In aller Unschuld alle Männer töten

„Ein anderes Mal kritisierte ich den Verkauf von Valerie Solanas “Scum”-Manifest durch eine linke Gruppierung an einem Büchertisch. Das brachte mir als Reaktion der verantwortlichen Feministin den Spruch ein: ‚Befreit die sozialistischen Eminenzen von ihren bürgerlichen Schwänzen!‘ sowie eine Erklärung, wieviel ihr dieses Buch gegeben habe und wie wichtig es für den Feminismus und für Frauen sei.“ Leszek bei Alles Evolution, Nachtrag 2015
Zur Verteidigung des vor kurzer Zeit populären Hashtags „killallmen“ schreibt die feministische Bloggerin „stavvers“ (schon kommentiert auf genderama):
„So, before I launch into this defence, let me point out that nobody is actually planning to kill all men. Not even some men. It’s just a phrase, an expression of rage, a rejection of a system which is riddled with violence.“ 
Wie beruhigend. Es ist schließlich eine universell anerkannte Wahrheit, dass öffentlich und massenhaft formulierte Hassphantasien nur dann problematisch sind, wenn diese Phantasien auch exakt so wie formuliert in die Tat umgesetzt werden. Zudem müsste eigentlich jeder merken, dass mit dem Wort „men“ keineswegs Männer, sondern natürlich allgemeine Strukturen gemeint sind: „It represents a structural critique, presented in a provocative fashion“ (so wie ja beispielswiese auch der Satz „Alles Schlampen, außer Mutti“ eine profunde Systemkritik enthält, die leider häufig übersehen wird).
Interessant ist in jedem Fall die Tradition, in die stavvers ihre Verteidigung des modischen Hashtags setzt, wenn sie klarstellt, dass keineswegs der Satz „Tötet alle Männer“ das Problem sei, sondern jeder, der sich an diesem Satz stört:
„it’s pretty difficult to mention SCUM (or indeed just cry “kill all men”) without the misogynists crawling in, crying misandry.“
Auch dies also ein schönes Beispiel, wie schnell Männer zum Jammern zu bringen sind: Während feministische Frauen mit solchen radikal dehumanisierenden Ungeheuerlichkeiten wie dem generischen Maskulinum oder öffentlich küssenden Hetero-Pärchen  konfrontiert sind und wacker standhaltend fast keine Miene verziehen, reagieren manche Männer schon beleidigt, falls die interessierte Öffentlichkeit mal engagiert, aber doch irgendwie fast ergebnisoffen ihre Ermordung debattiert.
 
Und passend dazu: Valerie Solanas‘ Phantasie der massenhaften Ermordung aller Männer, ihr berüchtigter Text „SCUM“ aus dem Jahr 1967 (wörtlich „Abschaum“, aber von der Autorin auch als Akronym für „Society for Cutting Up Men“, „Gesellschaft zum Aufschlitzen von Männern“, verwendet), ist ein selbstverständlich herangezogener und als bekannt vorausgesetzter feministischer Referenztext – nicht nur bei stavvers, sondern auch in einer Tweet-Folge, die sie als „absolut brilliant“ empfiehlt.
„Addendum, on things like SCUM: the complete abolition of men as they exist today would be necessary to effect genuine gender equality“
– die Auslöschung aller Männer als Instrument der Gleichstellungspolitik.

 

Von unschuldigen Faschistinnen und böswilligen Maskulisten

„S.C.U.M. wie auch Solanas erreichten in feministischen Kreisen nie mehr Bedeutung als einen gewissen Unterhaltungswert, aber das schützt den Feminismus leider nicht vor Diffamierung durch Antifeministen, die Solanas und S.C.U.M. als Sinnbild für Feminismus hetzerisch aufwerten und daran ihren paranoiden Verfolgungswahn messen“,

schreibt eine Kommentatorin (die feministische Bloggerin Isi) im Politik-Forum. Ich weiß nicht recht, wer sich durch diesen Text unterhalten fühlen könnte – das Problem an  ihm jedenfalls ist also gar nicht er selbst, sondern die Diffamierungsbereitschaft paranoider Männer.

„Antifeminismus ist Methadon für Antisemiten“ setzt Isi übrigens als Motto unter ihre Kommentare, und die Welt wäre gleich wieder in Ordnung (Männerrechte=Faschismus), wenn sie nicht direkt dahinter ein schmissiges „Israel, halt’s Maul“ platzieren würde (das aber sicher nichts mit Antisemitismus zu tun hat, sondern bestimmt lediglich eine sachliche inhaltliche Kritik von Israels Politik ist, die in der Aufregung ein bisschen verkürzt rüberkam).

Isis Argument wiederholen zwei Kommentatorinnen, onyx und fiona, auf Andreas Kempers Blog:

„@ fiona ‚Den Text von Valerie Solanas kramen Maskulisten gern als Referenztext für das hervor, wie sie Feminismus sehen möchten.‘ Besonders dann, wenn es keine Argumente gibt, auf die sie sich beziehen können, wird einfach mal kurzerhand ideologische Nähe unterstellt.“

Daran stimmt, immerhin, dass Solanas‘ Text nicht gerade von der Sorge geprägt ist, möglicherweise allzuviel Angriffsfläche zu bieten. Man muss jedenfalls schon sehr viel Angst davor haben, als maskulistische Spaßbremse zu erscheinen, um auf ihn so zu reagieren wie Andreas Hartmann in der jungle world (zur abermaligen Neuauflage des Textes im Jahr 2010 übrigens):

„Sätze wie dieser sind kraftvoll und unversöhnlich: ‚Rational denkende Männer wollen zusammengeschlagen, mit Füßen getreten, am Boden gehalten, niedergedrückt und wie Hunde behandelt werden; dreckig wie sie sind, wollen sie ihre Widerwärtigkeit bestätigt wissen.‘“

Die einen nennen es kraftvoll, die anderen nennen es faschistisch: In jedem anderen Kontext – etwa dann, wenn jemand so über Migranten schreiben würde wie Solanas über Männer – würde ein Journalist wohl seinen Job verlieren, wenn er sich über solchen Hass so bewundernd äußern würde. Und dass Solanas „unversöhnlich“ ist, überrascht eigentlich nicht – sie will ja schließlich ohnehin niemanden am Leben lassen, mit dem sie sich noch versöhnen könnte.

Fast albern aber ist die Idee, böswillige Maskulisten würden erst mühsam eine „ideologische Nähe“ von Solanas zum Feminismus konstruieren (ich musste urplötzlich an ein altes Titelbild der Titanic denken, weiß auch nicht, wieso). Solanas schreibt als Feministin, und sie wird von etablierten Feministinnen begeistert und verständnisinnig rezipiert.

Natürlich ist es gleichwohl nicht dem Feminismus insgesamt anzulasten, dass es einen Text wie „SCUM“ gibt – es ist schlicht wahrscheinlich, dass sich an jede hinreichend große soziale Bewegung früher oder später gewaltbegeisterte Verrückte anhängen. Ein Problem aber ist eben die  Reaktion darauf: mit Begeisterung, mit Verständnis, bestenfalls einmal mit Irritationen. Empörung hat der Text unter Feministinnen nur in Ausnahmefällen ausgelöst – und dann empörten sie sich in der Regel nicht etwa über Solanas, sondern über Männer, die Solanas‘ Massenmordphantasien (in gewohnter Manier) skrupellos nutzen, um den Feminismus insgesamt (der ja bekanntlich mit Männerhass niemals etwas am Hut hatte) zu diffamieren.

Es gab nirgendwo eine breite ernsthafte, ehrliche Diskussion darüber, warum ein solch radikal inhumaner Text wie SCUM für viele feministische Frauen so attraktiv, wie er zu einem feministischen Kultbuch werden konnte.

 

Kaum will Valerie mal ein paar Untermenschen töten, wird sie schon als Nazi beschimpft #aufschrei Was für ein Text ist das also?
The male is completely egocentric, trapped inside himself, incapable of empathizing or identifying with others, or love, friendship, affection of tenderness. He is a completely isolated unit, incapable of rapport with anyone. (…) He is a half-dead, unresponsive lump, incapable of giving or receiving pleasure or happiness.“
Der Mann bei Solanas ist explizit ein „Untermensch“, von ihr gern mit allen möglichen Arten aus dem Tierreich (solange sie nicht irgendwie sympathisch für Menschen sind) verglichen, „a male, a subhuman animal“. Die Frau dagegen:
„A woman not only takes her identity and individuality for granted, but knows instinctively that the only wrong is to hurt others, and that the meaning of life is love.“
Voller Liebe geht es dann auch weiter:
„Every man, deep down, knows he’s a worthless piece of shit.“
Was soll so ein Mann machen, sich seiner eigenen Wertlosigkeit ständig bewusst? Er versucht, getrieben vom Neid auf die Frau, selbst zur Frau zu werden.
„Being an incomplete female, the male spends his life attempting to complete himself, to become female“
Und da er es niemals ganz werden kann, muss er sie wenigstens besitzen, getrieben von primitivem, aber gefühllosen Sex-Drang („he’ll swim through a river of snot, wade nostril-deep through a mile of vomit, if he thinks there’ll be a friendly pussy awaiting him“) und argwöhnisch darauf bedacht, dass andere Männer ihm nichts wegnehmen („each man’s end is all the pussy for himself“).
 
Wie aber ist es möglich, dass Menschen einer so deutlich unterlegenen Gruppe gleichwohl eine Herrschaftsposition über die so viel humaneren, klügeren, stärkeren, aktiveren Frauen erlangen?
„It should be said, though, that the male has one glaring area of superiority over the female – public relations.“
Gerade dass die Frauen humaner, echter, ehrlicher, kurz: die eigentlichen Menschen sind, wird ihnen zum Verhängnis – der Mann, betrügerisch und manipulativ, von Machtdrang besessen, von Neid zerfressen, trickst sich in eine Herrschaftsposition hinein.
 
Nicht nur in der Idee einer industrialisierten Ermordung aller Männer, auch in Details der Argumentation bildet Solanas so den nationalsozialistischen Hass auf Juden nach und verwandelt ihn in eine feministische Massenmordphantasie. Auch die Nazis standen bekanntlich vor dem Problem, die Juden als radikal unterlegene „Rasse“ zu präsentieren und gleichzeitig die „jüdische Weltherrschaft“ über die doch so überlegenen „Arier“ zu erläutern – und auch in der nationalsozialistischen Phantasie sichert den Juden gerade ihre angebliche moralische Unterlegenheit ihre Herrschaft: ihre imaginierte Bereitschaft zum Betrug, ihr vorgebliche Herrschaft über die öffentliche Meinung, getrieben von einem Machtdrang, der tief im Neid und im Bewusststein der eigenen Unterlegenheit wurzeln würde und der den „Ariern“ daher, selbstverständlich, völlig unverständlich gewesen wäre.
 
Bei den Nazis und bei Solanas müssen die Arier bzw. die Frauen erst lernen zu hassen, um sich verteidigen zu können:
„hateful, violent bitches given to slamming those who unduly irritate them in the teeth, who’d sink a shiv into a man’s chest or ram an icepick up his asshole as soon as look at him, if they knew they could get away with it, in short, those who, by the standards of our `culture‘ are SCUM… these females are cool (…).“
Auch andere Details gleichen sich. Solanas assoziiert Männer ebenso mit einem umfassenden, alles beherrschenden „money system“, mit der abstrakten Herrschaft des Geldes, wie Antisemiten traditionell Juden damit verknüpfen. Nur oberflächlich ist diese Haltung anschlussfähig an eine (seriöse) linke Kapitalismus-Kritik – tatsächlich geht es darum, Juden bzw. Männer mit einer Ebene abstrakter Herrschaft zu assoziieren, mit einer eigentlich toten Welt, der dann das eigentliche, konkrete, vitale Leben gegenübersteht, das bei Solanas die Frauen und bei den Nazis die „Arier“ repräsentieren.
 
Natürlich sind die Männer daher bei Solanas auch nicht zu wahrer Kunst fähig, sondern produzieren „entartete Kunst“ („A `male artist‘ is a contradiction in terms. A degenerate can only produce degenerate `art‘.“)
 
Für das Projekt der Ermordung aller Männer entwirft sie das Modell einer Tötungselite, einer weiblichen SS.
„Simultaneously with the fucking-up, looting, couple-busting, destroying and killing, SCUM will recruit. SCUM, then, will consist of recruiters; the elite corps — the hard core activists (the fuck-ups, looters and destroyers) and the elite of the elite — the killers.“
Die radikale Unterordnung von Menschen in verschiedene Gruppen, die Imagination eines Endkampfes dazwischen, die Gier auf das fabrikmäßige Töten – Solanas‘ SCUM ist also ein geradezu prototypisch faschistischer Text, der ohne Scham und bis ins Detail an diejenige politische Bewegung anknüpft, die selbst unter den faschistischen noch die furchtbarste ist: an den deutschen Nationalsozialismus.
 
Wer diesen Text trotz allem verteidigen will, nimmt dabei notwendig zu unhaltbaren Argumenten und Positionen Zuflucht. SCUM ist gewiss keine Satire – Christian Schmidt bringt das so auf den Punkt:
„Auf was SCUM eigentlich eine Satire sein soll, es bliebe ja nur der Männerhass oder radikaler Feminimus, bleibt hier offen.“
– und offenkundig ist er auch keine überspitzte Umkehrung realer Verhältnisse (kein Mann könnte es sich leisten, so über Frauen zu schreiben, wie Solanas über Männer schreibt).
 
SCUM“, und das macht wohl seinen Erfolg aus, ist also offen faschistisch, aber zugleich auch in hohem Maße anschlussfähig an feministische Mainstream-Positionen:
 
Das Bild der Väter könnte aus einer Stellungnahme des deutschen Alleinerziehendenverbands stammen („Mother wants what’s best for her kids; Daddy only wants what’s best for Daddy“), Solanas teilt die Verachtung für das, was Feministinnen heute als „Mansplaining“ verspotten („the male’s `conversation‘, when not about himself, is an impersonal droning on“), ihre Darstellung des Patriarchats als einer Gesellschaft, in der jeder einzelne Mann profitiert, hat Connell später in der Rede von der „patriarchalen Dividende“ wiederholt („The male `rebel‘ is a farce; this is the male’s `society‘, made by him to satisfy his needs.“), und unmittelbar verwendbar ist auch ihre weiträumige Entschuldung aller Frauen, die grundsätzlich niemals Mitverantwortung für gesellschaftliche Machtstrukturen tragen könnten, es sei denn, sie würden von Männer und Väterfiguren dazu verleitet („the unsureness of her own feelings and sensations that Daddy instilled in her“).
 
Solanas unterscheidet sich über weite Strecken kaum von Positionen, die auch heute in feministischen Diskursen selbstverständlich sind.

