Sexismus

Selbst das Wetter ist frauenfeindlich, oder: Was genau ist eigentlich Sexismus?

Frosch am Wasser
geschrieben von: Lucas Schoppe
Ein Urlaub von zwei Wochen hat, zusätzlich zu den allgemein vertrauten Annehmlichkeiten, einen mir bislang noch unbekannten, aber erheblichen und äußerst angenehmen Vorteil: nämlich den, dass ein Twitter-Sturm, der nach Beginn der Reise begann, vor ihrem Abschluss auch schon wieder beendet ist. Oder erinnert sich noch jemand an das sogenannte „Fappygate“ (falls nicht, möchte ich hiermit darauf hinweisen, dass der Versuch einer Übersetzung des Begriffs ausgesprochen aussichtslos ist)?

„Du Wichser!“ – „Selber Wichser!“ – „Frau Lehrerin!! Er hat mich WICHSER genannt!!“ Die Auseinandersetzung, die exakt das hier nur kurz skizzierte Niveau erreichte, führte immerhin zu einigen Überlegungen zum Thema „Sexismus“, die ich auch nach meiner Reise noch interessant fand. Es lohnt sich, darauf noch einmal einzugehen – weil die Auseinandersetzung darüber in meinen Augen einen zentralen Konflikt in heutigen Geschlechterdebatten klarer macht.

Frosch

 

Sexistisches Wetter. Und ein Frosch, der sich nie und nimmer in einen Prinzen verwandelt. Aber sag mal: Fappt der eigentlich die ganze Zeit?

Vorher aber ist es wichtig, noch einmal kurz daran zu erinnern, was damals vor nunmehr ca. einer Woche passiert war – und sei es nur, weil es Spaß macht, seltsame und skurrile Geschehnisse einmal kurz zusammenzufassen.

Redest du noch, oder fappst du schon? Yasmina Banaszczuk, Bloggerin des stern, entdeckte in einem viel gelobten Text Andreas Riekmanns über die Jugendkultur auf Youtube und in anderen sozialen Netzwerken eine verdächtige Passage: Riekmann schrieb darüber, dass sich hier eine eigenständige Jugendkultur entwickelt habe, zu der viele Erwachsene mittlerweile keinen rechten Zugang mehr fänden.

Nun gehört die Aussage, dass die Jugend heutzutage irgendwie auch nicht mehr so sei wie früher, bekanntlich zu den Standardaussagen jeder bislang bekannten Generation von Erwachsenen. Gleichwohl erinnerte sich Banaszczuk daran, dass sie über Youtube schonmal so etwas ähnliches gesagt hatte, und beschuldigte Riekmann öffentlich des Plagiats.
Nun schaltete sich der Blogger Sascha Pallenberg  ein, verglich die beiden fraglichen Passagen und machte sich über den tatsächlich voreiligen Vorwurf lustig. Zwischen ihm und Banaszczuk entspann sich, natürlich twitteröffentlich, ein kurzer Disput, den die wortgewandte Stern-Bloggerin effektvoll abbrach.
„fappst du dir eigentlich die ganze Zeit einen drauf mich vergeblich zu dissen oder bist du einfach so ein nervender Zeitgenosse?“
Menschen, die nicht so treffsicher wie Banaszczuk den Slang der Dreizehnjährigen vergangener Jahre nachahmen können, brauchen hier vielleicht eine Übersetzung. „Fappen“, so die Seite Mundmische, sei ein Wort für „masturbieren“ – eine Wortschöpfung, basierend auf dem „fap-fap-fap“-Geräusch, den die Vorhaut angeblich beim schnellen Vor- und Zurückziehen mache.
Nun machte Sascha etwas ganz Dummes, Skandalöses. Er twitterte einem Dritten:
„ich gebe zu Ich habs getan aber nur damit @Frau Dingens das auch mal erlebt hat“
Ich gebe zu: Im Rückblick nach einem wohlverdienten Urlaub kommt es mir natürlich etwas unwirklich vor, dass hier tatsächlich Erwachsene miteinander kommunizierten. Zumal, da Frau Dingens – Banaszczuks Twitter-Name – sogleich die Gelegenheit nutzte, die Äußerung ausgiebig zu einem Skandal zu machen:
„Meint ich müsste das ‚auch mal erleben‘ dass sich jemand einen auf mich runter holt“.
Und so ging es dann weiter: Sascha Pallenberg erhielt Drohungen wie die, ihm die Beine zu brechen – Yasmina Banaszczuk erhielt Nachrichten wie die, in der ihr ein Zeitgenosse mitteilte, gerade auf ihr Bild masturbiert zu haben – die grimmebepreiste Aufschrei-Initiatorin Anne Wizorek forderte, Sascha Pallenberg von der nächsten Netz-Konferenz re:publica auszuschließen – und Banaszczuk löschte ihren Twitter-Account.
Schimpftiraden und andere Offenbarungen Endgültig skurril wurde alles aber erst, als sich dann auch noch Antje Schrupp mit zwei Texten einschaltete. Auch sie musste Banaszczuks galante Äußerung erst einmal übersetzen. Sie
„heißt so viel wie ‚Holst du dir darauf einen runter?‘ Der Satz ist also eine Meta-Bemerkung in einer Diskussion. Sie behauptet, dass in einer laufenden Debatte sexistische Muster im Spiel sind und verweist den Angesprochen auf seine Rolle als jemand, der grade dabei ist, männliche Privilegien auszuspielen.“
Oder, um dasselbe noch einmal in den unsterblichen Worten einer Astrid Lindgren-Verfilmung zu sagen: „Ich mach mir die Welt, widdewidde, wie sie mir gefällt.“

Ganz ehrlich: Ohne Frau Schrupp wäre ich nie auf die Idee gekommen, jemanden als „Wichser“ zu beschimpfen und ihm dann zu erklären, dass diese Äußerung lediglich einen Versuch der Meta-Kommunikation darstelle. Mitten in sein blödes, verdutztes Gesicht hinein – super, merk ich mir.

Das Problem, so Schrupp, sei jedenfalls lediglich die empfindliche Reaktion von Männern, wenn eine Frau „nicht freundlich genug zu ihnen ist.“ Das ist übrigens ungefähr so, als würde man einen Faustschlag ins Gesicht als „nicht ausreichend zärtliche Berührung“ umschreiben.

