Milgram, Domino und die seltsame Sehnsucht nach Stalingrad

Ich war in der vergangenen Woche auf Klassenfahrt und habe die Aufregung um das Domino-Fake (oder auch die Überlegungen um ein Domino-Fake-Fake) nur am Rande erlebt. Nicht nur deshalb hatte sie etwas ausgesprochen Unwirkliches. Es mag ja unplausibel sein, dass eine Werbeagentur in einen Blog und Twitter-Account investiert, um ein feminismuskritisches Model vorzutäuschen, das gar nicht existiert, bzw. das durchaus existiert, aber eben nicht feminismuskritisch ist – wofür? Als ich zum ersten Mal eine Nachricht davon las, dass „ochdomino“ ein Fake sei, hielt ich diese Idee regelrecht für krank – als ob es eine Frau, die durch Feministinnen bedroht wird, ganz einfach nicht geben dürfe.

Es ist allerdings müßig, darüber zu diskutieren – der Hauptverantwortliche, Michael Schwarz, der sich als Dominos Vater ausgegeben hatte, hat diese Version bestätigt. Die vielen, die sich nach den tatsächlichen oder vermeintlichen Drohungen gegen seine tatsächliche oder vermeintliche Tochter solidarisch erklärt hatten und die er getäuscht hat, hätten zwar eine etwas plausible Erklärung verdient – aber die wird es möglicherweise nie geben und ist sicherlich für Einzelne von Interesse, aber ansonsten verzichtbar.

Da es Domino nach Schwarz‘ eigener Darstellung gar nicht gegeben hat, kann ihre Geschichte – abgesehen von dem Schaden, der durch die Vortäuschung einer Bedrohungs-Situation natürlich entstanden ist – nun immerhin ganz ähnlich wie das Milgram-Experiment interpretiert werden. Dessen Ergebnisse sind schließlich aussagekräftig, auch wenn dort keine echten Stromstöße verteilt wurden. So ist denn auch die Domino-Geschichte auslegbar wie ein Experiment: Wie reagieren die verschiedenen Akteure geschlechterpolitischer Auseinandersetzungen auf die Information, dass eine junge feminismuskritische Frau nach der Anprangerung durch eine der Aufschrei-Protagonistinnen erhebliche Drohungen erhalten und daraufhin (panisch? eingeschüchtert?) sogar ihr Blog geschlossen hat?

