Geschlechterpolitik

Die SPD als Gender-Streber und Fettnapftreter

Bild zeigt rote Stöckelschuhe
geschrieben von: Lucas Schoppe
„Die antifeministische Männerrechtsbewegung wird, wenn wir in Regierungsverantwortung sein sollten, keinerlei Zugang bekommen. Wir werden dafür sorgen, dass progressive und profeministische Kräfte in der Männerpolitik gestärkt werden.“
Besten Dank, Thorben Albrecht, Abteilungsleiter Politik im SPD-Parteivorstand, für diese klaren Worte. Ein Leser, „Bombe 20“, hatte sie als Antwort auf Wahlprüfsteine der Lobbyistinnengruppe „Gender Mainstreaming Experts International“ entdeckt und hier in den Kommentaren gepostet. Übrigens hat Herr Albrecht dann keine Antworten mehr auf den Zweifel Arne Hoffmanns, dass die SPD den wilden Spagat schaffen könne, gleichzeitig progressive UND profeministische Kräfte zu stärken. (Mehr dazu auch auf Kritische Wissenschaft.)
„‘Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden‘, so steht es im Grundsatzprogramm der SPD seit 1989. Gleichstellung von Frauen und Männern hat für die SPD einen hohen Stellenwert. Nur eine gleichgestellte Gesellschaft ist eine moderne Gesellschaft.“

So beginnt Albrecht für die SPD seine Antworten auf den Fragekatalog – und beim Lesen hatte ich den seltsamen Eindruck, er sei stolz wie Bolle darauf, dass seine Partei schon seit 1989 einen Satz in ihrem Parteiprogramm stehen hat, den in dieser Krassheit nicht einmal die Grünen und die Linken zu bieten haben. Übrigens ist er eine Reminiszenz an den alten selbstgerechten feministischen Spruch „Weniger Mann ist mehr Mensch“ aus den siebziger Jahren, der also nur ca. 15 Jahre gebraucht hat, um progressiv und der Zukunft zugewandt im Grundsatzprogramm der Sozialdemokraten zu landen.

Freier Wille contra Gleichstellung Die Rede von der „gleichgestellten Gesellschaft“ allerdings ist natürlich etwas verwirrend, weil naive Leser wie ich sich unwillkürlich fragen, womit denn nun eigentlich die Gesellschaft gleichgestellt werden soll. Der Begriff „Gleichstellung“ hat für Sozialdemokraten jedenfalls den Charakter eines politischen Zauberworts, wie früher die Begriffe „Solidarität“, „Freiheit“ oder „Menschenwürde“, die ihnen heute aber nicht mehr ganz so wichtig sind.

Die SPD habe beispielweise 2013 einen „Aktionsplan für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern“ vorgelegt, was gleich aus mehreren Gründen interessant ist: Einerseits ist nicht ganz klar, wie denn eigentlich eine untatsächliche Gleichstellung aussehen könnte, andererseits steht im Grundgesetz nun einmal etwas von „tatsächlichen Durchsetzung der Gleichberechtigung“, was auch nicht unbedingt eine geniale Formulierung, aber ja doch etwas ganz anderes ist. Wenn unterschiedliche Menschen gleiche Chancen und Rechte haben, werden sie sie unterschiedlich nutzen und so zu unterschiedlichen Resultaten kommen – der Begriff „Gleichstellung“ ist also keine Fortsetzung des Begriffs „Gleichberechtigung“, sondern in wichtiger Hinsicht ein glatter Gegensatz dazu.

Das kann Herr Albrecht für die SPD so natürlich nicht stehen lassen und schreibt tatsächlich:

„Freiwilligkeit bringt uns in der Gleichstellungspolitik keinen Schritt weiter.“

Das bezieht sich auf Quotenforderungen, ist aber in dieser Allgemeinheit natürlich ein schrecklicher Satz (so wie die SPD ja aus undurchschaubaren Gründen ohnehin ein seltsames Talent dafür hat, in der Geschlechterpolitik einen schrecklichen Satz nach dem anderen zu formulieren). Was Menschen aus freien Stücken tun, ist einfach nicht zielführend, und eine vernünftige Gleichstellung erreicht man nur, wenn man die Sache mit dem freien Willen nicht zu hoch hängt.

