Und plötzlich war ich Männerrechtler…

Ich habe das Thema dieser Blogparade, „Warum ich mich mit Männerrechten beschäftige und was ich damit zu erreichen hoffe”, einfach als Aufforderung interpretiert, eine persönliche Geschichte aufzuschreiben. Wie eigentlich kommt ein Junge aus einer durch und durch sozialdemokratischen Familie, ein Student der Sprach-, Geistes- und Sozialwissenschaften, der freiwillig (!) Seminare zu feministischer Literaturwissenschaft belegt, der schon recht früh und vermutlich sogar ohne bleibende Schäden Schriften von Susan Brownmiller, Alice Schwarzer oder Judith Butler liest, später dazu, sich für Männerrechte einzusetzen? Ein Stück in drei Akten.
Wie, um Gottes Willen, wurde aus diesem unschuldigen Jungen ein MÄNNERRECHTLER?

Erster Akt: Seltsame Begebenheiten auf der Universität  Dass irgendetwas nicht stimmte, war schon früh klar. Da ich in den Geistes- und Sozialwissenschaften studiert habe, erlebte ich natürlich viele feministisch inspirierte Diskussionen zum Verhältnis der Geschlechter, und ich erlebte auch ihre Widersprüche.

Es ist schon verschleiernd, überhaupt von einem „Verhältnis der Geschlechter“ zu reden – wenn es um das Geschlechterverhältnis ging, dann in aller Regel und mit großer Selbstverständlichkeit um eine weibliche Perspektive darauf. Während im Literaturstudium auch abseitige Texte von Frauen selbstverständlich auf den obligatorischen Leselisten standen (kennt jemand z.B. Eva Meyers „Autobiographie der Schrift“?), wäre es undenkbar gewesen, in einem Seminar beispielweise Thesen von Warren Farrell zu diskutieren.

Ich erinnere mich noch gut an die erregte Klage eines der wenigen männlichen Studenten in einem Seminar, in dem es um feministische Perspektiven in der Literaturwissenschaft ging. Er sagte, als Mann habe man in Diskussionen dieses Seminars ohnehin keine Chance. Er hatte Recht, ich erinnere mich aber auch daran, dass ich seine Klage trotzdem falsch fand. Vielleicht, weil sie allzu erwartbar war und zu viele leichte Angriffsflächen bot, weil es nämlich leicht war, sie als selbstmitleidig hinzustellen. Da geht es einem Mann EIN MAL so, wie es sonst IMMER und IN JEDEM SEMINAR Frauen geht – und sofort fängt er an zu jammern.

Ich erinnere mich ansonsten nur daran, dass das Seminar sehr langweilig war, obwohl es einige skurrile Momente hatte. Beispielweise einen Text von Hélène Cixous zu weiblichem und männlichem Schreiben. Sie betonte, dass sie mit „weiblich“ und „männlich“ keineswegs „soziale Objekte“ meinte – nämlich real existierende Männer und Frauen – und hatte konsequenterweise nur ein einziges Beispiel, an dem sie entfaltete, was sie unter weiblichem Schreiben verstand: James Joyces Ulysses.

Eine Reihe von Momenten gab es im Studium und seinem Beiprogramm, die so klischeehaft waren, dass ich das Gefühl hatte, Erzählungen davon würde mir vermutlich niemand so recht glauben. Beispielsweise die brutale Art und Weise, in der eine dezidiert feministische Professorin ohne ganz nachvollziehbaren Grund eine besonders gut aussehende Studentin bei einem Referat abkanzelte. Oder eine Geschichte auf einer Party.

Ein Freund von mir, ich nenne ihn mal Carsten, hatte ein betont selbstbewusstes, oft auch provozierendes Auftreten. Auf der Party hatte sich eine Gruppe von Studentinnen zusammengefunden, die einen großen Teil des Abends damit zubrachten, sich darüber zu erregen, wie schlecht Carsten doch mit Frauen umging. Ein junger Zivi, den es auf diese Party verschlagen hatte, stimmte ein und erregte sich solidarisch mit.

Sobald der Zivi mal nicht dabei war, redeten die Studentinnen ungeheuer herablassend über ihn, wenn sie sich überhaupt zu ihm äußerten – sie nahmen ihn spürbar überhaupt nicht ernst. Mit Carsten aber hatten sie, von einer Ausnahme abgesehen, alle schon geschlafen.

Ich schwöre! Das war so. Aber ich verstehe durchaus die Zweifel … eine Freundin, der ich diese Geschichte erzählte, kommentierte lediglich, sie sei „politisch nicht korrekt“.

