Wie man Grundrechte schützt, indem man eine Apotheke verwüstet

Anne Wizorek, #Aufschrei-Initiatorin, Grimme-Preis-Gewinnerin und gerade noch proppestolzer Gast bei Manuela Schwesig, war neulich einmal über Verletzungen von Grundrechten erbost.
Also schickte sie geistesgegenwärtig bei Twitter eine Nachricht weiter, die sie gerade zwei Minuten vorher erhalten hatte und die mit deutlicher Sympathie einen Farbanschlag auf eine Apotheke in Neukölln dokumentierte. Mit dem Satz
„Die Apotheke in meiner Straße ist gegen die Pille danach“
verlinkt die Nachricht ein Foto, mit dem kurzen Kommentar
„Mein Kiez antwortet“

ein zweites: eine Apotheke, deren Scheiben und Eingangsbereich über und über mit roter Farbe verschmutzt und zudem mit Plakaten zum „Frauenkampftag“ versehen sind.

Eine kleine Pille und sehr viel Drumherum. In Berlin wurde dafür gerade eine Apotheke verwüstet.

Einem Twitterer, der sich ahnungslos über den Beifall für die „Vandalen“ wundert, rückt Wizorek schnell den Kopf zurecht:

„sorry, aber: als jmd, der vermutlich noch nicht wegen sowas diskriminiert wurde, sag mir bitte nicht, was hier scheiße ist.“
Klappe halten, und zwar schnell. Aber: Was aber war eigentlich geschehen?Der Apotheker der Undine-Apotheke in Berlin-Neukölln  ist ein gläubiger Katholik und hat im Eingangsbereich seiner Apotheke eine Nachricht aufgehängt.  Dort schreibt er, dass
„es beim Einsatz von Kontrazeptiven – trotz der meist beabsichtigten Verhinderung des Eisprungs – in einigen Fällen zu einer Befruchtung mit anschließender Verhinderung der Einnistung in die Gebärmutter kommt.“
Es geht offensichtlich um die sogenannte „Pille danach“, und da er die aus den angeführten Gründen nicht verkauft, sah sich der „Kiez“ – wer immer das hier sein mag – zur Gegenwehr gezwungen.Eine kleine lokale Grausamkeit, die außer für die BZ vielleicht nur für die Beteiligten von Interesse wäre, wenn sich dabei nicht gleich mehrere sehr aufgeladene Themen kreuzen würden.

Kondome mit Begleittext und Grundrechte mit Wellness-Faktor Der Apotheker habe, so befindet Wizorek, anderen Menschen Grundrechte verweigert, und es sei diskriminierend, Menschen den Zugang zu „Pidana“ – einer Pille danach – zu erschweren. Auch Wizoreks Aufschrei-Kollegin Nicole von Horst schaltet sich ein und räsonniert etwas rätselhaft, dass die Kritiker an der Verwüstung „so auf Rechtstaat stehen“ würden.Da im örtlichen Telefonbuch für Neukölln 70 Apotheken verzeichnet sind  und diese Auflistung noch nicht einmal vollständig ist, besteht die Erschwernis des PiDaNa-Zugangs allerdings vor allem darin, im Schnitt zwei Straßen weiter in die nächste Apotheke gehen zu müssen. Welche Grundrechte genau Wizorek dadurch verletzt sieht, lässt sich auf dieser Basis nicht zweifelsfrei klären.Das bedeutet übrigens nicht, dass dem Apotheker nichts vorzuwerfen wäre. Laut Berufsordnung der Apothekerkammer Berlin, §8, haben Apotheker „ärztliche Verordnungen in angemessener Zeit auszuführen“. Da es schwierig ist, „niemals“ als „angemessene Zeit“ zu interpretieren, und da trotz der aktuellen Diskussion darum die Pille danach weiterhin verschreibungspflichtig ist, verletzt er offenbar berufliche Pflichten.

Allerdings könnte er seine Entscheidung als zivilen Ungehorsam gegen eine Regelung verstehen, die ihn zu etwas verpflichtet, das er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann. Für zivilen Ungehorsam wiederum müsste der Neuköllner Kiez eigentlich ein grundsätzliches Verständnis aufbringen können.

Die Überzeugung des Apothekers wird übrigens nicht allgemein geteilt, dass die Pille danach in einigen Fällen nicht nur den Eisprung verzögere, sondern auch zur Zerstörung befruchteter Eizellen führe – und dass sie daher nicht allein als Verhütung, sondern auch als Abtreibung zu verstehen sei.

„Der maßgebliche und möglicherweise einzige Wirkmechanismus der Pille danach auf Levonorgestrel-Basis (nämlich PiDaNa, L.S.) ist die Verzögerung oder die Verhinderung des Eisprungs“,
schreibt beispielweise pro familia, ist sich aber offenbar trotz des erkennbaren Bemühens, die Pille danach als unproblematisch darzustellen, nicht so ganz sicher („möglicherweise“).Noch unsicherer ist sich pro famila dann bei der Alternative zu PiDaNa:
„Für die seit 2009 zugelassene Pille danach EllaOne® (Wirkstoff Ulipristalacetat) sind deutlich weniger Sicherheitsdaten verfügbar und einige Fragen offen.“

Da EllaOne aber eine Schwangerschaft bis zu fünf Tage nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr verhindern kann und deutlich zuverlässiger wirkt als PiDaNa, wird es laut Gesundheitsministerium schon in 46 Prozent aller Fälle verschrieben.Dass eine Pille danach bis zu fünf Tage nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr die Schwangerschaft mit hoher Sicherheit verhindern kann, hat eine Frauenärztin auch einmal meiner Partnerin und mir versichert. Das ist auch für die ethische Beurteilung wichtig: Wer sich darauf verlässt, noch fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr die Schwangerschaft per Pille verhindern zu können, wird kaum davon ausgehen, dass durch diese Pille lediglich ein Eisprung verzögert wird.Wichtig ist an dem kurzen medizinischen Exkurs vor allem, dass die Meinung des Apothekers sich offenbar eher auf Unsicherheiten als auf klare Belege stützt, dass sie aber keineswegs vollkommen absurd und abwegig ist. Warum ist es dann so schwer zu akzeptieren, dass der Verkauf der Pille danach für ihn ein Gewissensproblem darstellt?

