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Wie friedfertige Erwachsene gewalttätige Jungen produzieren – Susanne Biers „In einer besseren Welt“

Bild zeigt Filmausschnitt aus dem Film von Susanne Biers.
geschrieben von: Lucas Schoppe
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„Hin zu einer maskulistischen Filmkritik“ möchte Arne Hoffmann und hat auf Genderama zu diesem Zweck bereits den Dokumentarfilm „The Central Park Five“ von Ken und Sarah Burns  und Joseph Kosinskis „Oblivion“ (mit Tom Cruise)  analysiert. Für mich ist dieser Ansatz sehr reizvoll, und so habe ich mir einmal zwei ganz unterschiedliche neuere Filme aus ganz unterschiedlichen Genres noch einmal angeschaut und überlegt: Hilft es bei der Interpretation dieser Filme, darauf zu achten, welchen Blick auf Männer und Jungen sie einerseits werfen, wie sie andererseits aber auch spezifisch männliche Perspektiven wiedergeben?

Susanne Biers Film „In einer besseren Welt“ (der dänische Originaltitel „Hævnen“ bedeutet, wörtlich übersetzt, „Rache“) wurde 2011 mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet und kam im selben Jahr in die deutschen Kinos. Einige Interpretationen, zum Beispiel die der deutschen Wikipedia, konzentrieren sich auf das im Originaltitel angedeutete Problem der Rache und verstehen den Film als eine Auseinandersetzung mit dem Problem, wie Menschen auf Gewalt reagieren können. Die Wikipedia spitzt dies sogar auf die Frage zu: „Entscheidet man sich für das Alte Testament und fordert Rache (Auge für Auge) oder orientiert man sich am Neuen Testament und dessen pazifistischem Ansatz und hält die andere Wange hin?“ – eine Gegenüberstellung, die nicht nur klischeehaft und problematisch ist, sondern die auch den Film verfehlt.

Seine größte Stärke gerät dabei ganz aus dem Blick: In einer enorm differenzierten, überzeugenden und auch fairen Weise setzt er sich mit dem Verhältnis von Erwachsenen und männlichen Jugendlichen auseinander, und er tut dies so eindrücklich, dass jemand, der sich mit Jungenpädagogik beschäftigt, an „In einer besseren Welt“ eigentlich nicht vorbei kommt.

Wie Erwachsene sich in einer besseren Welt verkriechen und ihre Söhne allein lassen Der Film beginnt in einem afrikanischen Flüchtlingslager: Der dänische, aus Schweden stammende Arzt Anton rettet in einer Notoperation  das Leben einer jungen Frau, die eine klaffende Bauchwunde hat. Ein afrikanischer Mitarbeiter erklärt ihm hinterher, die Verletzung sei das Werk des Verbrechers „Big Man“, der mit seinen Männern wette, welches Geschlecht das Kind einer schwangeren Frau habe – und der ihr dann den Bauch aufschlitze und das Kind heraushole, um zu überprüfen, wer Recht hatte.

Ein zweites Mal setzt der Film in Dänemark ein, auf einer Beerdigung. Der etwa zwölfjährige Chrsitian liest bei dem Begräbnis seiner Mutter aus Hans Christian Andersens Märchen „Die Nachtigall“ vor, in dem die Nachtigall dem sterbenden chinesischen Kaiser das Leben rettet, indem sie mit ihrem Gesang selbst den Tod sehnsüchtig macht, so dass er in seinen Garten davonschwebt. Seine Mutter habe ihm dieses Märchen immer vorgelesen, erklärt Christian hinterher, auf Englisch: Er ist mit seinem Vater nach dem Tod der Mutter aus London in den kleinen dänischen Heimatort des Vaters zurückgezogen.

