Das bisschen Gewalt ist doch halb so wild….

„Was hat eine Solanas mit uns zu tun? Warum werden wir permanent dazu genötigt uns von ihr zu distanzieren?“
Das fragt genervt die Feministin Onyx auf ihrem Blog – übrigens in den Kommentaren zu einem Artikel, in dem sie deutlich die Gewaltphantasien des mackergohome-Trends kritisiert.  Leszek antwortet:
„Feministinnen werden zu Recht aufgefordert sich von Solanas zu distanzieren, weil Solanas faschistische Hass-Schrift bis heute in radikalfeministischen Kreisen als feministischer Klassiker gilt und bis heute radikale Feministinnen Bezug darauf nehmen.
Maskulisten wurden auch zu Recht aufgefordert, sich vom gelben Forum oder vom Frauenhaus-Blog zu distanzieren – was viele getan haben.“
Ein Beispiel dafür?
„Solanas eiskalte Abhandlung des Ist-Zustandes mündet in den Vorschlag, die Männer auszurotten, um endlich mit dem Aufbau einer menschlichen Gesellschaft beginnen zu können.“
Das schreibt 1997 in der Emma die Regisseurin Mary Harron 1997, die 29 Jahre nach Solanas‘ Schüssen auf Andy Warhol einen Film über sie fertigstellte. Begeistert schildert sie das Buch als „eine Lektüre, die mein Leben veränderte. Kein Buch hatte mich je so angerührt und erschüttert“ und feiert es als „brillante Satire – so als hätte Oscar Wilde beschlossen, Terrorist zu werden.“ 
Ein schwedischer Film aus dem Jahre 2010, produziert von einer Theatergruppe, die Solanas‘ SCUM auch für Schulklassen aufführte. „Do your part“ – Leiste auch Du Deinen Beitrag – steht am Ende.

Doch auch, wenn sich die Reihe begeisterter Äußerungen über Solanas‘ Massenmordphantasie  noch lange fortsetzen ließe – warum sollten sich alle Menschen, die sich als feministisch bezeichnen, davon distanzieren? Schließlich ist es in zivilen Kontexten eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass wir bei Gesprächspartnern oder -partnerinnen in aller Regel nicht den heimlichen oder offenen Wunsch erwarten müssen, uns umzubringen.

Schisser und Spaßbremsen Und überhaupt, es unterstellt doch niemand ernsthaft, dass wirklich Konzentrationslager für Männer eingerichtet werden sollen – warum also beißen sich manche Leute wieder und wieder so an Solanas fest, oder an der Theologieprofessorin Mary Daly, die ebenso wie die Autorin und Professorin Sally Miller Gearhart die radikale Verringerung des männlichen Anteils an der Weltbevölkerung forderte, oder an der Autorin Pamela O‘Shaughenssy, die mit der gleichen Forderung auftrat,  oder an Twitter Hashtags wie #killallmen, der spaßeshalber zum Töten aller Männer auffordert, oder eben am #mackergohome, wo es lediglich um das Zusammenschlagen von Männern geht?

Wer nimmt denn sowas ernst? Ich hatte in einem Text hier zu solchen Fragen schon Antje Schrupp zitiert, die sich verwundert über

„diese Typen, die Angst haben, von marodierenden Feministinnen verprügelt zu werden“

äußerte, also über Männer, die Mackergohome-Sprüche nicht lustig fanden. Schisser halt.

Dieselbe Schrupp schrieb übrigens auch vor ein paar Jahren zum Tode Mary Dalys einen anerkennenden Artikel und nahm

„Abschied von einer Frau, die den Mut zu einer denkerischen Radikalität hatte, die es heute im Feminismus viel zu selten gibt.“

Warum auch sollten Dalys Euthanasie-Phantasien ihr Gesamtwerk belasten, oder weshalb sollte man der mutigen radikalen Theologin gar die Schrulle nachtragen, Männer nicht zu ihren Veranstaltungen zuzulassen?

Ist doch irgendwie alles nicht so ernst gemeint. Das bisschen Gewalt ist doch halb so wild…(sagt meine Frau)

Nun sind allerdings öffentliche Gewaltphantasien eigentlich nicht nur dann verpönt, wenn ihre sofortige Umsetzung ansteht. Würde ein Prominenter offen räsonnieren, dass alle Türken ins KZ gehören, oder würde ein Professor davon reden, dass der Frauenanteil an der Weltbevölkerung im Interesse der Menschheit auf 10 Prozent reduziert werden sollte, dann würden beide zurecht ernsthafte Schwierigkeiten bekommen – und es würde ihnen wenig helfen, sich darauf zu berufen, dass doch alles nicht so gemeint war.

Was aber – fragt Schrupp sinngemäß – ist eigentlich das Problem solcher Gewaltphantasien und ihres öffentlichen Zelebrierens, wenn sie doch gar nicht in die Realität umgesetzt werden?

Eben diese Frage ist in meinen Augen wichtiger als alle Forderungen einer Distanzierung von Solanas und co. Es geht nicht um eine rituelle Absage an Gewalt, die günstigenfalls alle zwei Wochen wiederholt werden sollte, weil ja jemand zwischendurch seine Meinung geändert haben könnte.

Es geht darum, dass es im Feminismus und bei seinen Institutionalisierungen, in Parteien wie auf den Universitäten, niemals eine ernsthafte Diskussion darüber gegeben hat, warum dort eigentlich wieder und wieder extreme antimännliche Gewaltphantasien ventiliert werden, ohne dass die Beteiligten allzu viel Anstößiges daran finden. Warum, zum Beispiel, wird ein solches Buch wie SCUM wieder und wieder aufgelegt und immer wieder neu als radikale Provokation entdeckt – und genossen?

Menschen zum Wegwerfen Die naheliegende Antwort – wenn denn einmal die Frage gestellt würde – wäre wohl: Weil Frauen so viel Schreckliches von Männern erleben und es subversiv /befreiend /ironisch /entlarvend /den Spiegel vorhaltend (Nichtzutreffendes bitte streichen) ist, die Situation einmal umzudrehen und, bloß verbal natürlich, zurückzuschlagen.

Diese Antwort hätte allerdings den Nachteil, dass sie offenkundig falsch ist. Weder werden Frauen in Konzentrationslagern eingesperrt, noch plant jemand ihre massenhafte Tötung, noch die systematische Reduktion ihres Anteils an der Weltbevölkerung. Hier wird keine Situation bloß umgedreht.