Viele einzelne Situationen gab es, die zum hegemonialen Bild der unterdrückten Frau und des dominanten Mannes nicht passten. Haltlose Überzeichnungen beispielweise wie die der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, deren Gedichte ich gern gelesen hatte – die ich aber verrückt fand, wenn sie die Situation von Frauen in Österreich und Deutschland mit der Situation von Juden im Nationalsozialismus verglich.

Ich war schon mit dem Studium fertig, als ich die Examensarbeit einer Freundin gegenlas, die über besondere Risikogruppen bei der Jugendarbeitslosigkeit schrieb. Nach all ihren Daten war offensichtlich, dass es insbesondere eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener gibt, die stärker als alle anderen von Arbeitslosigkeit betroffen sind: junge Männer „mit Migrationshintergrund“. Die Freundin aber interpretierte die Daten – ohne neue, andere Daten hinzuzuziehen – so um, dass sie zu dem Ergebnis kam, ganz besonders junge Frauen bräuchten Unterstützung und Hilfsprojekte.

Ihr Freund, der die Arbeit ebenfalls gegengelesen hatte, und ich bemängelten diesen völlig in der Luft hängenden und den eigenen Daten krass widersprechenden Schluss, weil wir annahmen, er würde ihr bei der Bewertung der Arbeit gewiss vorgehalten werden. Sie aber sagte, sie lasse den Schluss so, weil ihre Professorin das so erwarte, und würde den Teufel tun, etwas daran zu ändern. Sie bekam eine gute Note.

Das sind alles einzelne Erfahrungen, und ich könnte noch viele hinzufügen. Nur: Einzelne Erfahrungen sagen wenig aus über den Wert allgemeiner theoretischer Annahmen. Was das Verhältnis zum Feminismus anging, bin ich daher lange Zeit zweigleisig gefahren:

Einerseits konnte ich mir nicht vorstellen, dass ein Bündel von Theorien völlig grundlos und falsch sein könnte, das mir überall begegnete und von dem viele Menschen überzeugt waren, die ich kannte und zu einem guten Teil auch schätzte. Andererseits merkte ich wohl, dass feministische Annahmen über Männer und Frauen, über patriarchale Unterdrückungsmechanismen, über die Allgegenwart von Vergewaltigungsdrohungen etc. mit meinem eigenen Leben und dem der Menschen, die ich kannte, einfach nicht übereinstimmten.

Der Schweizer Pädagoge Jean Piaget trifft eine grobe, aber nützliche Unterscheidung zwischen zwei Prozessen, die er als „Assimilation“ und „Akkomodation“ bezeichnet. Beides sind Reaktionen auf eine Situation, in der gewohnte Interpretationen der Wirklichkeit in den Widerspruch zu neuen Erfahrungen treten.

Bei der Assimilation führt dieser Widerspruch nicht zur Änderung der gewohnten Interpretationen – stattdessen werden die widersprechenden Daten so uminterpretiert, dass sie zum gewohnten Bild passen.

Ein gängiger Kunstgriff der Assimilation ist es beispielweise, die Widersprüche als „Einzelfälle“ abzutun, die nichts am Gesamtbild ändern würden.

Ein anderer, der besonders in geschlechterpolitischen Debatten verwendet wird, ist der Hinweis, dass jemandem Situationen nur deshalb als widersprüchlich erscheinen würden, weil ihm wesentliche Informationen nicht zur Verfügung stünden. Ein Mann beispielweise könne sich überhaupt nicht vorstellen, was eine Frau Tag für Tag durchmachen müsse, und daher die Gültigkeit feministischer Thesen überhaupt nicht beurteilen.

Der wichtigste Widerspruch war für mich aber, dass Feministinnen zwar beständig moralisch, mit der Perspektive auf Gerechtigkeit und Menschenrechte argumentierten, dass ihre Darstellung von Männern aber wieder und wieder von einer enormen Feindseligkeit war – das schlimmste Beispiel, Solanas‘ SCUM, hatte ich schon in meiner Schulzeit kennengelernt.

Auch diesen Widerspruch assimilierte ich. Ich räumte ein, dass es dieser Feindseligkeit doch wohl nicht um Feindschaft gegen Männer generell, sondern um die Gegnerschaft gegen bestimmte Verhaltensweisen ginge, die möglicherweise überdurchschnittlich häufig Verhaltensweisen von Männern seien. Ein Mann, der sich so nicht verhalte, habe daher vermutlich von dieser Feindseligkeit auch nichts zu befürchten.

Zweiter Akt: Mutterrecht und Staatsgewalt Anders als die Assimilation führen Widersprüche bei der Akkomodation dazu, dass gewohnte Muster der Interpretation geändert werden. Das ist aufwändiger, oft auch schmerzhafter und anstrengender als bloß zu assimilieren, und daher sind es auch oft extreme oder ihrerseits besonders schmerzhafte Erfahrungen, die einer Akkomodation zu Grunde liegen.