Auch das finde ich toll: Ich beschimpfe jemanden heftig, und wenn er sich beschwert, mach ich ihm klar, dass er hier nur sein „ x (passende Bezeichnung bitte selbst einfügen) privilege“ ausspiele und offenbar seinen Herrschaftsanspruch auf beständig freundliche Behandlung geltend mache. Wenn eine Frau einen Mann öffentlich und aus heiterem Himmel als „Wichser“ bezeichnet, ist das nämlich und natürlich keine Beleidigung, sondern ein subversiver Akt, nur um das mal festzuhalten.
„Dieser Tweet ist ein Sexismus-Vorwurf und kein Sexismus, nur um das mal festzuhalten.“
Damit kommt Schrupp nun tatsächlich zu einer interessanten These. Für sie spiegelt Banaszczuk mit ihrem Fapp-Vorwurf lediglich Pallenbergs Verhalten, und das nehme ich vollkommen anders wahr. Tatsächlich sexualisiert die Stern-Bloggerin die Diskussion nicht nur unvermittelt, sie agiert auch massiv unterstellend – und dies in einer Weise, die umgekehrt einem Mann einer Frau gegenüber so wohl kaum möglich wäre. Einem Mann stünden dabei nämlich nicht die Geschlechterklischees zur Verfügung, an die Fr. Dingens problemlos anknüpfen kann.
Was Pallenberg, so Dingens,  als Mann sage, habe überhaupt keinen sachlichen Wert – es sei eigentlich überhaupt keine Kommunikation, sondern im Kern lediglich eine peinliche öffentliche Masturbation – und alles, was davon bei ihr ankomme, sei ein primitives „Fab-fab-fab“-Geräusch. Oder, noch einfacher und egozentrischer: „Gib’s zu, insgeheim bist Du doch eigentlich nur geil auf mich.“
Diese selbstverständliche Entwertung dessen, was ein Mann sagt, ist natürlich sexistisch. Warum Schrupp das anders sieht, lässt sich mit einer Gegenüberstellung aus einem Beitrag im Gedankenreiter-Blog  erklären: Es sei unstrittig, dass es
„sich bei Sexismus um Diskriminierung handelt, die sich auf das Geschlecht der Person bezieht.“
Zugleich werde der Begriff aber noch in einer anderen Definition verwendet, nämlich als Ausdruck eines Machtgefälles:
„Da die Macht auf Seiten der Männer ist, können Frauen daher Männer vielleicht beleidigen, aber nicht sexistisch diskriminieren.“
Das eben ist die Definition, der sich auch Schrupp anschließt:
„Sexismus strukturiert die symbolische Ordnung, die uns umgibt, er lässt sich durch Argumentationen nicht wegkriegen. Sexismus ist eine Tatsache, keine Meinung.“
Das heißt: Einzelne sexistische Akte sind jeweils eben deshalb sexistisch, weil sie Ausdruck einer tiefen,  grundsätzlichen gesellschaftlichen Struktur sind, vor der wir nirgends Schutz finden können. Es sei daher gar kein Wunder, dass viele diese basalen Herrschaftsstrukturen gar nicht wahrnehmen könnten:
„Wir können nämlich nicht eine sexistische Ordnung zu Hilfe rufen, um diese Ordnung zu bekämpfen. Denn diese Ordnung findet sich selbst ja gar nicht falsch, sondern richtig und normal.“

Tatsächlich kopiert diese Sexismus-Definition, auch wenn das ihren Verwendern gar nicht bewusst ist, traditionelle religiöse Denkmuster. Schrupp skizziert eine grundsätzliche sexistische Verworfenheit einer Welt, die auf die feministische „Arbeit an dieser symbolischen Ordnung“ ebenso angewiesen ist, wie Luthers an den Satan hingegebene Welt die göttliche Offenbarung braucht.

In diesem Sinne müssen dann eben auch die Resultate dieser Arbeit aufgenommen werden: als nicht zu diskutierende Wahrheiten, deren einziger Zweck darin besteht, Licht in die Düsternis der leidenden Existenzen zu bringen.

Von Regenwolken und Männertränen Männer, die etwas sagen, holen sich also bloß einen runter – Frauen, die etwas sagen, arbeiten hingegen an der symbolischen Ordnung. Schrupps Definition des Sexismus hat gleich zwei gravierende Nachteile. Der erste ist, dass sie offenkundig selbst sexistisch ist.

Dass Männer aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden könnten, wird hier nicht etwa empirisch widerlegt, sondern per Definition ausgeschlossen. Dass es keine Diskriminierungen von Männern gäbe, ist also eine pseudo-empirische Aussage, die sich nur scheinbar mit den sozialen Ordnungen der Welt auseinandersetzt, tatsächlich aber lediglich um ihre eigenen Definitionen kreist.

Das hat auch Auswirkungen auf die Interaktion von Frauen und Männern.

Denn Pallenberg hat auf Banaszczuk ja im Sinne eines Musters reagiert, das in der Spieltheorie als „Tit for tat“ bezeichnet und als sehr sinnvoll für eine allgemeine Kooperation verstanden wird: Er hat versucht, ihr den Ball, den sie ihm zugeworfen hat, einfach zurückzuwerfen.

Dieses Verhalten lässt sich, so primitiv der Schlagabtausch auch ist, durchaus mit zivilen Regeln vereinbaren. Es basiert auf der Erwartung, dass zivile menschliche Beziehungen im Wesentlichen reziprok sind: Was Du von mir erwartest, kann ich auch von dir erwarten – Rechte, die du mir zugestehen musst, muss ich auch dir zugestehen.