Wenn es denn stimmt, dass er Kondome nur mit beigelegtem katholischen Begleittext verkauft, dann würde mir das möglicherweise auch auf die Nerven gehen. Ich würde sie dann aber ganz einfach woanders kaufen.Warum sollte das nicht reichen?Warum Gewissen irgendwie dysfunktional sind Störend ist für die Gegner des Apothekers offenbar schon die Tatsache, dass hier überhaupt jemand eine abweichende Meinung hat und sie offen äußert. Ein Bekennerschreiben stellt klar:

„In der Nacht vom 7. auf den 8. März haben wir als Bei­trag zum in­ter­na­tio­na­len Frau­en­kampf­tag die Un­di­ne-Apo­the­ke an der Frie­del­str. Ecke Bürk­ner­str. um­ge­stal­tet. Dabei gin­gen ei­ni­ge Schei­ben zu Bruch und die Fas­sa­de wurde mit an­ti-pa­tri­ar­cha­len Sym­bo­len ge­schmückt.“

Die Gewalt und ihre zynisch-demonstrative Verharmlosung inspirierten auf Twitter natürlich Kritiker der Aktion sogleich zu Nazi-Vergleichen  – schließlich haben ja tatsächlich schon die Nationalsozialisten die Zerstörung jüdischer Geschäfte als „Umgestaltung“ verharmlost. Das aber werden die Bekenner vermutlich weder wissen noch sonderlich interessant finden.

Das Problem an diesen Vergleichen ist nicht nur, dass es in einer Diskussion nach jedem Nazi-Vergleich zuverlässig nur noch um die Legitimität dieses Vergleichs geht, völlig unabhängig davon, was zuvor Thema war. Mein KiezMein Kampf –  irgendwie eh alles das Gleiche…

Ein womöglich noch größeres Problem von Nazi-Vergleichen ist es, dass sie Allround-Verniedlicher sind und den Eindruck erwecken, jedes Verhalten, das nicht die Dimensionen nationalsozialistischer Verbrechen erreiche, sei eigentlich nur halb so schlimm. Dabei ist der Neuköllner Nachbarschaftsterror („wie er reagieren soll? Laden dichtmachen. Sich aus dem Kiez verpissen“, schreibt ein Twitterer) ja auch dann krank, wenn er nicht haltlos als faschistisches Verbrechen hingestellt wird.

Ich kann das vielleicht an einigen Erfahrungen deutlich machen, von denen meine Partnerin mir erzählt hat. Sie hat früher als Krankenschwester gearbeitet und war dabei auch an vielen Abtreibungen beteiligt. Sie ist weder aus religiösen noch aus anderen Gründen eine prinzipielle Gegnerin der Abtreibung, aber sie erzählt davon, dass diese Erfahrung belastend war, und belastend bleibt. Dabei bezieht sie sich beispielweise auf den Anblick der getöteten Föten – insbesondere dann, wenn vor der Abtreibung ein falsches Alter errechnet worden und der Fötus schon im vierten Monat war, weil dann die Ähnlichkeit mit einem geborenen Menschen ganz offenkundig ist.Sie erzählt auch davon, wie sie sich als Schwester über Frauen geärgert hat, die mehrmals – zum Teil sechs bis acht Mal in wenigen Jahren – abgetrieben haben und sich keine Begriffe davon machten, dass das auch für diejenigen, die die Abtreibung durchführen, jedes Mal eine Belastung darstellen kann.Eben das ist wohl für die Neuköllner Apothekenstürmer und ihre Claquere eine unerträgliche Provokation: dass ihre eigenen Rechte nur dann realisiert werden können, wenn andere Menschen das mit ihren Leistungen ermöglichen – und dass diese anderen Menschen dabei möglicherweise nicht unbeteiligt bleiben und mit eigenen Rechten, Empfindungen und vielleicht auch Nöten involviert sind.

Dass der Apotheker es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, einige Pillen zu verkaufen, ist dann schon an sich ein Skandal. Dass er das auch noch öffentlich äußert und den Verkauf tatsächlich verweigert, ist aus dieser Perspektive vollends unerträglich – auch wenn überhaupt nicht erkennbar ist, wem er damit überhaupt schadet.Sein Gewissen hat, bitteschön, wie gewünscht zu funktionieren und soll keine Zicken machen.Ein verrückt extremes Beispiel für diese radikale Fixierung auf das Selbstbestimmungsrecht der Frau, die alle anderen für die Situation relevanten Faktoren ausblendet, ist die gerade von Julia Schramm wieder aufgewärmte Forderung nach einem zeitlich unbegrenzten Recht auf Abtreibung. Dabei ignoriert Schramm ja nicht nur das Kind, sondern auch die Frage, wer denn eigentlich eine Abtreibung im achten oder neunten Monat durchführen soll und welche Folgen das möglicherweise für diese Beteiligten hat.

Schwadronen und Schwadroneusen So ist denn die Neuköllner Aktion ebenso wie die bei Wizorek und anderen deutliche Sympathie für sie nicht nazistisch, aber ungehemmt narzisstisch. Keine Schwadronen, aber Schwadroneure und Schwadroneusen, die ihre eigene Position seltsam verzerrt wahrnehmen.

Wer sich selbst als „diskriminiert“ und als „unsichtbar“ erlebt, zugleich aber noch für simple Schwarz-Weiß-Malereien wie die Aufschrei-Debatte kritiklos ins Rampenlicht geschoben und gefeiert wird – der hat womöglich ein großes Interesse daran, irgendwo einmal irgendetwas zu entdecken, dass er einigermaßen nachvollziehbar als echte „Diskriminierung“ hinstellen kann.Tatsächlich aber gab wohl selten eine so wenig diskriminierte soziale Gruppe wie die Frauen-Generation Wizoreks oder von Horsts. Besonders auffällig ist, zumindest in öffentlichen Debatten, das fast völlige Fehlen von offenem Widerspruch.Ihre Kritiker hingegen werden, wie gerade wieder vom Journalisten Michael Seemann (Zeit-Online, c’t, Rolling Stone, spex, DU), schonmal öffentlich als „menschlicher Abschaum“ beschimpft. Fast ebenso verrückt ist ihre politische Diffamierung als rechtsradikale Sympathisanten des Massenmörders Breivik in Publikationen der SPD, der Grünen oder im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Wenn eine Aktion wie die der Femen-Frau Josephine Witt dann doch einmal  so idiotisch ist, dass sie weithin kritisiert wird, dann wird dies sogleich durch Spiegel-Interview  und Fernsehauftritt wieder gut gemacht.  Dass Witt bei der Weihnachtsmesse mit nackter Brust auf den Altar des Kölner Doms gesprungen war und sich selbst zu Gott erklärt hatte, präsentiert dann die Einsweiter-Moderatorin Nadia Kailouli als mutige Aktion für Frauenrechte:

„Ich freu mich sehr, dass Sie heute hier sind.“

Angesichts eines solch skrupellos-entwaffnenden Wohlwollens muss es eine Erleichterung sein, wenn ausnahmsweise einmal jemand wie der Neuköllner Apotheker offen eine andere Meinung vertritt und sogar ausdrücklich, und mit schriftlichen Erläuterungen versehen, die prompte Erfüllung von Wünschen verweigert.Dann kann und darf natürlich der Gedanke keine Rolle spielen, dass dieses Verhalten angesichts der vielen einfachen Ausweichmöglichkeiten überhaupt niemanden beeinträchtigt.

„Die Un­di­ne-Apo­the­ke ver­tritt ein ver­schärf­tes Bild einer pa­tri­ar­cha­len Ge­sell­schaft,“

schreiben ihre wackeren Umgestalter im Bekennerbrief. Endlich wird hier also wieder einmal ein Nachweis erbracht, dass der Kampf gegen kaltherzige, gewalttätige und allgegenwärtige patriarchale Strukturen noch keineswegs zu Ende ist: Deutschland wird am Hindukusch verteidigt und die Würde der Frau an der Ecke Bürkner- und Friedelstraße in Berlin-Neukölln.

 

  1. Hm, moderner Feminismus als postpubertäre Grenzsuche von Menschen mit vollständig fehlender Frustrationstoleranz?
    Hätte die antiautoritäre Erziehung nicht eigentlich meine Generation versauen sollen?

    B20

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  2. „sorry, aber: als jmd, der vermutlich noch nicht wegen sowas diskriminiert wurde, sag mir bitte nicht, was hier scheiße ist.“

    Der Satz ist echt niedlich, man merkt Prinzessin Lilifee gleich an wie schlimm das sein muss, wie diskriminierend es sein muss wenn mal ein Mensch nicht als Dienstbote und Erfüllungsgehilfe der eigenen Wünsche zur Verfügung steht. Wie kann sich nur jemand erdreisten eine eigene Meinung zu haben?

    Die Reflexartige, halt die Klappe wenn Du wegen sowas noch nicht diskriminiert wurdest ist mehr als entlarfend…

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  3. Privatpersonen dürfen natürlich gegen das Grundgesetz „verstoßen“.Das Grundgesetz bindet unmittelbar nur den Staat und dessen Organe an das Grundgesetz, nicht das Volk und die Privatperson. Zwar gibt es mittelbar aus ihm folgende Gesetze wie das AGG (welches es nicht geben dürfte, bindet das GG nur den Staat) oder wie schon erwähnt das Apothekergesetz, aber grundsetzlich ist Privateigentum diskriminierend und ich darf diskriminieren. Noch besteht in Deutschland meistens kein Kontrahierungszwang.Ein Apotheker sollte verkaufen können was er will und mit wem er will (das ist in Deutschland aufgrund der starken Regulierung leider so nicht möglich.). Dadurch verwehrt er niemanden ein „Grundrecht“, denn niemand hat ein Grundrecht auf die Pille danach, welche er sogar mit Zwang gegen die Privatperson durchsetzen könnte (kommt wahrscheinlich noch bald durch das EU-Parlament.), allerhöchstens gegenüber dem Staat.

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  4. Mein Kommentar war zu lang. Daher habe ich ihn jetzt hier:
    http://suwasu.wordpress.com/2014/03/12/kommunikationsneurosen-des-lillifee-feminismus/

    Sorry für den Umweg

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  5. Danke für den Beitrag. Eine Anmerkung allerdings: wenn die Udine-Apotheke im Rahmen des Apotheken-Notdienstes eingebunden ist, ist sie möglicherweise nachts und am WE doch die einzige offene Apotheke in einem gewissen Umkreis.
    In diesem Fall gestehe ich dem Besitzer seine moralische Verweigerung nicht zu, da er sich durch die Teilnahme am Notdienst in einen Garantenstatus gegenüber dem Hilfebedürftigen gibt.

    Inwieweit das der Fall ist, kann ich aber aus der Entfernung nicht beurteilen.

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  6. Ich will mal kurz die Kernthese vorstellen. Schoppe sagt, das Problem ist, dass die Damen ihre Rechte nur auf der Basis der Leistungen Anderer erwirken können. Sie wollen mit diesen aber nicht aushandeln, wie weit ihre Rechte dann reichen.

    Ich erkenne in dieser merkwürdigen Beziehungsblindheit ein generelles Problem, dass sich via Definitionsmachtkonzept auch auf die Kommunikation auswirkt: Kommunikation ist Beziehung, ist also Überwindung der Einsamkeit, sorgt aber auch für das Risiko, dass der Kommunikationspartner „nein“ sagt bzw. eine andere Haltung vertritt. Mit „Definitionsmacht“ (hier: ich bin diskriminiert, daher nehme ich von niemanden Kritik an) will man einerseits kommunizieren, also anderen etwas mitteilen und will ein Echo. Andererseits fürchtet man sich vor dem „falschen“ Echo und schreibt daher die Form des Echos vor. Man will also Kommunikation, mithin Beziehung, aber man blockiert die Beziehung, weil man die Kommunikation doch wieder fürchtet.

