Vom donnernden Schweigen aufrechter Männer

Was macht denn eigentlich das Bundesforum Männer so?

Als vor wenigen Wochen eine EU-Studie veröffentlicht wurde, die allein Gewalt gegen Frauen zum Thema hatte und so den Eindruck erweckte, Frauen würden allüberall Gewalt erleiden, Männer aber würden allüberall Täter sein –

Als das deutsche Familienministerium den einjährigen Geburtstag seines Gewalttelefons feierte, das Hilfe allein weiblichen Gewaltopfern anbietet und dessen Werbung den Eindruck erweckt, Täter seien durchweg männlich –

Da erinnerte ich mich mit Schaudern an die nun schon fern und irgendwie unwirklich absurd erscheinenden Zeiten, als gegen solche millionenscheren regierungsamtlichen Einseitigkeiten allein ein paar private Blogger anschrieben, während sie von den Mainstream-Medien kritiklos weiter verbreitet wurden.

Dass sich das geändert hat, dass diese Zeiten heute wie ein ferner Alptraum erscheinen, liegt insbesondere an dem Bundesforum Männer – dem „Interessenverband für Männer, Jungen und Väter“, der vom Familienministerium finanziert wird.

Eine klare, aber donnernde und unüberhörbare Kritik formulierten die Verantwortlichen des Bundesforums am „sexistischen Umgang mit Gewalt“ seitens der deutschen Regierung und der verantwortlichen EU-Agentur, der „Männern den Anspruch auf Schutz vor Gewalt abspricht und sie zugleich als ewige Täter denunziert“ und der dadurch „dem Ziel der Geschlechtergerechtigkeit erheblich schadet“.

Dankbar angesprochen auf die klaren Worte des Bundesforums stellte sein Vorsitzender klar, dass die Verantwortlichen „weiter nichts als ihren Job“ gemacht hätten – und dass die Mitglieder des Bundesforums „sich schließlich hätten in Grund und Boden schämen müssen, wenn sie hier still geblieben wären“.

Zugegeben: Das habe ich jetzt herbeifantasiert. Das Bundesforum hat eher versucht, die Situation durch demonstratives, aber donnerndes Schweigen zu gestalten. Das hätte auch beinahe prima geklappt, wenn es nur irgendjemandem aufgefallen wäre.

Das aber hat mich  zu der Frage geführt: Was macht den eigentlich das Bundesforum Männer so, wenn es nicht gerade damit beschäftigt ist, politisch Verantwortlichen sein drängendes und unüberhörbares Stillschweigen tapfer entgegenzuschleudern?

Also hab ich mir einmal seine Homepage angeschaut und dort zum Beispiel einen Text gefunden, der sich mit einem der grundlegenden Texte der aktuellen Politik aus männerpolitischer Perspektive auseinandersetzt: mit der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung. Geschrieben hat diese Analyse Thomas Gesterkamp, der insbesondere dadurch bekannt wurde, dass er für die taz und die SPD Männerrechtler als rechtsradikal hinstellte und forderte, sie mit einem „cordon sanitaire“ auszugrenzen, als seien sie eine ansteckende schwere Krankheit.

Um über Männerrechte zu schreiben, ist er also hochqualifiziert (ungefähr in dem Sinne, in dem ja auch ein Abdecker von Berufs wegen qualifiziert ist, sich kompetent über Tierrechte zu äußern). Was also hat das Bundesforum Männer mit Gesterkamp aus männerpolitscher Perspektive beizusteuern?

Auch Herrscher leiden manchmal…  Auffällig ist Gesterkamps Bemühen, Kritik zu üben, ohne das sich jemand kritisiert fühlen muss.
„Skandalös ist das fast vollständige Fehlen des Themas Männergesundheit.“ (S. 7)
Das ist auch schon der deutlichste Satz seines Textes zum Koalitionsvertrag. Typisch für seinen Stil ist eine Passage gleich zu Beginn, in der er auf die Männerpolitik vergangener Jahre zurückblickt.
„Männer galten pauschal nicht als hilfsbedürftig und damit qua Geschlecht auch nicht als förderungswürdig. Sie schienen in keiner Lebenslage Benachteiligungen zu erfahren oder gar ‚Opfer‘ zu sein.“ (4)
Auch jemand, der hier ein kräftiges „Issjaauchrichtigso“ hinterherschickt, muss sich nicht angegriffen fühlen – Gesterkamp spricht hier ein echtes Problem an, lässt aber offen, ob die Situation eigentlich tatsächlich als problematisch verstanden werden muss.
„Dass männerpolitische Anliegen eine eigenständige Legitimation haben und kein bloßer Appendix von Frauenförderung sind, ist keineswegs Konsens.“ (5)
Sollte es denn Konsens sein? Eine Frage, auf die man auf gar keinen Fall vorschnell und ohne gründliches Überlegen antworten sollte.
„Das Thema Verletzbarkeit und Gewalt gegen Männer bleibt wie schon im Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung eine Leerstelle.“ (7)

