Sexismus

„What about the menz?“ – Warum Männer nicht aufschreien und Frauen wohl eh nicht zuhören würden

Zeigt einen Mann, der den Arm mit dem Finger in die Luft hält.
geschrieben von: Lucas Schoppe

„Wenn ich lese, was so manche Frau ernsthaft als sexuelle Belästigung auffasst muss ich aufpassen, dass mir nicht die Hutschnur reisst.Jetzt sind solche Dinge ja individuell und jede/r hat seine eigene Schamgrenze, Humorgrenze, whatever. Ich will also niemandem das Recht absprechen, sich belästigt zu fühlen. Kann jede/r machen, wie er/sie/es möchte.

Ich bitte aber darum, sich bevor man aufschreit kurz hin zu setzen und zu überlegen, ob einem da jetzt wirklich eine schlimme Sache passiert ist, oder man einfach mal mit einer stinkenormalen Unannehmlichkeit konfrontiert war.“

Gegen die #aufschrei-Atmosphäre sind solche Sätze skandalös, sie würden bei Twitter (wenn es dort denn Platz für so viele zusammenhängende Wörter gäbe) wohl als Getrolle oder als „Derailing“ einer wichtigen Aktion bezeichnet … wenn sie nicht, erstens, von einer Frau stammen würden, und zweitens, wenn diese die Sätze nicht formuliert hätte, um den Unmengen an Tweets, die Alltagssituationen als Belästigung beschreiben, massive sexuelle Gewalterfahrungen gegenüberzustellen.

men's feelings

Mir als jemandem, der durchaus weiss, wie sich sexuelle und/oder sexualisierte gewalt so anfühlt und was das auf die Dauer gesehen mit einem machen kann wird nämlich bei so manchen Statement unter dem Hashtag #aufschrei speih übel.“

Aber auch die Autorin, thisis, ist sich unwohl bei diesen Äußerungen, findet wohl, dass sie derzeit keinen Platz haben, streicht am Ende ihren gesamten Text durch und lässt nur drei kurze Sätze stehen: „Nein. Ich sag einfach nichts dazu. Es ist mir zu blöd.“

Erfahrungen sammeln Wenn ich in den vergangenen Tagen durch den Hashtag #aufschrei geblättert habe, hatte ich häufig ein Gefühl der Unwirklichkeit dabei.
Einerseits verwunderten mich die Männer, die sich demonstrativ bestürzt über eine so breit demonstrierte Allgegenwart des „Sexismus“ gaben – das erscheint mir inszeniert, weil es schlicht unglaubwürdig ist, dass sie zuvor noch nichts davon gehört hatten. Andererseits fühlte ich mich selbst nicht erschüttert, sondern eher ernüchtert – und dies in einer Weise, die thisis’ Sorge, dass massive Gewalterfahrungen unter der Masse schlicht unangenehmer Situationen verschwinden könnten, bestätigt.
 
Immer mal wieder hatten mir Frauen, auch Freundinnen, erzählt, dass Männer sich gar kein Bild davon machen könnten, wie sehr Frauen alltäglich sexuellen Annäherungen, Belästigungen und auch Bedrohungen ausgesetzt seinen. Ich hatte das natürlich geglaubt – wenn ich mir prinzipiell kein Bild davon machen kann, dann kann ich mir ja auch kein Bild davon machen, ob ich es kann… Nun aber lese ich Tweet um Tweet der dort gesammelten Erfahrungen und merke:
 
Von einigen sehr bedrückenden Ausnahmen abgesehen unterscheiden sich die Erfahrungen, über die Frauen dort berichten, von denen, die ich oder andere Männer gemacht haben, keineswegs radikal. Ich glaube, dass für Frauen die berichteten Erfahrungen häufiger und alltäglicher sind – ich glaube auch, dass jede Frau über solche Erlebnisse berichten kann, während ich den Eindruck habe, dass manche Männer davon weitgehend unberührt geblieben sind. Und natürlich: Die Angst vor einer Vergewaltigung haben Männer in aller Regel nicht, und müssen sie auch nicht haben.

Gleichwohl – es erscheint mir nach dem #aufschrei eher unwahrscheinlicher als vorher, dass es tatsächlich einen kategorialen Unterschied zwischen den Alltagserfahrungen von Männern und Frauen gibt.

Eher in der Art und Weise, wie wir diese Erfahrungen deuten.

