Feministische Selbstgespräche, Filterbubbles und die Produktion von Nazis

Als der WDR-Talker Jürgen Domian auf seiner Facebook-Seite ein mild-kritisches Zitat über den neuen Papst veröffentlichte, Facebook dieses Zitat löschte, die Löschaktion von Domian kritisiert und von vielen als „Zensur“ bezeichnet wurde, trat die Bloggerin Antje Schrupp auf den Plan: „Dummes Gerede“ sei das, mit Zensur habe das überhaupt nichts zu tun. Auf ihrem Blog, der ausgerechnet „Aus Liebe zur Freiheit“ heißt, schrieb sie: „Ich habe den Eindruck, dass es vor allem Männer mit gewissen Privilegien sind, die diese beiden Sachen verwechseln: Sie glauben, wenn sie ihre Meinung nicht jederzeit und überall veröffentlichen dürfen, sei das dasselbe, als wenn sie sie gar nicht veröffentlichen dürfen. Also ‚Zensur‘.“ Schrupp selbst tritt nachdrücklich für Beschränkungen in der öffentlichen Rede im Internet, für das Löschen nicht genehmer Beiträge und für den Rückzug auf den Austausch vertrauter Positionen ein. „Warum Filterbubbles toll sind“:
„Man kann es natürlich für grobe Filterbubblebeschränktheit halten, dass mich die Vielfalt der im Netz vorhandenen Positionen nicht ernsthaft dazu bringt, darüber nachzudenken, ob das generische Maskulinum nicht vielleicht doch ne tolle Sache ist oder sexistische Werbung witzig. Nein, da reicht es mir völlig, mich mit meiner Filterbubble einig zu wissen. Auch dort gibt es zu allen diesen Themen gewisse Nuancen, und das ist mir dann auch schon genug an Diversität. Ich muss – egal in welchem Medium – nicht ernsthaft mit Nazis, Rassistinnen und Sexisten diskutieren, Filterbubble: I like you.“
Der Begriff „Filterbubble“, den Schrupp hier so positiv verwendet, war ursprünglich – und das heißt: vor kaum mehr als einem Jahr – sehr kritisch gemeint, als Eli Pariser ihn zum Titel eines Buches machte. Suchmaschinen wie google, soziale Netzwerke wie Facebook oder auch Internetkaufhäuser wie amazon würden die Informationen, die sie uns präsentieren, gezielt auswählen, basierend auf unserem Verhalten im Netz, unseren vorherigen Suchen, Einkäufen oder unseren „Freundeskreisen“. So bekämen wir nur das zu Gesicht, was wir sehen wollten, und würden von allem, was uns irritieren könnte, verschont. In  Parisers Augen sind die entstehenden „Filterblasen“, in denen wir uns bewegen, gefährlich – ein allgemeines ziviles Gespräch würde unmöglich werden, wir würden uns an unseren eigenen Erwartungen spiegeln, Opfer unserer eigenen Propaganda („Autopropaganda“) werden und nichts mehr dazulernen. Parisers Thesen sind umstritten – gleichwohl ist es irritierend, wie schnell sein Begriff, und nicht nur von Schrupp, positiv umgedeutet wurde. Dass es gefährlich (aber immer wieder auch unfreiwillig komisch) ist, wenn das öffentliche und offene Gespräch durch die Beschränkung auf selbstbezügliche Strukturen, auf den Monolog der Gleichgesinnten ersetzt wird, lässt sich an vielen Beispielen zeigen.
Schaumschläger und mehrstimmige Monologe Schrupp verwendet den Begriff Filterbubble auch metaphorisch – er steht ihr unter anderem dafür, dass sie Kommentare löscht, die ihren Vorstellungen nicht entsprechen. Sie lösche zum Beispiel: „Typische männerrechtliche Argumentationsfiguren (Väter sind in Deutschland völlig rechtlos, Feministinnen sind sowieso die Pest, heutzutage werden doch vor allem Männer diskriminiert, Frauen sind sowieso nur Schmarotzer) will ich hier nicht haben. Das ist auch keine Zensur, denn das Internet ist ja groß. Schreibt das doch einfach anderswo hin.“ Schrupp kombiniert hier völlig Plausibles (das Löschen von Beschimpfungen) mit Unplausiblem und Erklärungsbedürftigem (der Löschung von Beiträgen, die Kritik an der tatsächlich prekären rechtlichen Situation von Vätern üben). Ganz ähnlich springt sie schon in der oben zitierten Passage von Menschen, die das „generische Maskulinum“ für eine „tolle Sache“ halten (die also z.B. verallgemeinernd „die Blogger“ schreiben würden, statt „die Bloggerinnen und Blogger“, oder „die BloggerInnen“, oder wahlweise auch „die Blogger_innen“), zu „Nazis, Sexisten und Rassisten“. Unplausibles dadurch zu verkaufen, dass sie es mit völlig Plausiblem verknüpft, ist eine rhetorische Figur, die Schrupp häufig verwendet, es ist aber auch ein Resultat einer Fixierung auf die Filterbubble.
Wenn Schrupp die Kritik an der Zensur durch Facebook auf männliche „Mansplaining“-Bedürfnisse zurückführt, auf den als typisch männlich präsentierten Drang, überall (und gewiss ungefragt) die eigene Meinung kundtun zu können – wenn sie zudem erklärt, dass die Löschung keine Zensur sei, weil Menschen ja die Möglichkeit hätten, andernorts ihre Meinung zu äußern – dann entwirft sie eine Welt, in der jeweils in sich geschlossene Gruppen Monologe für mehrere Stimmen führen, in denen sich jeweils Gleichgesinnte gegenseitig ihre Positionen bestätigen, in der aber ein darüber hinaus reichendes gemeinsames Gespräch gar nicht mehr möglich ist und auch gar nicht angestrebt wird. Es fehlt dabei eine Orientierung, in der die jeweiligen Partikularinteressen relativiert werden können, eine Orientierung an einem gemeinsamen Interesse, das die Einzelinteressen übersteigt. Dass das auch Auswirkungen hat auf die Diskussion in den jeweiligen Gruppen, zeigt sich schon bei Schrupp selbst. Für sie macht es eben keinen gravierenden Unterschied, ob jemand sich tatsächlich radikal gegen Menschenrechte und allgemeine Interessen stellt (so wie Nazis dies tun) oder ob er lediglich eine Position bezieht, die den Interessen Schrupps und ihrer In-Group widersprechen.
Eine solche Abgrenzung von einer Orientierung an allgemeinen, vielleicht gar universellen Strukturen hat in feministischen Positionen Tradition – ein extremes Beispiel ist die Bloggerin Nadine Lantzsch, die mit „dem Rechtsstaatlichkeitsprinzip, der Aufklärung und all dem Rotz, der von weißen europäischen Männern in mächtigen Positionen erfunden wurde, um ihren Besitzstand zu wahren“, ein großes Problem hat (eine Diskussion und viele Links dazu hier bei „Alles Evolution„) Ganz ähnlich argumentiert auch Schrupp und begründet so den Rückzug in die Filterbubble: „Indem die Frauenbewegung den Separatismus als politische Praxis erfunden hat – also Orte schuf, zu denen keine Männer zugelassen waren – hat sie die herrschende symbolische Ordnung herausgefordert.“ Etwas Allgemeines, das die jeweiligen Partikularinteressen übersteigt, ist in den Augen von Schrupp und Lantzsch also wiederum nichts als der Ausdruck von Partikularintessen. Dafür, dass diese Position ebenso komische wie gefährliche Folgen hat, lassen sich unschwer Beispiele finden.
Wer nicht ist wie ich, hasst mich Die Seite „hatr.org“ sammelt nach eigenen Auskünften Inhalt, der „schwer zu ertragen ist“, der „traumatische Erinnerungen und Angst auslösen kann“ – Hasskommentare, die gegen Frauen im Internet gerichtet sind und die von Nutzerinnen (und auch Nutzern) bei hatr.org hochgeladen werden können, um sie zu dokumentieren. Tatsächliche Hasskommentare allerdings finden sich nur vereinzelt – statt dessen werden abweichende Meinungen schlankweg als Äußerungen des Hasses präsentiert. Zum Besipiel diese hier: „ich finde es furchtbar, dass diese Seite keine Opposition zulässt! Somit ist sie keine Plattform des Austausches oder Diskussion, sondern lediglich eine Seite die die Gesellschaft eher spaltet als vereint!“  Oder diese: „Es ist sexistisch wenn nur Frauen über ihre negativen Erfahrungen mit Sexismus berichten dürfen.“ Als „Hass“ gilt es, wie genderama zeigt, sogar schon, wenn Alice Schwarzer (!) gegen feministische Kritik verteidigt wird.  Natürlich: Vereinzelt werden hier tatsächlich auch Gewaltphantasien, Drohungen und massiv sexualisierte Beschimpfungen öffentlich zugänglich gemacht – angesichts des starken zahlenmäßigen Übergewichts der Äußerungen jedoch, denen nichts anderes als die Formulierung einer abweichenden Meinung vorzuwerfen ist, bekommt die Triggerwarnung am Eingang von hatr. org („Hatr.org dokumentiert den Hass, dem Netzaktivist_innen ausgesetzt sind. Bitte überlege, bevor du weiter gehst, ob du dich damit konfrontieren möchtest.“ ) etwas unfreiwillig Komisches: Als sei es eine ungeheuerliche, traumatisierende Zumutung, dass Netzaktivistinnen im Internet etwas anderes vorfinden könnten als ihre eigene Meinung.

