Erzählmirnix: "Nun sag, wie hast du’s mit dem Maskulismus?" – Acht Antworten

Erzählmirnix hat ein Blog-Stöckchen geworfen, das mittlerweile schon von vielen aufgenommen und beantwortet wurde – acht Fragen stellt sie, die sich eigentlich um eine Frage drehen: „Wie hast du’s mit dem Maskulismus?“

Dass die Fragen so bereitwillig aufgegriffen und beantwortet wurden, verstehe ich – sie bieten eine Gelegenheit,  die eigene Position einmal grundsätzlich zu beschreiben und dieser Beschreibung zugleich mit der anderer vergleichen zu können. Ich hatte nun beim weihnachtlichen Zugfahren Zeit dafür.

 

1. DEN Maskulismus gibts ja eigentlich gar nicht… oder? Wie würdest du (deinen) Maskulismus definieren?

Ich hab mich selber nicht als Maskulist bezeichnet und glaube, dass sich viele andere männerrechtlich organisierte Männer ähnlich unwohl mit dem Begriff fühlen. Analog zum Feminismus könnte der Begriff bedeuten, dass entweder unter den Angelegenheiten aller die Konzentration auf die Angelegenheiten von Männern oder Jungen gelegt wird, oder dass die Angelegenheiten aller unter einer spezifisch männlichen Perspektive betrachtet werden, was immer das heißen mag.

„Was immer das heißen mag“ – damit ist schon klar, dass es DIE männliche Perspektive nicht gibt, DEN Maskulismus auch nicht, selbstredend. Zudem haben die meisten Männer, die ich kenne, und auch ich selbst Ziele, die nur gemeinsam mit Frauen oder in Kooperation mit ihnen zu erreichen sind: unter anderem eine sinnvolle Arbeit in einem halbwegs friedlichen und funktionalen Umfeld, eine Partnerschaft, oft auch Kinder, die vernünftige Bedingungen des Aufwachsens vorfinden sollen.

Ein Maskulismus als Krieg des Mannes gegen die Frau, analog zum im Deutschland vorherrschenden misandrischen Feminismus à la Alice Schwarzer, #aufschrei oder bei den Femen, wäre sinn- und chancenlos.

Maskulismus erfüllt eine gute Funktion als Ausbalancieren eines Ungleichgewichts, das durch feministische Einseitigkeiten und ihre fortgesetzte Institutionalisierung entstanden ist. Insofern ist der Orientierungspunkt vieler Maskulisten, auch meiner, eigentlich ein Humanismus.

2. Was war dein erster Berührungspunkt mit Maskulismus? Wann hast du zum ersten Mal was davon gehört und wann und warum hast du dich evtl. zum ersten mal selbst so bezeichnet?

Im Studium  waren manchmal auch vorsichtige maskulistische Positionen ein gefundenes Fressen für hegemoniale feministische Deutungen. Da diese Positionen in aller Regel widerspruchslos blieben, fehlte ihnen der Gegner, der die oft mit ihnen verbundene Härte und Unduldsamkeit zumindest halbwegs plausibel gemacht hätte. Insofern waren auch vorsichtige Formulierungen – „Als Mann ist man aus der Diskussion hier ausgeschlossen“, oder ähnliches – ein regelrecht ersehnter Anlass für feministisch inspiriertes Enragement.

Vereinzelt hatte ich etwas von, eher: über Warren Farrell gelesen, natürlich standen er und andere nicht auf den üblichen universitären Leselisten. Systematisch begann ich mich mit männerrechtlichen Positionen erst auseinanderzusetzen, als meine damalige Partnerin sich urplötzlich trennte und ebenso plötzlich und weitgehend den Kontakt zwischen mir und unserem Sohn verhinderte, ohne dass sie dafür jemals eine Begründung genannt hätte, oder hätte nennen müssen.

The Myth of Male Power von Farrell ist für mich eines der wenigen Bücher, nach deren Lektüre ich die Welt in vielen Teilen anders gesehen habe. Wichtig war für den deutschen Raum natürlich Arne Hoffmann, dort insbesondere Männerbeben.