Im Rahmen solcher Erwartungen der Reziprozität hat sich Pallenberg eben gerade nicht sexistisch verhalten – er hat auf Banaszczuk ebenso so reagiert, wie er wohl auch auf einen Mann reagiert hätte, der ihm gegenüber verbal übergriffig wird: Er hat gekontert.
Eben das aber wird ihm von Banaszczuk, Schrupp und anderen zum Vorwurf gemacht – dass er die Geschlechtszugehörigkeit seiner Gesprächspartnerin nicht berücksichtigt habe. Das nämlich hätte er tun müssen, um die Herrschaftsstrukturen zu erkennen, die der sozialen Interaktion angeblich zu Grunde liegen. Pallenbergs Fehler war also wohl, dass er nicht einkalkuliert hat, wie seine Reaktion in einem feministischen Kontext re-interpretiert werden würde.
Banaszczuk hingegen hat wohl die Reichweite feministischer Interpretationshoheit überschätzt – ebenso wie Wizorek sie hoffentlich überschätzt hat, wenn sie Pallenbergs re:publica-Ausschluss fordert. Denn im Rahmen feministischer Interpretationen hätte Pallenberg auf Fr.Dingens‘ Wichser-Vorwurf überhaupt keine Reaktion mehr zur Verfügung stehen dürfen, da ihre Äußerung schließlich per definitionem nicht sexistisch konnte – jeder Konter eines Mannes aber, der die willkürliche Sexualisierung ihrer Äußerung aufgreift, notwendig sexistisch sein musste. Ich schlag dich, aber du darfst dich nicht wehren.
Natürlich ist die Schlussfolgerung einigermaßen überraschend, dass es sexistisch wäre, auf verbale Übergriffigkeiten von Frauen ebenso zu reagieren wie auf die von Männern. Dies hängt mit dem zweiten großen Nachteil von Schrupps Sexismus-Definition zusammen. Diese Definition führt  konkrete, pragmatisch bewertbare Aussagen über Benachteiligungen von Menschen auf diffuse, unüberschaubare Strukturen zurück.
Anders formuliert: Sie überführt überprüfbare, rational diskutable Äußerungen in unüberprüfbare Glaubenssätze, die sich gegen Kritik immunisieren. Was konkret und fassbar ist, löst sich in eine große graue Wolke auf, die diffus über allen schwebt.  LoMi skizziert das in seinem einschließlich der Diskussion unbedingt lesenswerten Beitrag zum „Flappygate“ so:
„Dank der Beliebigkeit des ‚Sexismus‘-Vorwurfes wird tendenziell sehr vieles, was einem nicht gefällt, damit gelabelt.“
Das Resultat: Statt reziproker ziviler Strukturen, in denen alle Beteiligten gleichermaßen die Verantwortung für die soziale Interaktion tragen und auch entsprechend gleiche Rechte haben müssen, etabliert Schrupps Definition die Fantasie einer umfassenden, allgegenwärtigen, destruktiven Struktur, für die zwar global Männer die Verantwortung zu tragen haben, in der Verantwortung tatsächlich aber überhaupt nicht mehr sinnvoll zugewiesen werden kann.
„Sexismus ist wie Regen. Er ist einfach da, manchmal schwächer, manchmal stärker.“
Die Regenmetapher ist wohl aussagekräftiger, als Schrupp es selbst beabsichtigt hat. Angesichts ihrer Sexismus-Definition kann nämlich einfach alles, was einer Frau nicht gefällt, gleichermaßen als Sexismus erfahren werden, als Ausdruck tieferliegender, feindseliger Strukturen.
Selbst das Wetter ist frauenfeindlich.
Welche Inhumanitäten aus einem solchen Sexismus-Verständnis folgen, zeigt sich zum Beispiel an einem zufälligen zeitlichen Zusammentreffen zweier ganz unterschiedlicher Nachrichten. In amerikanischen und britischen Artikeln zum Selbstmord von Robin Williams wurde ja wiederholt darauf hingewiesen, dass er nicht allein unter Depressionen und einer beginnenden Parkinson-Erkrankung, sondern auch unter erheblichen finanziellen Sorgen gelitten habe – wesentlich verursacht durch die extremen Kosten, die ihm aus zwei Scheidungen entstanden sind.
Nach der Absetzung seiner Fernsehserie The Crazy Ones hatte er wohl nur noch die Möglichkeit, wieder als Stand Up-Comedian auf Tour zu gehen, wie einst John Cleese auf seiner Alimony-Tour. Dies, obwohl Williams auf seiner letzten Tour schwer herzkrank geworden war.  Zumindest sah er sich gezwungen, Arbeiten zu übernehmen, die er nicht mehr übernehmen wollte oder konnte.
There was also frustration that Robin expressed at having to take television and movie roles he didn’t want to take, but had to for the pay cheque.”
Ob diese Sorgen Ursache für den Selbstmord waren, ist nicht bekannt – dass sie zu Williams‘ Gefühl der Aussichtslosigkeit beigetragen haben, ist anzunehmen. Viele Männer, die weniger berühmt sind als er, werden durch vergleichbare Sorgen jedenfalls in die Verzweiflung getrieben.
Vor diesem Hintergrund wirkt dann ein witzig gemeintes Urlaubsfoto einer berühmten Kolumnistin des Guardian, einer der wichtigsten britischen Zeitungen, besonders irre.

 

Ich bade in Tränen von Männern, steht auf dem T-Shirt, das Jessica Valenti mit triumphierender Geste am Strand trägt – auf einem Bild, das sie Ende Juli selbst per Twitter ihren 72000 „Followern“ präsentiert. Natürlich ist das Bild, zwei Wochen vorher entstanden, nicht als Kommentar zum Selbstmord von Williams gedacht – faktisch aber ist es aber genau das, unter anderem.
Dass eine solche Verrohtheit wie die Valentis nicht nur problemlos möglich ist, sondern gar begeisterte Reaktionen erhält, ist auch das Resultat einer Aushöhlung ziviler Strukturen. Ausgehöhlt werden solche Strukturen auch durch eine Politik, die sich antisexistisch gibt, die aber in ihrem starren Beharren auf eine Ungleichbehandlung der Geschlechter tatsächlich radikal sexistisch ist und die tradierte Geschlechtermuster nicht etwa kritisiert, sondern betoniert.
Nach meiner Überzeugung wären die meisten Männer auch dann mit einem Geschlechterkonsens völlig einverstanden, wenn er ihnen, zu einem gewissen Maße, weniger Schutz und Fürsorge gewährt als Frauen – solange nur Männer dafür nicht auch noch als Sexisten, Unterdrücker oder strukturelle Vergewaltiger beschimpft würden und sich für ihre „Privilegien“ rechtfertigen müssten.
Insofern hat Schrupp damit auch völlig Recht, dass „Maskulinisten“ (eigentlich natürlich: Maskulisten) „nicht das männliche Äquivalent zu Feministinnen“ seien: Männer, die über die Unterdrückung durch ein prinzipiell diffus bleibendes „Matriarchat“ klagten, würden sich insbesondere bei Männern selbst lächerlich machen.
Es sind aber möglicherweise eben solche irrationalen Maßlosigkeiten wie die von Valenti, Schrupp und Banaszczuk, die einen Geschlechterkonsens schließlich sturmreif schießen, von dem Frauen in vieler Hinsicht stärker profitieren als Männer. Und es ist daher auch nicht verwunderlich, dass sich in letzter Zeit immer mehr Frauen von einer solchen Politik offen distanzieren.
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40 Comments

  • Irgendwie lese ich hier eine ganze Menge an Argumenten, warum es eher sinnlos ist, sich mit Feministinnen zu unterhalten.

    Man bekommt als Mann direkt die Sexismuskeule umd die Ohren gehauen. Als Maskulist – ob man es ist oder nicht – schließlich noch die allseite bekannte Nazikeule.

    Die Frage ist nun, wie man Positionen der „Gemäßigten“ und „Fundamentalisten“ substantiell verortet.
    Eine Diskussion mit Feministinnen ist unter solchen Umständen nahezu unmöglich.

    Feministinnen machen sich ihre eigenen Regeln: Aussagen, die bei Männern als faschistische Sprüche eines Neonazis behandelt werden würden, sind bei Freuen einfach nur „feministisch“ und gehören daher einfach zu einem besseren Humanismus.

