Geschlechterkampf

Krieg im Frieden – Bernhard Lassahns erster Band der „Trilogie zur Rettung der Liebe“

Bild zeigt Bernhard Lassahn
geschrieben von: Lucas Schoppe
„In dem Roman Die Wand von Marlen Haushofer aus dem Jahr 1968, der nun verfilmt wurde, tut sich plötzlich eine unüberwindliche, gleichwohl unsichtbare Wand auf und isoliert die Frau von der Welt. Das Buch war nie ein Beststeller. Es gehört aber, wie die Kritikerin Elke Heidenreich festgestellt hat, zu den Büchern, die tatsächlich am meisten gelesen wurden – ein Longseller, ein Lieblingsbuch der Frauenbewegung, das ihr Lebensgefühl in ein bedrückendes Bild kleidet, in dem es keine Hoffnung auf ein gutes Ende gibt.“

So beschreibt Bernhard Lassahn in seinem „Frau ohne Welt“ aus einer „Trilogie zur Rettung der Liebe“ Marlen Haushofers Roman. Der Hinweis auf die Unmöglichkeit eines guten Endes erklärt sich schon aus dem Untertitel von Lassahns großem Essay: „Der Krieg gegen den Mann“ (die Rezension dazu auf Genderama findet sich hier).

Die These, dass in den westlichen Gesellschaften ein beständiger, zäher Krieg gegen Männer geführt werde, steht im Zentrum des Textes, der diese These in immer neuen Aspekten umkreist. Lassahn steht damit nicht allein: Dass es einen „Krieg gegen die Männer“, einen „war on men“ gäbe, war gerade erst Thema eines viel zitierten und heftig angegriffenen Textes im Wall Street Journal, einer der wichtigsten Tageszeitungen der USA. Ganz ähnlich ist das Bild, dass eben erst die US-Psychologin Helen Smith in ihrem aufsehenerregenden Buch „Der Streik der Männer“ („Men on Strike“) zeichnet, in der sie westliche Gesellschaften als eine feindselige Umgebung für Männer beschreibt und so erklärt, warum immer mehr Männer sich aus gesellschaftlicher und familiärer Verantwortung zurückzögen – zum Schaden für alle (auch dazu eine Rezension von Arne Hoffmann).

Leben wir also tatsächlich in Kriegszeiten?

 

Kriegslogik in Friedenszeiten

„Wir können uns kaum vorstellen, dass es zwischen Frauen und Männern Krieg gäbe…(…) Der Krieg, in dem wir stecken, ist ein asymmetrischer und ein für viele unsichtbarer Krieg.“ (Lassahn, S. 8f.)

Lassahn bietet fast unüberschaubar viele Belege für männerfeindliche Positionen in Politik, Medien und Gesetzen. Er listet Buchtitel auf, die Männer durchweg als dumm, gewalttätig, liebesunfähig, nutzlos, ja lebensunwert darstellen (S. 33f.), zeigt am Beispiel der Gender-Forscherinnen Ingelore und Isabel Welpe die Position einer „female supremacy“, die Männer faktisch zu Untermenschen erklärt und dies im Rahmen der Gender Studies als seriöse Wissenschaft verkaufen kann (S. 35ff.).

Er erläutert, dass die Männerverachtung „von einer belächelten Minderheitenmeinung zur dominierenden Weltanschauung geworden“ sei (S. 40).

Er zeigt, wie feministische Sprachsteuerung die Ebene einer umfassenden menschlichen Gemeinsamkeit diffamiert und stattdessen auf einer Betonung der Geschlechterunterschiede besteht (S. 52 ff.) und „männerfreie Zonen“ (S. 72) schafft, arbeitet Gemeinsamkeiten von Sexismus und Rassismus heraus und zeigt, dass Sexismus, wenn er sich gesellschaftlich etabliert, „in die Selbstvernichtung“ führe (S. 62).

Er geht darauf ein, wie die Politik des „Gender Mainstreaming“ 1995 bei der Weltfrauenkonferenz in Peking als elitäres, undemokratisches Programm etabliert und später ohne ernstzunehmende Aufklärung der Bevölkerung in nationalen Politiken durchgesetzt wurde (S. 106ff.) und wie die rot-grüne Regierung das sogenannte „Gewaltschutzgesetz“ zu Beginn des Jahrtausends als Gesetz etablierte, das die Unschuldsvermutung zu Lasten von Männern aushöhlte und es ermöglichte, sie ohne Beweise von Übergriffen aus den gemeinsamen Wohnungen zu vertreiben.