Womit sehr freundlich ausgedrückt ist, dass dieses Thema dort scheißegal ist. In der Literaturwissenschaft übrigens bezeichnet der Begriff „Leerstelle“ ein zentrales Element eines Textes.

Undsoweiter. Die Leerstelle in Gesterkamps Text selbst wird ganz am Ende gefüllt, wenn er zunächst ausnahmsweise einmal fast deutlich formuliert.

„’Wir wollen die Gleichstellung von Frauen und Männern und die Durchsetzung der Rechte von Mädchen und Frauen zu einer Querschnittsaufgabe deutscher Entwicklungszusammenarbeit machen.‘ Ein ehrbares Ziel, entlarvend formuliert: Besteht die Gleichstellung von Frauen und Männern ausschließlich darin, die Rechte von Mädchen und Frauen durchzusetzen?“ (16)
Da hat er Recht, die Formulierung des Koalitionsvertrags, hier nicht kursiv, ist entlarvend. Doch dann setzt er seinen Text mit folgendem Abschluss fort:
„Aus männerpolitischer Perspektive bestehen an einer solchen direkten Verknüpfung berechtigte Zweifel. Unbestritten ist, dass gerade im weltweiten Maßstab der ‚weiße Mann‘ regiert und Frauen und Mädchen unterdrückt. Dennoch kann es in bestimmten Politikfeldern auch darum gehen, Rechte von Männern durchsetzen.“ (16)

Welcher weiße Mann hier genau gemeint ist, weiß ich nicht, ich bin es jedenfalls nicht. Beruhigend aber ist es zu wissen, wie entschlossen mir das Bundesforum versichert, dass in bestimmten Politikfeldern Rechte von Männern ruhig durchgesetzt werden dürfen – im Unterschied natürlich zu anderen Politikfeldern, in denen diese Rechte nicht so wichtig und auch irgendwie nicht ganz legitim sind.

Der Grund dafür ist klar: Wenn Männer Herrscher sind, dann setzen sie ihre Rechte, und viel mehr als das, ohnehin immer schon durch. Warum sie dann trotzdem noch eine Interessenvertretung brauchen, lässt sich eigentlich nur dadurch erklären, dass unter dem männlichen Unterdrückungssystem eben auch Männer selbst leiden.

So wird denn auch verständlich, warum der Autor jede Kritik an feministisch inspirierter Politik sorgfältig vermeidet. Feministinnen, als Kämpferinnen gegen das „Patriarchat“, sind hier eigentlich Verbündete einer wohlverstandenen Männerpolitik, während Feminismuskritiker ganz gewiss nur die Aufrechterhaltung von Herrschaftsstrukturen im Kopf hätten, unter denen schließlich auch Männer litten.

Das allerdings ist eine arglos demokratieferne Position, für die es bei politischem Handeln nicht um den legitimen Ausgleich verschiedener, ihrerseits jeweils mehr oder weniger legitimer Interessen geht. Stattdessen stehen sich hier notorisch Herrschaftsinteressen und Befreiungshoffnungen gegenüber, und eine sinnvolle stattliche Politik hat nichts anderes zu tun, als sich auf die Seite der Guten zu schlagen, auf die der Befreier.

Wie man Interessen von Jungen und Vätern so vertritt, dass die gar nichts davon merken Insbesondere für Jungen und Väter hat diese Haltung im Text absurde Konsequenzen.
„Die Jungenarbeit soll nicht zu Lasten der Mädchenarbeit ausgebaut werden. Das fordert auch niemand außer ein paar Männerrechtlern.“ (14)

Schande über sie. Wer wolle, dass es unseren Töchtern einmal besser geht, müsse dafür sorgen, dass es den Söhnen schlechter geht – ich kenne keinen Männerrechtler, der sich diese alte kinderfeindliche Haltung der Emma zu eigen gemacht und lediglich die Geschlechterzuordnungen vertauscht hätte. Es wäre ja auch sinnvoll, erst einmal zu prüfen, wofür denn eigentlich schon Geld ausgegeben wird – die ausgerechnet als „antisexistisch“ bezeichnete Jungenarbeit mit ihrer kaum verhohlenen Feindseligkeit gegenüber Jungen ist ja beispielweise durchaus verzichtbar.