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  7. Naja, inwieweit eine Pille danach ein nächtlicher Notfall ist müssten glaub ich erstmal ein paar Leute drüber streiten…

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  8. „Man will also Kommunikation, mithin Beziehung, aber man blockiert die Beziehung, weil man die Kommunikation doch wieder fürchtet.“

    Sorry, das ist mir zu wohlwollend-intellektuell. Ich glaube einfach nicht mehr, dass die „Kommunikation wollen“.
    Die wollen einfach nur, dass alles so ist und läuft, wie es ihnen gefällt. Und wenn nicht, dann wird das alte frühkindliche Verhaltensschema – leicht modifiziert – aktiviert: Statt sich auf den Boden zu werfen, mit Händen und Füßen zu zappeln und zu rufen „blöd, will das anders“, werden Farbbeutel geworfen und Kritiker mit „Maul halten“ beschimpft.
    Wir haben es hier mit dem Terror verzogener Gören zu tun, die nur äußerlich
    bestimmte kindliche Entwicklungsphasen hinter sich haben. Für mich gehören die alle in Therapie (Persönlichkeitsstörungen, fehlende Frustrationstoleranz, fehlende Impulskontrolle).

    Und inzwischen habe ich leider den Eindruck, dass Leute, die Twitter sehr viel für ihren Mitteilungsdrang benutzen, eine Bande von intelligenzfreien Idioten sind, die mit mehr als 140 Zeichen auch hoffnungslos überfordert wären.

    Antwort

  9. Sorry LoMie,

    ich muss Dir hier widersprechen
    . Prinzessin Lillifee will nichts aushandeln, sie will nur das alle Menschen ihr zu Diensten sind und sich genau so verhalten wie Prinzessin Lilliffe das möchte. Wer das nicht tut, der diskriminiert Prinzessin Lillifee ganz ganz doll! Das dieser „Feminismus“ bei Damen aus der Mittelschicht aufwärts existieren kann, und nur dort, sollte hierbei logisch sein.

    Ich will ein Kind, mich darum kümmern, wer zahlt ist egal. Diese Aussage ist auf gleichem Level wie, ich will eine rosarota Couch, sonst bin ich diskriminiert oder die von ihr getätigte
    „sorry, aber: als jmd, der vermutlich noch nicht wegen sowas diskriminiert wurde, sag mir bitte nicht, was hier scheiße ist.“

    Das diese Frau nicht mal eine Ahnung hat was Diskriminierung wirklich ist, scheint hier nur noch eine Randbetrachtung.

    Früher nannte man so was verzogene Göre oder Egoistin. Heute ist es eine ganz arme diskriminierte Frau… Prinzessin Lillifee halt, ich bin süss, eine Frau, alles ist Pink und jeder macht was ich möchte. Ähnlich ist es ja auch bei Schrupp, die keine Männer mehr mag, weil einer ja mal beim Petting aufgehört hat, sich aber nicht so verhalten hat wie sie es wollte. Was sie auch immer wollte. Hier bezieht sich Lillifee Schrupp auf Lillifee von Horst, der auch der Abend versaut wurde, weshalb wurde aber nicht gesagt… Ganz schlimm.

    Das sie hier aber gerade Menschen die nicht eben 500 Meter zur nächsten Apotheke laufen können, gerade ältere und behinderte Mitmenschen diskriminiert, kann Prinzessin Lillifee nicht verstehen. Wie auch, wo doch alle Menschen ihre grosse Diskriminierung auch nicht verstehen können. Dieses Niveau haben Menschen die normalerweise mit eben diesen Lillifee Figuren spielen…

    Da fällt mir ein, ich wurde gestern doch glatt auch diskriminiert, ich hatte doch glatt keinen Sitzplatz in der Metro, ausser dem einen auf dem einer seine Zeitung hat liegenlassen. Das muss man sich mal vorstellen, alles besetzt und einer lässt die Zeitung auf dem einzigen freien Platz liegen!!! Ich fühle mich so richtig schlecht, ich weiss auch nicht mehr… Ach ja, bitte keine Kritik, denn wer
    „…als jmd, der vermutlich noch nicht wegen sowas diskriminiert wurde, sag mir bitte nicht, was hier scheiße ist.“ Vor allem nicht, weil ich die ganze Metrostation danach abgefackelt habe, alle anderen mussten ne Station weiter laufen, aber ich wurde ja schliesslich diskriminiert!!!

    Antwort

  10. Ich sehe nicht, dass der Apotheker den Verkauf der Pidana (oder anderer möglicherweise nidationshemmender Mittel) tatsächlich verweigert. Vielmehr handelt es sich bei dem Aushang erstmal nur um ein politisches Statement und um einen Apell zur Benutzung von natürlicher Verhütung. Wenn der Apotheker dazu aufruft, sich „in Politik und Gesellschaft“ dafür einzusetzen, dass die entsprechenden Mittel nicht zum Einsatz kommen dürfen, dann heißt das wohl noch lange nicht, dass er sich nicht an seine gesetzlichen Pflichten als Apotheker gebunden fühlt.

    Der Hobbyrevolutionär ausm Kiez twittert demzufolge auch nur was von „ist _gegen_ die Pidana“

    Abweichende Meinungen reichen also offenbar schon, um das politische vice-sqaud auf den Plan zu rufen.

    Güße – Nick

    Antwort

  11. Dass ich den Apotheker und seine Familie, inklusive dessen von dieser Gewalt betroffenen Kinder, nicht erwähnt habe, liegt einfach daran dass Menschen wie Prinzessin Lillifee sich um Dienstgesindel eh keine Gedanken machen…

    Antwort

  12. @Seitenblick
    „Sorry, das ist mir zu wohlwollend-intellektuell. Ich glaube einfach nicht mehr, dass die „Kommunikation wollen“. „

    Ich meine das nicht wohlwollend, sondern so: Wer etwas sagen will, will Zuhörer haben. Sie wollen in der Tat nicht reden und sich austauschen. Aber sie wollen SICH mitteilen und sie wollen, dass ihre Zuhörer darauf reagieren – mit Zustimmung freilich. Insofern wollen sie eben doch irgendwie Kommunikation, also Mitmenschen, die ihnen Aufmerksamkeit schenken. Sie wollen keine Kommunikation im positiv bewerteten Sinne als Meinungsaustausch.

    Sprich: die verzogene Göre, die mir doch jeden Diskurs verweigert, will trotzdem, dass ich sie gut finde. Sie begnügt sich ja nicht damit, unter Ihresgleichen zu bleiben. Stattdessen wird #aufgeschrien und ich soll mich dazu verhalten. Nur darf ich nicht wählen, wie ich mich dazu verhalten möchte.

    Und das meine ich mit neurotisch: Einerseits mich als Publikum wollen, andererseits mich dann doch nicht wollen, wenn ich anders als gewünscht reagiere.