Maskus im Kessel (und weitere Beiträge zu einem friedlichen Zusammenleben) Unübersehbar, selbst bei gelegentlicher Stippvisite, war die ungeheure Häme, mit der Feministinnen (generisches Femininum) auf die Eröffnung reagierten, die junge bedrohte Frau sei nur ein Fake gewesen – wobei nicht ganz klar ist, wieso diese Eröffnung eigentlich ein Sieg des Feminismus gewesen sein sollte. Glücklicherweise hatte ich es in der vergangenen Woche weitgehend mit Sechstklässlern zu tun, und die sind, angesichts vieler twitternder Politiker, Journalisten und anderer, vergleichsweise erwachsen, vernünftig und human.
Julia Schramm, eine der Gründerinnen des feministischen „Kegelclubs“ der Piraten, delirierte zum Beispiel vor Freude, wähnte sich im Zweiten Weltkrieg und twitterte:
„Stalingrad der Maskus“.
Der Blogger und Journalist Michael Seemann, der unter anderem für Zeit-Online und SPEX schrieb, kämpfte überzeugend und entschlossen gegen den Hass im Internet:
„maskus sind auf immer diskreditiert. ideologische dummbratzen, die menschenverachtenden hass mit brachialer idiotie verbinden“.
Das sind unbekümmert infantile Reaktionen angesichts einer Situation, bei der es ja völlig angemessen war, sie ernst zu nehmen. Frau Dingens hingegen sieht durch den Domino-Fake ihre Freiheit im Internet bedroht:
„Ich bin nicht frei, wenn ich hinter jedem wirren Account wieder einen Psychopathen Typen vermute, der sich als Frau ausgibt um ungehemmt gegen Feministinnen hetzen zu können.“
Nun ist es ja nicht an sich wirr, an feministischen Positionen Kritik zu üben, und Hetze ist es auch noch nicht. Dass wiederum eine Person, die im Internet als Frau auftritt, tatsächlich ein Mann sein könnte (und umgekehrt), mag ärgerlich sein, aber gewiss keine erschütternde Neuigkeit. Für Frau Dingens ist er zudem  eher stabilisierend als verunsichernd: Der Skandal, dass eine Frau feministische Positionen kritisiert, kann fortan durch die Vermutung entschärft werden, dass eigentlich ein Mann dahinter stecke.
„Ich dachte an ochdomino und dem fast erfolgreichen Versuch eines Maskulinisten mithilfe des anonymen Internets den Feminismus zu diskreditieren“,
schreibt wiederum Seemann in seinem Blog. Schließlich hat sich der Feminismus zuvor noch nie diskreditiert, nicht durch Massenmordphantasien, nicht durch eugenische Wunschträume der Reduzierung der männlichen Bevölkerung auf zehn Prozent, nicht durch Drohungen oder Angriffe gegen Kritiker.
Auch Seemanns Bedenken angesichts des anonymen Internets sind also an dieser Stelle grundlos. Nicht Michael Schwarz‘ verantwortungslose Fakes haben Feministinnen ein Image-Problem bereitet, sondern sie selbst: in der abwehrend-kalten Reaktion auf den Hinweis, es habe nach Stricks Vortrag massive Drohungen gegeben – und natürlich auch in den verrückt-triumphierenden Reaktionen auf die Nachricht vom Fake.
Deutlich wurde dabei immerhin, und das ist ein interessantes Resultat, dass Feministinnen sich weiträumig vom Definitionsmacht-Konzept verabschiedet haben – also von der Vorstellung, eine gewalthaltige Situation könne angemessen nur aus der Sicht des Opfers definiert werden. Schließlich äußerten viele schon vor den Zweifeln an Dominos Identität Zweifel an der Stichhaltigkeit der Drohungen gegen sie. Wer unter diesen Umständen noch am DefMa-Konzept festhalten will, muss schon erklären, warum die Definitionsmacht nicht nur nicht allein den Opfern, auch nicht allein weiblichen Opfern, sondern allein feministischen weiblichen Opfern zustehe.
Beton, institutionalisiert Noch ein weiterer Aspekt der Domino-Geschichte bleibt nach der Fake-Nachricht bedeutsam: Der Vortrag Jasna Stricks hat ungehemmt demagogisch mit Freund-Feind-Strukturen hantiert, aber ohne die Infrastruktur der Piratenpartei wäre er lediglich ein gnadenlos vereinfachendes, in der Art der Darstellung oft unbeholfenes, handwerklich schwaches Referat gewesen. Problematischer als einzelne Personen, so verhetzt und verhetzend sie auch agieren mögen, ist die institutionelle Hilfe, die sie unbekümmert erhalten.
Das ist auch anderswo in ähnlicher Weise wichtig. Ein Beispiel ist der NDR, der von „organisiertem Frauenhass im Netz“ spricht, dazu natürlich passend Hinrich Rosenbrock interviewt, der erwartbar und ganz auf Stricks Linie von maskulistischen Gruppen phantasiert, die quer durch das Netz gegen kritische Frauen pöbelten. Auch der NDR veröffentlicht sachliche Kritik nicht und beruft sich dann darauf, dass sie „hasserfüllt“ sei.
Diese vertraute Gleichsetzung von Hass und Kritik ist Ausdruck desselben Freund-Feind-Denkens, das auch Stricks Vortrag prägt – „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, ja: hasst mich.“ – , doch wenn ein großer gebührenfinanzierter Sender dieses demagogische Muster übernimmt, dann ist dies natürlich deutlich gravierender als der Vortrag einer einzelnen Faserpiratin.
Ein anderes Beispiel für die selbstverständliche institutionelle Übernahme dieser Freund-Feind-Strukturen ist die universitäre Praxis, für die Annahme wissenschaftlicher Arbeiten die sogenannte „geschlechtergerechte Sprache“ zur Bedingung zu machen (auf dieses Beispiel hat mich übrigens Anatol Stefanowisch gebracht, der freundlicherweise in diesem Blog kommentiert hat).
Dass die herkömmliche deutsche Sprache Frauen ausschlösse und die „geschlechtergerechte Sprache“ dies ändere, ist ein Glaubenssatz, keine belegte Annahme. Die Forderung nach sprachlicher Geschlechtergerechtigkeit in universitären Arbeiten ist also schlicht die Forderung, die richtige Gesinnung auszuweisen. Der wissenschaftliche Wert einer Arbeit gilt in dieser offenkundig irregulären, aber auch offenbar verbreiteten Praxis so lange als irrelevant, so lange dieser Ausweis nicht erfolgt ist.
Gibt es einen Feminismus mit menschlichem Antlitz? Im Domino-Fake haben sich Männerrechtler wohl ein Mittel erhofft, gegen die institutionengestützte Abwehr ihrer Anliegen ein Mittel zu finden und das in feministischen Positionen wieder und wieder funktionalisierte Damsel-In-Distress-Motiv auch einmal gegen feministische Verhärtungen zu wenden. Das ist in meinen Augen geschlechterpolitisch der wichtigste Aspekt dieser Episode:
Anstatt auf der Bedeutsamkeit des Lebens von Männern und Jungen zu bestehen, sollten  männerrechtliche Anliegen am Beispiel einer offenbar bedrohten jungen Frau verhandelt werden. Selbst eine gefakte Zwanzigjährige hat in diesem Sinn einen höheren Diskurswert als ein realer Mann oder Junge – es ist nicht verwunderlich, dass Betonfeministinnen diese Konstellation mit Häme und Triumphgesten begleiten, obwohl sie sich dabei, sachlich betrachtet, wesentlich nachdrücklicher bloßgestellt hatten als Männerrechtler.
Auch im Hinblick auf die Frage, wie bedeutsam das Leben von Männern und Jungen eigentlich ist,  ist das Milgram-Experiment relevant: Nach neueren Untersuchungen dazu ist nicht allein die Autoritätshörigkeit von Menschen dafür verantwortlich gewesen, dass sie bereit waren, andere mit (vorgetäuschten) Stromstößen zu quälen – sondern auch die Überzeugung, für eine gute Sache zu arbeiten.
Gewalt entsteht, wenn Bösartiges als tugendhaft dargestellt wird“.
Es ist eine erhebliche Gewalt, die durch die in der Domino-Diskussion abermals deutlich werdenden betonierten Freund-Feind-Muster ebenso verdeckt wie produziert wird.
Beim Väteraufbruch habe ich Situationen kennengelernt, die ich bis vor wenigen Jahren nur in einer inhumanen Diktatur für möglich gehalten hätte, ganz gewiss nicht in einem demokratischen Rechtsstaat. Ich weiß von Vätern, die voll arbeiten, zugleich durch die Unterhaltszahlungen finanziell ruiniert sind und die gleichwohl ihre Kinder seit Jahren nicht mehr sehen konnten – ohne dass ihnen irgendjemand etwas vorzuwerfen hätte.
Ich weiß von Vätern, die wissen, dass ihre Ex-Frauen gemeinsame Kinder verprügeln, die aber erleben, dass sich in den zuständigen Institutionen niemand dafür interessiert und dass sie noch um ihre Umgangskontakte fürchten müssen, wenn sie allzu deutlich gegen das Verhalten der Mütter Stellung beziehen. Die Liste ließe sich fortsetzen: Es sind keine Einzelfälle, sondern Resultate einer allgemeinen Praxis, die prinzipiell unendlich viele solcher Fälle produzieren kann.
Es sind eben auch solche Väter, oder Männer in anderen bedrückenden Situationen, die – sobald sie es wagen, den Mund aufzumachen – von institutionengeschützen Betonfeministen als „Maskutrolle“ beschimpft und verhöhnt werden, auch als „Hater“, als Nazis, als „Dummbratzen“ und Idioten.
Wer diesen dehumanisierenden Feminismus kritisiert, bekommt gewöhnlich zur Antwort, dass es doch DEN Feminismus gar nicht gäbe und dass die feministischen Anliegen doch nicht allgemein durch Fanatiker diskreditiert werden dürften. Wo aber ist er denn dann eigentlich, der „andere“ Feminismus, der Feminismus mit menschlichem Antlitz, dem es um Gleichberechtigung geht und nicht um weibliche Privilegien – der ein ziviles Zusammenleben der Geschlechter anpeilt, anstatt einen Kriegszustand herbeizufantasieren – der nicht prinzipiell davon ausgeht, dass geschlechtsbedingte Benachteiligungen allein Frauen treffen könnten – und der sich mit der Gewaltverliebtheit vieler feministischer Konzepte kritisch auseinandersetzen würde?
Weithin erkennbar ist lediglich ein Feminismus, der kein nennenswertes intellektuelles Konzept und keine moralische Überzeugungskraft, sondern lediglich gute Kontakte in öffentliche Institutionen besitzt. Dieser institutionengestütze Betonfeminismus – mit seiner Fetischisierung des weiblichen Opfers und seiner Ignoranz gegenüber männlichem Leid, mit seinem darauf basierenden Gerede von „Patriarchat“ und „hegemonialer Männlichkeit“, mit seinen festen Freund-Feind-Mustern, die zwischen sachlicher Kritik und gefährlichem Hass nicht unterscheiden können, und mit seiner festgezurrten Überzeugung, dass immer nur die anderen gewalttätig und hasserfüllt sind – dieser institutionengeschützte Betonfeminismus basiert auf nichts anderem als allein auf der primitiven und inhumanen Überzeugung, dass männliches Leben weniger Wert sei als weibliches.
  1. Gut. Gut geschrieben, sehr gut.
    Gut unter der der Decke gehalten: Der Zorn.
    Warum?