3. Gibt es maskulistische/männerrechtliche Bereiche, von denen du persönlich besonders betroffen bist?

Natürlich die Elternschaft, obwohl das ja eigentlich eben gerade kein „maskulistischer Bereich“ ist, sondern einer, in dem die Kooperation von Frauen und Männern besonders große Bedeutung hat. Männerrechtlich, aber mehr noch kinderrechtlich ist hier für mich die Feststellung wichtig, dass angesichts immer noch bestehender Regelungen, rechtlicher und institutioneller Rahmenbedingungen die mütterliche Verweigerung von Kooperation regelrecht belohnt, gezüchtet und gefördert wird.

Als Lehrer ist mir natürlich auch die Situation von Jungen wichtig – und die Blockade einer Diskussion über die erheblichen schulischen Nachteile von Jungen durch Institutionen wie die GEW, die sich in diesem Punkt auf eine äußerst autoritäre Pädagogik festgelegt hat.

Wichtig – aber das ist schon Ergebnis von Überlegungen, nicht direkter persönlicher Betroffenheit – sind die erheblichen Widerstände gegen die Diskussion männerrechtlicher Anliegen in den Parteien und Massenmedien oder ihre gezielte Ausgrenzung in Universitäten.

4. Rein hypothetisch: Der Maskulismus wird plötzlich unglaublich einflussreich und Deutschland wird ein komplett maskulistischer Staat. Was würde sich aus deiner Sicht geändert haben?

Wer will das schon? Ein Staat, der sich allein den Interessen einer bestimmten Gruppe von Menschen verpflichtet fühlt, ist nun einmal weder demokratisch noch rechtstaatlich. Es gäbe aber vermutlich auch eine Reihe positiver Änderungen:

Männer und Frauen wären im Familienrecht gleichberechtigt, die Absurdität eines männerausgrenzenden „Familienministeriums“ würde beendet.

Abgeschafft würde vermutlich auch nicht nur die Absurdität, dass „Gleichstellungsbeauftragte“ weiblich sein müssen – sondern abgeschafft würde überhaupt eine Orientierung an „Gleichstellung“, die einer Verpflichtung auf „Gleichberechtigung“ entgegensteht und die stattdessen konsequente Klientelpolitik betreibt.

Die Wehrpflicht würde abgeschafft, nicht nur ausgesetzt. Alternativ dazu würde sie für Männer und Frauen gleichermaßen eingeführt.

Es gäbe eine bessere gezielte Gesundheitsvorsorge für Männer, vergleichbar mit der für Frauen.

Statt solcher irreführender Diskussion wie der um das sogenannte „Gender Pay Gap“ hätten wir eine jährlich aufgelegte Untersuchung der Art, wie sie MANNdat einmal mit als „Gender Budgeting“-Analyse vorgelegt hat. Es würde klar werden, dass Männer den Löwenanteil der öffentlichen Einnahmen erarbeiten und dass Frauen, insbesondere im Gesundheitswesen, den größten Teil der Ausgaben erhalten – soweit Einnahmen und Ausgaben überhaupt geschlechtsspezifisch aufzuspalten sind. Endlich gäbe es damit eine Basis für eine zukunftsorientierte Geschlechterpolitik, weil konsequent in Frage gestellt werden könnte, dass die (finanzielle) Versorgung von Frauen durch Männer überhaupt noch funktional ist.

Es gibt sicher noch mehr Punkte – deutlich würde in jedem Fall aber auch werden, wie groß die politischen Unterschiede zwischen Männern sind und dass allein schon deshalb die Perspektive eines „maskulistischen Staates“ weder realistisch noch wünschenswert ist.

 

5. What about the Womenz? Ist für Frauen die Welt schon rosarot (haha, Wortspiel) oder gibt es aus deiner Sicht noch Dinge, die sich für Frauen verbessern sollten. Was für eine Rolle spielt da aus deiner Sicht der Maskulismus?

Rechtliche Nachteile gibt es für Männer, nicht für Frauen. Dort, wo Frauen Nachteile erleben, sind die Nachteile in aller Regel mit Privilegierungen in anderen Bereichen verbunden.

