Von Monstern und Papageien – Die EU-Studie zur Gewalt gegen Frauen

„Es sind erschreckende Einblicke in die Lebenswirklichkeit von Frauen in Europa.“ So beginnt Benjamin Knaack bei Spiegel-Online seinen Bericht über die EU-Studie Gewalt gegen Frauen: eine europaweite Erhebung“. Da das möglicherweise noch nicht deutlich genug war, schreibt er im Text weiter, dass die Studie „erschreckende Ergebnisse“ liefere und „einen detaillierten und erschreckenden Einblick in die Gewalterfahrungen von Frauen“ biete.
„Das enorme Ausmaß des Problems verdeutlicht, dass Gewalt gegen Frauen nicht nur wenige Frauen betrifft, sondern sich tagtäglich auf die gesamte Gesellschaft auswirkt“,
zitiert er ohne unnötige journalistische Distanz den Verantwortlichen für die Studie, den Direktor der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) Morten Kjærum, der weiterhin klarstellt:
„Frauen sind nicht sicher auf den Straßen, am Arbeitsplatz und schlussendlich auch nicht zu Hause.“
So illustriert die Tagesschau auf ihrer Webseite öffentlich-rechtlich ihren Bericht zur FRA-Studie. Ein Beispiel von vielen möglichen.
Alexander Roslin allerdings kommentiert solche und ähnliche Texte so:
„Keine kritischen Nachfragen, einfaches affirmatives Abnicken und Weiterverbreiten der Demagogie (…).“
Martin Domig schreibt:
„Ich habe diese und ähnliche Meldungen jetzt oft genug gehört um mich ernsthaft zu fragen was daran gelogen ist, und warum diese Lüge so oft wiederholt wird.“
Und auch Wolle Pelz wirkt nicht angemessen erschrocken:
„Studien zur Gewalt gegen Frauen gibt es scheinbar jährlich. Gibt es solche Studien auch wegen männlichen Opfern von Gewalt?“
Was haben die bloß?

