Medien Väter

Väter schaffen Konflikte, sind rechtsradikal und stören intakte Familien (oder: Weitere Erzählungen aus der tageszeitung)

Bild zeigt eine Mutter mit ihren drei Kindern im dritten Reich.
geschrieben von: Lucas Schoppe

Ich beginne mit einem Geständnis. „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.“ Diesen Satz von Hanns-Joachim Friedrichs habe ich immer für etwas betulich gehalten, für allzu selbstverständlich. Insbesondere durch Erfahrungen mit der „tageszeitung“, die ich lange oft und gern las, habe ich diese Meinung revidiert. Sie steht für einen anderen Journalismus als den von Friedrichs – einen, der für eine gute und gerechte Sache streitet, der parteilich ist, weil Überparteilichkeit ohnehin nur wahre Interessen verberge. Kurz: für einen Journalismus, der sich im Kampf für die großen Wahrheiten (Befreiung der Unterdrückten, der Frauen, der Natur, etc.pp.) und gegen die großen Lügen (Kapitalismus, Patriarchat, etc.pp.) schon ab und zu mal kleine Lügen und Halbwahrheiten erlauben kann.

Der Nachteil eines solchen Journalismus ist ja, unter anderem, dass er nicht seinen Lesern (oder, im taz-Deutsch: LeserInnen) verpflichtet ist, sondern politischen Akteuren, deren Interessen er unterstützt. All dies wurde mir selbst allerdings erst klar, als ich mich selbst – als „entsorgter“ Vater – plötzlich auf der Seite derer wiederfand, gegen die bei der taz so wacker gekämpft wird. Da in einer taz der vergangenen Woche aber ein längerer Bericht angekündigt war über die Folgen des neuen Kindschaftsrechts, das winzige Verbesserungen für nichtverheiratete Väter installiert, habe ich mir zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder eine Ausgabe gekauft.

Schon das Titelbild ist enorm tendenziös – hier kämpfen zwei Eltern mit Fäusten gegeneinander, und ihnen zu Füßen leiden die Kinder unter der Aggression der Eltern. Immerhin wird hier nicht nur der Mann als aggressiv dargestellt, aber natürlich täuscht die vordergründige Ausgewogenheit – der Elternkrieg, so wird suggeriert, entsteht ja gerade dadurch, dass die Rechte der Väter ein winziges Stückchen gewachsen sind. Um Rechte aber geht es in den Augen der taz natürlich auch gar nicht: „Die Machtfrage“ lautet die Überschrift auf der Titelseite.

Von gedemütigten Patriarchen und Heldinnen des Alltags Mit „Das Ende der Machtmütter“ ist dann allerdings der entsprechende Artikel von Heide Oestreich und Simone Schmollack betitelt, und die Autorinnen sind durchaus um den Eindruck der Ausgewogenheit bemüht – sie interviewen Edith Schwab vom Alleinerziehendenverband VAMV ebenso wie Rainer Sonnenberger vom Väteraufbruch, und sie stellen fest: „Der alte Spruch ‚Das Kind gehört zur Mutter‘ wird auf den Boden neuer Tatsachen geholt: Das Kind gehört zu beiden Eltern.“ (Warum das bei den alten Tatsachen noch nicht der Fall war, lassen Oestreich/Schmollack allerdings unklar.) Gleichwohl ist ihr Text ein Paradebeispiel für die Widerstände, die sich schon gegen kleine Verbesserungen der Situation von Vätern formieren.

Wenn die Autorinnen über ein zerstrittenes Elternpaar berichten, dann beschreiben sie den Vater natürlich als jemanden, bei dem man sich vorstellen könne,  „wie hart und streng er sein kann, wenn er etwas will“ – nur dass er eben nicht allein entscheiden könne. Dass er und seine Partnerin, nicht-verheiratet, das gemeinsame Sorgerecht beantragt hätten, sei ein „Schritt, den beide heute bereuen.“ Das ist nicht glaubwürdig – ohne diesen Schritt hätte er nämlich überhaupt kein Sorgerecht, und es ist unplausibel, wenn ihm Schmollack und Oestreich eine Reue über die gemeinsame Sorge zu unterstellen, weil er die Kinder doch eigentlich für sich allein haben wolle. Diese Möglichkeit bestand für ihn, anders als für die Mutter, schließlich nie.