Jedenfalls träumt Herr Albrecht im Namen der SPD von Rahmenbedingungen,

„die in jeder Lebensphase jeder und jedem die gleichen Wahlmöglichkeiten und Teilhabechancen eröffnen“.

Das funktioniert eben nur, wenn die getroffene Wahl niemals reale Konsequenzen hat, die dann nun einmal später neuen Wahlmöglichkeiten eröffnen und andere verbauen.

Stolz zitiert Albrecht Peer Steinbrücks Versprechen, „eine Staatsministerin für die Gleichstellung von Frauen und Männern“ in sein Kabinett zu holen, und beweist selbst spielerisch seine Gender-Kompetenz:

„Orientierung bieten Bundesländer, wie beispielsweise Berlin, wo Gender Budgeting bereits erfolgreich umgesetzt wird, oder Bremen.“

Mit dieser Orientierung an zwei der – was ja weit und breit bekannt ist – finanzpolitisch kompetentesten Länder Deutschlands kann dann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Demokratie contra Meinungsfreiheit Der Begriff „Gender-Kompetenz“ stammt übrigens aus dem Fragenkatalog der internationalen Gender Mainstreaming Expertinnen. Er bezeichne eine

„fundierte Kenntnis der Geschlechterverhältnisse, der Diskriminierungstatbestände und der gleichstellungspolitischen Strategien zur Verhinderung bzw. zum Ausgleich von Diskriminierung“.

Das ist nun möglicherweise nicht ganz verständlich, kann aber so übersetzt werden, dass „Gender-Kompetenz“ immer eben die Kompetenz ist, welche die Fragestellerinnen in außergewöhnlich hohem Maße vorweisen. Verständlicherweise wollen sie vor allem wissen, ob und wie diese Gender-Kompetenz „in der Regierungsarbeit genutzt“ werden soll, möglichst auch mit konkreten Berufsperspektiven.

Wichtig in diesem Sinne ist natürlich auch die Frage, ob die Parteien „institutionelle und organisatorische Strukturen wie Ministerien, Stabstellen, Abteilungen etc. nutzen, ausbauen oder einrichten“ wollen. „Bombe 20“ kommentiert:

„Sie sind weniger ideologisch als finanziell motiviert, also im Prinzip nichts anderes, als wenn der Bauernverband die Parteien fragt, wie sie es mit den Agrarsubventionen halten.“  Und später:
„Da fehlt doch eigentlich nur noch die Bitte, schon mal die nach der Wahl anstehenden einschlägigen Ausschreibungen mitzuschicken, damit die infrage kommenden Mitgliederinnen vorsorglich passende Angebote formulieren können. Um meinen Vergleich von oben nochmal zu bemühen: Der Bauernverband fragt nicht nur allgemein nach Agrarsubventionen, sondern bittet gleich um eine Aufstellung, mit welcher Getreideart in welcher Landschaft jeweils die maximale Förderung abzuschöpfen wäre.“
Die internationalen Gender Mainstreaming Expertinnen (international“ dabei im Sinne von: deutsch“) sind übrigens unter anderem und soweit ich das googeln konnte: Friedel Schreyögg, selbstständige Gender-Trainerin,  Regina Frey, die ja schon für die grüne Heinrich-Böll-Stiftung an der Schrift zur Verteidigung der Gender Studies gegen ihre Verächter mitgearbeitet hat, Renée  Parlar, die in München für „gleichstellungsorientierte Haushaltssteuerung“ zuständig ist, und Petra Ahrens, freiberufliche Gender Mainstreaming-Beraterin.

Das widerlegt nicht unbedingt die böse Unterstellung, Gender-Kompetenz umfasse vor allem die Fähigkeit, sich aus öffentlichen Mittel für berufliche Tätigkeiten zu bedienen, bei denen kein Mensch so recht weiß, was in diesen Tätigkeiten denn nun eigentlich getan wird. Um ehrlich zu sein: Unbedarft, wie ich bin, kommen mir Begriffe wie „Gender-Trainerin“ oder „freiberufliche Gender-Beraterin“ oder „gleichstellungsorientierte Haushaltssteuerung“ so ähnlich vor wie die Scientology-Quatsch-Begriffe „Thetan“ oder „Auditor“ oder „Pre-Clear“,  oder ähnliches.