    Antwort

  13. ..okay, ich hab den Link zum BZ-Artikel übersehen.

    In der Apothekerzeitung heißt es:

    „Die Berliner Apothekerkammer lässt Kersten bislang gewähren. Tatsächlich dürfte seine strikte Haltung nicht dazu führen, dass eine Patientin, die die „Pille danach“ verlangt, am Ende ohne diese bleibt. Der Weg zu den nächsten Apotheken ist im „Kreuzköllner“ Kiez nicht weit.“

    http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/spektrum/news/2014/03/06/apotheker-verweigert-abgabe-der-pille-danach/12250.html

    Antwort

  14. @Kai V
    „Prinzessin Lillifee will nichts aushandeln, sie will nur das alle Menschen ihr zu Diensten sind und sich genau so verhalten wie Prinzessin Lilliffe das möchte. Wer das nicht tut, der diskriminiert Prinzessin Lillifee ganz ganz doll!“

    Mein Reden! Sie will nichts aushandeln. Aber sie will, dass Mami und Papi ihr Aufmerksamkeit schenken. Was auch bedeutet, etwas aushandeln zu müssen, eigentlich. Aber das blockt sie ab. Mal wendet sie sich also zu Leuten hin (mit einer Forderung), will also eine Beziehung eingehen. Dann zieht sie sich sofort wieder aus dieser Beziehung heraus („Ich sage, wann Diskriminierung vorliegt“).

    Und jetzt stelle man sich dergleichen mal als Partei vor, z.B. in Gestalt der Piraten. Dort „kommunizieren“ einige ja so. Sie wollen Bundesgenossen, aber wenn diese Bundesgenossen eigenwillig reagieren (z.b. Frau Helm kritisieren), beschimpfen sie sie. Diese Bundesgenossen können jetzt gehen oder sich willfährig zeigen. Zeigen sie sich willfährig, misstrauen die Lillifees ihnen, denn sie wissen nicht, ob diese Willfährigkeit wirklich dem eigenen Willen der Bundesgenossen entspricht. Also schafft man Situationen, die diese Bundesgenossen zu einem Bekenntnis zwingt. Aber auch hier wird nie klar, ob sie das freiwillig tun. Und immer so weiter…

    Antwort

  15. „Ich meine das nicht wohlwollend“
    Ok, kam bei mir vielleicht etwas zu verständnisvoll an ;-).

    „Sprich: die verzogene Göre, die mir doch jeden Diskurs verweigert, will trotzdem, dass ich sie gut finde. „

    Und deshalb haben wir jetzt einen Konflikt ;-).
    Ich bin mir nämlich entschieden zu schade dafür, die Applausmaschine für verzogene Gören zu spielen. Und da keine andere Rolle für mich vorgesehen ist, verzichte ich dankend auf diese Scheinkommunikation. Wie ich überhaupt zumindest im privaten Bereich auf den näheren Kontakt mit Menschen verzichte, die den Rest der Welt auf die Applausmaschiene reduzieren wollen.

    (Bei derartigen Kommunikationsssituationen will ich vorher eine Unterschrift, die bestätigt, dass mein Stundenlohn zur Kenntnis genommen wurde. Und nach spätestens 50 Minuten murmel ich dann was von wegen „müssen für heute Schluss machen“ …)

    Antwort

  16. „Eben das ist wohl für die Neuköllner Apothekenstürmer und ihre Claquere eine unerträgliche Provokation: dass ihre eigenen Rechte nur dann realisiert werden können, wenn andere Menschen das mit ihren Leistungen ermöglichen – und dass diese anderen Menschen dabei möglicherweise nicht unbeteiligt bleiben und mit eigenen Rechten, Empfindungen und vielleicht auch Nöten involviert sind.“
    Dieses Argument halte ich für einen sehr guten Angriffspunkt auf diese Spielart des Feminismus. Irgendjemand muss es emtionale, zeitlich oder monetär zahlen. Nur, solche Argumentationen werden mir nichts dir nichts mit emotionalen Argumenten ausgehebelt. Meine Sorge ist nun, dass Frauen und Kinder als emotionales Argument in unser jetzigen Kultur immer stärker wiegen als solche kleinlichen, die Realität betrachtenden Randerscheinungen.

    Genderama verlinkt heute auf einen Zeitungs-Artikel, in dem steht, dass viele Männer keinen Unterhalt zahlen, weil sie einfach nicht können. Trotzdem jammert dann eine Professorin, dass der nacheheliche Betreuungsunterhalt abgeschafft wurde. Mann lebt am Existenzminimum? Besser er schnallt den Gürtel enger, der Betreuungsunterhalt zahlt sich schließlich nicht von selbst.
    Anne Wizoreks Geisteshaltung zum Entglasen und Verwüsten einer Apotheke, der Lebensgrundlage eines Menschen, veranschaulicht dieses Frauen-als-Erste-Zweite-Dritte-dann-lange-nichts-und-irgendwann-DIEKINDER-Weltbild ja geradezu perfekt. Vielleicht sollte man, zynischerweise, darauf hinweisen, dass mit der Zerstörung der Existenzgrundlage eines Selbstständigen die Tochter* des Apothekers ihren Unterhalt diesen Monat wohl später bekommt. Das wäre IMHO die einzige Möglichkeit, durch dieses betonierte Weltbild zu dringen.

    *
    1. Ich weiß nicht, ob er eine Tochter hat. Alternativ: Familie.
    2. Söhne muss man nicht aufführen. Wer interessiert sich für Söhne?

    Antwort

  17. Ist die Verweigerung der Abgabe eines bestimmten Medikaments etwa nicht von der Vertragsfreiheit gedeckt? Kann ich mitr nicht vorstellen…

    Antwort

  18. Naja, einiges wird ja von den Großeltern an die Enkel weitergegeben, während die Elterngeneration übersprungen wird…

    Außerdem wüsste ich gern mal, warum die Antiautoritären immer so verdammt autoritär sein müssen. Kenn ich schon aus dem Referendariat – dort hatte ich eine Ausbilderin, die sich gleich im ersten Gespräch als „68erin“ vorgestellt hat und die abgesehen davon oder gerade deshalb die autoritärste Type war, die ich jemals kennengelernt habe.