Auch hier werden also Unterschiede verwischt, weil sie in den Strukturen der etablierten Selbstgespräche keine Rolle spielen, weil eine abweichende Meinung ebenso als massive Belastung präsentiert wird wie eine reale, tatsächlich indiskutable Bedrohung oder Beschimpfung.

Die Familienberatung spielt ein Suchspiel, und die Grünen finden lauter Nazis  Hier ist ein Bild, mit dem sich die Evangelische Familienberatungsstelle in Augsburg im Internet präsentiert:
Ein Suchspiel der Evangelischen Familienberatung Augsburg: Was fehlt hier?
Dass in der Familienberatung ganz selbstverständlich der Vater fehlt, ist möglicherweise schlichtes Resultat einer Gedankenlosigkeit, aber auch aussagekräftig – keiner noch so gedankenlosen Familienberatung würde es wohl einfallen, sich selbst auf Bildern zu präsentieren, auf denen außer dem Kind ausschließlich Männer zu sehen sind. Meine persönlichen Erfahrungen mit der Familienberatung – und die Erfahrungen anderer Väter mit anderen Beratungsstellen – bestätigen den Eindruck einer Familienberatung als weibliches Selbstgespräch.  Ich bin mit meiner ehemaligen Partnerin, bei der unser Kind lebt, bei Beratungsstellen gewesen – eine Beraterin konnte beispielsweise nicht verstehen, dass ich trotz großer Entfernungen gleichwohl regelmäßig unser Kind besuche und riet mir, doch bitteschön einfach mit einer anderen Frau ein Kind zu bekommen.
Eine solch verfehlte „Beratung“, in der die Anwesenheit eines Vaters eigentlich lediglich eine zu beseitigende Störung darstellt, ist ein Beispiel dafür, wie selbstgesprächshafte  Strukturen  auch in Situationen durchgesetzt werden, in denen ein Gespräch nur als offenes, inklusives Gespräch einen Sinn haben könnte. Männer sind in solchen Monologen für mehrere Stimmen nur geduldet, wenn sie sich an das Skript halten, die bereits etablierte Meinungen vertreten und sich offensiv von abweichenden Positionen abgrenzen. Eines der schlimmsten Beispiele aus dem Bereich der Politik ist die Position der Grünen zu Männerrechtlern, wie sie in der von der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebenen Schrift „Die antifeministische Männerrechtsbewegung“  deutlich wird. Dort heißt es schon im Vorwort: „Antifeminismus in Form von Hasspropaganda («hate speech») dient als gemeinsame Klammer. Ohne nähere Kenntnis von Feminismus sprechen Antifeminist/innen stereotyp von Männerhass, Frauenherrschaft und vom Niedergang des Volkes.“ (S. 7) Auch im Weiteren verknüpft der Autor Hinrich Rosenbrock ganz verschiedene Gruppen und Positionen miteinander – das Eintreten für die Rechte von Vätern und Kindern, das Eintreten für eine verbesserte Gesundheitsfürsorge von Männern, Kritik an Quotenpolitik, Kritik an feministischen Positionen, aber zugleich auch rechtsradikale und völkische Stellungnahmen und immer wieder den Hass des norwegischen Massenmörders Anders Breivik. Die Behauptung, dass der „Antifeminismus“ (der sich für Rosenbrock schon in der Aussage zeigt, dass es im Feminismus Männerhass gebe) eine gemeinsame Klammer all dieser Positionen sei, ist offenkundig eine Projektion. Rosenbrock reflektiert nicht etwa die offenkundige Unseriosität seines eigenen Vorgehens, völlig unterschiedliche Gruppen beliebig und assoziativ miteinander zu verknüpfen – sondern er phantasiert die Willkür seiner Verknüpfungen in die Gegenstände seiner „Untersuchung“ hinein, unterstellt ihnen eine Gemeinsamkeit, die tatsächlich über seine „Forschung“ wesentlich mehr aussagt als über den Forschungsgegenstand.
Eine solche Projektion ist nur möglich durch die Herstellung einer strikten Trennung von In- und Out-Group, dadurch, dass Rosenbrock sich nirgendwo sachlich mit den Positionen von Männerrechtlern auseinandersetzt, diese also niemals auch nur als virtuelle Gesprächspartner akzeptiert, sondern in einem feministischen Selbstgespräch befangen bleibt, in dem jede Kritik an feministischen Positionen unterschiedslos als Ausdruck von Hass erscheint und in dem grundsätzlich nur über Menschen geredet wird, die auch für Rechte von Männern eintreten – nicht mit ihnen. Im feministischen Selbstgespräch werden Kritiker als Rechtsradikale diffamiert, und eben diese Diffamierung legitimiert dann wiederum die Struktur des Selbstgesprächs.