„Man kann den Frauen von Rot-Grün, die dieses Gesetz durchgebracht haben, den Vorwurf nicht ersparen: Sie haben getreu der feministischen Unart des Wegguckens gehandelt, und alle Forschungen, die belegten, dass häusliche Gewalt zu gleichen oder sogar zu größeren Teilen von Frauen ausgeht, unter den Tisch fallen lassen. Sie kannten die Studien. Sie wussten, was sie tun.“ (S. 150)
Am Grundsatzprogramm der SPD und dem berüchtigten Satz, die männliche Gesellschaft müsse überwinden, wer die menschliche Gesellschaft wolle, verdeutlicht Lassahn dann, warum er dem Feminismus einen Vernichtungswillen unterstellt:
„Die Gemeinschaft, die für sich selbst die ‚Menschlichkeit‘ in Anspruch nimmt, will sie (die Männer) nicht. So wird mit der Sprache das Männliche vom Menschlichen getrennt. Als ich dem Feminismus (…) einen Vernichtungswillen bescheinigte, mag das noch übertrieben gewirkt haben. Das ist es aber nicht. Der Vernichtungswille ist real.“ (S. 162)

Natürlich lässt sich auch hier wieder fragen, ob nicht eben diese Position übertrieben ist. Feindseligkeiten gegen Männer, auch gegen alle Männer, lassen sich sicherlich in vielen Statements von Politikerinnen, Journalistinnen, Lobbyistinnen und ihren männlichen Bündnispartnern finden, auch in gesetzlichen Regelungen – aber „Krieg“? „Vernichtungswille“? Was rechtfertigt diese Wortwahl?

Lassahn zitiert den Richter Harald Schütz:

„‘In unserem Rechtsstaat kann es Menschen, weit überwiegend Vätern, widerfahren, dass gegen ihren Willen und ohne ihnen anzurechnendes schuldhaftes Verhalten ihre Ehen geschieden, ihnen ihre Kinder entzogen, der Umgang mit ihnen ausgeschlossen, der Vorwurf, ihre Kinder missbraucht zu haben erhoben und durch Gerichtsentscheid bestätigt und sie zudem durch Unterhaltszahlungen auf den Mindestselbstbehalt herabgesetzt werden. Die Dimension solchen staatlich verordneten Leides erreicht tragisches Ausmaß und sollte seinen Platz auf der Bühne, nicht in unserer Rechtswirklichkeit haben.‘“ (S. 156)
Eben solche rechtlichen Rahmenbedingungen wären nicht möglich, wenn es lediglich um zivile Interessengegensätze zwischen Müttern und Vätern ginge, die auch prinzipiell zivil moderiert werden könnten. Sie sind nur möglich als Resultat einer Politik der erbitterten Feindschaft, die nicht einmal mehr momentelang bereit ist, Situationen auch aus der Perspektive der Bekämpften zu betrachten. So ist es sehr schlüssig, wenn Lassahn schon zu Beginn seines Buches die Goldene Regel zitiert („Was du nicht willst, was man dir tu, das füg‘ auch keinem andern zu.“, S. 21) und ihren Bruch als „Zivilisationsbruch“ darstellt.
Das ist treffend. Eine politische Position, die eine zivile Gemeinsamkeit von Männern und Frauen verneint, die gesellschaftliche Bedingungen schlankweg und ausgerechnet als „Patriarchat“, also als „Väterherrschaft“ beschreibt, zivile Ordnungen als scheinhaft darstellt und behauptet, dass sie – sei es in der Sexualität, im Familienleben, in der Berufswelt, in der Kommunikation oder der Politik – grundsätzlich von Gewalt und Machtausübung geprägt sei, die natürlich immer nur von einer, der männlichen Seite ausginge: Eine solche Position entwirft tatsächlich eine Kriegslogik.