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  2. Wenn Männerrechtler sich so aufführen würden wie Feministinnen nach Bekanntwerden des mutmaßlichen Domino-Fakes, dann würden sie, sobald sich eine einzige angebliche Vergewaltigung als mutmaßliche Falschbeschuldigung herausstellt, davon schwadronieren, dass vergewaltigte Frauen grundsätzlich lügen, dieser Fall ein „Stalingrad für die Femis“ darstelle und „Femis auf immer als ideologische dummbratzen diskreditiert“ seien, „die menschenverachtenden hass mit brachialer idiotie verbinden“. (Wobei einige Radikale in bestimmten Foren womöglich tatsächlich so poltern würden, aber dieser Michael Seemann z.B. präsentiert sich ja als angeblich seriöser Journalist.)

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  3. Übrigens, was hier von Seemann, Ding(en)s und Bums vergessen wird ist, dass Schwarz angab, die Texte hätte nicht er geschrieben, sondern seine Mitarbeiterin. Es befindet sich hinter dem Fake also nicht nur ein „Typ, der sich als Frau ausgibt, um gegen Feminismus zu hetzen“, sondern eben doch eine Frau, die ihre Meinung kundtut…
    Aber das ist nur eine weitere Verdrehung der Tatsachen durch Feministen und ihrer Menschen hassenden Pudel („Abschaum“-Seemann), um ihr Feindbild zu pflegen und den Feminismus als glorreichen Fels der Moral in der Brandung des Maskulinismus zu faken. Es ist äußerst wichtig, darauf hin zu weisen, was hier wiedermal an Lug und Trug betrieben wird von diesen Hassköpfen, wie bei allen Themen, bei denen sich der Feminismus zu Wort meldet und seine Fahne schwingt.

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  4. Nutzt Wahlplakate, um das hässliche, menschenverachtende Gesicht des institutionalisierten Feminismus quer durch alle Parteien sichtbar zu machen.
    Wählt sie nicht, sondern nutzt stattdessen die Wahlzettel für politische Botschaften.
    Verweigert euch.
    Schreibt die Institutionen an und macht den Schriftwechsel öffentlich.
    Führt das Bundesforum Männer vor, indem ihr dessen Untätigkeit offen legt.