Insgesamt trügen beide Seiten „ein schweres machtpolitisches Erbe: der Vater die Demütigung, nicht mehr Patriarch zu sein, die Mutter den Verlust, im Alltag nicht mehr allein über die Kinder bestimmen zu dürfen.“ Auch das suggeriert ein Gleichgewicht, das es so schlicht nicht gibt – und geht daher an den realen Problemen vorbei. Das Problem der Väter besteht ja eben nicht im Verlust der alten Patriarchenrolle (ohnehin ein Klischee, dass vielen traditionellen Vätern nicht gerecht wird), sondern darin, dass sie zum gemeinsamen Kind keinen oder kaum einen Kontakt haben können, wenn dies der Mutter – aus welchen Gründen auch immer – nicht gefällt. Oestreich/Schmollack suggerieren ein Macht-Gleichgewicht, von dem sie wissen, dass es mit der realen rechtlichen Situation von Elternpaaren nichts zu tun hat.

Nun sind scheinbar neutrale Formulierungen, die stillschweigend die erheblichen Rechtsunterschiede von Müttern und Vätern voraussetzen, durchaus kennzeichnend für Stellungnahmen von Verfechterinnen mütterlicher Alleinerziehung. Es sei ein Problem, wenn ein Elternteil das Sorgerecht gegen den Willen des anderen bekäme (natürlich ist damit das Recht des Vaters gemeint, und der Wille der Mutter), das Doppelresidenzmodell würde die Kinder verwirren, die doch einen Lebensmittelpunkt bräuchten (der dann selbstverständlich bei der Mutter liegt – das Beispiel findet sich auch im Text), Kinder müssten vor Konflikten der Eltern geschützt werden (was regelmäßig zur Entfernung des Vaters führt), wer sich gewalttätig verhalte, dürfe kein Sorgerecht bekommen (das gilt exklusiv für Väter – warum die Gewalt durch die Mütter für Kinder weniger schlimm ist, hat der Alleinerziehendenverband nicht erläutert, als er diese Forderung aufstellte). Undsoweiter. Anstatt also über die Positionen relevanter Akteure auch auf der Seite der Alleinerziehenden nur zu berichten oder sie zu kommentieren, kopieren Schmollack und Oestreich sie ganz einfach.

Gute Väter, böse Väter Noch deutlicher machen sie dies mit ihrer Kernthese. „Der entscheidende Unterschied zwischen Mütter- und Väterlobby besteht in einer Art ‚Naturrecht’, wie es Juristen nennen würden.“ (Hier dachte ich zuerst, die Autorinnen würden auf ein mütterliches Selbstverständnis anspielen, das „natürliche Recht“ zur Sorge für die Kinder zu haben – aber nein:) „Familienanwältin Schwab nennt es ‚Biologismus’: Ist es gut, wenn der biologische Vater im Leben des Kindes präsent ist?“ Einmal abgesehen davon, dass die Journalistinnen hier ganz selbstverständlich die Einschätzung einer Alleinerziehungs-Lobbyistin zu eigen machen, ist diese Argumentation offenkundig hanebüchen. Es ist bezeichnend, dass das wohl erst ganz deutlich wird, wenn die Geschlechterpositionen einmal vertauscht werden: Was wäre denn, wenn ein Mann der Mutter und den gemeinsamen Kindern den Kontakt zueinander erheblich beschränken oder ganz verhindern würde, weil er eine neue Partnerin als „soziale Mutter“ installiert habe, und den Protesten der Kindesmutter dann fröhlich  mit dem Argument entgegnete, sie würde reaktionär sein und einem längst überwundenen „Biologismus“ frönen?

Hier bedienen Oestreich/Schmollack eine Tendenz, die sich in Verlautbarungen der VAMV-Vorsitzenden, sondern auch im anschließenden (und in einigen Punkten übrigens ganz ausgewogenen) Interview mit Lore Maria Peschel-Gutzeit (SPD) zeigt: Leibliche Väter auszugrenzen nicht mehr mit dem Hinweis auf die Autonomie mütterlicher Entscheidungen, sondern auf die Anwesenheit eines „sozialen Vaters“, der die reale Sorge trage und daher der eigentliche Vater des Kindes sei. Der angestrebte Bedeutungsverlust des leiblichen Vaters steht allerdings im Konflikt mit Erkenntnissen der Adoptionsforschung, nach denen eine Beziehung zu leiblichen Eltern für Kinder eine besondere und nicht ersetzbare Bedeutung habe (diese Ergebnisse sind eigentlich auch Schmollack nicht ganz fremd). Das bedeutet nicht, dass die Bedeutung sozialer Eltern irrelevant sei – es bedeutet aber, dass soziale Eltern ein unnötiges Problem konstruieren und Interessen ihres Kindes ignorieren, wenn sie ihre Elternschaft auf der Ausgrenzung des leiblichen Vaters aufbauen. Welche Funktion hat die sachlich schwer haltbare Argumentation von Schwab et.al. also?