„Soweit ich das googeln konnte“ – leider ist nämlich die Seite der internationalen Gender Mainstreaming Expertinnen nicht mehr ohne Passwort erreichbar. Ob es nun stimmt, dass die Seite – wie angegeben – tatsächlich „gewartet“ wird, oder ob die Gender-Kompetenten einfach einmal unter sich sein wollen: Das ist natürlich nicht leicht zu entscheiden, wenn man passwortlos draußen vor der Tür stehen bleiben muss.

In jedem Fall ist das Resultat skurril: Die internationalen Expertinnen erstellen Wahlprüfsteine, die von Parteien (SPD, Grünen, Linken, Piraten) auch beantwortet werden – aber diese Antworten bekommen dann vor der Bundestagswahl nur Insider zu Gesicht. Wenn sie nicht gerade im Cache nachschauen.

Der Verdacht jedenfalls, dass Gender-Kompetenz und öffentliche Debatte sich einfach nicht gut vertragen, ebenso wenig wie Gleichstellungspolitik und Freiwilligkeit, wird im Fragekatalog bestätigt. Wie nämlich würden sich die Parteien, einmal in der Regierung, gegenüber

„Agitationen anti-demokratischer Organisationen und Einzelpersonen verhalten, die verfassungsrechtliche Standards wie die Gleichberechtigung und staatliche Gleichstellungspolitik von Männern und Frauen diskreditieren“?

Ein Schelm, der hier den Ruf nach Sanktionen und staatlicher Verfolgung von Kritikern heraushört. Staatlicher Gleichstellungspolitik mit ihren vielen dringend benötigten Funktionen für genderkompetente Expertinnen wird flugs Verfassungsrang unterstellt, so dass ihre Kritiker als Verfassungsfeinde dastehen, die kein echter Demokrat ruhigen Gewissens in Ruhe lassen darf. Wo kämen wir denn hin, wenn in einer Demokratie jeder zu meinen könnte meinte, was er meinen will.

Wie Gender-Mainstreaming-Expertinnen einmal eine gute Tat vollbrachten Es ist übrigens eben diese Frage, auf die Albrecht in seinen eingangs zitierten Sätze antwortet – und wie peinlich und schäbig diese Antwort ist, lässt sich auch im Vergleich mit einer anderen Antwort zeigen, die vorsichtig, aber doch überraschend Erwartungen der Fragestellerinnen unterläuft: an der Antwort der Grünen nämlich, die Hans-Christian Mrowietz aus dem Referat Öffentlichkeitsarbeit in der Bundesgeschäftstelle verfasst hat.

Seine Antwort auf die letzte Frage:

„Bei verfassungsfeindlichen Organisationen oder Einzelpersonen ist das Strafrecht gefragt. Ob dieses Instrument bei Agitationen gegen Gleichberechtigung greift, scheint allerdings fraglich. Wir verstehen Politik auch als Austausch von Meinungen, als gesellschaftlichen Dialog und Diskussion, als Aushandlungsprozess. Wir wollen gesellschaftliche Mehrheiten für Gleichberechtigung und werden immer dafür streiten. Abweichende Minderheitenpositionen müssen und können demokratische Gesellschaft aushalten.“

Während es bei Albrecht fast bedauernd klingt, dass die „Pressefreiheit“ gelte, stellt sich Mrowietz für die Grünen immerhin gegen Forderungen nach Sanktionen, die Feminismus- und Gender-Mainstreaming-Kritiker treffen sollen. Das ist natürlich kein Grund zum Jubeln, eher einer zur Sorge darüber, dass solche Selbstverständlichkeiten allen Ernstes eigens betont werden müssen. Immerhin ist es ein Beleg dafür, dass auch die Grünen in der Frage der Gender-Expertinnen ein Verlangen nach ernsten Sanktionen wittern.