Die Lehrerin, die offen im Unterricht über die Hintern der Jungen sprach…die Lehrerin, die bei der Klassenfahrt ins Jungenzimmer kam, sogleich die Dusche inspizierte und sich genüsslich über Schamhaare ausließ, die sie dort fand…die Lehrerin, die sich im Unterricht neben mich stellte, so dass ihre Beine, durch den Tisch verdeckt, gegen meines drückten…

die Frau, die sich im vollen Zug neben mich setzt und, während ich ganz am Rand sitze und nicht mehr weiter rücken kann, ihr Bein an meines legt…

die Frau, die im Zug mir gegenüber sitzt und einen Fuß auf meine linke, den anderen auf meine rechte Armlehne legt, so dass sie mich mit ihren Beinen regelrecht einsperrt…

die Frauen einer feuchtfröhlichen Runde bei einem Straßenfest, die angesichts des Mannes, der sie fragt, ob er ihnen noch etwas bringen kann, in einen „Ausziehen, ausziehen!“-Chor fallen…

Frauen, von denen man an öffentlichen Orten angestiert wird…

eine Frau, die ich nicht kenne, und die plötzlich überall dort auftaucht, wo ich bin, als ob sie mich verfolgen würde….

aber auch schlichte unerbetene Berührungen, die alltäglich sind….

undsoweiter undsoweiter.

Ein wesentlicher Grund dafür, dass Männer über solche Erfahrungen nicht sprechen, ist wohl der, dass sie – wir – sie schlicht nicht als sonderlich erwähnenswert auffassen, schon gar nicht als Gewalt oder „Sexismus“. Im Vergleich zum weiblichen Körper wird der männliche Körper, durch Männer wie durch Frauen, als profaner wahrgenommen, und die Verletzungen seiner körperlichen Integrität als weniger gravierend.

 „What about the menz?“ Es gibt einen weiteren Grund, der möglicherweise noch ernsthafter ist – insbesondere dann, wenn Männer über Erfahrungen, sprechen, die für sie bedrückend sind: Durch Frauen, aber auch durch andere Männer, werden die Äußerungen auf der Stelle umgedeutet, umcodiert, werden sie als weinerlich präsentiert oder gar als Akt der Aggression. Wenn bei Twitter Männer von eigenen Erfahrungen berichten, wird dies von manchen Frauen sogleich selbst als Grund für einen weiteren eigenen „Aufschrei“ verstanden, als Getrolle oder als „Derailing“.Doch zum Glück versichert Antje Schrupp in einem Tweet vom 25.1.:

„#aufschrei ist ein Mem, das nicht getrollt werden kann, weil jeder Troll nur weitere Beweise für die Notwendigkeit des Mems liefert.“

#aufschrei immunisiert sich, jeder Zweifel an der Richtigkeit der dort bezogenen Positionen wird als Beleg ihrer Richtigkeit gedeutet. Insofern ist dieser Aufschrei zwar über die Ausgangssituation, den Text Himmelreichs über Brüderle, hinausgewachsen, reproduziert aber wieder und wieder sein problematisches Grundmuster: Indem die Position des Mannes aus dem Gespräch ausgeschlossen wird, kann er als Sexist definiert werden – und da er als Sexist definiert wird, rechtfertigt sich sein Ausschluss.

Das ist eine in sich geschlossene Struktur, die keine Chance zur Entwicklung bietet – und tatsächlich hat sich #aufschrei ja auch schnell tot gelaufen, bestehen die meisten Äußerungen schon lange nicht mehr aus der Skizzierung von Erfahrungen, sondern aus der Wiedergabe von Meinungen (die den zweieinhalb Tweet-Zeilen entsprechend simpel sind).

Und so geht es beim #aufschrei gar nicht mehr um Erfahrungen mit bedrückenden Übergriffen, sondern schlicht um die rituelle Zementierung von hergebrachten Täter-Opfer-Strukturen.

„Männer beteiligen sich übrigens ebenfalls unter dem Hashtag #Scham,“

schreibt Schrupp in ihrem Blog. Sie übersieht souverän die Männer, die reihenweise (und gemeinhin ohne stützende Resonanz) eigene Erfahrungen bei #aufschrei beitragen – in ihrem sauber aufgeräumten Universum gibt es für Männer, wenn es um Sexismus und um Übergriffe gibt, nur eine mögliche Rolle: Sich in die Ecke zu stellen und sich zu schämen.