Schlechtere Positionen im Beruf lassen sich nicht vermeiden, wenn Frauen zugleich verbissen auf ihren Vorrechten in der Kindessorge bestehen.
Aufgrund der notorisch prekären familienrechtlichen Situation von Männern müssen sich Männer sehr viel stärker auf eine berufliche Perspektive konzentrieren, während Frauen mit verschiedenen Optionen (Beruf, Kindessorge, Kombination beider) hantieren können – was in der beruflichen Konkurrenz eher hinderlich ist.
Da Männer sehr viel stärker als Frauen in die Funktion der finanziellen Versorger der Familie gedrängt werden, haben sie auch ein wesentlich größeres Interesse daran, bei ihren Berufsentscheidungen auf eine gute Bezahlung zu achten – während bei der Berufswahl von Frauen oft andere Aspekte im Vordergrund stehen (nicht nur die „Vereinbarkeit von Familie und Arbeit“ übrigens, die ist Männern in aller Regel ebenso wichtig).
Die Frauenquoten erwecken den Eindruck, Frauen seien nicht allein in der Lage, sich durchzusetzen, sondern auf beständige Hilfe und Unterstützung angewiesen – was gerade bei Bewerberinnen um Führungspositionen natürlich schädlich ist.
Die Frauenquoten in den Parteien signalisieren Frauen. dass ihr Engagement eigentlich gar nicht nötig ist, weil Männer so oder so dazu verpflichtet seien, einflussreiche Positionen für Frauen in ausreichender Zahl offen zu halten, auch weit über den Anteil von Frauen an der Basisarbeit hinaus.
Die Blockade des Rechts zur väterlichen Kindessorge bei Nichtverheirateten und die prekäre gerichtliche Situation bei allen Vätern signalisiert Vätern, die sich der Verantwortung für ihre Kinder entziehen, dass ihr Verhalten stillschweigend gebilligt wird, weil ihre Verantwortung ohnehin verzichtbar sei. Die mütterlichen Privilegien schaden also nicht nur Kindern und Vätern, sondern potenziell auch ausgerechnet denjenigen Müttern, die mit den Vätern ihrer Kinder kooperieren wollen.

Die Liste ließe sich fortsetzen, klar ist aber schon: Es ist nicht sinnvoll, vom Staat zu erwarten, dass er im Interesse der „Gleichstellung“ einfache marktwirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten außer Kraft zu setzen habe oder einfache logische Zusammenhänge kappen müsse. Eine Politik, die Frauen allüberall als Opfer männlicher Herrschaft behandelt, schadet Frauen. Wesentlich sinnvoller wäre es, die Zusammenhänge zwischen Privilegien und ihren unerwünschten Folgen zu klären.

In diesem Sinne ist es höchste Zeit für Frauen zu verstehen, dass der Maskulismus auch für sie gut ist.

6. Was stört dich am Maskulismus? Welche Themen, Meinungen oder Maskulisten gehen dir auf die Nerven, bzw. mit wem möchtest du nicht in einen Topf geworfen werden?

Die häufige Bitterkeit, auch wenn ich sie verstehen kann.

Dass Gerede darüber, „die Frauen“ seien … (hier bitte beliebige missliebige Eigenschaft einsetzen), anstatt sich auf implizite und explizite soziale Regeln zu konzentrieren – und darauf, wie diese Regeln die Interaktion beeinträchtigen bzw. fördern könnten.
Die „Ich sag‘s, wie‘s ist“-Attitüde, die im Regelfall mit besonders klischeehaften Grobheiten verbunden ist.
Die Tendenz mancher, sich auf Forderungen und Positionen zu versteifen, die unsinnig, undemokratisch und zudem schlicht nicht überzeugend sind („Abschaffung des Frauenwahlrechts“ etc.)
Aber auch: die Duldsamkeit vieler Männer (ich finde es zum Beispiel sehr gut, dass die bekloppte Nivea-Weihnachts-Werbung Ärger bekommt, auch wenn viele nicht nachvollziehen können, worüber sich die Kritiker eigentlich aufregen).
Mich stört zudem, dass es Männern untereinander häufig noch an Solidarität fehlt.

Noch.