Massenmord für Schulkinder Entsprechend ist es auch schlicht nicht wahr, dass ihre Position im Feminismus eine Außenseiterposition sei. Arne Hoffmann hat in seinem Text „Wir müssen reden – über Faschismus“  ja schon an vielen Beispielen gezeigt, wie Solanas‘ Idee, dass Männlichkeit gleichsam ein Geburtsfehler sei, aufgegriffen wurde – von propagandistischen Darstellungen in der „Emma“, in denen das y-Chromosom für Aggressivität und Inhumanität verantwortlich gemacht wird und Männer als reißende Tiere dastehen, über die Autorinnen Christa Mulack, Josefine Schreier und Elizabeth Gould Davis bis hin zum Spiegel-Titel „Eine Krankheit namens Mann“ (ergänzend lässt sich noch der Stern-Titel vom Mann als „Fehlgriff der Natur“ anführen).

Eugenische Phantasien, in denen eine Auslöschung der Männer oder eine Reduzierung ihres Anteils an der Bevölkerung auf 10 Prozent imaginiert werden, wurden von Feministinnen immer wieder formuliert, etwa, wie in Hoffmans Text diskutiert, von Shulamith Firestone, von der amerikanischen Professorin und Science Fiction-Autorin Sally Miller Gearhardt, zudem von der feministischen Theologin Mary Daly („If life is to survive on this planet, there must be a decontamination of the Earth.“ ) oder der feministischen Kriminalautorin Pamela O’Shaughnessy.

Unter deren Artikel, den sie unter dem Pseudonym „Vliet Tiptree“ veröffentlichte, einigen sich zwei feministische Bloggerinnen („FCM“ und, tatsächlich, „Mary Sunshine“) schnell und ungehemmt darauf, dass männliche Kinder direkt nach der Geburt getötet werden sollten.

Solanas‘ Text ist längst kanonisiert. Schon als die Emma 1999 im großzügig aus Steuermitteln finanzierten „Frauenmediaturm“ und im großen Stil mit Iris Berben, Hannelore Elsner, Anke Engelke und anderen eine Lesung feministischer Klassiker wie Olympe de Gouges, Virginia Woolf oder Hedwig Dohm veranstaltete, war „SCUM“ selbstverständlich dabei (gelesen von Jasmin Tabatabai).

Alice Schwarzer übernimmt in ihrem Kommentar zu Solanas ohne jeden zumindest vordergründigen Versuch einer kritischen Distanz deren Position („Das ist es wohl, was den Frauen, wie allen unterdrückten und gedemütigten Gruppen, am meisten ausgetrieben worden ist: der Mut zum Hass! Was wäre eine Freiheitsbewegung ohne Hass?“).

An anderer Stelle, nämlich anlässlich der Diskussion um Lorena Bobbitt, die ihrem schlafenden Mann den Penis abgeschnitten hat, triumphiert die zweifache Bundesverdienstkreuzträgerin und imaginiert freudig massenhafte Gewalt gegen Männer herbei:

„Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen.. (…) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich!“

Seit Bobbitt wird zurückgeschlagen (als ob Frauen zuvor nie zugeschlagen hätten). Auch jüngere Feministinnen, die gegenüber Schwarzer kritisch sind, übernehmen gleichwohl ihre Begeisterung für die Gewalt. Ein Beispiel: Die feministische Bloggerin Nadine Lantzsch, die auch für die immerhin einmal für den Grimme Online Award nominierte Seite der „Mädchenmannschaft“ schreibt, beendet einen kritischen Artikel zu Schwarzer scheinbar völlig unmotiviert mit dem Satz: „Übrigens: Valerie Solanas wäre letztes Jahr 75 geworden.“

Als ob Solanas, verglichen mit der um allgemeine Anerkennung und Akzeptanz buhlenden Schwarzer, die authentischere, radikalere Feministin gewesen wäre. In einem anderen Text flüchtet sich Lantzsch gedanklich regelrecht zu ihr hin:

„Ich werde wütend, traurig, böse. Ich denke mir dann: ‚Valerie Solanas hatte Recht. Die Welt ist scheiße. Und Männer machen sie ein bisschen scheißer.‘“

Auch als Theaterstück wird „SCUM“ aufgeführt, in der Ankündigung mit einem regelrecht putzigen Satz über seine Autorin: „Vielleicht hat sie Männer wirklich gehasst.“  (Und schon wieder fällt mir der Titanic-Titel ein, ich weiß gar nicht, was heute los ist).

Die Regisseurin Mary Hannon dreht einen Film über Solanas‘ Leben und ihre Schüsse auf Andy Warhol, „I Shot Andy Warhol“, und gibt in der Emma über ihre Scum-Lektüre zu Protokoll: „eine Lektüre, die mein Leben veränderte. Kein Buch hatte mich je so angerührt und erschüttert.“ – selbstverständlich ohne jede Distanzierung seitens der Redaktion.

Ganz besonders seltsam ist die Situation im feministischen Musterland Schweden, in dem die Autorin Sara Stridsberg mit ihrem Roman über Solanas‘ Leben einen regelrechten SCUM-Boom auslöste.  Ein irrwitziges Beispiel ist ein Film, der schon seit Jahren bei youtube eingestellt ist:

Eine Frau erschießt einen zeitungslesenden Mann, andere Frauen eilen herbei, tragen eine Stereoanlage heran, alle vollführen angesichts des toten Mannes einen Freudentanz, lecken begeistert das Blut von seinem Kopf, bis schließlich eine Einblendung die Zuschauerinnen auffordert, es ihnen gleichzutun: „Do your part.“

Würden Jugendliche so etwas aufnehmen und ins Netz stellen, dann würde man schnell eine geeignete Therapie für sie suchen – bei erwachsenen Frauen aber geht so etwas glatt als politisches Statement durch. Und als pädagogisches: Die Frauen, die den Film gedreht und in ihm gespielt haben, führen Solanas‘ SCUM seit Jahren im Theater auf, gern auch in Schulaufführungen. (Dazu der Text eines schwedischen Männerrechtlers, hier in einer Google-Übersetzung)

Es ist bezeichnend, das ausgerechnet in Schweden der Solanas-Kult besonders irre Blüten trägt: Eine entschlossene staatliche Gleichstellungspolitik, die eigentlich nichts weiter als eine umfassende Frauenförderung ist, mindert offenbar nicht etwa den Geschlechterhass, sondern fördert ihn – und zwar nicht den Hass von Männern auf Frauen, sondern den von Frauen auf Männer.

Das ist ein wichtiger Punkt: Es ist offenbar ein bloßes Klischee, dass Hass vor allem aus Leid entstehe – wesentlich wichtiger für die Züchtung von Hass sind Strukturen, gedankliche wie institutionelle, die ihn legitimieren.

Anders ausgedrückt: Es kann in jeder sozialen oder politischen Bewegung Figuren wie Solanas geben, die ihrem pathologischen Hass freie Bahn lassen – wirklich folgenschwer ist jedoch  die Legitimation des Hasses durch andere, die sich anschließen, erklären, verharmlosen, unterstützen, verteidigen, und die sich an der Gewaltgier berauschen, ohne sich explizit mit ihr gemein zu machen.

Wenn also Feministinnen so tun, als ob nicht etwa faschistische Feministinnen, sondern deren Kritiker das eigentliche Problem seien, dann verfehlen sie die Situation mit staunenswerter Exaktheit. Ich kenne keine soziale oder politische Bewegung im demokratischen Spektrum, die auf Dauer damit durchgekommen wäre, faschistische Positionen und massenmörderische Gewaltphantasien zu kanonisieren und immer wieder neu aufzukochen.
 
Es geht also nicht darum, mit maskulistischer Heimtücke Feministinnen etwas abzuverlangen, was niemandem sonst abverlangt würde – sondern darum, feministische Positionen von allgemeinen, wichtigen Erwartungen an demokratische Politik nicht auszunehmen.
 
Es ist nicht nachvollziehbar, dass es im Feminismus niemals eine kritische Debatte über Solanas, Daly, Miller Gearhardt und andere gegeben hat – dass es Feministinnen fast ohne Ausnahme überhaupt nicht interessiert, warum offen faschistische Gewaltgier in ihrer sozialen und politischen Bewegung wiederholt eine große Attraktivität gewinnt, und inwiefern etablierte feministische Positionen möglicherwiese zu einer so völlig irrwitzigen Anziehungskraft beitragen.

70 Kommentare zu “In aller Unschuld alle Männer töten

  1. Ja, schon erstaunlich, dass Solanas immer wieder auf den Tisch kommt und das häufig so kommentarlos hingenommen wird (wobei man ja auch nie weiß, was alles nicht durch die Kommentarzensur kommt).

    Ich würde mir allgemein ein deutlicheres Hinterfragen innerhalb des Feminismus wünschen. Da fehlen häufig vollständig die Selbstreinigungskräfte

  2. Andreas H. sagt:

    Ab morgen (22.05 SWR2) wird auf den sogenannten zweiten Kulturkanälen der ÖR-Sender in der “ARD radiofeature”-Reihe die Männerbewegung thematisiert, Titel: “Maskuline Muskelspiele” von Ralf Homann. Allein, die Kurzbeschreibung verheißt nichts Gutes! Hier werden eins zu eins die kruden Thesen von Andreas Kemper angekündigt (Breivik und Co.).
    Website:
    http://web.ard.de/radio/radiofeature/#awp::

  3. Anonym sagt:

    Sehr interessanter Artikel. Die Parallelen Feminismus – Faschismus sind so augenscheinlich, dass man da nicht weiter drüber reden muss, setzt halt ein paar historische Kenntnisse voraus.

    Interessanter ist m. E. aber vielmehr, wie es überhaupt zu so einer Denke kommt.

    Dabei gehen diese Ideologien immer nach demselben Muster vor. Eigene Unterlegenheitsgefühle und auch Neid gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe werden zuerst an andere weiter gereicht, es wird ein Feindbild konstruiert. Man unterstellt, Angehörige der betreffenden Bevölkerungsgruppe würden den Rest der Bevölkerung irgendwie diskriminieren, obwohl sie eigentlich minderwertig, aber eben sehr hintertrieben sind, was aber nie bewiesen wird. Dies wird als Rechtfertigung herangezogen, dann quasi (seit 5 Uhr 45?) „zurückzuschießen“, um die eigene Aggression zu legitimieren.

    Hitler und auch Stalin waren vermutlich ausgewachsene Narzissten. Wenn man das und die hiermit verbundenen psychologischen Mechanismen verstanden hat, erklärt das deren generelle Vorgehensweise. Ist wirklich faszinierend, wenn man sich das mal genauer anschaut.

    Jüdische Weltverschwörung? Old Boys' Networks/Gläserne Decken/Lohndiskriminierung? Beweise?

    Sender Gleiwitz lässt grüßen. Man will einen Krieg anfangen, also liefert man den casus belli eben gleich mit.

  4. Anonym sagt:

    „Anders ausgedrückt: Es kann in jeder sozialen oder politischen Bewegung Figuren wie Solanas geben, die ihrem pathologischen Hass freie Bahn lassen – wirklich folgenschwer ist jedoch die Legitimation des Hasses durch andere, die sich anschließen, erklären, verharmlosen, unterstützen, verteidigen, und die sich an der Gewaltgier berauschen, ohne sich explizit mit ihr gemein zu machen.“

    In dem Prozess befinden wir uns offenbar bereits tiefer als vorstellbar. Auch der „Gleichstellung“-Mechanismus hat im analogen Sinne strukturell fast punktgenaue Ähnlichkeit mit der nationalsozialistischen Gleichschaltung.

    Und auch wie damals über Institutionen von oben, z.B. der EU mit der Resolution n°1706 (2010), mit der die europäischen Mitgliedsstaaten aufgefordert werden, Männer “positiv” zu diskriminieren und dazu in ihren Wahlgesetzen Quoten für Frauen einzuführen und ihre Verfassung zu ändern, so dass die Diskriminierung von Männern nicht mehr als Verletzung des Gleichheitssatzes gelte.

    Oder auch die Ernennung der feministischen Verfassungsrichterin Baer.

    Entmenschlichte Väterdiskriminierung, und damit auch Kinderdiskriminierung, ist nur vielleicht ein Vorbote. Das alles ist tatsächlich nicht nur faschistisches Gedankengut, sondern die eigentümliche unterschwellige Angst sich dagegen zu wehren bzw. dagegen zu wenden bis in die höchsten Institutionen und Gerichte unseres Staates … wie auch Grundgesetz „re-interpretationen“ und willkürliche Änderungen, die tatsächliche Diskriminierungen beinhalten …

    … all das lässt zumindest bei mir mittlerweile ein Gefühl aufkommen, dass Gesetze zu auch meinem Schutz nicht wirklich vorhanden sind. Bei mir ist es vielleicht auch mit die Erfahrung der nicht nur gefühlten menschlichen Entrechtung als Vater. Ein eigentlich richtiges Gefühl, dass auch Juden in der nationalsozialistischen Ära gehabt haben müssen, da es die Situation (in dem Fall) instinktiv korrekt erfasst(e). Und wie in der Zeit wollen viele Männer das nicht war haben, weil zunächst nicht betroffen.

    Das Kokettieren damit in den Medien und nicht nur unterschwellige Duldung, weil die Plausibilitäten populistisch positiv bedient werden, d.h. Sozialstatus über Anschluß und Unterstützung dieser vermeintlich guten Ideologie erhältlich ist – allen voran immer noch Schwarzer mit ihrer Emma und ihrem Credo “Wenn wir wollen, dass es unsere Töchter einmal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen”. Rassismus wird dadurch wieder Salonfähig – z.B. mit kleinen Jungen, widerlich!

    Warum das ein faschistischer Satz ist und sie jemand der daran nicht nur glaubt, brauch ich wohl nicht erläutern. Ich denke dabei nur an all die jungen Buben mit ihren Lebenshoffnungen und dann werden sie so gesehen … und in den Talkshows (Frauenquote muß auch auch hier!) unterhält man sich hierüber belustigt …

    … Satire und Humor sieht tatsächlich anders aus … verursacht bei mir gerade Brechreiz. An menschlicher wie gesellschaftlicher Hässlichkeit kaum zu überbieten.

  5. Anonym sagt:

    Ob man Solanas Text satirisch verstehen kann, ist für einen geschulten Interpreten keine Frage – nein, kann man nicht.
    Es fehlen dafür jegliche formale Kennzeichen, sowohl textintern als auch im äußeren Rahmen. Wer hier die Satirethese vertritt, ist völlig ungeschützt gegen die Behauptung, auch „mein Kampf“ sei eigentlich eine Satire gewesen. Und dass das, was danach passierte, historisch kontingent gewesen sei und gar nichts mit dem Text zu tun hätte.

    Dass eine psychisch schwer kranke Frau so etwas schreibt, ist die eine Seite.
    Die andere, viel interessantere ist in der Tat, was es eigentlich über die Rezipienten aussagt, wenn sie diesen Text nicht klar als Produkt einer Frau mit enormen psychischen Problemen benennen.