Umarmen, schubsen, erschießen Tatsächlich hat die Studie natürlich Schwächen, die so offenkundig sind, dass sie nur mit Mutwillen übersehen werden können.
„Was wieder mal geflissentlich verschwiegen wird ist die Tatsache, dass häusliche Gewalt keineswegs nur von Männern gegen Frauen stattfindet. Dass nur Frauen, aber keine Männer nach Gewalterfahrungen gefragt wurden. Dass eine ungewollte Umarmung gleich schlimm sein soll wie eine brutale Vergewaltigung, und dass durch diesen Kunstgriff die Opferzahl nach oben korrigiert wurde.“
So Martin Domig in seinem Beitrag auf dem Flussfänger-Blog.
Den hier verwendeten erweiterten Gewaltbegriff, der massiv gewalttätige Handlungsweisen und weit weniger problematisches Verhalten beliebig nebeneinanderstellt, hat beispielweise die französische Feministin Elisabeth Badinter  schon vor zehn Jahren als manipulativ und tendenziös kritisiert.
„Darf man eine Vergewaltigung und eine unfreundliche oder verletzende Bemerkung mit derselben Vokabel erfassen?“,
fragt sie in ihrem 2003 erschienenen Buch Die Wiederentdeckung der Gleichheit.
Für die Studie ist das kein Problem. Jede Frau, die an ihr teilnimmt, wird gefragt, ob sie seit ihrem fünfzehnten Lebensjahr „geschubst oder gestoßen“ wurde, „gepackt oder an den Haaren gezogen“ oder ob „Sie mit einem Messer verletzt oder auf Sie eingestochen, oder auf Sie geschossen“ wurde. (S. 18) Wenn sie hier  irgendwo mit „Ja“ antwortet, gilt sie als Gewaltopfer. Tom kommentiert:
„Wäre die Studie wirklich ehrlich ausgefüllt worden, bin ich mir sicher, dass 100% der Frauen in Europa Opfer von körperlicher und oder sexueller Gewalt sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand seit dem 15. Lebensjahr ungeschubst durch das Leben kommt. Was soll das?“ 
Allein bei Angaben zur sexuellen Gewalt – insbesondere bei der Feststellung, dass fünf Prozent aller europäischen Frauen nach ihrem 15. Lebensjahr Opfer einer Vergewaltigung werden (21) – verzichtet die Studie auf die Vermischung gravierender und weniger gravierender Erfahrungen.
Anders ist das wieder bei Fragen zu psychischer Gewalt, die offenbar in Deutschland ein besonderes Problem sei: Hat Ihr (Ex-)Partner „Sie der Untreue verdächtigt?“„Sie unter vier Augen herabgesetzt oder gedemütigt (…)?“ – oder aber die Frau eingesperrt, ihr gedroht, Verwandte oder Freunde zu töten, ihr den Kontakt zur Familie genommen? (25)
Oder hat ein Mann die Frau gestalkt, nämlich: „Beleidigende Kommentare zu Ihrer Person im Internet veröffentlicht?“ (demnach wären, nebenbei bemerkt, annähernd sämtliche Jugendlichen beiderlei Geschlechts Stalkingopfer) – „auf Sie gewartet, ohne berechtigten Grund?“„Ihr Eigentum absichtlich sabotiert und zerstört?“ (28)
Wurde die Frau „unerwünscht berührt“ – hat sie „unangemessene Einladungen zu einem Rendezvous“ erhalten – sich durch Kommentare zu ihrem Aussehen oder durch Witze „angegriffen/beleidigt“ gefühlt – oder hat sich jemand vor ihr „unsittlich (…) entblößt“? (30) Dann ist sie Opfer sexueller Belästigung.
Dieser beliebige Gewaltbegriff hat offenkundig vor allem das Ziel, besonders hohe Zahlen zu produzieren, indem – für Männer wie für Frauen – alltägliche Unannehmlichkeiten wie die Verdächtigung der Untreue oder dämliche Kommentare von Kollegen (generisches Maskulinum) mit ernsthaften Gewaltakten und Übergriffen weitgehend gleichrangig gewertet werden.
What about teh menz? – Allein die Frage ist schon Gewalt… Gestolpert bin ich vor allem über die Frage, ob der Partner der Frau als Akt „psychischer Gewalt“ gedroht habe, ihr „die Kinder wegzunehmen“? Von wegen „gedroht“, dachte ich – sie hat es einfach getan. Das ist der zweite massive und offenkundige Fehler der „Studie“ – nach den Erfahrungen von Männern wird überhaupt nicht gefragt. Arne Hoffmann kommentiert:
„Dieser Nonsens schafft es ganz automatisch auf die Titelseiten etlicher Tageszeitungen. Über Jahrzehnte hinweg von anerkannten Fachleuten durchgeführte seriöse Forschungen über beispielsweise häusliche Gewalt gegen Männer schaffen das nicht.“
Eine Liste von über 500 dieser Forschungsstudien ist bei Genderama verlinkt.
Auch Wolle Pelz schreibt auf seinem Blog darüber, wie viele dieser Erfahrungen er als Mann schon gemacht hat, mit einer ehemaligen Partnerin. Ich selbst hätte auch in jedem der Kapitel eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ ankreuzen können – wie Tom wundere ich mich weniger über den hohen Anteil der Gewaltopfer als darüber, dass dieser Anteil angesichts der Breite des Gewaltbegriffs überhaupt bei unter hundert Prozent liegt.
Welchen Sinn aber hat es, nur Frauen und nicht Männer nach Gewalterfahrungen zu befragen? Die Auskunft, dass nun einmal Frauen- und nicht Männererfahrungen das Thema gewesen seien, beantwortet die Frage nicht, sondern verschiebt sie nur – denn warum wurde das Thema so eingegrenzt?
Zwei mögliche Erklärungen gibt es dafür. Entweder wurden die Gewalterfahrungen von Männern für weniger wichtig gehalten als die von Frauen – oder die Verantwortlichen gingen von vornherein und gegen die Belege aus Hunderten anderer Studien davon aus, dass Gewalt weitgehend nur Frauen treffe und dass daher nur Gewalt gegen Frauen untersucht werden müsse.
Mit der ersten Erklärung wäre die Studie der Grundrechtsagentur unethisch, mit der zweiten wissenschaftlich unhaltbar.
Auf jeden Fall kann die Studie natürlich gar nicht das aussagen, was sie auszusagen vorgibt – dass es nämlich europaweit eine spezifisch frauenfeindliche Gewalt gäbe. Diese Aussage hätte überhaupt nur dann getroffen werden können, wenn die Gewalterfahrungen von Frauen und die Gewalterfahrungen von Männern auf seriöse Weise untersucht und dann auf seriöse Weise verglichen worden wären.
Papageien im Gleichschritt Weder die offensichtlich unhaltbare Anlage der Studie noch völlig unplausible Teilergebnisse sind in den Medien, die darüber berichten, Anlass für Kritik. Spiegel-Online:
„Die höchsten Gewaltraten gibt es in Dänemark (52 Prozent), Finnland (47 Prozent) und Schweden (46 Prozent).“
Dass ausgerechnet in den skandinavischen Musterländern feministischer Politik die Gewalt von Männern gegen Frauen besonders grassiert, ist keinem der Kommentatoren auch nur eine Nachfrage wert. Könnte es vielleicht sein, dass die beständige Wiederholung des Klischees vom männlichen Gewalttäter und weiblichen Opfer die Wahrnehmung vieler Menschen schließlich prägt? Dass also die der FRA-Studie zugrunde liegenden Klischees selbst erheblich zu den Ergebnissen beitragen, welche die Studie misst?
Diese naheliegende Frage stellen die Verantwortlichen der Studie natürlich nicht, wenn sie die gemessenen Unterschiede zwischen den Ländern zu erklären versuchen. (16) Gravierender womöglich ist, dass auch die berichtenden Medien solche Fragen nicht stellen.
Im Englischen gibt es den Begriff „parroting“ – etwas nachplappern wie ein Papagei. Tatsächlich nicken die Medien hier die Vorgaben aus der politischen Ebene lediglich ab und reichen sie weiter, ohne auch nur auf den Gedanken zu kommen, dass ein Mindestmaß an kritischer Distanz eine journalistische Tugend sein könnte.
Das liegt sicher auch daran, dass die Studie gezielt wissenschaftliche Sachauskunft und moralisierenden Appell vermischt. Wenn es doch darum geht, Frauen vor der europaweiten Allgegenwart der Gewalt zu schützen, vor Schlägen, Terror und Vergewaltigung – wer kann es dann wagen, vernünftelnd an den Grundlagen dieser dringlichen Forderung herumzukritteln? Deutlich wird hier besonders ein Kommentar in der Frankfurter Rundschau:
„Die Verharmloser machen sich zu Helfern der Gewalttäter – indem sie die Opfer einschüchtern, entmutigen, zum Schweigen bringen. Härtere Strafen für Gewalttäter… sind das eine. Aber der Täter habhaft werden kann man erst, wenn die Opfer nicht mehr schweigen – und stattdessen die Verharmloser.“
Wie, bitteschön, sollen denn die Kritiker zum Schweigen gebracht werden? Und seit wann genau ist es eine journalistische Tugend, Kritik am Agieren politischen Institutionen zu verhindern?
Wie beunruhigend der Gleichschritt ist, mit dem die deutschen Massen- und, nunja, Qualitätsmedien die Ergebnisse der Studie weiter verbreiten, lässt sich sehr gut an den Bildern illustrieren, mit denen die Artikel und Webseiten zur Studie versehen sind. Diese Bilder nämlich sind von bemerkenswerter Ähnlichkeit.
Wieder und wieder wird eine Frau gezeigt, die klein im Bild zu sehen ist, sich in eine Ecke oder auf einen Sessel kauert und sich zu schützen versucht – und vor ihr riesenhaft im Bild die Hand eines Mannes, bedrohlich zur Faust geballt, vielleicht auch erhoben. Dasselbe Arrangement im Spiegel, im Stern, bei der Tagessschau und bei den Heute-Nachrichten  (beim Video Tabuthema: Gewalt gegen Frauen) bis hin zur Neuen Osnabrücker oder zur Mittelbayerischen Zeitung. Auf der Webseite des Senders ffh  ist, immerhin, ausnahmsweise auch einmal der Kopf des bedrohlichen Mannes zu sehen, wenn auch nur von hinten.
In der Wirkung der vereinheitlichten Bilderwelt ist nicht nur der Mann riesig und gewalttätig und die Frau schutzbedürftig – die Bilder zeigen auch allein die Frau als menschliches Wesen, während der Mann auf das reduziert ist, was ihr Gewalt antut: eine bildfüllende Faust, die wohl irgendwo auch an irgendeinem Körper hängt.
Noch etwas anderes ist bemerkenswert an der uniformen medialen Bilderwelt. Wer das Bild sieht, nimmt unwillkürlich die Perspektive des Mannes ein – bei der Wiener Presse ist sogar nur die Frau zu sehen, die sich verzweifelt gegen einen Angreifer zu wehren versucht, dessen Perspektive der Betrachter des Bildes ganz übernimmt.
Indem der Betrachter so in die Perspektive des Gewalttäters hineingezwungen wird, haben die Bilder einen enormen Appell-Charakter: Ein Mann müsse unbedingt bereit sein, die Frau vor der männlichen – und das heißt: vor seiner eigenen – Gewalt zu schützen. Auf diese Weise wird die Verantwortung für die Situation ganz auf den großen, aktiven, monströsen Mann geschoben, während die hilflose, passive Frau schlicht einen unbedingten Anspruch auf Beistand hat.
Eine Bildlichkeit von erheblicher Demagogie.
Angesichts der Anlage der Studie, die sich einseitig auf die Gewalterfahrungen der Angehörigen nur einer Gruppe fixiert und die dabei einen willkürlich erweiterten Gewaltbegriff verwendet, könnte beliebig jede gesellschaftliche Gruppe als Opfer der Gewalt einer anderen Gruppe präsentiert werden: auch Weiße als Opfer von Schwarzen, Deutsche als Opfer von Ausländern, Christen als Opfer von Moslems. Der Rassismus und die Fremdenfeindlichkeit einer solchen Studie allerdings würde vermutlich irgendjemandem in den etablierten Medien irgendwann einmal auffallen – und diese Medien würden sich wohl hüten, entsprechend rassistische Bilder zur Illustration ihrer Berichte zu verwenden.
Der offensichtliche Sexismus der Studie aber bleibt den Verantwortlichen in den Medien ebenso verborgen wie ihr eigener.