7. Welche Erfahrungen hast du allgemein gemacht, wenn du über das Thema Maskulismus diskutiert hast?

An der Uni – siehe oben. Ansonsten keine schlechten – ich habe zum Beispiel Kollegen von meinem Blog erzählt, die Reaktionen sind interessiert oder desinteressiert, offen ablehnend bislang nie.

Oft merke ich, dass Gesprächspartner – und besonders: -partnerinnen – auch schlicht überfordert sind. Es wird dann deutlich, dass manche es überhaupt nicht gewohnt sind, auf ihre Positionen auch einmal Widerspruch zu erhalten – ob es nun SPD-Frauen sind, die erstaunlich ahnungslos über das „Gender Pay Gap“ reden, oder alleinerziehende Mütter, die über Väter herziehen.

Oft begegnet mir eher ein Mangel an Informationen als eine offene Gegnerschaft. Beispielsweise sind viele, auch Männerrechtler selbst, überzeugt, dass sich im Familienrecht doch viel für Männer getan habe – obwohl sich bei näherem Hinsehen nur Kleinigkeiten geändert haben.

Überhaupt ist nach meinem Eindruck eine feministisch inspirierte Politik – sei es im Familienrecht, beim „Gender Mainstreaming“ oder bei der extrem großzügigen Vergabe von Mitteln für die „Gender-Forschung“ – nur dadurch möglich, dass die meisten Menschen gar nicht auf die Idee kommen, so etwas könne möglich sein.

8. Wenn du die Möglichkeit (Zeit, finanzielle Mittel, Reichweite, Unterstützung) hättest eine maskulistische Aktion zu organisieren, wie würde diese aussehen?

Einerseits geht es, siehe oben, um Informationen, andererseits geht es darum, die Blockaden gegen offene Informationen und Diskussionen zu beenden, die in der Regel von privilegierten Positionen aus (in den Parteien, Medien, Hochschulen) organisiert werden.

Also: Eine Stiftung „Menschenrechte sind unteilbar“ würde ich einrichten, mit hauptamtlichen Mitarbeitern, die sich auf diese Arbeit konzentrieren können und sie nicht in der Freizeit erledigen müssen.

Diese Stiftung startete unter anderem eine Medienkampagne zum Generalthema, dass auch die Rechte von Jungen und Männern Menschenrechte sind, jeweils untergliedert in einzelne der oben genannten Schwerpunkte.

Von dort aus müsste es Möglichkeiten geben, sich differenzierter zu informieren. Dazu gehörte auch die Finanzierung von Forschungen zu stark tabuisierten und absichtsvoll ignorierten Themen, wie etwa zum sexuellen Missbrauch von Kindern in der mütterlichen Alleinerziehung.

Neben der Information müsste es ein Ziel der Stiftung sein, breiten Druck aufbauen zu können – und politisch Verantwortlichen die Möglichkeit zu nehmen, Verletzungen von Jungen- und Männerrechten weiterhin als Kleinigkeiten zu behandeln oder ganz zu ignorieren.

Bisher wurde das Blogstöckchen von folgenden Bloggern aufgehoben:

Flussfänger: Das Masku-Blogstöckchen

Dschinblog: Das Masku-Blogstöckchen

Arne Hoffmann: Blogstöckchen: Acht Fragen zum Maskulismus 

Wortschrank: Erzählmirnixs Blogstöckchen

Alles Evolution: Erzählmirnix Masku-Blogstöckchen: 8 Fragen zum Maskulismus

Pelzblog: erzaehlmirnix – Blogstöckchen “Maskulismus”

Mein Senf: Noch ne Auftragsarbeit

Maskulinistblog: Erzählmirnix wirft das Masku-Stöckchen

Jungsundmädchen: erzählmirnix – Masku-Blogstöckchen

robins urban life stories: Noch was über Maskulismus – ein Blogstöckchen

Gedankensalat… (Onyx): Mein Maskulismus?

Männerstreik: Das Masku-Blogstöckchen von erzählmirnix

Gay West: Masku-Blogstöckchen: Fang auf!

Aranitas Gedanken: Masku-Blogstöckchen

Zahlreiche Antworten finden sich zudem schon in den Kommentaren zu den acht Fragen, also bei:

erzählmirnix: Masku-Blogstöckchen
Ein weiterer Kommentar zum Blogstöckchen findet sich hier:
Die komische Olle erzählt vom Leben (marenleinchen): Eine Stöckchen-Retrospektive (Feministinnen-Edition)

Auch in den Kommentaren hier ist viel Platz für eigene Antworten – ich würde mich drüber freuen!