Irritierend ist Christians unbewegliche Mimik: Die Beerdigung nimmt er äußerlich ebenso kühl wahr wie die Ankündigung des Vaters, dass er nur ein neues Zuhause habe. Irritierend ist kurz darauf auch das Verhalten des gleichaltrigen Elias, des Sohnes von Anton, gegenüber seiner Mutter: Er schreit sie ohne erkennbaren Anlass an, dass er sie hasse. Die Distanz zwischen den Jungen und ihren Eltern ist zunächst schwer erklärbar, ihre Gründe werden erst langsam deutlich: Christian wirft seinem Vater vor, gegen den Krebstod der Mutter nicht stärker angekämpft und ihn schließlich sogar begrüßt zu haben – Elias leidet unter der Trennung seiner Eltern nach einer außerehelichen Affäre des Vaters, die ihm die Mutter nicht verzeihen kann.

Christian und Elias freunden sich miteinander an, als Christian Zeuge wird, wie Elias von dem Schulhofschläger Sofus und dessen Freunden attackiert und aufgrund seiner etwas vorstehenden Zähne als „Rattenfresse“ beschimpft wird. Der ältere und größere Sofus greift auch Christian an, als der Elias beisteht. Da Christian wenig später sieht, wie Sofus Elias in die Schultoilette folgt, geht auch er hinterher, schlägt ohne Vorwarnung mit einer Luftpumpe auf den größeren Jungen ein, verprügelt ihn, hält ihm schließlich ein Messer an den Hals und presst ihm die Zusicherung ab, Elias und ihn in Zukunft in Ruhe zu lassen. Elias und er verstecken das Messer, das Christian natürlich nicht mit zur Schule hätte bringen dürfen, und als sie hinterher einzeln von der Polizei befragt werden, verraten sie auch auf mehrfache Nachfrage nichts davon. Das Schweigen gegenüber den Erwachsenen vertieft ihre beginnende Freundschaft.

Hätte er sich nicht gewehrt, dann hätten alle anderen geglaubt, sie könnten ihn auch verprügeln – so erklärt Christian anschließend seinem Vater, was er getan hat. Eine der stärksten Szenen des Films ist dann ganz unscheinbar: Christian, Elias und Sofus sitzen bei der Schulleiterin, ein Lehrer und eine Lehrerin begleiten das Gespräch, und die Schulleiterin stellt fest, dass die Jungen wenigstens gelernt hätten, dass es keinen Sinn habe, sich zu schlagen. Alle drei nicken beflissen, geben sich schließlich auf Aufforderung der Schulleiterin die Hände und entschuldigen sich beieinander, Sofus noch mit schwer malträtiertem Gesicht. Anschließend fragt Sofus Christian, ob er mit ihm gemeinsam zurück gehen wolle – dieser aber bleibt bei Elias, der ihm zeigt, wo in der Schule er das Messer versteckt hat.

Die Welten der Erwachsenen und die der Jungen sind hier so weit voneinander entfernt, dass sie nicht einmal mehr widersprüchlich sein können. Ohne zu Zögern kommen die Jungen den Aufforderungen der Schulleiterin nach, obwohl die Interpretationen der Erwachsenen das Geschehene fast grotesk verfehlen: Befriedet wurde die Situation keineswegs durch die Einsicht in die Sinnlosigkeit der Gewalt, sondern durch die Gewalt selbst. Christians harter Angriff auf Sofus, seine offenkundige Entschlossenheit zur Eskalation verschaffen ihm einen solchen Respekt, dass Sofus ihm schließlich die Freundschaft anbietet (was der jüngere Christian dann selbstbewusst ablehnt). Eben das ist ein Generalthema das Films: Durch die selbstvergessene Fixierung der Erwachsenen auf Ideale der Gewaltlosigkeit nehmen sie sich und ihren Kindern die Möglichkeit, Gewalt zu moderieren. Die Lehrer und die Eltern hatten es zuvor versäumt, Elias und andere vor Sofus zu schützen, und sie machen sich nun unglaubwürdig, als sie Christians effektive Gegenwehr moralisch verurteilen. Weder nehmen die Erwachsenen ihre eigene Gewalt wahr, noch wollen sie verstehen, welche Funktionen Gewalt für die Jungen erfüllt. Sie imaginieren sich in eine bessere, friedvollere, vernünftigere Welt und lassen ihre Söhne allein.