 

  1. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Deine erste Erklärung dafür, dass Männer nicht befragt wurden näher an der Wahrheit liegt. Würde man Männer befragen, und dabei den Gewaltbegriff genau so weit fassen, wäre es im Bereich des Möglichen, dass Männer öfter Opfer werden als Frauen.

    Das ist aus meiner Sicht nicht gewollt, weil Studien wie diese nur dem Selbsterhalt von Institutionen dienen die sich dem Schutz von Frauen (und nur Frauen) verschrieben haben.

    Zum jetzigen Zeitpunkt ist es fast egal ob dieser Blödsinn weitergeht weil Gewalt gegen Männer weniger ernst genommen wird, oder ob schlicht und ergreifend Gelder verteidigt werden. Das Ganze ist ein selbsterhaltendes System und kann nur ins straucheln kommen wenn es genug argumentative Stöckchen in die Speichen geworfen bekommt.

    Danke, dass Du so ausdauernd die Papageien anschreibst.

    Grüße, @JChatesyou

    Antwort

  2. Im letzten Satz fehlt natürlich ein „gegen“. Es ist schon spät…

    Antwort

  3. Ganz besonders übel fand ich die Aufarbeitung beim RTL-Nachtjournal, wie üblich in typischer RTL-Betroffenen-Tränendrücker-Manier:
    http://rtl-now.rtl.de/rtl-nachtjournal/rtl-nachtjournal.php?container_id=155507&player=1&season=0
    Dargestellt wird eine Janine B., die ihren Partner samt Kindern verlässt, weil er sich „immer öfter aggressiv verhalten und begonnen habe, mit Gegenständen zu schmeißen“, was als von der Reporterin als „umsichtig“ gelobt wird, „bevor etwas schlimmeres passiert“. Man stelle sich umgekehrt vor, ein Mann würde das schon zum Anlass nehmen, die Kinder zu packen und auszuziehen. Es wäre wahrscheinlich von kriminellem Kindesentzug die Rede.