 

  1. Ich las Deinen gesamten Artikel mit grosser Aufmerksamkeit und Interesse. Ist ja auch ein leichtes, da wie stets von Dir, der Text wohl formuliert ist. Was mir auffällt ist, dass Deine Positionen wohl bedacht und Argumente schlüssig sind. Besonders möchte ich auf den folgend zitierten Absatz hinweisen:
    „Aber auch: die Duldsamkeit vieler Männer (ich finde es zum Beispiel sehr gut, dass die bekloppte Nivea-Weihnachts-Werbung Ärger bekommt, auch wenn viele nicht nachvollziehen können, worüber sich die Kritiker eigentlich aufregen).

    Mich stört zudem, dass es Männern untereinander häufig noch an Solidarität fehlt.

    Noch.“

    Es bedarf mehr Solidarität bei denen, die sich für die jeweiligen Bereiche des Maskulismus & der echten Gleichberechtigung (nicht zu verwechseln mit Gleichstellung) engagieren. Auch auffällig ist, dass schnell Menschen in Diskussionen ausgegrenzt und verurteilt werden. So geschieht dies mit denen, die im sogenannten gelben Forum (wgvdl) aktiv sind. Vielleicht, da sie von Feministinnen & Feministen gerne als grundsätzlich rechtsradikal und frauenfeindlich dargestellt werden. Pfui, mit den Jungs aus der vermeintlichen Gosse redet man ja nicht.
    Gerade wenn ich mit Aussagen einzelner oder mehrerer dort Aktiven nicht einverstanden bin, ist eine „mit Euch red' ich nicht“-Haltung kontraproduktiv. Auch mir ist bei dem wenigen, was ich dort las aufgefallen, dass häufig von „den Frauen“ dort geschrieben wird. Wo nicht differenziert wird, da werden auch Menschen mit beschuldigt / angeklagt / verurteilt, die völlig anders handeln. Da kann man nur schwer Verständnis erwarten. Doch auch die sich an den Rand stellen gehören mit einbezogen – nur so bauen sich Dialoge auf und wird ein Boden für fruchtbare Diskussionen geschaffen. Einen Interessanten Artikel hat Dschin in seinem Blog über das gelbe Forum geschrieben. http://dschindschin.blogspot.com/2013/12/das-wgvdl-forum-als-mullhalde-der.html

    Umgekehrt bekomme auch ich immer wieder von einzelnen Frauen frauenfeindlich zu sein. Es ist ermüdend, immer wieder auf's Neue hin zu erklären, dass die Kritik an gesetzlichen Regelungen, die Frauen gegenüber Männern besserstellen, nicht frauenfeindlich ist. Noch häufiger erlebe ich solche haltlosen Anwürfe, wenn ich die Verhaltensweisen spezieller Frauen in die Kritik nehme, gleich, ob es Alice Schwarzer, bestimmter Kuckucksmütter oder die neue Familienministerin ist.
    Auch wenn es ermüdend ist, gehe ich auf diese Anwürfe ein, meist mit zumindest kleinen Erfolgen und sei es nur der kleinste, dass man weiter im Dialog bleibt. Gerade, die uns nicht verstehen sind wichtig. Diskussion, statt Filterblase.
    Insofern rufe ich zu mehr Dialog auf – auch mit denen, die für uns unbequem sind.

    Antwort

  2. Ich weiß, Wikipedia ist ein rotes Tuch 😉

    Trotzdem sollte mann einen Blick darin werfen: http://en.wiktionary.org/wiki/masculus

    Wenn ich das also richtig verstehe, dann ist masculus (Maskulist) gleichbedeutend mit „Männchen“/“Männlein“/“kleiner Mann“?

    Die Bezeichnung „Männerrechtler“ wäre doch geeigneter, oder?

    Die Antwort zu Frage 1 zeigt auf, dass auch „Humanist“ die bessere Wahl wäre, zumal schon etabliert.