Auch wenn sich die meisten Männerrechtler in die „gesellschaftlichen Mehrheiten für Gleichberechtigung“ einordnen würden, sehen die Grünen sie hier offenbar eher als Gegner in Minderheitenpositionen. Dass Gleichberechtigung auch die Beseitigung von Ungerechtigkeiten gegenüber Männern umfasst, ist eine Position, mit der sich die Politik streitend auseinandersetzen müsse – dass diese Position gut begründet sein könnte, räumt Mrowietz hier nicht ein.

An anderer Stelle aber antwortet er ungefragt (denn natürlich bezieht sich keiner der Wahlprüfsteine auf Ungerechtigkeiten gegenüber Männern und Jungen, das gehört nun einfach nicht zu fundierten Kenntnissen von Diskriminierungstatbeständen dazu):

„Wir wollen Männer, Jungen und Väter darin unterstützen, sich in gleichstellungspolitischen Anliegen besser zu vernetzen. Sie sind Partner bei der Umsetzung von Gleichstellung. Ihre Anliegen und Bedürfnisse sollen in der geschlechter-politischen Debatte ihren eigenen Raum finden. Die Politik muss ebenso wie die Wissenschaft die Veränderungen der Rollenbilder auch von Männern stärker berücksichtigen. (…) Wir brauchen einen Aufbruch für die Männergesundheit und mehr Forschung ebenso wie eine gesellschaftliche Debatte zum Thema Männer als Opfer von Gewalt.“

Anders als bei der SPD ist hier nicht die Rede davon, dass nur profeministische Männer Unterstützung bräuchten. Die Hinweise auf Männergesundheit und Männer als Opfer von Gewalt greifen traditionelle Themen der Männerbewegung auf, ohne sie sogleich wieder feministisch zu verschrotten – ohne beispielweise den routinierten und irreführenden Hinweis hinterherzuschieben, dass Männer zwar Opfer, aber doch in den meisten Fällen auch Täter von Gewalt wären.

Das sind keine Gründe zum Frohlocken und natürlich auch noch keine Gründe, Grüne zu wählen. Es wäre illusionär zu hoffen, dass die Grünen in der Regierung tatsächlich auch eine entsprechende Politik machen würden. Zudem suggeriert die Rede von den „Veränderungen der Rollenbilder“, dass Männer traditionell eigentlich Hohlköpfe gewesen seien, keiner Unterstützung wert, und dass sie erst neuerdings in einer Weise auftreten würden, die eine Berücksichtigung durch die Politik rechtfertigt.

Immerhin weiß aber gewiss auch Mrowietz, dass die genderkompetenten Prüfsteinentwicklerinnen eigentlich ganz andere Antworten im Sinn hatten als Hinweise darauf, dass zur Gleichberechtigung der Geschlechter auch gleiche Rechte für Männer gehören. Während die SPD also als genderpolitische Streberin auftritt und zeigt, dass sie Schlüsselbegriffe wie „antifeministische Männerrechtsbewegung“ sicher drauf hat und ordnungsgemäß aufsagen kann, versuchen ausgerechnet die Grünen, neben vielen erwartbaren Bekenntnissen, ihre gestrengen Prüferinnen ein bisschen zu ärgern.

Nicht so weit, dass es weh täte oder der Prüfungserfolg gefährdet wäre, natürlich nicht. Aber immerhin zeigt sich daran, dass Themen der Männerbewegung nicht mehr im „cordon sanitaire“ zu halten sind, den genderkompetente Besitzstandswahrerinnen darum zu legen versuchen. Sie süppen durch.

Und damit hat dann glatt auch mal eine Aktion von Gender Mainstreaming-Expertinnen aus Versehen ein nachvollziehbares Ergebnis, das noch dazu selbst Männerrechtlern gefallen kann.

Ein ganz kleines bisschen jedenfalls.

@Bombe 20 (Der Name ist, wenn ich das richtig verstehe, eine Anspielung auf den Film „Dark Star“, oder? Jedenfalls:) Herzlichen Dank für die Informationen, die Du herausgesucht, hier verlinkt und kommentiert hast!