Europäischer Gerichtshof und Verfassungsgericht haben festgestellt, dass es menschen- und grundrechtswidrig ist, das Recht von Kind und Vater auf väterliche Sorge von Willkürentscheidungen der Mutter abhängig zu machen. Ein leiblicher Vater hat grundsätzlich dem Kind gegenüber eine einmalige, unwiederholbare Beziehung, die prinzipiell ebenso wichtig ist wie die Mutterbeziehung. Für soziale Väter gilt dies nicht unbedingt – es ist ja durchaus möglich, dass soziale Väter wechseln, ohne dass sie nach Trennungen noch Kontakte zum Kind behalten. Wenn also Schmollack und Oestreich als Journalistinnen, Schwab als Lobbyistin und Peschel-Gutzeit als Politikerin unisono den sozialen Vater gegen den leiblichen ausspielen, dann ersetzen sie einen Vater, über den die Mutter aufgrund seiner existentiellen Beziehung zum Kind nicht frei verfügen kann, durch einen Vater, der de facto in massiven Abhängigkeiten von den mütterlichen Entscheidungen steht. Kurz: Sie etablieren damit wieder eben das mütterliche Willkürrecht, das soeben von den Gerichten erst eindeutig abgelehnt wurde.

Wenn der Wolf sich über die Schafe empört Mit großer Selbstverständlichkeit macht die taz sich damit zum Sprachrohr des Alleinerziehendenverbands.  Die Autorinnen stellen Kritik an Schwab generell als unsachlich, als „merkwürdig“ dar, zitieren etwa ohne Quellenangabe (die Quelle ist hier) anonyme Männerrechtler im Netz, die Schwab mit dem nationalsozialistischen Ideal der deutschen Mutter in Verbindung brächten – und diese kann antworten, ohne dass die Autorinnen noch einmal nachhaken würden: „’Das ist Quatsch, ich persönlich bin völlig ideologiefrei. Diese Leute können eine fundierte sachliche Argumentation nicht ertragen, also versuchen sie es mit übler Nachrede. Aber was kümmert es die Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt?’“ An anderer Stelle zieht Schwab allerdings selbst einen willkürlichen Nazi-Vergleich (so dass ihre klare Zuordnung, wer nun Eiche und wer Wildsau ist, ein wenig ins Trudeln gerät), nämlich eben im Hinblick auf die Kernthese, dass ein Engagement für Väterrechte „biologistisch“ motiviert sei. „’Das ist neu’, sagt sie. Zuletzt sei die biologische Abstammung bei den Nazis so wichtig gewesen. Sie provoziert bewusst.“

Nun werden schlechte Nazi-Vergleiche ja nicht unbedingt dadurch plötzlich sinnvoll, dass man einfach behauptet, sie „bewusst“ anzustellen. Schwabs Argumentation bedient aber so offenkundig beliebte Klischees (Väter- und Männerrechtler als reaktionär, biologistisch, rechtsradikal etc.), dass es sich lohnt, kurz darauf einzugehen.

„Während die NS-Rhetorik den nostalgischen Mythos der schützenden Familie pflegte, war die praktische Politik darauf ausgereichtet, eine Familie zu schaffen, die dem totalitären Staat gefügige Mitglieder ‚heranzüchtete’. Das nationalsozialistische Familienmodell steuerte tendenziell die ‚Entleerung’ des Privathaushalts an (…).“ So beschreibt Claudi Koonz in ihrem Werk „Mütter im Vaterland“ (S. 425) schon 1988 die Beziehung des nationalsozialistischen Staats zur bürgerlichen Kleinfamilie. Es ist ein Klischee, dass dieser Staat auf dem bürgerlichen Familienideal aufbaute – tatsächlich war die Familie, als privater Rahmen, ein ungeliebtes Gegengewicht zum Zugriff des Staates auf die Einzelnen. Barbara Vinken dazu in ihrem zuerst 2007 erschienen Werk „Die deutsche Mutter“: „Die nationalsozialistische Politik untergrub die bürgerliche Familienideologie: Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass die Nationalsozialisten die Frau in die traditionelle Familienrolle zurückdrängen wollten.“ (Vinken, S. 227) „Die Familie wurde im Volkskörper aufgelöst.“ (S. 228) Vinken analysiert anhand von Ina Seidels Erfolgsroman „Das Wunschkind“  die Bedeutung der Mütterideologie im NS-Staat vor dem Hintergrund der radikalen Instrumentalisierung der Männer als Soldaten, die für den Opfertod bestimmt sind. Im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Familienphantasien steht dort nicht mehr das bürgerliche Paar, sondern die Mutter-Sohn-Beziehung: Die Väter,  ohnehin für den Kampf an der Front vorgesehen, spielen keine Rolle, der Sohn wird ebenfalls auf den Fronteinsatz vorbereitet, sein Tod wird imaginiert als Eingehen in das Einssein mit der Mutter (auf diesen Aspekt bei Vinken hab ich schon in einem Text über Dworkin hingewiesen). An anderer Stelle geht auch Koonz auf die strikte Trennung weiblicher und männlicher Sphären in der NS-Gesellschaft ein: „Wie so viele Aspekte der NS-Ideologie übersteigerte dieses Weiblichkeitskonzept ein traditionelles Ideal ins Extrem.“ (Koonz S. 456, dazu Vinken auf S. 248/49)