    Antwort

  4. Nicht nur Frauen sind die Geschlagenen

    ARTIKEL von D.R. Schmalzbauer 2013

    Günter Mühlbauer kämpft für Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung

    Gewalt ist männlich – so das vielbemühte Klischee. Psychische Gewalt, körperliche Gewalt, strukturelle Gewalt: die Disbalance in der allgemeinen Alltagsbewältigung ist so zur Selbstverständlichkeit geworden, dass die Wahrnehmungsfilter auf den Brillen mancher Betroffenheitsheftredakteurin gar nicht mehr auffallen. Nicht nur zur Weihnachtszeit fällt seit nunmehr 13 Jahren ein blau gewandeter Mann mit grauen Haaren auf, der als blauer Nikolaus einen einsamen Kampf um Aufmerksamkeit führt. Günter Mühlbauer ist nichtehelicher Vater zweier Kinder, das Hickhack um die Kinder bei den Partnern der früh gescheiterten Problembeziehung hat nicht nur seelische und materielle Blessuren hinterlassen. Blessuren auch eines Streits für gleiche Rechte und gleiche Pflichten gegenüber den leiblichen Kindern, den Partnern, der Gesellschaft und dem Gesetzgeber. Was den Vater belastet: seit er getrennt lebt, sieht er seine Kinder nicht. Als die Gründe für seine Trennung von der ehemaligen Lebenspartnerin noch akut waren: Zoff bei allen relevanten Fragen des Miteinanders – Seiner Partnerin war die Hand ausgerutscht, nicht zum ersten Male, und „Sie“ rief auch die Polizei. Als die Beamten kamen, so erzählt er, wollten die Polizisten ihn mitnehmen. Dass er das Opfer in diesem Trauerspiel war, passte nicht in die Vorstellung der Beamten über Urheber und Opfer häuslicher Gewalt.

    Bestürzende Statistik

    Wie ist das jetzt? – Der Mainzer Kriminologe Professor Michael Bock quotelt die Täter-Opferrelation in den Statistiken über Gewalt im Schutzbereich der eigenen vier Wände bei annähernd fünfzig Prozent. – Ein Geschlechterproporz, der zwar die „männliche“ Gewalt weder rechtfertigen noch relativieren kann, der aber da ist, der akademisch untermauert ist und auch von der Regensburger Polizei aktuell bestätigt wird: von den zirka 450 000 Deutschen, die über Gewalt im häuslichen Bereich klagen, sind rund 214 000 Männer. Die Dunkelziffer soll enorm sein, weil Angst vor Weich-Ei und Luschen-Image auf der männlichen Seite exakt so groß ist, wie die Angst der Familienmütter vor sozialem Abstieg. Mühlbauer geht hier in die Offenlegungsoffensive. Er demonstriert vor der Kirche, im Landtag, vor dem Regensburger Justizpalast. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland in den letzten Jahren mehrmals „vom EMRK in Straßburg abgemahnt wurde, dass die nichtehelichen Kinder und ihre Väter diskriminiert werden, kommen nun die FDP, CDU und die CSU nach 2,5 Jahren ( oder kurz vor den Wahlen) zu einem gemeinsamen Sorgerechts-Entwurf für nichteheliche Väter“. So der nichteheliche Vater. Er kann danach das gemeinsame Sorgerecht beantragen, die Kindesmutter muss nicht einverstanden sein, Jugendamt und Familienrichter entscheiden über den Antrag. Für Mühlbauer nur eine Bestätigung vorurteilsbehafteter Strukturen. Denn: „Ein Amt ohne Fachaufsicht, das seit Jahrzehnten mütterfreundlich eingestellt ist, und Familienrichter ohne eine (sozialwissenschaftliche) Fachausbildung, die lieber die Verantwortung an Gutachter abgeben, entscheiden weiterhin über die Zukunft von nichtehelichen Kindern und deren Vätern. Von Opa und Oma ist keine Rede.“

    Netzwerk eingerichtet

    Günter Mühlbauer hat ein Netzwerk für den Austausch unter Vätern mit passiver Gewalterfahrung und Trauer um nicht zeitgemäß geregeltes Umgangsrecht gegründet: „Kinder brauchen zu einer gesunden Entwicklung beide Elternteile und Großeltern.“
    Seine Telefonnummer lautet: 0941-447196. Web: http://www.muehlbauer.de.tf/

    Antwort

  5. Ergänzung zum Artikel:

    Ab 2014 wird die Entkräftung falscher Daten wesentlich leichter fallen, weil das Handbuch von über 650 Seiten Über Familiäre Gewalt und Intervention vorliegen wird. Jeder Student, Praktiker und Hochschullehrer wird an diesem Kompendium wichtiger Fallstudien und empirischer Daten nicht mehr vorbeikommen. Amerikanische Studien totzuschweigen wird dann nicht mehr möglich sein, weil sie übersetzt vorliegen.

