Survival Kit für Gender-Studies-Zwangs-Studis

Der Blog „Alles Evolution“ hat vor einigen Wochen einen Test dokumentiert, der grundsätzliche Überzeugungen der Gender Studies abfragt. Er stammt nicht etwa aus einem originären Gender Studies-Studiengang, sondern aus einem ingenieurswissenschaftlichen Studium der Universität Linz – dort ist nämlich, in einer witzig-originellen Volte der Studienplanung, die Teilnahme an einer Gender Studies-Veranstaltung für alle verbindlich, und wer Ingenieur werden will, muss den Test bestehen.

Warum nicht auch umgekehrt für alle Gender-Studenten eine erfolgreich bestandene Prüfung in Ingenieurswissenschaften obligatorisch ist, weiß ich übrigens nicht genau – möglicherweise lässt sich eben, anders als umgekehrt, Gender-Kompetenz einfach nicht durch Kompetenz in den Ingenieurswissenschaften ersetzen.

Als Service für alle Gender-Studies-Zwangs-Studis habe ich jedenfalls eine Musterlösung für einige der zentralen Fragen des Tests erstellt – und habe dabei auf die Hilfe von einer der bundesweit anerkanntesten Expertinnen auf dem Gebiet, Frau Professorin Paula-Irene Villa, bauen können. Die Zusammenarbeit – die in dieser Form, wie ich betonen darf, angenehm spannungsfrei war – gestaltete sich so, dass ich Zitate aus einem längeren zweiteiligen Interview mit Frau Professorin Villa mit meinen eigenen Antworten kombinierte (so dass Frau Professorin Villa übrigens bis heute nichts von der Kooperation weiß, was ihren Beitrag umso bemerkenswerter macht).

Die Passagen aus dem Interview mit Frau Professorin Villa sind im Folgenden kursiv markiert – und einige ihrer Zitate sind aus verschiedenen Passagen zusammengestellt, ohne allerdings den Sinn zu verändern, zumindest nicht allzusehr.

Nicht nur Anna-Katharina Meßmer, ganz gewiss bald führend in der kritischen Schamlippenschönheitschirurgieforschung, sondern auch andere haben ihrer Doktormutter Frau Professorin Villa vieles zu verdanken. Zum Beispiel Mona Motakef, die über ihre Dissertation „Körper Gaben“ zum Thema Organspende sagt:

„Mein Buch räumt mit der Gewissheit auf, dass es über Organspende nichts mehr zu verhandeln gibt, außer der Frage, wie sie effizienter gestaltet werden kann. Dagegen eröffnet es eine Perspektivenvielfalt und richtet den Blick auf die Ambivalenzen und Widersprüche des Feldes.“
Oder eine Doktorandin zur Frage „des Zusammenhang von Komplexität und Glück anhand des Lebens und Arbeitens auf einer Alm“, die die
„in modernen, westlichen Gesellschaften vorherrschenden Annahme, daß Glück durch Komplexitätssteigerung wächst“,
kritisch beleuchtet und zu dem bahnbrechenden Schluss kommt, „daß steigende Komplexität nicht gleichgesetzt werden kann mit mehr Glück“ .

Wie eine Dissertation in der Gender Studies konzipiert werden muss, ist damit klar: Erwartet wird von den Dokorand_innen, eine Position zu formulieren, die so albern, engstirnig und tiefenbescheuert ist, dass kein halbwegs vernünftiger Mensch sie jemals einnehmen würde – sodann zu behaupten, dass diese Position weit und breit und unreflektiert als Gewissheit“ vertreten werde, gerade auch von Wissenschaftlern – und dann in der Dissertation nachzuweisen, dass ja in Wirklichkeit alles ganz anders, ambivalenter, vieldeutiger, spannungsreicher, komplexer (oder wahlweise eben nicht komplexer) etc. sei, als die Leute so glauben.

Wie man eine Gender Studies-Dissertation verfasst, wissen wir also nun. Jetzt müssen wir nur noch durch den Eingangstest kommen.