    Diese fehlende Distanzierung deutet für mich auf eine untergründige Faszination hin – womit wir bei dem Thema „die Faszination von Gewaltphantasien für manche Frauen“ wären.
    (Die männliche Variante einer derartigen Faszination für den Verlust der Humanität wäre ein eigenes Thema.)

    Mein Verdacht: Die Distanzierung fehlt, weil diese Faszination nicht mit ihren eigentlichen Kernelementen benannt werden darf. U.a., weil das Selbstbild der aggressionsfreien Frau – oder bestenfalls der Frau mit „guten Aggressionen im Gegensatz zu bösen männlichen Aggressionen“ – damit angetastet würde. Derartiger Idealisierungskitsch trieft ja aus genug feministischen Texten.

    „Es geht also … darum, feministische Positionen von allgemeinen, wichtigen Erwartungen an demokratische Politik nicht auszunehmen.“

    Ja! Die Kritik muss auf die Allgemeinheit von _Menschen_rechten und -pflichten abheben!
    Deshalb würde ich den Solanas-Text auch gar nicht aus maskulistischer Perspektive kritisieren – das wäre ja schon wieder eine partikularistische Perspektive. Sondern aus einer, die den übergreifenden Begriff der Menschenrechte und -pflichen wieder in die Debatte zurückholt.

    Grüße vom Seitenblick

  6. Danke, ein guter Hinweis, den ich gleich auf facebook gepostet habe. Wir brauchen mehr Hinweise dieser Art.

  7. Kommentator Seitenblick hat meiner Ansicht nach völlig Recht. Deine Diagnose:

    „wirklich folgenschwer ist jedoch die Legitimation des Hasses durch andere, die sich anschließen, erklären, verharmlosen, unterstützen, verteidigen, und die sich an der Gewaltgier berauschen, ohne sich explizit mit ihr gemein zu machen“.

    ist bereits vom Standpunkt der Menschenrechte und des Rechtsstaates ein Problem und erst deshalb unter anderem auch für Maskulisten relevant, die ja u.a. sowas wie Amnesty International für Männer sein wollen. Aber es ist eigentlich kein spezifisches Männerproblem.

  8. Lieber Lucas,

    zunächst einmal mein Kompliment für den sehr sorgfältig gemachten Artikel: Es ist schön, einmal einen Text zu sehen, wo sich jemand die Mühe macht, seine Behauptungen auch zu belegen und ich würde mich freuen, wenn alle Maskulisten so vorgehen würden.

    Wenn ich dich richtig verstanden habe, macht dein Artikel verschiedene Kernaussagen:

    1. Was die Lebenslage und das Recht zur Emörung angeht, so gelten für Männer und Frauen in der zweiten und dritten Welle des Feminismus offenbar verschiedene Maßstäbe.

    2. Viele Feministen und feministische Strömungen kann man als faschistisch bezeichnen.

    3. Es gibt strukturelle Analogien von feministischen und nationalsozialistischen Forderungen.

    Ich möchte zu allen diesen Punkten und einem weiteren etwas beitragen und teile dies wie gewohnt der Übersichtlichkeit halber auf verschiedene Kommentare auf.

  9. Zu 1.: Wenn ich das richtig sehe, dann gibst du zum Beleg für die Unterschiedlichkeit der Maßstäbe viele – für sich betrachtet – bestürzende Beispiele. Dennoch denke ich, daß das nicht ausreicht und dem Maskulismus ebenso wie dem Feminismus ein Werkzeug fehlt, um die gesellschaftsweite, soziale Akzeptanz einer normativen Aussage zu verifizieren: Beispiele haben immer nur als Gegenbeispiele echte Beweiskraft und auch viele Beispiele oder Statistiken, die belegen mögen, daß z.B. 99 % aller Gesellschaftsmittglieder eine bestimmte Aussage für richtig halten, belegen nicht die Rolle dieser Aussage als gesellschaftsgestaltende Norm. Um das zu zeigen, bringe ich zwei Beispiele:

    a) Sicher ist die überwältigende Mehrheit der Leute in diesem Land für eine Glechberechtigung. Daß es dazu de facto nicht kommt, liegt aber daran, daß diese allgemein akzeptierte Aussage hinter wichtigeren Normen wie “Männer übernehmen Verantwortung für Frauen.” oder “Frauen lassen sich von Männern ansprechen und umwerben.” zurückstehen. Also: Die gesellschaftsgestaltende Wirkung einer Norm hängt davon ab, daß sie nicht von wichtigeren Normen außer Kraft gesetzt wird.

    b) Arne Hoffmann bringt in seinem Buch “Männerbeben” das Beispiel eines Staates im Süden der USA aus den 1960iger, wo 2/3 der Leute gegen eine Apartheitspolitik waren, aber dennoch geschwiegen haben, weil sie meinten, in der Minderheit zu sein. Also: Wer in der Mehrheit ist, braucht das nicht zu wissen und verhält sich daher auch nicht als Mehrheit.

    Worauf ich damit hinweisen möchte, ist, daß – nach meinem Kenntnisstand, bitte verbessert mich, falls ich falsch liege – der Maskulismus hier noch Hausaufgaben zu machen hat. Und das schlägt sich auch in deinem Artikel nieder.

  10. Zu 2.: Natürlich bin ich weder Politologe noch Historiker, aber meines Wissens nach gilt:

    „Faschismus“ bezeichnet in politischen Zusammenhängen cum grano salis einen radikalen, autoritären Nationalismus, der eine revolutionäre Mobilisation der gesellschaftlichen Massen zwecks Revitalisierung durch Aufhebung aller Klassenunterschiede anstrebt, die er als Zeichen des Niedergangs und Verfalls deutet. Dafür schreckt er auch vor Gewalt nicht zurück. Der Faschismus befürwortet staatliche Kontrolle aller Bereiche und strebt eine ökonommische Autarkie der Nation an.

    Wenn das stimmt, dann gibt es einige Analogien des Feminismus mit dem Faschismus, aber daß z.B. der Feminismus eine ökonomische Autarkie der Frauen anstrebt, kann man nun nicht gerade behaupten. Also: Es liegt keine Isomorphie vor.

    Vor allem ist die von dir ganz gut belegte Gewaltverherrlichung im Feminismus nichts, was nur für den Faschismus charakteristisch wäre, die Jakobiner waren da ebenfalls nicht gerade zimperlich. Feminismus als faschistisch zu bezeichnen, weil er Gewalt verherrlicht, finde ich da nicht so treffend.

    Vor allem aber meint Faschismus noch etwas mehr, nämlich eine Mischung aus dumpfer Feindlichkeit gegenüber fremden Kulturen, einem hierarchischen Verständnis des Wertes von Menschen und der Idealisierung von Mütterlichkeit. Hier ist die Analogie zum Feminismus sehr viel deutlicher und Solanas exerziert das ja – von dir ausführlich beschrieben – auch im Detail durch. DAS ist imho die richtige Begründung dafür, Feminismus als faschistisch zu bezeichnen, nicht ihre Gewaltverherrlichung, das gibt es überall.

  11. Zu 3.: Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist demgegenüber der Nationalsozialismus als antisemitische, antikommunistische und rassistische Weltanschauung doch etwas anders gelagert als der Feminismus: Weder würde ich Männer als Rasse bezeichnen, noch sagt der Feminismus etwas über das Judentum aus. Stattdessen gibt es sehr wohl einen sozialistischen Feminismus und eine Theorie über Rassenvermischung ist vom Standpunkt des Feminismus aus witzlos: Entweder ist man ein Mann oder man ist es nicht. Auch ein Führerprinzip fehlt dem Feminismus und die Feministen haben einiges zur Anerkennung Homosexueller beitragen, anstatt sie wie die Nazis zu kriminalisieren. Der Nationalsozialismus mag daher ebenfalls eine faschistische Theorie sein, aber daraus folgt nicht, daß Feminismus eine nationalsozialistische Theorie ist.

    Wir haben nichts davon, wenn wir den Fehler der Feministen, Maskulisten als rechtsradikal zu verunglimpfen, analog und ebenfalls pauschal für den Feminismus wiederholen. Den Ausdruck “Femi-Nazi” möchte ich daher am liebsten nie wieder lesen und zwar nicht deshalb, weil ich Feminismus toll finde, sondern weil Faschismus ein ernstes, moralisches und politisches Problem ist: Denn wenn der Faschismus mit dem Humanismus unvereinbar ist, dann ist auch Feminismus, der dem Faschismus teilweise analog ist, mit dem Humanismus unvereinbar und diese wesentliche Tatsache wird dadurch als unrealistisch gebrandmarkt, daß wir Feministen fälschlicherweise als Nazis beschimpfen. Denn das sind sie einfach nicht.

  12. Und last, noch least: Zwar spricht dein Artikel es nicht explizit an, aber im Grunde bleibt doch die Frage offen, woher der Hass der Feministen auf die Männer kommt. Denn obwohl der Feminismus einen historischen Geschlechterklassenkampf propagiert, hätten sich die Feministen doch auch ganz ruhig mit den Männer und Frauen zusammensetzen und sagen können: “Liebe Leute, es ist euch vielleicht nicht aufgefallen, aber Frauen haben im Moment einige Nachteile zu erleiden. Wollen wir das nicht verbessern?”. Und meine Prognose dürfte nicht überraschend sein, daß der Feminismus wohl viel schneller zu den Ergebnissen gekommen wäre, die er propagiert, zu wünschen, als durch denjenigen Klassenkampf, den er bis heute führt. Also: Woher kommt der Hass?

    Christian von “Alles Evolution” hat kürzlich diese Frage hier
    http://allesevolution.wordpress.com/2013/05/19/es-ist-kein-wunder-das-frauen-mitunter-wutend-genug-sind-um-den-wunsch-zu-haben-dass-ihre-unterdrucker-tot-sind/

    gestellt und auch Lucas hat hier

    http://man-tau.blogspot.de/2013/03/warum-gibt-es-eigentlich-feministen.html

    schon einmal eine Teilantwort auf diese Frage gegeben.

    Meine Teilantwort sieht ganz anders aus, aber nicht möchte euren Ideen nicht vorgreifen, denn keiner dieser Teilantworten fand ich überzeugend. Das gilt auch die die Kommentare zu Christians Artikel.

  13. Schoppe sagt:

    „Feminismus als faschistisch zu bezeichnen, weil er Gewalt verherrlicht, finde ich da nicht so treffend.“ Ich auch nicht. Faschismus ist in aler Regel gewaltbegeistert, aber nicht jede Gewaltbegeisterung ist faschistisch (was sie ja nicht harmlos macht). Ich habe mich direkt auf den Text von Solanas bezogen, und zudem auf einige eugenische Positionen, also auf Beispiele, die alle etwas gemein haben: Sie ordnen Individuen vollständig bestimmten Grupen unter – sie bewerten diese Gruppen (und damit die Individuen)nach harten Gut-Böse-Schemata ein – sie streben eine möglichst weitgehende Homogenisierung der Gesellschaft an, eine „Reinigung“, bei der die Angehörigen der „schlechten“ Gruppe möglichst weitgehend entfernt werden – sie maßen sich dabei Verfügungsgewalt über das Leben von Menschen zu.

    Das bedeutet nicht, dass ich den Feminismus insgesamt als faschistisch oder faschistoid ansehe. Im Gegenteil – ich glaube, dass eine pauschalierende Rede wie die von den „Feminazis“ Unterschiede verwischt, die man braucht, um wichtige Fragen stellen zu können (mal ganz abgesehen davon, dass sie schlicht falsch ist). Etwa die Frage, was denn auf einer Leseung ein Text wie SCUM, der sich tatsächlich an Nazi-Ideologie anschließt, neben Texten von Virgiana Woolf oder Hedwig Dohm zu suchen hat. Und eben das wundert mich: Ich gehe ja davon aus, dass die meisten Feministinnen mit faschistischer Ideologie nichts am Hut haben. Warum nehmen sie dann eine feministische Begeisterung für solche Positionen, für die es ja viele Beispiele gibt, nicht als Problem wahr?

  14. Schoppe sagt:

    „Man will einen Krieg anfangen, also liefert man den casus belli eben gleich mit.“ Es ist aber ja ein symbolischer Krieg, nur eben einer, der reale Folgen hat. Es stimmt ja offenkundig, dass nicht die Tötung aller Männer geplant ist, ebenso steht eine Realisierung der eugenischen Phantasien von Daly et.al nicht an – was soll dann aber eigentlich das gewaltnahe oder gewaltbegeisterte Reden darüber? Das wirkt so, als ob man sich im symbolischen Raum der öffentlichen Sprache beliebig in alle Extreme austoben könnte, ohne dass das irgendwelche reale Folgen hätte. Und das finde ich eben das wesentliche Problem – als Resultat einer solchen Rede werden natürlich nicht alle Männer getötet, aber es wird eine zivile Gemeinsamkeit gefährdet, und zerstört, die zu erhalten eigentlich sehr wichtig wäre.

  15. Schoppe sagt:

    @ Andreas H. Auch von mir ein Dankeschön für den Hinweis! Obwohl ich die Ankündigung ja sehr bedrückend finde:

    „Nach den Attentaten in Oslo und auf der Insel Utøya im Sommer 2011 verfolgt die norwegische Polizei eine Spur im Internet: Sie führt von Anders Breivik zu dem antifeministischen Blogger „Fjordman“, der auch in Deutschland Follower hat. Sie nennen sich Maskulisten und haben sich inzwischen über die Bewertung von Breiviks Terroranschlägen zerstritten. Dennoch gewinnen sie an Einfluss. Bundesfamilien­ministerin Kristina Schröder fordert eine eigene Männerpolitik; Lifestyle-Magazine und öffentliche Tagungen interessieren sich für eine vermeintliche feministische Verschwörung. Welche Gefahren erwachsen aus den virtuellen Attacken der Maskulisten für die reale Sicherheit in Deutschland?“

    „Maskulisten“ ist der Name für die Anhänger von Breivik? Eine Gefahr für die innere Sicherheit? Herrje, mir persönlich geht es beispielsweise vor allem darum, dass ich ein Recht haben möchte, für unser Kind zu sorgen – wie kommt jemand auf die kranke Idee, mich deswegen mit einem Massenmörder wie Breivik in einem Atemzug zu nennen?