Wie der Vater nach Hause kommt und trotzdem nicht da ist Besonders deutlich wird dies, als Anton endlich, und von Elias sehnsüchtig erwartet, nach Dänemark zurückkehrt. Als er mit seinen Söhnen und Christian unterwegs ist, unterbindet er einen Streit zwischen seinem jüngsten Sohn und einem anderen Jungen, zieht damit den Zorn von dessen Vater Lars auf sich und wird von ihm ins Gesicht geschlagen – ohne dass er sich wehrt. Da Anton den Jungen später deutlich machen möchte, dass Lars‘ Gewalt sinnlos und unvernünftig ist, nimmt er sie mit, als er ihn später noch einmal zur Rede stellt – die Situation endet damit, dass Anton erneut ohne Gegenwehr von Lars geschlagen wird. Als er den Jungen anschließend erläutern möchte, dass Lars die Auseinandersetzung verloren habe, da er viel unvernünftiger gewesen sei und ihm, Anton, ohnehin nichts habe tun können, stößt das insbesondere bei Christian auf lakonisch formulierte Skepsis: „Ich glaub, er hat nicht das Gefühl, dass er verloren hat.“

Christian und Elias nehmen die Gegenwehr gegen Lars nun selbst in die Hand, mit beinahe tragischen Folgen. Aus Feuerwerkskörpern, die er im Schuppen des großelterlichen Hauses gefunden hat, baut Christian nach Anleitungen aus dem Internet eine Rohrbombe, und er überzeugt Elias davon, damit gemeinsam Lars‘ Auto in die Luft zu sprengen. Als sie beide die Bombe gelegt haben, bemerkt Elias eine Joggerin mit ihrer Tochter, die auf das Auto zuläuft – um sie zu schützen, springt er auf, bringt sich selbst in Gefahr und wird bei der Explosion schwer verletzt.

Kurz zuvor hatte er noch versucht, mit Anton, der mittlerweile wieder in Afrika ist, über die beabsichtigte Tat zu sprechen. Die Internetverbindung aber war zu schlecht – „Ich bin da!“, hatte Anton Elias versichert, aber das war er eben nicht.

Die Vitalität der Jungen und die Blindheit der Erwachsenen Im afrikanischen Flüchtlingslager spiegelt sich die dänische Situation. „Big Man“ kommt mit einer schweren Beinverletzung und verlangt, behandelt zu werden – Anton behandelt ihn, gegen die Proteste seiner Mitarbeiter – doch als Big Man fast geheilt ist und sich über eines der Gewaltopfer seiner Bande lustig macht, wirft Anton ihn aus dem Lager, wohl wissend, dass Big Man in diesem Moment schutzlos ist und von den Flüchtlingen, die unter seinem Terror gelitten haben, getötet wird. Es ist eben diese Gewalt der anderen, die es Anton erspart, mit einem Dilemma leben zu müssen: Seine Pflicht als Arzt getan und Big Man geheilt, aber eben dadurch auch ermöglicht zu haben, dass der seine enormen Gewaltakte weiterhin begehen kann. Anton kann ein guter Mensch bleiben, ohne sein Gewissen durch den brutalen Tod weiter Frauen belasten zu müssen, weil andere an seiner Stelle gewalttätig sind.

Die Blindheit der Erwachsenen für ihre eigene Gewalt und ihre eigene Verstrickung in Gewaltlogiken hat beinahe furchtbare Folgen. Als Christian versucht, den schwer verletzten Elias im Krankenhaus zu besuchen, wird er von dessen Mutter aufgehalten – und diese erzählt ihm, wahrheitswidrig und in einem der perfidesten Gewaltakte des Films, dass er am Tod von Elias Schuld sei. Ihre Wut auf den Jungen ist nachvollziehbar – mit ihrer moralisierenden Lüge aber treibt sie den durch den Tod seiner Mutter ohnehin schon schwer traumatisierten Christian beinahe in den Selbstmord. Anton, der durch die Nachrichten von der schweren Verletzung seines Sohnes alarmiert aus Afrika zurückkehrt, rettet ihn im letzten Moment. Anton weiß von einem hohen Turm am Hafen, auf den die beiden Jungen häufiger geklettert waren, sucht den Jungen dort – und hält ihn zurück, kurz bevor sich Christian in die Tiefe stürzt. Als es Elias besser geht, führt dann seine Mutter Christian zu ihm – als ob nichts geschehen wäre und als ob sie sich nichts vorzuwerfen hätte.