    Als Beispiel kann man die aktuellen Äußerungen einer 22-jährigen Feministin aus den Staaten heran ziehen: http://www.vice.com/en_au/read/is-reducing-the-male-population-by-90-percent-the-solution-to-all-our-problems?utm_source=vicefbanz

    Während es durchaus gestattet ist, Demos von Nazis durch Störungen zu verhindern, dürfen Feministinnen ihre Aggression und ihre Menschenverachtung gegenüber dem Mann – ja! Der Mann ist ein Mensch! – öffentlich ausleben und verbreiten. Besser noch: Auch die Äußerungen von Männern gegen die Ideologie des Feminismus werden zum Schweigen gebracht: Man schiebt sie einfach in die Naziecke.

    Der Mann ist nun einmal das ausgesprochen Böse:
    Sexistisch, faschistisch und gewalttätig.

    Wenn man es nun auch noch schafft, eine JEDE Äußerung des Mannes in diese Kategorien einzuordnen, hat man es geschafft: Der Mann ist nicht mehr in der Lage zu diskutieren, da sämtliche seiner Äußerungen durch feministische Kategorisierungen von Anfang an weniger als wertlos zu sehen sind: Sie sind direkt männlich, testosterongesteuert (!) aggressiv und aus den tiefsten rechten Ecken. Sie stammen gar aus dem Dunstkreis eines Herrn Breivik.

    Wo war ich? Ach ja: Bei der Sinnhaftigkeit mit Feministinnen zu diskutieren. Da ich ja jetzt so viele Argumente FÜR die Diskussion mit Feministinnen angeführt habe, kann ich mich ja wieder auf meine gemäßigtes Altenteil zurückziehen. (IRONIE!)

    „Dass Männer aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden könnten, wird hier nicht etwa empirisch widerlegt, sondern per Definition ausgeschlossen.“

    Habe ich schon erwähnt, dass es das oberste Ziel zu sein scheint, den Mann zu entmenschlichen? Ist er erst einmal entmenschlicht – was eine durchaus faschistische Handschrift trägt – gilt der Humanismus nur noch für Frauen. Was ist Humanismus ohne den Mann? Richtig: Feminismus. Die Werte, die einst für den Humanismus gelten, kommen nun ganz ohne den Mann aus. Er ist ja durch Definitionen von gewissen Dingen ausgeschlossen.

    Alles völlig übel und schwach konstruiert, aber ich war es ja auch nicht. Wahrscheinlich hätte ich es als Mann noch bösartiger und menschenverachtender – allein durch das böse Testosteron – KONSTRUIERT. Dass das Testosteron völlig anders zu bewerten ist, interessiert Frauen nicht, die Schwierigkeiten mit Männlichkeit haben.

    In der Männlichkeit ist ja das BÖSE zu sehen.

    Was ich mich jetzt aber Frage: Wenn die Geschlechtszugehörigkeit der Betroffenen berücksichtigt worden wäre, wäre das nicht eigentlich Sexismus?
    Da habe ich ja über das Wochende etwas zu tun.

  • „Ohne Frau Schrupp wäre ich nie auf die Idee gekommen, jemanden als „Wichser“ zu beschimpfen und ihm dann zu erklären, dass diese Äußerung lediglich einen Versuch der Meta-Kommunikation darstelle.“

    DAS muss ich mir merken!

    „Nach meiner Überzeugung wären die meisten Männer auch dann mit einem Geschlechterkonsens völlig einverstanden, wenn er ihnen, zu einem gewissen Maße, weniger Schutz und Fürsorge gewährt als Frauen – solange nur Männer dafür nicht auch noch als Sexisten, Unterdrücker oder strukturelle Vergewaltiger beschimpft würden und sich für ihre „Privilegien“ rechtfertigen müssten.“

    Da könnte ich in de Tat gut mit leben, aber wahrscheinlich ist das auch schon wieder sexistisch, weil ich dann denke das Frauen mehr Schutz als Männer brauchen, obwohl die ja in Wirklichkeit alle so taff sind und alles sowieso besser können.

    Mir geht es auf den Senkel, das alles was Männer machen, schlecht gemacht wird und bei allem was sie machen, böse Absichten unterstellt werden, die immer irgendwie Nachteile für Frauen ergeben. Ich suche das jetzt nicht raus, aber an „Besser als irgendwein Mann“, „Penislisten“ oder wie ich es hier schon zitiert habe:

    “All das von mir Gesagte ist keine freie Erfindung, sondern geht zurück auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes.
    (Gabriele Hiller-Ohm [SPD]: Von Männern!)”

    http://stadtfuchsensbau.wordpress.com/2014/07/13/die-eier-des-monats/

    Da sitzen Menschen im Bundestag, die die Meinung vertreten, das Männer nix richtig machen können. Aber das kam ja von einer Frau, ist also nicht sexistisch. Wenn man die fragt, was Feminismus heute ist, verweise die bestimmt auch auf die Feminismus-Definition, am besten noch im deutschen Wiki.

  • Eine sehr schöne, messerscharfe Analyse!
    Ich habe den Artikel auf „`diestandard.at“' gelesen; dort werden allerdings unliebsame Kommentare „`wegmoderiert“'.
    Sascha Pallenberg hat sich inzwischen sehr zerknirscht darüber geäußert, dass Yasmin Banascszuk sich von Twitter zurückgezogen hat.
    Er verweist auf seine jahrelange Arbeit im feministischen Geiste, im Rahmen irgendeiner „`Frauen in die Technik“'-Initiative, und fühlt sich (wie ich meine zurecht) ungerecht behandelt.
    Das ist der Aspekt, den ich apostrophieren wollte: Man kann sich jahrelang vor den Karren der Feministinnen spannen lassen, ein guter Ally sein wollen, es bringt alles nichts. Gerät ein (männlicher) Feministin an eine Feministin, so sind die Fronten nach Antje Schrupp trotzdem klar: hier „`gut vernetzter Mann“', dort „`armes Opfer“'. Alles, was sie tut, ist natürlich entschuldbar, hat einen hinkonstruierten doppelten Boden. Alles was er sagt, wird qua seines Geschlechts wertlos.
    Sobald es eine männliche und eine weibliche Konfliktpartei gibt, erübrigt sich aus der Sicht des Feminismus anscheinend die Diskussion. Dieselbe Keule trifft Alliierte (Woody Allen, Julian Assange, Michael Shermer) und bösen Feind (Kachelmann, Strauss-Kahn, …) gleichermaßen.

  • Ich habe das Ganze mit immer weiter steigender Heiterkeit verfolgt, das ist so absurd, da ist nix mehr ernst zu nehmen.

