Sexismus

„Flirten ohne Creepen“ – Der Text, den Brüderle nicht kannte

Zeigt Mann und Frau am flirten
geschrieben von: Lucas Schoppe
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Flirten, oder überhaupt der Beginn einer Bekanntschaft, ist immer ein Spiel mit Unsicherheiten und Uneindeutigkeiten – das ist so selbstverständlich, dass es fast ein wenig peinlich ist, es aufzuschreiben.
Eine moralische Bewertung aber baut auf Eindeutigkeiten. Natürlich gibt es die auch – bei klaren Übergriffen, bei Beleidigungen, gar bei Gewalt. Die Uneindeutigkeit des Flirts aber und die Eindeutigkeit der beständigen moralischen Bewertung passen nicht gut zusammen. Wenn man beides zusammen zu zwängen versucht, kann es leicht komisch oder gewaltsam werden – oder beides.
Der Text, aus dem im Folgenden zitiert wird, ist möglicherweise wirklich gut gemeint. Er ist aber in meinen Augen eher ein Beispiel für ein tief sexistisches Denken als dafür, wie man sexistische Handlungsweisen vermeiden kann.
Ich habe trotzdem Freude daran gehabt.

Viel Aufregung der letzten Tage hätte vermieden werden können, wenn der folgende Text, auf den ein #aufschrei-Tweet hinwies, schon eher erschienen und Rainer Brüderle zugänglich gemacht worden wäre: „Flirten ohne Creepen“ von „Feminismus 101“. (Am Besten lässt sich der Text übrigens würdigen, wenn man sich bei seiner Lektüre vorstellt, er würde vom Sprecher der „Sendung mit der Maus“ vorgelesen. Besonders gut geht das bei Passagen wie der folgenden:)
   „Viele Männer*, gerade die, die sich als Verbündete (Allie) betrachten – fragen sich, wie sie flirten oder direkt sexuelles Interesse bekunden können, ohne dabei zu objektifizieren oder aufdringlich zu sein. Sie möchten ihr Interesse an Frauen*, die sie ansprechend finden bekunden oder sie mit der Aussicht auf eine (sexuelle) Beziehung auf Dates einladen. Und warum sollten sie auch nicht? – Männer* und Frauen* die gerne miteinander Sex haben sind eine schöne Sache!“
Natürlich ist es gut und wichtig, dass das mal gesagt wurde – obwohl es mir hier, wenn ich ehrlich sein soll, ein wenig zu heteronormativ klingt.

Und so bereitet man sich dann gedanklich sinnvoll auf ein Treffen vor:
   „Ich treffe viele Menschen und finde viele Menschen die ich kenne irgendwie attraktiv. Das Letzte was diese Personen von mir denken sollen ist, dass ich eine widerliche Arschnase bin.“
Man stelle sich einen Mann vor, der beim ersten Rendezvous neben einer Frau sitzt und beständig „Keine widerliche Arschnase sein…keine widerliche Arschnase sein…“ vor sich her murmelt. Nun fragt der Unvorgebildete möglicherweise erstaunt: „Und das soll eine Methode sein, NICHT creepy zu wirken???“
In der Tat!
Sehen wir weiter:
   „Es kann sein, dass du dein Bestes gibst um so interessant, bezaubernd und lustig wie möglich zu sein – und trotzdem wie ein Creep auf andere wirkst. Ja, das ist echt scheiße für dich. Aber weißt du was? Für sie ist das noch beschissener, weil du sie belästigst und sie abgrundtief unglücklich machst und sie unwohl fühlen lässt.“
Wenn Du merkst, dass sie nichts mit Dir anfangen kann; sie beginnt, Freunden und Freundinnen Textnachrichten zu schreiben, während Du ihr was erzählst; sie zum Klo geht und nicht wiederkommt; sich zu dem jungen Mann am Nebentisch setzt o.ä., mach Dir einfach klar: Das tut ihr mehr weh als Dir!

„Es ist nett wenn Leute dich wissen lassen, wenn und wie du dich daneben benimmst. Aber weißt du was? Das ist nicht deren Aufgabe.“
Das stimmt. Man könnte nun meinen: Einfach dabei zuzuschauen, wie jemand sich zum Affen macht … sich immer mehr hineinreitet … nicht mal klar zu sagen, dass es reicht … und dann ein Jahr später einen großen Artikel darüber zu schreiben – das ist auch nicht sehr nett.
Ist es auch nicht, aber es ist ja auch nicht ihre Aufgabe, nett zu Dir zu sein.

