Film

Wie Jungen zu Männern und Erwachsene zu Kindern werden – Richard Linklaters „Boyhood“

Bild zeigt das Logo Boy Hood.
geschrieben von: Lucas Schoppe
Über Richard Linklaters Film Boyhood schreibt Jochen Bordwehr in der taz:
„Das Leben eines Jungen interessiert Linklater, weil er wissen möchte, wie jemand ein Mann wird. Da dies nur in Gesellschaft möglich wird, sehen wir gleichzeitig, wie noch eine ganze Reihe anderer Menschen etwas wird: Die Zeit verändert alle.“
Das legt den Gedanken an einen klischeehaften Film nahe: Wir werden nicht als Mann geboren, wir werden dazu gemacht – wir werden dabei natürlich vom sozialen Umfeld geprägt – und mehr noch, nichts bleibt, wie es war, und die Zeiten ändern sich. Das aber täuscht. Der fast drei Stunden lange Film ist wesentlich differenzierter, ist zugleich unspektakulär und packend, und er führt tatsächlich vor, wie ein Junge zum Mann wird. Aber eigentlich geht es darum, wie Kinder erwachsen werden in einer Welt, in der die Eltern selbst nicht recht wissen, was dieses „Erwachsensein“ eigentlich ist.

Und: Es ist ein Film, der beiläufig und nachhaltig Zweifel daran wecken kann, ob Klischees gegenwärtiger geschlechter- und familienpolitischer Debatten eigentlich über ihre mediale Verwertung hinaus und für das Leben von Menschen eine ernstzunehmende Bedeutung haben.

Bibeltreue Hinterwäldler und eine postmortale Wiedervereinigung Als „überwältigend“ beschreibt Wenke Husmann den Film in der Zeit, , für Christiane Peitz vom tagesspiegel ist er schlicht „der schönste Film des Jahres“,  für Andreas Kilb von der FAZ „ein Triumph des amerikanischen Kinos aus europäischer Tradition“. Bei Rotten Tomatoes , der amerikanischen Internetplattform für die Sammlung von Filmkritiken, hat der Film derzeit die Traumquote von 100% positiven Bewertungen, und das ist verständlich.

Für ihn spricht allein schon die Zeit, die er sich lässt und die er nutzt, ohne langweilig zu werden – auch die Zeit, die Linklater für seine Entstehung genutzt hat. Der Film wurde über einen Zeitraum von zwölf Jahren gedreht, mit nur jeweils wenigen Drehtagen am Stück, und die Veränderungen sind an allen Schauspielern sichtbar – am deutlichsten an der Hauptperson, Mason jr. (Ellar Coltrane), der zu Beginn des Films gerade auf die Schule gekommen ist und der am Ende sein erstes Zimmer im College bezieht.

Der Film beginnt mit einem Umzug, einem von vielen: Olivia, die Mutter (Patricia Arquette), zieht mit ihren beiden Kindern Mason jr. und der älteren Schwester Samantha (Lorelei Linkwater, die Tochter des Regisseurs) nach Austin in Texas, weil sie dort ihr Studium beenden will. Von ihrem Mann Mason (Ethan Hawke) ist sie getrennt, und nachdem er für eineinhalb Jahre in Alaska gelebt hat, sieht er seine Kinder zu Beginn des Films zum ersten Mal nach langer Zeit wieder.

Hier wird der Film dann beiläufig zu einer kurzen Studie über die verquere Kommumunikation von Trennungseltern: Mason verbringt einen gelösten, fröhlichen Tag mit den Kindern, die wollen ihm schließlich ihre Zimmer zeigen, er geht mit ihnen nach Hause – und die Mutter beschwert sich, dass er damit die vereinbarte Übergabe der Kinder umgangen, ihre Tagespläne durcheinander gebracht und zudem mit den Kindern noch nicht einmal Hausaufgaben gemacht habe.

Mason und Samantha sehen ihrem Vater schließlich vom Fenster aus zu, wie er wortlos und nach der Zurechtweisung durch die Mutter geht, ohne sich von ihnen verabschieden zu können.

Die Perspektive dieser Szene prägt den Film: Die Kinder sehen den Erwachsenen zu, meist sehr ruhig, gelassen, besorgt, enttäuscht, und sie finden es oft ausgesprochen unverständlich, was ihre Eltern tun.