    Was die Apothekenstürmer angeht, kann man sich hier selbst ein Bild machen – das ganze Bekennerschreiben:

    „Ber­lin: Ak­ti­on zum Frau­en­kampf­tag

    In der Nacht vom 7. auf den 8. März haben wir als Bei­trag zum in­ter­na­tio­na­len Frau­en­kampf­tag die Un­di­ne-​Apo­the­ke an der Frie­del­str. Ecke Bürk­ner­str. um­ge­stal­tet. Dabei gin­gen ei­ni­ge Schei­ben zu Bruch und die Fas­sa­de wurde mit an­ti-​pa­tri­ar­cha­len Sym­bo­len ge­schmückt. Die Un­di­ne-​Apo­the­ke ver­tritt ein ver­schärf­tes Bild einer pa­tri­ar­cha­len Ge­sell­schaft, da dort weder die Pil­le-​da­nach, noch die Spi­ra­le zum Ver­kauf ste­hen. Selbst bei Kon­do­men und an­de­ren Ver­hü­tungs­mit­teln legt der Be­sit­zer der Apo­the­ke einen Zet­tel mit fun­da­men­ta­lis­tisch re­li­giö­sen Tex­ten bei. Diese rich­ten sich gegen die Selbst­be­stim­mung von Frau­en und ap­pe­lie­ren für ein Be­wusst­wer­den von Frau­en in der von ihnen ge­sell­schaft­lich er­war­te­ten Rolle.
    Wir ver­ur­tei­len die Be­vor­mun­dung von Men­schen auf­grund ihres an­so­zia­li­sier­ten Ge­schlechts und for­dern eine Gleich­be­hand­lung aller Men­schen jen­seits von kon­stru­ier­ten Nor­men, wie Her­kunft, Aus­se­hen, Gen­der und an­de­ren nor­ma­ti­ven Ein­schrän­kun­gen.

    Smash pa­tri­ar­chism !

    Ei­ni­ge Men­schen

    Herr­schafts­ver­hält­nis­se an­grei­fen,
    am 8.März, immer und über­all !!!“

    http://8maerz.blogsport.de/2011/03/08/berlin-aktion-zum-frauenkampftag/

    Frisch aus der Phrasendreschmaschine. Bei dem Satz „Wir ver­ur­tei­len die Be­vor­mun­dung von Men­schen“ musste ich allerdings lachen.

    Antwort

  19. Die taz hat noch einen Artikel dazu veröffentlicht, nach dem das Verhalten des Aporthekers rechtlich in Ordnung ist.

    „Nach Angabe der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände ist diese Vergabepraxis rechtlich möglich. Apotheker können sich beim Verkauf von Verhütungsmitteln auf ihre Gewissensfreiheit berufen.“

    http://www.taz.de/!67210/

    Antwort

  20. Naja, und wenn die Pille nicht (mehr) vorrätig ist, muss man sich zur nächsten Notfallapotheke begeben.

    Antwort

  21. Ich weiss nicht ob jemand dort irgendjemanden gewähren lässt, ich denke die Sachlage ist rechtlich mehr als unklar. Selbst Muslime müssen keinen Alk in einem Supermarkt einräumen, wenn sie es mit ihrer Religion/ihrem Gewissen nicht vereinbaren können.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/recht-steuern/bundesarbeitsgericht-anspruch-auf-alkoholfreien-arbeitsplatz-1596970.html

    Wie es hier bei einem Apotheker aussieht, ist, so denke ich, mehr als offen. Hierzu auch die katholischen Krankenhäuser, die die PiDaNa nicht ausgeben.

    Gruss
    Kai

    Antwort

  22. „Sprich: die verzogene Göre, die mir doch jeden Diskurs verweigert, will trotzdem, dass ich sie gut finde. Sie begnügt sich ja nicht damit, unter Ihresgleichen zu bleiben. Stattdessen wird #aufgeschrien und ich soll mich dazu verhalten. Nur darf ich nicht wählen, wie ich mich dazu verhalten möchte.

    Das ist nicht ganz richtig, sie will nicht gut gefunden werden. Nur wenn Du Dich nicht so verhälst wie sie es von Dir erwartet, dann darfst Du nicht in das rosabunte Königreich von Prinzessin Lillifee, denn da bestimmt Prinzessin Lillifee! Zu ihrem Königreich gehört alles worüber sie und ihresgleichen bestimmen können. Deshalb, wehe sie erlangen Macht, dann wird diskriminiert bis zum geht nicht mehr. Wenn dann die bösen Lillifee Gegner mal ne rosarote Gui_ll_ot_ine*1 (im übertragnen Sinn) am Pariser Platz aufgestellt wird, dann kann Prinzessin Lillifee das aber sowas von überhaupt nicht verstehen, weil doch nur sie sich so toll gegen Diskriminierung von allen Menschinnen gestellt hat.

    Zu sehen ist dies auch daran, das ein ZDF-Neo Moderator sie gefragt hat, was das schönste war, das Prinzessin Lillifee jemals an einer Bar gehört hat. Sie hätte alles sagen können um hier mit zu spielen, von ihrem Freund, der sagte Du hast schöne Augen, oder der Freundin die ihr offenbart hat Patentante zu werden oder sonstwas. Sie hat halt noch nie was schönes an einer Bar gehört. Wobei sich mir die Frage stellt, was sie dann an einer Bar macht? Ich würde ja woanders hingehen, aber egal…

    *1 Mit diesem Wort werden Menschen ohne Kopf nachhaltig diskiminiert, es wird vorausgesetzt, das Menschen Kopflos einfach Tod sind! Prinzessin Lillifee zeigt aber dass genau das Gegenteil der Fall ist…

    Gruss
    Kai

    Antwort

  23. „*1 Mit diesem Wort werden Menschen ohne Kopf nachhaltig diskiminiert, es wird vorausgesetzt, das Menschen Kopflos einfach Tod sind! Prinzessin Lillifee zeigt aber dass genau das Gegenteil der Fall ist..“

    Lol!!!!!!!!!

    Antwort

  24. Wie es hier bei einem Apotheker aussieht, ist, so denke ich, mehr als offen.
    Hmm. In Deutschland haben sich die Apotheker ihre Pfründe ins Gesetzbuch schreiben lassen, insofern sind sie eher nicht mit einem Supermarkt vergleichbar. Sie haben eine gesetzliche Versorgungspflicht.