Sicherlich gibt es Frauen, die mit dem Gefühl leben, allgemein unterdrückt zu werden – aber es gibt auch Männer, die sich in solcher Weise unterdrückt fühlen, ohne dass sie deshalb wieder und wieder extreme antiweibliche Gewaltphantasien durch die Medien schicken würden. Was im Feminismus einige Professorinnen von sich geben, wird man im Maskulismus nicht einmal von extremen Randfiguren lesen.

Zudem drehen die verbalen antimännlichen Gewaltexzesse ja keineswegs bestehende Zustände um, sondern setzten sie ungebrochen fort. Warren Farrell hat den Begriff des „disposable male“ bekannt gemacht, der mit „verfügbarer Mann“, aber auch mit „Wegwerfmann“ übersetzt werden kann. Sinnbilder dafür sind natürlich Soldaten, deren radikale Verfügbarkeit in den Materialschlachten der Weltkriege als Opfer für Volk und Vaterland, und wahlweise den Führer natürlich, romantisiert wurde.

Im ersten Weltkrieg waren es insbesondere britische Frauen, die Männern, wenn diese nicht hat in den Krieg gezogen waren, zum Zeichen ihrer Schande und Feigheit weiße Federn überreichten.

Männliche Verfügbarkeit wird auch in zivilen Kontexten reproduziert. Farrell beispielweise wendet sich in seinem grundlegenden Werk „The Myth of Male Power“ wieder und wieder gegen den „American Football“ und bezeichnet ihn als „Misshandlung männlicher Kinder“, die nicht weiter unterstützt werden dürfe („to stop subsidizing male child abuse in form of football and calling it education“, Seite 198). Für Farrell ritualisiert und zelebriert Football die Verletzung der körperlichen Integrität von Jungen und verklärt dies als Stärke und Härte.

In Ritus der Beschneidung wird kleinen männlichen Kindern völlig selbstverständlich eine Verletzung zugefügt, die bei erwachsenen Frauen als skandalöse Verstümmelung wahrgenommen würde – der Bundestag hat vor Kurzem die Möglichkeit geschaffen, die Praxis beizubehalten.

Obdachlosigkeit trifft zu etwa neunzig Prozent Männer   – die dafür möglicherweise auch noch als faule Versager hingestellt werden, die ihr Schicksal öffentlich und provokant genießen.
Werden in Kriegen oder durch Unglücke Menschen getötet, dann heben Berichterstatter es fast rituell hervor, wie viele Frauen und Kinder unter den Opfern seien – als wären Tötungen von Männern weniger gravierend.
Regelrecht putzig ist die Position der konservativen Schweizer Nationalrätin Sylvia Flückiger, die sich vehement gegen die freiwillige Prostitution von Frauen ausspricht, aber ebenso vehement für die Wehrpflicht von Männern. Während sie bei Frauen selbst die freiwillige sexuelle Verfügbarkeit als Skandal wahrnimmt, stärkt in ihren Augen die erzwungene Verfügbarkeit des Lebens junger Männer „den Zusammenhalt von uns allen.“
Der Bundestag hat im vergangenen Jahr, und erst nach deutlichen Urteilen des deutschen Verfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs, das Sorgerecht geändert und die Rechte nichtehelicher Väter leicht hat gestärkt. Dass diese Änderungen über Jahre verschleppt worden waren, dass dabei die Grund- und Menschenrechte Hunderttausender systematisch und durch staatliches Handeln erheblich verletzt wurden – das war keinem einzigen des Verantwortlichen auch nur ein Wort des Bedauerns wert, erst recht keine Entschuldigung.
Währenddessen finanziert die Bundesregierung mit vielen Millionen an Steuergeldern ein Hilfetelefon, mit dem Gewaltopfern schnell Hilfe vermittelt werden soll – und das sich ausschließlich an Frauen richtet.
Wie man Männer baut Undsoweiter. Es ist verwunderlich, wieso sich ausgerechnet Menschen, die „Geschlecht“ gern als „soziale Konstruktion“ begreifen, überhaupt nicht dafür interessieren, wie hier und seit jeher schon „Männlichkeit“ konstruiert wird: Männlich sind eben die Menschen, bei denen es nicht so schlimm ist, wenn ihnen Gewalt zugefügt wird.

Dieses grundlegende Konstruktionsprinzip von Männlichkeit ist keineswegs prinzipiell feministisch, wenn es auch antihuman und reaktionär ist – wer Männerrechtlern vorhält, sie sollten mit der „Jammerei“ aufhören, dockt an dieses Prinzip ebenso an wie jemand, der von soldatischen Tugenden daherredet und damit Menschen meint, die ihre natürlichen und wichtigen Fluchtimpulse angesichts ihrer bevorstehenden Abschlachtung effektiv unterdrücken.

Während aber das Prinzip des männlichen Opfers in Zeiten von Krieg und Not zumindest eine erkennbare Funktion erfüllte, bleibt von ihm heute nichts als seine Inhumanität zurück. Gerade weil es aber längst dysfunktional geworden ist, sind bewusste Anstrengungen nötig, um es aufrechtzuerhalten. Das rituelle, immer wiederkehrende Zelebrieren öffentlicher und radikaler antimännlicher Gewaltphantasien stabilisiert also zwanghaft ein Konstruktionsmodell von Männlichkeit, das längst obsolet geworden ist.

Solanas‘ Schrift, als ein zentrales und extremes Element dieser rituellen Gewaltfeiern, ist nicht nur eine oberflächliche Spiegelung des Holocaust, sondern bildet die Ideologie des Massenmordes an den europäischen Juden bis ins Detail und begeistert nach.  Dass dieser gezielte Bruch eines ultimativen politischen Tabus auch und gerade „Linken“ als gerechtfertigt erscheint, sobald nur die Position der Juden durch Männer besetzt wird, greift die traditionelle Idee der männlichen Verfügbarkeit auf und erneuert sie auf eine zwanghaft anmutende Weise.

Daher ist der Text also auch dann skandalös und schädlich, wenn niemand ernsthaft glaubt, dass tatsächlich Männer in derselben Position sind wie Juden im Nationalsozialismus. Dass Feministinnen, von wenigen und immer vereinzelt bleibenden Ausnahmen abgesehen, sich niemals mit solcher feministischer Freude an der Gewalt auseinandergesetzt haben, ist ebenso auch dann ein erhebliches Versäumnis, wenn die meisten von ihnen diese Freude nicht teilen.