    Mehr unter Informationen unter http://www.ikaruverlag.com

    Freundliche Grüße

    Gerhard Amendt

    Antwort

  6. „Den hier verwendeten erweiterten Gewaltbegriff, der massiv gewalttätige Handlungsweisen und weit weniger problematisches Verhalten beliebig nebeneinanderstellt“

    Zwei Dinge kommen hier zusammen. Das erste hattest Du bereits festgestellt, der Gewaltbegriff wird verschliffen und trifft nur noch ungenau, was er zu beschreiben vorgibt. Das Zweite ist eine Überempfindlichkeit gegen alle möglichen Verhaltensweisen, die mittlerweile als Gewalt eingestuft werden, zum Beispiel „Kommentare“ oder „Herabsetzungen“ und dergleichen.

    Auch hier möchte ich wieder auf Karl Otto Hondrich zurückgreifen, der sich die Frage gestellt hat, ob eine Gesellschaft genetisch optimierter und auf Gewaltlosigkeit programmierter Menschen konfliktfreier wäre. Er kommt zu dem Schluss, dass dem nicht so ist. In einer solchen Gesellschaft, in der es grobe physische Gewalt nicht mehr gibt, gibt es einen hohen Anspruch an das, was als „friedlichen Umgang“ miteinander angesehen wird. Und so wird eben schon eine relativ geringe Störung der Harmonie zum Problem, das Empörung erzeugt. Je friedlicher die Gesellschaft, desto empfindlicher wird diese.

    Dies ist auch mein Eindruck. Der Gewaltforschung zufolge leben wir historisch gesehen in einer sehr befriedeten Gesellschaft. Wohl gibt es Gewalt und Kriminalität, aber sie bilden trotz alledem Ausnahmen. Frühere Gesellschaften waren wesentlich gewalttätiger. Die körperliche Züchtigung von Kindern war einst normal. Prügeleien unter Jungen und jungen Männern galten als Teil der männlichen Existenz. Die überquellenden Arbeiterviertel, deren Straßen voller junger Männer waren, sind sicherlich auch eher ein ungemütlicher Ort gewesen.

    Nichtsdestotrotz gibt es eine permanente Skandalisierung von Gewalt. Sie fällt immer stärker auf. Die Schulhofprügelei wird mittlerweile als großes Problem betrachtet. Gleichfalls wendet sich die Aufmerksamkeit vermehrt der tatsächlichen oder vermeintlichen „psychischen“ Gewalt zu, was dann auch alles umfasst, was rein verbal geschieht.

    Offenbar braucht es ein gewisses Maß an Skandal, ohne den die Gesellschaft ihre Moral nicht aktualisieren kann. Also greift sie zu allerlei Strohhalmen und schon wird eben auch eine herabsetzende Bemerkung in der Partnerschaft zum Gewaltakt erklärt.

    Was dabei verloren geht, ist die Gelassenheit und die Fähigkeit, Konflikte zu ertragen. Man nimmt ihnen auch jedes Ventil. Stattdessen umstellt man die Konfliktpartner mit Fachpersonal, dass diese pädagogisch auf den Pfad der Tugend zurückführen soll. Das ist neurotisch, weil mit jedem bösen Wort die Aufregung hochschlägt und ein großes Problem herbeigeredet wird und es immer schwerer wird, einander einen emotionalen Ausbruch zu verzeihen.

    Es bleibt mir ein ewiges Rätsel, warum so viele Journalisten diese Idiotie nachbeten, ohne mal über die Konsequenzen nachzudenken. Sie beten ja auch die Behauptung der permanent wachsenden Jugendgewalt nach, obwohl sich dort immer wieder unterschiedliche Entwicklungen zeigen und keinesfalls ein Dauertrend zu immer mehr Gewalt existiert. Auf Basis einer solchen Überzeichnung kommt es dann zu Überreaktionen auf den Schulhöfen, wenn Lehrer die Polizei rufen und Anzeige erstatten wegen einer Schulhofprügelei. Jegliches untugendhafte Verhalten wird zur Spitze eines Eisberges an falschen Einstellungen, z.B. etwa hegemonialer Männlichkeit erklärt. Man kann den Konflikt nicht mehr einfach als konkreten Konflikt ansehen. Er wird zum Indiz einer Persönlichkeitsstörung, wird zum Anzeiger zunächst unsichtbarer, dafür aber umso wesentlicher Schwierigkeiten erklärt. Das wiederum soll rechtfertigen, dass Psychologen und Pädagogen in einen dringen, die Persönlichkeit ausforschen, anstatt sich schlicht um die konkrete Tat und deren Sanktion zu kümmern.

    Michel Foucault hat das in „Überwachen und Strafen“ für das Gefängnissystem beschrieben und als Normierung, also als Versuch einer Umerziehung erkärt.

    Unklar ist mir nur, wer hier umerzieht, denn ich sehe da nicht wirklich einen zentralen Akteur.

    Antwort

  7. Ich empfinde mittlerweile derartige Studien als einen Akt von Gewalt. Ihr einziger Zweck scheint zu sein, zersetzend auf das menschliche Zusammensein und Miteinander zu wirken.

    Antwort

  8. Zu diesem sehr komplexen Thema gibt es bestimmt auch noch viele andere Aspekte über die nie geredet wird. zb. Ich kenne Frauen die mehre male verheiratet waren und durch jede Heirat reicher geworden ist. Ein Mann würde wohl als Heiratsschwindler auffallen. Wievile Frauen lassen gewalt über sich ganz bewusst ergehen um dann doch einen Vorteil davon zu haben oder sogar weil es auch eine art von Gewalt gibt die den Frauen gefällt oder mit der sie Männer an den Eiern haben. Solong

    Antwort

  9. Übrigens. Die Studie kommt passend zum Weltfrauentag der bei uns im Saaland nicht nur ein Tag dauert nein ein ganzen Monat. Und wer bezahlts?