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15 Comments

  • Die antikommunistischen, selbsternannten Bürgerrechtler werden keinerlei Zugang bekommen. Wir werden dafür sorgen, dass progressive und prosozialistische Kräfte gestärkt werden.

    gez. Margot Honnecker

  • @ KlausT Danke für den Link! Die SPD wirkt auf mich angesichts der bemühten Lockerheit ihrer Selbstdarstellung wie eine Partei in schlecht kaschierter Panik. „Auf das Potential politisch interessierter Frauen kann nicht verzichtet werden.“ Sehr witzig – seit dem Quotenbeschluss ist die Zahl der weiblichen Parteimitglieder um ein Drittel gesunken, und der Frauenanteil ist nur deshalb gestiegen, weil in der gleichen Zeit die Zahl der männlichen Parteimitglieder um fast die Hälfte gesunken ist. „Happy Birthday, liebe Quote!“

    Aber deshalb Grüne wählen? Ich finde: Bevor nicht das Frauenstatut abgeschafft ist, muss man darüber nichtmal nachdenken… Aber zum Glück muss ich hier ja eh keine Wahlempfehlungen abgeben.;-)

  • Zu den „Internationalen Gender Mainstreaming Expertinnen“: Wenn man nach „2013 site:gmei.eu“ oder „gender site:gmei.eu“ googlet, findet man jede Menge gecachter Seiten, u.a. Profile aller Mitglieder. Interessant ist http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:8myoctqxTggJ:http://www.gmei.eu/index.php%3Foption%3Dcom_content%26task%3Dview%26id%3D20%26Itemid%3D34%2B2013++2009+site:gmei.eu&hl=de&ct=clnk

    Offensichtlich hat außer SDP, Grünen und Piraten keine andere Partei auf die Fragen geantwortet. Ich weiß nicht so recht, was man von dieser selbsternannten Expertengruppe halten soll. Interessanter als die Gruppe ist die Reaktion der Parteien: hält man die Klientel für so wichtigt, daß Zeit investiert um lange Antworten zu schreiben? Ich weiß nicht, wieviele weitere Grüppchen heutzutage mit „Prüfsteinen“ um sich werfen, die armen Parteien werden ja fast gesteinigt..

  • Sorry aber nach den ersten paar Absätzen konnte ich es nicht mehr ertragen.

    TLDR: SPD: Wir schleimen uns bei Frauen ein indem wir Gleichstellungsfantatiker einstellen und Potemkische Dörfer bauen. Ist ja egal denn wir halten die meisten Frauen in diesem Land für dumm und bestechlich so dass Sie uns dafür wählen. PFUI DEIBEL!

  • Nur die AfD hat sich kritisch gegenüber der von der Mehrheit noch nicht bemerkten Top-Down-Strategie des Gender Mainstreaming geäußert.
    Es ist eigentümlich, dass vor lauter gender-ideologischem „social engineering“ über die wunderbaren Ergänzungsmöglichkeiten von Frau und Mann kaum oder nicht gesprochen wird, denn mit wissenschaftlich nachgewiesenen Unterschieden in den männlichen und weiblichen Gehirnen ist eine optimale Ergänzungsmöglichkeit der beiden Geschlechter trotz Konfliktstoff gegeben; Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2013)

  • @ man.in.th.middle „Interessanter als die Gruppe ist die Reaktion der Parteien“ Ja, das finde ich auch, aber das hat eben auch mit den Fragen der Gruppe zu tun. Das persönliche Interesse ist überdeutlich, und der Wink mit dem Zaunpfahl, dass Kritiker doch bitte staatlich verfolgt werden sollten, auch. Es ist interessant zu sehen, wie Parteien auf so etwas reagieren – in diesem Fall: nicht obwohl, sondern gerade weil die Fragen so seltsam sind.