    In schlichten Worten:
    – Feministen macht Plagiatsvorwürfe
    – Feministin wird durch einen Dritten widerlegt
    – Feministin pöbelt den Dritten an
    – der reagiert da drauf
    – Feministin versucht mittels selektiver Zitierung eine Mobbingkampagne zu organisieren
    – klappt (diesmal) nicht und fällt auf die Feministin zurück
    – diese zieht sich von ihren Sympathisantinnen hochbetrauert aus einem Teil der Netzwerke zurück

    Da haben also diejenigen die sonst so gerne in „maletears“ baden alle Mitleid mit der Feministin, weil ein paar Leute deren Verhalten nicht in Ordnung finden und diese darob ganz doll traurig ist.

    Und jetzt der Kracher, Antje Schrupp fühlt sich berufen auch was zu sagen und stellt fest, dass der allgegenwärtige Sexismus schuld und die Mobberin das Opfer ist.

    Also das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, die Frau versucht mutwillig und ohne Grund den Ruf von zwei Menschen nachhaltig zu schädigen und wenn das nicht klappt ist laut Antje Schrupp und Kolleginnen das System schuld.

    Keine Selbstreflexion, kein Hinterfragen der eigenen Position – nix.

    Kein Wunder, dass der Feminismus inzwischen einen Ruf wie Genitalherpes hat.

  • Sascha Pallenberg hebt nicht darauf ab, dass er ein Alliierter des Radikalfeminismus sei. Er hat sein kollegiales Verhältnis zu Frauen betont und er betont auch, dass er unter Beiträgen seiner direkten Kollegin / Mitarbeiterin oft üble sexistische Kommentare gelöscht habe. Mit der Ideologie der Radikalfeministinnen kann und will er gar nichts anfangen.

  • Wenn laut Frau Schrupp die Bemerkung von Frau Dingens auf der Meta-Ebene anzusiedeln ist, dann gilt das ja wohl mit der selben Berechtigung auch für Herrn Pallenbergs Replik. Insofern wären alle Vorwürfe des Sexismus gegen ihn sofort gegenstandslos. Denn der Wortlaut seiner Antwort ist nur dann sexistisch, wenn Frau Dingens' Bemerkung sexuell gelesen wird.

    • Seine Interaktion mit Frauen ist aufgrund der symbolischen Ordnung strukturell sexistisch – unabhängig, wie die Aussage des weiblichen Gegenübers gelesen wird. Realistische und legale Möglichkeiten, diesen Sexismus zu vermeiden, wären, zu schweigen, sich selbst zu töten oder männliche Embryonen abzutreiben.

      • @ quellwerk Schweigen geht nicht, das wäre passiv-aggressiv. Das andere wäre völlig übertrieben und daher nur ein Zeichen, dass man mit berechtigter Kritik nicht angemessen umgehen kann.

  • Ich kenne Herrn Pallenberg nur aus diesem Vorgang und kann ihn auf der Skala von schwach bis radikal feministisch nur unsicher einordnen. Grob geschätzt ist er irgendwo in der Mitte (was nicht abwertend gemeint ist, diese Sorte Feminist ist meistens ganz OK). Er ist jemand, der sich offenbar nachhaltig und über das selbstverständliche hinaus für Frauen eingesetzt hat, dazu paßt seine Äußerung „Dieser Vorwurf hat mich persoenlich extrem getroffen“ auf http://www.mobilegeeks.de/kommentar-diskussion-anstatt-eskalation-letzte-anmerkungen-zu-fappygate
    Auch diese „Letzten Anmerkungen zu #fappygate“ sind in einem Ton gehalten, der mir ziemlich unterwürfig erscheint.

    Hierin liegt m.E. das eigentlich Pikante beim Fappygate. Militärisch geprochen war die Attacke von Banaszczuk rufmörderisches friendly fire.

  • Ich wollte hier nicht in Fragen der Terminologie eintauchen und hab das wohl unglücklich ausgedrückt. Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass sich Sascha Pallenberg in einer Weise engagiert, die es schwerer machen sollte, ihn des Sexismus zu zeihen. Und das ihm das offenbar nichts hilft.

  • Nur der Vollständigkeit halber: Der These von Schrupp, der besagte Satz sei eine Meta-Bemerkung in einer Diskussion, ist mMn falsch.

    Zunächst einmal ist das ist eindeutig ein argumentum ad personam (also gesteigertes argumentum ad hominem), weil es keinerlei Bezug zum Inhalt der vorherigen Debatte hat und nur eine simple Beleidigung ist. Schopenhauer führt es als letztes Mittel in einem Streitgespräch an: „Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob.“

    Genau deshalb ist auch der Begriff „Meta-Bemerkung“ nicht anwendbar, wenn man ihn im üblichen linguistischen Sinn versteht, dazu müßte irgendein Bezug auf den Inhalt der vorherigen Debatte vorhanden sein.

    Wenn man den Begriff Meta-Bemerkung nach Belieben ausweitet, so daß der auch alle Argumente ad personam / ad hominem) oder sogar beliebige Aussagen über die Diskussionsteilnehmer („Ihr Auto steht im Parkverbot“) beinhaltet, dann wird der Begriff inhaltsleer und ist so nicht üblich.

    Die Benutzung dieses falschen Begriffs ist natürlich ein cleveres Täuschungsmanöver von Schrupp: Eine unmotivierte Beleidigung (negativ besetzt) etikettiert sie zu einer Meta-Bemerkung (positiv besetzt bzw. neutral) um. Vermutlich fallen die meisten drauf rein.

    Der Fall ist eigentlich ein Kandidat für meine Sammlung von feministischem Doublespeak.

  • Die dumme These von der „Meta-Bemerkung“ ist als offensichtliche false flag eigentlich zu doof um darauf einzugehen.

    Es ging doch mit dem „Du Wichser“ Anwurf nur darum um eine von den zwei wahrscheinlichen Reaktionen zu generieren:
    1. Iiiiich? Ich doch nicht – und nein, natürlich hast Du Recht.
    2. Na aber hallo, heul doch!

    Im Falle 1. hätte sie gewonnen und im Falle 2. kann sie die bewährte Mobbing Aktion wg. Sexismus starten.

    Einfach ein äußerst niederträchtiger rethorischer Trick, der diesmal auf die Verwenderin zurück gefallen ist.

    PS.
    Evo-Chris hat eine Kategorie „radikaler Feminismus ist gruselig“. Ich denke an dem hier beschriebenen Fall wird bewiesen, dass die Benennung verbesserungswürdig ist:
    „radikaler Feminismus ist eklig“

  • Ja, exakt.Eine Diskussion mit solchen Leuten ist sinnfrei. Es handelt sich um psychisch gestörte Menschen, unfähig dem anderen Geschlecht irgendetwas anderes als Verachtung und Hass entgegen zu bringen. Völlig ungeeignet für Partnerschaft oder Familiengründung. Im Grunde ein Fall für die Therapie.

  • Nun Schoppe, es ist doch ganz einfach: Frau Schrupp übt die ihr zustehende Definitionsmacht aus. Die enthebt sie der Pflicht, irgendetwas belegen/beweisen/herleiten zu müssen. Sie hat das Recht, einfach etwas zu behaupten.

