direkter Aufruf zur NICHTkommunikation!
    Tür, wie gehabt, weit auf zur Willkür.
    Etwas, das ich schon immer sage.
    Genau SO und nicht anders läuft es und wird es weiter laufen!

    Hinzu kommt die Tatsache, dass es für Eltern, die weiter auseinander wohnen, nicht die geringste Lösung bringen würde.
    Der Ansatz müsste ein komplett anderer sein, der längst nicht erst beim Wechselmodell beginnt!

    Der ganze nun diskutierte Alibiquatsch ist eine Regelung für Eltern, die es NICHT brauchen.
    Die regeln das so. Ohne die Gerichte und den anhängigen Klüngel.

    Bei den anderen wird es exakt so ablaufen, wie heute mit der vermeintlich herausragenden Errungenschaft des vermeintlichen Abspruchs auf ein geteiltes Sorgerecht, also so, wie schon teilweise von Lucas unter 3. angedeutet.

    Das ist nicht der EINE Punkt. DAS ist der KNACKPUNKT!

    Ich weiß, wovon ich rede!

    Da ich mich hier offenbar unter Gleichgesinnten und Gleichbetroffenen befinde, bitte ich euch darum, meine unten stehenden Videos anzuschauen und diese so weitreichend es nur geht, über sämtliche Kanäle, zu teilen und zu verbreiten, zu kommentieren und zu liken und gern auch Anregungen zu hinterlassen.
    Ich habe die Pipeline voller Themen, die ich noch bringen möchte, aber wenn was vorgezogen werden soll, mache ich das halt.

    Für euren Einsatz danke ich euch schon jetzt!

    Viele Grüße!

    Marc

    https://www.youtube.com/watch?v=1BQsajuNOI8

    https://www.youtube.com/watch?v=i4zv-5xgbu8

    https://www.youtube.com/watch?v=uLuJWG3vLm4

    https://www.youtube.com/watch?v=wJunPyxNOqk

    https://www.youtube.com/watch?v=RYAI4v_9jTA

    https://www.youtube.com/watch?v=JelqhiAjZmQ

    Oder googelt einfach „Scharia im familienrecht“ als Video.

  • Billy, DAS, was du hier sagst, ist der Schlüssel! Dem gibt es nichts hinzuzufügen.
    Und genau HIER muss auch begonnen werden!!!
    Nicht bei einer weiteren Farce!

    „das existierende Regelmodell so ausgelegt ist, dass es Eltern von Anfang an in oppositionelle Positionen bringt, weil es nur die Frage kennt „wer bekommt das Kind und wer bezahlt und darf das Kind hin und wieder vielleicht mal sehen“. Das heißt, dass sie derzeit, sollten sich die Eltern nicht von Anfang an harmonisch selbst organisiert haben, bei eventuell anfänglich nur geringfügigen Differenzen institutionell geradezu gegeneinander aufgehetzt werden.“

    (Gibt echt einige pfiffige Leute hier!)

    Scheiß auf das Wechselmodell! Es wird für die, die es brauchen, nie kommen!

    • Es ist echt eine Sauerei! Die einschlägigen BGB Paragraphen zum Unterhalt sind vor allem darauf optimiert, dass unter allen Umständen auf keinen Fall der Staat irgendwie etwas leisten muss, so lange wie beim Mann noch ein Cent zu holen ist.
      Und die Paragrafen sind alle schön schwammig formuliert und laden zum Streit geradezu ein. Wie zur Hölle bemisst man einen „ehebedingten Nachteilsausgleich“?
      § 1.569 BGB klingt auf dem Papier gut, wird aber durch die zahllosen Ausnahmen komplett entwertet. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es noch § 1.576 BGB, mit dem sich ein beliebiges Argument an den Haaren herbeiziehen lässt. Wie sagt mein Anwalt: Ein paar Jahre lief es ganz ordentlich, aber inzwischen ist die Rechtsprechung wieder im Mittelalter angekommen.

      Das hindert Feministinnen selbstverständlich nicht, das schreckliche Los aller Frauen zu bejammern, da sie ja angeblich wieder eigenverantwortlich für sich selbst sorgen müssen, wenn das jüngste Kind mind. 3 ist.

  • Aaahahahahaaaaaaa! 🙂

    Jetzt sehe ich es gerade.

    Die „Interessengemeinschaft Jungen Männer Väter“ habt ihr ja auch schon thematisiert. Das Sprachrohr … jawoll!

    Na da schaut euch doch bitte unbedingt mal mein letztes, gerade erst veröffentlichtes Video, „Schlotti has gone – Scharia im Familienrecht – Gerda And Friends“ an!
    Das bringt richtig Spaß!

  • Hey Uepsi!
    Interessant!
    Wie kommst du auf eine solche Seite, wenn du noch NICHT betroffen bist?
    (Ich drück‘ dir die Daumen, dass es so bleibt!)
    Mich hat das alles, offen gesagt, nicht die Bohne interessiert, bis sich abgezeichnet hat, dass ich dran bin.
    Gruß Marc

    • Ich bin in anderer Weise betroffen. Kein Trennungsvater. Ich bin Radikalmaskulist, was nicht bedeutet, dass ich militant bin, sondern dem Thema auf den Grund zu gehen versuche: „Radix“ -> Die Wurzel -> „radikal“.
      Ja, die meisten Männer hängen einem Bild an, dass alles in Ordnung ist, bis es sie selbst erwischt. Dieses Schicksal teilst Du mit vielen u.a. auch mit Lucas.

      LG uepsi

  • Na ja, da stimmt so nicht.
    Richtig ist, dass ich seinerzeit ÜBERHAUPT KEINEM diesbezüglichen Bild anhing.
    Und generell mitnichten gar einem, dass alles in Ordnung wäre!
    Das ist nicht mein Naturell.
    Das Thema war schlicht nicht MEIN Thema.
    Wir hatten keinerlei Berührungspunkte miteinander, das Thema und ich.
    So, wie sich eben die meisten nicht für eine Herz-OP interessieren, bis sie eine brauchen, oder Krebs, bis sie welchen haben, was ja sicherlich auch ganz o.k. ist.
    Weißte?

  • Lucas, ich finde deine Arbeit so gut, dass ich sie gerne mit einem kleinen monatlichen Betrag finanziell unterstützen möchte. Wie kann ich das tun?

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