Schwab ihrerseits steht für eine Politik der strikten Trennung einer mütterlichen (Sorge) und einer väterlichen Sphäre (Finanzierung), damit für eine absurde und für die Familie destruktive Übersteigerung der traditionellen bürgerlichen Geschlechterideale, für eine selbstverständliche Zuordnung der Kinder zur Mutter, für ein Familienmodell, das Familien in massive und existenzielle Abhängigkeiten von staatlichen Leistungen manövriert. Wenn ausgerechnet sie ihre Gegner mit nationalsozialistischer Politik in Verbindung bringt, benimmt sie sich (um mal einen Vergleich zu suchen, der nichts mit Nazis zu tun hat) wie ein Wolf, der sich über die Aggressivität der Schafe empört.

Insgesamt aber ist der taz-Artikel trotz allem sehr interessant, weil er deutlich macht, wie sich Lobbyistinnen der mütterlichen Alleinerziehung (in Politik, Lobbyorganisationen und Medien) nach der neuen Gesetzgebung positionieren: Mit dem Vorwurf, die Anerkennung väterlicher Rechte würde auf Kosten der Kinder Konflikte schaffen – mit dem Versuch, Gegner als vorgestrig, gar als rechtsradikal hinzustellen, anstatt die eigenen reaktionären Anteile wahrzunehmen – mit dem Versuch, Männer (soziale Väter) gegen Männer (leibliche Väter) auszuspielen und damit mütterliche Machtpositionen zu sichern. Es rächt sich offenkundig, dass der Gesetzgeber noch immer keine Gleichberechtigung von Müttern und Vätern etabliert hat. Dass er bestehende Ungleichheiten minimal verkleinert, aber nicht beseitigt hat, verstehen die Privilegierten offenbar als Aufforderung, alles zu tun, um ihre Privilegien auch weiterhin zu sichern.

Texte (soweit sie nicht verlinkt sind):

Heide Oestreich/Simone Schmollack: Das Ende der Machtmütter, in: die tageszeitung. die sonntaz, 4./5.Mai 2013, S. 20/21
Heide Oestreich: „Da wird die Biologie absolut“. Interview mit Lore Maria Peschel-Gutzeit, in: die tageszeitung. die sonntaz, 4./5.Mai 2013, S. 22

Claudia Koonz: Mütter im Vaterland. Frauen im Dritten Reich, Freiburg 1991 (amerikanisches Original: Mothers in the Fatherland: Women, the Family and Nazi Politics, 1988)
Barbara Vinken: Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos, Frankfurt am Main 2011 (besonders S. 198-249, Erstauflage 2007)

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16 Comments

  • Ein wesentliche Quell – vielleicht der wichtigste im Sinne von „kraftvoll“ – von all diesem ist, dass das Leben von Vater und Kind in der (zueinander) ureigenen bindenden (Lebens-)Einheit sowie ihr aufeinander bezogenes aber unabhängiges Dasein keine wirkliche Achtung erfährt. Achtung im Sinne von unkonditionierter menschlicher Lebensachtung. In diesem Sinne „sozial“ nicht wirklich anerkannt (es muß sich „verdient“ werden etc.) und jedem eigennützigen Zu- bzw. Übergriff (der Zeitströmung) ausgesetzt.

    In dieses („Szenario“) hinein spreizen sich offenbar die Neurosen der Frauen bzw. Mütter, die hier, setzt man eine Vater-Kind Bindung tatsächlich einmal als ebenfalls bedingungslos zu achtendes Leben voraus, erheblichen, und meist narzisstischen, Mißbrauch ungebremst betreiben können und davon zugleich im Sinne von sozialem Status wie auch in den von ihnen dann wahrgenommenen, so entstehenden, „Selbstwert“ profitieren.

    Dies erhält auch seinen Spiegel in dem von ihnen instigierten „verstetigten Machtkampf“ oder „Opferkult“, der sich bei Betrachtung wem dies eigentlichen Nutzen im Sinne der Möglichkeit ohne Konsequenz zu benutzen (keine tatsächliche Verantwortung zu übernehmen) bereitet, offenbart. Im Grunde kindlich-soziopatische (Benutzungs-)Strategien, die von der „sozialen Gruppe“ keine Sanktion erfahren, da es sich oft individuell und als Gruppe vorteilhaft ausprägt, dass die Betroffenen sozusagen „geopfert“ werden – mit einem gesichtswahrenden Narrativ versehen, d.h. Betroffenen seien dafür selbstverantwortlich.