Das aber ist kein „postpatriarchales“, sondern ein ganz simples und traditionelles inhumanes Denken, das fein säuberlich unterscheidet, wessen Rechte und wessen Würde ernst zu nehmen sind, und wessen Rechte und Würde man vernachlässigen kann.

„What about the menz?“ ist eine schon längst auch im deutschen Sprachraum etablierte Phrase, die Männern begegnet, wenn sie in Gesprächen über Geschlechtergerechtigkeit auf Benachteiligungen von Jungen und Männern hinweisen (aktuelle Beispiele dazu z.B. hier).Offene Absicht dieser Phrase ist es natürlich, den Redenden durch öffentliche Beschämung am Weiterreden zu hindern. Legitimiert wird dieser Bruch mit zivilen Gesprächsregeln in der Regel durch die selbstverständlich vorausgesetzte Annahme, dass der Hinweis auf Leiderfahrungen von Männern oder Jungen von den selbstverständlich wesentlich gravierenderen Frauenbenachteiligungen ablenken solle.

Die Weinerlichkeit, die sich in der lispelnden, infantilen Intonation des Satzes ausdrückt, setzt dabei insgeheim ein ausgesprochen reaktionäres Männerbild voraus – wer das Sprechen über männliche Leiderfahrungen als Jammerei abtut, bestätigt dabei schließlich, wenn auch unausgesprochen, die Vorstellung des harten Mannes, der keinen Schmerz empfinde.

Die Fantasie, dass Gewalt zwischen den Geschlechtern immer Gewalt von Männern gegen Frauen sei, ist damit selbst gewalttätig. Als Illustration dafür ein weiteres, eigenhändig erlebtes Beispiel (eines von vielen möglichen, übrigens): Als ich selbst noch Schüler war, 15 oder 16 Jahre alt, besuchten wir mit einem Kurs der Schule eine Veranstaltung an der Uni, die genau zu unserem Kursthema passte. Dort eingetroffen stellten wir fest, dass die Veranstaltung nur für Frauen zugelassen war. Die Mädchen unseres Kurses besuchten sie also, die Jungen mussten draußen bleiben. Sie fühle sich durch die Anwesenheit von Jungen und Männern physisch vergewaltigt – hatte zuvor noch eine der Teilnehmerinnen klargestellt.

Das ist kein spektakuläres Beispiel, gleichwohl ist es mir ja in Erinnerung geblieben. Denn was mir bis heute nicht einleuchtet, ist: Warum keine der anwesenden erwachsenen Frauen auch nur auf die Idee kam, dass es eine existentielle Abwertung und zugleich eine äußerst übergriffige Sexualisierung 15- bis 16-jähriger Jungen sein könnte, wenn ihr schieres Dasein offen als Akt der Vergewaltigung präsentiert wird. Die Legitimierbarkeit von „Safe Spaces“ hört dort auf, wo man schon die bloße Existenz anderer als Bedrohung empfindet und sie so eigentlich gar nicht mehr leben lassen möchte.

Menschenrechte und Sexismus Und während mich die zuvor im Text erwähnten Beispiele heute relativ kalt lassen, schließe ich mit etwas sehr Persönlichem, das mich nicht kalt lässt:

Ich bin ein nichtverheirateter Vater. Vater zu sein ist für mich eine der größten Freuden, die ich überhaupt kennen gelernt habe, eigentlich die größte. Meine ehemalige Partnerin hatte sich bald nach der Geburt und kurz nach meiner Elternzeit von mir getrennt. Unser Kind war ein Wunschkind.

Meine ehemalige Partnerin ist mittlerweile mehrere Male mit ihm umgezogen – ich selbst hätte mich gern an den Wohnort unseres Kindes versetzen lassen, damit es mich auch im Alltag als Vater erleben kann; sie war allerdings nicht bereit, sich mit mir darüber zu einigen, zumindest auf absehbare Zeit an einem Ort wohnen zu bleiben. Daher fahre ich mindestens alle zwei Wochen quer durch Deutschland in eine andere Stadt, habe mir auch dort eine Wohnung genommen, um am Wochenende Umgang mit unserem Kind zu haben. Zur Ausweitung des Umgangs bin ich zwei Mal erfolgreich vor Gericht gegangen; meine Ex-Partnerin hatte sich gegen diese Ausweitungen gesperrt.