Dass ich – nachdem ich mich in meiner Elternzeit und seinen ersten Lebensmonaten jeden Tag sehr intensiv um unseren Sohn gekümmert hatte – von einem Tag auf den anderen unser kleines Kind fast niemals mehr sehen konnte, weil die Mutter das so wollte, hab ich hier ja schon mehrfach erwähnt.

Irrwitzig war, unter anderem, wie wenig in der Folgezeit die Frage eine Rolle spielte, was eigentlich gut für unseren Sohn ist – selbstverständlich stand es niemals zur Debatte, darüber zu reden, ob er nicht möglicherweise bei mir besser aufgehoben wäre als bei der Mutter. Es spielte auch keine Rolle, dass sie mir gegenüber gewalttätig geworden war – wäre es umgekehrt gewesen, hätte ich womöglich auch noch die Möglichkeit des Umgangs mit unserem Kind verloren.

Ich hatte gewusst, dass das Kindschaftsrecht ungerecht ist, ich hatte mir aber nicht vorstellen können, dass es so extrem sein würde. Ich hatte es mir deswegen nicht vorstellen können, weil es ja immerhin ein Grundgesetz gibt, das eine rechtliche Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit verbietet.

Ich hatte es mir auch nicht vorstellen können, weil der Gesetzgeber das „Kindeswohl“ permanent im Munde führt – ich konnte nicht verstehen, warum es dann im konkreten Fall überhaupt keine Rolle spielt.

Vor allem aber wurde klar, dass Feindschaft gegen Männer keineswegs davon abhängig ist, wie sich diese Männer verhalten. Besonders schwer zu ertragen war nämlich, dass ich nichts tun konnte, um die Situation zu ändern – mein Verhalten war völlig irrelevant. Zumindest, solange ich nicht durchdrehte, jemanden anschrie oder meiner Wut Luft machte – denn das wäre mit Sicherheit gegen mich verwendet worden.

Diese Widersprüche waren zu groß und zu offensichtlich, als dass sie mit Einzelfallerklärungen hätten entschärft werden können:

Ein willkürlicher, gewaltsamer Eingriff in mein Leben wie in das unseres Sohnes, der nirgendwo erklärt oder legitimiert werden musste, dem aber das Arsenal staatlicher Unterstützung und staatlicher Strafandrohungen fraglos zur Seite steht.
Eine feministische Politik, die angeblich für Gleichberechtigung und für eine Stärkung der Frauen in der Arbeitswelt eintritt, die aber verbissen und ohne alle Rücksicht auf Verluste mütterliche Privilegien und einen mütterlichen Besitzanspruch auf Kinder verteidigt.

Das Gerede von einer Männer-, lächerlicherweise gar einer Väterherrschaft („Patriarchat“), das mit der gezielt produzierten Hilflosigkeit von Vätern nicht in Übereinstimmung zu bringen ist – zumal diese Väter sich dann unter Strafandrohung in der zynischen Überspitzung und Pervertierung ihrer traditionellen Funktion auch noch voll dem Erwerbsleben zu unterwerfen haben, um ihre eigene Ausgrenzung zu finanzieren.

Es war eine doppelte massive Enttäuschung: Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass eine Frau, die ich immerhin liebte, sich so verhalten könnte wie meine Ex-Partnerin – und ich hatte mir nicht vorstellen können, dass das staatliche Gemeinwesen, in dem ich lebe, ein solches Verhalten auch noch mit aller Kraft unterstützen würde.

Immerhin war die Feindseligkeit der Gesetzgebung und, zum Teil, ihrer Exekutoren für mich groß genug, um zu merken, dass das Problem größer ist und nicht allein das Kindschaftsrecht betrifft. Was ich erlebte, und was auch unser Kind erlebte, und was wir weiterhin erleben – das erleben wir, weil ich im falschen Geschlecht geboren wurde. Es wäre nicht möglich, wenn ich eine Frau wäre.

Es war also klar, dass es nicht allein um die Verletzung der Rechte von Vätern, sondern um die Verletzung der Rechte von Männern geht.


Dritter Akt: Gute Antworten auf unwichtige Fragen? 
 Der dritte Akt ist noch in Arbeit. Welche Ziele die Männerrechtsbewegung hat, lässt sich in einer Übersicht bei MANNdat, in ausführlicher und detailreicher Begründung in Arne Hoffmanns Plädoyer für eine linke Männerpolitik nachlesen. Wichtig sind für mich hier nur einige Schlussfolgerungen aus den ersten beiden Akten.

