Männerechtsbewegung

Aggro akademisch

Feminismus Maskulismus
geschrieben von: Lucas Schoppe
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„Peinliche Maskutrolle rotten sich auf peinlichem Maskublog gegen „Genderfeministin“ Dr. Mutti zusammen“ – „Ihr rottet euch zusammen. Ob ihr eine „Meinung“ habt, ist dabei irrelevant.“ – „Haha, es gibt tatsächlich Leute, die Pinker [gemeint ist Steven Pinker, Professor für Psychologie in Harvard]  für „gute Gesellschaft“ halten.“ – „Außer Ihren Maskutrollfreunden hat niemand Interesse, Ihr Blog zu lesen oder zu kommentieren.“ Derjenige, der sich hier auf diese Weise durch seinen Twitter-Account pöbelt, ist keineswegs ein Jugendlicher in der Hochzeit seiner Pubertät, sondern ein deutscher Professor – Anatol Stefanowitsch, Lehrstuhlinhaber am Institut für Englische Philologie an der Freien Universität Berlin und bekannt für seine feministischen Positionen zur geschlechtergerechten Sprache„.  Was war passiert? In einem Artikel auf dem Blog „Dr. Mutti“  hatte die Blogbetrieberin, die Hamburger Linguistin Juliane Goschler, in einem Artikel nur eine sehr geringe Bedeutung biologischer Faktoren für das unterschiedliche Verhalten von Männern und Frauen eingeräumt: Es schnurre „die Liste der wissenschaftlichen Studien, die einen eindeutigen Einfluss von biologischem Geschlecht auf das Verhalten zeigen, zusammen auf eine kleine Handvoll, die man überhaupt nur ernsthaft diskutieren muss.“ Darauf hatte Alexander Roslin als Kommentator auf dem Blog „Alles Evolution“, der sich wesentlich mit eben der Bedeutung dieser biologischen Faktoren für die Geschlechterrollen auseinandersetzt, hingewiesen  und einige Zitate zusammengestellt, die der Darstellung von Dr. Mutti widersprachen. Roslin schloss mit dem Hinweis, dass er seinen Kommentar bei Dr. Muttis Blog gepostet habe und gespannt sei, ob er freigeschaltet werde. Auch Christian Schmidt schob auf seinem Blog noch einige Argumente hinterher und versuchte sie ebenfalls als Kommentare bei Dr. Mutti zu posten. Die Widersprüche gegen Goschers Position waren durchweg sehr sachlich formuliert, doch die Petitesse, dass sie – angesichts der Unsicherheit, ob die Kommentare bei Dr. Mutti freigeschaltet würden – auch auf „Alles Evolution“ veröffentlicht wurden, nahm Stefanowitsch (der mit der ganzen Diskussion eigentlich gar nichts zu tun hatte) zum Anlass, sich hemmungslos zu enragieren. Während er jedes Gesprächsangebot der „Gegenseite“ (z.B. die Versicherung von Christian Schmidt, Diskussionsbeiträge von Stefanowitsch oder Goschler auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen) höhnisch ablehnte, ließ er andere, zustimmende Beiträge zu seiner Position (soweit hier zitiert von „JoergR“) völlig unkommentiert. „Schon toll welch tolles Vokabular sexistischer Schleim für den eigenen Auswurf hat. ‚bespricht‘, ‚Meinung‘“ – „Bullshit. Ich hab kein Interesse, mit Sexisten zu reden. Ich will dass sie ihre Fresse halten.“ – „Ich hoffe die Argumente haben scharfe Kanten, die kannst du nämlich zusammenrollen und dir in den Arsch stecken.“ (zu einem Kommentar, der darauf hinwies, dass die Kommentare auf dem Alles Evolution-Blog schlicht Argumente und Quellen nennen würden). Für einen Professor ein etwas überraschendes Verhalten: Während sich Stefanowitsch den mehrfachen Angeboten einer sachlichen Diskussion umgehend aggressiv verweigert, scheint ihm angesichts der verrückt unangemessenen, dehumanisierenden Kommentare, mit denen ihm ein anderen Nutzer beispringt, nicht einmal eine kleine Relativierung nötig.

In seinem Auftreten zeigt sich aber eine Tendenz, die eine ganze Reihe akademischer Reaktionen auf die Männerrechtsbewegung prägt: Eine inhaltliche und sachliche Auseinandersetzung kategorisch und demonstrativ zu verweigern – einen akademischen Status auszuspielen, ohne dass die Grundlagen und Regeln, die diesen Status bedingen, respektiert würden – mit einer verbissenen Feindseligkeit zu agieren, deren Gründe nie reflektiert oder erläutert werden – und mit massiven Unterstellungen zu arbeiten, die offenkundig keiner Begründung bedürfen. Wenn Professor Stefanowitsch Diskutanten, die sachliche Einwände vorbringen, als „Trolle“ bepöbelt und ihre Beschimpfung als „Schleim“ stillschweigend billigt oder begrüßt, gehört das vergleichsweise sogar noch zu den harmloseren Diffamierungen. Es lohnt sich, diese Art der akademischen Beschäftigung mit Themen der Männerrechtsbewegung (die unter anderem in diesem Blog schon an verschiedenen Stellen erwähnt wurden) einmal im Zusammenhang zu betrachten.