Erklären Sie die Hintergründe der hohen Männerquoten in den Ingenieurwissenschaften anhand der Forschungsergebnisse (1) zum Image/Status der Ingenieurwissenschaften und (2) zu den geschlechtsspezifischen Aufgaben- und Fähigkeitszuschreibungen (Sozialisation, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung etc.). (Welche geschlechtsspezifischen Vorteile werden Männern diesbezüglich geboten?)

Interessant, dass Sie danach fragen. Dadurch, dass Frauen zu eigentlich Gebärenden, zu eigentlich Hausfrauen erklärt werden, werden sie zu einer billigen und leicht ausbeutbaren Reserve im Kapitalismus, während Männer Spitzenpositionen besetzen. Die Unterstellung, dass Frauen gebärende und fürsorgliche Wesen sind, führt insbesondere in Deutschland tatsächlich zu Benachteiligung – die aber sehr komplex ist.

Der Arbeitgeber denkt nicht eins zu eins: „Gebärfähig – lieber nicht“, sondern dies führt zu vielen mittelbaren Effekten. Viele so genannte Frauenberufe sind deswegen frauentypisch und auch schlecht entlohnt, weil sie ganz nah gebaut sind an der naturgedachten Hausarbeit.

Illustrieren lässt sich das an der Wirksamkeit geschlechtsspezifischer Fähigkeitszuschreibungen in den Putz- bzw. Müllberufen. Während Reinigungsfachkräfte in den Häusern, also nahe an den Menschen arbeiten, ihre Arbeit eben ganz nah gebaut an der naturgedachten Hausarbeit und daher ein schlecht entlohnter Frauenberuf ist, ist die Arbeit der Müllwerker weiter weg von den Menschen und daher abstrahiert – wer Müllwerker wird, interessiert sich eigentlich gar nicht für das Müllwegbringen, sondern für die technische Komponente des Berufs, das Funktionieren des Wagens etc.

Außerdem stinkt man nach einem Tag bei der Müllabfuhr, was wiederum für die Familie eine Zumutung ist, was wiederum Menschen mit eingeschrieben weiblichen Gender-Scripten von diesem Beruf Abstand nehmen lässt. Deswegen sieht man so wenige als Frauen lesbare Menschen bei der Müllabfuhr.

Von daher ist es nur ein kleiner Schritt zum Status der Ingenieurswissenschaften. Ebenfalls sind sie weit weg von der naturgedachten Hausarbeit gebaut, weil ganz entlang geschlechtsspezifischer Erwartungen eher ein Interesse an Technik als eines an Menschen verlangt wird. Daher fühlen sich männlich-gescriptete Menschen sehr viel stärker angezogen von diesem Bereich, was wiederum dazu führt, dass die Arbeit auch viel besser bezahlt wird.

Als persönlichen Kommentar möchte ich hinzufügen, dass es für eine humane Gesellschaft fatal ist, Arbeit schlechter zu entlohnen, weil der arbeitende Mensch weiblich gescriptet, also an Menschen interessiert ist.


Beschreiben Sie fundiert, wie es historisch seit dem 18. Jahrhundert in Europa zum Ausschluss von Frauen aus den Natur- und Technikwissenschaften kam.

Vor dem 18. Jahrhundert waren Frauen ebenso wie Männern in den Naturwissenschaften tätig, in manchen Institutionen – z.B. in den Frauenklöstern – gab es oft sogar mehr Frauen als Männer. Als sich dann das Newton’sche Verständnis von Naturwissenschaft durchsetzte, in dem die „Wissenschaft“, wie die Gender Studies herausgefunden haben, als Vergewaltigung der Natur betrieben wird, wurden geschlechterspezifische Scripte der Wissenschaft etabliert – der Mann als Wissenschaftler und Vergewaltiger, die Frau als Teil der Natur, als Objekt männlicher Gewalt. (Siehe nächste Aufgabe)

Das objektivistische Selbstverständnis der Naturwissenschaften wird durch die Wissenschaftsforschung / Social Studies of Science grundlegend in Frage gestellt. Erläutern Sie die zentralen Kritikpunkte an diesem Verständnis durch die Wissenschaftsforschung.