    Insgesamt wohl eine verhängnisvolle Dynamik. Und man ist kein „Mann“, wenn man sich demgegenüber abzugrenzen sucht bzw. versucht sein Kind davor zu schützen.

    Man könnte auch einfach sagen, dass Väter und Kinder keine Menschenrechte haben. Und dies wird so lange so sein, so lange Frauen alles was sich da an (Macht- und Status-) Begehrlichkeiten bei ihnen zur ihrer inneren Neurosen- und Angstbekämpfung so ausprägt auf Männer und Kinder schieben können.

    Gleichberechtigung wird ohne tatsächliche individuelle wie auch gesellschaftliche Verantwortungszumutung den Frauen gegenüber, z.B. auch ihre gegenüber tatsächlichen leiblichen Vater und Kind, nicht funktionieren. Frauen scheinen alles zu versuchen um dies zu vermeiden. Man könnte auch sagen, behält man diesen Blickwinkel einmal bei, sie verar… uns und unsere Kinder schon ziemlich lange um sich vor ihrer (Lebens-)Selbstverantwortung weiterhin erfolgreich zu drücken.

    Fairer aber existierender Wettbewerb wird dann über Quoten ausgeschaltet – eine Weiterführung genau dieser Versorgungsmentalität.

    Es fängt langsam an ein unangenehmes menschliches Odeur zu verbreiten, d.h. die Narrative reichen nicht mehr ganz es zu übertünchen.

  • Die Kinderrechtskonvention wäre auch eine interessante QUelle:
    http://www.unicef.de/fileadmin/content_media/Aktionen/Kinderrechte18/UN-Kinderrechtskonvention.pdf

    Hieraus:
    Artikel 18
    [Verantwortung für das Kindeswohl]
    (1) Die Vertragsstaaten bemühen
    sich nach besten Kräften, die Anerkennung
    des Grundsatzes
    sicherzustellen, dass beide Elternteile
    gemeinsam für die Erziehung
    und Entwicklung des Kindes
    verantwortlich sind. Für die
    Erziehung und Entwicklung des
    Kindes sind in erster Linie die Eltern
    oder gegebenenfalls der Vormund
    verantwortlich. Dabei ist
    das Wohl des Kindes ihr Grundanliegen.
    (2) Zur Gewährleistung und Förderung
    der in diesem Übereinkommen
    festgelegten Rechte unterstützen
    die Vertragsstaaten die
    Eltern und den Vormund in angemessener
    Weise bei der Erfüllung
    ihrer Aufgabe, das Kind zu erziehen,
    und sorgen für den Ausbau
    von Institutionen, Einrichtungen
    und Diensten für die Betreuung
    von Kindern.

    Leider hat sich, wie man diversen EGMR-Urteilen abliest, die Bundesrepublik Deutschland eben nicht bemüht, wie es Artikel 18 wünscht.

  • Gesetze unterliegen immer auch gesellschaftspolitischen Interpretationen. Sie verkommen zum zahnlosen Tiger, wenn sie bagatellisiert werden und nicht judikativ wie exekutiv tatsächlich nachgehalten werden. Auch Richter ducken sich häufig weg, insbesondere bei solchen entfernteren (Gesetzen). Das war wohl schon immer so und wird auch immer so sein und gehört offenbar zur menschlichen Lebensrealität.

    Beispiele gibt es dafür aber viele – jüngstes ist die Steuerhinterziehung im großen Stil. Auch hier bekommt die Gesetzgebung erst den „Zahn“, wenn die Eliten, die sich in diesen Bereichen der Judikative und Politik aufhalten, Gefahr laufen ins Abseits zu manövrieren.

    Insbesondere ist es so anscheinend auch bei Menschrechten, die zu Privilegien werden, wenn sie von führenden Interessensgruppen nicht gewollt sind und Privilegien zu Ansprüchen wie heutzutage bei Frauen z.B. den (abgesicherten und versorgten) Anspruch auf Beförderung und Erfolg und Kind und noch weiteres zur absoluten „Selbstbestimmung“ gehörendes, weil … (hier „Opfernarrativ“ einsetzen).