Endlich bewiesen: Menschenrechte sind rechtsradikal Weit verbreitet ist eine andere Unterstellung gegenüber Menschen, die sich für die Menschenrechte von Männern und Jungen einsetzen, die offenkundig politisch vernichtend sein soll: Nämlich die Präsentation dieses Engagements als „rechtsradikal“. Stilbildend war hier eine „Expertise“, die der Journalist Thomas Gesterkamp im Jahr 2010 für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung verfasste: „Geschlechterkampf von rechts“. Die Grünen zogen mit einer Schrift nach, die global unterstellte, beim männerrechtlichen Engagement stünde nicht etwa ein Einsatz für die Rechte von Männern und Jungen, sondern eine tiefe Feindschaft gegen den Feminismus im Mittelpunkt. Der Autor Hinrich Rosenbrock, aus dessen Magisterarbeit bei der Bochumer Professorin Ilse Lenz dieser Text hervorging, stellte männer- und jungenrechtliches Engagement nicht nur, wie Gesterkamp, als rechtsradikal dar, sondern zog auch Parallelen zu den Massenmorden von Andres Breivik. Über Rosenbrocks und Gesterkamps Texte ist mittlerweile so viel geschrieben worden, dass ich mich hier kurz fassen kann.

Weitgehend ungeprüft wurden Rosenbrocks und Lenz‘ nirgendwo begründete Unterstellungen in massenmedialen Stellungnahmen übernommen, kürzlich beispielsweise in der ARD-Radiosendung „Maskuline Muskelspiele“ Tatsächlich liefert deren Autor Ralf Homann ebenso wenig wie Hinrich Rosenbrock irgendeinen Beleg für Verbindungen zu Breivik – dass die Unterstellung völlig haltlos ist, stört niemanden der Beteiligten. Rosenbrock setzt sich (wie seine medialen Verwerter) an keiner Stelle mit Zielen der Männerrechtsbewegung auseinander, erwähnt beispielsweise das Engagement für die Rechte von Vätern nur am Rande – wiederum, ohne auch nur den Spur einer Argumentation bieten zu können, was dieses Engagement denn eigentlich mit rechtsradikalen Positionen zu tun habe. Gleichwohl wird seine Schrift, die eigentlich ein ernsthafter akademischer Skandal ist, in der zweiten Auflage von den Herausgebern der grünen Stiftung verteidigt – dass Rosenbrocks maßlose Unterstellungen von den Opfern dieser Diffamierungen verständlicherweise kritisiert wurde, wird flugs als Beleg gegen diese Kritik gewertet: „Dieses passionierte Abwehrverhalten spricht für sich selbst (…) es ist völlig legitim, eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einer gesellschaftspolitischen Bewegung auf Grundlage ihrer Quellen und grauen Materialien zu führen.“ Das bedeutet: Es ist völlig legitim, sich nicht mit den Zielen einer politischen Bewegung auseinanderzusetzen, es reicht, sich auf einige abseitige handverlese Quellen zu stützen, auch sie maßlos zu verzerren und die Ergebnisse dann zu Repräsentationen der gesamten Politik zu erklären. Mit dieser Methode ließe sich dann beispielswiese auch die Partei der Grünen insgesamt als eine Partei der Pädophilen und der Kindervergewaltiger darstellen – das wäre offenkundig ebenso diffamierend und haltlos, könnte sich aber, im Unterschied zu Rosenbrocks Breivik-Unterstellungen, wenigstens auf reale Sachverhalte stützen. Gleichwohl käme niemand jemals auf die Idee, einer solchen Hetze wissenschaftlichen Rang einzuräumen und akademische Titel dafür zu verteilen.

Als „Zivilisationsbruch“ bezeichnet Bernard Lassahn im gerade erschienenen ersten Band seines Werks „Frau ohne Welt“ den Bruch der Goldenen Regel, die schon Kinder im Kindergarten verstünden: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Tatsächlich findet sich diese Regel in der einen oder anderen Form weltweit in allen stabilen Kulturen wieder. Die Verantwortlichen für die Rosenbrock-Schrift hingegen kommen erst gar nicht auf die Idee zu überlegen, was denn eigentlich geschähe, wenn gegen sie selbst auf die gleiche Weise agitiert würde, wie sie gegen ihre politischen Gegner vorgehen. Lassahn: „Wir meiden die Verächter Goldener Regeln und tun gut daran.“ (S. 21)

Dass Studenten sich in universitären Arbeiten verrennen, sich in Thesen verbeißen, die sie tatsächlich gar nicht belegen können, gehört zum Alltag der universitären Lehre. Insofern ist der Skandal dieser Arbeit eigentlich kein Skandal Rosenbrock, sondern ein Skandal der Professorin Lenz und der grünen Heinrich Böll Stiftung. Die Thesen Rosenbrocks sind ja nicht nur nach den Maßstäben wissenschaftlicher Redlichkeit haltlos, sondern auch schon nach denen einer simplen zivilen Mitmenschlichkeit. Wer im gewöhnlichen Alltag Menschen, die ihm nicht passen, willkürlich als Nazis und Massenmörder beschimpft, muss wohl mit Zweifeln an seinem Geisteszustand rechnen – wer dasselbe als Student bei der Professorin Ilse Lenz tut, wird mit einem Magistertitel belohnt. Wären akademische Maßstäbe noch einigermaßen intakt, dann müsste Lenz und den Verantwortlichen der Böll-Stiftung zudem der Vorwurf gemacht werden, einer Fürsorgepflicht gegenüber Rosenbrock nicht gerecht geworden zu sein – anstatt auf einer Verbesserung seiner bis zur Verrücktheit mangelhaften Arbeit zu bestehen, haben sie Rosenbrock in seiner Verranntheit offenkundig bestärkt und dann auch noch das Resultat seines wissenschaftlichen Scheiterns vor einer breiten Öffentlichkeit ausgestellt. Unter den gegenwärtigen Bedingungen der deutschen Universität hat dieses öffentliche Scheitern dem Autor allerdings nicht geschadet – er hat gerade eine Stelle an der Universität Marburg angetreten.