Ist die Idee, dass Gewalt gegen Männer oder auch Jungen eine lässliche Sünde sei, erst einmal etabliert, dann finden sich auch immer neue Begründungen dafür: Weil Männer gewalttätig seien und Gewalt gegen sie nur Gegengewalt; weil Männer herrschen würden und Gewalt gegen sie ein Akt der Gegenwehr Ohnmächtiger; weil Männer destruktiv agieren würden und eine menschliche Gesellschaft die männliche überwinden müsse; weil Männer groß und mächtig seien und unter Gewalt daher nicht leiden würden; weil Männer seit Jahrtausenden Gewalt ausgeübt hätten und sie nun zum Ausgleich einmal selbst Gewalt erfahren sollten; weil Männer merken sollten, was sie anderen beständig antun, etc.pp.

Zentrale feministische Positionen lassen sich also als Rationalisierungen von Gewalt interpretieren – oder andersherum: Diese Rationalisierungen für Gewalt sind kein Nebenprodukt feministischer Theorie, sondern zentrale Bestandteile  von ihr.

Gleichwohl ist „der Feminismus“ natürlich nicht Wurzel aller Übel, die Männer erleben können. Tatsächlich ist es eher eine allgemeinere Ideologie menschlicher Verfügbarmachung, die hier als Geschlechtertheorie wiederkehrt und legitimiert wird (hier findet sich mehr über Gemeinsamkeiten radikal feministischen und radikal konservativen Denkens).

Es ist wohl vor allem diese Idee radikaler Verfügbarkeit, gegen die sich linke und liberale Männerrechtler wehren. Wer das als „frauenverachtend“ abtut, stellt eher eher ein seltsames Bild von Frauen aus, als dass er zu humaneren Verhältnissen beitragen würde.
Literatur:

Warren Farrell: The Myth of Male Power, New York 1993

Zum Thema der Gewalt gegen Männer und ihrer Legitimation schreibt Arne Hoffmann ausführlich in seinen neuen Büchern Not am Mann. Sexismus gegen Männer (besonders Kapitel 6-8) bzw. Plädoyer für eine linke Männerpolitik (besonders Kapitel 7-9), beide 2014

  1. Es ist nur schade das der werte Herr Siebo M. H. Janssen nur einmal seine Meinung äussern wollte, wie immer, aber eben nicht an einer Diskussion mit Argumenten teilnimmt, die ihm sicherlich auch fehlen… Deshalb bin ich ja auch ganz in Solanestradition dafür die SPD zu dezimieren, auf sagen wir mal 4%. Das ganze natürlich humanitär korrekt, bei der nächsten Wahl… Und das als Mitglied von dem Laden…

    Gruss
    Kai

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  2. Eine weitere Ausprägung dieser Welsicht ist in SGB IX §44(1) Satz 3 zu finden: Ergänzende Rehabilitationsmaßnahmen zu Stärkung behinderter oder von Behinderung bedrohter Menschen wird nur dann von den gesetzlichen Krankenkassen getragen wennn, … dreimal dürft ihr raten. Richtig! Wenn der betreffende Mensch biologisch ein Weibchen ist. (Dummerjan)

    Antwort

  3. „Was im Feminismus einige Professorinnen von sich geben, wird man im Maskulismus nicht einmal von extremen Randfiguren lesen.“

    Sehr richtig. „Selbst“ ich (eine extreme Randfigur???) habe sowas noch nie von mir gegeben.

    Passend zum Artikel ist auch – für alle, die in allesevolution.wordpress.com nicht regelmäßig reinklicken – meine „supitolle“ Liste des radikalfeministischen Hate Speech:

    http://allesevolution.wordpress.com/2014/02/22/selbermach-samstag-lxxiii/#comment-112353

    Empfohlen sei natürlich ebenfalls die neue 2.0-Version meiner normalen „supitollen“ Liste:

    http://allesevolution.wordpress.com/2014/04/19/selbermach-samstag-lxxxi/#comment-118618

    Weiterverbreiten!

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  4. OT: Bei SPON gibt es eine spannende Buchbesprechung. Leider wurde mein Beitrag auch im 6. (!) Anlauf zensiert (ist ja bei SPON leider Gang und Gäbe), obwohl er eigentlich recht harmlos war.
    http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=124421&page=3&p=15489101

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  5. Obwohl ich eigentlich nicht mehr glaube, daß ich auf diesem blog noch helfen kann und obwohl ich keineswegs als Freund des Feminismus bekannt bin, muß ich doch noch mal nachfragen:

    „Zentrale feministische Positionen lassen sich also als Rationalisierungen von Gewalt interpretieren – oder andersherum: Diese Rationalisierungen für Gewalt sind kein Nebenprodukt feministischer Theorie, sondern zentrale Bestandteile von ihr.“

    Dafür hätte ich gerne sowas wie eine Begründung, vielleicht ein Argument: Welche Positionen, wie funktioniert diese Interpretation und was meint hier eigentlich Rationalisierung bzw. wie lautet die betreffende feministische Theorie?

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  6. Ich wuerde so argumentieren (sicherlich radikaler ist als Lucas argumentiere wuerde):

    In allen bekannten Gesellschaften ueber die gesamte Geschichte hinweg waren Maenner in ungemein hoeherem Masse Gewalt ausgesetzt als Frauen. Dies diente ihrer Ausbeutung als Arbeiter. Mit dem gewaltigen Zuwachs an Produktivitaet, der in der kapitalistischen Epoche entstand, war es an der Zeit, diese uralte Arbeitsteilung aufzuheben. Aufgabe des Feminismus ist genau, dies zu verhindern, und die Ausbeutung der Maenner aufrechtzuerhalten. Damit handelt es sich zum ersten Male um die Ausbeutung eines Geschlechtes — zuvor war es biologischer Zufall, dass der Mann der Arbeiter war, nun soll dies gesellschaftlich kodiert werden (z.B. Maenner als Arbeiter, Frauen als Manager).

    Dies ist die Gewalt, von der gesprochen wird, und alles Gerede von Patriarchat etc. ist eine (Schein-)Begruendung (Rationalisierung) dieses Gewaltverhaeltnisses. Alles auesserst trivial, wenn man mal die ideologische Blindheit aufhebt.