Eine Kakerlake redet vom Krieg Dabei ist nicht die gesamte Gesellschaft im Krieg – bei weitem nicht alle Konflikte lassen sich im Lichte von Geschlechterbeziehungen beschreiben, bei weitem nicht alle Geschlechterbeziehungen sind von Macht und Gewalt geprägt. Irritierend aber ist, wie selbstverständlich sich eine Kriegslogik im Mainstream von Politik und Medien etabliert hat, und wie heftig die Reaktionen ausfallen, wenn ihr jemand öffentlich widerspricht. Dass das nicht nur für Deutschland gilt, zeigt ein aktuelles Beispiel aus den USA.

James Taranto, Kolumnist des Wall Street Journal, sprach am 17. Juni in einem Kommentar seiner Zeitung von einem „Krieg gegen die Männer“. Der Hintergrund, soweit ihn Taranto darstellte, war die Entscheidung der Generalin Susan Helms, einen Offizier unter ihrem Kommando, Matthew Herrera, zu begnadigen, der wegen schwerer sexueller Nötigung angeklagt war. Er war von einem weiblichen Lieutenant angezeigt worden, er habe ihr, als beide angetrunken gewesen wären und sie geschlafen habe, auf dem Rücksitz eines Autos die Unterhose ausgezogen und ihre Geschlechtsteile berührt. Herrera sprach von einer einvernehmlichen Berührung, die Aussagen der beiden Zeugen auf dem Fahrersitzen – insbesondere eines anderen weiblichen Lieutenants – bestätigten seine Version. Herrera bekannte sich gleichwohl eines „unziemlichen Verhaltens“ („indecent act“) für schuldig und wurde aus der Armee entlassen.

In den Augen der demokratischen Senatorin aus Missouri, Claire McCaskill, war der Gnadenakt  gleichwohl „eine zerstörerischen Botschaft für die Überlebenden eines sexuellen Angriffs“ („a damaging message to survivors of sexual assault“) – sie stoppte die Ernennung von Susan Helms zur stellvertretenden Kommandeurin des Weltraumprogramms der Air Force. Dazu hatte Obama sie ernennen wollten, weil sie eine der erfahrensten Astronautinnen der Air Force ist, in der Crew bei vier Space Shuttle-Missionen, die mit einem Kollegen zusammen im Jahre 2001 bei der Arbeit an einer Docking Station den bis heute längsten Weltraumspaziergang der Geschichte unternommen hat.

Eben diese Entscheidung der Senatorin war Anlass für Tarantos Text, in dem er McCaskill klar kritisierte. Die Reaktionen auf Taranto wiederum waren heftig – die Journalistin Katie McDonoiugh beschuldigte ihn, er würde Vergewaltigungen verteidigen („rape apologist“ – dies unbenommen der Tatsache, dass es in dem erwähnten Fall niemals um den Vorwurf der Vergewaltigung ging), er wurde beschimpft (in der Cosmopolitian als „freaking jackass“, etwa: „verdammter Idiot“, auf der feministischen Website Jezebel als „woman hating troll“ – „frauenhassender Troll“ – und als „cockroach“ – „Kakerlake“) – die Reaktionen waren insgesamt so heftig, dass Taranto in einem eigenen Artikel darüber schrieb und sich in der Einschätzung bestätigte fühlte, dass ein Krieg gegen Männer geführt würde.

Besonders ein Aspekt macht, neben der Heftigkeit der Reaktionen, diese Einschätzung plausibel. In dem von Taranto angesprochenen Fall lassen sich die Interessen zweier Frauen gegenüberstellen – die beruflichen Interessen von Helms, die auf außergewöhnlichen Verdiensten gründen, und die Interessen der Soldatin, die Herrera beschuldigt und sich damit als sein Opfer darstellt. In der Entscheidung zwischen den zivilen, besonderen Verdiensten der einen Frau und dem Opferstatus der anderen Frau entschieden sich feministische Kommentatorinnen und Politikerinnen regelrecht instinktiv für den Opferstatus, obwohl der im angesprochenen Fall durch Zeugenaussagen konterkariert wird.