    Warum hat sie dieses Recht?

    Weil sie das Erkenntnisprivileg der Unterdrückten genießt!

    Sie als Frau ist Angehörige der unterdrückten Geschlechterklasse, die aufgrund ihres Unterdrücktseins die unterdrückerische Struktur unserer „patriarchalen“ Ordnung erkennt.

    Wie erkennt sie das?

    Na, sie FÜHLT es. Und weil sie unterdrückt ist, fühlt sie richtig, hat Defma, muss nichts belegen/beweisen/logisch überprüfbar herleiten.

    Das ist einfach so.

    Und Du als Mann – Angehöriger der unterdrückenden Geschlechterklasse = „Sexbourgeois“ – beweist gerade dadurch, dass Du nicht erkennst, dass Frau Schrupp unterdrückt ist, Deine Zughörigkeit zur unterdrückenden, privilegierten Klasse, die gerade, weil sie privilegiert ist, nicht erkennt, dass sie privilegiert ist!

    Da gibt es kein Entrinnen.

    Diese feministische Haltung ist nichts anderes als „Ich habe Recht! Und Du hältst besser das Maul, wenn Du mir nicht zustimmen magst, denn dadurch, dass Du mir nicht zustimmst, beweist Du nur, dass ich Recht habe und Du ein unterdrückerisches Arschloch bist, das Wichser zu nennen mehr als angemessen ist!“

    Hinzu kommt noch der uralte Anspruch des „EIN MÄDCHEN SCHLÄGT MAN NICHT! Auch wenn es Dich zuerst schlägt, Du als Junge hast nicht zurückzuschlagen! Denn Du bist stark und ein Mädchen ist schwach!!“

    So viel zu „Tit for tat“.

    Sie (die Banaszchuks, die Schrupps & Co dieser Welt) denken nicht daran, auf die Privilegien, die ihnen die traditionelle Ordnung zubilligt, die sie als patrirachal denunzieren, zu verzichten.

    Nur die Begründung für ihre Inanspruchnahme ist neu: früher – Mädchen/Frauen muss ein Mann schonen, weil sie schwach sind, heute – Mädchen/Frauen darf man nicht hauen, auch wenn sie zuerst hauen, weil sie sich nur gegen Unterdrückung wehren, weil Männer immer schon zuerst zugeschlagen haben!

    Als Privilegierte einer von ihnen erfundenen und aufrechterhaltenen sexistischen Ordnung, deren Existenz Frau Feministin FÜHLT.

    „Ich leide, also habe ich Recht!!!“

    „Und außerdem bin ich ein Mädchen!“

    Das ist Egomanie in Aktion, bewusstlose, gedankenlose Egomanie, die den Egomaninnen so selbstverständlich ist – „Das steht mir zu, WEIL ICH EIN MÄDCHEN BIN!“ – dass sich in der Tat jeder Versuch einer rationalen Diskussion erübrigt.

    Zumal Konzepte wie Logik, Begrundungszwang, Belegzwang im Rahmen einer vernunftbasierten Auseinandersetzung selbst nur Ausdruck einer Frauen unterdrückenden Männerordnung sind, von der Frauen befreit werden müssen.

    Schränkte das Einfordern solcher Regeln doch ihre Defma ein, unterdrückte ihr Recht auf egomanische Beliebigkeit, ihr Recht auf richtiges Fühlen als „Unterdrückte“.

    Diese Leute kann man nur entmachten, aus Positionen entfernen, auf denen sie Macht ausüben, sie ihrer geistigen Tiefflugzone überlassen, in der sie mit ihresgleichen richtig fühlen können, ohne argumentieren zu müssen.

  • Erhellend auch ihr Kommentar:
    http://antjeschrupp.com/2014/08/08/sexismus-und-regen-oder-drei-gedanken-zu-fappygate/#comment-163319

    Fr. Schrupp muß nicht einmal die ganze Diskussion verfolgen um sich eine Meinung zu bilden und zu veröffentlichen:
    „Worauf der sich der konkrete Tweet bezieht, weiß ich nicht, weil ich ja die Diskussion nicht verfolgt habe.“

    Und sie sagt auch:
    „Dieses real vorkommenden Phänomen, das ja für Sexismus in seiner krassesten Form steht, wird dann als Metapher gebraucht …“

    Wir lernen:
    Du Wichser aus dem Mund einer Frau ist nur eine Metapher.
    Keine Beleidigung und schon garkein Sexismus.

    Na dann ist ja alles klar.

  • Danke, lieber Schoppe, auch über grenzenlose Dummheit muss man manchmal reden, und sei's nur darum, um nicht zu vergessen, dass sie in der Welt ist und leider auch die Welt bewegt,
    M.M.

  • @Ronald.Z „ein äußerst niederträchtiger rethorischer Trick“:

    Die Äußerung Banaszchuks wird wohl jeder normale Mensch negativ bewerten, eben als bösen Ausrutscher und unmotivierte Beleidigung. Darum ging es mir in meinem Kommentar aber gar nicht.

    Es ging mir um Schrupp und ihren Versuch, das Verhalten Banaszchuks zu relativieren oder sogar als gerechtfertigt hinzustellen, und daß sie bei diesem Versuch selber wieder zu unlauteren Mitteln greift, nämlich mehreren Falschbehauptungen:

    1. die Beleidigung sei Meta-Kommunikation

    2. die Beleidigung sei inhaltlich ein gerechtfertigter
    Sexismus-Vorwurf („Dieser Tweet ist ein Sexismus-Vorwurf und kein Sexismus, nur um das mal festzuhalten.“), womit sie implizit behauptet, Pallenberg habe sich vorher tatsächlich sexistisch verhalten. Diese getarnte implizite Aussage ist offensichtlich falsch.

    Schrupp hätte der Kollegin Banaszchuk auch sagen können, da haste aber 'nen schlechten Tag gehabt, entschuldige dich, und dann Schwamm drüber. Damit wäre der Fall erledigt gewesen.

    Das Verhalten von Schrupp ist sozusagen das #metafappygate. Mit ihren Pseudoargumenten stellt sie sich selber als Trickser und Täuscher dar, der blindlings die Gesinnungsgenossen unterstützt, egal welche Fehltritte die sich leisten. Die Fans auf ihrem Blog, die genauso blindlings applaudieren, stellen sich das gleiche Zeugnis selber aus.

  • @ m.i.t.m. Zwei Gedanken dazu:
    Die Äußerung Banaszchuks war m.M.n. wohl kalkuliert um in einer eigentlich schon verlorenen Diskussion durch einen neuen Fokus noch einen Punkt zu machen. Aber sei es drum.