Für Linguisten wäre Rosenbrocks Text eine Fundgrube. Sehr aussagekräftig ist beispielsweise sein beständiger Gebrauch des Passivs: „So wird der Feminismus als homogene Einheit dargestellt und ihm gleichzeitig Allmacht zugesprochen.“ (14) „Dieser Hass auf den Feminismus richtet sich dabei auch explizit gegen emanzipative Männer. So werden Männer, die dem Feminismus nahe stehen oder auch nur als politische Gegner identifiziert werden, als «Lila Pudel» bezeichnet.“ (15) „Im Gegensatz zu den Ergebnissen anthropologischer und sozialwissenschaftlicher Forschung, welche die Unterschiede von Geschlechterkonstruktionen in verschiedenen Gesellschaften betonen, wird nur der moderne Geschlechterdualismus wahrgenommen. Er gilt als biologisch gegeben und somit als soziale (Zwangs-) Norm, die durchzusetzen ist. Statt die Variabilität des Gender-Konzeptes als Befreiung aus geschlechtlich-sozialen Zwangskorsetten zu betrachten, wird die Möglichkeit, sich anders als traditionell zu verhalten, zum Zwang uminterpretiert. Freiheit im Sinne dieser Argumentation bedeutet, an (wissenschaftlich nicht belegbaren) «natürlichen» Vorgaben starr festzuhalten. Damit werden nicht nur die Einstellungen der Mehrheit der Männer ignoriert, die gleichheitlichere Verhältnisse wollen, sondern es wird auch der Weg zu individuellen Lebensentwürfen und Freiheitsräumen − auch für Männer und Jungen − blockiert.“ (15) Undsoweiter undsoweiter. Der beständige verallgemeinernde Gebrauch des Passivs verhindert nicht nur eine Überprüfung der Behauptungen – es verschwinden darin auch die Akteure, über die Rosenbrock schreibt. Sie werden zu auswechselbaren Mitgliedern einer amorphen Masse, zu der irgendwie auch immer, und vor allem, rechtsradikale Massenmörder gehören.
Besonders perfide ist dabei Rosenbrocks Umgang mit Menschen, die für Rechte von Vätern eintreten (dazu an hier auch schon etwas in diesem Beitrag). Er kündigt ausdrücklich an, dass er auf sie nicht näher eingehen werde. „Dazu ist allerdings anzumerken, dass der Väterrechtsdiskurs der größte Unterstrang im Männerrechtsdiskurs ist. Die Einordnung der verschiedenen Väterorganisationen würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen und muss gesondert erfolgen.“ (25) Nun hätte es kaum eine halbe Seite erfordert, beispielweise die wesentliche Positionen des Väteraufbruchs darzustellen und deutlich zu machen, dass sie mit rechtsradikalem Gedankengut nicht das Geringste zu tun haben. Rosenbrock aber unterlässt selbst solch eine knappe inhaltliche Auseinandersetzung, räsonniert am Ende noch einmal kurz über die „Bedeutung der Väterrechtsdiskurse und der väterlichen Opferideologie“ (159) und hat damit den Einsatz für Väterrechte mit rechtsradikalem Extremismus verknüpft, ohne auf die Anliegen dieses Einsatzes eingegangen zu sein.
Solche Positionen bleiben nicht ohne Folgen. Um einmal aus dem Nähkästchen zu plaudern: Mir hat einmal eine Gleichstellungsbeauftragte von einem Treffen kommunaler Gleichstellungsbeauftragten erzählt, das kurz nach der Entlassung Monika Ebelings und der Kampagne gegen sie stattfand. Keine der Frauen habe sich zur Solidarität mit ihrer Kollegin bereit finden können, alle seien mit ihrer Behandlung einverstanden gewesen – und sie hätten dies begründet mit der Schrift „Geschlechterkampf von rechts“, in der Thomas Gesterkamp für die Friedrich Ebert Stiftung der SPD Männerrechtler in ganz ähnlicher Weise diffamiert, wie Rosenbrock dies für die Grünen tut. Die Schrift Gesterkamps hätte pünktlich zum Treffen allen Gleichstellungsbeauftragten als Broschüre vorgelegen.
Menschenrechte und Herrschaftsinteressen Schriften wie die von Rosenbrock oder Gesterkamp sind keine wissenschaftlichen Texte, sie sind Gebrauchstexte, die aus den monologischen Strukturen von Filterbubbles entstehen und deren Zweck darin besteht, diese Strukturen aufrechtzuerhalten. Dort befangen diffamieren die Autoren nicht nur Männerrechtler unmäßig als rechtsradikal – sie sind auch gar nicht mehr in der Lage, zwischen einer Kritik an den von ihnen vertretenen Partikularinteressen und einer Bedrohung für Gemeininteressen zu unterscheiden. Es fehlt ihnen auch ein Sinn für allgemeine Konzepte wie das der Menschenrechte: Denn wer Menschenrechte nur selektiv respektiert – bei Deutschen, aber nicht bei Ausländern; bei Frauen, aber nicht bei Männern; etc. – , respektiert sie überhaupt nicht.
Die Ablehnung solcher allgemeiner Strukturen mit dem Argument, darin würden sich lediglich „Herrschaftsinteressen“ widerspiegeln, ist fadenscheinig. Das Gegenteil ist der Fall – nur wer privilegiert ist, kann es sich erlauben, sich in Filterbubbles einzurichten. Wer sich hingegen in seinen Rechten eingeschränkt sieht, muss versuchen, in ein Gespräch über allgemeine Rechte einzutreten. Wer der Willkür anderer gegenübersteht, muss lernen, die Handlungsweise dieser anderen abzuschätzen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, ihr Verhalten zu antizipieren. Wer sich marginalisiert sieht, muss versuchen, seine Position in einem allgemeinen Gespräch deutlich zu machen.
Demokratische Gespräche gingen von dem Grundsatz aus, dass alle, die von dem Gespräch betroffen sind (und betroffen in einem sachlichen Sinne – nicht im emphatisch-kitschigen Sinne eines „Ich fühle mich davon so betroffen.“), auch daran teilhaben können. Es sind nicht solche Gespräche, sondern die Filterbubbles, die mehrstimmigen Monologe und die „Safe Spaces“, in denen sich Herrschaftsinteressen ausdrücken.
  1. Sehr aufschlussreiche Analyse – danke!