Wie gestandene Akademiker über kleine Jungs triumphieren Auf einer Veranstaltung zur „antifeministischen Männerrechtsbewegung“  in Köln diskutierten dann auch unter anderem Rosenbrock und Gesterkamp mit Ilse Lenz. Eine der wesentlichen Thesen der Diskussion bezieht sich auf die schulischen Nachteile von Jungen: „Das Konzept der Intersektionalität, dürfte den Männerrechtler_innen weitgehend unbekannt sein oder findet in ihren Argumentationsträngen jedenfalls keinerlei Beachtung.“ Das bezieht sich auf die offenkundigen schulischen Nachteile von Jungen, die bekanntlich auf Haupt- und Förderschulen weit überrepräsentiert, auf Gymnasien und beim Abitur weit unterrepräsentiert sind, und bedeutet übersetzt: Jungen seien eigentlich gar nicht benachteiligt, Nachteile würden nur bestimmte Jungen erfahren, etwa solche mit einem „Migrationshintergrund“. Solch ein Zusammenspiel verschiedener Gruppenzugehörigkeiten würde Männerrechtler offenkundig intellektuell überfordern.

Natürlich stimmt das so nicht – gerade die Kritik an schulischen Nachteilen von Jungen nimmt das Zusammenspiel mit anderen Diskriminierungsformen ernst. Es ist beispielsweise davon auszugehen, dass ein Junge aus einem bildungsbürgerlichen Milieu größere Ressourcen hat, seine Nachteile als Junge zu kompensieren, als ein Junge aus einer sogenannten „bildungsfernen“ Schicht.

Das haltlose Argument von der Podiumsdiskussion bedient sich aus einer Schrift, die voller haltloser Argumente ist und die von der Max Traeger Stiftung der „Bildungsgewerkschaft“ GEW herausgegeben wurde: „Bildung von Geschlecht“  von Thomas Viola Rieske. Offensichtliches Ziel der Studie ist es, Bildungsnachteile von Jungen zu leugnen, weil die Zuständigen der GEW (allen voran das Vorstandsmitglied Anne Jenter, die wesentlich für die Herausgabe der Schrift verantwortlich ist und auch das Vorwort dafür geschrieben hat) wohl befürchten, diese Nachteile könnten in irgendeiner Form mit dem massiven numerischen Übergewicht von Frauen in den Kollegien in einen Zusammenhang gebracht werden. Die Schrift ist regelrecht ein Musterbeispiel für den manipulativen Umgang mit Statistiken (dazu ein Artikel bei „Kritische Wissenschaft“, der auch Links zu Auseinandersetzungen mit anderen hier besprochenen Autoren enthält), und sie gibt völlig selbstverständlich Positionen preis, die zuvor jahrelang zum Kernbestand der politischen Forderungen der GEW gehört hatten. Schon die Auswahl des Autors spricht Bände: Rieske war niemals selbst als Lehrer tätig und hatte auch mit der Schulforschung nur am Rande zu tun. Wichtiger als eine gute Kenntnis der schulischen Zusammenhänge war den Verantwortlichen der GEW offenbar, dass die Studie die politisch erwünschten Resultate erbrachte.

Überhaupt ist es auffällig, wie groß der Einsatz Erwachsener ist, wenn es darum geht, die Bildungsnachteile von Kindern wegzureden – sofern diese Kinder männlich sind. Notorisch ist der Salzburger, heute Fribourger Professor Edgar J. Forster, der nicht etwa schulische Strukturen, sondern ein Verhaftetsein von Jungen in Vorstellungen einer traditionellen Männlichkeit für ihre schulischen Nachteile verantwortlich macht: Die Schulen sind prima, nur die Kinder sind falsch. Auf einschlägigen Veranstaltungen der Friedrich-Ebert-Stiftung ist Forster mit solchen Thesen gern gesehener Gast.

Wenn es darum geht, mögliche für Jungen nachteilige Folgen einer weiblichen Monopolstellung in den Kollegien der Grundschulen wegzureden, wird besonders häufig Marcel Helbig vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) zitiert, der in Studien nachgewiesen habe, dass das Geschlecht der Lehrkräfte keine nennenswerten Auswirkungen auf die Leistungen von Kindern habe. Der Spiegel beruft sich darauf ebenso wie die Süddeutsche Zeitung, und im Freitag wird Helbig nur noch anonym als ein „Bildungsforscher“ zitiert – vielleicht soll hier schon verschleiert werden, dass diese Darstellungen sich allesamt auf denselben Autor beziehen.