    Antwort

  7. @jungsundmädchen

    Es gibt einige feministische Begriffe, die unhinterfragt im Diskurs durchgesetzt worden sind und nun wiederum eine Interpretationsfolie der Wirklichkeit bilden.
    Ich nenne dies für mich „feministisches layer“ – zu diesem layer gehört der Begriff „strukturelle Gewalt“:

    „Der Begriff strukturelle Gewalt beschreibt Benachteiligungen von Menschengruppen, meist Minderheiten aufgrund vorgegebener gesellschaftlicher Strukturen. Zum Wesen von struktureller Gewalt gehört, dass sie ausgeübt wird, ohne dass sich jemand persönlich schuldig fühlt, weil sie den üblichen Normen, Regeln und Richtlinien entspricht“(Olbricht, 2004)
    (zitiert nach: http://lsf.netzwerk-nrw.de/strukturelle-gewalt.html)

    Der Begriff alleine hat im Kontext der Verwendung, nämlich bei „Frauen“, mehrere logische Haken.
    So z.B.; Seit wann ist eine Bevölkerungsgruppe, die 51% der Gesellschaft stellt eine Minderheit?
    Welche Gewaltformen gegen Frauen genau entsprechen „üblichen Normen“ in dieser Gesellschaft?
    Welche konkreten gesellschaftliche „Richtlinien“ existieren, die persönlich ausgeübte Gewalt gegen Frauen rechtfertigen, die also das Individuum, das diese Gewalt ausübt „entschuldet“?

    Um sich diesen Fragen *nicht* zu stellen, erfolgt (im Text und auch real) eine dreifache „theoretische“ Volte:

    1. „Individuelle Gewalt ist immer in strukturelle Herrschaftsverhältnisse eingebettet.“
    2. „Das gesellschaftliche Machtungleichgewicht zwischen den Geschlechtern und die mit ihr einhergehende strukturelle Gewalt spiegelt sich auch in der Gewalt, die Frauen im sozialen Nahraum erleben wider.“
    3. „So wird das gewalttätige Verhalten häufig bewusst oder unbewusst zur Ausübung von Macht und Kontrolle eingesetzt. Es geht einher mit ausgeprägten männlichen Anspruchshaltungen und Dominanzvorstellungen.“

    Da das Patriarchat logischerweise männliche Dominanz sowohl voraussetzt, als auch zur Folge hat, ist demnach die FUNKTION der strukturellen Gewalt die Aufrechterhaltung des Machtungleichgewichtes zwischen den Geschlechtern,
    Und die individuelle Gewalt gegen Frauen ist die Gewalt des männlichen Individuums, welches „bewusst oder unbewusst“ die Exekutive des Patriarchats ist.
    Denn ZWECK seiner persönlichen Gewalt ist die Ausübung von „Macht und Kontrolle“ = Aufrechterhaltung der „strukturellen Herrschaftsverhältnisse“.

    Aus dieser Position wird auch ersichtlich, warum Frauen Gewalt ausschließlich als berechtigten Akt der (präventiven) Notwehr ausüben können.
    Denn jeder Akt eines individuellen Mannes (=kleinste Zelle DES Patriarchats, feministische Theorie des Individuums=Marionettentheorie) ist Spiegelbild der strukturellen (Herrschafts-) Verhältnisse.
    Wie auch die strukturellen Herrschaftsverhältnisse auf individuellen Akten von Männern basieren, deren vornehmstes Ziel es ist Macht und Kontrolle über Frauen zu erlangen.

    Voila, damit hat sich der Kreis geschlossen!
    Das sind ein Bündel von Setzungen und Unterstellungen, die einen Vorteil haben: man muss sie einfach nur glauben. Amen.
    Eine geschlossen wahnhafte Weltanschauung, die jedoch moralisch „rechtfertigt“, warum eliminatorische und genozidale Gewaltfantasien im Feminismus gerechtfertigt sind.

    Schönen Gruß, crumar

    Antwort

  8. Immer wenn ich von der von manchen Feministinnen vertretenen Idee der Verringerung des männlichen Anteils an der Weltbevölkerung lese, fällt mir Dr. Strangelove ein. Hier ist der relevante Filmausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=A9ihKq34Ozc (oder hier http://www.youtube.com/watch?v=ybSzoLCCX-Y mit etwas mehr Kontext, aber leider ohne die grandiose Schlusspointe. Oder man sehe sich gleich den ganzen Film an – sehr sehenswert). Meiner Meinung nach wird hier klar, dass man, um auf diese Idee zu kommen, nur faschistisch denken muss. Weiblich zu sein ist keine notwendige Voraussetzung.

    Antwort

  9. @Elmar „wie lautet die betreffende feministische Theorie?“

    ich glaube, Du liest den Text als Philosoph und nicht als Politiker.

    Feminismus wird vielfach als soziale, politische Bewegung definiert, und es wird sogar oft die „Theoriefreiheit“ diverser Akteure angeprangert, letztens unter dem Schlagwort „Mein-Feminismus-Feminismus“. Die „Theorie“ hinter SCUM usw. ist simpel: Männer sind so böse, daß sie ausgerottet gehören. Für einen Philosophen ist das so dumm, daß er keine Theorie mehr erkennt. Womit wir bei einer Etikettierungsfrage wären, was alles eine Theorie ist.

    Feminismus definiert sich auch über die Gender-Studies-Curricula. Wenn dort SCUM mehr oder weniger häufig (müßte man mal genauer klären, ich glaube nicht, daß das flächendeckend passiert) als geistreiches Werk und Quelle wichtiger Inspirationen rezipiert wird, dann ist der Massenmord an Männern ein zulässiger Mosaikstein im Gedankengebäude der dort aufgestellten Theorien. Wobei sich die Gender-Studies bekanntlich als „anwendungsorientierte Wissenschaft“ definieren (das Thema Unwissenschaftlichkeit der G.S. will ich hier nicht aufwärmen).

    Kleines Gedankenexperiment: angenommen, in einem Studiengang Soziale Arbeit wird Hitlers Mein Kampf in einem Seminar gelesen und interpretiert, weil man sich mit den vor 80 Jahren verbreiteten Vorstellungen zur Behandlung von Minderheiten und Immigranten befassen und Inspirationen für die spätere praktische soziale Arbeit gewinnen möchte. Die Wahrscheinlichkeit, in diesem Werk etwas vernünftiges lernen zu können, ist derart gering, daß man das nicht glaubt, sondern daß man die offensichtliche Botschaft des Werkes kennenlernen bzw. verbreiten will (Juden sind so böse, daß sie ausgerottet gehören). Deswegen würde mit Sicherheit ein solches Mein-Kampf-Seminar Proteste erzeugen.

    Genau diese Proteste vermißt Lucas, wenn ich ihn recht verstehe.

    Daß übrigens Onyx genervt ist, die zum 113. Mal von SCUM u.a. zu distanzieren, verstehe ich. Sie hat das schon ein paar mal gesagt und irgendwann muß es gut sein.

    Das gilt aber nicht für den Feminismus im politischen Sinne. Ein Frauenministerium, das ein SCUM-Seminar an einer Uni in seinem Einflußbereich direkt oder indirekt fördert, hat komplett versagt und sich zum Komplizen gemacht.