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  2. Frauen müssen offenbar tatsächliche demokratische wie auch tatsächlich partnerschaftliche Grundsätze in Beziehungen erst lernen (hier ähnliches Verhalten, Argumentieren und ähnliche Haltungen feststellbar). Insbesondere scheint mir das Letztere Basis für einen fairen wie empatischen zwischenmenschlichen Umgang zu sein, dass auch zugleich Grundlage für das Erstere ist und offenbar eine der Hauptursachen für Konflikte zu sein scheint.

    Mein subjektiver Eindruck ist mittlerweile, dass sie dies nicht gern wollen, da sich die hier dargestellte Situation vorteilhaft ausgeprägt hat und auch das Internet weiter verstärkend wirkt. Und dass es für sie so einfacher ist, ist auch plausibel vorstellbar bzw. einsehbar oder nachvollziehbar.

    Da ist „etwas“, was menschlich-sozial eigentlich nicht wirklich akzeptabel ist (Bin ich nun politisch „rechts“?). Eine Art „neid-und-anspruchs-geifernde“ aggressive Unreife, etwa die eines Kindes, dass sich immer benachteiligt fühlt, auch dann oder gerade weil es immer mit großer Toleranz rechnen kann, dann aber jede (mitmenschliche) Grenze aus seiner Eigensucht heraus auch im Anspruch an andere übertritt.

    Menschlich gesehen, sollte es auch nur entfernt stimmen was ich hier schreibe, eine sehr häßliche „kulturelle“ westlich geprägte menschliche (Fehl-)Entwicklung wie ich finde.

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  3. Dieser Artikel ist wohl einer der besten der Männerrechtsbewegung. Er fasst sehr gut zusammen wo das eigentliche Problem der feministischen Diskussionskultur liegt.

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  4. Einmal mehr ein herausragender Beitrag zur feministischen Hegemonie.
    Männern insbesondere Männerrechtlern ergeht es heute so, wie seinerzeit den Bürgerrechtlern in der DDR. Insofern steht Schrupp mit Ihrer ignoranten Haltung in einer Reihe mit Mielke & Co.
    Hoffnungslos demokratiefeindlich.

    Joe

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  5. In der feministischen Filterbubble sind Menschenrechte halt ganz klar Frauenrechte. Seit wann sind in diesen Kreisen denn Männer mehr als die Deppen, die schuften, alles bezahlen und den Gender-Prinzesschen die faulen Hinterteile hinterhertragen dürfen?

    Hitler hatte auch eine Filterbubble, nannte sich Führerbunker…

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  6. Der feministischen… was?! Diskussionskultur? Wo unterscheidet sich bei denen das denn vom Grundsatz im Weißen Haus, wonach jeder, der nicht für die feministischen Gender-Getörten ist, gegen sie ist und bekämpft werden muss? Mit Dreck werfen können die verwöhnten Prinzeschen dabei immer noch am besten, siehe das pauschale Verleumden alle Männerrechtler als angebliche Rechtsextreme und Nazis…

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  7. Ein weitaus sehr gelungener Beitrag, dies kann ich nur bestätigen.
    Eine sachliche Verknüpfung bzw. Analyse, die jetzt leider durch unsachlich herbeigezogene Vergleiche einen eher bitteren Geschmack erhält.
    Schade
    @Schoppe
    Gerad durch die sachliche Art und Weise deiner Konfrontation mit einem Thema, die du hervorragend mit einer Spur Sarkasmus verknüpfst, hat meine Aufmerksamkeit als Frau auf bestimmte Themen geschärft.
    Velosoph

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  8. Ein guter Artikel.
    Aber wer nimmt denn Schrupp, Rosenbrock, Gesterkamp etc. überhaupt ernst? Das sind doch nur nützliche Idioten des Feminismus.
    John

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  9. Wer die ernst nimmt:

    Gesterkamp taucht beim ZDF in mitternächtlichen Diskussionszirkeln mit Philosophen auf und zwirbelt sich selbstverliebt am imaginären Bart

    Rosebrock dilletiert sich an einem Auftragsdokument und wird in allen Leitmedien propagiert. Aktuell schafft er auch den Sprung nach Skandinavien (guck mal bei Hoffmann, Danisch und so weiter).

    Was also nützt es, wenn du die nicht ernst nimmst, diese „nützlichen Idioten des Feminismus“?

    Nichts und niemanden, den solche Leute wie oben genannt, halte ich neben einer Schrupp, Schnarrenberger und anderen, für brandgefährlich!

    @man tau: Klasse, dein Artikel

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  10. Diese Figuren bilden einen selbstreferenziellen Kreis von Autisten, die kaum mehr mit der Aussenwelt interagieren. Weder Hinrich Rosebrocks Arbeit noch Andreas Kempers Bücher haben bislang den Weg in den massenmedialen Verwertungskreislauf gefunden. Das ist insofern nicht erstaunlich, als dass offenbar auch Medienschaffenden bewusst geworden ist, dass solche Studien und Arbeiten lediglich das subjektive Urteil der Verfasser wiederspiegeln- und keine objektivierbaren Tatsachen zutage fördern. Um diese marktschreierischen Figuren wird ein viel zu grosses Tamtam gemacht.

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  11. „Frauen müssen offenbar tatsächliche demokratische wie auch tatsächlich partnerschaftliche Grundsätze in Beziehungen erst lernen (hier ähnliches Verhalten, Argumentieren und ähnliche Haltungen feststellbar).“

    Und da finde ich eben: Es ist besser, über Strukturen zu sprechen als verallgemeinernd über Menschen. Man kann zeigen, dass es Debatten gibt, Diskurse, und auch Regelungen, die Positionen und Interessen von Männern ausblenden. Dazu gehören z.B. manche wiederkehrende Muster in Familien-Beratungssituationen oder Jugendämtern. Mir erzählte z.B. eine Freundin, dass ihr Partner, als beide im Jugendamt eine Sorgeerklärung abgeben wollten, von der zuständigen Mitarbeiterin herausgebeten wurde – und sie wurde dann von dieser Mitarbeiterin erst einmal im Zweiergespräch gedrängt und bearneitet, keine Sorgeerklärung abzugeben. Solche Strukturen, in denen Männer (z.T. im wörtlichen Sinne) ausgeschlossen werden, sind in „Familienberatungen“ nicht ungewöhnlich. Man könnte das ähnlich sicher auch für einige politische Kontexte entwickeln.