Dabei sind die Ergebnisse dieser Studie keineswegs tragfähig. Helbig untersucht Daten von Berliner Grundschulen – also Schulen, deren Kollegien flächendeckend ausschließlich oder fast ausschließlich aus Frauen bestehen. Es fehlt eine Vergleichsgruppe von Schulen mit einem ausgeglichenen Männer-Frauen-Anteil, und erst recht fehlt eine Vergleichsgruppe von Schulen mit erheblichem Männerüberschuss (vgl. dazu auch Helbig selbst, S. 5: „Ob sich die Schule insgesamt feminisiert hat und für Jungen gar zu einer fremden Umgebung geworden ist, lässt sich mit den bisherigen Studien nicht beantworten.“). So kann Helbig bestenfalls feststellen, dass nicht jeder einzelne Lehrer für Jungen positiv und nicht jede einzelne Lehrerin für Jungen negativ ist – dieser trivialen Behauptung aber widerspricht ohnehin niemand. Tatsächlich lassen sich die erheblichen schulischen Nachteile von Jungen aber eben darauf zurückführen, dass vielen von ihnen bis weit über die Hälfte ihrer Kindheit und Jugend hinaus die Interaktion mit möglichen männlichen Identifikationsfiguren fehlt – in der mütterlichen Alleinerziehung und den Frauendomänen Kindergarten und Grundschule wachsen Kinder bis in ihr elftes Lebensjahr ohne stabilen Kontakt zu männlichen Bezugspersonen auf. Nicht die einzelne Person, sondern das von Frauen numerisch dominierte Schulklima also ist entscheidend  – diese zentrale These kann Helbigs Studie schon von ihrer ganzen Anlage her nicht entkräften, und Helbig interessiert sich auch nicht für sie.

Gleichwohl zieht er aus seiner Studie erhebliche Schlüsse, die gegenüber Jungen irritierend feindselig sind. Deren Schulprobleme seien keineswegs auf Strukturen zurückzuführen, sondern allein ihre eigene Schuld – Jungen seien nun einmal faul. „Weil sie es sich leisten können. Als Mann kommt man in der Gesellschaft auch nach oben, wenn man nicht viel tut.“  (Danke an Andreas Reinhardt für den Hinweis auf dieses Interview.)

Die Professorin Jutta Allmendinger, deren akademischer Ziehsohn  ihr Mitarbeiter Helbig seit vielen Jahren ist, stößt genüsslich ins gleiche Horn, wenn sie im Vorwort zu seinem Buch „Sind Mädchen besser? Der Wandel des geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs in Deutschland“ aus dem Jahr 2012 schreibt: „Aus dem katholischen Arbeitermädchen vom Lande ist, soviel steht fest, ein Junge geworden, der überall leben könnte.“ (S. 11) Professorin Allmendinger geht es hier keineswegs darum, nun eine spezifische Jungenförderung zu fordern – ganz im Gegenteil: Der Hinweis auf den flächendeckenden Bildungsmisserfolg von Jungen dient ihr lediglich als Hintergrund, um eine Erfolgsgeschichte zu erzählen, nämlich die vom weiblichen Erfolg. Zu diesem Zweck spielt es natürlich auch plötzlich gar keine Rolle mehr, dass angeblich nur einige, nicht alle Jungen von Nachteilen betroffen seien – der Erfolg der Mädchen schließlich leuchtet umso heller, je grundsätzlicher die Jungen als Versager präsentiert werden können. Die Feindseligkeit gegen Kinder und Jugendliche, die sich hier zeigt, hat Peer Steinbrück übrigens keineswegs davon abgehalten, Allmendinger zur Bundestagswahl für sein „Kompetenzteam“ ausgerechnet im Bereich der Bildung einzuplanen – allein wohl Allmendingers Wunsch, sich auf ihre akademische Tätigkeit (nämlich als Präsidentin des WZB) zu konzentrieren, verhinderte ihre Beteiligung.

Elfenbeinturm und Filterbubble Die Verquickung von politischen Interessen und akademischer Arbeit, die sich in diesen Beispielen zeigt, hat Nachteile für alle Seiten. Gleich mehrfach wird hier die Denunziation politischer Gegner, ja sogar offen vorgetragene Verachtung Erwachsener für Kinder und Jugendliche aus Steuermitteln finanziert und über die Infrastruktur der partei- bzw. gewerkschaftsnahen Stiftungen und die der Universitären verbreitet. Von Seiten der Politik wird die Zusammenarbeit offenbar eben gerade deshalb gesucht, weil die eigenen Ziele eigentlich nicht vertretbar sind: Die maßlose Diffamierung politisch Andersdenkender und der Hohn Erwachsener gegenüber Kindern, die vor Schwierigkeiten stehen, sind schließlich in halbwegs intakten zivilen und demokratischen Kontexten nicht vermittelbar. Nicht etwa der Antifeminismus ist beispielsweise verbindendes Element verschiedener männerrechtlicher Positionen (es gibt viele Vertreter, die bestimmten feministischen Positionen und Spielarten durchaus nahe stehen), sondern die Überzeugung, dass Menschenrechte auch für Männer und Jungen gelten. Wer diese Selbstverständlichkeit mit exzessiver Feindseligkeit bekämpft, fällt damit offenkundig aus dem demokratischen und rechtsstaatlichen Spektrum heraus. Nicht obwohl, sondern gerade WEIL die eigenen Positionen so offensichtlich unhaltbar sind, suchen die politischen Institutionen also wohl die Nähe zur Wissenschaft. Die Parteien und die „Bildungsgewerkschaft“ GEW zapfen hier also gleichsam den akademischen Status an, um unvertretbare Position präsentabel zu machen – sie suchen nach Menschen, die ihnen faule Äpfel bunt anmalen, um sie noch verkaufen zu können.