Es gibt Natur, wie die Gender Studies herausgefunden haben, nicht als das Außersoziale, Ahistorische, An-sich-so-Seiende, was dann die so genannten Naturwissenschaften sich direkt, oder auch durch ein Teleskop oder ein Mikroskop abschauen können. Das denken ja die sogenannten „Naturwissenschaftler“. Wie brauchen stattdessen in Form der science- and technology studies eine wirklich interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Naturwissenschaften als soziale Praxis im weitesten Sinne, die also Wissenschaft nicht szientifistisch-naiv-empiristisch verstehen, sondern als Praxis fassen, die sich mit Natur auseinandersetzt, während sich die sogenannten Naturwissenschaftler ja gar nicht mit Natur auseinandersetzen, sondern sonstwas tun und das zur Wissenschaft aufblasen, was eine seriöse Forschung niemals tun würde.

Es bleibt aber die alte epistemologische Frage: Wie können wir von Natur reden, wenn wir von ihr reden, was ja eine soziale Praxis ist? Das Wort für eine Sache und die Sache selbst sind nämlich, wie die Gender Studies herausgefunden haben, nicht identisch, so wie sich ja auch schon viele Menschen verwirrt gefragt haben, warum man eigentlich in dem Wort „Haus“ nicht wohnen kann (ohne darauf in den Zeiten des engen traditionellen Wissenschaftsverständnisses eine Antwort finden zu können).

Welche Konsequenzen hat das neue kritisch rekonfigurierte Wissenschaftsverständnis der Wissenschaftsforschung für zukünftige naturwissenschaftliche Forschung über Geschlecht?

Wir erhalten endlich eine in sich ausgesprochen heterogene Wissenskonstellation, die intensiv debattiert und genau daraus ihre Produktivität bezieht. Ich würde so sagen: Gute Gender Studies wissen um ihre interne Vielfalt und erliegen nicht der Verlockung, diese zugunsten der einen Perspektive zu vereinheitlichen. Das würde nämlich dem Thema – Geschlecht – nicht gerecht werden, während alle anderen Themen ja jeweils aus einer einzigen Perspektive zu verstehen sind, so dass Naturwissenschaftler ja auch meist verpflichtet sind, nur eine einzige Perspektive zu kennen.

Welches aber die wichtigsten Themengebiete der Gender Studies sind,  ist schwer zu sagen, weil Gender Studies tendenziell ein inter- oder transdisziplinäres Feld sind.

 

 

Geschlechtergerechte Wissenschaft wird auf der Grundlage von drei Säulen entwickelt: Frauenförderung, Gender Mainstreaming, Genderforschung. Beschreiben Sie diese drei Säulen in ihren wesentlichen Charakteristika und stellen Sie ihre möglichen Bezüge und Wechselwirkungen untereinander dar.

Ich selber pflege eine Haltung, die möglichst zwischen Forschung einerseits und gesellschaftspolitischen Anliegen anderseits differenziert – und sie doch aufeinander bezieht. Nun kann man da jetzt anfangen zu zählen: Wie viele Frauen, wie viele Professorinnen gibt es denn? Und das ist auch sehr wichtig. Aber die Kategorie Geschlecht ist weitaus komplexer. Ich gehöre unbedingt zu denen, die sagen: Man kann nicht einfach sagen, da die Frauen, da die Männer. Aber andererseits muss man das auch wieder.
Niemand, auch ich nicht, hält das Instrument der Quote für ein Allheilmittel für irgend etwas, schon allein deshalb nicht, weil sie in einem primitiven Sinne zwischen Männern und Frauen unterscheidet. Das kann aus der Forschung kein Mensch für gut heißen. Aber sie ist sehr wohl – und deswegen bin ich durchaus in spezifischen Varianten schon für Quoten -, ein Mittel zur Aufklärung, weil die Quote den Blick darauf lenkt, dass Geschlecht eine große Rolle im Erwerbsleben spielt und je weniger darüber gesprochen wird, umso wirkmächtiger ist die Geschlechterdifferenz.

In einem klassischen, romantisch-idealistischen Sinne ist die Quote also ein Mittel zur Aufklärung, um Unternehmen, die öffentliche Verwaltung und auch die Wissenschaft zu zwingen, sich mit sich selbst daraufhin auseinander zu setzen.