    Und in den Ausschnitten der Sendung, die man auf der von Dir verlinkten Seite anhören kann, erzählt beispielsweise Rosenbrock von Morddrohungen gegen ihn – und zitiert zum Beweis eine kurze Passage von der „Neues aus dem Genderuniversum“-Seite, die völlig offensichtlich „eine Persiflage auf Rosenbrocks Neigung ist, Menschen, die für gleiche Rechte für Männer eintreten, mit Nationalsozialisten und Massenmördern in einem Atemzug zu nennen.“ (http://www.cuncti.net/machbar/84-jenseits-des-deutschen-frontendenkens) Was er auch, wenn er es denn tatsächlich nicht verstanden hatte, längst nachlesen konnte; er erzählt, was er erzählt, also wider besseres Wissen. (Was natürlich nichts daran ändert, dass Morddrohungen irre sind, sei es gegen Rosenbrock oder sonstwen; nur ist eben das, was er erwähnt, völlig offensichtlich KEINE Morddrohung).

  16. Schoppe sagt:

    „Wir haben nichts davon, wenn wir den Fehler der Feministen, Maskulisten als rechtsradikal zu verunglimpfen, analog und ebenfalls pauschal für den Feminismus wiederholen.“ Das sehe ich genauso. Aber ich habe ja Femnistinnen auch gar nicht als „Feminazis“ hingestellt, im Gegenteil (ich zitier mich einfach mal selbst): „Es ist nicht nachvollziehbar, dass es IM Feminismus niemals eine kritische Debatte über Solanas, Daly, Miller Gearhardt und andere gegeben hat“ Das meine ich auch so. Gerade weil ich es ja falsch finde, Feminismus und Fachismus einfach parallel zu schalten, verstehe ich nicht, warum Feministinnen nicht schon selbst Bezüge, die tatsächlich faschistisch sind (wie eben Solanas' Text), nicht als Problem wahrnehmen.

  17. Anonym sagt:

    „Den Ausdruck “Femi-Nazi” möchte ich daher am liebsten nie wieder lesen und zwar nicht deshalb, weil ich Feminismus toll finde, sondern weil Faschismus ein ernstes, moralisches und politisches Problem ist: Denn wenn der Faschismus mit dem Humanismus unvereinbar ist, dann ist auch Feminismus, der dem Faschismus teilweise analog ist, mit dem Humanismus unvereinbar und diese wesentliche Tatsache wird dadurch als unrealistisch gebrandmarkt, daß wir Feministen fälschlicherweise als Nazis beschimpfen. Denn das sind sie einfach nicht.“

    Nein, sie sind ein bestimmter Typus von Faschisten und innerhalb dessen alle Graduierungen (auch hier analog dem 3. Reich und anderen faschistisch-sektenhaften Gruppierungen/Staaten) und als solches vertreten sie menschenverachtenden Haltungen – je nach Willkür und (ideologischem) Nutzen.

    Der Begriff „Nazi“ ist ein Analogon. Dennoch würde ich es fast in ähnlicher Schärfe sehen. Zum Zuge der möglichen Konsequenzen eines ungebremsten Handelns sind sie noch nicht gekommen. Und auch im analogen Sinne haben Nazis dies und jenes „Gute“ getan, dann aber doch … genau mit dieser Ambivalenz werden (wurden) doch alle aufs Glatteis gezogen.

    Es macht vor allem sich in der nunmehr immer klarer werdenden entmenschlichenden Haltung(en) deutlich, die psychologisch wohl nur als tiefgreifend und triebhaft narzisstisch zu bezeichnen sind. Und sie ziehen andere damit hinein. Da ist es zunächst auch unerheblich welche Gründe das hat, weil wenn das erst einmal um sich greift bzw. gegriffen hat, es für die Betroffenen keine Rolle mehr spielt. Kompensatorische Narzissten und nutznießende Mitläufer, Unterstützer etc. hält man nicht mehr mit Argumentation auf. Und die Ideologie auch nicht mehr wirklich, wenn sie um sich greift. Diese Atmosphären/Dynamiken kennen wir sogar aus zwei „Staaten“ in unserer Geschichte. Es ist tatsächlich merkbar, dass hier wieder ähnliches in Anfängen stattfindet – auch mit Gesinnungspolizei und Kritikverbot, drastischen Verdrehereien … Verleugnung der bösen Absicht bei vorheriger offensichtlichen gegenteiligem Kundtun und Aussage … etc. … und allem was so dazu gehört. Fast total klassisch in diesem Sinne und tatsächlich so gut wie alles vorhanden.

    Wie menschlich bösartig das tatsächlich werden kann weiß ich natürlich nicht, aber …

    D.h. sie sind es wohl leider doch und zwar mittlerweile nicht mehr wirklich übersehbar – und auch nicht teilweise … Entweder man akzeptiert gegenseitige menschliche Grundachtung und -Rechte oder nicht. Sie meinen das Recht zu haben es je nach gut dünken für sich herauszunehmen dies zu übertreten oder nicht – je nach Vorteilsnahme – sie stehen über den (Mit-)Menschen und dürfen dass, weil … (hier konstruiertes Benachteiligungs- und Opfernarrativ wegen … hier „Sündenbockgruppierung“ – tatsächlich analog den damaligen Juden, sprich in diesem Zusammenhang Männer etc. einfügen) … eben wie oben ausführlich auch dargestellt … es auch sonst besser für alle sei, weil sie bessere Menschen seien etc. (d.h. wieder Zirkelschluss mit Rassismus – hier die gute überlegene Rasse dort die schlechte, der keine Rechte sondern nur Verachtung zustehen etc.) …

    Und Teilantworten? Auch wieder im Analogon – hätten wir nur die Nazis und alle Mitläufer etc. – die aus Angst, die aus Profitgier, die Denunzianten etc. – nur verstanden, und mit ihnen geredet dann …

    … dann wäre sicherlich alles verhindert worden. Diese Denke ist wohl leider naiver Unsinn. Sorry.

  18. Gute Frage, ich bin mir nicht so sicher, wie ich an dem Punkt weiterhelfen kann.

    Zum einen haben sicher einige Feministen nichts mit Faschismus am Hut. Die feministische Praxis halte ich in einem übertragenen, nicht so ganz buchstäblichen und schwächeren Sinne aber für überwiegend faschistisch, obwohl die feministische Theorie dafür in meinen Augen kaum Anlaß gibt.

    Feministische Praxis weißt aber sehr viel Merkmale auf als die feministische Theorie: Ersteres ist weit mehr als eine Realisation von Letzterem und genau an dieser Stelle kommt imho die bekannte Theorie der Weiblichkeit ins Spiel, nach der Frauen Vorbilder von Moral und Menschlichkeit sind, während Männer als wilde Bestien von ihnen lernen müssen.

    Doch wahrscheinlich reicht auch das nicht aus und zu glauben, es gäbe eine einheitliche Erklärung für diese partielle Blindheit, ist wohl auch viel zu optimisitisch. Eine Menge Dinge können da eine Rolle spielen: das Vokabular, die moralische Vision von Gleichheit und Gerechtigkeit, die Thematisierung des Privaten und die Tatsache, daß viele feministische Themen wie Abtreibung oder Quoten inhaltlich erst mal wenig mit Faschismus gemein haben.

    Aber vielleicht hat ja jemand eine bessere Idee…..

  19. Schoppe sagt:

    „hätten wir nur die Nazis und alle Mitläufer etc. (…) nur verstanden, und mit ihnen geredet dann… dann wäre sicherlich alles verhindert worden“ Nein, Nazis hätten sich natürlich nicht daduch plötzlich zu menschenfreundlichen Wesen gewandlet, wenn man verständnisvoll mit ihnen geredet hätte, das ist klar. Aber das bedeutet ja nicht, dass im Umkehrschluss alle Menschen, mit denen das Gespräch sinnlos oder fruchtlos ist, irgendwie Nazis sein müssen.

    Ähnliches gilt für andere genannte Punkte: Ja, es werden Rechte von Männern ignoriert, auch Grund- und Menschenrechte – aber daraus lässt sich noch nicht schließen, dass die, die das tun, Nazis sind. Mir ist eben das ein wichtiger Punkt: Es gibt einen gemeinsamen, zivilen und rechtsstaatlichen Rahmen für Männer und Frauen, und jede vernünftige Geschlechterpolitik muss das anerkennen. Das Gerede vom Patriarchat und von einer umfassenden „Männerherrschaft“ dementiert diesen Rahmen und kann daher nie zu vernünftigen Konzepten führen. Wenn ich aber meinerseits Menschen, weil sie politische Gegner sind, pauschal als Nazis wahrnehme, dann dementiere ich ebenfalls eine gemeinsame demokratische Zivilität. Auch das kann zu nichts Vernünftigem führen.

    Mir kommt es gerade darauf an, dass der gemeinsame demokratische Rahmen eben auch an Bedingungen geknüpft ist – und dass dazu gehört, sich von gewaltverherrlichenden und faschistischen Konzepten abzugrenzen. Wenn man jedoch Feministinnen pauschal als „Feminazis“ darstellt, erspart man ihnen diese Auseinandersetzung – wovon solten sie sich distanzieren, wenn sie doch so oder so alle irgendwie „Nazis“ sind.

  20. Schoppe sagt:

    @Christian „wobei man ja auch nie weiß, was alles nicht durch die Kommentarzensur kommt“ Ja, das kann sein. Auch das wäre allerdings absurd – dass Kommentare zensiert werden, weil sie sich von Gewaltverherrlichungen ABGRENZEN. Und warum die Selbstreinigungskräfte fehlen, ist für mich gerade eine interssante Frage – ich kann mir nicht vorstellen, dass es tatsächlich fast keine Feministin gibt, die sich an der offen formulierten Gier nach Gewalt erheblich stört. Nur gibt es eben trotzdem keine Diskussion darüber.

  21. Schoppe sagt:

    @jungsundmaedchen „Beispiele haben immer nur als Gegenbeispiele echte Beweiskraft“ Ja, das sehe ich ein. Ich glaube aber, dass wir gar keine Normen setzen und ihre Geltungsansprüche nachweisen müssen, sondern dass die wesentlichen Normen schon etabliert sind – so wie oben Seitenblick argumentiert und sich nicht auf maskulistsiche (also partikulare) Normen, sondern auf menschenrechte bezieht. Der Punkt ist wohl der, dass aus irgend einem Grund Männer oft nicht zu der Klasse derjenigen dazugezählt werden, für die Menschenrechte gelten – möglicherweise deswegen, weil Männer als „Herrscher“ imaginiert werden und so der Eindruck ensteht, ihre Rechte bräuchten keinen Schutz, sie würden sich ja eh schon immer nehmen können,was sie brauchen. Was natürlich Quatsch ist.

    So geht es imho gar nicht darum, Normen zu etablieren, sondern eher darum zu zeigen, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, bestehende Normen geschlechtsspezifisch auszulegen und Rechte (und Pflichten) entsprechend ungleich zuzuteilen.

  22. Anonym sagt:

    Nein, nicht Nazis, sondern Faschisten in Graduierungen im analogen Sinne und in anderer Einbettung mit anderen Themen, aber auch „Rassen- bzw. Geschlechtsorientiert“.

    Im Grunde möchte ich das ja auch milder und sehr viel differenzierter sehen. Und das habe ich auch einmal getan. Aber da ist etwas was mich sehr, sehr mißtrauisch macht und mein Instinkt sagt, dass da nichts wirklich Gutes kommen wird oder daraus werden wird. Es macht sich an der spürbaren und mittlerweile institutionalisierten oder auch in die Institutionen einziehenden Menschenverachtung bzw. Hinwegsetzung über Menschen (die sich u.a. auch in Worten wie „Positive Diskriminierung“ ausdrückt) sowie auch an der um sich greifenden Angst vor Widerspruch und Kritik fest.

    Wie böse das werden kann bleibt offen.

    Pauschal? Es ist ja auch gerade die fehlende Abgrenzung von solchen wie obig in dem Artikel dargestellten „Thesen“. Und dies schon seit sehr langer Zeit. Das zusammen mit erneutem Hasspredigen bei gleichzeitigem Verleugnen, Verharmlosen und verdrehten Bezichtigen von Kritikern genau dessen was sie gerade begangen haben.

    Dazu eine offene rassische bzw. Geschlechterverortung in allen Lebensbereichen – Genderismus auch in der Forschung (hier sogar Mathematik eingeschlossen) – mit Verachtung der und des sog. minderwertig Männlichen.

    Ich kann das natürlich nicht beweisen und vielleicht ist mein Nicht-Glaube an das doch noch Gute in diesem Zusammenhang tatsächlich unangebracht. Und ich wünschte mir eigentlich auch ich läge falsch. Aber spüren tue ich da tatsächlich etwas anderes.

    Wie gesagt, wie böse das werden kann bleibt zunächst offen. Vielleicht wird ja auch alles gut, oder nicht?

  23. Schoppe sagt:

    @Seitenblick „Die Distanzierung fehlt, weil diese Faszination nicht mit ihren eigentlichen Kernelementen benannt werden darf. U.a., weil das Selbstbild der aggressionsfreien Frau – oder bestenfalls der Frau mit „guten Aggressionen im Gegensatz zu bösen männlichen Aggressionen“ – damit angetastet würde.“ Ja, das ist plausibel. Daraus folgt dann, dass gerade das Ideal der „friedfertigen Frau“ eine hohe Gewaltnähe – zumindest im Sinne einer großen Gewaltfaszination – produzieren kann, dass also (um ein Beispiel zu nennen) Mitscherlich und Solanas sich näher stehen, als man auf den ersten Blick sieht.

    „Deshalb würde ich den Solanas-Text auch gar nicht aus maskulistischer Perspektive kritisieren – das wäre ja schon wieder eine partikularistische Perspektive. Sondern aus einer, die den übergreifenden Begriff der Menschenrechte und -pflichen wieder in die Debatte zurückholt.“ Auch von mir Zustimmung!

  24. „So geht es imho gar nicht darum, Normen zu etablieren, sondern eher darum zu zeigen, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, bestehende Normen geschlechtsspezifisch auszulegen und Rechte (und Pflichten) entsprechend ungleich zuzuteilen.“

    Ja, ok – so kann man das machen.

    Aber das von mir beschriebene Problem bleibt. Vielleicht nicht in dem von dir diskutierten Fall, aber das Problem wird uns wiederbegegnen. 😉

  25. Anonym sagt:

    Ich finde beides Abtreibung und Quoten haben sehr viel mit Faschismus zu tun. In beiden Fällen wird sich per Definition über Menschen hinweggesetzt.

    Im ersteren Fall – Abtreibung – über das Mögliche Leben eines Kindes (ja da gibt es einen nicht wirklich menschenmöglich einzugrenzenden Bereich ab wann Leben beginnt bzw. lebenswert ist … aber selbst hier stolpert man schon darüber), über Leben und Tod eines Menschen. Selbstbestimmung der Frau sei hier wichtiger wird dokriniert. Das hat Nähe zum Faschismus und ist es vielleicht auch.

    Im zweiten Fall – Quoten – ist es auch wieder eine Diskriminierung und Hinwegsetzung über die eigentlichen zu achtenden Rechte von Menschen innerhalb eines fairen Wettbewerbs anhand von tatsächlicher Qualifikation, ungeachtet des Geschlechts bzw. Rasse. Auch hier ist eine Nähe zu faschistischem Gedankengut doch gegeben.