Gleichwohl können unter Bedingungen begrenzter Ressourcen Mittel für bestimmte Interessen nur dann erhöht werden, wenn Mittel für andere Interessen gekürzt werden. Da Jungen offenkundig tatsächlich weithin in Not geraten und schulische Nachteile erleben, wäre eine entschlossenere Hilfeleistung für sie sehr wohl nötig. Wer wie Gesterkamp die Legitimität dieser Hilfe davon abhängig macht, dass die seit Jahrzehnten großzügig zur Verfügung gestellten Gelder für Mädchen nirgendwo angetastet werden dürfen – der stellt Jungen de facto also Kinder zweiter Klasse dar.

Wenn so etwas schon von der „Interessenvertretung für Männer, Jungen und Väter“ kommt, wie denken dann eigentlich andere Gruppen in der deutschen Politik über Jungen?

Ähnlich wie Jungen können auch Väter das Gefühl haben, dass Gesterkamp sie in den falschen Film mitgenommen hat.

„’Erforderlich sind bessere Rahmenbedingungen, damit (…) Männer engagierte Vaterschaft leben können.‘ (…) Welche ‚Rahmenbedingungen‘ die Koalition zugunsten aktiver Väter verbessern will, bleibt unklar.“ (13)
Da hat Gesterkamp völlig recht – ebenso unklar bleibt er allerdings auch selbst. Er unterstellt der Bundesregierung
„eine abwartende Position, die lediglich reagiert und ausführt, was die obersten Richter zwingend vorschreiben“ (14)

und würde damit ihr Desinteresse an einer Gleichberechtigung der deutschen Väter klar herausstellen – wenn er hier nur über Väter schreiben würde. Tatsächlich aber betrifft die zitierte letzte Passage Schwule und Lesben.

Dass die stillschweigende Koalition einer reaktionären Familienpolitik und einer feministisch inspirierten Politik keineswegs „herrschaftskritisch“ ist, dass sie Interessen verfolgt, die Interessen anderer verletzt und sich dabei um Grund- und Menschrechte nicht weiter schert – das wird ja gerade Vätern beständig deutlich.

Wer eine Organisation wie den Alleinerziehendenverband VAMV, dessen Politik auf die weitere Ausgrenzung von Vätern ausgerichtet ist, großzügig mit Steuermitteln unterstützt – der wird sich eben nicht gleichzeitig Gedanken darüber machen, welche „Rahmenbedingungen“ erfüllt sein müssen, welche Veränderungen in deutschen Institutionen noch nötig sind, damit Väter mit Müttern gleichberechtigt sein können.

Darüber kein Wort von Gesterkamp – statt dessen füttert er die Illusion, es gäbe eigentlich gar keine Widersprüche zwischen etablierter Frauenpolitik und recht verstandener Männerpolitik. Er macht sich unbeschwert alte feministische Forderungen zu eigen und erklärt frohgemut, dass ihre Verwirklichung auch für Männer ganz prima wäre.

„Betreuungsgeld und Ehegattensplitting legen Müttern die Hausfrauen- oder Zuverdienerinnenrolle nahe und beschränken damit auch die Möglichkeiten von Vätern, neben ihrer Ernährerolle aktive Väterlichkeit zu leben.“ (8)
Nun ist das Ehegattensplitting tatsächlich auch von männerrechtlicher Seite als „Fehlanreiz“ kritisiert worden – als Anreiz nämlich, den Mann auf der Rolle des finanziellen Familienversorgers festzulegen.

Wer allerdings das Splitting abschafft, ohne sich über Rahmenbedingungen gleichberechtigter Partner- und Elternschaft ernsthafte Gedanken gemacht zu haben – der sorgt einfach nur dafür, dass Familien weniger zur Verfügung Geld steht.