Warum sie ein gemeinsames Sorgerecht, das mir sehr wichtig wäre und das vor der Geburt auch vereinbart war, ablehnt, weiß ich nicht, sie hat es nie begründet. Für einen Sorgerechtsantrag will ich, auch auf anwaltlichen Rat, zunächst das neue Gesetz abwarten, dann werde ich einen entsprechenden Antrag stellen. Ich verspreche mir davon zumindest Informationen: Ich würde gern einmal den Kindergarten unseres Kindes besuchen, aber meine ehemalige Partnerin sperrt sich dagegen; ich weiß noch nicht einmal, ob es getauft ist, obwohl ich schon mehrfach nachgefragt habe; auch gesundheitliche Informationen erhalte ich über unser Kind nicht. Um nur einige Beispiele zu nennen.

Verbreitete Interpretationsroutinen belasten in solchen Situationen gern den Mann: Er habe selbst Schuld, wenn er die Frau nicht geheiratet habe (dabei erleben geschiedene Väter ganz ähnliches); er müsse ihr schon irgend etwas getan haben, sonst würde sie ja nicht so reagieren; Väter wollten sich ja gar nicht um die Kinder kümmern und schöben das Interesse nur vor, um die Frau zu schikanieren, undsoweiter undsoweiter.

Das sind Phrasen, die von der schlichten und eigentlich für alle sichtbaren Tatsache ablenken sollen, dass der willkürliche Eltern- und Kindesentzug ein massiver, unentschuldbarer Gewaltakt ist – sowohl dem Kind als auch dem betroffenen Elternteil gegenüber.

In dieser Woche wird wohl ein neues Kindschaftsrecht verabschiedet, nach Jahren der Verzögerung, und es ist ein mickriges Gesetz, von einer realen Gleichberechtigung weit entfernt. Nicht einmal dazu wäre es gekommen, wenn nicht der Europäische Gerichtshof und das Verfassungsgericht festgestellt hätten, dass die deutsche Gesetzgebung Menschen- und Grundrechte in erheblicher Weise verletzt.

So hat dann auch aus diesem Grund die gegenwärtige Sexismus-Diskussion für mich etwas sehr Unwirkliches. Durch die deutsche Gesetzgebung sind, über viele Jahre hinweg, die Menschen- und Grundrechte von Millionen von Kindern und von Männern in erheblicher, und sexistischer, Weise verletzt worden – im Interesse der Wahrung traditioneller weiblicher Herrschaftspositionen in der Familie.

Wo sind eigentlich die Frauen, die sich dafür schämen?

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20 Comments

  • Ich weiß es nicht…es gibt ja durchaus Frauen, die sich engagieren…gerade wenn es um die Rechte von Vätern geht. Aber es kommt mir so vor, als ob das jeweils Einzelfälle wären. Das ist aber gar nicht der wichtigste Punkt.

    Mir geht es vor allem darum, dass eine Politk der gegenseitigen Beschämung gar nicht viel bringt. Meinetwegen müsste sich auch überhaupt niemand schämen, wenn nur akzeptiert würde, dass die Rechte von ALLEN schutzbedürftig sind.

  • Der Sexismus ggü. Männern ist in D. seit Jahrzehnten gigantisch und wird dazu noch völlig tabuisiert. Männer und Jungen sind per Geschlecht „Schweine“, was ja mittlerweile selbstverständlich in unterschiedlichsten Varianten in Liedern geträllert und von den Medien propagiert wird. Diesmal wird nicht gegen Hexen oder Rassen gehetzt sondern gegen ein komplettes Geschlecht. Wie ein komplettes Volk – trotz unserer Geschichte – so ignorant, blind und gleichgültig sein und bleiben kann, ist wohl nur aus unserer fatalen Geschichte zu erklären… Und scheinbar haben wir aus unserer Geschichte bisher gar nichts gelernt…

  • Ich finde auch, dass viele öffentliche Darstellungen von Männern auf ganz selbstverständliche Weise sehr diffamierend sind. Eines der irrwitzigsten Beispiele ist für mich immer noch der Satz „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“, der es seit 1989 immer wieder ins SPD-Grundsatzprogramm schafft. Mit fällt keine andere Gruppe ein, gegen die eine große Partei so selbstverständlich eine solche Äußerung formulieren könnte – eine Äußerung, die mit eine Opposition von „Menschlichkeit“ und „Männlichkeit“ aufbaut.