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  5. @piwwo „“Abschaum“-Seemann“ – Ja, Seemanns Gerede von „menschlichem Abschaum“ gehört auch in diesen Zusammenhang (https://twitter.com/mspro/status/338901268124794883). Was die Hintergründe des Domino-Fake angeht: Mich wundert es, wie ungeheuer schnell die unplausible Nac hricht vom Domino-Fake, noch vor jeder Bestätigung, geglaubt und verbreitet wurde.

    Ich kenn allerdings die Hintergründe nicht, sondern bin hier von dem ausgegangen, was man gesichert über die Situation sagen kann – und das sind die Reaktionen auf sie, auch wenn sie selbst unklar bleibt. Das reicht schon dicke.

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  6. „Mich wundert es, wie ungeheuer schnell die unplausible Nac hricht vom Domino-Fake, noch vor jeder Bestätigung, geglaubt und verbreitet wurde.“

    wundert mich weniger. das „geständnis“ passte zu vielen in den kram. es war genau das, was welding und femoinistinnen hören und glauben wollten. fakten und plausibilität treten in den hintergrund, denn die story passte einfach zu gut ins konzept.
    heute schreibt die SZ zu diesem unrktischen glauben:

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-des-starrkopfs-was-kuemmern-uns-die-fakten-wenn-wir-eine-meinung-haben-1.1765779

    die plausiblere variente interssiert dann nicht mehr. die gläubigen lassen sich ihre sandburg nicht kaputt machen.
    http://www.malte-welding.com/2013/09/04/gaensefuesschen/#comment-9861

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  7. @ Arne Hoffmann Verrückt ist vor auch, wie schnell die Kriegs-Metaphorik zur Hand ist. Schramm macht nicht den Eindruck, als ob sie sich allzuviel bei dem denken würde, was sie schreibt – ansonsten ließe sich das Stalingrad-Bild gut analysieren. Männerrechtler als Nazis? Eingekesselt, so wie in dem „Cordon Sanitaire“, von dem Gesterkamp träumt ( http://boell-nrw.de/downloads/Bochum_Thomas_Gesterkamp_Dossier.pdf )? Als Gruppe, die vernichtet werden muss?

    Diese Kriegs-Metaphorik ist krank und überdreht, und auch wenn es möglich ist, dass so etwas ebenso von Männerseite kommt: Dort ist es auf extreme Randmeinungen beschränkt, in feministischen Mainstream-Positionen hingegen gehört es regelrecht zum guten Ton, ab und zu in dieser Weise die eigene Radikalität unter Beweis zu stellen. Oder sogar, siehe unten zum Kommentar von piwwo, zu selektieren, wer „menschlicher Abschaum“ ist und wer nicht.

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  8. Beachtenswert die martialische und ordinäre Rhetorik kommt von Ideologinnen, die meinen, wenn man die Sprache „feminisiert“, zugleich auch die Welt eine bessere würde. – Jedenfalls gehe ich davon aus, dass die Sprache, die jemand benutzt, auch seine eigene ist.

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  9. chapeau!
    die beste zusammenfassung, die ich dazu gelesen habe.
    ich erlaube mir auf meine eigenen anmerkungen zum selben thema hinzuweisen:
    auf http://dreipolnischemodels.wordpress.com
    der post
    „drei polnische models sagen hallo“

    interessant ist, daß dieselben deutungshoheiten wenige tage, nachdem sie mit der nichtexistierenden #ochdomino fertig waren, ausführliche andiskriminierungslyrik verfaßten, auf #schauhin, an sich ein sehr begrüßenswerter hashtag , wurde dann schon wieder frontaluntterricht erteilt, u. a. der klugen @katrinhilger von dem oben erwähnten @astefanowitsch. sie hatte auf die selbstverständlichkeit hingewiesen, daß vielleicht nicht n u r weiße männer vorurteile haben und die derbheit seiner antwort war mehr als enthüllend.
    natürlich wurde auch das anliegen von #schauhin sofort in deutungshöhen getrieben, die von satire kaum mehr zu unterscheiden waren. die gefahr, daß es diesem hashtag also so ergeht wie #aufschrei, er also zur allzweckwaffe gegen alle kritiker des organisierten gutmenschentums umfunktioniert wird, habe ich in
    dem post
    „das internet vergißt auch keine weißen pralinen“
    beschrieben. auf dem oben erwähnten blog natürlich.
    die @faserpiratin wähnte nämlich, eine rassistische ferreroküßchenwerbung ausgemacht zu haben.
    ich entschulige mich dafür, ihren schönen blog für werbung in eigener sache zu benutzen, aber dinge, die ich dort geschrieben habe, muß ich ja hier, wo ich ja nur gast bin, nicht wiederholen. 🙂
    ich nehme an, @TiiaAurora, der der zweite blogpost gewidmet ist, ist ihnen ein begriff. ihr blogpost zu #ochdomino ist neben dem ihren der zweite wirkliche deutungshöhepunkt dieser enthüllenden geschichte. zusammenfassend kann man wohl sagen, daß sich da gewisssen radikalfeministInnen in der tat mehr selber enthüllt haben, als es selbst ein snowden mit der nsa tun konnte.
    einer sache kann anscheinend durch ihre vertreter viel mehr geschadet werden, als durch ihre feinde?

    guter gruß

    @MelekSgrafitto

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  10. Danke.
    Ich sitze hier seit Tagen an den Entwürfen eines eigenen Blogbeitrags zum Thema, bekommen den aber einfach nicht fertig ausformuliert. Zu viel zu tun aber auch: Zu viel Wut. Schön, da es andere gibt, die in der Lage sind, mit „kühler Feder“ die Dinge auf den Punkt zu bringen.