Falls alle anderen Bedingungen gleich bleiben, werden es mit hoher Wahrscheinlichkeit die Männer sein, die das mit Mehreinsatz in der Erwerbstätigkeit ausgleichen.  Wenn Gesterkamp jetzt Vätern die geforderte Abschaffung des Ehegattensplitting als Möglichkeit verkauft, „aktive Vaterschaft“ stärker leben zu können, dann ist ihm also bei der beflissenen Übersetzung feministischer in männerrechtliche Forderungen der Sinn für Plausibilität leider etwas abhanden gekommen.

Der Spruch liegt nahe: Wer eine solche Interessenvertretung hat, braucht eigentlich keine Gegner mehr. Immerhin tun sich hier Ressourcen für Jungenarbeit auf, ohne dass Ressourcen für die Mädchenarbeit angegriffen werden müssten: Das Bundesforum bietet offenkundig ein ganz erhebliches Einsparpotenzial. Es würden sich nämlich ganz gewiss viele andere Männer oder vielleicht auch Frauen finden, die für deutlich weniger Geld genau so effektiv schweigen können.

  1. „Die Jungenarbeit soll nicht zu Lasten der Mädchenarbeit ausgebaut werden. Das fordert auch niemand außer ein paar Männerrechtlern.“ (14)

    Über diesen Satz bin ich auch gestolpert und habe dann den Text als Propaganda abgetan.
    Wenn eine Interessenvertretung keine Interessen vertritt, sondern nur Steuergelder ausgibt, dann braucht die wirklich kein Mensch. Das Jungen ein Problem in der Schule haben sieht Gesterkamp aber nicht, wie auch, wo doch noch immer Jungen später in Aufsichtsräte kommen, zwar auch die meisten Schulabrecher bilden, aber 1000 Schulabbrecher gleichen in seiner Logik wahrscheinlich ein Deutsche Bank Vorstand aus. Das diese Jungen, jeder einzelne, ein Träger von eigenen Rechten ist kann so ein über den Kamm scherer nicht kapieren…

    Mir graut nur vor solchen Menschen wie Gesterkamp und Co…

    Antwort

  2. „Unbestritten ist, dass gerade im weltweiten Maßstab der ‚weiße Mann‘ regiert und Frauen und Mädchen unterdrückt.“

    Unbestritten ist, dass gerade im weltweiten Maßstab das Böse regiert und Frauen und Mädchen unterdrückt. Muhahahahaha… Das da so ein Satz drin steht, zeigt doch die feministisch Ausrichtung unserer Politik. Aber das erzähl mal einer Feministin…

    Antwort

  3. Das ist doch klassisches »Derailing« in Reinkultur. Der »weltweite Maßstab« kann nicht relevant für die deutsche Gleichstellungspolitik sein. Würde man diesen Maßstab denn auf anderen Gebieten auch anwenden? Würde man z. B. das Schutzniveau unserer Arbeitsschutzgesetze auf den weltweiten Durchschnitt absenken? – Nein, das würde man nicht. Und deshalb kann nur unser nationaler Rahmen für unsere nationale Gleichstellungspolitik relevant sein.

    Antwort

  4. Erstens: Das Ehegattensplitting ergibt sich bei der Zugewinngemeinschaft zwingend daraus, dass die Partner eine wirtschaftliche Einheit bilden, vergleichbar mit Erbengemeinschaft oder OHG.

    Zweitens: Der Staat ist ein Dieb. Seit Jahr und Tag hält er die Progressionstabelle konstant, so dass es die Bürger Stück für Stück in höhere Steuern schiebt. War früher der Abstand zwischen durchschnittlichem Steuersatz und Spitzensteuersatz 1:18, so ist er heute 1:2, so dass schon jemand mit 4.600,- € Brutto als Lediger in den Spitzensteuersatz rutscht.

    Die Lösung für beide Probleme: Fixe Steuersätze : 25%

    DschinDschin

    Antwort

  5. Interessant ist auch die Seite „Aktuelles“, http://www.bundesforum-maenner.de/category/allgemein/: von 5 aktuellen Einträgen sind
    – 2 dem Fake Statistics Day gewidmet, also den Feierlichkeiten zu der bekanntesten feministischen Fake-Statistik
    – 1 einer Dankesmesse an Geldgeber und Matriarch Schwesig
    – 1 einer Derailing-Veranstaltung namens Boys Days, die davon ablenken soll, daß für Jungen fast nichts getan wird
    – 1 einer Selbstbeweihräucherung im Rahmen einer Vorstandswahl.