    Antwort

  10. @Oliver

    An dieser Stelle ist der Mainstreamfeminismus notorisch blind und propagiert notwendig auch etwas komplett anderes.
    Du kannst nicht erwarten, dass dieser ein – wie auch immer geartetes – historisch materialistisches Verständnis hat, von dem aus du argumentierst.
    Von daher ist deine Vorgehensweise, nämlich historisch empirisch zu argumentieren, m.E. in dessen (!!!) Augen völlig abwegig und sinnlos.

    Das Denkmal für die getöteten Schwulen UND Lesben im Faschismus sollte dir als mahnendes Beispiel dafür dienen. Es gab keine einzige getötete Lesbe, sie wurden ja noch nicht einmal systematisch verfolgt.
    TROTZDEM steht dieses Denkmal da.
    Auch die Bestrebungen, Kritik am Feminismus in der EU unter Strafe zu stellen basieren auf der Geschichtslüge, Feministinnen wären als Opfergruppe zu vergleichen mit Juden oder Sinti und Roma.
    Das alles sind Geschichtslügen, jedoch EMPFINDEN sich diese Feministinnen und Frauen an sich wirklich als Generalopfer der Weltgeschichte,
    Und hat nicht jede Frau die „Definitionsmacht“ über die subjektiv empfundene Geschichte? 😉

    Mein Problem mit diesem. Selbstbetrug und Betrug ist dessen Wirkmächtigkeit und der radikal solipsistische Subjektivismus, der darin zum Ausdruck kommt – meine Befürchtung ist, dieser setzt sich durch.
    Ich habe den generellen Verdacht, die Verbindung von Poststrukturalismus und Feminismus kam historisch nicht zufällig.
    Sondern 1. „erlöste“ dies den Feminismus von der wissenschaftlich empirischen Beweispflicht für seine Thesen und 2. kam diesem sehr entgegen, dass „Wahrheit“ sich relativistisch auflöste und verwandelte in einen „Standpunkt“
    Und wenn „Wahrheit“ gar nicht existiert und „Wissenschaftlichkeit“ auch nur eine patriarchalische Konstruktion ist, warum dann nicht die Geschichte so „konstruieren“, dass diese zu meinen eigenen politischen Positionen und Ambitionen passt?

    Wenn die historische Wahrheit gar nicht existiert und mit historischen Fakten belegt werden kann und muss, sondern sich auflöst in beliebige Standpunkte, die alle ihre eigene Berechtigung haben, dann kann man „Wahrheit“ beliebig beugen und dehnen.

    Diese politisch ambitionierte Position – nicht zufällig die eigene – wird als die „richtige“ Position geadelt durch eine Theorie, die wiederum ihre Anhänger – kontrafaktisch – als Unterdrückte ausweist.

    Es gesellt sich zum Betrug in politischer Absicht der Selbstbetrug, dieser Betrug sei moralisch gerechtfertigt – weil man ja selbst auf der Seite der richtigen Moral steht.
    Und weil man die richtige und überlegene Moral hat, rechtfertigen dies alle Mittel, um seine Ziele zu erreichen – die per se progressiv sind, denn es sind ja die eigenen.

    Wirklich ironisch ist m.E., dass ich in all dem eine Light Version des Stalinismus erkenne – ein auf bloßen Machterhalt zurechtgebogener und -gelogener Marxismus (ohne Wissenschaftlichkeit und Humanismus aber mit Klassenstandpunkt ohne Klasse) als Farce.

    Nimm eine Horde dieser nützlichen Idiotinnen und lass sie die Weltgeschichte und soziale Wirklichkeit bis zur Unkenntlichkeit umschreiben. Das ist ihr Job.

    Schönen Gruß, crumar

    Antwort

  11. „Das Denkmal für die getöteten Schwulen UND Lesben im Faschismus….“

    Ist dies hier gemeint?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mahnmal_f%C3%BCr_die_schwulen_und_lesbischen_Opfer_des_Nationalsozialismus_in_K%C3%B6ln

    Die Begründung ist abenteuerlich: „Obwohl es im Nationalsozialismus keine systematische Verfolgung von Lesben gab, werden diese in der Aufschrift des Mahnmals ausdrücklich erwähnt, weil auch ihre Lebensumstände und ihre Infrastruktur vom Nationalsozialismus betroffen waren.“
    Das Opferabo ist offenbar viel älter, als mir bis dato bekannt war.

    Das scheint aber das einzige Deutsche Mahnmal zu sein, das sich diesen Fehlgriff geleistet hat:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler_f%C3%BCr_homosexuelle_Opfer_des_Nationalsozialismus

    Antwort

  12. @crumar: „Geschichtslügen…“
    eine weitere häufige feministische Falschaussage zur Geschichte ist der Hinweis auf die Ermordung von Frauen im Rahmen der Hexenverfolgung im Mittelalter. Hexe ist dummerweise ein generisches Feminimum, grob geschätzt die Hälfte der Hexen waren Männer, zeitlich und historisch war der Anteil nicht einheitlich.

    Die Falschaussage ist eventuell keine bewußte Lüge, sondern fehlende deutsche Sprachkenntnis, die sich ja auch auch andernorts zeigt. Zumindest bei manchen feministischen Akteuren.

    Antwort

  13. „Strukturelle Gewalt“

    Dieser Begriff existiert seit 2 oder 3 'Jährchen' und soll nur eines suggerieren: Gewalt ist Mann und Frauen sind Opfer.

    Vorher waren es so Schlagwörter wie „Doppelbelastung“, anschließend kam dann noch die „gläserne Decke“, gekrönt von der „23 Prozent“ Lüge hinzu und inzwischen werkelt man an einer Dreifachbelastung, während man sich an Solanas ergötzt. Was vergessen? Ach ja, die „Rape Culture“, „Hexenverbrennungen“ und „Jahrtausende währende Unterdrückung der Frau“ usw.

    @Lucas: Toller Artikel und danke dafür. Auch wenn ich etwas abgeschweift bin bei meinem vorletzetem Absatz

    Antwort

  14. @ man.in.th.middle Mit dem Hinweis auf die Professorinnen hab ich mich auf die zitierten bezogen, Mary Daly und Sally Miller Gearhart. Die These, dass eine Reduktion von Männern an der Weltbevölkerung´möglich und wünschbar wäre, dass Männer eigentlich unnötig seien, ist nach meiner Beobachtung regelrecht eine Lieblingsidee heutiger Geschlechtediskussionen. Sie findet sich bei Biologen, die klarmachen, dass Fortpflanzung prima ohne Männer funktionieren würde und dass Männer daher unnötig seien – und ganz anders auch bei Rosin, deren Verkündigung eines Endes der Männer beständig mit triumphalischen Gesten begleitet ist. Weil dieses Ende, natürlich, für alle alles einfacher machen wird.