    Nur eines an alle: Ich fände es schön, wenn sämtliche Spekulationen zu der Person hinter dem ochdomino-Account endlich aufhören könnten. Für die Bewertung der Ereignisse tut das eh kaum was zur Sache, und es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie ist ein Fake – dann haben wir das jetzt geklärt. Oder sie ist es nicht – dann versucht hier offensichtlich jemand, durch das „Fake-Geständnis“ die Identität seiner Tochter/Mitarbeiterin/sich selbst zu schützen, weil es Drohungen gibt. Diesen Wunsch sollten wir respektieren und sämtliche Spekulationen unterlassen. Macht es nicht wie „die“.

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  11. Sehr guter Beitrag; es ist nicht von der Hand zu weisen, dass gewisse Individuen sich einen Sieg (und daher Niederlage der „Maskus“) so sehr wünschen, dass sie sich schon mal gröber im Ton vergreifen. Anscheinend ist der Wunsch, wieder die Deutungshoheit in allen Geschlechterfragen zu haben (so wie in den Jahren 60-90) so gross, dass man jeglichen Widerstand sofort zum totalen Feind erklärt.

    Ich glaube, das kommt zumindest vereinfachend gesagt davon, dass bisher viele Forderungen der Feministen gar nicht bekämpft wurden – man kennt das Wort „Nein“ schlicht nicht. Als Backlash wurde ein Zustand bezeichnet, bei dem trotzdem noch auf die meisten Forderungen eingegangen wurde. Einzelne Anliegen wurden vermutlich auch nur deshalb gestoppt, weil es mit den gerade verfügbaren Mitteln schlicht nicht möglich gewesen wäre, dort auch noch nachzugeben (Dies zeigt sich momentan in Schweden; z.T aber auch schon in Deutschland).

    Somit ist es für mich nicht verwunderlich, dass man beim Diskurs mit Menschen, die sich grundsätzlich noch nie Gedanken um die eigene Kompromissbereitschaft machen mussten, schnell als Mensch angefeindet wird. Vor allem im „progressiven“ Universiären/Hochschulbereich war es eben immer so, dass vorgeschlagene Massnahmen einfach durchgesetzt wurden – ohne dass man auf Gegenargumente eingehen musste. Dass es nun erstmals Stimmen dagegen gibt, die es wagen, genau diese Mechanismen in Frage stellen, ist für die Betroffenen ein ungeheuerlicher Tabubruch. Dann ist es natürlich einfacher die andere Seite gleich als menschlichen Abschaum zu bezeichnen.

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  12. „Weithin erkennbar ist lediglich ein Feminismus, der kein nennenswertes intellektuelles Konzept und keine moralische Überzeugungskraft, sondern lediglich gute Kontakte in öffentliche Institutionen besitzt“

    Lieber Herr Schoppe,

    ich glaube, damit sprechen Sie eines der Hauptprobleme an. Die meisten der seit Jahresbeginn in so überreiztem Tone das von ihnen ausgemachte Patriarchat bekämpfenden Akteure sind aus meiner Warte junge, etwas verwirrte Menschen, denen es einfach an Lebenserfahrung fehlt. Das zeigt sich zum Beispiel an der Geschichtsvergessenheit, an mangelnder Weltkenntnis und der daraus resultierenden Unfähigkeit die eigene Position einordnen zu können, also nicht als absolut zu sehen. Damit meine ich etwa, daß alles mögliche diskursiv durcheinander gerät, Benachteiligungen von Frauen in der Vergangenheit oder in fernen Ländern mit der Situation in Deutschland usw.

    Dazu gehört aber auch, die ideologische Hermetisierung gegen Kritik nicht im Mindesten begreifen zu können sowie persönlich empfundene Kränkungen stets als Ausdruck einer strukturellen Unterdrückung zu sehen und diese sogar noch als Abwehrbewegung eines um den Machtverlust bangenden männlichen Geheimbundes aufzufassen. Kurz gesagt also: fehlende Distanz zu den Dingen und zu sich selbst.

    Das ist – Sie werden mir als Lehrer zustimmen – ein normales Verhalten bei Heranwachsenden (und heutzutage dehnt sich diese Phase durchaus bis ins Studentenalter aus). Vieles davon gibt sich normalerweise mit der Zeit, da die eigenen Erfahrungen im Leben einen lehren, daß nicht alles auf der Welt so ist, wie man sich es in den vier Wänden seines eigenen Oberstübchens so ausgemalt hat.

    Wesentlich problematischer ist daher die mediale Aufmerksamkeit und Unterstützung, die so unausgegorene Theorien zum Teil erfahren. Besonders krasse Beispiele haben Sie selbst genannt (Rosenbrock und der NDR).

    Daß man sich nicht mit unflätigen Kommentaren oder Beleidigungen abgeben möchte – geschenkt! Das erwartet ja niemand. Aber daß eine Gegenmeinung in jeder Form als indiskutabel dargestellt wird, ist schon schwerer hinzunehmen (ganz abgesehen von der Vewendung so einfältiger Neologismen wie Maskutroll o.ä.). Außerdem der ebenso lächerliche wie ubiquitäre Vorwurf des Frauenhasses (allein diese immer wieder bemühte Grundannahme als Erklärungsmuster zeigt eigentlich schon die Schlichtheit des Weltbildes).