    Wir können bei einer Abtastrate von 1* pro Jahr bleiben, der Gesamteindruck beibt kontinuierlich gleich, öfter hinsehen ist Zeitverschwendung.

    Antwort

  6. @stefanolix: völlig richtig. Wobei der Begriff Derailing eigentlich zu harmlos ist, das ist nur ein Weglenken einer vorhandenen Debatte zu einem irrelevanten Nebenthema.
    Hier werden durch Ausweiten der Grundgesamtheit und Bilden einer inhomogenen Grundgesamteit (300 Mio. Europäer mit je 1 Mrd Inder und Chinesen in einem Topf werfen und dann Durchschnitte bilden) Fake-Statistiken, also letztich Falschaussagen bzw. Lügen produziert.

    Antwort

  7. Zumal in China, Indien und muslimischen Staaten überhaupt nicht »der weiße Mann« regieren kann.

    Und bis zur Statistik kommt der Autor ja gar nicht. Es stellt bloß eine vage Behauptung in den Raum

    Antwort

  8. „Zumal in China, Indien und muslimischen Staaten überhaupt nicht »der weiße Mann« regieren kann.“

    Stimmt, Asche auf mein Haupt, ich bin drauf reingefallen.

    Ob „im weltweiten Maßstab“ überhaupt noch weiße Bevölkerungen die Mehrheit haben, scheint durchaus fraglich, und ob in großen Teilen dieser Bevölkerungen vordemokratische Zustände herrschen, ist noch viel fraglicher.

    Um ehrlich zu sein (und um meine Unaufmerksamkeit teilweise zu entschuldigen) sehe ich bei Quellen wie dem Bundesforum oder Frau Schwesig nicht mehr so genau hin: wahrheitsentstellende Propaganda tritt dort derart häufig und regelmäßig auf, daß es langweilig wird, wieder mal etwas gefunden zu haben.

    Antwort

  9. Einige Fragen: Haben MANNdat und Agens irgendwann mal versucht, Mitglied zu werden? Nach welchen (vorgeschobenen?) Kriterien wurden/werden die Mitgliedsverbände ausgesucht? Würde es sich vielleicht für die RICHTIGEN Interessenvertreter lohnen, sich in dieses Bundesforum einzuklagen? Letzteres hätte ja auch möglicherweise auch eine gewissen Öffentlichkeitswirksamkeit! [KlausT]

    Antwort

  10. „Aus männerpolitischer Perspektive bestehen an einer solchen direkten Verknüpfung berechtigte Zweifel. Unbestritten ist, dass gerade im weltweiten Maßstab der ‚weiße Mann‘ regiert und Frauen und Mädchen unterdrückt…

    Stefanolix hat bereits festgestellt, dass die Aussage von T.G Unsinn ist. Dennoch erfüllt die Aussage eine Funktion, nämlich die Funktion des Glaubensbekenntnisses, die Anerkennung der Glaubensdogmen der Genderkirche. Derartige Sätze finden sich in den meisten Texten von Genderisten. Das Glaubensbekenntnis ist gerade dann am überzeugendsten, wenn das Dogma sachlich-inhaltlich unhaltbar ist.

    Antwort

  11. Noch eine kleine Beobachtung, die mir zunächst nicht aufgefallen ist. T.G setzt „weisser Mann“ in Anführungszeichen. Warum? Ist es ein Stilmittel, das Ironie markiert? Offensichtlich ja, denn es markiert im vorliegenden Fall weder eine direkte Rede noch ein Zitat. Das hiesse, dass die Aussage nicht im wortwörtlichen Sinne verstanden werden sollte, weil sie in ihrer Pauschalität nur falsch sein kann. Trotzdem verwendet Gesterkamp die Aussage als Argument gegen eine Abzweigung
    von materiellen Mitteln, die exklusiv der Mädchenförderung vorbehalten sind.

    Der gute Mann hat sein Doppeldenk vollständig verinnerlicht.