Erfolge, die in einem zivilen Rahmen und selbstverständlich in der beständigen Kooperation mit Männern erarbeitet wurden, sind offenkundig nichtig gegenüber der Möglichkeit, eine Frau als Opfer männlicher Gewalt präsentieren zu können, als beschmutzte Unschuld, die nicht nur verteidigt, sondern gerächt werden müsse. Mit großer Selbstverständlichkeit ignorieren diese Frauen die zivile Logik des Falls und bestehen auf seiner Deutung im Rahmen der Logik eines Geschlechterkrieges.


Wie Männer Konflikte austragen, die Frauen lieber vermeiden So ist es denn auch zweischneidig, wenn Judith Liere in der Süddeutschen Zeitung einen Artikel schreibt, der eine Fixierung auf einen Geschlechterkonflikt kritisiert, auf die Bedeutung der Kooperation von Frauen und Männern hinweist und für diesen Konflikt Männer und Frauen gleichermaßen verantwortlich macht (ein Kommentar dazu auf Genderama, eine Diskussion auf Alles Evolution). „Beide Seiten könnten die Kategorien ‚Frauen‘ und ‚Männer‘ kurz mal links liegen lassen und es probehalber hiermit versuchen: ‚wir‘.“
Lieres Ziel ist völlig plausibel und richtig, nur ihre Diagnose trifft nicht – zumindest ist nirgendwo erkennbar, dass Männer gegenüber Frauen in ähnlicher Weise einer Kriegslogik folgen würden, wie dies Feministinnen und feministisch inspirierte Politikerinnen, Lobbyistinnen und Journalistinnen tun. Irritierender noch als diese Kriegslogik ist die Selbstverständlichkeit, mit der sie von anderen Frauen akzeptiert wird, die ihrerseits gleichwohl an einer Zusammenarbeit mit Männern interessiert sind.

Wenn Männerrechtler untereinander in Konflikt treten, wenn hier „gemäßigte“ und „brachiale“ Positionen einander gegenüberstehen, dann tragen Männer damit eigentlich untereinander die Konflikte aus, die Frauen untereinander austragen müssten, aber vermeiden. Es liegt schließlich eben in der Logik eines antizivilen, kriegerischen Denkens, dass im zivilen Rahmen kaum vernünftig darauf reagiert werden kann, dass eine betont zivile Reaktion als ebenso deplatziert erscheinen kann wie eine, die der anti-zivilen Tonlage entspricht.

Die Möglichkeit für ein Beispiel bietet die selbstverständliche, unkritische Präsentation der Femen in Massenmedien, etwa bei Maischberger – ungeachtet der radikalen antimännlichen Schwanz-ab-Gewaltphantasien, die von Femen propagiert werden. Es lässt sich, wenn man diese Situation einmal als mögliche Dialoge durchspielt, leicht zeigen, dass zivile wie anti-zivile Reaktion gleichermaßen fruchtlos sind. Zuerst die brachiale Antwort:

Sie: Ich hack dir den Schwanz ab, du ekelhafte Kakerlake! Er: Halt’s Maul, du Schlampe! Sie: Oh mein GOTT, er hat mich SCHLAMPE genannt!!!
Dieser Dialog ist offenkundig wenig sinnvoll – ebenso wie dieser nach zivilem Reaktionsmuster:
Sie: Ich hack dir den Schwanz ab, du ekelhafte Kakerlake! Er: Ich verstehe deine Position und finde, dass feministische Ansprüche auch ihre historische Berechtigung haben – möchte aber darauf hinweisen, dass du mit dieser Bemerkung deinerseits Rechte und Grenzen von mir verletzt und dass, ja, auch wenn du darüber lachst, dass auch ich verletzbar bin.

Dass die Reaktionen jeweils sinnlos sind, liegt eben nicht daran, dass die Wahl eines zivilen bzw. unzivilen Reaktionsmusters jeweils falsch gewesen wäre – sondern daran, dass eine Kriegslogik schlicht nicht in zivile Kontexte gehört und dass vernünftige Reaktionen darauf nicht möglich sind, wenn sie gleichwohl in solchen Kontexten akzeptiert wird.

Wer etwas daran ändern möchte, muss aber eben die ansprechen, die das Verhältnis der Geschlechter nicht im Rahmen einer kriegerische Logik interpretieren und sie auch nicht im diesem Rahmen interpretieren wollen. Lassahns Buch, das inhaltlich klar und scharf, im Ton und in der Zielsetzung allerdings nirgendwo kriegerisch ist, entwickelt ein gutes Muster dafür.