    Die „Metakommunikation“ der Antje Schrupp hingegen folgt dem Schema: „Right or wrong – my country!“, d.h. egal was die Feministin sagt, sie hat immer Recht und dazu wird nun die Realität so lange diskursiv interpretiert, biss es halt passt.

    Deswegen finde ich dieses ganze „fappygate“ so klasse, es ist nicht nur hochgradig erheiternd, nein hier werden auch die Grenzen der möglichen Kommunikation von den Beteiligten im Rahmen von Feminismus und angrenzenden Themenfeldern hervorragend heraus gearbeitet.

    Wenn der Schuldige von vorneherein fest steht kann es gar keine Diskussion geben und das wird hier exemplarisch vorgeführt.

    Wir brauchen viel mehr solcher „xyzgates“, damit auch der letzte Depp merkt, was für eine absurde Ideologie hinter dem nach aussen hin fortschrittlichen und menschenfreundlichen Feminismus steht.

  • „Hierin liegt m.E. das eigentlich Pikante beim Fappygate. Militärisch geprochen war die Attacke von Banaszczuk rufmörderisches friendly fire.“

    Kommt halt drauf an, was die eigentliche Agenda ist.

    Eine Christina schreibt, in einem Kommentar zu Pallenbergs Stellungnahme:
    „Sexismus ist ein ernstes Thema und es macht mich ehrlich gesagt rasend, wenn Debatten um verletzen Stolz und (mutmaßlichen) Contentdiebstahl auf so ein Niveau gezogen werden. Wer die Klappe aufreißt, muss auch mit Gegenwind rechnen. Und wenn dann eine Frau von sich aus plötzlich anfängt in so eine eindeutige Richtung zu schießen, frage ich mich ernsthaft ob die beteiligten Parteien überhaupt verstanden haben, was Sexismus ist. Als eine Frau, die es selbst schon erlebt hat sich nach einer massiven sexuellen Nötigung durch einen Kollegen Sprüche anhören zu müssen wie „Du wolltest das doch“ kocht mir das Blut, wenn ich so einen Mist lesen muss. [..]“

    http://www.mobilegeeks.de/kommentar-yasmina-banaszczuk-und-die-hetzjagd-der-femtrolle/#comment-1528215915

    Aus politischer Sicht ist das nmE die einzig sinnvolle Reaktion auf diesen Kindergarten: Frau Dingens Instrumentalisiert „Die Bewegung“ für ihre albernen privaten Befindlichkeiten und fügt ihr so Schaden zu. So, wie wenn ein Parteimitglied versucht die Partei für einen Nachbarschaftsstreit zu instrumentalisieren. Da _muss_ man sich doch eigentlich entsolidarisieren bzw. distanzieren, denn wer die Partei mit solchen Nebennutzen belastet der unterminiert ihre eigentlichen Ziele.

    Ich frage mich, warum Christina eine einsame Ruferin in der Wüste bleibt. Haben die alle keinen politischen Instinkt?

    Ich würde dies als Indiz dafür werten, dass das vorgebliche politische Ziel eigentlich gar nicht auf der Agenda steht. Vielmehr scheint es darum zu gehen, andere Nutzen zu realisieren.

    Dass man diejenigen, die so dumm sind an die vorgebliche Agenda zu glauben ohne viel Federlesen vor den Kopf stößt, wenn es gerade nützlich erscheint ist dann wohl klar.

    Grüße

    Nick

  • „Wir brauchen viel mehr solcher „xyzgates“, damit auch der letzte Depp merkt, was für eine absurde Ideologie hinter dem nach aussen hin fortschrittlichen und menschenfreundlichen Feminismus steht.“

    Ja, mehr davon bitte 🙂

    Dass Frau Schrupp sich die Blöße gibt den haarsträubenden Unfug ungefiltert aus der Filterbubble heraus in den Blätterwald zu tragen ist dabei der Gipfel an politischer Dummheit.

    -Nick

  • „Und Du als Mann – Angehöriger der unterdrückenden Geschlechterklasse = „Sexbourgeois“ – beweist gerade dadurch, dass Du nicht erkennst, dass Frau Schrupp unterdrückt ist, Deine Zughörigkeit zur unterdrückenden, privilegierten Klasse, die gerade, weil sie privilegiert ist, nicht erkennt, dass sie privilegiert ist!“

    Ich finde gerade diesen Teil von Frau Schrupps Argumentation völlig einleuchtend, denn er erklärt warum Frau Schrupp ihren eigenen Sexismus, ihre eigenen Privilegien gar nicht erkennen kann. Als angehöriger der privilegierten Gruppe ist sie dazu gar nicht in der Lage. Die sexualisierte Difamierung, die Frau Schrupp hier verteidigt, ist ja letztlich nichts weiter als eien sexualisierte Unterdrückung der Gegenposition, die sie hier nicht erkennen kann, weil sie selbst zur unterdrückenden Klasse gehört. Bravo Frau Schrupp, sie erklären sich selbst wunderbar.

    mfg

    Puka

  • ..Feminismus ist doch eher, für die „Basis“, eine Identitätsstiftung. Eine ziemlich übersteigerte Weiblichkeitsinszenierung, ein Drama – das ja ohne das schröckliche Patriarchat keine Bühne mehr hätte.

    Für diejenigen, die ein Pöstchen ergattert haben, zusätzlich eine Exististenz, die aber nur vom schröcklichen Patriarchat eingefordert werden kann.

    Der real existierende Feminismus ist Neopatriarchal ( (c) Leszek) Das ist nmE die hidden Agenda

    – Nick

    Nick

  • @Roslin und @Puka

    Frau Schrupp kann gar nicht privilegiert sein, denn auf „Frau“ reimt sich nur „female submission“ und weil da ja „Frau“ steht, kann auch gar keine „male dominance“ von ihr ausgehen, denn sonst stünde da ja *Herr* Schrupp.

    Das ist sonnenklar, oder?

    Und wie sie völlig richtig anführt: „Sexismus strukturiert die symbolische Ordnung, die uns umgibt, er lässt sich durch Argumentationen nicht wegkriegen. Sexismus ist eine Tatsache, keine Meinung.“

    Hätte sie nämlich ihren biologischen „sex“ nicht und wäre es keine Tatsache, dass die symbolische Ordnung (das sind wir Männer) ihr damit diktiert ganz Frau zu sein, dann hätte die Struktur sie in in ein beliebiges „gender“ transformiert.
    Denn die Struktur *des* Sexismus ist eine strukturierte (aktiv) Struktur, die von uns Männern ausgeht und eine strukturierende (passiv) Struktur, die vor allem, insbesondere oder fast ausschließlich in Gänze Frauen – und zwar besonders Frau Schrupp – betrifft.

    Womit männlich = aktiv und weiblich = passiv sich wunderbarerweise aus dem fortschrittlichsten Feminismus der Menschheitsgeschichte ergibt.
    So viel Fortschritt war noch nie!