   „Stehe dazu, dass du für deine eigenen Taten verantwortlich bist.“
Das ist wirklich ein guter Rat. Und warum er nicht für beide gilt, ist mir gerade entfallen.

Und wie geht es nun weiter?
   „Nicht anfassen. Echt mal. Du bist keine acht Jahre alt, und musst deine Finger nicht überall haben, noch hast du die Kontrolle über deine Muskeln verloren. Behalte deine Hände, Arme, Beine und alles andere bei dir. Das ist echt nicht schwer. Du willst eine Person anfassen? Lass sie entscheiden. Lass sie jede Art von physischem Kontakt beginnen, das Tempo des Kontaktes bestimmen“
Achte bitte darauf, wie hier die geschlechtsneutrale Bezeichnung „Person“ gewählt wird, aber die Rollen natürlich klar verteilt sind – die „Person“ ist die Frau, nicht Du. Mach Dir das klar (aber sag es nicht zu laut). Sonst würden ja allüberall jeweils zwei geschlechtsneutrale Personen ungeduldig abwartend bis in alle Ewigkeit („Tu dies, wenn du sie schon 25 Mal getroffen hast.“) voreinander stehen, und die Überlebenschancen der Menschheit würden Schaden nehmen.
   „Auch als freundlichen Rat: Wenn du wen berührst und sie sagen “berühr mich nicht,” oder sonstwie klar machen, dass du sie nicht hättest anfassen sollen, ist die korrekte Antwort: “Entschuldige. Es tut mir leid dass ich dafür gesorgt habe dass du dich unwohl fühlst.” Dann zieh dich ganz schnell zurück, am besten ins nächste Bundesland.“
Genau. Du darfst wahlweise auch mehrmals hart mit der Stirn auf den Tisch schlagen. Oder Dir langsam einen Becher heißen Kaffees über die böse Hand gießen. Aber achte bitte darauf, dass die andere Person sich dabei nicht unwohl fühlt (bzw. fühlen).

„Du bist (wahrscheinlich) ein voll-funktionsfähiger Erwachsener.“
Voll-funktionsfähig, das klingt wie ein Begriff für eine Sache, nicht wie einer für einen Menschen?
Stimmt.

Akzeptier das.

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6 Comments

  • „Du bist (wahrscheinlich) ein voll-funktionsfähiger Erwachsener.“

    Ich (männlich, GdB 50 schwerbehindert) könnte mich nicht erinnern, jemals zuvor einen so ableistischen Satz gelesen zu haben.

  • Man sollte dies zusammen mit
    http://man-tau.blogspot.co.uk/2013/07/aber-die-kaiserin-hat-ja-gar-nichts.html
    sehen. Der zitierte ekelerregende Text (die Anleitung) laesst meines Erachtens besser darauf schliessen, worum es bei dem Plakat
    http://3.bp.blogspot.com/-Ld07sg7VaRM/Uerj6G5wFgI/AAAAAAAAAI4/0wX9_Lxx-7M/s1600/Web+SE38+Rape+crisis+6-sheet-4.jpg
    wirklich geht: Es geht um die gesellschaftlich sanktionierte Vergewaltigung des Mannes. Dies ist bei diesem Plakat auch recht deutlich.

    Der Punkt ist, dass die Gesellschaft es in jeden Manne hineinpruegelt, dass er sich niemals ein sexuelles Verlangen herausnehmen darf, da er sich niemals(!) sicher sein kann, dass die Frau dieses Verlangen auch akzeptiert (im vornherein, mittendrin, oder im nachhinein). Gleichzeitig wird von fruehester Kindheit an das auf die Frau gerichtete sexuelle Verlangen dem Manne eingepraegt. Es entsteht also die Situation, die jenes Plakat eigentlich (unabsichtlich) auch schoen zeigt: Permanent werden eindeutig sexuelle Signale an den Mann gesendet, worauf er nur passiv reagieren darf — er muss auf die Signale sexuell reagieren (dies ist gesellschaftliche Norm), d.h., er muss(!) sexuell stimuliert sein, dies aber darf niemals in Aktion muenden, sondern er muss alles passiv erdulden, als ein reines Sexualobjekt. Eben die Vergewaltigung des Mannes.