    Mann kann es ja Eindeutschen: Humannist 😉

    Antwort

  3. Scheint mir ziemlich irrelevant, was auf irgendsoeiner Seite zu einem etablierten Begriff wie „Maskulismus“ steht.

    „Maennerrechtler“ macht vom Standpunkt des „generischen Maskulismus“ aus keinen Sinn. Es gibt keine „Maennerrechte“, ebensowenig wie es „Frauenrechte“ gibt (ferner wuerde ich auch sagen, es gibt keine „Menschenrechte“ — der Zweck dieses Begriffes ist gerade, den Menschen zum Tier zu machen).

    „Maennerrechtler“ passt gut zum „Regenbogen-Maskulismus“, da diese Form wohl den Begriff des „Diskriminierung“ als wesentlich annimmt.

    Aber auch der konservative Maskulismus hat wohl wenig mit „Maennerrechtler“ zu tun.

    Ein solcher Begriff waere also ein totalitaerer, der eine bestimmte Form von Maskulismus als einzig moegliche nimmt.

    „Humanist“ wiederum waere ein falscher Begriff, da er vom Gegenstand ablenkt. Es geht schon „irgendwie in der Hauptsache“ um „Mann“ (was immer das ist).

    So ein Kunstwort wie „Maskulismus“ finde ich hier ganz passend.

    Antwort

  4. Huch, hatte gar nicht gemerkt, dass hier ein neuer, wie sagt man, Blogstrang oder so entstanden ist, dachte, wir waeren noch beim letzten, wo ich etwas Argumentationsanschluss hatte. Ist wohl hier nicht so verstaendlich, was ich meine, und ich muss meine Theorie der „drei Maskulismen“ nochmal „vollstaendig“ ausformulieren. Werde vielleicht die naechsten zwei Wochen oder so nicht dazu kommen.

    Antwort

  5. Da Wikipedia von Feministen unterwandert ist und von ihnen zu deren Propagandazwecken mißbraucht wird, kann man sich lediglich die feministische Betrachtung und Deutung des Begriffes Maskulismus auf Wikipedia einholen.
    Deswegen: http://www.wikimannia.org/Maskulismus

    Antwort

  6. LOL, na das ist ja mal eine lustige Verdrehung. Das gelbe Forum wurde früher von Leuten mit den unterschiedlichsten politischen Weltanschauungen besucht. Dann sind immer mehr Rechte zugewandert, und wer sich den rechtsradikalen Sprüchen nicht angeschlossen hat, wurde mit Beschimpfungen überzogen. Insofern haben in den letzten Jahren immer mehr Menschen, die sich vernünftig unterhalten wollten, dieses Forum verlassen. Warum sollte sich jemand diesen Tonfall freiwillig antun? Was du jetzt tust, ist die Dinge auf den Kopf zu stellen anch dem Motto „Es ist so gemein ausgrenzend, dass du Saftsack, dem ich am liebsten die Fresse polieren würde, dich einfach nicht mehr mit mir unterhalten willst.“

    Antwort

  7. @kuckucksvater

    Ich hatte eine englische Seite verlinkt.

    Darüber hinaus hatte ich die Herkunft des Wortes und dessen ursprüngliche Bedeutung vor ca. 2000 Jahren angegeben.

    Ich nehme stark an, dass die Deklination der lateinischen Wortquelle nicht vom Feminismus befallen ist. Mann kann sich also nicht anstecken.

    Es besteht allerdings die Gefahr, dass mann sich über die Bezeichnung lustig machen wird, ähnlich wie es einige Männerrechtler mit dem Binnen-I getan haben (Feminist.I.nnen), was die taz zu einem Artikel bewegte: „Dier Erektion im Text“!

    Nichts für ungut ;-).

    Antwort

  8. @Oliver K

    „“Maennerrechtler“ passt gut zum „Regenbogen-Maskulismus“, da diese Form wohl den Begriff des „Diskriminierung“ als wesentlich annimmt.“

    Verstehe ich das richtig? Die vom EMRGH festgestellte (z. B. Fall Zaunegger) DISKRIMINIERUNG des Mannes in Deutschland, ist für Maskulisten inexistent?