    Aber wenn man Christoph Kucklick folgt („Das unmoralische Geschlecht“), dann begleiten uns solche Männlichkeitsdarstellungen ja schon seit der Zeit um 1800. Ich finde auch seinen Artikel zur Sexismus-Debatte sehr lohnend: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/christoph-kucklick-zu-sexismus-wir-sind-nicht-von-den-baeumen-gekommen-a-880578.html

    Übrigens habe ich aber den Eindruck, das das Thema so langsam gar nicht mehr so stark tabuisiert wird. Schon der Ärzte-Song „Männer sind Schweine“ war ja eigentlich eine Persiflage auf abwertende Männerdarstellungen (auch wenn er – was bezeichnend ist – trotz seiner Überezichnungen oft ganz ernst genommen wurde).

  • Danke für den Hinweis! Ich kannte den Text nicht – den Autor schon, nicht nur (aber auch, natürlich) vom Käpt'n Blaubär :-)Ein sehr facettenreicher Text, mit vielen Ideen. Eine Passage, die mir besonders im Geächtnis blieb:

    „‚NEUE WEGE FÜR JUNGS’ – So heißt ein Programm für Jungs, das sie für soziale Berufe erwärmen will. Gut so – oder? Nach zehn Jahren ‚Girls’ Days’ wird endlich mal was für Jungs getan. Das ist doch ein Schritt in die richtige Richtung – oder?

    Nein! Es fällt gar nicht mehr auf, was für eine Boshaftigkeit in dem unscheinbaren „neu“ steckt. Was – bitteschön – ist neu daran, dass sich Jungs sozial engagieren? Hier wird weggedacht wie in Afrika; es wird weggedacht, dass Männer Rettungsdienste, Hilfsorganisationen und soziale Einrichtungen aufgebaut haben und dass Jungs von Feuerwehrautos schwärmen – nicht wegen dem Tatü Tata, sondern weil Bilder von Helfern und Rettern in ihren Träumen aufscheinen. Was ist daran „neu“?

    Neu ist die Unterstellung, dass Jungs mit einem Geburtsfehler auf die Welt gekommen sind, dass sie ein soziales Defizit haben.“

  • Als ich selbst noch Schüler war, 15 oder 16 Jahre alt, besuchten wir mit einem Kurs der Schule eine Veranstaltung an der Uni, die genau zu unserem Kursthema passte. Dort eingetroffen stellten wir fest, dass die Veranstaltung nur für Frauen zugelassen war. Die Mädchen unseres Kurses besuchten sie also, die Jungen mussten draußen bleiben. Sie fühle sich durch die Anwesenheit von Jungen und Männern physisch vergewaltigt – hatte zuvor noch eine der Teilnehmerinnen klargestellt.

    Bitte sag, dass mindestens ein Weib die Veranstaltung genau deswegen boykottiert hat.

  • Hallo

    nun, Lehrer und schlechter/gewalttätiger Vater passen irgendwie nciht zusammen… Nicht das ich glaube alle Lehrer sind automatisch gute Väter, aber wenn sie schlechte Erziehungsmassnahmen ergreiffen, dann sind sie schlechte Pauker und auch miserable Väter. Genau so natürlich umgekehrt, für Frauen/Lehrerinnen. Sie können natürlich gute Eltern und schlechte Lehrer sein, aber schlechte Eltern und qualifizierte Lehrer geht nicht.

    Ich kenne einen Vater, er hat eine 5 Jährige Tochter, er hat einmal im Monat 2h Umgang, weil er nicht, so zumindest der Vorwurf, auf die Belange des Kindes eingehen kann. Komisch ist nur, er ist immer noch als Grundschullehrer in der CP (in Deutschland 1 Klass) tätig, wo er Ganztägig eine Klasse mit 27 Schülern betreut. Irgendwas passt doch nicht in einem System (Staat), das so offensichtlich zeigt wie Schwachsinnig seine Organe sind. Entweder er wird aus dem Schuldienst entlassen/versetzt oder er sieht seine Tochter ohne Aufsicht.. Intelligente Menschen brauchen da nicht mal mehr diskutieren…

    So muss aber die Logik sein, wenn save spaces allein durch das Vorhandensein von Männern vernichtet werden. Die Frau muss hier einfach geschützt werden, das auch in Opfereinheit mit dem Kind. Die Logik klar und einleuchtend… Und nur durch eine klare Trennung, einen harten Schnitt kann das Kind von dieser Gewalt befreit werden. Selbst wenn die Gewalt der Partner von der Mutter ausgeht, so ist hier eine Ausgrenzung des Vaters immer besser, denn nur dadurch kann das Kind vor der Paargewalt geschützt werden. Das es so selbst zum Opfer von Gewalt wird interessiert hier nicht, wozu auch. Übrigens funktioniert das genau so umgekehrt, wenn der Vater mal das Kind hat, kann er die Mutter mit dieser Logik ausgrenzen…