Ein wesentliches Problem für Männerrechtler ist keineswegs, dass ihre Gedanken absurd erscheinen. Die Kritik an den Künstlichkeiten und Gezwungenheiten einer „geschlechtergerechten Sprache“ ist beispielweise weithin verständlich –  über die Professorinnen von Leipzig schütteln viele die Köpfe. Die Antworten von Männerrechtlern sind durchaus allgemein plausibel – das Problem ist, dass ihre Fragen nicht als relevant erscheinen.

Ich habe auch bei gut informierten, hoch gebildeten regelmäßigen Zeitungslesern oft die Erfahrung gemacht, dass sie schlicht nicht wussten, wie ungerecht das Sorgerecht war (und übrigens auch nach seiner Reform weiterhin ist). Die Gewissheit, trotz kleinerer Pannen in einem stabilen Rechtsstaat zu leben, ließ für diese Information keinen Platz. Auch das ist eine Form der Assimilation – Probleme gedanklich so zu verkleinern, dass die sich aus ihnen ergebenden Widersprüche als irrelevant erscheinen.

Insofern ist das Ziel von Männerrechtlern ein Prozess, den Piaget als „Akkomodation“ bezeichnen würde – eine Änderung gewohnter Geschlechterbilder, etwa des Bildes vom starken, hegemonial herrschenden Mann und der hilfsbedürftigen, tugendhaften Frau.

Dazu gehören

–          eine echte Gleichberechtigung von Männern und Frauen,

–          eine offene Diskussion und Kritik geschlechterspezifischer Feindschaft – auch der enorm feindseligen Darstellung von Männern, selbst in der Regierungspolitik,

–          und, als Kür, Überlegungen dazu, welche Probleme eigentlich verdeckt werden, indem ein unsinniger Geschlechterkampf in den Mittelpunkt von Fragen der sozialen Gerechtigkeit gerückt wird (ein Beispiel für solche Überlegungen ist eine für mich sehr interessante Diskussion, die gerade Crumar, Leszek, Adrian, Nick, Alexander Roslin und andere bei Alles Evolution geführt haben)

Ein Einsatz für Männerrechte hat also in meinen Augen nur dann einen Sinn, wenn er sich nicht auf Männerrechte allein beschränkt – und wenn wir allgemein plausibel machen können, dass es um Interessen vieler und nicht allein um die Interessen einiger verbitterter Väter und hyperaktiver Jungen geht. Deren Probleme nämlich sind leicht als Randprobleme abzutun – auch und gerade dann, wenn zugleich die Interessen weniger Frauen, die über die Frauenquote in Führungspositionen gelangen wollen, im Mittelpunkt der Regierungspolitik stehen.

Was ich mir also vom Einsatz für Männerrechte erhoffe? Ganz einfach: Dass wieder eine Perspektive allgemeiner Rechte etabliert werden kann, die Menschen unabhängig von ihrer Geschlechtszugehörigkeit umfasst.

Weitere Beiträge:

Christian Schmidt – Warum ich mich mit Männerrechten beschäftige und was ich damit zu erreichen hoffe

Graublau – Warum ich mich mit Geschlechterthemen beschäftige und was ich damit zu erreichen hoffe

Man.in.th.middle – Wer dreimal lügt…

Erzaehlmirnix: Motive

  1. @Lucas

    Erst einmal: Danke für den Text. Er hat mich bewegt – innerlich.

    Ich schreibe später noch einmal ausführlicher – für den Moment nur ganz kurz:

    „Das Gerede von einer Männer-, lächerlicherweise gar einer Väterherrschaft („Patriarchat“), das mit der gezielt produzierten Hilflosigkeit von Vätern nicht in Übereinstimmung zu bringen ist …“

    Das ist wirklich ein Treppenwitz – tragisch wie komisch zugleich. Das wir in einem „Patriarchat“ lebten. Ausgerechnet Väter als Kristallisationsform der Herrschaft? Wo offensichtlich ist, dass die Väter oft fehlen, abwesend sind. Und so sie nicht abwesend sind nun wirklich in jeder Beziehung „das letzte Rad am Wagen“ sind?

    Wie grotesk ist das?

    Ich habe mich immer schon gefragt, warum die feministischen Geschlechterkrieger(innen) nicht ein „Maskulinat“ bekämpfen. Die Herrschaft der Männer. Warum ausgerechnet Väter?