Die Hoffnungen, Vater und Mutter könnten wieder zueinander finden, versanden still, als die Mutter ihren College-Professor näher kennenlernt und schließlich heiratet – Mason jr. wird auch hier früh stiller Zeuge ihrer Freundschaft, als er seine Mutter in eine Vorlesung begleitet. Der Mann erweist sich als Alkoholiker, der erst die Kinder, dann die Mutter schikaniert und den sie verlässt, als er gewalttätig wird.

Olivia aber hat hier ihr Studium beendet und unterrichtet nun selbst Psychologie am College. Sie beginnt in einer Umkehrung der gerade beendeten Situation eine Beziehung mit einem Studenten, und auch hier beobachtet der nun schon jugendliche Mason jr. auf einer Party in ihrem Haus wortlos die Annäherung. Sie heiratet wieder, wieder scheitert die Ehe.

Noch einmal sieht Mason jr, sie bei einer Vorlesung, dieses Mal jedoch bei einer, die sie selbst am College hält: Thema ist ausgerechnet die Bindungstheorie John Bowlbys, und Olivia erzählt ihren Zuhörern überzeugt, mit innere Beteiligung und mit Witz darüber, dass es für Menschen lebenswichtig sei, sich an andere Menschen binden zu können.

Auch beim Vater taucht das Motiv der Bindungssehnsucht auf: Ein besonderes Geschenk, dass er seinem Sohn zum Geburtstag macht, ist das „Black Album“ – eine CD, die er selbst gebrannt hat, zusammengestellt aus Sololiedern der vier Beatles. Für ihn ist diese Zusammenstellung der Beweis, dass keiner der vier Beatles für sich, sondern allein die Kombination und Kooperation der vier das Besondere an dieser Gruppe geprägt habe. Eine postmortale Widervereinigung, in der sich die jugendliche Attitüde des Vaters – seine Begeisterung für Rock- und Popmusik, das sorgfältige Zusammenstellen einer eigenen CD – mit seiner Sehnsucht nach einer Heilung der Trennung verbindet.

Anders als die Mutter aber lebt er schließlich auch in einer stabilen Bindung, hat ein Kind mit einer anderen Frau, deren Eltern bibeltreue texanische Hinterwäldler sind. Ihre Mutter schenkt Mason jr. seine erste Bibel, eine „Jesus Bibel“ natürlich, in der alle Zitate von Jesus rot hervorgehoben sind – ihr Vater schenkt ihm sein erstes Gewehr, dass er selbst schon von seinem Vater geschenkt bekommen habe, als er etwa in dem Alter Masons gewesen sei.

Die Szene ist nicht satirisch gestaltet, obwohl hier gerade im Kontrast zum Obama-Fan Mason sr. eine Bloßstellung der Großeltern als engstirnige Frömmler leicht gewesen wäre. Linklater erklärt im Interview die autobiographischen Wurzeln dieser Situation und erzählt von Stief-Großeltern, die er plötzlich gehabt habe und die ihm als Dreizehnjährigen Bibel und Gewehr geschenkt hätten, als selbstverständliches ost-texanisches Initationsritual – „my redneck Bar Mitzvah“.

Zwei Aspekte prägen diese Szene, die für den Film insgesamt bedeutend sind. Der Verzicht darauf, etablierte politische Frontlinien (Republikaner vs. Demokraten, Traditionalisten vs. Progressive, Land vs. Stadt etc.) blind nachzuzeichnen und dabei Partei zu ergreifen – und die Bedeutung des elterlichen Erbes, der Weitergabe von den Eltern an die Kinder.

Als Mason sr. seinem Sohn stolz erzählt, dass er seinen alten Wagen sehr vorteilhaft verkauft habe, um sich den neuen, familientauglicheren leisten zu können, ist sein fünfzehnjähriger Sohn schwer enttäuscht – den alten Wagen nämlich hatte der Vater ihm, als er noch ein kleines Kind war, zu seinem sechzehnten Geburtstag versprochen. Der Vater hat das Versprechen längst vergessen, dem Sohn war es ein Jahrzehnt lang präsent, und er kann nicht verstehen, dass es für den Vater nicht die gleiche Bedeutung hatte.