    Antwort

  10. Wurde denn die Gewalt in lesbischen Beziehungen mit hinzugerechnet? Sie stehen sich da bekanntlich in nichts nach.

    Antwort

  11. @ LoMi „Jegliches untugendhafte Verhalten wird zur Spitze eines Eisberges an falschen Einstellungen, z.B. etwa hegemonialer Männlichkeit erklärt.“ Dabei kann ich es durchaus verstehen, wenn Lehrer relativ schnell bei Schulhofprügeleiern eingreifen, auch wenn das sofortige Alarmieren der Poliei natürlich normalerwiese weit überzogen ist.

    Ich hab selber schon mehrfach Situationen erlebt – bei Jungen UND Mädchen übrigens – , in denen Gewalt in Sekundenschnelle und unvorhersehbar exkaliert ist. Daher bin ich auch vorsichtig – viel vorsichtiger, als ich es vernünftig finde.

    Da zumindest geht es mir wie vielen, die ein Ansteigen der Jugendgewalt beklagen: Ich hab mich als Junge relativ viel geprügelt, und ich weiß noch genau – Wer so prügelte, dass er andere ernsthaft verletzen konnte, galt als bekloppt. Das hat sich ganz offenkundig geändert.

    Falls dieser Eindruck so stimmt, dann hat dazu eine umgreifende Friedlichkeitserziehung, die noch jede Grenzverletzung zur Gewalt erklärt, vermutlich dazu beigetragen. Wenn der Unterschied zwischen Rangeleien, Kräftemessen und ernsthaften Verletzungen anderen verwischt wird, dann wird eben auch die Möglichkeit zerstört, wichtige Grenzen zu ziehen. Die Kinder bekommen dann das Gefühl, dass sie irgendwie an sich falsch sind, wenn sie sich doch gern, im Spiel, prügeln – anstatt dass sie ein Gefühl dafür bekommen, wo ihre Handlungen in Ordnung und wo die Grenzen sind, die sie nicht überschreiten sollten.

    Insofern trägt eine scheinbar radikale, also scheinbar an der Wurzel des Problems ansetzende Pädagogik, die auch eine Rangelei als Form ernstzunehmender Gewalt behandelt, vieleicht sogar zu Eskalationen von Gewalt bei.

    Antwort

  12. Die Absicht solcher Studien, die ein epidemisches Ausmass an Gewalt von Maennern gegen Frauen behaupten, ist die permanente Anklage, die Beschaemungstaktik, die Konstruktion einer kollektiven maennlichen Schuld. Das ist das fundament, auf dem die dreistesten Privilegienforderungen als gerechtfertigte Kompensation fuer erlittenes Unrecht, als Ausgleich, euphemistisch als Gleichstellung verkauft wird.
    Jeder moralische Mensch, der sich schuldig fuehlt, hat das Beduerfnis, seine Schuld durch Wiedergutmachung zu lindern. Was dieser Verdammungsfeminismus tut ist nichts weniger als die widerliche Ausbeutung einer ehrenwerten moralischen Haltung.

    Antwort

  13. @Schoppe:

    „Ich hab mich als Junge relativ viel geprügelt, und ich weiß noch genau – Wer so prügelte, dass er andere ernsthaft verletzen konnte, galt als bekloppt. „

    Kann ich bestätigen, und ich kann mich auch an einen recht umfangreichen „Männlichkeitscodex“ erinnern. Wenn beispielsweise jemand seine „Niederlage“ einräumte oder auf dem Boden lag, dann war die Sache entschieden und ein Weiterprügeln galt als sehr Feige.

    Glaubt man Medienberichten, dann gibt es sowas heute nicht mehr.

    „Wenn der Unterschied zwischen Rangeleien, Kräftemessen und ernsthaften Verletzungen anderen verwischt wird, dann wird eben auch die Möglichkeit zerstört, wichtige Grenzen zu ziehen.“

    Es steht vielleicht gar nicht im Widerspruch zu dem, was LoMi schreibt. Radikale Politik wird eben meistes mit „moral panics“ durchgesetzt. Also: Die Moralunternehmer überzeichnen erst Jugendgewalt maßlos, was dann genau zu einer radikalen „Friedens-“ bzw. „Nulltoleranz-“ Pädagogik führt, die wiederum die Kanalisierungsrituale unterbindet, was dann tatsächlich dazu führt dass Jugendliche keine Grenzen mehr kennen, wenn es dann doch mal eskaliert.

    Erinnert mich ein bisschen an die Schweden, die bzgl. Alkohol vom Staat arg diszipliniert werden und sich dann bis zum Koma besaufen, wenn sie nur die Gelegenheit dazu haben. Da hat vermutlich das Moralunternehmertum der Temperenzbewegung des 19. Jahrhunderts ganze Arbeit geleistet.

    Grüße – Nick

    Antwort

  14. @ Nick „Radikale Politik wird eben meistes mit „moral panics“ durchgesetzt.“ Die Ergebnisse davon sind dann eben nicht nur demagogisch, sondern auch unmittelbar schädlich für den Umgang mit Konflikten. Ich kann es mir überhaupt nicht vorstellen, dass es in einer Partnerschaft niemals zu Situationen kommt, die in der Studie als „psychische Gewalt“ gewertet werden – sich herabgesetzt zu fühlen, unter vier Augen oder vor anderen, sich kontrolliert zu fühlen, mit „Verdächtigungen“, also mit Misstrauen des anderen klarkommen zu müssen…

    Wichtig ist doch zu lernen, dass solche Unannehmlichkeiten, die einem aller realistischen Einschätzung nach früher oder später und immer mal wieder begegnen werden, sich nicht zu massiven Konflikten hochschaukeln und nicht zu ernsthaften Verletzungen führen.