    Das ist so, als würde man unser Wirtschaftssystem nicht als z.B. „Kapitalismus“ analysieren und beschreiben, sondern als … äh: Inhabitat. Und postulieren: Alle Macht unserer Gesellschaft geht von den Wohnungslosen aus. Während diejenigen, die Wohnung haben, psychisch an diese gekettet sind. Sie durch den heimlichen Zwang der Wohnverhältnisse sediert werden. Nicht um sonst heiße es ja „Immobilie“, also Wohnung zu haben verhindert die eigene geistige, körperliche, seelische und gesellschaftliche wie moralische Beweglichkeit.

    Kling absurd. Ist nicht absurder, als unsere Gesellschaftsform ausgerechnet als „Patriarchat“, als Herrschaft des väterlichen Prinzips, zu bezeichnen.

    Warum machen also Feministinnen so etwas? Da liegt natürlich eine tiefenpsychologische Erklärung nahe. Das Patriarchat, ein wesentlicher Einfluss der Väter, ist nicht die Beschreibung der Realität, sondern die Beschreibung eines heimlichen Wunsches.
    Es ist die Sehnsucht der Tochterseele nach dem Vater, die sich hier – wie immer, wenn sie aus dem Verdrängten kommt – auf etwas verqueere Art Bahn bricht. Als intellektuelle Fehlleistung.

    Oder auch: Der ganze Feminismus bettelt sozusagen: „Bitte, bitte: Nimm mich ernst! Ich selber schaffe das nicht mehr“.

    Das wäre der heimliche Sinn hinter der Absurdität auf der Erscheinungsebene.

    Antwort

  2. „Das ist so, als würde man unser Wirtschaftssystem nicht als z.B. „Kapitalismus“ analysieren und beschreiben, sondern als … äh: Inhabitat. Und postulieren: Alle Macht unserer Gesellschaft geht von den Wohnungslosen aus. Während diejenigen, die Wohnung haben, psychisch an diese gekettet sind. Sie durch den heimlichen Zwang der Wohnverhältnisse sediert werden. Nicht um sonst heiße es ja „Immobilie“, also Wohnung zu haben verhindert die eigene geistige, körperliche, seelische und gesellschaftliche wie moralische Beweglichkeit. „

    Großartig formuliert 😀

    Antwort

  3. Interessant, wie sich in diesem Punkt die Lebenserfahrungen / Sozialisationen gleichen. Ich habe einen ähnlich feminismuskritischen Werdegang, der mich von einer eher neutralen Haltung über eine mehr oder minder intensive Beschäftigung mit dem Geschlechterthema hin zu einer strikten Ablehnung des Feminismus und artverwandter Ideologien gebracht hat. Auch bei mir gab das Studium den ersten Anreiz, genau genommen die Gender Studies im Fach Anglistik an der Universität Hannover. Die Verbohrtheit und Faktenresistenz der Dozentin, die vornehmlich diese akademischen Erbärmlichkeiten zu verantworten hatte, reizten mich in Kombination mit der Unwissenschaftlichkeit des „Faches“ zum Widerspruch. Hinzu kamen dann etliche persönliche Begegnungen mit Feministinnen. Irgendwann in einer Diskussion über den Gender Pay Gap, dessen Behauptung nicht mehr und nicht weniger als eine Beleidigung der Intelligenz des Gesprächspartners bedeutet, wurde mir dann klar, dass ich eine bewusste Anti-Haltung zum Feminismus und seinen Protagonistinnen einnahm. Ich hatte jedoch nie ein solches Erweckungserlebnis wie Schoppe (Diskriminierung von Vätern), die Trennung von meiner Frau und die Sorgerechtsdiskussion meinen Sohn betreffend waren sachlich und fair. Heute würde ich das Gerechtigkeitsmoment bzw. das Fehlen derselben in der Geschlechterdebatte und meinen Hass auf die feministischen Lügengebäude als meine Triebfedern nennen.

    Antwort

  4. @anonym v. 16.4. 9:54
    Bei zynischer Betrachtungsweise würde das bedeuten, dass man möglichst viele Genderprofessorinnen an den Hochschulen installieren müsste, damit in der Folge bei möglichst vielen Studenten eine kritische Haltung zum (Gender-) Feminismus entsteht. Denn negative praktische Erfahrungen im Umgang mit dieser Ideologie dürften einen nachhaltigeren Eindruck hinterlassen als die besten Blogs. Warst Du ein Einzelfall oder ging es (vielen?) anderen Studenten auch so wie Dir? [KlausT]

    Antwort

  5. SEHR viel schneller wird der „Erkenntnisprozeß“ gehen,wenn möglichst viele SÖHNE von mächtigen Frauen in Politikund Wissenschaft/Wirtschaft betroffen sind.Daher finde ich es wichtig,daß FRAUEN,(wie ich),die ihre beruflichen Erfolge NICHT den unsäglichen „Benachteiligungs/Gleichstellungs“-Ideologien verdanken, hörbar werden,auch und besonders im Familien(un)recht !!