Wenn Christans Vater den Jungen als vermisst meldet und Anton sich überlegt, wohin dieser gegangen sein könnte, ist dies der erste Moment im Film, in dem eine erwachsene Person ernsthaft versucht, sich in einen der Jungen hineinzuversetzen. Es ist bezeichnend, dass Anton zu dem väterlichen Verhalten, mit dem er Christian das Leben rettet, zunächst seinem eigenen Sohn gegenüber nicht in der Lage ist. Zu Elias ist er liebevoll, aber er bemerkt kaum, wie sehr er den Jungen dadurch verletzt, dass er in ärztlichem Idealismus immer wieder nach Afrika fährt und seine Söhne allein lässt.

Die eigentliche Hauptfigur des Films aber ist Christian. Er besteht darauf, für das, was ihm wichtig ist, zu kämpfen – für sich und seine Reputation, für seinen Freund, für dessen Vater, aber zuvor auch für das Leben seiner Mutter. Er kann es dem Vater nicht verzeihen, den Kampf gegen den Tod nicht ebenso angenommen zu haben – das Problem des Vaters aber eben ist es, dass er das, selbst traumatisiert und so wie alle Erwachsenen des Films in sich befangen, nicht versteht. So ist er auch nicht in der Lage, mit seinem Sohn darüber zu sprechen, das ein Kampf auch sinnlos sein kann. Es sind Christians Vitalität und seine Loyalität, die überhaupt Bewegung in das Geschehen bringen und die in der erstarrten, scheinhaften Gewaltlosigkeit der Erwachsenen Veränderungen möglich machen. Es sind aber auch eben gerade diese Eigenschaften, die ihn in der Augen eben dieser Erwachsenen zu einem gewalttätigen, verhaltensauffälligen Jungen machen. „Die Racheaktion, so erfolgreich sie ist, erweist sich als klarer Pyrrhussieg, weil die Jungs nun glauben, jegliches Unrecht rächen zu können“, schreibt Tobias Kniebe in der Süddeutschen Zeitung  über Christians Angriff auf Sofus und verfehlt damit die Logik des Films. In die Eskalation führt nicht die Erfahrung, dass Gewalt eine Funktion erfüllen kann – sondern die Weigerung der Erwachsenen, Gewalt zu moderieren. Dafür nämlich wäre es notwendig, die eigene Imagination einer friedfertigen, besseren Welt zu verlassen, sich mit den eigenen Gewaltlogiken auseinanderzusetzen und ihre Söhne wahrzunehmen.


Misandrie als filmisches Pflichtprogramm?
So behandelt Susanne Bier in ihrem Film überzeugend Themen, die auch  Kernthemen eines Engagements für Männerrechte sind, nämlich die Folgen der Vaterabwesenheit sowie die prekäre schulische und familiäre Situation von Jungen, und sie stellt fair zwei Jungen dar, die einen erheblichen Gewaltakt begehen. Diesem differenzierten Bild aber stehen auch erhebliche Klischees gegenüber, die allerdings bezeichnend sind. Sofus, Lars und ihr monstöses afrikanisches Spiegelbild „Big Man“ sind allesamt grobschlächtige, brutale männliche Figuren, die ihre Umgebung terrorisieren. Es ist, als ob die Präsentation von misandrischen Klischees ein Pflichtprogramm wäre, dessen Erfüllung erst eine empathische, nicht in Klischees befangene Darstellung männlicher Figuren ermöglicht. Ähnliches lässt sich vielleicht auch für Vinterbergs beeindruckenden Film „Die Jagd“ feststellen – hier stehen der Figur des Lucas als Sympathieträger zwar keine klischeehaft-gewalttätigen Männerfiguren gegenüber, aber der Film bezieht sich im Titel wie im Thema so deutlich auf Vinterbergs Klassiker „Das Fest“ (in dem ein Familienpatriarch des sexuellen Missbrauchs seiner Kinder überführt wird), dass Vinterberg kaum den Vorwurf fürchten muss, er habe seine Männerfigur zu positiv präsentiert und die gewalttätigen Seiten der Männlichkeit zu wenig beachtet. Möglicherweise also sind misandrische Männlichkeitsklischees so tief in unseren Interpretationsroutinen verankert, dass Filme diese Klischees erst einmal abarbeiten müssen, um Raum für ein differenzierteres, empathischeres Bild von Männern und Jungen zu schaffen.