Wer also polemisch behauptet, es ginge bei der Frauenförderung um die Förderung von Frauen, verteidigt lediglich den Status Quo, weil er bewusst ignoriert, dass es tatsächlich um die Initiierung institutioneller Reflexionsprozesse geht und Quoten für Frauen in Spitzenpositionen nur zufällig als Instrument dafür geeignet sind. Aus einer gendertheoretischen Perspektive lässt sich nämlich, wie die Gender Studies herausgefunden haben, in spezifischen raum-zeitlich-spezifischen Konstellation gar nicht so genau sagen, was eine Frau ist, oder ein Mann.

Gender Mainstreaming geht ja von der Einsicht aus, dass Geschlecht im Alltag omnipräsent ist und auf allen Stufen und in allen Bereichen des Gesellschaftlichen irgendwie eine Rolle spielt. Es ist unmöglich zu handeln, Praxis zu betreiben und gesellschaftlich wahrzunehmen, ohne Geschlecht mit wahrzunehmen. Was aber dies heißt, ist ausgesprochen variabel.

Ich nehme hier das Beispiel männliche Erzieher. Es gibt ja die politische Kampagne, dass mehr Männer in die Kitas sollen. Aber was meinen die Leute mit „männlichen Erziehern“? Erst einmal geht man davon aus, dass es sich eben um männliche Erzieher handelt, basta. Aber wenn man dann mit den Eltern, den Erziehern, Kolleginnen und Kindern spricht, stellt man auf einmal fest, dass es dabei ziemlich viele Facetten gibt: Die einen meinen, einen männlichen Erzieher kann es gar nicht geben, denn ein männlicher Erzieher ist schwul, pervers oder pädophil, also auf alle Fälle kein richtiger Mann. Die anderen sind froh, dass es endlich einen Hausmeister auf diesem Posten gibt, der endlich einmal die Glühbirnen reparieren kann.

Frauen sind Menschen wie alle anderen auch, Männer hingegen sind irgendwie anders.

Welche gesellschaftlichen Auswirkungen kann eine androzentrische / sexistische Sprache haben?

Das ist ja wieder so eine Killer-Frage … Sprache ist eine wichtige Arena der Politik – sie kann neue Sichtweisen eröffnen, sie macht aufmerksam, irritiert, bringt zum Nachdenken, ist unser Medium der Reflexion und der Auseinandersetzung, wie die Gender Studies herausgefunden haben. Etwas nicht zur Sprache zu bringen, bedeutet eben, nicht aufmerksam zu sein, nicht zu reflektieren, nicht nachzudenken, sich nicht auseinanderzusetzen.

Je weniger darüber gesprochen wird, umso wirkmächtiger ist die Geschlechterdifferenz. Das BinnenI, der Unterstrich, die Ausformulierung von weiblich und männlich markierten Worten, das Sternchen und so weiter … Ich halte das alles jeweils für wichtig und richtig und bevorzuge selber den Unterstrich. Aber nicht, weil ich meine, dass das ein Zaubermittel sei. Sprache neutralisiert nicht und schafft auch keine gesellschaftlichen Mechanismen ab.

Und zugleich: Je mehr Unterstriche wir haben, desto weniger wirkmächtig ist also die Geschlechterdifferenz. Irgendwie gilt beides. Die soziale Wirklichkeit ist nun einmal vielfältig, wie die Gender Studies herausgefunden haben.
Soweit der versprochene serviceorientierte Nachschlag zu der kleinen Gender Studies-Serie. Dies sind die vergangenen drei Folgen:

1. Gender Studies als Wissenschaft von allem und jeder
2. Gender Studies: Wissenschaft von unten, installiert von oben
3. Gender Studies und die Logik der Feindschaft

  1. Tja, die Satire ist häufig doch nur eine Beschreibung der Wirklichkeit und nicht ihre Überzeichnung. Schließlich sind manche Konstellationen derart hirnrissig, dass es genügt, nur den Hirnriss sichtbar zu machen, um eine Satire zu verfassen. Insofern gleicht Satire gelegentlich der Arbeit eines Pathologen, der eben auch nur das Krankhafte bloßlegt.
    Danke für die gelungene Sektion.
    Servus M. M.