    Antwort

  6. Das ist in der Tat zynisch, vor allem, wenn man die Unmengen an Geldern bedenkt, die einem solchen Unsinn zufließen und die in relevanten Fächern fehlen. Aber da es schätzungsweise 250 Prof.-Stellen zu „Gender Sudies“ gibt, können wir ja mal abwarten, ob sich da eine kritische Generation herausbildet (interessante Frage: Wie hoch ist der Männeranteil in den „Gender Studies“? Konnte da nichts auf die Schnelle ergooglen)… Allein, mir fehlt der Glaube.
    Und nein, ich war relativ alleine auf weiter Flur. Einige der lieben Kommilitonen wollten es sich scheints nicht mit der aggressiven Feministinnen-Meute verderben, andere liefen im 24-Stunden-Büßerhemd durch die Gegend (verzeih mir, ich bin nur ein Mann, so der Typ) und wieder anderen war das schlicht egal. Wir sprechen übrigens über die Zeit zw. 1989 und 1994.

    Antwort

  7. Das glaube ich nicht. Mit dem Argument hätte Ursula v.d.L. als Ministerin für alles außer Männer eine Männerfreundliche Politik betreiben müssen, was sie definitiv nicht hat. Ich denke, die Söhne von Spitzenpolitikern sind so privilegiert, dass die keine Diskrimierung spüren.

    Antwort

  8. Es ist auch mir unverständlich, warum einige bei dem nun mittlerweile deutlich sicht- und merkbaren Prozess einer Etablierung eines sektiererischen totalitären Staatsfeminismus noch immer nicht aufwachen (können) und weiterhin verdrängen (müssen). Galgenoptimismus?

    Dazu

    http://de.wikimannia.org/Staatsfeminismus

    Und ein darin aufgeführtes Zitat von Michael Klein

    „«Totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihren Bürgern vorgeben, was sie zu denken, zu tun und vor allem, was sie zu lassen haben. Totalitäre Systeme strukturieren das Leben ihrer Bürger von der Wiege bis zur Bahre. Sie planen und kontrollieren die Wirtschaft, sie üben ein Monopol auf Erziehung aus und nutzen den Unterricht zur Indoktrination der nachwachsenden Generationen mit der herrschenden Ideologie. Totalitäre Systeme lassen keinerlei Abweichung von ihrer Ideologie zu. Alles, was in totalitären Systemen getan wird, wird getan, um die herrschende Ideologie zu stützen und abweichende Meinungen zu unterdrücken bzw. zu eliminieren.»

    Dazu z.B. auf der EU-Ebene auch ein dubioses zweifelhaftes EU-Papier einer dubiosen zweifelhaften EU-Organisation ECTR in der offenbar federführend die sich nicht offen zeigende Radikalfeministin Süßmuth agiert:

    „A EUROPEAN FRAMEWORK NATIONAL STATUTE FOR THE PROMOTION OF TOLERANCE“

    http://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2009_2014/documents/libe/dv/11_revframework_statute_/11_revframework_statute_en.pdf

    Diese Gesetzesvorlage ist m.E. ein frontaler Angriff auf Frontalangriff auf die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit und würde tatsächlich wie in der DDR “Meinungs- und Gesinnungverbrechen” mit besonderer Stafbewehrung, Umerziehung und Überwachung einführen, mit Anti-Semitismus auf gleicher Stufe wie Anti-Feminismus (wohlgemerkt nicht Misogynie sondern Kritik an einer Ideologie!).

    M.E. ein getarntes feministisches Papier genauso wie die Organisation. Die aufgeführten Rechtsprofessoren sollten in der Lage gewesen sein das juristisch besser zu formulieren.

    Es zeigt auch wie sie mittlerweile auf EU-Eben agieren. Und kämmt auch mit dem Vorgehen Gendermainstreaming als Leitkultur einzuführen (Auch unter dem obigen Link zu finden).

    „Novellierung der Gemeinsamen Geschäfts­ordnung der Bundes­ministerien wurde mit einem einfachen Kabinett­beschluss am 23. Juni 1999[1] die Geschlechter­gleich­schaltung an dem demokratischen Souverän vorbei in allen staatlichen Institutionen installiert. Der neue § 2 GGO stellt alle Ressorts der Bundesregierung vor die Aufgabe, den Gender-Mainstreaming-Ansatz bei allen politischen, normgebenden und verwaltenden Maßnahmen der Bundesregierung zu berücksichtigen.
    § 2 Gleichstellung von Frauen und Männern Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist durchgängiges Leitprinzip und soll bei allen politischen, normgebenden und verwaltenden Maßnahmen der Bundesministerien in ihren Bereichen gefördert werden (Gender-Mainstreaming).“

    Das geht immer so weiter, wenn keine Grenze gesetzt wird. Und es geht längst nicht mehr nur um Männerrechte. Das hat eine wesentlich größere Dimension. Feminismus scheint so etwas wie ein „subversiver Türöffner“ zu sein. Funktioniert gut, da das u.a. offenbar auch immer berechenbar auf jede Menge männlicher Michels trifft und mit ernstzunehmender Gegenwehr nicht zu rechnen ist. Dieser Eindruck entsteht langsam.