    Es kann eigentlich nicht sein und man denkt sich „na, vielleicht sehe ich das dann doch zu krass“. Aber wer dann doch einmal genau hinschaut und vergisst, dass dies von Frauen kommt, ohne rosarote Brille sozusagen, dann weist „dummerweise“ dann letztendlich doch viel in diese Richtung und zwar deutlich und sogar mit einer gewissen nicht mehr nur einfach übersehbaren Amplitude.

  26. Schoppe sagt:

    „Ich finde beides Abtreibung und Quoten haben sehr viel mit Faschismus zu tun.“ Was die Abtreibung angeht: De facto wird mit der Staffreiheit der Abtreibung eine Verfügungsgewalt über Leben begründet, ganz unabhängig von Diskussionen darüber, von welchem Zeitpunkt an von „menschlichem Leben“ gesprochen werden kann. Allerdings gibt es auch begründete Rechte der Frau. Ganz gleich, wie man Abtreibungen beurteilt, wie sehr man auch eine Mitentscheidung des Mannes über die Reproduktion fordert – die Nationalsozialisten jedenfalls töteten in keinem Konflikt mehrere begründeter Rechte, sondern aus bloßer Willkür, ohne dass eigene Rechte von ihnen in irgendeweiner Weise beeinträchtigt oder gefährdet gewesen wären. Insofern ist die Abtreibung nicht mit Faschismus gleichzusetzen.

    Die Quotenpolitk ist ein anderer Fall. Ich finde die entsprechenden politischen Forderungen und Regelungen auch willkürlich – aber ungerechte, rechtsverletzende Regelungen sind nicht notwendigerweise „faschistisch“. Allein schon, weil sich das Ausmaß der Rechtverletzungen ja extrem unterscheidet.

    Die Position von Solanas ist (ebenso wie ihre regelmäßigen Wiedergänger)in meinen Augen tatsächlich eindeutig faschistisch, und die eugenischen Reinigungs-Phantasien von Daly etc. bewerte ich ebenso. Hier ist dem Mainstream-Feminismus etwas Erhebliches vorzuwerfen, weil er solche Positionen mitträgt, ohne daran irgendetwas problematisch zu finden. Davon lenkt es in meinen Augen ab, wenn man feministische Positionen allgemein als „faschistisch“ darstellt, diese Darstellung dann argumentativ aber kaum wird halten können.

  27. Peter sagt:

    Wenn das stimmt, dann gibt es einige Analogien des Feminismus mit dem Faschismus, aber daß z.B. der Feminismus eine ökonomische Autarkie der Frauen anstrebt, kann man nun nicht gerade behaupten. Also: Es liegt keine Isomorphie vor.

    Dem stimme ich zu. Der Faschismus sollte i.m.h.o als historisches Phänomen des 20 Jahrhunderts verstanden werden. Trotz naheliegender Analogien ist der Faschismusvorwurf nicht zielführend. Der Feminismus in seinen totalitären Variationen ist ein eigenes, ORIGINÄRES Phänomen und gerade deshalb so schwer charakterisierbar.

    Der Faschismus wird von den meisten Menschen mit einem übersteigerten Männlichkeitskult assoziiert. Der Feminismus könnte allenfalls als ein feminisierter Faschismus gedeutet werden. Ein solchermassen strapazierter Faschismusbegriff ist aber kaum vermittelbar und wird nicht verstanden, gerade weil der Faschismus als übersteigerter und damit pervertierter Männlichkeitskult wahrgenommen wird.

    Für zielführender halte ich die gerechtfertigte Charakterisierung des Feminismus als autoritäre und totalitäre Bewegung mit dem Anspruch, alle Lebensbereiche ihren politischen Maximen zu unterstellen (Gender Mainstreaming = Querschnittsaufgabe, d.h potentiell alle Bereichen menschlicher Interaktion regelnd).

    Beispielhaft für diesen unbegrenzten Machtanspruch ist die feministische Deformierung der Sprache, die nicht länger als etwas organisch Gewachsenes anerkannt wird, sondern proaktiv gemäss der politischen Theorie grundlegend umgestaltet werden soll. Auch hier könnten wieder Analogien zum Nationalsozialismus und seinem „Sprachsäuberungswahn“ gezogen werden. Treffender aber ist die Feststellung, dass so ziemlich jede politische Bewegung mit unbegrenztem Machtanspruch bestrebt ist, sich der Sprache zu bemächtigen in dem Glauben, dass der, der die Sprache beherrscht, die Wahrnehmung der Individuen kontrolliert.

    Als möglichst kurze Charakterisierung des Feminismus (vielleicht passender: Genderismus): totalitär, autoritär und elitär mit heilsgeschichtlicher Erwartung, was wiederum ohne weiteres Analogien zum Bolschewismus/Leninismus zuliesse.

  28. T.R.E.Lentze sagt:

    Sehr interessanter Artikel.

    Ich möchte darauf hinweisen, daß am 13. Juni im Verwaltungsgericht Köln eine Gerichtsverhandlung stattfindet, in welcher darüber verhandelt wid, ob Frauen (folglich wohl auch Männer) einen beleidigungsfähigen Bevölkerungsteil im Sinne von § 130 StGB und § 4 Abs. 1 Nr. 3 JMStV bilden. Falls ja, werde ich mein Forum „Weiberplage“ nicht weiterbetreiben können. Sofern wir in einem Rechtsstaat leben, müßten dann aber auch zahlreiche Feministinnen nach obigen Gesetzen belangt werden.

    In diesem Zusammenhang habe ich in meinem letzten Schriftsatz an das Gericht (siehe hier) als Referenz auch das SCUM-Manifest erwähnt. Kürzlich erschien davon eine deutsche Neuauflage, was wohl beweist, daß es gerne gelesen wird.

  29. Schoppe sagt:

    @Peter „Der Faschismus sollte i.m.h.o als historisches Phänomen des 20 Jahrhunderts verstanden werden.“ Das finde ich eine völlig klare und kohärente Haltung. Ich halte ebenfalls generelle Analogien zwischen Feminismus und Faschismus nicht für hilfreich, weder für die Charakterisierung des einen noch für die des anderen.

    Warum ich den Begiff trotzdem verwendet habe: In meinen Augen enthält Solanas' Text, ebenso wie der eugenische Alptraum von Daly/Miller Gearhart/O'Shaughnessey etc. Elemente, die sich angemessen nicht als bloße Gewaltgier beschreiben lassen. Eben die starre Einteilung von Menschen in klar definierte Gruppen. Die radikale Abwertung der einen und Aufwertung der anderen Gruppe. Die Bestreitung des Lebensrechts der Abgwerteten, bis hin zum Wunsch der systematischen Ermordung. Das Reinheitsideal einer völlig uniformen Gesellschaft – und uniform nicht nur im Hinblick auf das, was Menschen glauben oder denken, sondern im Hinblick auf das, was sie SIND.

    Natürlich gibt es andere Faschismus-Kennzeichen, etwa das Führerprinzip – nun würde ein Staat wie der von Solanas, Daly und co. imaginierte gewiss nur als radikal autoritärer Staat möglich sein, der auch – als weiteres Kennzeichen – notwendig nationalistisch wäre und weniger homogenisierte Staaten als Feinde erleben müsste, als permannte Bedrohung. Auch der Militarismus deutet sich bei Solanas in der Vison einer Killer-Elite an (und ein genetisch „reiner“ bzw. weitgehend „bereinigter“ Staat würde ebenfalls eine strikte staatliche Kontrolle nötig machen, zumindest als Polizeistaat). An den Antisemitismus schließt sich Solanas an und deutet ihn feministisch um. Was an den klassichen Faschismus-Kennzeichen fehlt, ist eigentlich nur ein strikter Antikommunismus und ein soldatischer Männlichkeitskult (ein Mutterkult ist aber ja da).

    Mein Punkt ist nicht, dass der Feminismus faschistisch sei, sondern: Diese Konstruktionen sind so offensichtlich hoch problematisch, dass eine soziale und politische Bewegung, die eben nicht faschistisch ist, sich notwendig mit der Frage auseinandersetzen müsste, wie sich so etwas in ihrer Mitte entwickeln und über Jahrzehnte hin Erfolg haben kann.

  30. Hast du dir mal überlegt, ob das nicht ein iterativer Prozeß sein kann? Ich meine, die Feministen der 50iger haben sich das vielleicht sogar überlegt und ihr Ergebnis war „Kein Problem“ und die Feministen der 60iger haben sich daher auf diesem Ergebnis aufgebaut, weitergedacht, neue Probleme und Mittel diskutiert, sich einfach mit anderen Sachen beschäftigt, sie haben sich vielleicht radikalisiert und als die 70iger kamen, hat niemand mehr an die „alten Kamellen gedacht“.

    So ein iterativer Ansatz besagt dann, daß es keinen tieferen Grund als Antowrt auf deine Frage gibt, weil es einfach durch Schlampigkeit, schlechte Dokumentation oder ideologische Betrachtung zustande kam.

    Ist natürlich nur eine Möglichkeit. 🙂

  31. Peter sagt:

    Warum ich den Begiff trotzdem verwendet habe: In meinen Augen enthält Solanas' Text, ebenso wie der eugenische Alptraum von Daly/Miller Gearhart/O'Shaughnessey etc. Elemente, die sich angemessen nicht als bloße Gewaltgier beschreiben lassen.

    Hier stellt sich mir die Frage, warum feministische Aktionen wie das erwähnte „kill all men“ u.a kaum Empörung hervorrufen. Die Antwort ist für mich klar: Was unter dem Label „Feminismus“ antritt, wird als etwas Weibliches wahrgenommen. Gewalt und Zerstörung aber ist in den Köpfen der Menschen etwas Männliches. Darum wird selbst ein Text wie der von Solanas als Satire behauptet. Dass Frauen Männer in Massen töten wird als etwa so real gewertet wie die Vorstellung, dass Kinder in Massen die Erwachsenen töten. Die einzigen, die Feministen ernst nehmen sind paradoxerweise die Männerrechtler. Dafür werden sie geschmäht.

  32. Anonym sagt:

    Ich bin schon vor Jahren zu der Erkenntnis gelangt, der Feminismus sei eine Form des Faschismus. Ich bin da in einigen Foren ziemlich angefeindet worden. Danisch weist in seinem Buch „Frauenquote“ darauf hin, daß Ziele und Methoden von Feminismus und Scientology nahezu identisch sind. Auch dem stimme ich uneingeschränkt zu. Es ist mir völlig unverständlich, wie manche so naiv sein können, den Feminismus als ein Produkt der sogenannten Linken sehen und sagen, der Feminismus sei die „Linke Pest“.
    In den Zeiten der sich verschärfenden Krise in Gesellschaft, Wirtschaft, Finanzwelt, in Zeiten der sozialen Unruhen ist der Feminismus das größte Faustpfand, der größte Trumpf dieser Kreise, spaltet er doch die Gesellschaft und Spaltung ist Schwächung. Was wäre wohl, würden Männer und Frauen gemeinsam sich gegen Ungerechtigkeit wehren, wie es eigentlich sein sollte, so aber bekriegen die Frauen ihre Partner und verkennen somit die wahren Ursachen und Urheber.

  33. Schoppe sagt:

    @ Peter „Die einzigen, die Feministen ernst nehmen sind paradoxerweise die Männerrechtler. Dafür werden sie geschmäht.“ Das ist auch mein Eindruck. Das Problem ist ja gar nicht, dass in jeder Feministin irgendwie eine Faschistin stecken würde – sondern der verrückte Unernst, mit faschistischen und massenmörderischen Versatzstücken rumzuspielen, sich darüber zu amüsieren, ihren „Unterhaltungswert“ (Originalton, siehe Text)zu genießen – und ganz empört zu sein, wenn jemand dss ernst nimmt und kritisiert.

  34. oliver sagt:

    jeder der die meinung vertritt das die welt besser ist ohne andere menschen, die sich von einem selbst irgendwie unterscheiden, ist faschistisch.

    das ist ganz klar, das muss man einfach so sehen, denn das ist die definition von faschismus. und das kennt jeder, jeder der sagt „mädchen sind dooooof“ hat genau dieses gedankengut. es hat jeder, und es ist natürlich. wir sind menschen, wir haben alles in uns. unsere aufgabe ist es mit uns und auch dem nicht so schönen in uns umzugehen. bei kindern ist es aufgabe der eltern. wenn der junge „mädchen sind doof“ denkt und ruft, und der papa am selben abend zu einem bier erzählt wie doof doch frauen sind verfestigt sich dieses bild. und wenn mädchen jungs doof finden und die mama beim spülen überfordert ist und papa verflucht, dann festigt sich dieses bild auch beim mädchen. man kann da variabel alles einsetzen.

    ich hab schon ideen wie ich am weiblichen faschismus reich werden kann, auch als mann. und diese ideen haben andere auch. firmen haben sicher schon pläne bereit, sie lagen ja jetzt gerade mal 70 jahre in den archiven.

    faschismus ist also auch kurzzeitiger innovationsmotor und spült viel geld in die kassen, denn jeder fascho ist nicht vollständig wenn er nicht auch seine fascho-utensilien hat, denn dann würde er sich ja vom rest der faschos unterscheiden. und das will er nicht, oft darf er es auch nicht (weil er sonst körperlich verletzt bis getötet wird, genau so wie der rest der fascho-familie.)

    so, lasst uns also in gedanken faschoweibliche genderpolitik machen:
    das geschlecht des neugeborenen wird von der mutter bestimmt, bei einem jungen steht es ihr frei ihr baby zwei wochen lang abzugeben, und sie wird sich ssicher sein können das dieser junge niemals in die versuchung kommen wird ein mann zu werden oder männliche gedanken zu haben (wie das aussehen könnte kann man im detail noch klären, aber für geringverdiener sind die einfachsten und billigsten methoden wohl die besten). gebährt sie ein mädchen bekommt sie eine urkunde und etwas mehr kindergeld.

    nicht mehr benötigte männer und störrische jungs können in abgabestellen kostenlos abgegeben werden, sie werden dann dienst an der allgemeinheit tun. das kommt uns allen zu gute.

    für zuhause, besonders wenn man weit ab vom schuss wohnt, lohnt sich die anschaffung einer umweltbewussten, ökologischen, grünen und gaia-liebenden jungs- und männer- recylcling-maschine. jungs und männer können in der maschine platziert werden wo sie dann friedlich einschlafen und zu geraniendünger-pallets werden. durch ein sichtfenster kann man den prozess der natürlichen entstehung des naturwunderdüngers mit vielen nährstoffen beobachten. anschliessend kann man den dünger auch weiter verkaufen so das die gute frau auch einen nutzen davon hat wenn sie keine pflanzen pflegt; sie kann anderen frauen helfen!

    naja, und so weiter…..