    Ich kann mir so etwas umgekehrt nicht vorstellen – Professoren, die eine Reduktion des weiblichen Anteils an der Weltbevölkerung auf 10% fordern, weil das für die Menschheit besser wäre – und die trotzdem anerkannt bleiben. Und die wieder und wieder ein Echo finden, beispielweise einen renommierten Autor der größten amerikanischen Zeitungen, der triumphierend ein „Ende der Frauen“ verkündet.

    Radikalinskis bei Männern hingegen bekommen schon (und zurecht) Gegenwind, wenn sie einfach mal ein bisschen gratismutig über die Abschaffung des Frauenwahlrechts räsonnieren. Dass ist bescheuert, natürlich, aber im Vergleich zu den oben skizzierten Forderungen nach einer Abschaffung eines großen Teils der Männer ist das fast rührend bescheiden. Was natürlich nicht heißt, dass die Radikalinskis radikaler werden sollten – einen Solanas-Lookalike-Wettbewerb braucht ja nun niemand.

    Solanas selbst hingegen ist nach meiner Erfahrung eher ein Teil der Pop-Kultur als ein Teil der akademischen Welt. Damit könnte ich mich allerdings irren. Ich hab ein wenig gegoogelt und durchaus ein paar universitäre Veranstaltungen zu ihr gefiunden, allerdings eher aus dem amerikanischen Raum. Ich selbst hab sowas nie erlebt und wäre auch sehr befremdet gewesen.

    Antwort

  15. @ Crumar Solipsismus und Definitionmacht gehören zusammen, auch logisch. Wer von einer Definitionsmacht des Opfers ausgeht, muss ja immerhin erstmal definieren, wer eigentlich das Opfer ist. Da das aber in einer offenen und rationalen Diskussion für einen Großteil der Fälle so strittig, ambivalent und uneindeutig wäre. dass das Defintionsmacht-Konzept in sich zusammensinken würde, kann die Opfer-Definition nicht nach objektiven oder zumindest intersubjektiv nachvollziehbaren Kriterien vollzogen werden.

    Um mit hinreichender Sicherheit und Eindeutigkeit bestimmen zu können, wer nun eigentlich das Opfer ist, braucht man also schon die Definitionsmacht, die erst noch begründet werden soll.

    Oder, einfach geagt: Definitionsmacht hat man, weil man Definitionsmacht hat. Mehr an Welt ist gar nicht nötig und irritiert nur.

    So wie Männer ja auch legitimerweise aus dem Gespräch ausgeschlossen werden, weil sie privilegierte Herrscher sind. Auf diese Weise können sie dann praktischerweise auch gar nicht mehr mit irritierenden Argumenten ankommen, die Zweifel an ihren Privilegien wecken könnten.

    Und wenn man merkt, dass man mit solchen Konzepten, die in einfachen und eleganten Bewegungen beständig um sich selber kreisen, einen kleinen oder größeren Weltverlust erlebt – dann kann man den auch auf die männliche Herrschaft schieben, die einem regelrecht die Welt verschließe.

    Also: Wirklich wasserdichte Konzepte bekommt man NUR solipsistisch hin – alle anderen Konzepte sind notorisch mit der Gefahr verbunden, dass irgendwo aus Versehen so etwas wie Wirklichkeit reinschwappt und Unordnung verursacht.

    Schöne Grüße zurück!

    Antwort

  16. Ich nehme mal eine Gegenposition ein:

    Der Feminismus ist ja keine in sich geschlossene Ideologie sondern eher eine Art Container, der mit allerlei Thesen, sowie mit Projektionen von kleineren und größeren Psychosen gefüllt wird.

    Oder vielleicht als bessere Analogie:

    Der Feminismus ist wie ein Schuhgeschäft, in dem es ja auch die unterschiedlichsten Arten von Schuhen gibt und eben nur einen kleinen gemeinsamen Nenner: Fußbekleidung.

    Damit sind doch alle Widersprüchlichkeiten innerhalb des Feminismus und auch die extremsten Auswüchse gut erklärt.

    Das Fundament dieser Pseudo-ideologie liegt in der abweichenden Wahrnehmung der Umwelt durch „die Frau“ und hier insbesondere die hohe gefühlsmäßige Ambivalenz von Frauen gegenüber Männern. Das ganze Spektrum von sklavischer Verehrung bis hin zu abgrundtiefem Hass.

    Ich gehe auch aus meinen Erfahrungen mit Frauen davon aus, dass „normale“ Frauen keinen besonderen Bezug zum Feminismus haben. Sie leben einfach ihr Leben, welches sich sowieso zum allergrößten Teil in einem kleinen Frauenuniversum abspielt und in dem Männer eher Beiwerk, Vorlagen für fraueninternen Gesprächsstoff und Nutzwesen sind.

    Sex ist hier eher etwas lästiges zu Bindungszwecken und zur produktion von Nachwuchs; Narzissmus, Homoerotik und Autoerotik dagegen wichtige Faktoren zur Identitätsbildung.

    Es sind weitgehend die psychopathologischen Fälle, die im öffentlichen Raum die Schlagzeilen bringen und so den „feministischen Diskurs“anführen. Und natürlich die Nutznießer, weibliche Apparatschiks, die gerne plappern um ihre vermeintliche Bedeutung zu monetarisieren.

    Antwort

  17. @Schoppe

    Genau so läuft das!
    Die Entfernung der Wirklichkeit aus der Theorie – sie schadet da bloß.

    Und zwar insbesondere, fast ausschließlich und ganz besonders Frauen.

    Die davon wenigstens doppelt betroffen sind: als Frauen und auch in ihrer Weiblichkeit als Frauen (womit Lesben wenigstens dreifach betroffen sind). Besonders verletzlich wegen ihrer Weiblichkeit als Frauen ergibt mit dreien, Spiel vier (als Lesben mit vier Spiel fünf – lesbische, schwarze Behinderte mit sechs, Spiel sieben. Es könnte in der Tat sein, dass ich einige Vorbehalte gegen Intersektionalität habe)

    Ich habe eine neue und anregende Theorie entwickelt und die geht so:

    WIE UNTERLEGEN SIND FRAUEN MÄNNERN EIGENTLICH?

    Nach gängigen feministischen Theorien faschistoider Ausprägung bedarf es der Auslöschung von Männern um dem Faktor x-Prozent,
    Was andererseits der Beweis dafür ist, dass Frauen Männern nicht gewachsen sind, so lange ein Verhältnis von 1:1 vorherrscht.