    Antwort

  9. Hi
    ja und, schaffen wir es mal aus dem „Dunkel“ des WEBs in die Öffentlichkeit zu treten, in einer gemeinsamen Aktion, blogübergreifend ein paar Thesen an die feministischen Gralskirchen zu schlagen?
    Themen gibt es haufenweise, hier mal eine kleine Aufzählung
    – Klarstellung GENDER-PAY-GAP, auch in Bezug auf niedrigere Lebenserwartung Männer, die mehr einzahlen und weniger rausbekommen (Einführen eines GENDER-PAYED-GAPs :o); Hinführen der Diskussion, dass auch Frauen mal sich an den Sozialsystemen angemessen beteiligen sollen, statt immer nur Teilzeit…
    – unterschiedliche Quantität und Qualität der Vorsorgeuntersuchungen und der Ausgaben bzw. der Umgang damit (den Bericht zur Gesundheit der Männer findet Man(n) bei unserem Wohlfühlministerium nicht, trotz niedriger Lebenserwartung)
    – Diskriminierung von Männern in bestimmten Berufen aufgrund Ihres Geschlechtes bzw. der geschürten öffentlichen Meinung (Männer als Erzieher und Grundschullehrer sind eh alles nur Vergewaltiger und Pädophile und daher unerwünscht; die kommen nicht weil zu niedrig bezahlt Argument zieht hier nicht, das andere gibt es wegen dem Dauer-Opfer-Abo offiziell ja gar nicht nicht)
    – Diskriminierung in der Schule von Jungen (schlechtere Noten als Mädchen bei gleicher Leistung; keinerlei geschlechterspezifischer Förderung wie bei Mädchen (Lesen versus Mathe);
    -Gleichberechtigung für nicht verheiratete Väter und Klarstellung, dass die letzten Schritte in diese Richtung gerichtlich durch EU erzwungen wurde (da kommt freiwillig aus dem Wohlfühlministerium nichts dazu)
    – …
    DAs auf allen Blogs/Seiten im WEB und noch Veranstaltunge dazu, sollte doch mal was Neues sein, als wenn Fremis wieder am Vatertag über Männer reden… und das gleich am Muttertag… ;o)..

    Gruß,
    chris

    Antwort

  10. Solange Themen wie „Mannsein heute. Gender-Workshop für Männer (1-tägig)“ http://www.frauenbeauftragte.uni-muenchen.de/weiterbildung/plus/plus_veranstaltungen/gendertrainingmaenner/index.html

    von Frauenbeauftragten organisiert werden, statt von Männerrechtler, die noch in der Phase der Kategorisierung ihrer selbst stecken geblieben sind (http://frontberichterstatter.blogspot.de/2014/04/warum-ich-ein-so-toller-hecht-bin.html), werden wir vermutlich nie etwas erreichen.

    Es müsste eine Männerakademie her, die eben die von Dir angesprochenen Themen beackert. Da liegt ein gewaltiges Marktpotenzial vor, da eine riesige Marktlücke vorliegt. Es ist leider niemand da, der dieses geistige Schlagloch schliessen könnte, vor allem weil die Finanzierung fehlt.

    Antwort

  11. Das die Finanzierung fehlt ist richtig, die Milliarden von Förderprogrammen gehen zum Großteil (nur) in eine Richtung. Das ließe sich aber durch werbewirksame Veranstaltungen/Aktionen umgehen und zum Selbstläufer machen, oder hat sich einer schon mal als Vater ohne „Rechte“ an das Tor unseres Wohlfühlministeriums gekettet? Es fehlt allerdings auch ein „Frontmann“, der dann gekonnt medienwirksam auftritt und in allen Talkshows zum Thema vertreten ist (da gab es mal so Eine, die gezeigt hat wie Frau mit Unwahrheiten, halben Wahrheiten, spitzen Ellenbogen und Populismus ohne Ende ganze Armaden von Ehrungen hat einheimsen können bei gleichzeitiger Eliminierung der Gegner…… ;o) . Und vielleicht sollten Man(n) etwas völlig verpöntes tun, und die durchaus vorhandenen Netzwerke nutzen. Im Vorfeld der Aktion ein kleiner Wink an die richte Stelle und flugs sind die Kameras vor Ort… ;o).. Oh, an die mitlesenden HartcoreFemis: Mord-/ und Kastrationsdrohungen etc. könnt Ihr gerne an Chris@mailinator.com schicken :oD (Okay, war ein Insider…)

