Monat: Februar 2013

Bild zeigt Kinder in der Schule

Warum es Jungen auf der Schule richtig gut geht (auch wenn es manchmal nicht so aussieht)

Nachteile für Jungen im Bildungssystem springen ins Auge: Sie bleiben häufiger sitzen als Mädchen, sind häufiger auf Förderschulen und Hauptschulen, aber seltener im Gymnasium zu finden, werden bei gleichen Leistungen von Lehrkräften schlechter eingeschätzt, erwerben seltener als Mädchen eine Hochschulzugangsberechtigung, bleiben aber deutlich häufiger ganz ohne Schulabschluss. (Preuss-Lausitz 2008, S. 123f.) Trotzdem: „Die oft gehörte ...

Bild zeigt eine Familie mit Abenddämmerung.

Das Ende der Frauen: und der Ausstieg der Männer

„Unter Jungs gilt es einfach als uncool und mädchenhaft, in der Schule aufzupassen, Hausaufgaben zu machen und zu lernen. Hinzu kommt die Flut von Ablenkungen, etwa durch Computerspiele, die Jungs tendenziell stärker ansprechen als Mädchen.“ So erklärt Hanna Rosin, die gerade mit ihrem Buch Das Ende der Männer und der Aufstieg der Frauen in den ...

Bild zeigt zwei Jungen am Tisch.

Autoritäre Pädagogik mit gutem Gewissen: Die antisexistische Jungenarbeit

Als ich gestern über den Text Edgar Forsters und sein eigenwilliges Verhältnis zu Gewalt und Männlichkeit schrieb, stachen mir zwei weitere Aspekte in die Augen – zwei Trigger, sozusagen (auch wenn mich natürlich mal wieder keiner warnte). Einerseits Forsters Engagement in der Jungenpädagogik, das für mich schon beruflich interessant ist. Andererseits seine häufige Zusammenarbeit mit ...

Bild zeigt zwei Typen die kämpfen.

Gewalt ist männlich, weil Gewalt männlich ist

Neulich fiel mir einmal das Buch Gewalt und Männlichkeit aus dem Jahre 2007 in die Hände. Neugierig las ich darin den Text „Gewalt ist Männersache“, den der Salzburger Professor für Erziehungswissenschaften Edgar J. Forster geschrieben hat, und war hinterher verwirrt. Selber Schuld, warum lese ich auch solche Sachen – werden nun vermutlich meine Leser und ...

Bild zeigt Ruth Klüger.

"Ein Tyrann von wunderbarer Leuchtkraft" – Ruth Klügers Vaterfragmente

Ruth Klügers Autobiographie weiter Leben. Eine Jugend aus dem Jahr 1992 gehört zu den Texten, die mich am meisten beeindruckt haben. Klüger wurde 1931 als Tochter einer jüdischen Familie in Wien geboren, 1942 mit der Mutter zuerst nach Theresienstadt, dann nach Auschwitz deportiert. Sie floh, ging nach dem Krieg in die USA, wurde dort Professorin ...

Bild zeigt Tetris.

Schule, Tetris und der rasende Stillstand

Als es noch kein Zentralabitur gab und die Lehrer ihre Abiturarbeiten selber entwerfen und zur Absegnung an die Schulbehörde schicken mussten, von wo sie dann – wenn alles gut ging – pünktlich zum Abitur wieder zurück kamen, natürlich mit einem entsprechenden Vermerk, welcher der verschiedenen erarbeiteten Vorschläge gewählt worden sei – zu dieser Zeit also, ...

Bild zeigt einen Mann mit einer Wunde am Knie.

Schmerzensmänner, ungebunden

Entsorgte Väter erschienen oft als Schmerzensgestalten unter den Menschen, die sich für eine Gleichberechtigung der Geschlechter aus männlicher Perspektive einsetzen. Noch immer in Erinnerung ist das Bild des Vaters als Opfer einer mütterorientierten Rechtslage, das der Schauspieler Mathieu Carrière im Jahr 2006 spektakulär inszeniertierte: Carrière, der um den Umgang mit seinen Töchtern kämpfen musste, ließ sich  ...

Bild zeigt konzentrische Kreise in Farbe Grün und Blau

Wie einmal das Böse verschwand (Gott sei Dank nur für zwei Minuten)

Als Gott einst einen Schluckauf hatte (ein bis zwei Minuten lang, doch das sind bei Gott nun einmal ein bis zwei Mal Ewigkeiten), sprangen andre für ihn ein mit dem Ziel, die Welt zu bessern. Wie kann Gott das Böse dulden? fragten sie, und wild entschlossen stopften sie die Schöpfungslücken, löschten sie das, was nicht ...

B

Böse Männer, ein guter Vater und die feministische Dividende

Sicherlich – was das Verhältnis zwischen Männern und Frauen angeht, sollte man Texte der Süddeutschen Zeitung einfach gnädig ignorieren und sich nicht weiter aufregen. Ein Brief aber, den ein SZ-Journalist heute an seinen Sohn geschrieben hat (und der jetzt auch online steht), macht viele Probleme gegenwärtiger Jungenerziehung so überdeutlich, dass sich die Lektüre lohnt. Da der ...

Bild zeigt eine dicke Frau.

Dworkin, Inzest, Kindermord

Sicher – diese Überschrift klingt spektakulär. Spektakulär aber waren auch die Zitate, über die ich wiederholt gestolpert bin, wenn ich etwas über Andrea Dworkin gelesen habe (sogar in der ja keineswegs feminismuskritischen deutschen wikipedia). Sie erscheint darin als eine Propagandistin des Inzests, die erotische Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern als wesentlichen revolutionären Schritt auf dem ...