    Natürlich nutzen Frauen solche Situationen auch. Es hilft aber in meinen Augen nicht viel, und ist in vielen einzelnen Fällen auch ungerecht, die Beschreibung darauf zu konzentrieren, dass Frauen (generell?) demokratisches Verhalten erst noch lernen müssten. Das kehrt das klischeehafte klassische feministische Selbstverständnis, etwa von Alice Schwarzer, nur um, nach dem Frauen überhaupt erst einmal lernen müssten, an sich selbst zu denken, und nicht NUR die Position anderen im Auge zu haben. –

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  12. Danke! Ich hatte tatsächlich noch eine Passage über Mielke (wenn auch nicht im direkten Vergleich mit Schrupp) dabei, hab sie dann aber rausgenommen, weil es zu lang wurde.

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  13. @Velosoph Vielen Dank für die Rückmeldung!

    Bei den angesprochenen Themen ist oft viel Bitterkeit im Spiel. Das ist, je nach Situation, manchmal auch verständlich (auch wenn es ganz schön wäre, wenn Godwin's Law ab und zu mal NICHT bestätigt würde). Aber ich persönlich find ein bisschen Sarkasmus auch schöner.

    Antwort

  14. Das sehe ich etwas anders. Sowohl Schrupp als auch Rosenbrock und Kemper sind gefangen in ihren kleinen universitären Theorie-Zirkeln. Zugegeben, Schrupp hat wohl einige Onlinefans, aber Rosenbrock mußte schon von seiner radikalfeministischen Dozentin an die Hand genommen werden, damit er sein Pamphlet überhaupt schreiben konnte. Kemper ist außeruniversitär ohnehin unvermittelbar, und zwar spätestens seitdem er Brandanschlägen auf Kreiswehrersatzämtern nicht abgeneigt war.
    Medial kommen alle grottenschlecht rüber. Der schmächtige Student Rosenbrock ist viel zu jung um ernst genommen zu werden, Schrupp kommt als verbitterte Kampflesbe rüber, und Kemper sieht auf seinen Fotos eher aus wie ein Obdachloser, dem man lieber einen Jahresbedarf Haarshampoo spendieren würde, als ihm seine kruden Theorien abzukaufen.
    Einzig Gesterkamp ist gefährlich. Der macht einen seriösen Eindruck, kann sich gut ausdrücken, und ist mit seinen Vorträgen auch recht gut im Geschäft.

    John

    Antwort

  15. „Dieser Artikel ist wohl einer der besten der Männerrechtsbewegung.“ Das ist ein großes Wort… Vielen Dank für diese Einschätzung!

    Für mich ist ein wesentlicher Punkt der feministischen Diskussionskultur, dass beständig ÜBER Männer geredet wird, dass aber Männer als Gesprächspartner schlicht nicht eingeplant sind. In dem Sinne sind Männer darin reine Objekte. Ich habe jedenfalls nur sehr selten einen feministischen Text gelesen, oder auch ein entsprechendes Gespräch geführt, bei dem ich den Eindruck hatte, als (und sei's als kontroverser) Gesprächspartner überhaupt noch vorzukommen.

    Antwort

  16. @Daniel Dass Filterbubbles eher etwas mit Herrschaft als mit Ohnmacht zu tun haben, glaub ich ja auch. Aber den Führerbunker, sozusagen, als safe space zu präsentieren, gibt den (diffamierenden) Nazi-Vergleich ja nur zurück.

    Und es hilft in meinen Augen auch nichts, Feministinnen schlankweg die Diskussionskultur abzusprechen (ich fänd es ja sehr gut, wenn hier auch mal Feministinnen mitdiskutieren oder kommentieren würden). Da ist es schon wichtig, genauer zu zeigen, wo es mit der Diskussionskultur und –bereitschaft hakt.

    Antwort

  17. Ich denke ebenfalls, dir ist wieder ein sehr guter Text gelungen!

    Nur sparst du an einigen Punkten Denkprozesse aus, die ich wittere. 😉
    In welcher Zeit leben wir, dass eine Hälfte der Menschheit es schafft, ihre Partikularinteressen als Gemeinwohl zu 'verkaufen*?

    Was hat das mit genau dieser Ära zu tun?
    Wem nützt das?

    Du schrammst immer wieder an dem Punkt entlang, genau das als rationale Erkenntnis einzufordern von feministischer Seite aus: Sie mögen doch bitte eingestehen, dass sie nur Partikularinteressen vertreten!

    Gegenfrage: WARUM sollten sie das tun?

    WELCHES Interesse hätten DAS Schramm, DAS SCHRUPP; DAS Gesterkamp, DAS Rosenbrock so etwas zu tun?
    AUSSER wir zwingen sie.

    Ihr Kampf geht doch eben genau darum, ihr Partikularinteresse ALS Gemeinwohl zu verkaufen. Und JETZT, wo sie um ihre Pfründe bangen, kommen die Attacken. Die „heilige Familie“ schreibt uns doch nicht unbewusst in den Rechtsextremismus – sie schreiben uns als Bedrohung einer Demokratie, die sie als demokratischen Prozess selber beerdigen wollen und haben.
    Genau das sagt dein Text: Die kognitive Dissonanz soll verschwinden.
    Pronto.

    Aber nicht per Filter, sondern durch Verbote.
    Deshalb sind sie so herrschaftskompatibel.

    Antwort

  18. Lies doch mal die Roedig im „Freitag“ aus der Sicht einer exekutierten Herrschaftsform – die will die Herrschaft der elitären Clique, die darüber befindet, was die rechte Moral ist. Wenn möglich ohne Guillotine; aber praktischer fände sie schon mit.
    Rate mal, wer die ersten Opfer wären…

    Und die neuesten Angriffe in internationaler Form:
    http://www.nrk.no/contentfile/file/1.10947191!reform.pdf

    Auf english ab Seite 35ff.

    Ich kenne diese Anmaßung – die weiße Mittelschichtsfrau als universelles Opfer der Geschichte, hier verkauft als Feministin – schon länger und bei mir erzeugt das Brechreiz.

    All die Sklavenhalterinnen, die KKK-Frauen, die Faschistinnen, die Denunziantinnen, die Kolaborateurinnen, Eva Braun, Magda Goebbels, Karin Göring – alles Opfer.
    Die stehlen allen echten Opfern und Diskriminierten alles.
    Und gehen mit diesen gestohlenen Ansprüchen dann hausieren.

    Abartig.

    Gruß, C.

    Antwort

  19. Der Link zu Antje Schrupp funktioniert nicht.
    Willst du eigentlich wirklich auf diese Personen direkt (also ohne anonym.to) verlinken?

    Antwort

  20. Danke für den Hinweis! Ich hab den Link erneuert.

    Dass ich nicht-anonymisiert verlinke, ist schon Absicht. Falls von hier Besucher auf Schrupps Seite gehen, soll sie das ruhig nachvollziehen können (ich fänd es auch gut, etwas davon mitzukriegen, falls mich jemand verlinkt).