    Antwort

  9. „Es ist so gemein ausgrenzend, dass du Saftsack, dem ich am liebsten die Fresse polieren würde, dich einfach nicht mehr mit mir unterhalten willst.“

    Ist ja nett, dass Du mir diese Worte in den Mund zu schieben versuchst, aber da ich weder im Gelben Fórum aktiv war noch bin, kannst Du auf keinerlei Erfahrungen im Dialog mit mir in WGVDL zurückgreifen.
    Ich hingegen jetzt auf den Dialog mit Dir und der fiel nicht gerade kompetent aus, lasse mich aber gerne von Dir positiv überraschen.
    Wenn Deine Diskussionen häufiger so mangelhaft ausfallen sollten, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass diese freundlich ausgehen.

    Ich rief in meinem Kommentar zur generellen Dialogbereitschaft auf, also wo auch immer – von einer direkten Beteiligung im Gelben Fórum habe ich hingegen nicht gesprochen.

    Antwort

  10. @ Michael Baleanu
    dass die englische Wiki verlinkt war, war mir erst nach dem Absenden meines Kommentares aufgefallen. Shit happens. 😉

    Antwort

  11. @ kuckucksvater Die Wikimannia, auf die du unten verweist, ist für mich ein gutes Beispiel dafür, dass ein Einbezug von sämtlichen Positionen nicht möglich ist.

    Viele Artikel in der wkimannia finde ich sehr lohnend, und sie sind – unter anderem durch gute, reichhaltige Verlinkungen – oft ein guter Ausgangspunkt, um sich mit Themen auseinanderzusetzen. Zugleich enthält die Wikimannia auch Artikel, die so durchsetzt sind von Ressentiments, von primitiven Bösartigkeiten, dass dadurch die gesamte Arbeit in Misskrerdit gebracht wird.

    In der Wikimanni steckt viel Arbeit, das ist absolut anerkennenswert – aber sie ist auch ein Beispiel dafür, wie Männer das, was sie vorne aufbauen, mit dem Hintern wieder umreißen.

    Es geht bei Abgrenzungen gegen manche brachialen Positionen nicht alein darum, nicht mit den Schmuddelkindern zu spielen (in dem Sinne zitiert Dschin Dschin in dem von Dir verlinkten Text ja Degenhardt). Es geht darum, dass dort Positionen vertreten werden, die anderen beständig Entweder-Oder-Entscheidungen aufzwingen.

    Wer Frauen zwanghaft als minderwertig hinstellt, ebenso zwanghaft Gaga-Diskussionen wie die um das Wahlrecht von Frauen führen will, beliebig gegen Schwule hetzt oder gern auch gleich gegen alle, die nicht wie erwünscht mitziehen – der weiß ganz genau, dass er andere beständig vor „Die oder ich!!“-Entscheidungen stellt. Und wenn diese anderen dann „Och, dann lieber die“ antworten, soll er nicht jammern. Es ist albern, sich dann als ausgegrenzt zu präsentieren und die Verweigerung von Diskussionen zu beklagen.

    Ich bin überzeugt davon: Eine Durchschlagkraft wird die Männerbewegung nur bekommen, wenn sie solche destruktiven Spiele nicht mitspielt. Mit „Duldsamkeit“ meine ich zum Beispiel, dass Frauen sich heute nie und nimmer eine Gesetzgebung hätten gefallen lassen, die den Kontakt zu ihren Kindern von der willkürlichen Entscheidung der Väter abhängig macht. Die meisten Frauen hätten sich vermutlich schlappgelacht, wenn der Gesetzgeber von ihnen dann auch noch verlangt hätte, solche bekloppten Zustände zu finanzieren.

    Männer aber arrangieren sich mit solchen Bedingungen nicht nur stillschweigend, sondern verrichten auch noch still ihre Arbeit, um sie überhaupt zu ermöglichen.

    Wenn dann aber jemand endlich entschieden den Mund aufmacht, dann muss er damit rechenen, unversehens in einem Boot mit Typen zu sitzen, die ihn in bekloppte Diskussionen um die Minderwertigeit von Frauen o.ä. ziehen. Verständlich, dass da viele lieber still bleiben.