  • Teil 2
    Ich habe den Mist ja selber geglaubt vom Mann dem ewigen Täter, ehe ich in die Mühlen der Gerichte geriet. Ich habe nicht mal kapiert das meine Frau Jahrelang in der Beziehung psychische Gewalt ausübte, ich konnte es bei der Paar terapie nicht benennen und der Psy bei dieser Therapie hat es nicht kapiert, wie ich auch… Kapiert habe ich es erst nach der Trennung, als ich einen Artikel über häusliche Gewalt las, in der der „Forscher“ Gewaltarten nannte die nur von Männern ausgeführt werden können, und bei den insges. ca. 10 Beispielen konnte ich bei 8 sagen, jo, habe ich erlebt…

    Mit der gleichen Logik funktioniert auch das weitere Ausgrenzen eines Vaters nach dem Pädo Vorwurf, der vom Strafgericht als falsch angesehen wird. Der Vater wird aber weiter vor Familiengerichten ausgegrenzt, denn es könnte ja trotzdem was drann sein, die Mutter bleibt aber weiter Bezugsperson, denn diese hat keine Gewalt ausgeübt, wir können dem Kind jetzt nicht noch die Mutter nehmen etc. etc. etc.

    Es ist schön in eine Pipilangstrumpfwelt zu leben, nur wenn unsere Regierung China (oder ein anderes Land) wegen Manschenrechten kritisiert kriege ich zuviel… Ich kenne Väter, die würden lieber wegen pol. Aussagen 5 Jahre im Knast verbringen, wenn sie danach ihre Kinder wiedersehen würden. Ich kenne Väter, die würden den ganzen Tag voll Verschleiert rumrennen, wenn Richter ihnen dafür helfen den Minimalumgang alle 2 Wochen durchzusetzen, der auch nach dem Urteil den Vätern immer noch verweigert wird.

    Es gibt das Salomonische Urteil, in dem auf Befehl König Salomons ein Kind geteilt werden soll. Wie bei Salomon geht es auch in Gerichtsprozessen um das „Teilen“ des Kindes, und wir haben alle gelernt, das niur die eine Mutter ist, die der Teilung des Kindes nicht zustimmt (selbst bei Salomon gab es keine Väter). Worauf Salomon das kind der richtigen Mutter gab, die es nicht teilen möchte, nicht zerschneiden. Und so können wir auch heute sagen, Richter fällen Salomonische Urteile. Was sie dabei übersehen, bei Salomon war die Frau die dem zersägen des Kindes zustimmte die Egoistische, Du bekommst das Kind nicht und ich auch nicht, so ihre Logik. Bei unseren Prozessen ist es die Mutter, die ihren Egoismus auslebt… Es sieht nur keiner, nicht in Deutschland, Östereich, Schweiz, Franreich, England etc. etc. etc. Männer über mittels des Kindes auch nach der Trennung Gewalt aus, deshalb muss er ausgegrenzt werden. Das Frauen genau dieses Argument nutzen um gleiches zu tun, zeigt wie pervers unsere Gerichte agieren.

    Gruss
    Kai

  • Das ist genau der zentrale Bereich wo sich weibliche Gewalt zeigt. Kindeshinterteibung ist eine Gewaltform, die einer Vergewaltigung gleicht – von zwei Menschen, dem Kind und dem Vater.

    Auch wirkt dies in Konsequenz über das ganze Leben dieser beiden Menschen hinweg. Und es kann kein wirklich ehrlich glückliches mehr werden. Es ist höchste Zeit, dass diese Frauen (und es sind mittlerweile nicht wenige!, keine ganz kleine Minderheit) an den gesellschaftlchen Pranger kommen.

    Auch ist es bezeichnend, dass mittlerweile alles was mit sog. „Gleichberechtigung“ oder „Gleichstellung“ zutun hat den Geruch von eigentlich unverhohlen angestrebter Ausbeutung ohne Konsequenz hat – eine typische wie menschliche häßliche weibliche „Schwäche“, die sich offenbar und u.a. über ihren Hang zum Anspruchsdenken und ihren daraus resultierenden Selbstwert zehrt – ausgesprochen häßlich, wenn es bei sog. „Erwachsenen“ auftritt.

