Der Panther wird befreit

Ein letzter Ruck, ein Kreischen noch der Säge:
Die Tür ist offen und das Tier ist frei.
Er blickt gelangweilt, müde, traurig-träge,
als ob er schon zu lang gefangen sei,

Als ob die Kraft schon lang kein Ziel mehr hätte,
die dort am Rande schleicht – und ohne Sinn
der Blick nach außen wär. – Da ich ihn rette,
geht er nun tastend wie zur Probe zu mir hin

Und dann ganz langsam in des Käfigs Ecke.
Ein Blick, der zeigt, dass ihm nichts mehr gefällt.
Ein letztes Fragen noch, was ich bezwecke.
Wer einen Käfig hat, braucht keine Welt.

  1. This is nothing short of brill!!
    I'm really impressed.

    I like the way you turned Rilke's rhyme into yours by the intermediate stage of half-rhyme, in the first 2 stanza's and then chose your own abab for the final stanza.
    And of course, the thought behind it is deep and satisfying.

    I wonder if at a later date you would allow me to translate this and quote your version on my blog.

    I'm in the middle of translating Rilke's Sonnets to O. and also tried my hand at some of his other poems, such as the Panther.
    .

    Antwort

  2. Ich lese hier ja wegen der gut argumentierten Texte, in denen man Dir, Lucas, den pragmatisch-humanistischen Ansatz stets anmerkt. (Das war ein Lob 🙂

    Dieses Gedicht hier, das hat mir genausogut gefallen, wie Deine argumentative Prosa. Danke.

    Antwort

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