  35. Schoppe sagt:

    @ oliver Bei Deiner definition von Faschismus komme ich noch mit, aber zu weit geht mir zu sagen „jeder der sagt „mädchen sind dooooof“ hat genau dieses gedankengut.“ Es ist je nach Situation mehr oder weniger bescheuert, aber es weicht den Begriff „Faschismus“ zu sehr auf, wenn jede gruppenbezogene Rohheit damit belegt wird. Ich finde z.B. auch nicht diese T-Shirts faschistisch, obgleich sie idiotisch sind: http://en.wikipedia.org/wiki/Boys_are_stupid,_throw_rocks_at_them!_controversy

    In meinen Augen ist das, wie vieles andere, kein Beleg für Faschismus, sondern ledilich für eine beträchtliche Selbst-Infantilisierung – ich mein's ja nicht so, nun nimm das doch nicht so ernst. ..

    Deine Vison von einem weiblichen faschistischen Staat ist, trotz der Begeisterung mancher Feministinnen für eugenische Fantasien, keine Skizze realer Entwicklungsmöglichkeiten – sie funktioniert aber durchaus als Überspitzung gegenwärtiger Tendenzen.

  36. oliver sagt:

    es liegt in der menschlichen natur unterschiede zwischen sich, seinesgleichen und anderen zu finden und diese auch zu bewerten. wenn diese ungelenkt sind oder sogar noch beeinflusst werden das sich die bewertung der unterschiede zu extremen tendieren kann jeder opfer dieser gedanken werden. die hat jeder, und sind an sich auch nicht schlimm, denn der mensch ist in der lage mit diesen gedanken umzugehen, und jemand der „scheiss türken“ ruft weil er mal wieder beraubt und von türken zusammen geschlagen wurde kann trotzdem noch döner essen gehen, denn er weiss das „die türken“ nicht „die türken“ sind, sondern sich die menschen im einzelnen voneinander unterscheiden. wenn diese informationsgrundlage (dönerbuda macht zu oder es gab niemals eine) aber weg bricht, das kann aus verschiedenen gründen passieren, verfestigt sich das bewertungsbild im menschen. diese menschen sind sehr leicht zu lenken weil sie es vermeiden auch bei geänderten lebensanforderungen nachzudenken.

    auch überspitzungen darf man nicht einfach als „nicht möglich“ abcanceln, auch wenn meine formulierung biser zum glück noch überspitzt ist. natürlich haben die meisten menschen auch immer noch ein bewusstsein und wollen nicht zu sehen wie jemand stirbt. die industrie kann es allerdings so aussehen lassen das es niemandem weh tut und zum wohl für alle ist, durch gezielte fehlinformation kriegt man ja auch sonst, wie damals in deutschland, viele menschen dazu sich für dinge einzusetzen für die sie sich eigentlich nie einsetzen würden, würden sie die unverblühmte wahrheit dahinter kennen.

    es gibt immer diese menschen die irgendwie ausser kontrolle sind. ok, ich hab auch meine probleme und zu viel für ein leben erlebt, aber das haben viele. das denkt auch jeder von sich, weil jeder immer am rande der eigenüberforderung lebt um marktwirtschaftlich funktionieren zu können. aber menschen, die offen über tod und körperverletzung schreiben und es eigene überzeugung, kein roman oder satire etc. ist, sollten angehört werden. von allen, damit sich jeder ein differenziertes bild machen kann. nicht von ein paar leuten die ihr eigenes unbehagen mit radikalen ideen bekämpfen möchten, um es dann mundgerecht für mitläufer vor zu kauen.

    ich erinnere da auch an das
    youtube.com/watch?v=4JA4EPRbWhQ

    abgehakkte pimmel als tischlacher im tv.
    gut, ich könnte nun heulen und sagen das mir auch das recht zustehen sollte frauen zu verstümmeln und dann über sie zu lachen. aber eigentlich denke ich eher daran das niemandem das recht zustehen sollte so etwas zu tun, auch nicht den frauen. auch nicht wenn sie „immer“ unterdrückt wurden (was mmn ganz sicher nicht so ist).

    ich persönlich wurde in meiner familie unterdrückt, misshandelt, verkauft. auch ich habe immer diese gedanken besonders meiner mutter etwas an zu tun. sie leiden zu sehen würde teilen von mir freude machen. aber was würde mich dann von ihr unterscheiden? was würde mich von ihr abheben, wie wäre ich ein besserer mensch als der mensch der mir mit nem lineal mit freude auf den penis gehauen hat? der ein oder andere könnte mich verstehen, weil er sich einfühlen kann, oder weil er ähnliches erlebt hat. doch macht es meine gedanken durch meine geschichte besser? würde eine tat das vergangene rückgängig machen? wie lange wären die dunklen seiten in mir befriedigt? würde ich wirklich hafterleichterung bekommen weil es ein rache-akt war? wäre ich eine frau, dann ja. aber ich bin ein mann, also nicht. hält mich der gedanke an haft etc. davon ab etwas zu tun? nein. was hält mich also davon ab?

  37. oliver sagt:

    meine intelligenz. die fähigkeit selbst zu denken, die ich selbst auch erst sehr spät entdeckte. und: niemand bot mir lektüre an oder drängte mir radikal sein schräges gedankengut auf was mich dahin gehend beeinflussen könnte. warum? weil es verpönt ist und wir es alle besser wissen.

    frauenlektüre wie scum allerdings wird massiv von frauen“rechtlerinnen“ beworben. wäre ich ein mädchen gewesen und meine mutter mein vater, na dann wäre er längst durch meine hand gestorben. und ich wäre dafür nicht einmal bestraft wurden. das legitimiert in dem fall nicht nur mein handeln, sondern das handeln vieler, und das handeln aller die nur denken opfer zu sein es aber nie wirklich waren, zb. weil das vorenthalten von luxusgütern niemanden zu einem opfer macht. oder weil man sich nach ausführung des eigenen handelns auf einmal gegen das eigene handeln entscheiden kann, stichwort opfer-abo. dann bestände für mich auch keine notwendigkeit zu denken.

    aber zur zeit haben die frauen zumindest im christlichen europa und den usa genau diese möglichkeiten, diese „freiheiten.“

    es ist nicht neu. es fängt im kleinen an. mir hat man nie zugehört, ich bin ja ein junge. einige lehrerinnen gaben den mädchen in den klassen immer grundsätzlich eine note besser. im sport hatten alle mädchen jede woche ihre tage, ein lehrer machte das nicht mehr mit und führte für die schülerinnen auf einmal menstruationskalender um drückebergerinnen zu entlarven. kurz danach war er nicht mehr in der schule angestellt (war ne hauptschule, 95% der schüler mit migrationshintergrund). als ich der jugendamtmitarbeiterin mich mit elf jahren öffnete was bei mir zuhause, beim schulpsychologen und auch bei den nachbarn, wo ich immer zu essen bekommen hatte, seit dem ich 6 war passierte, wiegelte meine mutter ab mit „er liest immer diese heftchen, ich weiss auch nicht woher er die hat, sie wissen ja er ist anders und hat viel phanasie.“ ja, und am ende musste ich mich bei den nachbarn, bei meiner mutter, beim schulpsychologen und auch bei der jugendamtsmitarbeiterin entschuldigen weil ich ja gelogen hatte, obwohl meine mutter ja wusste was abging (und auch entsprechend kassierte).

    wer kam denn auf die idee das ich mich mit blumen und karte bei allen entschuldigen muss? die frau vom jugendamt. ich entschuldigte mich also offiziell für die wahrheit, die jeder nur als lüge empfand weil es die frau vom jugendamt so entschieden hat. so wusste also jeder meiner peiniger durch das zutun dieser frau das ich sie „verpetzt“ habe, ich habe ihnen ja schliesslich blumen, ne karte und eine entschuldigung für meine „lügen“ überreicht.

    warum konnte das passieren? naja, die jugendamtangestellte hatte wohl nur im kopf das nur mädchen und frauen opfer männlicher gewalt sein können, aber nicht jungs und männer opfer weiblicher und männlicher gewalt. durch ihren inneren feminismus hat sie also dazu beigetragen das ich dann vier jahre lang die hölle auf erden erlebt habe, und zwar so lange bis ich versucht habe mir selbst meinen penis mit einem messer abzuschneiden. ich habe mich damals geärgert das ich es nicht geschafft habe weil es zu weh tat und der schnitt war auch zu klein als das ich ins krankenhaus gemusst hätte (arztbesuche waren in der familie eh nicht drin, laut meiner damalig lautenden informationen können nur reiche zum arzt denn dies ist alles so teuer, und nein, wir waren nicht privatversichert, ich bekam es nur nicht anders beigebracht also bin ich auch nie, nicht mal über 14, selbst zu einem arzt gegangen, sondern erst als die ausbildung anfing mit 20).

  38. oliver sagt:

    all das war erst mit frauen möglich. mit frauen die in kleinen jungen lügner und täter sehen. mit frauen die niemals verstehen können, wollen und werden das der kleine unterschied nie so große unterschiede machen darf wie sie sie machen. mit frauen die ihre eigenen söhne als so minderwertig einstufen daß sie sie auf den strich zwischen einer menge „guter familienfreunde“ und „lieben onkels“ schicken.

    und würde ich mit meiner eigentlich großen angst vor frauen und der angst vor dem unbeherrschbaren, der noch größeren angst vor der unbeherrschbaren frau nun zb. in einer beziehung einer frau antun was mir so angetan würde, wie würde dann entschieden werden, selbst wenn es für mein leben damals greifbare beweise gäbe? ich würde das volle starfmaß kriegen. in einer zelle ohne balkon. warum? weil ich ein mann bin.

    btw: einer der lieben onkel war ganz besonders aktiv, aber er hat einen fehler gemacht; er hatte auch damals ein mädchen verführt. dafür wurde er verurteilt, ihre mutter wurde wegen kuppelei verurteilt. ihr hat man zugehört.

    worauf soll ich also eher wütend sein? wie soll ich diese entwicklung die alles was frauen machen, egal was sie machen, als heroische tat in ein glanzvolles licht stellen beurteilen? gibt mir das wirklich eine grundlage als hetero-mann eine beziehung mit einer frau aufzubauen? was mache ich wenn sie ausser kontrolle geraten sollte, ich darf sie ja dann nicht mal stoppen wenn sie durch einen wutausbruch meine wohnung mit spiritus tränkt und anzünden will (nein, kein extrembeispiel, das war meine beziehung 2004)?

    jede überspitzung hat die möglichkeit realität zu werden, und ganz oft ist sie auch schon realität. manchmal ist das passierte so weit weg von der normalität das man das selbst erlebte fast nicht glaubt, aber genau auf dieser grundlage hat auch mein schulpsychologe angefangen mich zu manipulieren.

    und in meiner letzten therapie lernte ich was mein eigenanteil an mein leben ist und was verantwortung heisst. da habe ich dann entschieden personen erstmal jahre kennen zu lernen, besonders frauen, bevor ich mich ihnen noch einmal öffne. so kann mir wenigstens nichts mehr passieren. das ist auf jeden fall besser, auch wenn ich wirklich sehnsucht nach einer beziehung mit familiengründung habe. ich bin 33. keine frau mitte zwanzig bis anfang 30 ist bereit sich die mühe zu machen und einen mann erstmal jahrelang kennen zu lernen um dann eine beziehung mit ihm ein zu gehen, denn das angebot an verfügbarer, manipulierbarer stecher ist unüberschaubar. ich bin dann der „gute freund.“ da ich darauf aber auch keine lust habe und kein teddy bin der zum benutzen da ist steh ich in einer humanen wüste im vielbevölkerten nrw.

    die dinge passieren. die leute halten die schnauze. die, die sich darum kümmern müssten, tun es aus persönlichen gründen nicht.

    irgendwann ist es zu spät und wir befinden uns in einem blutigen geschlechterkrieg

  39. Schoppe sagt:

    „Was wäre wohl, würden Männer und Frauen gemeinsam sich gegen Ungerechtigkeit wehren“ Das bedeutet, Feminismus als ein „Teile und herrsche“-Instrument zu interpretieren. Das finde ich eine plausible Idee. Man könnte von daher vielleicht auch weiter erläutern, warum ausgerechnet Parteien, sie ein „linkes“ Selbstverständnis haben, aber längst nicht mehr links sind, so starr an feministischen Positionen festhalten – sie vertuschen soziale Unterschiede und Ungerechtigkeiten, inszenieren sich aber zugleich als progressive Bewegung, die gegen Ungerechtigkeiten vorgeht.

    Allerdings ergibt sich daraus nicht, dass Feminismus „faschistisch“ ist. Er ist möglicherweise, wenn man das in alter linker Terminologie ausdrückt, Teil eines Klassenkampfs von oben, aber der Begriff „Faschismus“ trifft das in meinen Augen nicht.

  40. Schoppe sagt:

    @ T.R.E. Lentze „ob Frauen (folglich wohl auch Männer) einen beleidigungsfähigen Bevölkerungsteil im Sinne von § 130 StGB und § 4 Abs. 1 Nr. 3 JMStV bilden“ Das wäre allerdings folgenreich, in mehrere Richtungen. Der Vorwurf der „Volksverhetzung“ oder der „Aufstachelung zum Hass“ – das sind ja die genannten Paragraphen – würde dann in der Tat noch wesentlich mehr Texte, Filme oder Bücher treffen als nur ein Internetportal, in allen Richtungen.

    Allerdings finde ich, dass manche Positionen eben auch dann falsch sind, wenn sie nicht strafbar sind. „Das höchststehende Weib steht noch unendlich tief unter dem tiefststehenden Manne“- den Weininger-Satz habe ich auf Ihrem verlinkten Portal gefunden. Das ist eine Position, von der ich mich klar distanziere – mein Ziel ist überhaupt nicht, dass „die Frau“ an „ihren Platz“ zurückkommt, sondern dass ganz im Gegenteil Gleichberechtigung ernst genommen wird und dass eben Verletzungen der Rechte von Männern genau so geächtet werden wie Verletzungen von Frauenrechten.

    Ich finde allerdings, dass man sich mit Ihrer Position politisch und argumentativ auseinandersetzen muss, nicht juristisch, und dass eben ein Gericht dafür nicht der richtige Ort ist (ich weiß allerdings auch nicht, worauf sich die Verhandlung im Einzelnen bezieht).

  41. Peter sagt:

    Man könnte von daher vielleicht auch weiter erläutern, warum ausgerechnet Parteien, sie ein „linkes“ Selbstverständnis haben, aber längst nicht mehr links sind, so starr an feministischen Positionen festhalten – sie vertuschen soziale Unterschiede und Ungerechtigkeiten, inszenieren sich aber zugleich als progressive Bewegung, die gegen Ungerechtigkeiten vorgeht.