    Antwort

  2. Hm, ich habe nicht alles verstanden. Wäre ich nun – als Mann – ungeeignet für ein Ingenieursstudium?
    KlausT

    Antwort

  3. Unter der führenden Rolle des BMFSFJ, mit gefestigtem Geschlechterbewusstsein und beständigem Bekenntnis zum Gender- und Frauen-Staat in eine frohe Zukunft voll Friede, Freude und Licht.

    Seid bereit! Immer bereit!

    Sehr amüsanter Text, Herr Schoppe. Anders als mit Sarkasmus ist das hohe Maß an geschichtsvergessener Beklopptheit auch kaum zu ertragen.

    Antwort

  4. Ich möchte gern laut schreien. Aber natürlich verkneife ich es mir, denn solches patriarchalisch-aggressives Dominanzverhalten brächte mich am Ende noch in den Gender-Gulag.

    Antwort

  5. @ KlausT Nicht unbedingt, Du müsstest eben nur verstehen, dass die Kompetenzen für ein Ingenieursstudium für ein Ingenieursstudium nicht ausreichen. „Mann“ oder nicht wird eh jeweils räumlich-zeitlich-situativ performativ realisiert, da kann ich jetzt keine allgemeinen Auskünfte zu geben.

    Antwort

  6. Aber die Bedeutung des Raum-Zeit-Kontinuums ist doch eingebettet in das vierdimensional zu verortende Auf-sich-Zurückgeworfen-Sein des Mannes, der die Scharnierfunktion der Genderstudien zwischen dem marginalen Subjektivismus der Ingenieurswissenschaften einseits und der teleologisch-subjektiv determinierten Genderwissenschaft anderseitd – auch unter Berücksichtigung eines grundsätzlich anzuerkennenden Dualismus zwischen Mann und Frau – nicht zu transzendieren, aber auch nicht zu transformieren vermag?
    (KlausT)

    Antwort

  7. Stimmt natürlich, daran hatte ich jetzt nicht gedacht. Obwohl die Sache mit dem Dualismus natürlich bestritten werden muss, außer wenn es gerade um geschlechtsspezifisch zu verteilende Fördergelder geht.

    Antwort

  8. @ ReVolte Danke! Das Thema ist ja tatsächlich sehr amüsant, wenn man das Glück hat, es mit einigem Abstand sehen zu können…

    Antwort

  9. @ Matthias Mala Danke für den Kommentar!

    Tatsächlich hab ich ja eigentlich sehr treuherzig versucht, die Thematik nach bestem Wissen und Gewissen darzustellen und die wichtigen Aspekte präzise und vertrauensvoll herauszuarbeiten. Dass das aus Versehen zu einer Satire wurde, konnte ich nicht verhindern, habe ich nicht bemerkt und entzieht sich insgesamt meiner Verantwortung.

    Servus!

    Antwort

  10. Nicht nur das, du müßtest auch täglich laut aus dem Manifest der Grünen vorlesen. Und wenn du dabei einen Fehler machst, dann ist das respektlos und wir bestreuen deine Füsse mit Salz und lassen unternährte Ziegen auf dich los. ;-D

    Antwort

  11. oh man, oh man, oh man, das ist gut

    Antwort

  12. Das hat nichts mit Beklopptheit zu tun. Das ist gezielt zur „rechten Erziehung“ gemacht. Das sind Gesinnungsschrauben die einschüchtern sollen und mit einem gwollt autoritãren Anstrich daherkommen. Typisch für Totalitarismus in dieser Form der Nötigung. Schleicht sich auch in anderen Zusammenhängen ein wie etwa der grüne Kantinentag. Immer auch mit einem singulär herausgegriffenen vermeintlich sinnigen Kontext und daher Stigma bei Nichteinhaltung – wie etwa Arbeit macht frei.