Dass sich Professorinnen für diese Tätigkeit hergeben, beschädigt eben den akademischen Status, den sie dabei missbrauchen. Sie treten keineswegs aus dem akademischen Elfenbeinturm heraus, um sich mit der politischen Wirklichkeit außerhalb der Universitäten auseinanderzusetzen. Stattdessen finden universitärer Elfenbeinturm und feministische Filterbubbles  in einer unglücklich stimmigen Wahlverwandtschaft zueinander, die sowohl die politische Glaubwürdigkeit der beteiligten Institutionen – Grüne, SPD, GEW – wie auch die wissenschaftliche Integrität ihrer universitären Zuträger erheblich beschädigt. Vor allem aber verletzt sie die demokratischen Rechte derjenigen Menschen, die Opfer der dabei etablierten und aus Steuermitteln finanzierten Hetzstrukturen werden.

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30 Comments

  • Es tut mir leid, daß dieser Kommentar off-topic ist, aber …..

    Welche Möglichkeiten, sich zu verteildigen, gestehst du den mobbing-Opfern des Feminismus zu?

    Denn es wird meiner Einschätzung nach nicht reichen, auf Mißstände bloß hinzuweisen und Argumente vorzutragen: Offensichtlich verfügen Feministen über gesellschaftliche und politische Macht und sie haben keine Skrupel, sie zu mißbrauchen – also: was darf man dagegen tun? (dürfen, nicht können)

  • @ jungsundmaedchen

    Die Frage nach Strategien, eine Diskussion, die i.m.h.o viel zu wenig geführt wird, Stichwort Subversion.
    Eines der hervorragendsten Beispiele der Anwendung einer subversiven Methode zeigt die Sokal-Affäre.

  • „Bullshit. Ich hab kein Interesse, mit Sexisten zu reden. Ich will dass sie ihre Fresse halten.“ – „Ich hoffe die Argumente haben scharfe Kanten, die kannst du nämlich zusammenrollen und dir in den Arsch stecken.“

    Der Ton erinnert an Freisler.
    Es geht weit über die Reaktion der Leute, die Galileo aufforderte doch selber durch das Fernrohr zu schauen, hinaus. Und bereits diese Betonschädel hätten ihn gnadenlos für seine Argumente verbrannt.
    Gegen die Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

    Einmal mehr wichtiger und starker Kommentar, Herr Schoppe. Danke.

    Beste Grüße

  • Es ist erschreckend was sich da mittlerweile bereits an offenbar zur Legitimierung von Durchsetzung bzw. Ausgrenzung und Benachteilung von Menschen – hier sind es Jungen und Männer (Welche Gruppe kommt als nächstes dran?) – im Fahrwasser eines offenkundigen „Staatsfeminismus“ etabliert hat.

    Tatsächliche Wissenschaft ist aufgrund von Objektivität im Sinne der Aufklärung naturgemäß Feind solcher totalitär politischer Interessen. Schon immer diente das zur Legitimation von nichtlegitimer Ausübung bzw. Aneignung von Macht gegen andere (Gruppen) zum eigenen Vorteil ganz im Sinne einer Inquisition.

    Es zeigt auch wie weit unser vermeintliches aufklärerisches Rechtssystem bereits ausgehöhlt ist.

    Natürlich brauchen Jungs männliche Vorbilder genauso wie Mädchen weibliche brauchen. Und seriöse aber offenbar unbeliebte „wegzumanipulierende bzw. wegzubehauptende“ Forschungsergebnisse zeigen dies auch.

    Eine sehr schlechte Entwicklung in den westlichen Ländern, offenbar maßgeblich von Frauen getrieben, die sich eine Legitimation für Vorteilsverschaffung, Diskriminierung (von Jungen/Männern) und vor allem und am wesentlichsten für sich selbst dadurch eine Versorgung sichern wollen. Machen sie vielleicht genau das, was sie schon immer gemacht haben? Vielleicht auch einmal ein Gegenstand der erforschungswürdig wäre?

    Im übrigen haben wir ja sogar eine Bundesministerin für Arbeit und Soziales die offenbar mit einer feministischen Hardlinerin Hetzbücher schreibt und Verständnis für eine Traumatisierung aufgrund von nicht genügend schnelles Aufsteigen ihrerseits anmahnt. Die dahinter liegende Gier und Fanatismus war erst kürzlich zu beobachten. Eigentlich auch ein unhaltbarer Zustand, der aber zum Obigen passt, aber auch schon für sich von beachtenswertem Gehalt ist.