    Übrigens werden die Parteien tatsächlich von allen möglichen Organisationen mit Wahlprüfsteinen bombardiert. Hier ist eine Liste der Linken in Bremen, die alle bisherigen Wahlprüfsteine dieser wahl säuberlich alphabetisch sortiert:
    http://www.dielinke-bremen.de/wahlen/bundestagswahl_13/wahlpruefsteine/

  • Als langjähriges SPD-Mitglied habe ich mich gefragt, warum meine Partei 2009 bei 23% Wähleranteil gelandet ist. Der Niedergang der SPD ist sicherlich mit den völlig unvorbereiteten Hartz-Gesetzen und der sogenannten Rentenreform, von dem ausschließlich traditionelle SPD-Wähler betroffen waren. Wenn ich nun lese, dass ein Thorben Albrecht Abteilungsleiter Politik beim SPD-Vorstand ist, der obiges schwachsinniges Zitat in die Öffentlichkeit absondert, sehe ich kaum positive Perspektiven für meine Partei für die Zukunft. Diese gab es in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, wo die SPD personelle und programmatische Alternativen mit Willy Brandt, Carlo Schmid, Helmut Schmidt, Fritz Erler, Herbert Wehner, Gustav Heinemann und Adolf Arndt und in der Außenpolitik (Ostpolitik), beim Umweltschutz (blauer Himmel über der Ruhr schon 1961) Justizpolitik (Abschaffung des Paragraphen 175)und Bildungspolitik (Zielsetzung integrierte Gesamtschulen). Die Mitgliederschaft der Partei hat sich in den letzten 10 Jahren halbiert, unzählige Kommunalmandate sind verloren gegangen. In unserem Organisationsstatut gibt es einen Paragraphen für pateischädigendes Verhalten. Das ist richtigerweise für eine Charaktermaske Clement angewandt worden, aber nicht für die führenden Genossen, die für den Untergang der Partei verantwortlich waren und sind.Ein Thorben Albrecht ist einfach eine Zumutung. Wahrscheinlich ist die Generalsekretärin verantwortlich, die m.E. auch eine Fehlbesetzung ist. Ich hoffe, dass nach dem 22. September mit eisernen Besen in der SPD-Verwaltung aufgeräumt wird.

  • Als Linker habe ich lange hin und her überlegt, was ich nun wählen werde. Bei Beobachten des Wahlkampfes ist mir aufgefallen, dass der Feminismus zwar in den meisten Parteien intern inhaltlich stark präsent ist und frauenquotenbedingte auch personell stark ist, er aber in der aktuellen politischen Propaganda der Parteien keine Rolle spielt. Auffällig allenfalls für Außenstehende das „zweigeschlechtliche“ Benennen der Menschen bei den öffentlichen Wahlkampfreden und Äußerungen der Politiker: „Freundinnen und Freunde“, „Wählerinnen und Wähler“ usw. bzw. das Benutzen von unschönen Begriffen wie „Studierende“. Alles dies findet außerhalb der sprachpolitischen Correctness der Parteipolitiker beim Normalbürger so gut wie nicht statt (weitere Ausnahme: Biotop Hochschulen). Nur daran habe ich als Teilnehmer an der einen oder anderen Wahlkampfveranstaltung gemerkt, welches Gewicht der Feminismus inzwischen bei den Parteien hat. Die SPD ist für mich – seitdem ich von dem Grundsatzprogrammspruch „Wer die menschlich Geselschaft will, muss die männliche überwinden“ Kenntnis erlangt habe – auf Bundesebene unwählbar geworden. Wer mich als Mann derart pauschal verunglimpft, der muss auf meine Stimme verzichten und soll sich doch bitte von den weiblichen engelsgleichen Lichtgestalten wählen lassen. Die Grünen, die ich in den letzten Jahren häufig gewählt habe, haben einen derartigen „Hammersatz“ nicht in ihrem Grundsatzprogramm, sind mir aber durch ihre praktische Politik (z.B. Lancieren einer Feministin von nicht unbedingte juristischer Brillanz als Verfassungsrichterin, Hetze gegen Männerrechtler durch die den Grünen nahe stehende Böll-Stiftung usw.) suspekt. Bleibt die Partei „Die Linke“. Gestern habe ich mir Frau Wagenknecht angehört, die zwar auch von „Freundinnen und Freunden“ und dergleichen sprach, mir aber inhaltlich in vielen Punkten aus der (alten linken) Seele sprach. Ich habe auch den Eindruck, das Die Linke immer noch den schärfsten Blick auf DEN HAUPTWIDERSPRUCH hat und zZ das KLEINSTE ÜBEL ist, wenn man sich nicht für Wahlenthaltung oder ungültig stimmen entscheidet.
    KlausT