    Meine Interpretation: Dekadenz- und Regressionserscheinungen westlicher Gesellschaften, die von totalitãren Gruppendenken eigennützig ausgeschlachtet werden. Allen voran der Feminismus, da weiße westliche Männer und Buben eine singuläre Gruppe sind der man alles unterschieben kann und bei der man beliebig Tatsachen auf den Kopf stellen und sich als Feindbild ohne tatsächliche Konsequenz einträglich profilieren kann. So etwa wie bei Rauchern heutzutage. Psychodynamisch wohl ein verdeckter verlogener Narzissmus/Missionarismus gone Gruppen-Mainstream wie bei Sekten – eine kulturelle Verfallserscheinung eben, von denen auch unsere sog. Krisen ausgehen. Wissenschftliche aufklärerische Logik, die immer auch dem Andersartigen Platz lässt, gefãhrdet dies .

    Das ist – ohne das Wort schmälern zu wollen – mitmenschlich und nach menschachtenden Maßsteben bösartig.

    Antwort

  13. Hmmm, ich verstehe nicht, warum der Text von manchen Leuten als Satire bezeichnet wird. Die Antworten könnten doch ganz genauso auch bei der Mädchenmannschaft erscheinen.
    Und ich muss sagen, ich finde es richtig gut, dass die Ingenieure so eine Veranstaltung besuchen müssen. Wenn ich im persönlichen Umfeld eine Diskussion über Feminismus und Gendermüll anfange, schauen mich die meisten nur ungläubig an. Niemand will einem glauben, mit welch bescheurten Theorien and Argumenten da hantiert wird. Mit dem Zwang sich mit dieser Sch… genauer zu befassen, werden die Feministen genau das Gegenteil vom gendererleuchteten neuen Menschen erreichen. Nach solch einer Zwangsvorlesung werden viele Studenten eine natürliche und gut begründete Abneigung gegen alles mit Gender oder Diversity usw. haben.

    Antwort

  14. Super!
    (MNeumann)

    Antwort

  15. Ja, das scheint mir eine vernünftige Vermutung zu sein.

    Antwort

  16. Wenn ich das lese, dann muss ich an Shakespeares Tragödie von Hamlet denken. So manches bekannte Zitat aus Hamlet passt sehr gut auf den ganzen Gender_**Unsinn.

    Die Zeit ist aus den Fugen (The time is out of joint)

    Etwas ist faul im Staate Dänemarks (Something is rotten in the state of Denmark)

    Schwachheit, dein Name ist Weib! (Frailty, thy name is woman!)- sollte zens… ahm, gegendert werden, diese Aussage, da vom Geiste hegemonialer Männlichkeit inspiriert …

    Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode (Though this be madness, yet there is method in 't)

    Der Rest ist Schweigen (The rest is silence)

    Antwort

  17. Und ich muss sagen, ich finde es richtig gut, dass die Ingenieure so eine Veranstaltung besuchen müssen. Wenn ich im persönlichen Umfeld eine Diskussion über Feminismus und Gendermüll anfange, schauen mich die meisten nur ungläubig an.

    Seh ich auch so. Wer nicht selbst damit konfrontiert wird und sich nie mit dem ganzen Genderzeugs befasste, der glaubt womöglich, es gehe bloss um Gleichberechtigung und alle, die sich kritisch äussern seien bloss ewiggestrige Nörgler oder gar Rechtsradikale. Die Genders geben sich ja auch alle Mühe, Kritiker in diese Ecke abzuschieben.

    Antwort

  18. @ Peter Sehr passend (und Shakespeare liebe ich sowieso, aber mir war bisher noch nicht klar, dass er sich auch zu Gender-Themen geäußert hat – auch wenn das mit „thy name is woman“ natürlich ein Lapsus ist, da hast Du völlig Recht).

    Passend wäre ja auch Lady Macbeth, oder?

    „Come, you spirits / That tend on mortal thoughts, unsex me here, / And fill me from the crown to the toe topful /Of direst cruelty!“

    Einereits wird klar, dass „cruelty“ eigentlich nicht weiblich ist, andererseits drückt die Lady eben auch das Bedürfnis aus, die an das biologische Geschlecht geknüpften Zuschreibungen loszuwerden („unsex me here“). Könnte über dem Eingangstor zum Genderland stehen, direkt neben „The rest is silence“, was ja bedeutet, dass die Männner lieber die Klappe halten und zuhören sollen.