    Frauen wird tatsächlich zu viel eingeräumt – auch und vor allem im Zusammenhang mit Kindern. Bei jeder Lebensbelastung maulen sie öffentlich und klagen immer wieder nur Männer an – sogar dann, wenn sie sich sichtbar über ihre Antriebe aus eigener Gier/Ehrgeiz unter Druck setzen – natürlich auch da sind Männer dran Schuld etc.

    Und Kindeshintertreiberinnen gehören genau wie jeder Vergewaltiger in den Knast, da offenbar Betroffene und Mitmenschen (vor dem Hineinziehen/Verwickeln in solche Machenschaften) vor ihnen geschützte werden müssen. Und diese Form der Gewalt ist m.E. fast maximal (zwischen)menschlich perfide, wenn man sich die Zeiträume, Planung etc. … und das Benutzen von (Vertrauens-)bindungen, vor allem die des Kindes, für die ungestörte Hintergehung etc. anschaut – sehr dicht an soziopathischen Mustern.

  • „Ich kenne einen Vater, er hat eine 5 Jährige Tochter, er hat einmal im Monat 2h Umgang, weil er nicht, so zumindest der Vorwurf, auf die Belange des Kindes eingehen kann.“ In jedem dieser Einzelfälle könnte man natürlich fragen: Ist da nicht etwas dran? Könnte es nicht sein? Nur kann man das natürlich immer fragen, bei den Müttern ebenso – es gibt vermutlich überhaupt keine Eltern, die optimal auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen können. Und nicht erst optimale Eltern sind für Kinder wichtig.

    Von einer ausgrenzenden Mutter hingegen stammt dieses Originalzitat gegenüber dem Vater: „Du hast eh keine Chance – solange ich nicht drei Tage besoffen unter dem Küchentisch liege, kannst Du mir gar nichts.“ Da hat sie recht, daber das ist ja eben auch das Problem – bei einem Vater kann jede Kleinigkeit als Einwand gegen seine Präsenz verwendet werden, bei einer Mutter hingegen wäre die Hürde ungeheuer hoch, darüber überhaupt auch nur ernsthaft nachzudenken, ob das Kind nicht beim Vater besser aufgehoben sein könnte.

  • Jo, so ist das… So einen Fall hatten wir heute, die Frau ist jetzt zum zweiten mal mit Fussfessel zu Hause, sie kann ja nicht weggesprerrt werden, denn sie hat ja eine Tochter. Ein bekannter, vorbestraft, holt das Kind von der Schule ab. Der Vater hat ein Attest von einem Bekannten, das sie mit ihm Drogen konsumiert… Der Vater flippt (verbal) aus, was verständlich ist, doch trotzdem gegen ihn ausgelegt wird. Nicht vorbestraft, in gesitteten Verhältnissen etc. etc. etc. Aber, sorry, in einer Zeit wo Kinder mit der Mutter in den Kanst gehen, weil Mutter Kind Bindung und so, ist Deine Frage wirklich … Naja, unpassend, denn sie stört das nettte Gerichtseinerlei, das sie uns jeden Tag vorsetzen…

    Was ich Dir nur sagen will, aber in 1000 Worten nicht geschafft habe, ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg. Und den Erfolg und das Glück des tüchtigen am Ende.

    Gruss
    Kai

  • „Auch wirkt dies in Konsequenz über das ganze Leben dieser beiden Menschen hinweg. Und es kann kein wirklich ehrlich glückliches mehr werden. Es ist höchste Zeit, dass diese Frauen (und es sind mittlerweile nicht wenige!, keine ganz kleine Minderheit) an den gesellschaftlchen Pranger kommen.“

    Weisst Du warum diese armen armen Frauen das machen? Nein? Weil sie es können. Und weisst Du das ich Frauen kenne, wo die Männer aus irgendeinem Grund die Kinder zugesprochen bekommen (die Frauen müssen hier wo ich lebe sogar Unterhalt zahlen, sonst Pfändung), wo der Mann zum ausgrenzer wird… Es liegt nicht am Geschlecht, sondern einzig an der Möglichkeit (auch dank des Geschlechtes) den Parnter zu bestrafen… Das ein (Gross) Teil der Feministinnen auch in dieses Horn bläst, sollte nicht dazu verleiten das gleiche zu tun.