    Antwort

  12. >“Unbestritten ist, dass gerade im weltweiten Maßstab der ‚weiße Mann‘ regiert und Frauen und Mädchen unterdrückt.“

    Ich denke, man muss diesen Schlenker wohl biografisch erklären.
    Immer, wenn der ganz kleine Herr Gesterkamp seinen Teller nicht leeressen wollte, sagte Mutti „Du undankbarer Junge! Die kleinen Kinder in Afrika wären froh, wenn sie dieses tolle Essen hätten!“

    Dann wird der Herr Gesterkamp äußerlich älter, aber die inneren Objekte und ihre anklagenden Worte verschwinden ja nicht einfach so. Nicht ohne Nachdenken und geistige Arbeit.
    Erwachsenwerden ist ein langer und manchmal anstrengender Prozess …

    Antwort

  13. Aber doch noch ein klein bisschen was zu seiner Ehrenrettung:
    2007 traute er sich folgende Sätze:
    Die Bücher „“Häutungen” wie “Märchenprinz”, die damals Kultstatus genossen, sind … ziemlich schlechte Literatur. Und auch die in beiden Büchern ausgedrückte platte Männerfeindlichkeit wirkt heute befremdlich.“
    Befremdlich. Hm, schon klar. Das Thema Affekt und Sprache vertiefe ich hier nicht.

    Natürlich will man als guter Junge keiner von den schrecklich lauten und ungehobelten Kerlen sein. Die vielleicht sogar mal verärgert die Stimme erheben. Er arbeitet halt auf seine Weise daran, klare Worte zu finden ;-).

    So auch hier:
    „ein Satz, der ab Mitte der achtziger Jahre als gedrucktes Motto jeden Band der (durchaus lesenswerten!) Reihe “rororo mann” einleitete … lautet: “Der Mann ist sozial und sexuell ein Idiot.” Ich habe den Satz mit einem Fragezeichen versehen.“
    Mit einem Fragezeichen! Yeah, jetzt geht es ab!

    Und immerhin, eines hat er schon 2007 erkannt:
    „Der Softie war das Resultat einer verfehlten Identitätssuche, als Kuschler ohne Ecken und Kanten blieb er im Geschlechterkampf eine tragikomische Figur.“
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Q: http://www.geschlechterdialoge.de/dokumente/Vortrag%20Gesterkamp.pdf

    Antwort

  14. „Unbestritten ist, dass gerade im weltweiten Maßstab der ‚weiße Mann‘ regiert und Frauen und Mädchen unterdrückt…“

    Das ist eine klare und unbestreitbare Rassenaussage. Und sie legt das Gedankengut bzw. die Denkmuster dieser Menschen offen.

    Und sie offenbar politische, wie heißt es immer so schön, „Leitkultur“.

    Ich find das unfassbar. Stört sich hier niemand daran. Vielleicht ist es ja auch nicht klug sich darüber zu echauffieren.

    Antwort

  15. „Unbestritten ist, dass gerade im weltweiten Maßstab der ‚weiße Mann‘ regiert und Frauen und Mädchen unterdrückt…“

    Es sind vor allem die Zweiohrigen, die im weltweiten Massstab Frauen und Mädchen unterdrücken! Was sagt uns das? ÖÖhhmmm …

    Antwort

  16. @ Seitenblick Danke für die Informationen! Noch ein paar mehr solcher Ehrenrettungen, und Gesterkamp wird einen Umzug nach Australien erwägen. Oder ins Kloster gehen. 😉

    Antwort

  17. Gesterkamp ist sowieso eine für mich sehr verwirrende Figur. Im Gegensatz zu vielen anderen feministischen Antimaskulisten habe ich bei ihm den Eindruck, daß ihn die Probleme von Jungen und Männern tatsächlich interessieren.
    Für eine dieser Maskulisten-Widerlegungs-Broschüren hat er mal zwei Kapitel geschrieben, deren Aussage sich für mich las wie „eigentlich haben die ja Recht, aber ich muß trotzdem dagegen sein“.

    Ich weiß gar nicht, ob es böse oder positiv ist, wenn ich spekuliere, daß er möglicherweise Maskulist wäre, wenn man davon leben könnte. Aus dieser Perspektive könnte man seine Forderung nach einem „Cordon Sanitaire“ um Männerrechtler so interpretieren, daß er hofft, deren Argumente und Forderungen würden dann nicht mehr wahrgenommen und er könnte sie unbemerkt als feministische vorbringen. Diese Interpretation würde auch dadurch gestützt, daß er mal ungefähr meinte, man könne den Maskulisten dadurch den Wind aus den Segeln nehmen, daß man ihre Themen selbst bearbeitet.
    Klasse Idee, eigentlich.

    (Einen Umzug ins Kloster würde ich ihm trotzdem nicht mißgönnen. Immerhin leben Männer dort genausolang wie Frauen.)