Coming Soon: Ist Peter Parker Maskulist?

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2 Comments

  • @ man tau

    Erst einmal: Großes Kompliment für deine Filmkritiken!

    Ich habe diesen Film nicht gesehen und kann mich daher nur auf deine Rezension beziehen. Und beim Schluss hatte ich ein unangenehmes Aufstoßen:

    Du schreibst: „Möglicherweise also sind misandrische Männlichkeitsklischees so tief in unseren Interpretationsroutinen verankert, dass Filme diese Klischees erst einmal abarbeiten müssen, um Raum für ein differenzierteres, empathischeres Bild von Männern und Jungen zu schaffen.“

    Ich meine, mit solchen Schlussfolgerungen sollte man vorsichtig sein.
    Es gibt ja grobschlächtige und brutale männliche Figuren. Über Sofus kann man in deinem verlinkten Trailer etwas entnehmen. Solche Jungs gibt es. Und was ich in dem kurzen Ausschnitt gesehen habe, scheint mir stimmig in der Figurenzeichnung.

    Ich finde, wir sollten da nicht den Fehler mancher Feministinnen machen, die jegliche negative Zeichnung eines weiblichen Charakters in einem Film oder Roman gleich als „frauenfeindlich“ geißeln.

    „Das Männliche“ als seelischer Archetyp hat seine konstruktiven Seiten – und seine dunklen Schattenseiten. Und auch der Schatten will angeschaut werden, will man das Ganze nicht verfehlen.

    Ja, in unserer femi-zentrischen Kultur stehen die Schattenseiten oft sehr stark im Vordergrund. (Unter Auslassung dessen, was diesen Schatten wirft.)
    Aber zu fordern, diese Schattenseite des männlichen Archtypus dürfe nicht gezeigt werden käme mir ähnlich unehrlich vor, die Forderung insbesondere von feministischer Seite, man möge bitte keine negativen weiblichen Charaktere verwenden im Erzählen einer Geschichte, weil das „frauenfeindlich“ und „sexistisch“ sei.

    Gruß
    virtual-cd

  • @ virtual-cd Vielen Dank für den Kommentar! Und ich verstehe die Kritik gut. Es war auch gewiss nicht meine Absicht zu fordern, dass negative, brutale Seiten von Männlichkeit ncht gezeigt werden sollten. Ich weiß, dass es Jungen und Männer wie Sofus oder Lars gibt, die dumpf gewalttätig sind und andere terrorisieren.

    Eigentlich ging es mir nur darum, eine Hypothese zu formulieren, die dann noch an anderen Filmen überprüft werden müsste – dass nämlich positive, empathische Darstellungen von Männlichkeit nie allein stehen, sondern dass daneben negative Darstellungen gleichsam als Pflichtprogramm mitlaufen (was andersherum so nicht der Fall ist, und was für Frauendarstellungen so auch nicht zuträfe). Aber, wie gesagt, es ist nur eine Hypothese – ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen. Natürlich aber sind negative Darstellungen von Männern nicht per se „männerfeindlich“ – danke also für die Möglichkeit der Klarstellung.

    Ein Gruß zurück!

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