Gedichte

Ein guter Mann redet sich mal in Verwirrung

Fragst Du einst, was ich mir wünsche:
Einfach nur Dein Partner sein!
Ich bin alles, was Du möchtest
Und bin ganz authentisch Dein.

Klang das jetzt allzu romantisch?
Meine Schuld. Allzu bequem.
Ich bin inhärent politisch,
subvertiere das System,

Ich verstehe Deine Schmerzen,
weiß, die Welt belastet Dich.
Doch ich halte meine Klappe,
denn es geht ja nicht um mich.

Ich erzähle, was Du möchtest,
doch red Dir nicht nach dem Mund.
Ich verstehe jede Krankheit
Und bin unheilbar gesund.

Kann von meinen Ängsten sprechen
Und verstehe, was Du wagst.
Ich hab kein Gramm Fett zuviel und
bin auch mollig, wenn Du magst.

Bin anders als die andern Männer:
Ich bin Kopf und Herz und Hand.
Ich bin einfühlsam sensibel –
Nur wenn Du willst, auch dominant.

Im Bett zärtlich und ganz langsam,
so wie/anders als Dein Ex,
kann natürlich auch ganz hart sein,
Sadomasokuschelsex.

Ich verdiene, was wir brauchen,
doch das häng ich nicht heraus,
Tret im Job für Dich zur Seite
und verschönere das Haus.

Ich bin gerne bei den Kindern,
will ein guter Vater sein.
Doch wenn Du sie ganz für Dich willst,
lass ich Euch auch gern allein.

Und doch bist Du unzufrieden,
und das leuchtet mir sehr ein.
Du sagst mir, ich soll gefälligst
Einfach nur ich selber sein.

Und ich denke: Ach du Scheiße!
Wie bekomm ich das denn hin?
Da musst Du mir bitte helfen.
Sag mir, wie ich selber bin.

Zeig mir, wo ich hin muss, bitte!
Wo ist ich, wo mein und Dein?
Und soll ich nun solidarisch –
oder ganz ich selber sein?

Und Du gehst. Was ich verstehe,
und doch: Bleibe bitte hier!
Nimm mich in den Arm und halt mich
Und erlöse mich von mir.

Immer noch für Euch, Freunde!

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