    Meine Ausführungen mögen ein wenig herablassend daherkommen, da ich, kurz gesagt, eine Verblendung aufgrund mangelnder Lebenserfahrung feststelle, die von den Jüngeren ja leider nie akzeptiert werden kann – verständlich. Es ist etwa so wie im Lied „Father & Son“ von Cat Stevens. Mein Rezept wäre daher eigentlich abzuwarten und Erfahrungen sammeln lassen, bis sich der Horizont öffnet und nicht mehr alles unter einer einzigen Perspektive – der Frauenunterdrückung – betrachtet werden kann.

    Daher komme ich zu meinem Ausgangspunkt zurück: Das eigentliche Problem sind überregionale Medien, die sich so engstirnige Theorien aufschwatzen lassen. Fast ein Rätsel.

    Alles Gute!

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  13. @ namuench Danke für den Kommentar zum Text! Was die Spekulationen angeht: Für mich ist es verständlich, dass sie weiter geführt werden. Die Erklärung von Welding und Schwarz ist einfach allzu unplausibel – das Missverhältnis zwischen dem Aufwand, ein Blog zu führen, dazu beständig einen Twitter-Account zu füttern, und dem Ertrag (welchen denn eigentlich?) ist offensichtlich. Und allzu offensichtlich vom Wunschdenken geprägt war dann auch die sofortige Akzeptanz dieser Version, auch auf Blogs mit seriösem Anspruch (http://gedankenundrecht.wordpress.com/2013/09/02/omgate-was-wir-wissen-und-was-ich-vermuten-kann/).

    Plausibler ist schon die Vermutung, z.B. auch von Fraisier hier in den Kommentaren (http://man-tau.blogspot.de/2013/09/wo-kritik-ein-zeichen-von-hass-ist-und.html?showComment=1378222026732#c6714073656395754356), dass die Version mit der PR-Agentur schlicht eine Schutzbehauptung ist. Was allerdings wohl voraussetzt, dass der Druck groß und die Bedrohungen real waren.
    Davon aber wissen wir nichts Verlässliches.

    Ich stimme Dir daher in Deiner Schlussfolgerung völlig zu – so oder so, sei sie Aufdeckung eines Fakes oder ein Versuch zu schützen, ist es vernünftig, die Version von Schwarz zu akzeptieren. Ändern könnte nur er selbst etwas daran.

    Antwort

  14. „Das zeigt sich zum Beispiel an der Geschichtsvergessenheit, an mangelnder Weltkenntnis …“
    Um das mal mit einem einem weiteren Tweet von JS aus dem Kontext des Stalingrad-Tweets zu dokumentieren: https://twitter.com/laprintemps/status/374644997389578240 – Wie es mir als Mann wohl ergänge, wenn ich mir so einen Ausrutscher leistete?

    Antwort

  15. Wie immer, hervorragend, Schoppe.

    „Ein Beispiel ist der NDR, der von „organisiertem Frauenhass im Netz“ spricht, dazu natürlich passend Hinrich Rosenbrock interviewt, der erwartbar und ganz auf Stricks Linie von maskulistischen Gruppen phantasiert, die quer durch das Netz gegen kritische Frauen pöbelten.“
    Im Feminismus besteht eine wahnsinnige Bereitschaft, jede Äußerung gegen den Feminismus als organisierte, also zentral gelenkte, Masku-Verschwörung zu sehen. Wobei in dieser Denkweise Masku gleich Sektierer gleich anormal gleich unwichtig ist.
    Dass sich in den diversen Internetforen einfach viele Menschen individuell zusammenfinden, die den herrschenden Feminismus mit unmenschlichem Antlitz und dessen Auswüchse einfach so, umgelenkt und aus eigener Überzeugung, scheiße finden, geht über die Vorstellungskraft der meisten Feministinnen (generisches Femininum) hinaus.

    Antwort

  16. Ok, mal wieder ein Nachtrag, aber gerade so eingefallen.
    „„Ich bin nicht frei, (…)“
    (…), wenn mich Schoppe mit seinen wahnsinnig guten Artikeln immer wieder zum Lesen zwingt. 🙂

    Antwort

  17. Ich glaube die Piraten selber sind ein Fake.
    (Das habe ich zwar nicht aufgedeckt aber ich fühle das irgendwie) 🙂 Sowas kann doch keine Realität sein! Denen fällt ja fast jeden Tag eine neue Dummheit ein. Wir leben in unglaublichen Zeiten …

    Sonst, lieber Schoppe, ein guter Artikel.

    DerdieBuchstabenzählt

    Antwort

  18. Der Artikel ist toll geschrieben, trotzdem möchte noch kurz etwas anmerken.

    Hier der Auszug aus einer kleinen twitterei zwischen Andi Popp und Martin Delius (zu finden auf Popcornpiraten: http://popcornpiraten.de/om13gate-wurde-zu-maskugate-betreiber-von-kleines-scheusal-bestaetigt-weldings-angaben-bundesvorstandsmitglied-schaemt-sich-fuer-umgang/ ):

    Andi Popp @AndiPopp

    Da bin ich wohl einem (zugegeben gut gemachten) Fake aufgesessen und hab den auch noch mitgetragen. #Sorry #om13gate

    Martin Delius @martindelius

    @AndiPopp Und wenn es kein Fake gewesen wäre, wäre dein Verhalten in Ordnung gewesen? 😦

    Und als Andi Popp nach 5 Minuten immer noch nicht antwortet…

    Martin Delius @martindelius

    @AndiPopp Du hast dich ganz klar auf die Seiter des victim-blaming gestellt. Daraus spricht eine Haltung die ich nicht akzeptieren kann.