Das Motiv der Enttäuschung der Kinder durch ihre Eltern durchzieht beiläufig den ganzen Film.

Die Freiheit der Erwachsenen und die Verantwortung der Kinder Möglicherweise ist es gerade die Freiheit von selbstverständlich gültigen familiären Ordnungen, von vorgestanzten Lebenswegen, die ihre Eltern überfordert. Der Vater wirkt zu Beginn im Spiel mit seinen Kindern oft eher wie ein großer Bruder als wie ein Vater – er singt ihnen ein Lied vor, in dem er seine Schwierigkeiten als Trennungsvater besingt und das für Erwachsene gewiss rührend ist, die Kinder aber überfordert – er fordert hartnäckig, dass seine Kinder doch bitteschön mit ihm reden sollten – und sein Versuch, bei der Gelegenheit gleich ein wenig Sexualaufklärung zu betreiben, endet in einem peinlichen, für alle Seiten aber auch witzigen Fiasko: „Macht nicht meine Fehler nach, nehmt Kondome“ rät er den fassungslosen Kindern, die eben diesen Fehlern ihr Leben verdanken.

Im Laufe des Films aber wächst der Vater aus dieser Haltung heraus, und was zu Beginn skurril wirkt – wie das hartnäckige Bestehen darauf, dass seine Kinder doch bitte mit ihm reden mögen –, trägt dazu bei, dass die Beziehung zu den Kindern intakt bleibt. Am Schluss führt er ein Gespräch mit seinem Sohn, in dem er ihm zuerst wie ein guter Kumpel rät, man müsse nur – wie er selbst, der in einer Band gespielt habe, oder wie der Sohn mit seiner Begeisterung für Fotografie – etwas Besonderes haben und sich von der Masse abheben, dann würden die Frauen Schlange stehen.

Dann aber verwandelt sich das Gespräch in ein ernsthaftes Vater-Sohn-Gespräch: Mason jr. fragt, worum es eigentlich geht im Leben – und der Vater antwortet lachend, davon auch keine Ahnung zu haben: „Wir improvisieren alle nur.“

Die Zeit der bescheidwissenden Erwachsenen ist in diesem Film lange vorbei, aber der Vater präsentiert wenigstens ein erfolgreiches Modell des Improvisierens im Blindflug – und der Rat an den Sohn, darauf zu achten, dass er etwas Besonderes haben solle, bekommt in diesem Kontext eine andere, weitere Bedeutung als vorher. Ein ironisiertes Vater-Sohn-Gespräch, dass gerade in seiner Ironie schließlich ernsthaft werden kann.

Masons Leidenschaft für das Fotografieren, die für seinen Weg eine zentrale Bedeutung gewinnt, erläutert Linklater im Interview ganz in diesem Sinn als ein Erbe seines Vaters – er sollte zunächst „ein Musiker werden würde, wie sein Vater im Film“, als aber der Schauspieler Ellar Coltrane über die Jahre hinweg eine „visuelle Ader“ entwickelt habe, habe er ihn zum Fotografen gemacht.

Die Entwicklung der Mutter ist deutlicher, ihre Pointe aber auch bitterer. Olivia ist schließlich längst etabliert, hat sehr viel mehr aus sich gemacht als Mason sr., unterrichtet am College – aber am Ende ist sie noch immer die Tochter, die den Sohn in die Elternrolle drängt. Als Mason jr. seine Sachen packt, um sein Zimmer im College zu beziehen, sitzt sie am Tisch und fängt plötzlich an zu schluchzen. Viele Meilensteine, so sagt sie, lägen nun hinter ihr, nur einer noch vor ihr: ihre Beerdigung. Gerade als der Sohn geht, hält sie ihn in einer ultimativen Verantwortung für die verzweifelte Mutter fest.

Sie hat zielstrebiger als Mason sr. ihren Weg durch die Institutionen gemacht und sich erfolgreicher etabliert, aber ihre Entwicklung wirkt am Ende äußerlicher als die des Vaters.