  • Anatol Stefanowitsch scheint kein Freund der ergebnisoffenen Auseinandersetzung mit Argumenten zu sein. Vor über einer Woche habe ich zu einem seiner Artikel zu der neuen Sprachregelung an der Universität Leipzig folgenden Kommentar gepostet, der noch heute in der Warteschleife festhängt (http://www.sprachlog.de/2013/06/04/sprachliche-mengenlehre-fuer-anfaenger/):

    „Bernd-Rüdiger Kern hat sich vielleicht auch einfach missverständlich ausgedrückt. Naheliegend ist, dass er sich nicht auf die Wortform, sondern auf die Wortbedeutung bezogen hat. Bei der ist es gerade umgekehrt zur Form: So ist das Wort Professor zwar in Professorin enthalten, semantisch ist es traditionell aber umgekehrt. Ein analoges Beispiel: Im Wort Apfelkuchen steckt zwar der Kuchen mit drin, aber das Wort Kuchen umfasst von der Bedeutung her auch den Apfelkuchen. Deshalb kann eine Professorin genauso ein Professor sein, wie ein Apfelkuchen ein Kuchen ist. (…)“

    Wahrscheinlich befürchtete Herr Stefanowitsch, mein Vergleich mit dem Apfelkuchen könnte seine Leser auf die dumme Idee bringen, am generischen Maskulinum könnte was dran sein. Zu recht.

  • @ jungsundmaedchen Das finde ich auch einen wichtigen Punkt – das Erklären, Hinweisen und Argumentieren hat etwas Rührendes, weil es so sehr von dem Glauben geprägt scheint, dass Menschen sich grundsätzlich ändern werden, wenn ihnen nur vernünftige Gründe präsentiert würden. Das ist natürlich nicht so – wer große Vorteile von ungerechten Zuständen hat, wird sich durch Hinweise auf die Vernunft normalerweise nicht von Änderungen überzeugen lassen.

    Andererseits geht mir persönlich eine Aktion wie das beschmieren des Queen-Gemäldes in England schon zu weit. Nicht, weil ich den materiellen Schaden allzu groß fände – sondern weil ich noch im Kopf habe, dass eine Legitimierung von Gewalt gegen Sachen schnell bei einer Legitimierung von Gewalt gegen Personen landet. Es fehlt aber gewiss an subversiven Aktionen wie denen, die Peter anspricht; und auch an Symbolen, die etwas auf den Punkt bringen. Die beste Gegenwehr finde ich Aktionen, die Vorgehensweisen wie die von Stefanowitsch oder auch Lenz in ihrer Primitivität und Inhumanität ausstellen, und wenn möglich lächerlich machen. Ich finde zum Beispiel, dass die ruhigen und beharrlichen Gesprächsangebote Christians im Twitter-Dialog mit Stefanowitsch die cholerische Intoleranz des Professors ziemlich deutlich herausgestellt haben.

  • q Robert Förster Ich sehe das ähnlich. Mit dem Wort „Professor“ sind Männer und Frauen gemeint, mit dem Wort „Professorin“ nur Frauen (daher ist die Leipziger Regelung auch so seltsam, u.a.). Das Wort „Professor“ bezeichnet zunächst einmal einfach eine akademische Position, das Wort „Professorin“ zusätzlich das weibliche Geschlecht. Wenn man mit dem Wort „Professor“ ausdrücklich Männer meinen möchte, muss man ja von „männlichen Professoren“ oder in manchen Fällen eben auch von „Professoren und Professorinnen“ reden – ansonsten ist die Doppelnennung tatsächlich ähnlich sinnvoll wie die Rede von „Kuchen und Apfelkuchen“.

  • Ich würde dir nicht wiedersprechen, denke aber, daß sich nichts ändert, wenn einfach nur – say – 100 Leute ihre Meinung in Sprechgesänge kleiden, Schilder malen und sich angucken lassen: Demonstrationen sind eher Zeitverschwendung – es sei denn, sie sind Machtdemonstrationen, weil z.B. 10^6 Menschen auf einmal in Bewegung sind – denn es ändert sich nur was, wenn die Leute miteinander reden.

    Wenn aber Argumente alleine – ohne Argumente braucht man eh nicht reden – dabei nicht ausreichen, muß man verbale Waffen einsetzen. Manche sprechen von Rhetorik, aber das scheint mir hier eher irreführend zu sein, weil Rhetorik immer nach „Ich will dich hinters Licht führen.“ klingt.

    Hast du schon mal über sowas nachgedacht?

  • @ Joe Ich finde, dass der Ton etwas Verrücktes hat – ohne jedes Interesse daran, ob das, was gesagt wird, zumindest IRGENDWIE zur Situation passt. Und natürlich sprachlich hemmungslos gewaltsam.

    Danke für den Kommentar, und beste Grüße zurück!

  • Ich finde Rhetorik sehr wichtig – es geht nicht nur darum, etwas irgendwie zu sagen, sondern auch darum, die Wirkung mitzukalkulieren. Was verbale „Waffen“ angeht, ist die rhetorische Ausgangslage für Männer in Geschlechterauseinandersetzungen heikel – wütende Reaktionen fallen zum Beispiel auf Männer viel eher zurück als auf Frauen. Ich glaube, gut wäre ein verbales Judo, dass die Energie und die Mittel der anderen nutzt ;-)…aber wie diese Metapher nun konkret aufgelöst werden könnte, müsste ich mir auch noch überlegen.