    Bombe 20

    Antwort

  18. >Gesterkamp ist sowieso eine für mich sehr verwirrende Figur

    Ja, das ging mir bei der Lektüre des genannten Vortrags ähnlich.
    Etwas verwirrend ist darin die Mischung von Flauschigkeitsattitüde und Passagen, die zeigen, dass er verbreitete double standards, die auf Männerdiffamierung beruhen, durchaus bemerkt hat.
    Man findet in der Richtung was, wenn man genau hinsieht:

    >Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass in den letzten zwanzig Jahren eine Art kulturelle Umdeutung des Mannes vom geachteten Ernährer zum verspotteten Deppen stattgefunden hat.

    „Oder dass, entgegen der von manchen Feministinnen vertretenen These vom durchweg “faulen Geschlecht”, die männliche Erwerbsarbeit zugleich Familienarbeit ist, die Ernährerrolle in diesem Sinne als eine männliche Form der Sorge betrachtet werden kann.“

    An einer Stelle klingt er sogar fast ein bisschen nach MGTOW ;-):
    „Väter, die sich in ihrer Familie engagieren, sollten sich einer übertriebenen weiblichen Definitionsmacht im Haushalt und bei der Erziehung widersetzen und ihren eigenen Weg gehen“.

    Und es klingt prinzipiell ja auch erst mal gut, wenn er schreibt
    „Und in diesem Sinne plädiere ich für einen Geschlechterdialog, der sich nicht auf Etikettenschwindel beschränkt, sondern die männliche Perspektive wirklich ernst nimmt.“

    Nun müsste man das nur noch tun ….
    Vielleicht mal den Mut haben, mit Feldstudien so etwas wie die verschiedenen Stimmes von Männern zu eruieren, anstatt das stereotype Geblubber mancher Frauen über imaginierte Männer zu reproduzieren. Forschen statt Kotau!

    Ob hinter dieser in zig Wattelagen verpackten Kritik das Problem steht, dass er von der Seite finanziert wird, auf die er sich kleine, verschämte kritische Blicke erlaubt – tja, gute Frage. Man weiß es natürlich nicht.

    Antwort

  19. eieiei…

    http://sciencefiles.org/2014/04/30/ironische-anfuhrungszeichen-distanzierungsmittel-der-feigen/

    Aber abwertend kann er das Wort ja eigentlich nicht meinen; im Sinne von „Eigentlich sind die Herrscher ja weder weiß noch Mann“.
    Es sei denn, er glaubt im verborgenen Inneren, dass ein ECHTER weißer Mann nicht herrscht, sondern der Frau Untertan ist.

    Ach, dass Sprache immer so kompliziert sein muss.

    Am Ende bleibt wohl, dass er das als Titel verwendet, als Terminus Technicus, der von seinen feministischen Overlords geprägt wurde und in diesem Fall nicht buchstäblich verstanden werden soll.
    Was dann auch die braunen „weißen Männer“ in Indien einschließt.

    Antwort

  20. @ Klaus T Die Frage finde ich auch interessant – ich weiß nichts davon, aber das muss nichts heißen.

    Ich weiß nur, dass der Väteraufbruch Mitglied des Bundesforum Männer ist, dass es damals gegen die Aufnahme des VafK im Bundesforum selbst Widerstände gab.

    Auch für den Väteraufbruch selbst ist die Mitgliedschaft offenbar sehr zweischneidig, das zeigt dieser Kommentar ziemlich deutlich. Daraus wird auch klar, dass MANNdat offenbar keinerlei Ambitionen hat, in das Bundesforum zu gehen.

    Antwort

  21. Ein typischer Titel von Gesterkamp ist Für Männer, aber nicht gegen Frauen , ein Essay für „Aus Politik und Zeitgeschichte“. Er möchte sich schon für Männer einsetzen, aber eben nur unter der Bedingung, dass feministische Positionen – die für ich halt „Frauen“ repräsentieren – nicht ernsthaft kritisiert werden. Als ob es prinzipiell ausgeschlossen wäre, dass feministische Interessen irgendwelche Interessen von Männern verletzen könnten.

    Eigentlich pinselt er damit ein überholtes Frauenbild nach – das der unerschütterbar guten Mutter, die gar keine anderen Interessen haben kann als die, die zugleich auch gut für ihre ganze Familie sind.