    In Berlin-Neukölln wird die Versorgung der Bevölkerung aber sicher nicht durch einen einzelnen Apotheker beeinträchtigt, der die Pidana oder die Minnipille etc. aus religiösen Gründen nicht verkaufen will. Da wäre nach meinem Dafürhalten seine Religionsfreiheit höher zu bewerten. Bei Notdiensten (die meines Wissens vom Staat zugeteilt werden) sieht es aber evtl. schon ganz anders aus.

    „Hierzu auch die katholischen Krankenhäuser, die die PiDaNa nicht ausgeben.“

    Hier gilt wohl ähnliches: Wenn sie in der Versorgungsinfrastruktur fest eingeplant sind, dann muss wohl ihre Religionsfreiheit zurückstehen.

    „Selbst Muslime müssen keinen Alk in einem Supermarkt einräumen, wenn sie es mit ihrer Religion/ihrem Gewissen nicht vereinbaren können.“

    Was für'n Unfug, sie müssen den Alk ja nicht trinken. Als nächstes weigern sich evangelikale Buchverkäufer, alles andere als Bibeln in die Regale zu stellen..

    Güße
    Nick

    Antwort

  25. „Nach Angabe der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände ist diese Vergabepraxis rechtlich möglich. Apotheker können sich beim Verkauf von Verhütungsmitteln auf ihre Gewissensfreiheit berufen.“

    So klar scheint es doch nicht zu sein:

    „Laut Gesetz sind Apotheker zur ordnungsgemäßen Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln verpflichtet. Ausnahmen für die Abgabepflicht von Arzneimitteln gibt es im Apothekengesetz oder der Apothekenbetriebsordnung nicht. Die entscheidende Frage ist daher, ob die Gewissensfreiheit des Apothekers diese Vorschriften überlagert.

    Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat sich dazu schon geäußert – die Stellungnahme datiert allerdings auf das Jahr 1986. Demnach ist die freie Gewissensentscheidung der Apotheker zu respektieren. Sie dürften keine Diskriminierung erfahren, wenn sie die Abgabe aus religiös motivierten Gewissensgründen verweigerten, so das BMG. Das Ministerium fügte jedoch hinzu, dass der Fall anders liege, wenn die Nidationshemmer aus einer therapeutischen Indikation verschrieben worden seien.

    Diese Einschränkung macht die Sache jedoch unklar: Denn in der Regel kennt der Apotheker die Indikation der Patienten nicht und diese sind auch nicht verpflichtet, sie ihm zu nennen.

    [..]

    Auch bei der Berliner Apothekerkammer hält man eine Verweigerung aus Gewissensgründen für unzulässig. Geschäftsführer Rainer Auerbach hatte unlängst in einem Fachaufsatz darauf hingewiesen, dass Apotheker aus seiner Sicht bei der Abgabgepflicht kein Ermessen haben.“

    http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/pidana-muessen-apotheker-notfallkontrazeptiva-abgeben/

    – Nick

    Antwort

  26. Höchst merkwürdig ist schon, dass eine sozialdemokratische Bundesministerin eine Frau einlädt und sich sogar mit ihr ablichten lässt, die hinter ihrer Straftat nicht hinter dem Berg hält. Ich hoffe, dass die Berliner Staatsanwaltschaft gegen die „Aufklärerin“ Wizorek wegen offenkundlicher Sachbeschädigung ermittelt. Vielleicht berichtet ja auch die BZ darüber.

    Antwort

  27. „die hinter ihrer Straftat nicht hinter dem Berg hält“ Dafür, dass Wizorek selbst die Straftat begangen hat, gibt es allerdings überhaupt keine Hinweise. Vorzuwerfen ist ihr die deutliche Sympathie für die Tat – und das Abbügeln von Kritik daran. Auch das wär eigentlich schon Grund genug für eine Bundesministerin, ein bisschen skeptischer zu sein.

    Antwort

  28. Diese Apotheke allerdings sollte nicht am Apothekennotdienstprogramm teilnehmen dürfen; denn genau dann zieht das Argument „halt zwei Straßen weiter zur nächsten Apotheke gehen“ nicht.

    Antwort

  29. So, mir ist da gerade der Kragen geplatzt, hab das Beispiel in einen Post (der wahrscheinlich nicht veröffentlicht wird) im Spon reingepackt…

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/frauen-verdienen-im-schnitt-22-prozent-weniger-als-maenner-a-959294.html