    Übrigens bin ich dem Feminismus sogar für einige Dinge Dankbar, ohne ihn hätte ich bis heute keinen Vaterschaftsurlaub, denn diese Forderung haben wir bis heute nicht hinbekommen! Wenn dieser in dem Land in dem ich lebe auch nur 2 Wochen ist, so war es doch mit die schönste Zeit in meinem Leben und ich hätte gerne mehr Zeit gehabt!

    Gruss
    Kai

  • @Kai

    ja das gibt es auch in umgekehrter Konstellation. In beiden Fällen ist es ein Gewaltprozess ausgehend von der Täterin/dem Täter – und ein Problem, dass eigentlich eines des/der TäterIn ist, aber (bindungsmäßig) nahestehende Personen betrifft, da sie nicht ausweichen können und so hineingezigen werden – eine „Sniperkonstellation“ (in diesem Sinne gehören platitüdenhaft immer zwei dazu), d.h. solche Menschen „docken“ an und ziehen solche „Nummern“ ab.

    Da sind häufig Muster von (bösartigen) PS drin enthalten, was die TäterInnen nicht von ihrer Verantwortung freispricht, denn auch die haben etwas mit einer Form von Selbstbequemlichkeit zu tun – auch dann wenn sie selbst einmal traumatisiert waren etc. (wird gern immer entschuldigend/verständnisvoll angeführt) – und darüber hinaus ist nämlich nicht unbedingt zwingend kausal zusammenhängend damit, denn auch nicht-Traumatisierte können zu solchen „Menschen“ werden.

    Es offenbar ist vielmehr auch eine sozial-gesellschaftliche wie rechtliche Umgebung die Möglichkeiten dazu eröffnet und die ist heutzutage hinreichend gegeben. Mehr für Frauen als für Männer, was die Anteile der Geschlechter der TäterInnen an so etwas auch wiederspiegelt.

    Es hat auch immer etwas mit (sozialer Unreife-)Kultur zu tun, wenn solche Dynamiken von der umgebenden Gruppe toleriert werden.

  • @Kai „Es liegt nicht am Geschlecht, sondern einzig an der Möglichkeit (auch dank des Geschlechtes) den Parnter zu bestrafen… “ Das stimmt. Wenn Männer die Möglichkeiten haben, gibt es auch einge, doie sie ausnutzen – ich weiß beispielsweise von Fällen, in denen der Vateraufbruch ausgegrenzte Mütter unterstützt hat.

    Überhaupt finde ich es wichtig, sich auf die gesellschaftlichen Regeln (die, da stimme ich dem Vorredner zu, auch ein zeiche von Unreife sind) zu konzentrieren und nicht auf das Verhalten Einzelner, so schlimm das auch jeweils sein mag. Weil jede Regel, die Möglichkeiten für destruktives oder verletzendes Verhalten schafft, solch ein Verhalten eben auch provoziert.

    Regeln im Kindschaftsrecht transportieren regelrecht politische Konflikte in die Elternbeziehungen hinein – und es ist wichtig, sie da, wenn möglich, wieder herauszunehmen und wieder als politische Konflikte zu behandeln.

    Übrigens bin ich auch froh, das ich die Möglichkeit der Elternzeit hatte – auch ich fand es eine unheinlich schöne zeit.

  • @Kai Danke schön!

    „Es ist schön in eine Pipilangstrumpfwelt zu leben, nur wenn unsere Regierung China (oder ein anderes Land) wegen Manschenrechten kritisiert kriege ich zuviel… “ Das Gefühl kenn ich übrigens auch, und auch den Ärger über das Pipi-Langstrumpf-Prinzip („Ich bau mir meine Welt, widdewiddewitt wie's mir gefällt“). Und auch das salomonische Urteil ist mir schon begegnet – in einer Elternberatung, in der die Beraterin mir sagte, es wäre wie beim Salomon-Beispiel im Interesse des Kindes, es loszulassen.

    Es ist interessant, wie die gleichen Komstellation offenbar immer wieder auftauchen – auch das spricht dafür (siehe unten), sich mehr mit den Regeln als mit den durch sie produzierten Einzelfällen auseinanderzusetzen.

  • Schrupp antwortete auf die Frage, ob denn Anmache Sexismus sei in ihrer bekannten Einfalt: @Sierrano – Ja, jedwede unerwünschte Anmache ist Sexismus. Frei nach Hermann Göring: Wer ein Sexist ist, das bestimme ich!

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