    Genau diese Grenze zieht der erweiterte Gewaltbegriff aber nicht. Da er aber nunmal auch irgendeine Grenze braucht, um gewalttätiges von nicht-gewalttätigem Verhalten zu unterscheiden, zieht die Studie die Grenze ausgerechnet – zwischen den Geschlechtern.

    Und macht damit die Sache nur noch schlmmer: Denn wenn sich Konflikte hochschaukeln, dann liegt das ganz sicher wesentlich daran, dass die Beteiligten ihr eigenes Verhalten jeweils nur als Gegenwehr wahrnehmen und das Gefühl haben, gewalttätig sei eigentlich nur der andere.

    Anstatt Gewalt vorzubeugen oder zu verhindern, ist die Art und Weise, wie die Studie mit Gewalt umgeht, also regelrecht ein Modell zur FÖRDERUNG von Beziehungsgewalt.

    Ungefähr so hatte ja auch Gerhard Amendt argumentiert, als er forderte, Frauenhäuser in Zentren zur Hilfe gegen familiäre Gewalt umzuwandeln, die Angehörigen beider Geschlechter zugänglich sind.

    Dass er dafür Morddrohungen erhalten hat, pointiert die Absurdität des sexistischen Umgang mit Gewalt ja nur noch einmal: „Wenn Du nochmal behauptest, dass Frauen auch gewalttätig sein können, dann knallen wir dich ab, Masku!!“
    Das ist natürlich sehr überzeugend.

    Antwort

  15. Vielen Dank für die Hinweise!

    Ein solches Handbuch wird m.E. sehr wichtig sein. Zwar sind viele Informationen ja schon erhältich für diejenigen, die interessiert sind – aber es sind, wie die bei Genderama verlinkte Liste von Studien, oft Informationen, die von akademischer Warte aus ignoriert werden können. Schließlich kann man ja nicht irgendwelche Blogs als einschlägige Literatur behandeln, und man kann ja auch nicht jede entlegene Studie aus den USA kennen, etc.pp…

    Meine Einschätzung ist: Es kommt nicht nur darauf an, Informationen bereitzustellen – sondern sie auch auf eine Weise bereitzustellen, die es so schwer wie möglich macht, sie zu ignorieren.

    Dass man das so aber überhaupt so sagen muss, angesichts eines Themas, bei dem es um Gewalt und um schwere Schäden geht, die Menschen zugefügt werden – das zeigt eigentlich schon, wie unethisch und unseriös auch der akademische Umgang mit dem Thema der familiären Gewalt oft ist.

    „Als die Beamten kamen, so erzählt er, wollten die Polizisten ihn mitnehmen. Dass er das Opfer in diesem Trauerspiel war, passte nicht in die Vorstellung der Beamten über Urheber und Opfer häuslicher Gewalt.“

    Solche Beispiele sind mir auch immer wieder begegnet, auch wenn ich es selbst nicht erlebt habe. Zuletzt wurde beim Pelzblog ( http://www.nuklearsprengkopf.de/2014/03/kurzes-gedankenspiel-statistik-bei-haeuslicher-gewalt/ ) und beim Frontberichterstatter ( http://frontberichterstatter.blogspot.de/2014/03/was-sie-schon-immer-uber-hausliche.html ) davon erzählt.

    Das ist offensichtlich ein um sich selbst kreisendes Verfahren: Gewalt gegen Männer wird nicht wahrgenommen, gar in Gewalt VON Männern umgedeutet – und da es Gewalt gegen Männer offenbar gar nicht gibt, ist es auch nicht nötig, sich damit zu beschäftigen – weshalb Gewalt gegen Männer nicht wahrgenommen wird, etc.pp., und so unendlich weiter.

    Auch von mir freundliche Grüße!

    Antwort

  16. @Schoppe:
    „Genau diese Grenze zieht der erweiterte Gewaltbegriff aber nicht. Da er aber nunmal auch irgendeine Grenze braucht, um gewalttätiges von nicht-gewalttätigem Verhalten zu unterscheiden, zieht die Studie die Grenze ausgerechnet – zwischen den Geschlechtern. „

    Ja, das scheint tatsächlich der Kern des Ganzen zu sein. Man betrachtet eben heterosexuelle Beziehungen prinzipiell als Unterdrückungsverhältnis. Dann ist, ohne Ansehen des Einzelfalles, _alles_, was die Frau sagt oder tut „Widerstand“ und _alles_, was der Mann sagt oder tut eine „Unterdrückungshandlung“. Das sei, aufgrund „des hierarchisch strukturierten Geschlechterverhältnisses [per se]“ unausweichlich. Die Staatsgewalt müsse parteilich für die immanent schwächere Frau sein – in Anbetracht der epidemischen Dimensionen und der damit verbundenen höchsten Gefahr für elementare Gurundwerte der Gesellschaft könne man nicht zimperlich sein. (->moral panic)

    Dieser radikalfeministische Geist durchzieht den Komplex Häusliche Gewalt, in beinahe allen Industrieländern, wie ein roter Faden. Das liegt wohl daran, dass die radikalfeministischen Aktivistinnen der ersten Stunde gut institutionalisiert und vernetzt sind, damit die Szenerie beherrschen und natürlich alles tun, um ihre Macht auszubauen. Ist ja für sie auch eine existenzielle Frage: Solche Vereine wie z.B. unser BIG leben ja regelrecht von solchen Politiken.