    Antwort

  21. „Und die neuesten Angriffe in internationaler Form“ Ich hab darüber gelesen und dachte zuerst, Berichte über das skandinavische Bestreben, Kritik an feministischen Positionen unter Strafe zu stellen, sei ein Aprilscherz. Aufgefallen ist mir aber z.B. folgendes Zitat aus dem verlinkten Text (Punkt 6, S. 36), dort wird über Erfahrungen den Marginalisierung von Jungene geredet: „This feeling of marginalisation and isolation may lead to vulnerability to the rhetoric and the sense of belonging that extremist organisations and groups offer.“ Keinswegs also müsse man Jungen um ihrer selbst Willen diese Erfahrungen ersparen – sondern nur, damit sie nicht Extremisten werden und irgendwann andere bedrohen.

    Antwort

  22. Das ist auch sehr vernünftig. Ich glaube, dieser Blog muss sich nicht verstecken mit seinen ausgesprochen guten Analysen. Sollen sie doch sehen, wer sie da verlinkt.

    Antwort

  23. Das ist Falsch. Gender Studies, die nach gleichem Muster funktionieren wie arische Mathematik oder neudeutszch Filterbubbles, beherrscht in Deutschland nicht nur die SPD und die Grünen, sie sind Dank Ursula von der Leier auch in der CDU präsent und wie beim Aufschrei gesehen, stehen sie auch bei einem Grossteil der Journalisten hoch im Kurs… Da ist diese Auftragsstudie von Rosenbrock zwar nur ein kleiner Baustein, doch ich wette sie wird in dieser Filterbubble Gender Studies rumgereicht, zitiert, auf sie verwiesen und zur Konditionierung ihrer gläubigen Anhänger benutzt. Gleiches innerhalb der SPD mit Gesterkamps Dreck… Aber es sind ja nicht nur die Studien und Bücher von Gesterkamp, Rosenbrock und Kemper, es geht ja
    weiter mit dem Daphne Programm der EU, das uns nette 3% an Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigungen beschert, die dann wieder von Gender Studies zitiert werden. Danach machen diese dann in Frauenberatungsstellen und Frauennotrufen die Runde. Ob diese irgendwie richtig sind, ob diese überhaut wissenschaftlichen Standards entsprechen, nachvollziehbar sind etc. interessiert hier niemanden mehr… Und nur so lässt sich erklären, das hier Journalistinnen von Aufklärung und dem ganzen männlich weissen Rotz reden, ohne das überhaupt irgend ein Aufschrei kommt. Da verwundert es auch nicht das Gesterkamp gerade bei der Bundesbubble und -forum Männer für seine Sichtweise wirbt, auch interessiert es niemanden das Rosenbrock und Kemper weiter an irgendwelchen Unis um Gelder betteln, noch sonst irgendwas. Arische Mathematik halt…

    Falls einem der Begriff arische Mathematik nicht geläufig ist, hier mal im dt. Wiki – Universität im Nationalsozialismus – 5.3 Arische Wissenschaften
    http://de.wikipedia.org/wiki/Universit%C3%A4t_im_Nationalsozialismus#.E2.80.9EArische.E2.80.9C_Wissenschaften

    Mann kann jetzt versuchen sich irgendwo in eine Ecke zu verkriechen und zu sagen um diese Figuren wird ein viel zu grosses Tamtam gemacht, oder man kann, so wie Schoppe das hier dankenswerter Weise versucht, die Strukturen aufzuzeigen…

    Kai

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  24. Ächz, kurz vor Abflug doch noch ein paar Worte. 😉

    Das ist ein hochgradig politischer Text. D.h. in meinen Augen ist ihnen klar geworden, dass sie Benachteiligungen – gelesen als Marginalisierung im Rahmen hegemonialer Männlichkeit – besser nicht komplett verleugnen sollten.

    Damit machen sie sich unglaubwürdig, weil es empirisch offensichtlich ist, dass diese existieren. Aus diesem Grund die Empfehlung für eine taktische Kurskorrektur.

    Ergo, auch um eine aufkeimende mens rights Bewegung zu spalten und zu marginalisieren, sollte man sich um solche Marginalisierten kümmern – hingegen bei den Akteuren Strenge walten lassen, sie mit Hilfe des Staatsapparates in die rechtsextremistische Ecke stellen und weiträumig Redeverbot (schau mal, was sie den editors empfehlen) erteilen.

    Aber natürlich handelt es sich bei der „marginalisation and isolation“ nur um ein „feeling“ – also rein subjektiv. Gefühlte Marginalisierung. OBJEKTIV sind das nur uneigentlich Marginalisierte. 😉

    Aber der Anfang des Textes in seinen Gleichsetzungen ist schon der Hammer!

    Gender (weiblich) = feminism > dieser Alleinvertretungsanspruch!
    Als hätte sie irgendwer überhaupt gewählt.
    Ersetze spaßeshalber in dieser Passage „feminism“ durch „masculism“ – niemand von uns hätte einen solchen Satz geschrieben.

    Allein *dieses* Bewusstsein ist schon bizarr.

    Und am Schluss sehen sich Feministinnen im Grad der Verfolgung auf einer Stufe mit Ausländern, Poc und Juden!
    Das fand ich in seiner Anmaßung, seinem Ausmaß an Geschichtsfälschung und selbstgerechter Verlogenheit ungeheuerlich.

    In der BRD hat keine einzige Feministin jemals ein Berufsverbot erhalten – so radikal wurden sie eingeschätzt. Das Patriarchat wurde durch Schwarzer so bedroht, die erhielt sogar zwei Bundesverdienstkreuze für ihre Arbeit! Wie viele Straf- und Gewalttaten gab es in den letzten zehn Jahren gegen Feministinnen? Keine.
    Das ist alles rundweg lächerlich.

    Aber die meinen das wirklich ERNST!

    Filterbubble?
    Paralleluniversum bzw. – gesellschaft!

    Schönen Gruß und bis demnächst!
    Crumar

    Antwort

  25. Ja vielleicht haben sie in dieser Weise recht.

    Dennoch bin ich mit diesen Eindrücken wahrscheinlich kein Einzelfall mehr. Man kann sich dem kaum entziehen. Der Blick vieler Männer fängt offenbar an sich darauf zu richten. Im Kern ist es der Eindruck, dass Frauen Probleme damit haben tatsächlich (Selbst- und Mit-) Verantwortung für ihr Handeln zu tragen und auch Konsequenzen in Kauf zu nehmen.

    Häufige Falschbeschuldigungen, Verdrehungen etc. … die verstetigte ständige Projektion auf Männer … all das fängt natürlich an ein wahrnehmbares Odeur zu verbreiten, wenn (zu recht!) Gleichberechtigung eingefordert wird. Ein mittlerweile merkbarer Ausdruck des totalitäre Keims einer selbstgerechten selektiven Ignoranz zum eigenen Vorteil – das Hinwegsetzen über Menschen ohne eigene Konsequenz, inklusive ihrer eigenen Kinder (ggf. bis hin zum Abtöten eines noch nicht geborenen Lebens) und der unverholene Anspruch dazu.