    Woarauf Andi Popp gerne noch mal eine Klarstellung hätte:

    Andi Popp @AndiPopp

    @martindelius Ist es falsch zu sagen, dass ich Beschimpfungen und Bedrohungen von beiden Seiten scheiße finde?

    Martin Delius @martindelius

    @AndiPopp Ja.

    Das geht sogar noch über denn Herrn Simon Kowalewski mit seinem Tweet:

    „Das ist einfach ein ungeheuerlicher Vorgang, wenn ein par Maskuarschlöcher jetzt die Fernbedienung in die Hand bekommen.“

    hinaus.

    Schimpft Kowalewski noch die Gegenseite an und haut drauf – Hate Speech um Hate Speech – wie es schon in der Radikalfeministischen Bible heisst…

    so glaubt ein Herr Delius anderen Menschen seine Sicht von Hate Speech und InGroups auf das Auge drücken zu können! Also, mit anderen Worten, es ist erlaubt, doch bitte auf eigenen Hate Speech hinzuweisen und Solidarität einzufordern, aber andere dürfen bitte nicht Klagen…

    Mir fällt bei sowas komischerweise „Die Reihen fest geschlossen…“ ein, ohne einen Nazivergleich rauf beschwören zu wollen… Obwohl diese Subjekte für mich einen gleich weiten geistigen Horizont zu haben scheinen… Alles in allem muss man aber sagen dass zumindest Andi Popp die Grösse besitzt über sein Verhalten nach zu denken und sich ggf. dafür zu entschuldigen, etwas das andere rumtwiternde Politikpupertierende anscheinend nicht können! Wie auch, wo man dem Heilsbringer Feminismus unterstützt!

    Aber auch Herr Klaus Peukert scheint ähnlich zu denken…

    “Was Persönliches: Ich schäme mich dafür, dass eine Täterin innerhalb von Stunden mehr Solidarität und Unterstützung erfuhr, als all ihre Opfer, die durch sie und andere seit Monaten beleidigt und angegriffen werden. Ich schäme mich dafür, dass auf die bloße Behauptung hin, es würden “Hassbriefe” existieren, die Vortragende und die Organisator*innen der OM kollektiv ohne jedes Indiz als Täter “aus dem #Aufschrei-Umfeld” identifiziert wurden.

    Ich schäme mich dafür, dass den Opfern tatsächlicher und klar belegter Beleidigungen diese Unterstützung nicht zuteil wurde….”

    Erinnert mich eher an Schröder und seine uneingeschränkte Solidarität, die er hier aber von allen einfordert… Genau so dämlich und warscheinlich auch gleichdumme Konsequenzen…. Nun, auf jeden Fall ist Täter und Opferverteilung jetzt klar, ein kleiner Tweet mit Minibeleidigungen, egal was vorher war, und Solidarität bekünden mit der ach so geschundenen… Ja, das alles in der Partei, die den Shitstorm erfunden zu haben scheint! Somit ist der Shitstorm gegen Frau Schamm wegen ihres Buches jetzt warscheinlich eine frauenfeindliche Beschimpfung, gleicher ShitStorm gegen Herrn Mahnstein, wegen seiner Kolumne in der er auch mal über Gendermainstreaming schreibt, hingegen gut und berechtigt… Schöne neue Genderwelt!

    Gruss

    Kai

    Antwort

  19. „Daher komme ich zu meinem Ausgangspunkt zurück: Das eigentliche Problem sind überregionale Medien, die sich so engstirnige Theorien aufschwatzen lassen. Fast ein Rätsel.“

    Eine sehr gute Analyse. M.E. sind die Medien der springende Punkt,obwohl „Gleichschaltung “ etwas geschichtsvergessen wäre. Hierbei nimmt der GEZ-finanzierte ÖRR eine führende Rolle ein, selbst Phönix und der DLF sind in Geschlechterfragen profeministisch-misandrisch und hysterisierend-skandalisierend (siehe: Aufschrei, Berichterstattung über indische Vergewaltigung, Durchsetzung des „Gendersprech“)A. Hoffmann hat die ARD ja sehr zutreffend auf Cuncti analysiert (s.d.)Da der ÖRR über ca. 8 MIlliarden Euro an Einnahmen verfügt, ist es eine reine Machtfrage, wobei der Einzelne aufgrund der neuen GEZ-Richtlinien der Gebührenfälligkeit (Erhebung wie eine Steuer auf ein Wohnung unabhängig von vorhandenen Empfangsgeräten)sich dem „System“ kaum noch entziehen kann. Die inhaltliche Manipulation ist so omnipräsent (auch in fast jedem Film!!: maskulistische Fernsehkritik wäre notwendig!!), dass es vielen kaum noch auffällt, obwohl es einer täglichen „Gehirnwäsche“ gleichkommt. Bleibt die FRage, wie man dieses verändern kann ?? (Initiativen gegen das GEZ-System??)
    PS: Ich halte diesen Blog in seiner anspruchsvollen Analysefähigkeit und -bereitschaft für einen großen Gewinn. Wieviel Leute werden damit erreicht?
    Gruß S.M.
    immer weniger entziehen kann

    Antwort

  20. Wieso eigentlich „Stalingrad für die Maskus“? Die Pöbelfeministinnen (generisches Fem.) sind doch einem Fake aufgesessen. Und nicht nur das: Sie haben mal wieder alles gegeben und aller Öffentlichkeit authentisch ihre Diskussions- und Kritikunfähigkeit gezeigt.
    Die „Maskus“ sind zwar auch dem Fake aufgesessen, haben aber in erster Linie auf die Anfeindungen reagiert, und die waren echt.