    Antwort

  12. @Michael Baleanu: „Verstehe ich das richtig? Die vom EMRGH festgestellte (z. B. Fall Zaunegger) DISKRIMINIERUNG des Mannes in Deutschland, ist für Maskulisten inexistent?“

    Man koennte diese Antwort als ein (kleines) Beispiel dafuer nehmen, was an „Diskriminierung“ falsch ist. Das folgende faellt mir dazu ein (ein zufaelliger Reihenfolge).

    1. Meine aktuelle Theoretisierung von „Maskulisms“ geht von drei Hauptrichtungen aus, die sowohl empirisch vorliegen, wie eine gewisse innere Logik haben. Und fuer die Richtung „Regenbogen“ ist „Diskrimierung“ wohl ein zentraler Begriff. Insofern ist es etwas verwunderlich, dass aus meinem Beitrag herausgelesen wird, fuer (alle) Maskulisten gaebe es keine „Diskriminierung“.

    Vielleicht spielt hier die Emotionalisierung (vielleicht sogar Infantilisierung), die mit dem Begriff „Diskriminierung“ einhergeht, eine Rolle.

    Vielleicht aber ist es nur ein Missverstaendnis, und die Frage ist, wie halten es die von mir behaupteten anderen beiden Richtungen mit der „Diskriminierung“. Insbesondere der „generische Maskulismus“.

    Die „Kritik“ der „Diskriminierung“ (erste Stufe, d.h., der Regenbogenmensch kritisiert die Diskriminierenden — nicht die zweite Stufe, die Kritik des Begriffs „Diskriminierung“) geht wohl davon aus, dass „Bevoelkerungsgruppen“ falsche (schlechte, kranke — bzgl. z.B. der „Homophobie“ gibt es keine „Gegner“, sondern nur Kranke) Gefuehle gegen andere Bevoelkerungsgruppen haben. Dies muss bekaempft werden. Ferner sei „Diskriminierung“ das zentrale Problem der Gesellschaft — haben wir diese in all ihren Formen endlich ueberwunden, dann ist alles in Butter (ha ha, so direkt wuerde das ein Regenbogen-Maskulist natuerlich nie sagen, dann muesste er ja rot werden).

    Dies alles ist ein Denken bloss in Koerper- und Sprachgruppen. Alles was es gibt, sind veralllgemeinerte Ethnien. Ich demgegenueber glaube, der Begriff der „Diskriminierung“ macht gar keinen eigentlichen Sinn, er hat nur einen Sinn erhalten, als eine Form von Koerperkapital. Frauen haben direktes Koerperkapital, aber es gibt auch „Opfer-“ oder „Diskriminierungskapital“. Und auf diesem Markt konkurrieren die Regenbogen-Gruppen (auch noch auf anderen Maerkten).

    Zu schwierig hier, zu wenig Platz, zu wenig Zeit, die „Fundamentale Kritik der Diskriminierung“ hier zu leisten. Aber ich hoffe, es ist verstaendlich, dass wenn man etwas als „falsch“ oder „ungerecht“ erkennt, dass dies moeglicherweise nichts mit „Diskriminierung“ zu tun hat (wohl aber kennt ein Regenbogen-Fanatiker kein „richtig“ oder „falsch“ mehr, womit schon ein grosses Problem besteht, u.a. fuer die Diskussion).

    2. „EMRGH“: Ach ja. Wer weiss, was demnaechst die Schiedsgerichte der transatlantischen Vertraege sagen werden … In anderen Worten, was eine solche Willkuerinstanz sagt, sollte fuer jeden, der noch ein bisschen was von Demokratie haelt (im Sinne von Selbstbestimmung), irrelevant sein. Zufaelligerweise betreiben manche europaeische Institutionen Maenner-„Diskriminierung“, andere stellen diese fest etc.

    Nun ist es vielleicht typisch fuer „Diskriminierungs“-Denken, dass es tendenziell alles benutzt, was ihm in den Weg kommt. Alles wird von der Warte der eigenen „Diskriminierung“ betrachtet.

    3. Nun ja, so viel ist hier vermischt, was man trennen muesste. So viele Ebenen, und dies auch noch historisch und sozial aufgespalten. Man muesste dies angehen …

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