    Dieses fundamentale Phantasma der Gesellschaft (zumindest der westlichen) halte ich fuer sehr wirksam. Das Weibchen lockt staendig, um sich dann zu versagen. Dieser biologische Mechanismus wird zu einem gesellschaftlichen Mechanismus verstaerkt, der Maenner in staendiger Schuld leben laesst: ihre (permanent von der Gesellschaft geforderte) sexuelle Lust macht sie zu Verbrechern, da die Verantwortung ihnen vollstaendig zugeschoben wird (wenn sie nicht total passiv waeren — aber selbst dann wuerde ihre Phantasie sie zu Schuldigen machen).

    Das Plakat muss also dahin interpretiert werden, dass voellige Passivitaet von ihm verlangt wird (durch den Text), waehrend er sich als „Mann“ (bloss sexuelles Ding, auf Frauen fixiert) zu verhalten habe (ausgedrueckt durch seine Kleidung, die ja nicht zufaellig eine Machokleidung ist). Demgegenueber sind keinerlei Einschraenkungen in sexueller Hinsicht auf Frauen anzuwenden. (Dies kann natuerlich in Realitaet nicht funktionieren, und muendet in der obszoenen Gesellschaft.)

    Im zitierten Text z.B. finden wir auch erst die Norm („Männer* und Frauen* die gerne miteinander Sex haben sind eine schöne Sache!“), dann das Schuldgefuehlt („weil du sie belästigst und sie abgrundtief unglücklich machst“), und schliesslich die voellige Passivitaet („Lass sie entscheiden. Lass sie jede Art von physischem Kontakt beginnen, das Tempo des Kontaktes bestimmen“).

    Auf http://feminismus101.de/flirten-ohne-creepen/ findet man z.B. noch „das Umdenken von der traditionellen “Was wollen Frauen*”-Sichtweise zu einer “wie kann ich dieser Frau* hier und jetzt gefallen?”-Sicht“ — der Mann hat nur um die Frau zu rotieren (das die Frau auch etwas tun koennte, um dem Mann zu gefallen, ist ueberhaupt nicht vorgesehen; dies ist wahrscheinlich undenkbar). Wirklich pervers die schon zitierte Stelle „Dann zieh dich ganz schnell zurück, am besten ins nächste Bundesland.“; die Grenzueberschreitung wird absolut tabuiert.

    Noch eine Anmerkungen zu den Kommentaren auf http://feminismus101.de/flirten-ohne-creepen/ : fast durchgaengig der Wunsch, der totalitaeren Instanz „Feminismus“ zu gefallen, obwohl die meisten „irgendwo“ Schwierigkeiten haben mit dem Text, die „Formulierungen“ — aber es geht um (viel) mehr!

  • Vielleicht doch ein interessantes Stueck Perversion …

    Habe noch etwas ueber http://feminismus101.de/flirten-ohne-creepen/ nachgedankt, und es scheint mir ein recht klarer Sado-Maso-Subtext vorzuliegen, genauer die Beziehung Frau/Mann wird nach dem Muster der Verhaeltnisses einer Domina zu ihrem Kunden modelliert.

    Die zugrundeliegenden Aussagen scheinen zu sein:

    1. Du bist ein Stueck Dreck, nichts wert.
    Erniedrigt zu werden scheint beim Kunden eine grosse Rolle zu spielen. Und entssprechend spricht der Text herabwuerdigend die Unperson „Du“ an, die nur negative Eigenschaft an, und deren Lebenszweck es ist, herauszufinden, ob er vielleicht gerade stoeren koennte.

    2. Keine Bewegung ist dir gestattet, aber deine Gedanken muessen alle um mich kreisen.

    3. Alle deine Gedanken sind schmutzig.

    Genauer zu den 11 Punkten im Text.