    Die Vermutung, dass er konsequenter männerrechtlich wäre, wenn es dafür nur mehr Geld gäbe, finde ich gar nicht hergeholt. Immerhin besetzt er ja jetzt auch eine Marktlücke, die einigermaßen lukrativ ist: Die eines Experten für Männerrechte, der zugleich völlig feminismusfreundlich ist.

    Antwort

  22. Die Beschäftigung mit der Frage, wie die Männerrechte-Placebo-Einrichtung Bundesforum Männer finanziert wird, gestaltet sich spannend.
    Dieser Quelle:
    http://www.monika-lazar.de/fileadmin/user_upload/dokumente/schriftlichefragen/schrfragen1u2_juli2010_antwort.pdf
    ist zu entnehmen, dass das Bundesforum eine Anschubfinanzierung in Höhe von 110.200 Euro erhielt, Zeitraum 1.9. 2009 bis 31.8.2010.
    Im Bundeshaushalt 2013, hier abrufbar:
    http://www.bundeshaushalt-info.de/fileadmin/de.bundeshaushalt/content_de/dokumente/2013/soll/Haushaltsplan-2013.pdf
    ist unter dem Einzelplan 17 (S. 2525) des Bundesministerium für alles außer Männer kein Eintrag zum Bundesforum zu finden, auch sonst ergibt die Suche mit Bundesforum keinen Treffer.
    Die Finanzierung des Deutschen Frauenrats – 579.000 Euro im Jahre 2013 – wird auf S. 2549 z.B. offen ausgewiesen.
    Der erstgenannten Quelle lässt sich entnehmen, dass die Finanzierung des Bundesforumss aus dem Haushaltsansatz Nr. 68421 erfolgt. Der befindet sich im Bundeshaushalt 2013 auf Seite 2548: „Zuschüsse und Leistungen für laufende Zwecke an Träger für Aufgaben der Familien- und Gleichstellungspolitik sowie für ältere Menschen, insgesamt ca. 36,8 Millionen Euro sind ausgewiesen, eine weitere Aufschlüsselung des Betrags ist nicht enthalten. [KlausT]

    Antwort

  23. Richtig guter Text, wie üblich!

    Das hier

    https://www.change.org/de/Petitionen/deutsche-bundesregierung-keine-%C3%B6ffentliche-finanzierung-von-genderismus-an-hochschulen-und-schulen

    sollte am besten ganz Deutschland unterschreiben! Wer es noch nicht getan hat, sollte, besser: MUSS es unbedingt noch tun.

    Wenn jeder den Link an 10 weitere Menschen weiterverbreitet, klappt das!

    Grüße von

    Matthias

    Antwort

  24. Was ich an dieser Petition traurig finde, ist der voellig unnoetige Schwachsinn vom „Marxismus-Leninismus“. Die richtige Sache wird hier missbraucht. Dazu kommt noch z.B. „für die besten deutschen Sozialwissenschaftler nicht interessant“ — damit wird genau „Dr. habil. Heike Diefenbach“ gemeint, wie man aus den „ScienceFiles“ (auch so ein Missbrauch) weiss.

    Welche Bedeutung haben die „deutschen Sozialwissenschaften“ fuer „Hochschulen und Schulen“ insgesamt (worauf sich ja die Petition bezieht, laut Titel)?

    Ohne diesen reinen privaten Unsinn der Autoren waere die Petition schon in Ordnung. So aber — Nein Danke.

    Antwort

  25. „privaten Unsinn der Autoren“
    Leider passiert dergleichen ständig auf sciencefiles.
    Man kann natürlich, wenn man politisch agitieren will, etwas übertreiben, aber die Übertreibungen sind wieder mal derart maßlos und pauschalisierend („Retardierung eines Bildungssystems“, „Niedergang der Bildung“, „die fähigsten Köpfe aus Deutschland abwandern“ usw.), daß es unglaubwürdig wird.

    Antwort

  26. Irgendwie seh ich auch nicht so recht, das ausgerechnet der „weiße Mann“ im Gegensatz zu andersfarbigen Männern sich besonders durch seine frauenunterdrückerischen Qualitäten hervortun würde….

    Antwort

  27. […] und Meschenrechtler Lucas Schoppe hat sich auf seinem Blog man-tau.com im Artikel “Vom donnernden Schweigen aufrechter Männer” mit Gesterkamps männerfeindlichen Äußerungen […]

    Antwort

Antwort

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s