    Solche alarmistischen Studien sind unverzichtbarer Teil ihrer Politik. Nur unter dem Eindruck epidemischer Dimensionen fällt nicht auf, auf welcher ideologischen Grundlage sie agieren. Stünde die ideologische Grundlage ihrer Politik selbst zur Debatte, würden sehr große Mehrheiten sie wohl vehement ablehnen.

    Durchgängige Leitlinie dieser Politik ist das Duluth-Modell, welches häusliche Gewalt eben nicht als verfehlte Konfliktbewältigung betrachtet, sondern als „Symptom des Patriarchates“. Auch die Bundesdeutsche Politik orientiert sich – via BIG und Frauenministerium – daran. Anschaulich dargestellt wird das Paradigma im „Power and Control Wheel“:

    http://familyvio.csw.fsu.edu/online-dv-tutorials/cbt-wic-staff/chapter-1/the-power-and-control-wheel/

    „Anstatt Gewalt vorzubeugen oder zu verhindern, ist die Art und Weise, wie die Studie mit Gewalt umgeht, also regelrecht ein Modell zur FÖRDERUNG von Beziehungsgewalt.“

    Das sehe ich auch so. Ich würde es auch unter folgendem Aspekt betrachten: Die Ursache von Gewalt in Beziehungen könnte man auch als Symptom von Hilflosigkeit bei der Konfliktbewältigung sehen. Selbst wenn man vom männlichen Täter ausgeht, bleibt ihm ja unter einem solchen Paradigma fast gar kein anders Mittel mehr, um Konflikte auszutragen – wenn auch das Gewaltfreie Austragen seinerseits als Gewaltakt ausgelegt wird. Das produziert genau die Hilflosigkeit, die wohl die häufigste Ursache von Gewalt in Beziehungen ist.

    Der Mann wird letztlich mithilfe der Staatsgewalt dazu gezwungen, seine Frau wie ein Kind zu behandeln. Gleichzeitig wird ihm aber die Autorität verweigert, die er unvermeidbar bräuchte um seine Frau wie ein Kind zu behandeln. Man kann einen Menschen, der die Handlungsfreiheit eines Erwachsenen hat, nicht wie ein Kind behandeln. Die Handlungsfreiheit bringt Konflikte mit sich, die nur auf Augenhöhe gelöst werden können.

    Pappi ist so unausweichlich immer Schuld, und in einer solchen Lage wissen sich wohl die meisten Menschen nur noch mit Gewalt zu helfen.

    Wie gesagt, eine solche Politik kann man nur mithilfe einer stark alarmistischen Behandlung verkaufen. Wer Bedenken oder Zweifel anmeldet, wird dann sofort unter den Verdacht gestellt, den Opfern die Solidarität zu verweigern, zu „Verharmlosen“ und einen „Täterschützerdiskurs“ zu betreiben.

    – Nick

    Antwort

  17. „Ich empfinde mittlerweile derartige Studien als einen Akt von Gewalt. „

    In Anbetracht der Tatsache, dass es dabei mehr oder weniger erklärtermaßen um eine Mobilisierung der Staatsgewalt gem. Duluth-Modell geht, ist das wohl nicht gerade fernliegend.

    – Nick

    Antwort

  18. „Die höchsten Gewaltraten gibt es in Dänemark (52 Prozent), Finnland (47 Prozent) und Schweden (46 Prozent).“ lässt sich m. E. recht einfach mit dem in diesen Ländern herrschenden hohem Stand der „Gleichberechtigung“ erklären. Die Grenzen für eine Belästigung sind dort soweit gesunkenen, das dort bereits ein falsches Wort/Bewegung etc. (wie in der Studie angegebenen) eine unerlaubte Belästigung darstellt. Auch sind dort natürlich die Frauen besonderst empfänglich für Grenzverletzungen. Führte vor Jahren(-tausenden) das Hinterherpfeifen von sagen wir mal Bauarbeiten, bei weiblichen Geschlecht dazu, sich „gut“ zu fühlen, so ist es heutzutage Grund für eine sofortige Klage. Sinken die Grenzwerte, so steigt logischerweise die Rate der Grenzverletzungen (außer der durchschnittlich dumme, wenig empathische dt. Mann erfährt sofort alles über neue Grenzen und ändert mit sofortiger Wirkung sein Ego/Persönlichkeit). Da die Grenze beständig sinkt, wird sich auf absehbarer Zeit nichts ändern… Bis letztendlich die Menschheit wie Maschinen funktioniert, ohne Gefühle, nur der reinen Logik verpflichtet, dann passiert keine „Fehlkommunikation“ mehr… Und ich dachte immer Frauen währen gefühlsbetont… ich habs, für Ihre eignen nicht für Fremde… ;o) Schöne neue Welt…

    Antwort

  19. […] ist es schon, dass bei den Befragungen der Studie – was Wizorek natürlich nicht ausweist – eine enorme Spannbreite von Handlungen als „Gewalt“ gewertet wurde: vom Schubsen oder Stoßen bis hin zum Angriff mit einer Schusswaffe.  Nach diesen Kriterien ist […]

    Antwort

  20. […] EU-Studie ist von Beginn an so angelegt, dass in ihr Gewaltopfer weiblich, Täter aber männlich erscheinen, […]

    Antwort

Antwort

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s