    Ergo: um so minderwertiger diese Spielart des Feminismus die Frau an sich empfindet, desto genozidaler seine Fantasie.

    Erfordert diese faschistoide Feminismus die Ausrottung von 50% aller Männer, so ist dieser in Wahrheit der Meinung, ein Mann sei doppelt so viel wert (oder wirkmächtig, was identisch ist) wie eine Frau.
    Bei 75% ist das Verhältnis demnach 1 zu 4 und bei 90% sind es 1:10.

    Gerne rechne ich nach, wie viele Morde erforderlich sind, um dieses Verhältnis herzustellen – es ist übrigens genau dieser Schritt, den Feministinnen explizit vermeiden.
    Wie viele z.B. 6-jährige Jungen muss eine durchschnittliche Feministin am Tag umbringen, um auf ihren Schnitt zu kommen?
    1000? 2000?

    Wenn ich zum Beispiel nachrechne, wie viele GASKAMMERN der Feminismus braucht, um einige MILLIARDEN Männer zu ermorden.
    Und dann zu entsorgen – was in diesen Größenordnungen keine Kleinigkeit ist. Du musst dir klar machen, dass der Faschismus sich mit lächerlichen sechs Millionen Juden und Jüdinnen begnügt hat. Das ist – vor diesem Hintergrund – eine Lachnummer,

    Findest du es nicht auffällig, dass Solonas sich um diese Frage herumdrückt, indem sie den Männern Selbstmord empfiehlt statt zum MORD aufzurufen mit allen Konsequenzen?
    Und ist es nicht auffällig, dass Solanas gefeiert wird, ohne sich auch nur ansatzweise mit der Frage zu beschäftigen, wer eigentlich die kleinen Jungen umbringen wird?
    Wer tötet eigentlich all diese Jungen?
    Wer entsorgt sie?
    Und wie?

    All diese Fantasien sind nicht wirklich konsequent zu Ende gedacht.
    Und das ist kein Wunder, denn genau diese Konsequenz haben wir ihnen bisher erspart – für Feministinnen ist das ein gedankliches Spielerchen und es wäre m.E. hilfreich ihnen die grausame Wirklichkeit ihrer Gedanken in ihrer eigenen Konsequenz zu eröffnen.

    Schönen Gruß, crumar

    Antwort

  18. @ Crumar „Und das ist kein Wunder, denn genau diese Konsequenz haben wir ihnen bisher erspart – für Feministinnen ist das ein gedankliches Spielerchen „. Ja. Wobei beispielsweise die Autorin Pamela O'Shuaghnessy nicht auf Massenmord setzte, sondern auf genetische Veränderungen, die Männer „unschädlich“ machen sollten. Ihre Leserinnen diskutieren dann gleich darüber, dass männliche Babys nicht mehr aufgezogen werden sollten. Eine stellt konsequent klar, dass nicht nur das Töten der Männer, sondern auch das eines Großteils der Frauen nötig wäre, damit einige Radikalfeministinnen mit den weiblichen Babys eine neue Welt errichten können.

    Es geht ja gar nicht darum zu unterstellen, dass alle Feministinnnen, oder auch nur die meisten, mit solchen Ideen schwanger gehen. Anererseits sind sie eben auch nicht nur auf radikale Außenseiter mit erheblichen psychischen Problemen beschränkt.

    Mich ärgert die bewusst eingenommene infantile Position, die damit verbunden ist. Ist doch alles nicht so ernst gemeint…ich bin ein Mädchen und will nur spielen…Du als großer starker Mann hast Angst vor sowas??

    Solche Gewaltphantasien kann man nur dann leichthin formulieren, wenn man davon ausgeht, dass man eh nicht ernst genommen wird. Und eben deshalb ist es auch nicht zu verstehen, dass Feminstinnen, die ernst genommen werden wollen, keine Notwendigkeit sehen, sich mit der Attraktivität von Gewaltphantasien im Feminismus auseinanderzusetzen.

    Herzlichen Gruß!

    Antwort

  19. @ jungsundmädchen, man.in.th.middle Ich finde sehr wohl, dass es feministische Theorien gibt – systematisierte Assuagen über die Wirklichkeit. Mein Punkt wäre gar nicht, dass es an Theorien fehlt, sondern dass sie zu simple dichotomische Muster benutzen (idR: mit Gut-Böse-Zuschreibungen kombiniert) und dass sie in sich geschlossene Gebilde ergeben, die durch irritierende Informationen nicht mehr erreichbar und veräderbar sind.

    Im Mittelpunkt steht immer wieder die – soweit ich sehe: nirgends im Feminismus ernsthaft bezweifelte – Idee einer männlichen Herrschaft, wie Crumar ja unten ausführlich darstellt. Ob nun, z.B., Brownmiller Vergewaltigung aller Verbrechen aller Männer gegen alle Ffrauen beschreibt, Connell von hegemonialer Männlichkeit und patriarchaler Dividende erzählt oder Butler die heterosexuelle Matrix beschwört.

    Und gegen Herrscher darf man natürlich kämpfen – das ist keine Gewalt, sondern Widerstand.

    Meine Idee war, den Zusammenhang einmal umzudrehen. Nicht davon auszugehen, das bestimmte Beschreibungen von Männlichkeit zur Folgerung führen, dass Gewalt gegen Männer okay sei – sondern dass die Idee, Geewalt gegen Männer sei eine lässliche Sünde, schon der Ausgangspunkt ist und sich dann nur noch passende Begründungen sucht.

    Die Idee der Legitmität antimännlicher Gewalt ergibt sich dann eher aus der Gewöhnung an reale Bedingungen – Männer als Kriegsmaterial, als Arbeitsmaterial in den schlimmsten Arbeiten – als aus ausgearbeiteten Theorien (das seh ich ganz ähnlich wie Oliver). Allerdings brauchen sie eben nachgeschobene Rationalisierungen, insbesondere dann, wenn die ökonomischen und politischen Bedingungen sich geändert haben, die Idee des „disposable male“ aber weiter aufrechterhalten werden soll.

    Für diese Rationalisierungen hat der Feminismus eine zentrale Funktion. Das hat für mich auch Konsequenzen für die Einschätzung seines Stellenwerts. Feminismus ist nicht Wurzel allen Übels für Männer (oder auch für Frauen), aber weithin eine Bewegung, die humane Veränderungen blockiert. Durch seine Institutionalisierungen kann er das auch erreichen, wenn er weithin an Überzeugungskraft verloren hat.