    @ Schoppe

    Zunächst mal bildet die Gruppe „Frauen“ eine absolute Mehrheit und ist im Gegensatz zur Gruppe „Männer“ ein politisches Subjekt.

    Der Linken (hier ist nicht die Partei „die Linke“ gemeint) ist im Transformationsprozess von der Industrie- zur Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft das revolutionäre Subjekt, die Arbeiterklasse, abhanden gekommen. Es sind schlicht zu wenige übriggeblieben und diese Wenigen fühlen sich der Linken nicht sonderlich verpflichtet, ja sie wählen – in der Schweiz zumindest – in ihrer Mehrheit sogar bürgerlich.

    Dieser Verlust, der die Linke zu entkernen drohte, verlangte nach Ersatz. Dieser Ersatz wurde gefunden. Die zum revolutionären Subjekt auserkorene Gruppe ist die Gruppe „Frauen“, die sich im Rahmen feministischer Organisation bereits als politisches Subjekt etabliert hatte.

    So wurde der Nebenwiderspruch zum Haupwiderspruch, die sekundäre politische Analysekategorie Geschlecht zur primären, die ehemals primäre politische Kategorie der Linken, die (soziale) Klasse, zur sekundären.

  42. Peter sagt:

    Es ist je nach Situation mehr oder weniger bescheuert, aber es weicht den Begriff „Faschismus“ zu sehr auf, wenn jede gruppenbezogene Rohheit damit belegt wird. Ich finde z.B. auch nicht diese T-Shirts faschistisch, obgleich sie idiotisch sind: http://en.wikipedia.org/wiki/Boys_are_stupid,_throw_rocks_at_them!_controversy

    Dazu fällt mir als erstes Adjektiv nicht faschistisch, sondern (vor-)pubertär ein.

  43. T.R.E.Lentze sagt:

    Das Weininger-Zitat steht schon lange nicht mehr auf dem Forum. Aber das nur nebenbei.

    Was den Prozeß betrifft, so ging der nicht von mir aus. Es die Landesmedienanstalt von NRW, die mir wegen „Frauenhaß“ ein Bußgeld von 5.500 Euro auferlegt hat, zuzüglich Verwaltungskosten von 750 Euro. Siehe hier. Dagegen klage ich. Verliere ich in letzter Instanz, d.h. gilt Frauenhaß künftig als Straftatbestand, dann würde künftig jede feminismuskritische Netzseite auf dem Verwaltungswege zur Schließung veranlaßt werden können.

    Leider bedeutet das nicht zwingend, daß dann auch feministische, also männerhassende Netzseiten verhindert würden. Denn nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz ist die Verwaltung völlig frei zu entscheiden.

    Wohlgemerkt: Das Ganze firmiert zunächst unter Ordnungswidrigkeit, nicht unter Strafrecht. Bitte lesen Sie sich die betreffenden Artikel auf meiner Netzseite „mann-pass-auf.de“ durch. Ich will nicht Werbung für mich machen, sondern das Bewußtsein wecken, daß hier ein Musterprozeß stattfindet, der für die ganze „Szene“ von entscheidender Bedeutung zu werden verspricht.

  44. T.R.E.Lentze sagt:

    Zusatz zur Frage der Gleichberechtigung:

    Hier gilt es zu differenzieren. Wer z.B. den Pkw-Führerschein hat, der ist mit mir, der den Lkw-Führerschein hat, nicht gleichberechtigt. Das ist natürlich nur ein Beispiel unter unzähligen.

    Geht es hingegen um Lebensrecht, Entfaltung der Persönlichkeit usw.,
    dann sind selbstverständlich Alle gleichberechtigt, sogar ungeborene Menschen.

    Im Besonderen ist Pränataltötung ein Mütter-Privileg, kein Menschenrecht. An diesem Privileg zeigt sich, daß – so meine zentrale These – der Feminismus die Metamorphose und Steigerung von Kommunismus und Nationalsozialismus ist (siehe hier und hier), u.a. weil Ungeborene nicht flüchten und sich nicht verteidigen können; weil sie ihr volles, unverbrauchtes Leben verlieren; weil dieser Massenmord privatisiert wurde, usw.

  45. Ich habe gerade einen kurzen Blick auf Ihre Seite geworfen.

    Mir kommt schlichtweg die Kotze hoch, wenn ich Sätze lese wie „… sehe Frauen in ihrem Reifegrad zwischen Männern und Kindern angesiedelt …Frauen, die, befangen in der irrtümlichen Auffassung ihrer Gleichwertigkeit“.

    Wir hatten in diesem Land schon einmal einen A.H., der auch glaubte, es gäbe Unter- und Herrenmenschen, in dessen Tradition stehen Sie wohl.

    Wenn ich mir den Hinweis unser Grundgesetz erlauben darf: Art. 1
    (1) 1. Satz: Die Würde des Menschen ist unantastbar!!! Das sollte schon reichen, um Ihre Hetze und Beleidigungen zu verbieten.

    Der Hinweis auf Art 3 (1) erübrig sich fast: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich!

    Würde mich sehr freuen, wenn der Musterprozeß für „Ihre Szene“ von entscheidender Bedeutung werden würde!

  46. „Ich bin schon vor Jahren zu der Erkenntnis gelangt, der Feminismus sei eine Form des Faschismus. Ich bin da in einigen Foren ziemlich angefeindet worden“

    Das kann ich gut nachvollziehen. Man muß dem Feminismus vieles vorhalten, u.a. Aushebelung demokratischer Strukturen, aber die Gleichsetzung von Feminismus und Faschismus ist ein völliges Unding!

    Erstens ist es historischer Unsinn, der Feminismus ist rund 200 Jahre alt, der Faschismus ist i.w. als historische Erscheinung auf die erste Hälfte der 20. Jahrhinderts beschränkt. Bezogen auf diesen Zeitraum ist die Gleichsetzung von Feminismus und Faschismus haarsträubend falsch. Von feministischen Gaskammern ist nichts bekannt!

    Selbst eine Gleichsetzung des Feminismus der letzten 20 – 30 Jahre mit dem Neofaschismus ist ziemlich daneben: Die Ziele und Ansichten des Neofaschismus stehen durchgängig in direktem Gegensatz zu unserem Grundgesetz. Beim Feminismus trifft das nur auf einzelne Strömungen zu (die es zu bekämpfen gilt), aber das sind eben nur Minderheiten.

  47. @oliver: das ganze ist großenteils wirr und unlogisch, lauter Verabsolutierungen privater Eindrücke und Meinungen. Einen sinnvollen Diskussionsbeitrag zu Schoppes Post kann ich nicht erkennen.

  48. T.R.E.Lentze sagt:

    @ man.in.th.middle:

    Geben Sie sich doch bitte zu erkennen, so wie ich auch. Zum Agitieren aus dem Hintergrund fehlt mir Ihre Feigheit. Ihre IP kenne ich übrigens.

    Ich habe auch nichts gegen eine Beachtung des Art. 3 (1) GG. Da geht es nämlich um die Gleichheit vor dem Gesetz. Die setzt aber eine ontologische Ungleichheit voraus. Anderenfalls bräuchten wir dieses Gesetz nicht.

  49. Schoppe sagt:

    @ T.R.E. Lentze „Zum Agitieren aus dem Hintergrund fehlt mir Ihre Feigheit. Ihre IP kenne ich übrigens.“ Ich selbst beutze hier auch icht meinen Klarnamen (hab ich auch in frühren Posts schon begründet), weil ich hier öfter auch meine Situation als „entsorgter“ Vater diskutiere und nicht möchte, dass unser Kind und sein Leben hier klar identifizierbar zum Thema werden. Den Schutz möchte ich ihm bewahren. Andere können andere Gründe haben, sich mit Nicks zu beteiligen – das Recht würde ich niemandem bestreiten. Ebenso ist es aller Ehren wert, sich mit Klarnamen zu betiligen – es gibt jedoch niemandem das Recht, andere der „Feigheit“ zu bezichtigen. Auch Andeutungen wie „ich kenne Ihre IP“ finde ich sinnlos, eigentlich nur eine Drohgeste, die ins Leere geht. Das möchte ich hier nicht – ich möchte, dass unterschiedliche Meinungen ausgetauscht werden können, meinetwegen auch sehr konträr, dass aber persönliche Drohgesten unterlassen werden.

    Wir können übrigens durchaus auch mal die Auffassung schlichtweg stehen lassen, dass Männer und Frauen gelichberechtigt sind, ohne sie sogleich GEGEN Feministinnen, oder Frauen allgemein, zu wenden. Aus der Gleichberechtigung von Männern und Frauen sogleich ein Argument gegen das Abtreibungsrecht zu schnitzen, verschiebt sofort wieder die Diskussion – in eine Richtung, die eben NICHT anerkennt, dass eben ja auch Frauenrechte erheblich betroffen sind, wenn es um das Thema Abtreibung geht.

  50. Schoppe sagt:

    @ oliver Erst einmal danke für das Statement. Es ist sehr persönlich, und ich muss es vor einer Antwort erst einmal etwas sacken lassen.

    Auf die persönlichen Teile kann ich hier natürlich kaum antworten, weil ich sie dafür auch zu wenig überschauen kann. Ich wünsche Dir, dass Du im Hinblick darauf die Hilfe erfährst, die Du brauchst (wenn Du beispielsweise von Überforderungen sprichst und davon, zu viel für ein Leben erlebt zu haben).

    Du beziehst Deine persönlichen Erfahrungen aber auch auf allgemeine Strukturen, und darauf kann ich antworten. Sehr bedrückend finde ich beispielsweise die Erzählung darüber, dass Du Dich entschuldigen musstest für das, was Du über dein Zuhause erzählt hattest, und dass Du Dich selbst der Lüge bezichtigen musstest. Das ist eine Situation, die ich mir nach meinen eigenen Erfahrungen (als Lehrer wie als Vater)sehr gut vorstellen kann – dass gleich mehrere Menschen, die eigentlich für das Wohlergehen eines Kindes Verantwortung tragen, die dafür auch ausgebildet sind und bezahlt werden, allesamt desinteressiert reagieren und ihre erwachsene Version des Geschehens nicht durch die Erzählungen eines Kindes stören lassen wollen. Dass Du eine Frau von Jugendamt dabei besonders heraushebst, kann ich mir ebenfalls gut vorstellen. Ich kenne, da ich auch im Väteraufbruch bin, Erzählungen von Vätern, die dort hoffnungslos aufgelaufen sind, oder Erzählungen von Müttern, in denen sie von Jugendamtsmitarbeiterinnen regelrecht gegen die Väter ihrer Kinder in Stellung gebracht wurden. Dass Frauen hier irgendwie „menschlicher“ oder „sozialer“ arbeiten würden als Männer, ist ein Klischee. Allerdings habe ich persönlich auch ganz andere Erfahrungen gemacht.

    Und an eben diesem Punkt habe ich einen anderen Eindruck als Du. So, wie Du das von Dir Erlebte beschreibst, wirkt es so, als ob Du gleichsam einer Einheitsfront gegenüber gestanden hättest. Das habe ich selbst anders erlebt. Ganz sicher gibt es die Strukturen, die Du beschreibst – dass Mütter mit regelrecht naivem Wohlwollen betrachtet werden, als ob sie niemals einem Kind etwas tun könnten – dass Erwachsene (und nicht nur Frauen, auch Männer) schon in Jungen „Täter“ sehen – dass das Verhalten von Männern und Frauen völlig unterschiedlich beurteilt wird, zumal dann, wenn es um Gewalt geht. Das von Dir verlinkte Video zeigt ja ein irres Beispiel dafür. Ich glaube nur, dass diese Strukturen keineswegs so total sind, wie sie jemandem vorkommen können, der mittendrin steckt. Ja, es gibt beispielsweise in der Schule ganz eindeutig unterschiedliche Benotungen von Mädchen und Jungen für gleiche Leistungen, mit Vorteilen für die Mädchen, das ist ja auch in Studien nachgewiesen. Und es gibt unter Lehrkräften jungenfeindliche Ressentiments, weil Jungen als lauter, störender, nachlässiger und aufsässiger gelten als Mädchen. Nur kenne ich auch reihenweise Gegenbeispiele, nämlich Kollegen UND Kolleginnen, die sich gerade über eine faire Behandlung von Jungen Gedanken machen. Wenn ich von meiner persönlichen Erfahrung hochrechnen kann, sind das gar nicht wenige.

  51. Schoppe sagt:

    @ oliver (Fortsetzung von oben)
    Ähnlich auf dem Beziehungsmarkt. Du schreibst, dass keine Frau im entsprechenden Alter sich die Mühe machen wollte, vor einer Beziehung einen Mann erstmal jahrelang kennen zu lernen, weil „das angebot verfügbarer, manipulierbarer stecher (…) unüberschaubar“ sei. Das stimmt wohl (auch wenn die meisten Männer, die ich kenne, keine „Stecher“ sind, sondern gerade Frauen gegenüber unsicherer, als sie es sich anmerken lassen), denn da Männer oft bei der Beziehungssuche deutlich aktiver vorgehen als Frauen, und da zudem häufig ältere Männer gemeinsam mit jüngeren um jüngere Frauen konkurrieren, haben jüngere Frauen häufig ganz andere Wahlmöglichkeiten als Männer gleichen Alters. Nur muss das ja nicht für jede und überall entscheidend sein. Wenn man verliebt ist, möchte man nicht unbedingt Jahre warten – das ist einfach plausibel, völlig unabhängig von der Struktur des Beziehungsmarktes.

    Du zitierst die Gewalt aus dem youtube-Video und schreibst, dass „niemandem das recht zustehen sollte so etwas zu tun“. Natürlich. Ich glaube auch nicht, dass der von Dir am Ende befürchtete „Geschlechterkrieg“ eine reale Möglichkeit ist, und sei es nur aus dem ganz pragmatischen Grund, dass Frauen und Männer völlig offenkundig aufeinander angewiesen sind und die Perspektive, ohne das andere Geschlecht zu leben, vielleicht persönlich, aber niemals gesellschaftlich besteht (nur ein paar kranke Wirrköpfe wie Valerie Solanas oder Mary Daly sehen das anders). Es gibt eine gemeinsame zivile Basis – und vielen feministischen Autorinnen und Aktivistinnen ist eben das vorzuwerfen, dass sie mit dem Gerede vom „Patriarchat“ oder der „Männerherrschaft“ diese gemeinsame zivile Basis leugnen – und damit eigene zivile Fesseln abstreifen (anders ist z.B. die bekloppte positive Aufnahme von Solanas ja nicht zu erklären). Der Eindruck, es gebe so etwas wie eine feministische Einheitsfront, eine umfassend unterschiedliche Beurteilung männlicher und weiblicher Gewalt, eine umfassende Verachtung gegenüber Jungen – dieser Eindruck verdeckt ebenso, dass es eine gemeinsame zivile Basis gibt. Und die gibt es – jedenfalls ist meine eigene Erfahrung wesentlich vielfältiger, als die von Feministinnen (und auch von Maskulisten) oft propagierte Frontstellung Mann contra Frau das fassen könnte.