„Dass sie am Ende trotz aller Irrwege in Liebesdingen dann doch immer genau das Richtige tut, hat sie ihrer tiefen Menschlichkeit zu danken.“
So Wenke Husmann in der Zeit, und das hat mehr mit gängigen Mutteridealisierungen zu tun als mit der Filmfigur der Olivia. „You are responsible for your Actions“ (Du bist verantwortlich für Deine Handlungen) steht auf einem Plakat in der Schule an dem Mason vorbei geht, als er sich nach einem erneuten Umzug wieder einmal in einer neuen Schule und neuen Schulklasse vorstellen muss. Der pädagogische Spruch fordert Kindern selbstverständlich etwas ab, was die Erwachsenen des Films immer wieder verweigern.
Zielstrebige Frauen, verwirrte Männer und eine Welt voller Roboter Der Vater hingegen, in Husmanns Augen am Ende schlicht „als biederer Versicherungsangestellter verbürgerlicht“, hat eine Balance gefunden zwischen zwei Extremen, von denen das eine Olivia besetzt und das andere ein Freund, der am Ende des Films, mit verbrauchtem Gesicht und unveränderlichem Selbstbewusstsein, noch immer ein stilvoll-erfolgloses Leben als Gitarrist einer Bluesband führt: zwischen den Extremen der Anpassung an vorgeformte Lebenswege und der weitgehenden Verweigerung.

Die Elternkonstellation wiederholt sich bei Mason jr. und seiner ersten Freundin, Sheena, die ihn kurz vor dem Ende der Highschool für einen College-Studenten verlässt. Sie wirkt neben Mason zielstrebig, sauber und geschmackvoll gekleidet, bereit für die Zukunft – er wirkt neben ihr wie ein Loser, der es nicht für nötig hält, ab und zu auf sein Äußeres zu achten und der Phantasien spinnt, ob denn nicht möglicherweise alle Menschen Roboter sein könnten, und ob es eigentlich vermeidbar sei, selbst zum Roboter zu werden.

Es wäre leicht, solche Konstellationen von zielstrebiger Frau und verwirrtem Mann mit Rosins Rede vom „Ende der Männer“ zu interpretieren, aber solchen Interpretationen entgingen gerade die wichtigsten Elemente der Situation.

Tatsächlich blitzen ab und zu Männlichkeitsklischees in dem Film auf, aber sie werden abgehandelt wie eine ungeliebte Hausaufgabe und bleiben unverbunden: der College-Professor, der sich als gewalttätiger Alkoholiker erweist – die Freunde, die sich ganz wie in der Holzhammer-Teenie-Komödie American Pie gegenseitig mit phantastischen Erzählungen über ihre sexuellen Erfolge unter Druck setzen, die dabei mit Kennermiene abfällig über die „Pussies“ reden, aber eigentlich noch allesamt sexuell unerfahren sind.

Von solchen gängigen Klischees ist der Film sonst weit entfernt. Seine Perspektive thematisiert er unterschwellig selbst in einer Szene, in der Mason jr, ein Footballspiel an seiner Schule fotografieren soll, seine Kamera aber nicht auf das Spiel richtet, sondern viel faszinierter ist von den Strukturen eines Netzes an der Seite und dem Blick auf die Zuschauer durch dieses Netz.

Auch der Film selbst lässt einschlägige Momente aus – Masons und Sheenas ersten Kuss zum Beispiel, oder den Moment ihrer Trennung – und zeigt stattdessen alltäglichere Augenblicke, wie etwa ein Gespräch Masons und Sheenas, das sie spät in der Nacht in einem Imbiss Austins führen, in Gedanken schon beim bald beginnenden College.

Gerade weil der Film auch formal viele Klischees vermeidet, wirken hier gewohnte Interpretationsroutinen plötzlich hohl. Eine große Ähnlichkeit hat er darin mit einem anderen Werk, das ebenfalls über Jahre hinweg und umfangreich von familiären Beziehungen in den USA des beginnenden 21. Jahrhunderts erzählt: mit Jonathan Franzens Freedom. Franzens Roman ist wie Linklaters Film geprägt von einer deutlichen, vielleicht auch ratlosen Skepsis gegenüber den Versprechen einer Freiheit, die sich als beständige Möglichkeit der Auflösung von Bindungen definiert – und von einer Aufwertung menschlicher Bindungen, die im Roman wie im Film vor allem familiäre Bindungen sind.