Bernhard Lassahn: Frau ohne Welt. Trilogie zur Rettung der Liebe. Teil 1 – Der Krieg gegen den Mann, Edition Sonderwege bei manuscriptum, Waltrop Leipzig 2013

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9 Comments

  • Lieres Ziel ist völlig plausibel und richtig, nur ihre Diagnose trifft nicht – zumindest ist nirgendwo erkennbar, dass Männer gegenüber Frauen in ähnlicher Weise einer Kriegslogik folgen würden, wie dies Feministinnen und feministisch inspirierte Politikerinnen, Lobbyistinnen und Journalistinnen tun.

    Sehr interessanter Text. Trotzdem erlaube ich mir eine kleine Kritik.
    Ich selbst spreche nie von Feministinnen, Politikerinnen oder Journalistinnen in diesem Kontext, denn das suggeriert, es stünden sich Männer und Frauen als homogene Bläcke in Feindschaft gegenüber. Dies als Realität zu akzeptieren bedeutet, der Kriegslogik der Feministen zu folgen. Der misandrische Feminismus wird auch von Männern gestützt, und zwar von recht vielen.

  • @peter Es ist nicht erkennbar, dass nicht die Medien eben diesen homogenen Block beständig beschwören würden. Es nützt also nichts, auf die eigenen Einsichten und Erwartungen zu verweisen. Im Gegensatz zu den linken Ideologien des Feminismus geht es darum, dass das Private dann politisch wird, wenn das Private keinen politischen Widerhall in den Medien findet.

  • Ob es Krieg oder Terror ist, der von den Genderfuzzis ins öffentliche Leben getragen wird, mag dahingestellt sein. Ich empfinde eher letzteres, denn der Terror hat im Gegensatz zum Krieg etwas klandestines und punktuelles.

    Und dazu gibt es die medialen Unterstützer des Terrors. So wird Schwarzer weiter fleißig eingeladen, obgleich sie in ihrer Berichterstattung im Kachelmannprozess bewiesen hat, dass sie selbst Recht und Gesetz nicht gelten lässt, um ihre kruden Thesen zu verfolgen und Teile der Gesellschaft aufzuhetzen.

    Dafür wird Schwarzer für ihren FMT (FrauenMediaTurm) weiterhin Geld zugeschoben, obwohl die Verwendung der Gelder mehr als fragwürdig ist. Hierzu ein Link: http://www.iknews.de/2012/12/18/alice-schwarzers-fmt-visuell-und-die-450-000-euro-frage/ Ist wie alles was mit Investitionserschleichung zu tun hat, nicht so einfach zu erklären, schließlich führen die Schleichwege der Korrupten über mehrere Ecken.
    Servus M. M.

  • @ Peter Ja, Du hast recht. Ich könnte natürlich versuchen mich rauszureden und behaupten, ich hätte situationsgerecht schlicht das generische Femininum benutzt und Gesterkamp, Kemper und co. einfach mitgemeint. 🙂

  • „dass das Private dann politisch wird, wenn das Private keinen politischen Widerhall in den Medien findet.“ Das Verhältnis von Privatem und Politischem beschäftigt mich auch, und ich finde (so wie Du auch, wenn ich es richtig verstehe) Slogans wie „Das Private ist politisch“ etc. viel zu einfach. Was aber damit gemeint ist, dass es politisch wird, wenn es keinen Widerhall findet – das hab ich nicht ganz verstanden. Hast Du ein Beispiel?

  • @ Matthias Mala Ja, die Unterscheidung zwischen Krieg und Terror ist sinnvoll. Es ging in dem Text aber auch um den Bruch ziviler Logik, der beiden gemein ist – beispielsweise Situationen nicht mehr aus der Perspektive anderer Beteiligter sehen zu müssen, weil die ohnehin als „Feinde“ identifiziert sind – und mit beständigen dichotomischen Mustern (wie-die, gut-böse etc.) zu arbeiten.

    Die Gelder für Schwarzer waren, wenn ich mich richtig erinnere, auch ein Art Friedensangebot der Familienministerin nach den Konflikten, die sie mit ihr hatte. Stimmt das so, dann ist es ziemlich plausibel, davon auszugehen, dass eigentlich niemand der Beteiligten so genau wissen wollte, was mit dem Geld eigentlich gemacht wird.