  • @ KlausT „dass der Feminismus zwar in den meisten Parteien intern inhaltlich stark präsent ist und frauenquotenbedingte auch personell stark ist, er aber in der aktuellen politischen Propaganda der Parteien keine Rolle spielt.“ Das ist auch mein Eindruck. Allerdings ist das in einiger Hinsicht auch gerade ein Problem. Ich habe das, weil es für mich persönlich sehr wichtig war, in den Debatten um das neue Kindschaftsrecht verfolgt.

    Dabei ist das Wort „Debatten“ schon ein zu großer Begriff: Leutheusser Schnarrenbergers erster Vorschlag eines Widerspruchsmodells, das grundsätzlich von einer gemeinsamen Sorge ausging, war einfach irgendwann obsolet, ohne dass klar geworden wäre, warum eigentlich. Offenkundig hatten sich einige in der Union dagegen gesperrt, weil sie die Privilegierung der Ehe erhalten wollten – und bei Rot-Grün fehlte die Unterstützung, weil es dort deutlichen Widerstand gegen die Gleichberechtigung der Väter gab.

    Auffällig war für mich aber: Es gab eben keine offenen Debatten, insbesondere feministische Positionen – die immer noch auf Ideen von der „Alleinerziehung als Befreiung“ fixiert sind – wurden kaum kenntlich, aber wirksam. Eine substantielle Neuerung des Gesetzes wurde so blockiert, ohne dass nach außen hin ganz deutlich wurde, wodurch eigentlich.

    Und das ist mein Eindruck auch im Hinblick auf andere feministisch inspirierte Projekte, seien es „Gender Mainstreaming“-Maßnahmen, seien es Frauenförder-Projekte an Hochschulen, sei es die Durchsetzung sogenannter „geschlechtergerechter Sprache“, geschlechterspezifischer Gewaltschutz, die stillschweigende Fortsetzung der Frauenquote in der SPD, die eigentlich nach 25 Jahren auslaufen sollte, etc. – jeweils ist eine offene politische Auseinandersetzung nicht wahrnehmbar, wird eher bewusst vermieden. Was aber nichts daran ändert, dass die Resultate schließlich bindend sind.

  • Es ist eigentümlich, dass die „Abschaffung des Männlichen“ in Mittelpunkt steht und über die wunderbaren Ergänzungsmöglichkeiten von Frau und Mann bei dem ideologisch geprägten Gleichmachungsbestreben von Gender-Mainstreaming kaum oder nicht gesprochen wird, denn das Gehirn ist das größte „Geschlechtsorgan“. Dort finden sich die wichtigsten, prägendsten und auch bereicherndsten Unterschiede zwischen Frau und Mann in den Bereichen „physiologische Abläufe“, „zentralnervöse Informationsverarbeitung“ und „genuinen, also angeborenen Denk- und Bewertungsprinzipien“. In Denk- und Bewertungsprinzipien, welche sich eben nicht einfach beispielsweise mit unterschiedlichen sozialen Erfahrungen in der Kindheit oder sonstigen sozio-kulturellen Einflüssen erklären lassen.
    Frauen haben z. B. mehr graue Gehirnzellen und weniger verknüpfende Nervenfasern im Gehirn: „Frauen können die einen Dinge besser, Männern die anderen; wir müssen lernen, einander zu helfen“.
    Damit und mit weiteren Unterschieden in den männlichen und weiblichen Gehirnen ist eine optimale Ergänzungsmöglichkeit der beiden Geschlechter trotz Konfliktstoff gegeben; Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2013)

  • Kleine Info: Die Seite ist wieder erreichbar (http://www.gmei.info), ist um einige „Expertinnen“ angewachsen und hat auch die Antworten auf die Wahlprüfsteine der einzelnen Parteien online… ;o)
    chris

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