  52. Schoppe sagt:

    @ man.in.th.middle Ja, olivers Statemet ist sehr persönlich, und es ist natürlich nicht leicht, darauf zu reagieren. Ich finde aber, dass ab und zu sehr persönliche Eindrücke durchaus ihren Platz haben (nicht beständig, weil man dann irgendwann keine gemeinsame Ebene mehr hat, sondern alle nur noch ihre persönlichen Perspektiven widergeben), zumal in den Erzählungen von oliver einige allgemeine Strukturen sichtbar werden, die ich auch kenne. Dass z.B. niemand einem Kind glaubt, weil die erwachsene Version des Geschehens für alle beteiligten Erwachsenen leichter ist, kann ich mir sehr gut vorstellen (wenn auch nicht aus persönlicher Erfahrung aus meiner Kinderzeit).

    Außerdem finde ich die allgemeine Ebene, die angesprochen wird, wichtig – nämlich die Frage, ob es so etwas wie eine uniforme Situation gibt, oder ob die Situation zwischen Männern und Frauen wesentlich vielfältiger ist, als das in geschlechterpolitischen Statemnets oft erscheint (was ich selbstverständlich glaube – ist ja auch fast banal, aber trotzdem wichtig).

  53. T.R.E.Lentze sagt:

    @ Schoppe:
    Ich glaube Oliver gut verstehen zu können, weil ich ebenfalls Vater eines jetzt 15jährigen Jungen bin, zu dem ich jetzt leider keinen Kontakt mehr habe, vermutlich auch für viele Jahre nicht mehr haben werde.

    Es ist richtig, es gibt eine zivile Basis, welche den totalen Geschlechterkrieg letztlich verhindern wird. Dies ist ja auch mein wesentliches Argument gegen den an mich gerichteten Vorwurf, daß ich Frauen als einen „Teil der Bevölkerung“ beleidigt und gegen sie Haß geschürt hätte.

    Ebenfalls ist richtig, daß man es als Vater nie mit einer wirklich geschlossenen Front zu tun hat. Es gibt immer wieder Frauen, z.B. Lehrerinnen, die das Unrecht empfinden und versuchen, unparteiisch zu bleiben. Aber unter den sehr großen Belastungen, wie sie Väter gegenwärtig erdulden müssen, wird man doch erstmal emotional erschlagen von den Ereignissen, und differenziert erst hinterher.

    Geradezu tragisch ist es, wenn auch diejenigen Beteiligten, die bisweilen auf Väterseite stehen und wirklich guten Willen zeigen, unter dem Druck des Kollektivs zusammenknicken. Oder plötzlich krank werden, ausscheiden, und einem nicht mehr zur Verfügung stehen.

    Ich glaube, daß der innere Krieg, der in Deutschland in dieser Weise stattfindet, insgesamt schon ähnlich viel Leid (ja Verzweiflung, ggf. bis zum Selbstmord) bewirkt hat wie ein äußerer Krieg in seiner Anfangsphase es bewirkt.

  54. „warum die Selbstreinigungskräfte fehlen“ – enttäuscht mich auch, aber man muss es vielleicht soziobiologisch sehen: es könnte daran liegen, dass Frauen die gegenseitige Solidarität wichtiger ist als harte Auseinandersetzungen um die Sache. Vielleicht ist es auch die Neigung, sich aggressiveren Leitfiguren unterzuordnen.

    Zur Analogie mit dem nationalsozialistischen Gedankegut: Die Parallelen sind tatsächlich nicht zu übersehen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die Nazis real 6 Millionen Juden umgebracht haben, wobei schon vor dem Dritten Reich in politischen Straßenschlachten viel Blut floss. Zumindest lässt sich ja sagen, dass gewalttätige Übergriffe von Feministinnen äußerst selten sind. Die Femen, aus deren Reihen schon der eine oder andere agressivere Spruch gekommen ist, verteilen noch lange keine Eiertritte. Insofern nehme ich es den Feministinnen ab, dass sie ihre Solanas-Huldigungen nicht wirklich ernst meinen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass in der vordergründigen Misandrie eine Menge Selbsthass mitschwingt. Weil die Feministinnen intuitiv wissen, dass ihre eigene Natur ihrer Utopie einer modernen Gesellschaft entgegensteht. Damit wäre ich wieder bei meiner Anfangsthese.

    Ich sehe da eine gewisse Verzweiflung am Werk. Auch was die in den letzten Jahren zunehmende Radikalisierung der jungen Feministinnen betrifft.

  55. Schoppe sagt:

    @ Stephan Fleischhauer „Insofern nehme ich es den Feministinnen ab, dass sie ihre Solanas-Huldigungen nicht wirklich ernst meinen.“ Da bin ich mir auch sicher – eben in dem Sinn, dass niemand wirklich vorhat, alle Männer zu töten. Gewalt gab es von Feministinnen, aber natürlich niemals auch nur annähernd in dem Umfang, in dem die Nazis Gewalt ausgeübt haben, da ist überhaupt nichts verhgleichbar. Das ist auch nicht der Punkt, den ich meine – sondern das naive Umgehen mit massenmörderischen Parolen, bei denen dann selbstverständlich erwartet wird, dass doch bitteschön niemand sie ernst nimmt. Das ist in meinen Augen eine erhebliche Selbst-Infantilisierung, eine „Ich will doch bloß spielen“-Haltung, die angesichts der Thematik einfach verrückt ist. Vor allem aber haben solche Zivilitätsbrüche Folgen, als Verrohung – auch wenn sie nicht in realen Morden münden.

    Deine These, das auf Verzweiflung zurückzuführen, die aus den Widersprüchen der eigenen Position erwächst, finde ich sehr interessant. Auf die Idee bin ich noch nicht gekommen – es würde aber erklären, warum sich manche Feministinnen in eine solch kindliche Haltung flüchten (die ja auch in so dämlichen Begriffen wie dem Gerede von der „sexistischen Kackscheiße“ deutlich wird).

  56. Ich hab das mit der Verzweiflung ein paar Mal gelesen … sorry, daß ich grade etwas begriffsstutzig bin … worin liegt die genau, was wird herbeigesehnt und warum und was klappt nicht und aus welchem Grund nicht?

    Danke

  57. Schoppe sagt:

    @jungsundmaedchen „Verzweiflung“, so versteh ich das, nicht in einem existenziellen Sinne – jedenfalls nicht vergleichbar zum Beispiel mit einem Vater, der keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern hat, und durch die Zahlungen gleichzeitig finanziell ruiniert wird. Eine Verzweiflung daran, dass femnistische Positionen keine Perspektive (mehr) kreieren – seit Jahrzehnten, von gelegentlichen stilistischen Änderungen abgesehen, in gleicher Weise um sich selbst kreisen, und dabei den Anspruch erheben, eine progressive Politk zu formulieren.

  58. Schoppe sagt:

    @ man.in.th.middle „Würde mich sehr freuen, wenn der Musterprozeß für „Ihre Szene“ von entscheidender Bedeutung werden würde!“ Den Punkt sehe ich anders. Ich finde die von Dir zitierten Äußerungen auch furchtbar, und ich wäre froh, wenn solche Positionen nicht bezogen würden. Aber ich finde, dass man sich politisch damit auseinandersetzen muss, und dass juristische Zwangsmaßnahmen hier falsch sind.

    Ich verstehe beispielsweise, und finde es richtig, dass Holocaustleugnung unter Strafe steht – ich habe keine radikalliberale Position zur freien Meinungsäußerung. Aber dieses extreme Beispiel lässt sich nicht auf alle bescheuerten oder auch inhumanen politischen Positionen ausbauen – man bekommt keine humane Gesellschaft, indem man einfach die Inhumanität verbietet.

    Die Behauptung der Ungleichwertigkeit der Geschlechter ist ein krasses Beispiel für solche inhumanen Positionen – aber es ist eine Behauptung, die in vielen Kontexten und in beide Richtungen immer wieder aufegstellt wird. Gerade in vielen feministischen Statements, die wir auf genderama dokumentiert finden, auf Alles Evolution, hier oder anderswo schon diskutiert haben. Auch beispielsweise in der angesichts der Bildungsnachteile von Jungen perfiden Behauptung Trittins im Bundestag, die Männer und Jungen offen als das nun einmal unbegabtere Geschlecht hinstellt. http://sciencefiles.org/2012/11/11/unsinn-der-woche-vom-nach-eigenen-angaben-unbegabten-jurgen-trittin/ Und was ist mit Regierungs-Kampagnen, die Männer als gewalttätig, nur Frauen aber – wie Kinder – als schutzbedürftig hinstellen? http://man-tau.blogspot.de/2013/03/wie-man-gewalt-gegen-manner-und-kinder.html

    Wenn man eine Grenze zieht, was an Äußerungen verboten gehört und was nicht, dann wird die willkürlich sein – und nach aller Erfahrung wird sie für Männer deutlich enger gezogen werden als für Frauen. Das heißt nicht, dass ich mir Äußerungen wie die von Dir zitierten in irgend einer Weise zu eigen mache, oder dass ich klammheimliche Sympathie dafür hegen würde – aber man muss ihnen politisch begegnen, nicht juristisch.

  59. Hm …. na ja, ich bin da noch unsicher ….

    Trotzdem danke erst mal.

  60. T.R.E.Lentze sagt:

    Inzwischen hat das OLG Düsseldorf seine Entscheidung getroffen. Demnach brauchen Forumbetreiber (dann wohl auch Blogbetreiber) keine Jugendschutzbeauftragten mehr bestellen, selbst wenn die Inhalte, wie bei mir, als jugendgefährdend bewertet werden sollten. Dieses Damoklesschwert schwebt also nicht mehr über uns.

    Dagegen hat das OLG das Amtsgericht insofern bestätigt, als Frauen von jetzt an einen beleidigungsfähigen Bevölkerungsteil bilden.

    Jetzt sollten eigentlich alle Männerrechtler Klagen gegen männerverachtende Äußerungen erheben. Vielleicht würden sie dann die Erfahrung machen, daß Männer keinen beleidigungsfähigen Teil der Bevölkerung bilden, Gleichberechtigung von Mann und Frau also nicht praktiziert wird.

    Und ich denke: Keiner von den Maskulisten, die sich von mir „distanzieren“ (oder mich zum Kotzen finden) hat Grund, sich in Sicherheit zu wiegen! Das bestätigte Urteil dürfte ein Türöffner sein für eine weitergehende geschlechtliche Ungleichberechtigung. Es heißt ja im Art. 3 GG: Der Staat wirkt daraufhin, bestehende Ungleichheiten zu beseitigen. Was nicht da steht: Daß damit die „positive Diskriminierung“ gemeint ist.

  61. Ist das Urteil irgendwo öffentlich einsehbar?

  62. T.R.E.Lentze sagt:

    Ja, natürlich, als oberster (fixierter) Eintrag im inkriminierten Forum „Weiberplage“, hier.

    Dagegen gibt es kein Rechtsmittel mehr.

    Und nochmals: Wer glaubt, daß nun auch Betreiber von Netzseiten mit männer-verhetzenden Inhalten zu Bußgeldern (theoretisch bis 500.000 Euro) verurteilt werden, der könnte sich irren.

    Vielmehr könnte es laufen wie mit dem Gewaltschutzgesetz: Obwohl nachweislich Frauen mindstens genauso häuslich gewalttätig sind, wie Männer, werden zu 99 % allein Männer der gemeinsamen Wohnung verwiesen.

    Die „Gleichberechtigung“ macht's möglich. Allerdings sollte der Versuch gemacht werden, d.h. Seiten mit männerverhetzenden Inhalten (also z.B. Zitaten aus Solanas SCUM-Manifest) sollten der LfM gemeldet werden. Sogar der Betreiber dieser Netzzseite müßte daraufhin zu einem Bußgeld verurteilt werden.

  63. Danke für den link. 🙂

  64. Anonym sagt:

    nur ne kleine sprachliche Anmerkung:
    es wird hier darüber diskutiert, ob Feminismus „faschistisch“ sei oder nicht.

    Natürlich ist Feminismus nicht „faschistisch“, denn der Faschismus ist eine (eigentlich streng auf Italien und Mussolini begrenzte) spezielle politische Ideologie (die sich m.W. vom Nationalsozialismus sehr unterscheidet!).

    Gibts denn das schöne Wörtchen „faschistoid“ (= „weist ähnliche Strukturen wie im Faschismus auf“) nicht mehr? 😉

    Ciao, Robert

  65. Daß keine Isomorphie zwischen Faschismus und Feminismus besteht, so daß wir hier eine abgeleitete und schwächere, analoge Bedeutung von „Faschismus“ vorliegen haben, wurde schon diskutiert.

    Überigens gibt es keinen Grund, warum sich der Faschismus in Italien nicht in einem anderen Land wiederholen könnte. Und dann würden wir dennoch von Faschismus reden.

  66. Schoppe sagt:

    @Robert Feminismus ist eindeutig nicht faschistisch, das ist gar keine Frage. Und die enge Interpretation des Faschismus-Begriffes auf eine bestimmte Zeit finde ich völlig legitim (obgleich ich dann den Begriff tatsächlich nicht nur den italienischen Faschismus beziehen würde). Auf die Art und Weise könnte „Faschismus“ dann heute nicht mehr als politischer Kampfbegriff benutzt werden, um Gegner beliebig zu diffamieren – wie dies der Fall ist, wenn man den Feminismus als „faschistisch“ bezeichnet.

    Meine Frage war, wie es möglich ist, dass eine Position wie die von Solanas, oder eugenische Positionen der Reduzierung von Männern auf einen kleinen Teil der bevölkerung, bis in den feministischen Mainstream hinein und über Jahrzehnte immer wieder Attraktivität gewinnen konnten. Und das ist ja eben nur dann verwunderlich, wenn man eben – wie ich – davon ausgeht, dass der Feminismus NICHT faschistisch ist.

  67. […] ist im Feminismus anders. Das bekannteste Beispiel für einen faschistischen Feminismus ist wohl Valerie Solanas’ „Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer“, in dem sie einen industriell […]

  68. […] festen Platz im Feminismus – nicht allein in der irren Zuspitzung von Valerie Solanas, die eine Ermordung aller Männer fordert, sondern auch in den wiederholten Forderungen, den Anteil von Männern an der […]

  69. […] der Spott über „male tears“, und die als Satire verkaufte Gewaltnähe im heutigen Feminismus (#killallmen) ist allenfalls unterschwellig vorhanden, wenn eine der Frauen unvermittelt fragt, wie sich denn so […]

  70. […] kalkuliert hier wohl auf den Solanas-Effekt. Die hatte in einem irren Text den nationalsozialistischen Massenmord an den europäischen […]

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