    Antwort

  12. Verspäteten Dank für den Hinweis auf den Gender-Workshop!

    Bei der Lektüre dieser und ähnlicher Texte hatte ich schon immer so ein Ziehen im Bauch, das unterbewußt anzeigt, hier stimmt was nicht. Weil da offensichtlich vieles nicht stimmt, konnte ich es nie so genau lokalisieren. Diesmal hat es aber klick gemacht und mir ist zum ersten Mal richtig bewußt geworden, wie clever der positiv besetzte Begriff „Sensibilisierung“ im Rahmen einer versteckten Bedeutungsverschiebung eingesetzt wird, um feministische Propaganda fast schon als „alternativlos“ darzustellen. Details dazu hier:
    Feministische Rhetorik: der Kampfbegriff „Sensibilisierung“.

    Würde mich für Feedback interessieren und ob ich mich da vielleicht zu sehr verrannt habe.

    „Es müsste eine Männerakademie her,….“

    … [weiter s.unten, ist zu lang und ein eigenes Thema geworden]

    Antwort

  13. @Michael Baleanu 23. April 2014 10:57: „Es müsste eine Männerakademie her,….“

    Da können wir lange warten, wenn wir es nicht selber tun. Genaugenommen war bzw. ist mein ganzer Blog ein Versuch, einen 101-Kurs für diese Akademie zu schreiben, wie ich im nachhinein feststelle.

    @Schoppe: ich beantrage einen Post, in dem wir das Curriculum einer solchen Männerakademie diskutieren. Können wir ggf. auch zusammen vorbereiten.

    In so einem Curriculum ginge es natürlich auch um die ethisch wertvolle 😉 „Sensibilisierung für geschlechtstypische Zuschreibungen“, also Bewußtmachung, wo man heute als Mann in bestimmte Rollen gepreßt und über den Tisch gezogen wird, insb. indem man(n) eine feministisch geprägte, verzerrte Wahrnehmung der Realität unbemerkt verinnerlicht hat. Damit meine ich u.a. diverse Falschaussagen, die ich schon in meinem letzte Blogpost Wer dreimal lügt … gelistet habe.

    Nachdem ich jetzt rund ein Jahr an dem Blog schreibe, habe ich bei einigen neuen Ergänzungen sowieso den Eindruck, daß sie relativ speziell sind und für das Grundwissen eines Anfängers nicht wirklich nötig sind. Umgekehrt bin ich unsicher, ob alle wirklich wichtigen Themen angemessen vertreten sind. Ich kann meinen Blog sozusagen als Prototyp eines 101-Kurses der Männerakademie anbieten: es ist immer leichter, ausgehend von einem Prototyp als Anschauungsmaterial zu diskutieren als von Stande null aus alles neu erfinden zu müssen.

    Der gesamte Textumfang ist für mein Gefühl jetzt schon am Limit oder sogar darüber, alles zusammen sind grob geschätzt 50 – 100 Buchseiten. Das sollte kein weiteres Buch werden, sondern ein Text, den man ggf. selektiv an 1 – 2 Abenden liest und dann weiß, wo man mit welchem Ziel weiterliest, je nach Interesse und Betroffenheit.

    Antwort

  14. @man.in.th.middle: Sicherlich, „Sensibilisierung“ meint die Zerstoerung des Denkens vermoege der Einrichtung von Tabus.

    Die wirklichen Schwierigkeiten werden aber erst sichtbar, wenn wir versuchen, ueber diesen rein „kritischen“ (passiven) Zustand hinauszugelangen, hin zur Affirmation, zur Konstruktion des „neuen Mannes“. Naemlich anstelle von „Sensibilisierung“ braucht es „Abhaertung“.

    Ha, ich hoere schon die Alarmglocken klingen in den Ohren einiger Leser (sicher, vielleicht Einbildung, aber die beim geringsten Zeichen von Selberdenken ausgeteilten Nazi-Vorwuerfe sind mir ein deutliches Anzeichen). Aber dieser Schritt ist noetig.

    Solche „Gender-Workshops“ (meines Erachtens ist schon der Name ein Fehlschlag), wenn sie denn „sensibilisieren“ sollen, richten dann nur noch weitere Denkverbote ein. Sie sollten „abhaerten“.

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