    „Endlich, was habe ich auch gewartet, diese Artikel kommen so alle 2-3 Wochen… Nach vielen Wiederholung glaubt es dann jeder (zumindest bei unseren Kolleginnen). Kritisch nachfragen, blos nicht, und auf keinen Fall meckern, du alter Macho. Im Ernst, das öffentliche Meinungsbild weicht immer mehr vom tatsächlichen Sachverhalt ab, das ist schon sehr -hm- „interessant“. Die Argumente die hier vorgebracht werden, sind zwar stichhaltig und nachprüfbar, entsprechen aber nicht dem, was von oben „gewünscht“ wird, oder hat jemand etwas von einem „Männergesundheitsbericht 20XX“ gehört? Man(n) stirbt früher, und das ist auch gut so… wegen der Lücke in der Rentenkasse und so, so soll es auch bleiben. Und wenn Sie tatsächlich von einem solchen Bericht gelesen haben, der ist von einer Stiftung gesponsert worden, nicht von unserem Gesundheit-Frauen-Kinder-Ministerium… Das Schlimme darin ist, die Schweigespirale ist installiert und dreht sich schön weiter. Keiner traut sich öffentlich mal Kontra zu geben, und wir, liebe Männer, gehen am Vatertag einen Saufen statt auf den Putz zu hauen. Tja, und so kommt es dass vor einigen Jahren am Weltfrauentag über diese Thema gesprochen wurde und am Vatertag auch gleich wieder (ja, natürlich von den Damen, und raten sie wieviel % das GAP war ;o).
    Und jetzt noch was lieber SPON: Lassen Sie doch diese Holzhammermethode und finden Sie mal zur kritischen Berichterstattung zurück, statt sich von einer Gruppe instrumentalisieren zu lassen, dass hatten wir in der Vergangenheit oft genug schon. Wie wäre es mit dem Thema der in Berlin zertrümmerten Apotheke die keine Pille danach ausgeben wollte und dem Kommentar von Frau Wizorek zu diesem Thema im Twitter, als ein User es wagte auf das Recht auf eine eigene Meinung hinzuweisen (und das dagegen Gewalt verübt wurde)… Zitat: „sorry, aber: als jmd, der vermutlich noch nicht wegen sowas diskriminiert wurde, sag mir bitte nicht, was hier scheiße ist.“
    Ok, wenn einer das nicht tut was ich als Frau will (und er dazu auch nicht verpflichtet ist), dann darf ich als Frau (natürlich nur als FRAU) gewalt in jedwediger Art ausüben, und bin natürlich im Recht (weil das ja diskriminierend ist, das er die Pille nicht führt, weil er sie nicht führen will! Er hat zu wollen!)
    Das wäre Mutig gewesen (hatten wir solche Einstellungen nicht schon mal in der Vergangenheit… ich schweife ab)…
    Mutig wäre auch gewesen einen Mann mal in das Wohlfühlministerium als Minister zu schicken… unsere Ersatzkanzlerin als Verteidigungsministerin war nichts außergewöhnliches, hoffentlich wird sie nicht die (hochgelobte) Ersatz-Maggi (äh, Falkland, da war nix, Frauen machen keinen Krieg, nie, niemals, wir schicken daher auch keine zusätzlichen Bundeswehrsoldaten nach… ;o)…
    Das lässt sich jetzt beliebig fortsetzen meine Herren, ob im Bildungsbericht die Mädchen etwas schlechter als die Jungen abschneiden und massiv gefördert werden (müssen), dass ein paar Seiten (um ein paar %-Sätze) die Leseleistung von Jungen massiv schwächer ist (die sind selbst schuld, keine Förderung, wir brauchen dumme Jungen für die niederen Arbeiten im Berufsleben) interessiert keinen und wird auch gleich in jedem Bericht brav und gehorsam unterschlagen, und weh dem der da eine Ungleichbehandlung sieht… Okay, ich werde polemisch… Daher meine lieben Sesselpuppser, schwingen sie ihren Wertesten mal an die Öffentlichkeit! So, nach dem Lesen des Posts können sie ihn ruhig wie gehabt nicht veröffentlichen ;o)

    Ist zwar nicht ganz passend, aber vielleicht sollten wir hier auch mal etwas mehr „Öffentlichkeitsarbeit“ machen :o)
    chris

    Antwort

  30. Hallo Chris,

    die ganzen Zeitungsforen sind voll von Menschen die diese Propaganda nur noch, Entschuldigung, zum kotzen finden. Dadurch wird sich nichts ändern, die Redakteure lesen es doch eh nicht. In den Kommentaren tummeln sich eh nur Feministen, WGVDLer und linke Männerrechtler…

    Antwort

  31. Hi,
    ja, und daher müssen genau diese „Institutionen“ auch ein gewisses Feedback erfahren! Ich finde einfach aufzugeben ist etwas zu einfach. Immerhin wird SPON ja doch von einigen mehr gelesen… Wird nichts unternommen, so hat die „Einhämmerungstaktik“ Erfolg und die bewusst lancierten Halbwahrheiten bleiben stehen und werden als DIE Wahrheit angesehen… ;o). Ich gebe Dir recht, in dem Bereich haben wir fast schon eine „gleichgeschaltete“ Presse (oh-ha, welch Unwort aus der Vergangenheit)…
    chris

    Antwort

  32. Das ist unglaublich. Der Apotheker hat das Recht das, was er möchte, zu verkaufen. Es gibt sicher eine große Anzahl andere Apotheken in der Nähe, wo man die Pille kaufen kann. Und laut http://www.vikela.info/ wird den Eisprung gehemmt, es gibt de facto keine Befruchtung. Aber jeder kann das, was er für richtig hält, machen.

    Antwort

  33. Verspäteter Kommentar, aber villeicht von Interesse:
    Ich frage mich bei diesem Tanz um die Pille danach, ob es nicht vielleicht sinnvoller für diese Damen sei, ihren Beischläfern klar zu machen: „Entweder Kondom oder Du darfst auf Handbetrieb umstellen“. (Und wenn die Dame unbedingt Sex ohne Kondom haben möchte, weshalb nimmt sie dann nicht die Pille?)

    Antwort

  34. 1. Männer sind an allem schuld.
    2.Es gibt kein 2.
    Es geht ja nicht darum, ob etwas sinnvoll ist, sondern warum die Männer wieder schuld sind.
    Dein Denkansatz würde ja der Frau eine gewisse Verantwortung für ihr Tun zubilligen, was aber nicht sein kann, da 1.
    Leider fehlt den Feministinnen das logische Denkvermögen um zu erkennen, wie unemanzipiert diese Denkart tatsächlich ist.

    Antwort

  35. off Topic, aber sooo gut: lest den Artikel von Bettina Weiguny in der FAZ vom 22.5. 14 !!
    „Die Männer sind nicht schuld“

    Antwort

  36. @ Mirco Ich glaube nicht, dass es an logischem Denkvermögen fehlt. Es ist nur eben manchmal leichter, nicht allzu viel Rücksicht darauf nehmen zu müssen, ob das, was man sagt, eigentlich stimmig ist. Zu betonen, dass Kinder zur Mutter gehören, und empört zu fordern, dass Frauen im Berufsleben mehr gefördert werden müssen, z.B.

    Sich um Kohärenz nicht weiter zu scheren, ist sicherlich nicht einmal ein exklusives Problem von Feministinnen. Es ist insgesamt eine Haltung, die sich Leute leisten können, wenn sie in privilegierten Positionen agieren.

    Antwort

  37. Dazu sollte man wissen, dass man die nicht sofort danach schlucken muss. Man kann auch einfach am nächsten Tag zur Apotheke gehen.

    Antwort

  38. […] war auch Stricks bei solchen Gelegenheiten unvermeidbarer Aufschrei-Buddy Anne Wizorek, völlig ungeachtet der Tatsache übrigens, dass Wizorek sich bei anderer Gelegenheit entschieden […]

    Antwort

  39. […] Vorzeigefeministin Anne Wizorek veröffentlicht Bilder von der Verwüstung einer Berliner Apotheke und verbittet sich jede Kritik […]

    Antwort

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