    In meinen Augen ist es – selbst dann, wenn alles korrekt abgelaufen wäre, was ja ganz offensichtlich nicht der Fall ist – verrückt, dass eine Gewalt-Propagandistin und Hetzerin wie Schwarzer überhaupt öffentliche Gelder bekommt, um sich selbst öffentlich feiern zu können.

    Servus!

  • Hallo,
    ich bin eher zufällig über das folgende, nicht ganz neue Werk von Big Bro…. Sister in Brüssel gestoßen, das man auch als Teil des Kriegs gegen Männer betrachten kann:

    The Role of Men in Gender Equality – European strategies & insights
    Study on the Role of Men in Gender Equality
    http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/files/gender_pay_gap/130424_final_report_role_of_men_en.pdf
    zu finden neben vielen anderen feministischen Publikationen auf
    http://ec.europa.eu/justice/gender-equality/document/index_en.htm

    332 Seiten, von denen ich probeweise S.75ff gelesen habe.

    2.3.2 Why are boys and young men losing out?

    Man hat erfahren, daß solche Gerüchten verbreitet werden, aber alles halb so wild, denn
    1. there are fields in which boys are not generally achieving less than girls (schade auch)
    2. worse formal education still pays off for men (!?!)
    3. boys become more confident

    usw. usw., die armen Mädchen! Pro Seite drei Zitate eines gewissen Herrn Kimmel.

    Man ist dann weiter besorgt, daß die Schule immer noch gender stereotypes vermittelt und gender segregation betreibt und zu wenige alternative masculinities vermittelt werden.

    In 2.4 Conclusions and recommendations erfahren wir dann, daß jetzt schon in der Vorschule gender equality programmes notwendig sind, „[which encourage] boys [im Alter von 3 – 5 Jahren] to experience a broad range of skills and competences not only limited to those expected to be „traditionally“ male, und zwei Dutzend weitere Maßnahmen, damit die Jungen sich endlich ändern.

    Man nennt sowas auch Schlachtplan.

  • @ man.in.th.middle Ich werde immer ein weing melancholisch, wenn ich solche Texte lese. Als ich an die Uni kam, dachte ich, Wissenschaft sei etwas Wunderbares, Besonderes, etwas, wofür man sich ganz besonders anstrengen müsse, damit es gut wird. Finde ich insgeheim immer noch.

    Aber dann lese ich, wie leicht man es sich machen kann, als Wissenschaftler zu gelten und zugleich massig europäische Förergelder einzustreichen.

    „Die Mehrzahl aller Gewalttaten (physische, psychische und sexuelle Gewalt) wird von Männern verübt. Gewalt findet überall statt: im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz und in Partnerschaften. Gewalt von Männern gegen Frauen, Kinder und andere Männer fußt auf einem immer noch vorherrschenden, traditionellen Männlichkeitskonzept , das mit Macht, Wettbewerb und Dominanz verbunden ist anstatt mit (Für-)Sorge und Gleichstellungsorientierung.“ Uswusf. Endlich bewiesen: Wer gegen Gleichstellung ist, ist für Gewalt.

    Auch Deine Hinweise auf die Jungenpolitik zeigen ja, dass hier einfach nur stolz und vorurteilsbeladen gebräuchliche Klischees vorgezeigt werden, ohne auch nur auf die Idee zu kommen, das man diese Bilder ja auch mal überprüfen könne.

    Wir haben an unserer Schule übrigens ein sehr gutes Anti-Gewalt-Programm, das ohne solche Konzepte wie das der „hegemonialen Männlichkeit“ etc. arbeitet und das konsequent Jungen wie Mädchen anspricht. Obwohl unsere Schule sehr groß ist und in einem sehr schwierigen sozialen Umfeld liegt, haben wir so gut wie keine Probleme mit schulischer Gewalt. Das könnte man sicher leicht ändern, wenn man einfach anfangen würde, allen zu erklären, dass Gewalt schlicht ein Resultat traditioneller Männlichkeitskonzepte ist und dass man sie am besten durch eine konsequente Gleichstellungspolitik verhindert.

    Danke für die Hinweise!

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