  • Ja, aber habt ihr euch mal das Blog von dem Typen angesehen? Er tritt bei den unterschiedlichsten Themen so auf, diese Marotte ist also entweder eine rhetorische Masche, damit man sich über ihn aufregt, oder eine Persönlichkeitsstörung. Viel bezeichnender ist, dass Stefanowitsch in ähnlichem Fahrwasser unterwegs ist – für einen Professor natürlich eine intellektuelle Bankrotterklärung.

  • Warum war es für die SED der DDR mit ihrem Medien- und Meinungsmonopol von so zentraler Bedeutung, die BRD als den eigentlichen Nachfolger des faschistischen Deutschlands darzustellen?

    Wenn ich mir den Umgang mit Männerrechtlern und allen, die dafür gehalten werden, in den Medien vor Augen halte, dann frage ich mich, inwieweit Agitations- und Propagandmethoden aus der Zeit der DDR in die Universitäten und parteinahen Stiftungen eingeflossen sind, die sich in und um Berlin konzentrieren und die verzerrte mediale Darstellung männerrechtlicher Anliegen als faschistisch und reaktionär wesentlich beeinflussen.

  • „Im übrigen haben wir ja sogar eine Bundesministerin für Arbeit und Soziales die offenbar mit einer feministischen Hardlinerin Hetzbücher schreibt und Verständnis für eine Traumatisierung aufgrund von nicht genügend schnelles Aufsteigen ihrerseits anmahnt. Die dahinter liegende Gier und Fanatismus war erst kürzlich zu beobachten.“ Das war für mich einer der verwunderlichsten Aspekte in der Diskussion um die Frauenquote im Bundestag – dass v.d.Leyen als Bundesministerin auf offener Bühne gegen ihre eigene Partei intrigierte, ohne dass es erkennbare Konsequenzen für sie gehabt hätte. Offenbar ist feministisches Engagement manchmal eine Art Persilschein, mit dem auch Handlungen als legitim verkauft werden können, die normalerweise kein Mensch billigen würde.

    Allerdings hat sich Gerd Schröder in der SPD zum Teil ganz ähnlich verhalten (können), und der ist ja nun nicht unbedingt Feminist…

  • @ Peter Das Schwierige ist ja, unter anderem, dass diese Strukturen sich selbst tragen. Die Diffamierungen werden ja aus einer gesicherten Herrschaftsposition heraus formuliert(das gilt nicht unbedingt für die Person Rosenbrock, aber doch für seine Mentorinnen und für die Böll-Stiftung, ähnlich die Ebert-Stiftung), und diese Position ist mit finanziellen und infrastrukturellen Mitteln ausgestattet, von denen die Verleumdeten nicht einmal träumen können.

    Und eben diese Herrschaftspositionen werden durch die Diffamierungen ja wiederum legitimiert. Vermutlich werden demnächst neue Extra-Mittel aus Steuereinnahmen gefordert und bewilligt, weil die Maskulisten ja schließlich eine solche Gefahr für die Demokratie sind, dass das nötige Engagement gegen sie mit den herrkömmlichen ('tschuldigung: herkömmlichen) Mitteln gar nicht mehr zu leisten ist….

  • Zu dem unterirdischen Radiofeature „Maskuline Muskelspiele“ sei der Hinweis erlaubt, dass Homann nur „Künstler“ ist, kein Journalist. Redaktionell verantwortlich ist Ulrike Ebenbeck, rein zufällig natürlich auch Unterzeichnerin / Unterstützerin von Pro Quote. Männer, die sich für links, modern, gebildet und avantgardistisch halten, werden von solchen Feministinnen gerne mal als nützliche Deppen benutzt. Alternativ pflegen de Damen gleich selbst mit Accounts zu hetzen, die zhwar männliche Namen tragen, aber im Schreibstil die Feministin dahinter erkennen lassen, z.B. auch bei der #Aufschrei-Lügenkampagne.

  • @ Thomas M. Danke für den Hinweis! Es passt dazu, dass sich Homann noch über mehrere Tage im Kommentarstrang der ARD mit Kritik an seiner Sendung auseinandersetzte (wenn auch nicht sehr einsichtig, http://web.ard.de/radio/radiofeature/#awp::?page_id=2860 ), dass aber natürlich die verantwortliche Redakteurin kein einziges Wort dazu beisteuerte. Wenn es darum geht, sich Kritik zu stellen, kann die Männerquote in Ebenbecks Augen gern bei 100% liegen.

  • „Inhaltlich“ hab ich auch extra nicht behauptet. Er ist an keiner Stelle ernsthaft auf die Kritik eingegangen, sondern hat de facto einfach immer nur seine Position wiederholt. Trotzdem – verglichen mit dem völlig desinteressierten Schweigen der Redakteurin (das in solchen Fällen der Normalfall ist) hat er immerhin veruscht, der Kritik zu begegnen.

  • Off-Topic und eine persönliche Bitte:

    Ich lese diesen Blog gerne, bin übrigens über Arne Hoffmann auf diesen gestoßen.

    Was ich allerdings sehr schwierig finde, ist sich innerhalb der teils ellenlangen Absätze inklusive eingebunden kurziver Zitate noch halbwegs visuell zu orientieren.