    Freiheit bedingt auch Verantwortlichkeit. Beim Letzteren mangelt es Frauen als Gruppe gesehen offenbar nicht nur, sondern es sollen offenbar Umgebungen geschaffen werden, in der dies gar legitimiert wird. Natürlich es immer über vermeintliche oberflächlich plausible Positivitäten transportiert … bis hin zu einer vermeintlich positiv wirkendenden Diskriminierungen („Arbeit macht frei“ war auch so eine). Das ist (totalititärer) gefährlicher Unsinn, der die üblichen narzisstich pathologischen Züge von Diktatoren/Diktaturen trägt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Nicht alle Frauen sind so, dass ist mir auch klar. Dennoch ist aber eben auch deutlich zu spüren, dass bereits ein solches gesellschaftliches („vergiftetes“) Umfeld in Teilen existiert und offenbar weiter geschaffen werden soll, dass genau dies weiter begünstigt.

    Das ist aus meiner subjektiven kleinen Sicht keine gute (menschlich-kulturelle) Entwicklung, eher eine hässlich pathologische, aber wohl menschlich im Sinne vom Hang zu Narzissmen und verminderter Agape (ein Zeitphänomen, dass wohl auch größer ist als das Mann-Frau Thema). Aber in diesem Zusammenhang geht dies maßgeblich tatsächlich von Frauen aus – auf allen Beziehungsebenen, auch der Politischen.

    Meine mir zurechtgelegte Erklärung dafür ist eher einfach: Sie sind es gewohnt mit solchen Mustern/Verhalten/Haltungen durchzukommen nur die Verdeckung löst sich langsam auf, da Gleichberechtigung dies dann exponiert. Männer sind es offenbar gewohnt sie auch für groteske menschliche Verfehlungen gegenüber anderen Menschen in Schutz zu nehmen.

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  26. Wer den Diskurs dominiert, ist an einer freien Diskussion nicht interessiert. Die Filterbubbles sind lediglich Mittel zum Zweck.
    Aber die Zeiten, wo man als Konsument von Medien maximal darauf hoffen konnte, einen Leserbrief zu veröffentlichen, sind vorbei. FeministInnen mögen auf ihren Blogs alle unliebsamen Meinungen unterdrücken, das ändert aber nichts daran, dass solche „Unmöglichkeiten“ nur einen Mausklick entfernt sind.

    Antwort

  27. Noch als kleiner Zusatz: Es kann ja sogar sein, dass Kemper oder möglicherweise auch Rosenbrock persönlich gar nicht viel von ihren Texten haben (bei Rosenbrock aber bezweile ich das – ich glaub, ich hab noch nie von einer Magisterarbeit gehört, die so extrem protegiert worden ist). Wichtig ist aber doch, dass das, was sie tun (sei's für die Böll-Stiftung, sei's als „Schwarze Feder“) Folgen hat. Sie diffamieren (maßlos) Menschen anderer Meinung, koppeln sich dabei an bereits vorhandene Klischeestrukturen an und tragen zu ihrer Betonierung bei. Und (@Kai) ich bin mir auch sicher, dass Texte wie der von Rosenbrock herumgereicht werden – dafür ist er auch gemacht.

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  28. Dieser Grad an „Verfolgung“ wird sich ähnlich wie die konstruierte Lohndiskriminierung auch bald wenig widersprochen in den Medien finden. Denn es sind Feminismuskritiker, die dort mit Sperrung und Zensur aus der Diskussion gedrängt werden. Und für die neuesten Angriffe in internationaler Form gibt es nur eine Kennzeichnung: Gesinnungsterror.
    Ich selbst wurde in Rosenbrocks „Studie“ als Verfasser von antifeministischen Kommentaren genannt. Welche meiner Aussagen konkret damit gemeint war, benennt der Autor an keiner Stelle. Kein Zitat, nichts, denn es würde sich nur herausstellen, dass “Zeitist” konsequent gleiche Rechte – gleiche Pflichten einfordert und damit das ganze emanzipatorische Fass und nicht nur feministische Schminktöpfchen geöffnet sehen will.

    Siehe: http://www.boell.de/downloads/antifeminismus-innen_endf.pdf Seite 140

    Und so wie Tina Groll auf zeit-online einem Rosenbrock für seine ungeheuerliche Pauschaldenunziation Raum gab, war abzusehen, dass die unliebsamen, „antifeministischen“ Wahrheiten eines „Zeitist“ nicht länger geduldet werden. Die Sperrung folgte ohne Vorwarnung auf dem Fuss.
    Meine Verweise auf fundamentale Widersprüche wie z.B. Gender-Theorie von 23 oder mehr Geschlechtern und „positiver Diskriminierung“ genau eines Geschlechts werden – wie bei derFreitag und taz geschehen – einfach gelöscht. Eine deutliche Absage an die demokratische Diskussionskultur von Argument und Gegenargument. Stattdessen willkürliches Behaupten, Auslassungen bis hin zur offenen Lüge, Diffamierung, Maulkorb. Es ist schlicht nicht mehr zu ertragen!

    Ihr Blog, Schoppe, ist eine Wohltat für jeden denkenden Menschen. Und schauen wir mal, wann Crumar in die freitäglichen filterbubbles fällt.

    Beste Grüße

    Antwort

  29. Danke! Ich hab mir auch die Rosenbrock-Passage nochmal angeschaut. Er schreibt: Der Code “tendenziell antifeministisch“ sage aus, „dass in der Argumentation Ansätze von mindestens einem Argumentationsstrang aus antifeministischen Kreisen vorhanden sind oder dass das Posting explizit frauenfeindliche Äußerungen enthält. Dies könnte z.B. bedeuten, dass in einem Kommentar von einer Einzelerfahrung eines Vaters, der mit der Mutter des Kindes im Konflikt steht, auf eine Benachteiligung von Männern geschlossen wird.“ (139/40) Frauenfeindlich sein oder Kritik an einzelnen Aspekten des Feminismus üben ist prinzipiell dasselbe – und in diese Kategorie fällt schon ein Vater, der es nicht allein als sein privates Problem begreift, wenn er seine Kinder nicht mehr sehen kann, sondern der nach den politischen Bedingungen dieser Situation fragt. Es ist bei einem solchen Denken natürlich kein Wunder, dass Stellungnahmen von Menschen mit abweichender Meinung beliebig und mit gutem Gewissen unterbunden werden.
    Beste Grüße zurück

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  30. „Das ist aus meiner subjektiven kleinen Sicht keine gute (menschlich-kulturelle) Entwicklung, eher eine hässlich pathologische, aber wohl menschlich im Sinne vom Hang zu Narzissmen und verminderter Agape“

    Ich meine es nicht böse, aber ich empfinde Ihren Text als wortreich, aber ungeheuer unkonkret. Sie stellen eine weitreichende Behauptung auf über die Mentalität und Verhalten vieler Frauen. Und vermutlich erleben Sie das in der Tat nicht alleine so. Aber Sie bringen keine Beispiele und Sie leiten Ihre These nicht her. Leider. Vielmehr arbeiten Sie mit weiteren Thesen (Narzismus als menschliche Grundschwäche z.B.). Auch diese Thesen sind ohne jeden Beleg und wirken daher mehr wie eine persönliche Weltanschauung („Der Mensch ist so und so“). Das finde ich insgesamt ein bisschen schwierig.