Das als einen konservativen Backlash hinzustellen, würde lediglich die gewohnten, aber auch bequemen Frontlinien in geschlechter- und familienpolitischen Debatten nachziehen – die bürgerliche Familie erscheint im Roman wie im Film nicht als heilsbringende Institution, aber ihre Auflösung eben auch nicht als Schritt in die Freiheit. Resultat dieser Auflösung sind hier nicht freie Erwachsene, sondern Erwachsene, die sich angesichts ihrer Überforderung in kindlichen Positionen zurückziehen und die ihren Kindern früh Elternverantwortung auferlegen.

Der Film erzählt, wie auch Franzens Roman das tut, über eine große Zeitspanne, er dokumentiert die Veränderungen seiner Protagonisten wie die der Nebenfiguren, er lenkt dabei meist die Perspektive weg von spektakulären und gewohnten Schlüsselmomenten und hin zu unscheinbareren Alltagssituationen. Sein Interesse ist offenkundig nicht die Frage, wie Protagonisten sich in aus vielen Filmen gewohnten Positionen – als zielstrebiger Erfolgsmensch, als wehrhaftes Opfer, als jämmerlicher Loser – präsentieren.

Sondern die Frage, was denn eigentlich ein Leben trägt.

Dass diese Frage aber nicht mit dem twitter- und aufschrei-tauglichen Instrumentarium gängiger aufgeregter geschlechter- und familienpolitischer Debatten beantwortet werden kann, ist bei Licht besehen keine große Überraschung.
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3 Comments

  • Wow… Danke für diese vorzügliche Rezension. Wie Du die Protagonisten des Filmes beschrieben hast, verdient aus meiner Sicht schon eine besondere Anerkennung.

    Mich persönlich hat neben der Beschreibung des Films das Ende Deines Beitrages beeindruckt, in dem Du einerseits zu Recht die Familie nicht als die heilsbringende Institution beschreibst, andererseits deren Auflösung auch nicht als den Schritt in die Freiheit betrachtest.

    Gäbe es eine Anleitung, was denn nun das Leben trägt, dann wären wir Einheitsmenschen. Gut, dass dem nicht so ist. Es gibt nun mal kein Patentrezept fürs Leben, denn letztendlich besteht es aus einem mehr oder weniger immerwährenden Kampf. Der letzte Satz sind keine aufgeschnappten Kampfworte, sondern meine eigene Erkenntnis aus vielen Jahren innerer Kämpfe.

  • Vielen Dank für den Kommentar! Der Film ist toll – sehr unspektakulär, mit Ausnahme der sichtbaren Veränderungen der Schauspieler über den langen Zeitraum der Drehzeit.

    Er ist aber beeindruckend gerade im Hinblick auf den Aspekt, den Du ansprichstb – als Reflexion darüber, was Familie bedeutet, und auch als Geschichte darvon, wie wichtig – selbst nach Trennungen – beide Eltern für Kinder sind.

  • Bin vor ein paar Tagen endlich dazu gekommen, mir den Film anzuschauen – nicht zuletzt durch deine Rezension hatte ich ihn weiterhin auf dem Zettel.

    Kann mich Christines „wow“ nur anschließen – eine ausgesprochen lesenswerte Rezension. Finde auch deine Zusammenfassung treffend:
    „Aber eigentlich geht es darum, wie Kinder erwachsen werden in einer Welt, in der die Eltern selbst nicht recht wissen, was dieses „Erwachsensein“ eigentlich ist.“

    Die Szene mit seiner Mutter
    „Gerade als der Sohn geht, hält sie ihn in einer ultimativen Verantwortung für die verzweifelte Mutter fest“
    habe ich beim Anschauen nicht so dramatisch empfunden. Vermutlich, weil ich den Eindruck hatte, dass Mason jr. in seiner Entwicklung schon weit genug ist, um sich abzugrenzen.

    Er hat ja dazugelernt. So wie manch andere Kinder lernen mussten – wenn auch manchmal sehr mühsam-, die Verantwortung für die Erwachsenen aufzugeben oder schlussendlich abzulehnen. Um ihr eigenes Leben leben zu können.

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