    Die sog. „(Post)Moderne“ prägt sich scheinbar immer mehr als ein Weg in eine Art neuzeitliches Mittelalter aus, dass im analogen Sinne von sich verdeckt präsentierenden Ängsten, Begehrlichkeiten und Status nährt. Eine Zeit in der sich so etwas wie (argumentativ, und auch sonst) eine Art ausweglose „Ketzerverfolgung“ durch instrumentalisiertes und Dividenden bringendes „Gutmenschentum“ auszahlt. Da tauchen dann auch die üblichen Rattenfänger als Splittergruppen mit zunächst plausiblen jedem leicht einleuchtenden, einseitig geprägten und auch unterschwellig transportierten („Gutmensch“-)Argumenten auf. Es ist vielleicht bezeichnend, dass gerade die interessens-eigennützigen und sektenartigen Strömungen wie Feminismus und Kreationismus (… und weiteres wie z.B. eine eigentümlich mythisierte Technikfeindlichkeit …), aufklärerische und Chancengleichheit herstellende Ideen, Wissenschafts- und Leistungsprinzipien unterlaufen – erheblich verstärkt durch die auch zur Ausgrenzung wie zur Demagogie zu nutzenden Möglichkeiten des Internets. So offenbar aber auch mit den „Gesetzen“, die dann ebenfalls nicht nur mehr wirklich verlässlich erscheinen, sondern sogar über einen Lobbyismus von Partikularinteressen (gegen andere) offenbar heutzutage erst Gestalt annehmen.

    Vielleicht ein zu dunkles Bild – damit ist es insgesamt wohl dann doch noch nicht ganz so weit her, zumindest kann der ein paar Schritte zurückgehende und vielleicht vorbelastete, nicht mehr ganz objektive Beobachter einen solchen Eindruck bekommen, insbesondere auch wenn es um grundliegende Vater-Kind Rechte und deren Schutz geht.

  • Diese eiskalte Egomanie kann einen schon verzweifeln lassen. Zumal Leute wie Schmollack und Schwab auch 16 Jahre nach den denkwürdigen Worten eines Harald Schütz noch immer mit ihrer unfassbaren Doppelmoral und menschenrechtsfeindlichen Anmaßungen Einfluss nehmen bzw. gesetzliche Ungerechtigkeiten aufrechterhalten können und ihnen keiner das väterexkludierende Handwerk legt.
    12 Jahre ist es jetzt her, dass Matussek seine „Vaterlose Gesellschaft“ veröffentlichte. Rechtlich geändert hat sich so gut wie nichts. Oder doch, eine Quote soll Frauen Führungspositionen zu Füßen legen.

    Im Jahre 2013 stellt sich die taz hin und fragt allen Ernstes, ob gleiches Sorgerecht ein Fortschritt sei. Kein #aufschrei, nichts. Gesetzlich verankerter Sexismus von einer vorgeblich linken Zeitung offen verteidigt und niemand – bis auf eine handvoll Kommentatoren – haut ihnen diese antiemanzipatorische Sauerei um die Ohren. Stattdessen präsentieren triumphierende Femen abgeschnittene Hoden und sitzen blumenbegränzt lächelnd bei den Öffentlich Rechtlichen.

    Wir sitzen hier und schreiben nun seit fast 20 Jahren zum Xten Mal klug oder wütend oder frustiert oder bittend gegen diese galoppierende Geschlechterapartheid an. Die Reaktionen bleiben konstant hämisch bis diffamierend. Selbst Genitalverstümmelung von Jungen kann gesetzlich legalisiert werden und damit geteiltes Menschenrecht ohne dass der weibliche Opferstatus seine Priorität verlöre.
    Hoffnungslos.

    Dennoch beste Grüße
    Jörg

  • @ Dummerjan Danke für den Hinweis und das Zitat!

    Ich finde übrigens auch das Grundgesetz sehr klar und gut.
    „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat
    und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt
    werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (3.3) „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“ (6.2) „Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.“ (6.5)

    Es wäre also schon viel gewonnen, wenn sich der Gesetzgeber einfach mal an die anerkannten Konventionen und an das Grundgesetz halten würde.

  • „Die sog. „(Post)Moderne“ prägt sich scheinbar immer mehr als ein Weg in eine Art neuzeitliches Mittelalter aus, dass im analogen Sinne von sich verdeckt präsentierenden Ängsten, Begehrlichkeiten und Status nährt.“ Es gab vor einiger Zeit auf der amerikanischen Seite „A Voice for Men“ einmal eine, wie ich finde, sehr gute Gegenüberstellung von Moderne und Postmoderne.

    http://www.avoiceformen.com/miscellaneous/contrasting-modern-and-post-modern-discourse/
    Einige Zitate zum „postmodernen Diskurs“ daraus scheinen mir sehr passend:

    •“(It) will typically try, not to answer opponents with better arguments, but to silence them completely as ‘hateful’, ‘intolerant’, ‘bigoted’, ‘misogynistic’, ‘homophobic’, etc.”

    •“persons and positions are ordinarily closely related,” with little insistence on keeping personal identity separate from the questions or issues under discussion

    •(It)results in “stale monologues” and contexts that “seldom produce strong thought, but rather tend to become echo chambers.”