    1. „Stehe dazu dass du für deine eigenen Taten verantwortlich bist.“ Die schon angesprochene Formulierung „voll-funktionsfähiger Erwachsener“ deutet meines Erachtens auf eine typische Fesselsituation hin: Der Kunde voellig gefesselt, voellig funktions-unfaehig, depriviert, nur ein Atemschlitz. Also die Aktivitaet voellig bei der Domina. Gleichzeitig aber, und dies scheint mir hier wichtig, die Phantasie der Allmacht, fuer alles verantwortlich zu sein. Diese Sado-Maso-Beziehungen leben wohl zu einem guten Teil davon, dass der Gefesselte die starke Phantasie hat, letztlich alles zu kontrollieren. Und so hat man im Text die perverse Spaltung, die zum einem das „Du“ fuer alles verantwortlich macht, ihm aber keinerlei Handlungsspielraum zubilligt.

    2. „Umdenken von der traditionellen “Was wollen Frauen*”-Sichtweise zu einer “wie kann ich dieser Frau* hier und jetzt gefallen?”-Sicht“ Nach meinem Verstaendnis des Domina-Kunden-Verhaeltnis ist ein Standardaspekt, dass er die speziellen Vorlieben der Domina erraten muss, um ein guter Sexsklave zu sein. Entsprechend haben wir im Text „Ein guter Mensch zu sein ist allein nicht genug, um irgendwem eine erfüllende sexuelle Partnerschaft zu garantieren.“ — ein guter Sklave zu sein reicht nicht, sondern um dem Anderen die erfuellende Sexualitaet zu garantieren(!), muss er staendig auf der Suche sein nach den speziellen Vorlieben. Wohl auch Teil der Allmachtphantasien des Sklaven, der sich vorstellt, die geheimsten Wuensche herauszufinden.

    3. „Akzeptiere dass du nicht bestimmst wie wohl sich andere Menschen bei dir fühlen.“ Die Aktivitaet ist voellig beim Anderen, und das eigene Wohlbefinden ist *radikal* ausgeblendet. Wohl auch eine Phantasie des Masochisten, sich voellig aufzuloesen.

    4. „Es liegt an dir andere nicht zu belästigen und sich dessen bewusst zu sein, wie andere auf dich reagieren.“ Die Domina wird wohl staendig sich beschweren, so nicht und so nicht, nie wird es richtig sein, und die Aufgabe des Kunden ist es, dies staendig zu erraten zu versuchen. Der Lustgewinn haengt dann mit dem grossen Schuldgefuehl zusammen (wiederum verbunden mit Allmachtsphantasien).

    5. „Akzeptiere dass andere Menschen nicht zu deiner Belustigung/Begierde/Gebrauch existieren.“ Sondern *Du* existierst nur zur Belustigung/Begierde/Gebrauch.

    Wird fortgesetzt.

  • Die Punkte 6. – 11. sind „praktische“ Dinge, die sich wohl alle um die voellige Immobilisierung des Kunden drehen (zumindest ist er im Kaefig):

    6. „Nicht anfassen.“ Klar, nur die Domina darf anfassen, der Kunde nie.

    7. „Gib ihnen Raum.“
    8. „Sperre niemanden ein.“
    Dies laeuft wohl auf Immobliliserung des Kunden hinaus. Jede Bewegung von ihm kann ja Unwohlsein hervorrufen.

    9. „Die amüsante sexuelle Anspielung? Absolut nicht amüsant.“ Hier geht's wohl darum, dass man nichts sagen darf. Interessant der Satz „Zu einem anderen Zeitpunkt kann es eine exzellente Strategie sein, die andere Person Zoten in die Unterhaltung einbringen zu lassen und die Frequenz dieser zu kontrollieren.“, der einen neuen Kontrollaspekt hineinbringt; dies ist wohl ein sadistischer Aspekt, mir aber nicht klar. Scheint eine Art Ausfall zu sein, die meines Erachtens die psychopathologische Struktur des Textes bestaetigt.

    10. „Jemand möchte gehen? Geh nicht mit.“ Bedeutung: der Kunde darf erst gehen, wenn es ihm erlaubt wird.

    11. „Jemand möchte dich nicht in der Nähe? Geh weg.“ — Du bist ein Stueck Dreck, dessen Ansichten niemanden interessieren.