    Antwort

  20. @ man.in.th.middle „Daß übrigens Onyx genervt ist, die zum 113. Mal von SCUM u.a. zu distanzieren, verstehe ich. Sie hat das schon ein paar mal gesagt und irgendwann muß es gut sein.“ Ich verstehe es auch gut. Ich finde ohnehin, dass Onyx oder Robin nicht die richtigen Adressatinnen sind. Sie werden m.E. deshalb angesprochen, weil sie – als Feministinnen – überhaupt zum Dialog bereit sind. Dass sich das für sie regelrecht rächt, weil sie dann gewissermaßen als Stellvertreterinnen des Feminismus schlechthin angeredet werden, ist albern.

    Viel wichtiger wären mal, zum Beispiel, das sich das Familienministerium mal klar und offen von dem Mist distanziert, dass sie Hilfe bei Gewalt nur für Frauen anbieten. Oder dass Gender-Forscherinnen ausnahmsweise mal nicht Forschungen betreiben, die zum dreihunderttausendsten Mal die Auswirkungen der männlichen Hegemonie auf das Leben der Frauen nachzeichnen, sondern sich systematisch mit der Attraktivität von spezifisch antimännlicher Gewalt auseinandersetzen.

    Antwort

  21. Kapern wir mal die feministische Logik und schauen wir mal durch, in Anwendung auf das aktuell Laufende. Was haben wir da… Eine Bildungsmaschinerie, die dafür sorgt, das Jungen (Männer) „unterbelichtet“ bleiben (sollen), das hat den Vorteil dass die gut bezahlten (ManagerInnen) weiblich werden, und die harten, unterbezahlten Jobs von (brutalen (weil entweder kein Job oder schlechten), unterbelichteten, nicht sozialisierten [habe ich was vergessen]?), Männer erledigt werden (sollen). Als weiterer Erfolgt gesellt sich dann mittelfristig hinzu, dass die Lebenserwartung der Männer nicht oder weit weniger steigen wird (Ziel wäre sie möglichst zu senken (durch z.B. Arbeit bis 70 Jahren oder durch weitere Kürzungen in der eh für Männer nur rudimentär vorgesehenen Gesundheitsvorsorge) zum Wohle der (weiblichen Allgemeinheit)), die der Frauen schon. Es wird also ein ansteigendes Ungleichgewicht der Geschlechter geben, so zu sagen der „humane Solanismus ;o)… Statt aktiv umzubringen (werde jetzt extrem), zieht Frau einfach den maximal möglich Nutzen, der Rest erledigt sich von selbst. Was es jetzt noch braucht, ist die Steuerung des Geschlechts der Neugeborenen.Aber halt, jetzt kommen wir zum Denkfehler… Wer erledigt dann all die schmutzigen, ungebildeten Arbeiten?… Falsche Weg, wir (Fem&Co) brauchen mehr als 10% Männer für den Dreck… Hmm, Sklaven wären nicht schlecht… so um die 30%-40% des unteren Bevölkerungsteils… Da muss feministische Hardco-Basisarbeit geleistet werden, Solana ist da eine Sackgasse, wegen dem Denkfehler (alle Umbringen und dann selber ran müssen). Aber vielleicht erledigt sich das durch genügend hohe Automatisierung ja auch von selbst, lasst wir sie (MINT-Fächer!) bis dahin weiter erfinden… Und mit der Samenbank brauchen wir auch keine Befruchter mehr (seit Alice wissen wir ja, das jeder Beischlaf eh nur eine Vergewaltigung ist und der Penis eine vergrößerte Klitoris; wahre Liebe gibt es nur zwischen Frauen), bestelle mir als Frau den Nachwuchs von der Samenbank (Augenfarbe, Statur, Intellekt (halt geht nicht, ist gendertypisch ja nur anerzogen), austragen über Leihmutter aus irgendeinem armen Land, Pille danach wenn es ein Junge werden sollte und dann neuer Versuch neues Glück. Spätestens wenn die künstliche Gebärmutter erfunden wurde, können wir dann bedarfsgerecht Arbeiter je nach vorherrschender Mode/Laune herstellen…. Die weibliche Kultur ist die Beste, wenn die männliche Überwunden ist ;oP!
    Quintessenz, so betrachtet und überspitzt formuliert hat die Umsetzung der Gedanken von Solanas schon begonnen, oder tut sich irgendetwas im Wohlfühlministerium FÜR Männer (außer dem, was Frauen nützt bei der Umsetzung Ihres Langzeitplans ;o)?
    Okay, alles Überspitzt und nicht ganz ernst gemeint (i know, einige HardCorFemis werden jetzt „tolle Idee“ rufen, und einige vom gleichen Holz aus der anderen Fraktion das Gegenteil…;o)… Summarisch bleibt der Humanismus auf der Strecke (das ist schon länger so und ein eindeutiges Zeichen, dass etwas gewaltig schief läuft)… ist aber nicht schlimm, Männer sind ja auch keine Menschen, sondern nur Mittel zum Zweck (wie war das mit den Sklaven)…
    Was sollte das nun? Zum Nachdenken anregen, vom Eisberg sieht Man(n) auch nur die Spitze, kurz danach säuft die Menschheit dann ab… Zuerst wird sich die Frauheit und einige Jahrhunderte später die Insekten darüber freuen ;o)…
    chris

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  22. Natürlich überspitzt, trotzdem LOL… oder auch nicht LOL

    Gruss
    Kai

    Antwort

  23. Insofern ist der Feminismus von jeher ahistorisch, da er sich ein Geschichtsbild zusammenzimmerte, in dem Männer die Welt beherrschten. Wer nur ein wenig auf die Herrschaftsstrukturen der Welt damals und heute blickt, wird erkennen, dass es in erster Linie Familien und Klans waren, die Herrschaft ausgeübt haben. Der Adel, dessen Macht auch heute noch bedeutend ist, war in dieser Hinsicht ein perfektes System. Die Herrschaftsstrukturen haben sich seit 1789 etwas aufgelöst, wurden in den letzten Jahrzehnten zumindest in Europa demokratischer, doch die Rückkehr der Macht der Klans ist allenthalben zu erkennen. Ein wenig hat auch der Feminismus Klanstrukturen ausgebildet, allerdings fehlt ihm der entscheidende Kitt der Blutsverwandtschaft. Deswegen wird er auch wie alle Ismen letztlich marginalisiert werden.

    Antwort

  24. … eine Reduktion des weiblichen Anteils an der Weltbevölkerung auf 10% fordern, weil das für die Menschheit besser wäre …
    Eine solches Gebilde wäre keine Menschheit mehr, sondern irgendetwas anderes. Menschheit sind Männer und Frauen gleichermaßen und zu gleichen Anteilen.

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