    Antwort

  19. Da bin ich sehr skeptisch.

    Wie Slavoj Zizek immer wieder zu Recht betont, ist das Fundament der allumfassenden Herrschaft der Ideologie der Zynismus. Diese pervertierte Haltung, die scheinbar immer kritisch ist, und real immer der Macht in den Arsch kriecht, ist sehr schwer angreifbar, und laehmt die Gegenkraefte (aktuelles Beipiel NSA: „das haben wir doch schon immer gewusst, was regst Du dich auf“).

    Der Zweck jenes Tests ist, den Teilnehmern zu zeigen, welche Sprache sie verwenden muessen, um keine Schwierigkeiten zu bekommen. Die zynische Haltung hierzu („Lach! Groell!“) ist erwuenscht (denn es geht eben gerade um eine unbewusste Reaktion — Nachdenken ist gefaehrlich!).

    Viele Studenten werden mit dem ganzen Zeugs nichts zu tun haben wollen, also wollen sie in Ruhe gelassen werden, gerade auch von den Kritikern an diesen totalitaeren Ideologien(!), und werden die entsprechenden Sprachregelungen lernen (und anwenden).

    Ich gehe davon aus, dass ein Grossteil der Studenten, nach einem solchen Test, wenn angesprochen auf irgendeinen Aspekt des Gendertotalitarismus, antworten wird „Was regst Du dich auf? Weiss doch jeder, dass das Schwachsinn ist. Fuellt man halt aus, und dann ist Ruhe.“, und der ganze Bereich in's Unterbewusste absinkt, nicht mehr ansprechbar ist. Diese Studenten werden auch in der Gesellschaft den Gender-Totalitarismus real unterstuetzen, fuer sich aber die Phantasie aufrechterhalten, nicht daran zu glauben — und eben darum werden sich all die Aufklaerer, wie z.B. auf diesen Seiten, die Zaehne ausbeissen.

    Ich befuerchte, dass viele von denen, die Gender etc. in's Laecherliche ziehen (und dies scheint die Standardantwort), in Wirklichkeit schon kapituliert haben, und sich in den privaten Fetischismus fluechten, dass sie es ja besser wuessten, dass sie ja ueber den Dingen stuenden (aber eben besseres zu tun haben).

    Ich nehme mal an, dass z.B. unter den Leipziger Professoren, die das mit „Professorin“ unterstuetzt haben, die verschiedenen Varianten von Zynismus die grosse Mehrheit haben (u.a. „lass mich in Ruhe mit der deutschen Sprache, die ist nur noch fuer den Privatgebrauch“).

    Antwort

  20. Der Zweck jenes Tests ist, den Teilnehmern zu zeigen, welche Sprache sie verwenden muessen, um keine Schwierigkeiten zu bekommen.

    Ein immer wieder auftretendes Missverständnis ist die Annahme, dass der gegenderte Sprachgebrauch doch lediglich dem Zweck diene, Frauen und Männer gleichermassen anzusprechen, was wiederum doch lediglich eine Frage der Fairness sei. Diese Argumentation verschleiert, dass die gegenderte Sprache, so wie sie feministische Sprachwissenschaft verwirklichen will;

    – in die Struktur der Sprache eingreift. Es werden nicht bloss Wörter, die als unpassend empfunden werden durch andere ersetzt. Es geht im Kern nicht darum, ob ein Schwarzer als Neger bezeichnet werden soll oder nicht. Das sind Nebelpetarden. Es geht um künstlich geschaffene, von einer kleinen sich als Elite wähnenden Gruppe ausgedachte sprachliche Strukturen, die eine politische Botschaft transportieren sollen. Diese Sprachstrukturen sind keine gewachsenen, die sich durch den Sprachgebrauch der Vielen etablierten.

    Es ist völlig klar, dass der gegenderte Sprachgebrauch früher oder später in der Schule verpflichtend angewandt werden soll. Die Behauptung, dass jeder trotzdem sprechen könne wie er wolle ist flasch und gilt nur für den privaten Bereich.