    Aber Obama münzt ja auch Syriens Einlenken auf eine russische Initiative zu einem eigenen Erfolg um. Also was solls.

    Michel D.

    Antwort

  21. Ich werd aus der ganzen Geschichte einfach nicht schlau. Die einzige Erkenntnis, die ich aus der Geschichte ziehe ist, dass die Piraten unwählbar geworden sind. Was soll man von einer Partei halten, die zuerst unter dem Label „Postgender“ antrat und sich einige Zeit später als Genderturbos zu profilieren versucht. Ist ein bisschen so wie mit den Wundertüten für Kinder. Du weisst nicht, was drin ist, in der Regel aber ist das meiste Schrott.

    Das Getröte „Stalingrad der Maskus“ und Ähnliches zeigt, dass Sektierer in ihrer Filterbubble tendenziell den Bezug zur Realität verlieren. Ist es für eine Partei und ihre Protagonisten, die sich den Einzug in den Bundestag erhoffen angemessen, sich mit einfältiger Twitterei als grenzdebil zu outen? Völlig egal ob sich ein Wähler politisch eher links oder rechts einordnet: Pubertierende sollten keine all zu grosse Verantwortung und Macht erhalten. Ein bisschen Reife sollte da schon sein. Jung, dumm und dynamisch – das wär der passende Wahlslogan für die Piraten.

    Antwort

  22. @ Haselnuss Vielen Dank, das hat mich sehr gefreut!

    Und dass das Zusammenfinden von einzelnen, unabhängig voneinander, von vielen Feministinnen als Erklärung nicht akzeptiert wird, hat neben der Lust an Verschwörungstheorien wohl noch einen weiteren Grund. Obwohl feministische Positionen heute ihren Einfluss nicht ihrer Überzeugungskraft, sondern ihrer institutionellen Absicherung verdanken, wollen sich viele Protagonistinnen offenbar gern als Teile einer Graswurzelbewegung sehen („Aufschrei“ und „Wer braucht Feminismus?“ wurden ja, obwohl sie eigentlich weitgehend Produkte der Massenmedien waren, ebenso verkauft).

    Da passt es einfach sehr schlecht ins Bild, sich selbst als Teil der Institutionen wahrnehmen zu müssen, als Teil des „Establishments“, gegen den Einzelne unabhängig voneinander Kritik üben und ihre eigenen Vorstellungen verteidigen. Sich selbst als Teil der Betonfraktion zu sehen und die Gegner als Teil eines „Grass Roots Movement“ – das bringt vermutlich kaum eine Feminsitin über sich.;-)

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  23. ich zitiere mal einen Kommentar aus nem anderen Blog:

    Ochdomino ist real.
    Sie hat nie die Veröffentlichung ihrer Tweets moniert, sondern die ihres Avatar-Fotos.
    Hier handelte es sich um das Foto einer Dame, die Partnerin der Firma ihres Vaters ist.
    Besorgt war sie um das, was dann auch geschah, nämlich, dass die Firma über das Foto in die Sache hinein gezogen werden würde.
    Die Firma hatte begonnen, ein City-Marketing-Portal zu betreiben.
    Als Folge der Affäre wurde sie dicht gemacht. Nach Angaben des Inhabers wurden nämlich Angestellte per Email und Telefon belästigt, es kam zu Kündigungen.
    Die Angelegenheit spielte sich nicht nur auf Twitter ab, sondern auch auf einem Blog; pikanterweise wurde der schlimmste Kommentar, der ca. 10 Links zu Firma und Webseiten mit Kontaktdaten enthielt, ohne mein Wissen unter meinem Namen gepostet. Gelöscht wurde das erst, nachdem ich mit anwaltlicher Abmahnung resp. Strafanzeige drohte.
    Zwischenzeitlich wurde eine anwaltliche Abmahnung der Rechteinhaberin an dem Foto von dem unterzeichnet, der das Video, nachdem Piratenstreaming es vom Netz genommen hatte, selbständig wieder hoch geladen hatte.
    Über den Fortschritt einer in Angriff genommenen Schadensersatzklage in mindestens 5-stelliger Höhe wg Existenzgefährdung bzw. -vernichtung ist mir derzeit nichts bekannt.
    Die Fake-Geschichte war eine vorab an Mahner und Unterstützer mitgeteilte Notlüge des Firmeninhabers, um zu retten, was zu retten ist.

    – no further comment –

    http://schreibrephorm.de/lasst-menschen-doch-eainfach-das-tun-was-sie-wollen/#comment-248

    (no further comment)

    Antwort

  24. Vielen Dank! Der Link hat bei mir leider nicht funktioniert, man kommt aber über den Post daran – der Kommentar ist dann von „Otla“.

    http://schreibrephorm.de/lasst-menschen-doch-einfach-das-tun-was-sie-wollen/

    Ich finde es sehr interessant. Tatsächlich war die Geschichte eines Fakes in mancher Hinsicht ja sehr unplausibel – und der gedanke, dass der Fake selbst ein Fake war, wesentlich plausibler. Es hatte nur eben keinen Sinn, auf anderem zu bestehen, wenn einer, der es wissen musste, sich selbst öffentlich dieses Fakes bezichtigte.

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  25. […] Affäre hatte eine absurde Pointe: Ein Inhaber einer Werbeagentur gab an, ochdomino sei eine bloß virtuelle Person, die er lediglich […]

    Antwort

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