    Ich würde aber auch kein dunkles Bild malen – es ist in meinen Augen offensichtlich, dass hier einige Aspekte heutiger Diskurse, insbesondere feministischer, gut beschrieben sind – aber sie sind nicht alternativlos.

  • @ Jörg „Hoffnungslos.“ Es ist tatsächlich enorm ernüchternd, wie regelmäßig Situationen und Stellungnahmen, die doch eigentlich in einer Aufbruchstimmung münden müssten, schlicht versacken, ohne dass sich etwas ändert. Dass die Massenproduktion von Vaterlosigkeit den Kindern erheblich schadet, müsste eigentlich seit mehr als zehn Jahren jede und jeder verstanden haben – aber alles läuft im wesentlichen weiter wie zuvor. Dass die entsprechenden Gesetze der Bundesrepublik – und zwar nach Feststellung der zuständigen hohen Gerichte – die Menschen- und Grundrechte von Millionen verletzt haben, hätte eigentlich als erheblicher Skandal wahrgenommen werden müssen. Statt dessen gibt es erhebliche, zähe und mächtige Widerstände gegen jede ernsthafte Änderung dieser Gesetze.

    Ich finde die Situation allerdings nicht hoffnungslos, sondern lediglich deprimierend. Ich bin mir sicher, dass es im Kindschaftsrecht irgendwann zu einer Gleichberechtigung von Vätern und Müttern kommen wird – weil einfach jede andere „Lösung“ neue, in ihrem Rahmen wiederum unlösbare Probleme produzieren wird. Die Frage ist daher in meinen Augen nicht, OB solch eine Regelung irgendwann kommt – sondern nur, wie viel Schaden bis dahin noch angerichtet werden kann.

  • Nach Geschlecht geteiltes Recht auf körperliche Unversehrtheit ist hierzulande seit 2012 Realität. Wollen wir das etwa als Indiz für gewachsene politische Sensibilität im Hinblick auf die Situation von Männern werten? Und die Schieflagen im Kindschaftsrecht sind nach wie vor nicht in den Medien. Wenn, dann nur im mütterlichen Interesse aufbereitet.
    Vielmehr ist zu beobachten, dass Stück für Stück von den geschlechtsunabhängigen Grundrechten abgetragen wird. Positive Diskriminierung wird nun, da politisch akzeptiert und implementiert, mehr und mehr ausgebaut.
    Insofern kann ich Ihren Optimismus bzgl. Kindschaftsrecht so gar nicht teilen.

    Beste Grüße
    Jörg

  • @Jörg Stimmt alles. Ich hab aber im Hinblick auf das Kindschaftsecht ja gar nicht damit argumentiert, dass die Sensibilität größer wird – sondern nur damit, dass das recht Probleme produzieren und Handlungszwänge schaffen wird, solange es nicht in einer Gleichberechtigung der Geschlechter (und auch der ehelichen und nicht-ehelichen Kinder) mündet.

    Aber Sie haben Recht, ich bin auch verhalten optimistisch. In der Diskussion um die Beschneidung hat es mich auch sprachlos gemacht, wie selbstverständlich das Recht von Mädchen und das von Jungen auf körperliche Unversehrtheit unterschiedlich bewertet wurde – aber dieses Thema war nicht tabuisiert. Die Aufschrei-Debatte ist nicht so eingleisig geblieben, wie sie angelegt (und massenmedial gepuscht) war. Schieflagen im Kindschftsrecht sind durchaus vereinzelt in den Medien – als Ausnahmen, aber auch nicht nur in Spartenprogrammen (die Zeitschrift GEO-Wissen hatte z.B. mal als DVD-Beileger Douglas Wolfsbergers „Der entsorgte Vater“ – das ist ja nicht nur im mütterlichen Interesse aufbereitet). Ich finde, wie schon geschrieben, die Situation (besonders im Kindschaftsrecht) deprimierend – aber hoffnungslos nicht.
    Auch von mir beste Grüße!

    PS. Zum Thema des Abbaus geschlechtsunabhängiger Grundrecht hat ja übrigens genderama heute einen guten Text verlinkt:
    http://www.antibuerokratieteam.net/2013/05/07/grundsatzliches-zu-quoten-feminismus-und-rechtsstaat/

  • @Schoppe
    „Ich finde übrigens auch das Grundgesetz sehr klar und gut.“

    Ist es wirklich so klar? Ich habe den Eindruck, dass sowohl die Kinderrechtskonvention als auch das Grundgesetz unfreiwillig bei dem Begriff „Eltern“ eine Lücke haben.

    Denn wenn faktisch bei Vätern zwischen sozialem und leiblichem Vater unterschieden wird, dann öffnet das der Diskussion, wer denn nun der in den Gesetzen gemeinte männliche Teil der Eltern mit entsprechenden Rechten ist,Tor und Tür.