  • Hach, dieser Text berührt so viele Aspekte und wählt in jedem (Teil-)Aspekt gezielt die dappigste Lösung, dass es schwierig sein dürfte, die Fehler vollständig aufzuschreiben:

    Lebensfremdheit
    – soziale Beziehungen sind von Unsicherheiten geprägt
    – soziale Beziehungen sind voller Missverständnisse
    – moralische Kategorien daraus zu bilden, ist schwer

    Direkte Herabwürdigung anderer Personen:
    – Arschnase
    – Creep

    dieser Text ist keine Garantie
    – einen ganzen Text mit Verhaltensregeln schreiben, danach ist der Allie leider kein Stück weiter, selbst wenn er die Regeln buchstabengetreu befolgt

    Ich, Frau, Gott, du, Mann, nichts!
    – Sie darf alles, sie bekommt alles, sie ist Objekt der Anbetung

    Im Rückschluss können Frauen aus dem Text eine Rechtfertigung ziehen, sozial extrem aufzufallen / der Text lehrt asoziales Verhalten.
    – Sie dürfen einfach aus einem Gespräch gehen (ich stelle mir das mit einem Vorgesetzten, einem Bäcker oder dem Briefträger vor)
    – sie dürfen anwesende Personen ignorieren (Hallo!)

    Der Text infantilisiert Frauen, befreit sie von jeder Verantwortung am Gelingen einer sozialen Beziehung.
    – Frau tut nichts, Mann tut alles
    – wenn Frau sich unwohl fühlt, bist du schuld
    -du bist für ihr Wohlgefühl verantwortlich

    der Text vermischt mal wieder alles mit allem
    – Begegnungen auf einer Convention, Anbahnung von Beziehungen, dass diese Situationen unterschiedlich sind und unterschiedlich angegangen werden sollten, erwähnt der Text gar nicht
    – Anfassen ist nicht gleich Anfassen

    sexistisch
    – Person, sicher… Schreib doch einfach Frauen, das wäre ehrlicher.

    Und so weiter…

  • Noch einige Anmerkungen:

    Der Originaltext ist http://whatever.scalzi.com/2012/08/09/an-incomplete-guide-to-not-creeping/ , und es gibt eine lange Diskussion dazu. Nur einige Anmerkungen:

    1. Erschreckend die ungemeine Gleichschaltung in den Kommentaren. Gelgentlich ein bisschen Kritik, dass das ja alles sehr richtig und wichtig sei, aber manchmal etwas uebertrieben, aber selbst dies bleibt nicht lange — permanente Entschuldigungen. So eine Art stalinistischer Schauprozess, interaktiv.

    2. Diese ungeheure Angst, die speziell die USA (und dann auch den Rest des Westens) zerfrisst.

    3. Ich glaube, diese angebliche ungeheure Hoeflichkeit der US-Amerikaner (was ja in der Tat ein staendiges Wettruesten um den Titel des Bestmenschen ist) geht sehr gut zusammen mit der ungeheuren Brutalitaet dieses Staates. Unendliche Angst, jemals irgendwelche Grenzen zu ueberschreiten, mit der institutionalisierten Grenzueberschreitung, die aber keine Grenzen ueberschreitet, da ja alles USA ist, und niemand (kein Mensch) ausserhalb wohnt.

    4. Ich glaube, die ziemliche Laenge der Diskussion zeigt, dass unterschwellig da was ist, was immer wieder hochkommt, was aber unmoeglich anzusprechen ist. Immer wieder winzige Anfechtungen des Haupttextes, um sich sogleich zu entschuldigen. Es gaebe doch (winzige) Ausnahmen, Spezialgruppen, Schwule, Asperger, Schwarze …

    5. Einerseits wird „creeper“ ganz speziell verwendet, dann aber auch sehr allgemein. Konkret wird typisches Unterschichtenverhalten angesprochen, das dann zur universellen Bedrohung wird. So kann man es niemals greifen — einerseits ganz speziell und verstaendlich, eine typisch unangenehme Type, so ein creeper, and dann wieder geht's um allgemeine Verhaltensstandard, um das „don't make the other feel uncomfortable“ kreisend.

    6. Der Blogbetreiber als der Super-Alpha, ein angehimmelter Mini-Stalin (versteht alles, und alle Frauen himmeln ihn an; gnadenlose Verfolgung aller, die auch nur ein bisschen abweichen).

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