    Wäre es eventuell möglich, ein paar Absätze mehr in den Fließtext (ist nicht abwerten gemeint) zu bringen bzw. Zitate mittels der vom Blogspot bereit gestellten Mittel etwas mehr vom Kommentar abzuheben?

    Bitte nicht als Krittelei falsch verstehen, @Schoppe, aber ich habe mich schon des öfteren dabei ertappt, dass ich teilweise nur noch quer gelesen habe – und das ist ob des stringenten und hervorragenden Inhalts eigentlich sehr schade.

    Aber vielleicht sehe ja auch nur ich das so.
    Ansonsten: Danke für die tollen Beiträge bisher.

  • @Thomas M.: Gibt es für den Gebrauch bzw. Missbrauch solcher Accounts Belege oder ist das nur eine Vermutung?

    Die Diskussionsweise der radikalen Genderisten ist in der Tat an manchen Stellen totalitär. Man erkennt dann unwillkürlich den Stil der Propaganda der SED und der FDJ in der DDR wieder.

    Ich fürchte aber, dass die Männerrechtler in dieser Diskussion ins offene Messer laufen. Wenn man einige Blogs der Männerrechtler liest, findet man neben sachlichen Artikeln und Kommentaren leider immer wieder vulgäre, beleidigende und [wirklich] sexistische Beiträge.

    So kann Hadmut Danisch wirklich brillant, kompetent und intelligent argumentieren, aber im nächsten Augenblick entgleist ihm die Sprache und er macht alles wieder zunichte. Von den Kommentaren, die er akzeptiert, sind manche wirklich erschreckend: Da werden Frauen pauschal als »Quotzen« diffamiert usw.

    Wer gegen die totalitären Spielarten des Genderismus und des Feminismus argumentieren will, braucht ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Er muss auch von seinen Kommentatoren Disziplin fordern. Sonst gibt man sich Blößen, die gnadenlos ausgenutzt werden.

  • Danke, ich finde solche Hinweise gut! Ich les die Texte ja nur aus meiner Perspektive, und auch Freunde, die Texte hier lesen, sind i.d.R. schon an manche Eigenschaften (oder evtl. auch Marotten) meiner Schreibweise gewöhnt. Es ist gut zu erfahren, wie sich die Texte lesen, wenn man sie wirklich nur vom Blog kennt. Und ich will mal sehen, was ich tun kann…

  • Klitzekleine Korrektur….
    Dr. Mutti hat es ohne Anatol auch nicht mehr in Hamburg ausgehalten und lehrt jetzt an der Uni Oldenburg im Institut für Germanistik.

  • Jetzt sei mal nicht so streng mit dem guten Anatol, ja. Dr. Mutti ist immerhin sein Eheweib (kein Scherz) und wenn er abends nicht selbst Hand anlegen will muss er was dafür tun. Schliesslich.

  • Freisler. Der Verleich ist zutreffend. Die Psychologie solcher Leute ist auf abstossende Weise fazinierend. Ich meine Freisler zum Beispiel war ja vormals Kommunist, und als sich der Wind drehte wurde er zum Pitbull der Nazis. Stefanowitsch agiert in der Tat genau so. Ich weiss nicht was sein Background ist, aber ich verfolge die Auswüchse dieses Knaben schon eine ganze Weile. Mit welchem widerlichen Geifer er sich auf seine auserkorenen Gegner stürzt, das hat schon fast eine sexuelle Komponente. Ich vermute der hat eine Erektion wenn er seinen Müll ablässt.

  • Vielen Dank für die unschöne (und unbezahlte!) Arbeit, sich durch all die professoral daherkommende Hetze zu arbeiten!

    Ich glaube nicht, dass zivilisiertes Streiten und sachliche Antworten auf unsachliche Aussagen ’naiv‘ oder wirkungslos sein. Im Gegenteil, ich halte sie für stärker (wenn auch manchmal weniger unterhaltsam) als emotionale Ansagen.

    Natürlich wird man einen Dr. A oder eine Dr. L nicht mit Argumenten überzeugen. Man kann sie aber, glaube ich, durch stetige, gründliche Aufklärungsarbeit wie die Ihre entzaubern und isolieren. Es geht darum, ihnen diejenigen Anhänger und im weitesten Sinne Verbündete abspenstig zu machen, die noch einen intellektuellen Anspruch an Argumente und ein klassisches (linkes?) Gerechtigkeitsgefühl haben.

    Es ist unsere Aufgabe, solche Menschen zu identifizieren und mit hartnäckiger Freundlichkeit mit Argumenten und Texten wie den Ihrigen zu konfrontieren.

    Ich habe es schon probiert und es funktioniert. Ich habe zwei Feministinnen in meinem Umfeld dazu gebracht, die grundsätzliche Notwenigkeit einer Männerrechtsbewegung anzuerkennen. Mein Ansatzpunkt und „Lieblingsthema“ waren fehlende reproduktive Rechte von Männern (‚juristische Abtreibung‘) aber da kann sich jeder sein eigenes starkes Thema suchen. Wenn jeder von uns nur ein starkes Männerthema draufhat und sich nicht ablenken lässt, kann er im 4-Augengespräch erste Risse in feministischen Weltbildern in seinem persönlichem Umfeld verursachen. Viele Linke haben insgeheim selber Zweifel z.B an simplen Privilegienhierarchien. Man rennt da häufig offene Türen ein.

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