    Diese Differenzierung hat m.E. die Eindeutigkeit des Begriffs „Eltern“ ausgehebelt.

    Gruß
    Seitenblick

  • @ Seitenblick Ja, das stimmt. Aber auch wenn zwischen leiblichen und sozialen Vätern (oder vielleicht ja auch mal Müttern) differenziert wird, lässt es sich aus der Konvention und aus dem Grundgesetz nicht herleiten, dass sich soziale Eltern gegen leibliche Eltern in Stellung bringen können.

    Aber zugegeben, es lässt sich ohne größere Verrenkungen ja auch nicht herleiten, dass Menschen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit kein Sorgerecht haben und uneheliche Kinder im Unterschied zu ehelichen kein Recht auf die Sorge von Vätern…und es wird ja trotzdem so installiert. Insofern hast Du Recht, dass der Diskussion tatsächlich Tür und Tor geöffnet ist.

    Einen Gruß zurück

  • „All dies wurde mir selbst allerdings erst klar, als ich mich selbst – als „entsorgter“ Vater – plötzlich auf der Seite derer wiederfand, gegen die bei der taz so wacker gekämpft wird.“

    Warum war das für Dich vorher nicht erkennbar? Ist Dir niemals die einseitige „allgemeine“ Wehpflicht aufgefallen, hast Du Dich nie über Frauen- später Gleichstellungsbeauftragte gewundert für die Du nichtmal Wahlrecht hast, das immer schlechtere Abschneiden der Jungs im Bildungssystem ist Dir nie aufgefallen,…?
    Warum, denkst Du lernen Menschen solche Dinge so schlecht? Das müssten doch für Dich als Lehrer wichtige Fragen sein?

    Ob sich das mit dem Sorgerecht verbessert hat, glaube ich nicht. Da wird das „Kindeswohl“ als Bremse eingesetzt werden!

    DerdieBuchstabenzählt

  • @ DerdieBuchstabenzählt Gute Fragen – die hab ich mir auch schon öfter gestellt.

    Ich hatte mich schon vorher über einiges geärgert – unseriöse Professorinnen, die Arbeiten nur gut bewerteten, wenn sie zu den erwünschten (feministischen) Ergenissen gelangten, auch wenn diese Ergebnisse den Daten widersprachen – Positionen von Schriftstellerinnen (wie z.B. der Kult-Autorin Ingeborg Bachmann), die allen Ernstes die Position von Frauen im heutige Deutschland mit der von Juden im Nationalsozialismus verglichen – die Tatsache, dass die Meinung von Männern zu manchen Themen (nämlich zu feministischen) schlicht nicht zählte – natürlich die Wehrpflicht – und noch einiges mehr.

    Ich hatte aber das Gefühl, dass das relativ isolierte Phänomene seien, und mir fiel nicht ein, sie zu einem Gesamtbild zu verbinden (wie Punkte in einem Rätselbild, die nummeriert, aber nicht verbunden sind, so dass sie kein Muster ergeben). Außerdem glaubte ich Freundinnen oder weiblichen Bekannten schlicht, wenn sie sagten, das Männern für manche Erlebnisse von Frauen der Sinnn fehle, beispielsweise für die Alltäglichkeit unangenehmer Anmachen. Das hat sich für mich tatsächlich erst mit der #aufschrei-Kampagne geändert – die Belege für die Allgegenwärtigkeit von sexualisierten Grenzübertritten, die dort mit großem Aufwand und mit viel Getöse gesammelt wurden, fand ich durchaus ernüchternd. Von wenigen Ausnahmen abgesehen hatte ich nämlich den Eindruck, dass Männer Vergleichbares ebenso jeden Tag erleben, aber schlicht nicht auf die Idee kämen, das als „Sexismus“ darzustellen.

    Dass männerfeindliche Positionen mit massiven, gewaltsamen Zivilitätsbrüchen einhergehen – das hab ich erst begriffen, als ich als Vater selbst betroffen war. Ich hatte gewusst, dass die Situation für Väter ungerecht war – aber hatte (auch angesichts solcher pathetischer Aktionen wie die von Carriere, der den gekreuzigten Vater darstellte) das Gefühl, dass ihre Situation auch überzeichnet wird.

    Mit ist das heute schon wichtig, darauf hinzuweisen – einfach um ein Gefühl dafür zu bewahren, dass in den Augen vieler, die prinzipiell durchaus aufgeschlossen und gutwillig sind, Männerrechtler ihre Situation schlicht überdramatisieren. In meinen Augen ist es wichtig, gegenüber solchen Menschen die eigenen Anliegen plausibel machen zu können – sonst bleibt man marginalisiert.

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