    Antwort

  31. „Auch diese Thesen sind ohne jeden Beleg und wirken daher mehr wie eine persönliche Weltanschauung („Der Mensch ist so und so“). Das finde ich insgesamt ein bisschen schwierig.“

    Natürlich ist das auch so. Aber warum auch nicht? Den Anspruch alles in dieser Art belegen zu wollen finde ich ausgesprochen naiv. Das ist so weit ich es überblicken kann auch ganz grundsätzlich nicht möglich. Es geht hier u.a. eben aber auch um solche „Anschauungsdinge“, angestossen durch wie ich meine fanatische wie selbstgerecht eigennützige Haltungen eines mittlerweile „ausarteten Feminismus“ die uns bzw. niemanden mehr gut tun.

    Ja, Thesen. Aber es ist doch das, was ich da wahrnehme. Vergleicht man das „partnerschaftliche“ Verhalten oder was Frauen heutzutage darunter offenbar mehrheitlich verstehen lassen sich durchaus Parallelen an dem was Sie als mnschliche Grundschwäche bezeichnen erkennen. Das drückt sich dan auch auf größeren gesellschaftlich sozialen Bögen aus.

    Finde ich eigentlich nicht so schwierig nachzuvollziehen. Belegen im z.B. wissenschaftlichen Sinne kann ich das natürlich nicht.

    Bei diesem Themen geht es im kern aber eben genau auch um gesellschaftliche und mitmenschliche Wahrnehmungen, die niemals wirklich im obigen Sinne belegt werden können. Umgekehrt kann man wiederum alles „belegen“, weil immer Interpretationsebenen bleibt und wir sind wieder bei Wahrnehmungen – die Basis für das Erlangen einer „Definitionshoheit“, eben das was die Damen aus ihrer persönlichen Grundschwäche – ich meine sie wird unreflektiert bzw akzeptiert zur Stärke – heraus betreiben. Narzissmus nacht genau das und auch „Unterdrückungsdynamiken“ funktionieren so und werden nicht im obigen Sinne durch Belege aufgehalten.

    Kann ich nun auch nicht wirklich belegen, aber ich weiß dass daran tatsächlich viel stimmt.

    Antwort

  32. … es sind die dogmatischen wie langsam allgemein akzeptierten und unreflektierten Hinwegsetzungen über Menschen z.B. eines mittlerweile alles durchdringenden „Staatsfeminismus“ (wenn man es so nennen möchte) wie auch die darin enthaltene und auch spürbare Entmenschlichung, z.B. die Unfähigkeit auch Kritik zu dulden, die mich innerlich alarmieren …

    Egal wie so etwas gerechtfertigt wird bzw. werden soll – aus meiner „Weltanschauung“, „Glauben“ oder wie immer man das (be)nennen möchte, verstehe ich, dass sobald der Respekt und die Achtung vor dem Leben anderer für ein vermeintliches „besseres“ Ziel mit Füssen getreten und dann als real stattfindender Vorgang verleugnet oder gar als der „gerecht“ bzw. „gerechtfertigt“ hingestellt wird, ist es in meiner kleinen Weltanschauung immer der falsche Weg … meist wird dann doch sehr deutlich, dass viele Menschen sich daraus Dividenden versprechen. Das wissen wir doch eigentlich in diesem Land sehr genau, womit ich dann nun wieder diesem sog. „Godwins Law“ angekommen bin bzw. entspreche.

    Aber es sind doch eben auch diese Allgemeinplätze. Die „gute Seite“ wird so „newspeakartig“ sozusagen „definitionshoheitsmäßig“ okkupiert und Menschen eigentlich so legitimiert missachtet – immer auch aus einem zunächst lokal alles andere ausblendenden vermeintlich „gutem Grund“ heraus.

    Vielleicht darf man so etwas nicht äußern. Vielleicht ist das kontraproduktiv. Kultureller Fortschritt heißt für mich (hier wieder „Weltanschauung“) eben auch, dass wir es an diesen „Stellen“ in Zukunft besser machen. Maßstab ist dabei doch die Achtung des Nächsten … im Übrigen auch zutiefst christlich (und auch ein Grundsatz in anderen Relgionen etc.) – recht universell – und genau hier sind die „Damen“ wie ich es wahrnehme auf einem unsäglichen Irrweg.

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  33. Danke für den Artikel. Sie geben im Grunde ein treffendes Beispiel für ein autopoietisches System. Die Autopoiesis ist ein wenig schwer zu begreifen, weil zu viele Komponenten in sie hineinspielen, deshalb sind fassbare Beispiele aus der Lebenswelt wie das Ihre sehr hilfreiche Erklärungen.
    Servus
    M. M.

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  34. Es ist einleuchtend, dass wir nicht alles, was uns wichtig ist, wissenschaftlich belegen können. Ich teile Michael Lohmanns Einwand trotzdem. Es geht ja nicht um wissenschaftliche Beweise (obwohl die für manche Äußerungen natürlich schon wichtig wären), aber es geht darum, anderen überhaupt plausibel, nachvollziehbar und eben auch überprüfbar zu machen, worüber man redet. Wenn Sie aber stark im Allgemeinen bleiben, dann kann sich jeder seinen Teil dazu denken – aber ob man auch nur annähernd über dasselbe Thema spricht, ist kaum klar zu sagen.

    Gerade beim Sprechen oder Schreiben über Geschlechterthemen finde ich es wichtig, bloße und unkonkret bleibende Allgemeinaussagen zu vermeiden (sei es über „die Frauen“ oder über „die Männer“, auch wenn die Aussage dann durch ein „mehrheitlich“ o.ä. relativiert wird). Denjenigen, die man so bezeichnet, lässt man wenig Chancen, sinnvoll darauf zu reagieren. Wie auch? „Ja, die Männer/die Frauen sind so, aber ich bin anders.“

    Antwort

  35. […] Dauer-Monolog aber spiegelt mehr wieder als nur ihre eigene Person. Ob nun Antje Schrupps Vorliebe für Filterbubbles oder Wizoreks Umdeutung von Kritik in Hate Speech – Stokowski arbeitet im Selbstversuch heraus, […]

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