    – die Anwendung einer gegenderter Sprache ist ein Bekenntnis zur Ideologie oder wird zumindest so empfunden. Daher ist auch der Widerstand so zäh. Die Anwendung oder Nichtanwendung dient zugleich als Distinktuionsmerkmal.

    Der Sprachgebrauch ist etwas ausgesprochen Persönliches. In die gewachsenen Strukturen der Sprache einzugreifen und diese Eingriffe mit einer politischen Theorie zu rechtfertigen ist eine Anmassung sondergleichen.

    Antwort

  21. Ich glaube, dass der Angriff auf die (deutsche) Sprache noch tiefer geht, und zwar auf die Abschaffung des Allgemeinen abzielt — es gibt keine Menschen mehr, nur noch Gruppen.

    In meinem Kommentar zum Artikel
    http://cuncti.net/lebbar/497-wie-die-scheisse-ihr-geschlecht-wechselte-und-ich-slipeinlagen-tragen-musste
    habe ich ein paar Ideen, na ja, angedeutet. Vielleicht regt's jemanden an (und vielleicht ist jener Artikel noch nicht bekannt).

    Antwort

  22. @ Oliver K. „ich glaube das der elende Zustand der westlichen Gesellschaften eng mit dem Sprachverlust zu tun haben, der Unfaehigkeit, Allgemeines auch nur noch zu denken.“ Das schreibst Du in dem Kommentar zum verlinkten Arikel. Ich verstehe dass auch so, dass sich lediglich noch Interessengruppen gegenüberstehen, die jeweils für sich die größere Legitimation ihrer Interessen deutlich machen müssen.

    Wenn es z.B. darum geht, Leistungen anderer einzufordern, ist es natürlich sehr hilfreich, sich erfolgreicher als andere als Opfer präsentieren zu können, weil man dann Ansprüche auf Kompensation bzw. Unterstützung begründen kann. Es gibt aber kaum eine Legitimation über die Frage, inwieweit die eigene Poltik zu einem „Gemeinwohl“ beiträgt – das wird bestenfalls ab und zu behauptet, und ein Zweifel an der Behauptung wird dann üblicherweise (z.B. bei den Frauenquoten, die ja angeblich zur Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit des ganzen Landes beitragen sollen) sogleich skandalisiert.

    In gewisser Weise verschwindet dabei „Gesellschaft“ an beiden Enden: Auf der einen Seite gibt es keine allgemein tragende Idee dieser Gesellschaft, auf der anderen Seite spielt aber auch das Individuum keine Rolle mehr, weil es nicht mit seinen Grundrechten – unbenommen von allen Gruppenzugehörigkeiten – auf die allgemeine Solidarität aller rechnen kann.

    Der einzelne Mensch hat nur dann Erfolg, wenn er Teil einer sich erfolgreich präsentierenen Gruppe ist. Und dieses Gruppendenken spiegelt sich eben in der Sprache, wenn z.B. von „Bürgerinnen und Bürgern“ die Rede ist, als seien es zwei Gruppen, die sich gegenüberstehen würden, ohne eine gemeinsame Klammer.

    Auch ich bin mir sicher (@Peter), dass sich in der gegenderten Sprache wesentlich mehr ausdrückt als eine sprachliche Berücksichtigung von Frauen, sondern dass diese Sprache u.a. Ausweis der richtigen Gesinnung ist. Es gibt ja z.B. für universitäre Hausarbeiten oft schon den Zwang, sie in „geschlechtergerechter“ Sprache zu verfassen – eigentlich verlangt das den Studenten das absurde Bekenntnis ab, dass Gesellschaft schlicht eine Ansammlung einzelner Gruppen zu sein hat und nicht in der – wie auch immer plausiblen – Perspektive einer Gesamtheit wahrgenommen werden darf.

    Eigentlich also das Bekenntnis, dass Gruppen zählen, keine Individuen, aber auch keine Gemeinsamkeit ungeachtet der Gruppeninteressen.

    Antwort

Antwort

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s