    Beleidigend für unsere strukturell strukturierende Struktur ist aber immer wieder, dass unsere omnipräsenten Strukturen auch von offensichtlichen Dummbratzen wie bspw. Frau Schrupp so einfach zu durchschauen sind.
    Da, lieber Roslin, hätten wir uns einfach mehr Mühe geben können und sollen!

    Hätte Frau Schrupp aber kein biologisches Geschlecht, sondern nur ein gender, also ein sozial konstruiertes, also eines von mindestens 127, dann wäre das voll sexistische Kackscheiße, denn dann wäre ihre Meinung nur eine von ebenso vielen.

    D.h. ihr radikaler Subjektivismus kann sich eigentlich nur auf eines berufen – auf ihr biologisches Geschlecht.
    Und das haben wir als Männer und Strukturdominanten der symbolischen Ordnung ja ebenfalls konstruiert – schlagt es nach bei Judith Butler.
    An dieser Stelle möchte ich – als Mann – zugleich mein scheitern eingestehen und einen neuen Terminus in die Diskussion einbringen:

    „Radikaler Fehlkonstruktivismus“

    Natürlich haben wir – als Männer und Strukturdominanten der symbolischen Ordnung – die Geschlechter sozial konstruiert – aber sollten wir unser scheitern nicht als Chance begreifen und einfach gestehen, dass wir bei einem Geschlecht (vor allem, insbesondere und fast ausschließlich Frauen) uns aber so dermaßen verhauen und es komplett verrüsselt haben?

    Scheitern als Chance! 😉

    Schönen Gruß, crumar

  • „In schlichten Worten:
    – Feministen macht Plagiatsvorwürfe
    – Feministin wird durch einen Dritten widerlegt
    – Feministin pöbelt den Dritten an
    – der reagiert da drauf
    – Feministin versucht mittels selektiver Zitierung eine Mobbingkampagne zu organisieren
    – klappt (diesmal) nicht und fällt auf die Feministin zurück
    – diese zieht sich von ihren Sympathisantinnen hochbetrauert aus einem Teil der Netzwerke zurück“

    … was dem Schema nach fast genau mit der Wortschrank-Affaire identisch ist.

    Interessant, nicht wahr?

  • @ Armin Kress „Eine Diskussion mit Feministinnen ist unter solchen Umständen nahezu unmöglich.“ Es ist tatsächlich sinnvoll zu überlegen, wann ein Gespräch sinnvoll ist und wann nicht. Und worüber.

    Das Problem mit einer Position wie der von Schrupp ist ja, dass sie die Gesprächsposition von Männern als prinzipiell vergiftet beschreibt – als Ausdruck eines sexistischen Denkens, das sich seines eigenen Sexismus gar nicht bewusst ist.

    Das ist tatsächlich ausweglos – erst wenn man seinen eigenen Sexismus zugesteht, über ihn „reflektiert“, wird man als Gesprächspartner überhaupt (und immer bedingt) zugelassen und ernstgenommen. Wenn man ihn nicht zugesteht, zeigt man damit erst recht, wie sexistisch man ist.

    Aber: Wenn man politisch etwas erreichen will, kommt man ja nicht umhin, auch mit Menschen zu sprechen, die eine völlig andere Position haben. Es gibt, zumindest in konkreten Bereichen, z.B. manchmal durchaus sinnvolle Gespräche zwischen Vertreterinnen des Alleinerziehendenverbands VAMV und Vertretern des Väteraufbruchs – auch wenn der VAMV insgesamt eine extrem väterfeindliche Politik macht.

    Ich selbst habe durchaus einige Feministinnen kennen gelernt, mit denen ich gut reden konnte. In einem gewissen Maße jedenfalls. Deshalb würde ich die Frage der Gesprächsfähigkeit gar nicht als Prinzipienfrage behandeln – eher als eine ökonomische. Wo ist es sinnvoll, Ressourcen einzusetzen und sich um – begrenzte – Verständigung zu bemühen?

    In den Parteien z.B. ist es vermutlich durchaus vernünftig, nicht die dicksten Bretter zu bohren und sich gesprächsbereit ausgerechnet auf Vertreterinnen des ASF (Arbeitskreis Sozialdemokratischer Frauen) zu stürzen – sondern zu versuchen, Männer zu überzeugen, ohne deren Unterstützung die männerfeindliche Strukturen dort überhaupt keine Chance hätten.

  • „Denn der Wortlaut seiner Antwort ist nur dann sexistisch, wenn Frau Dingens' Bemerkung sexuell gelesen wird.“ Frau Dingens meint sie NATÜRLICH nicht sexuell, „fappen“ ist natürlich nur eine Metapher für männliche Machtausübung etc. – aber Pallenberg interpretiert sie sexuell. So einfach kommt er also nicht raus!!

    Hätte er die Metapher verstanden, die ihm unbedingt einsichtig hätte sein müssen, wenn er sich über seinen eigenen Sexismus im Klaren gewesen wäre – dann hätte er sich einfach nur selbstkritisch geäußert – gelobt, sein eigenes Verhalten in Zukunft besser zu reflektieren – und sich bei Frau Dingens für ihre konstruktive Kritik bedankt.

    Er wäre sich auch darüber im Klaren gewesen, dass Frau Dingens' Kritik unbedingt diese (in den Augen unbeteiligter Dritter) etwas rohe Form annehmen musste, weil sie ihn sonst gar nicht erreicht hätte. Er hat sie also gewissermaßen regelrecht gezwungen, plötzlich vom „Fappen“ zu reden – was ihr bestimmt sehr unangenehm war. Auch das hätte er unbedingt reflektieren müssen.

    Oder irgendwie so jedenfalls.

  • @ Nick „Frau Dingens Instrumentalisiert „Die Bewegung“ für ihre albernen privaten Befindlichkeiten und fügt ihr so Schaden zu. (…)
    Ich frage mich, warum Christina eine einsame Ruferin in der Wüste bleibt. Haben die alle keinen politischen Instinkt?“

    Vielleicht liegt es daran, dass feministische Politik seit Langem schon eigentlich gar keine irgendwie idealistische politische Agenda hat, sondern einfach einen überraschend selbstverständlichen Egoismus politisch einkleidet. Ich sehe jedenfalls nirgendwo ein feministisch inspiriertes politisches „Projekt“, dass das Ziel hätte, „den“ Frauen auf einer einigermaßen umfassenden Basis zu helfen. Jeweils geht es allein um Vorteile für eine relativ kleine Klientel – einer Klientel, der die Akteurinnen jeweils zufällig auch selbst angehören.

    Frauenquoten in Aufsichtsräten privilegieren eine Handvoll eh schon privilegierter Frauen, die anderen Frauen haben davon gar nichts. Trotzdem ist es für die gegenwärtige Regierung ein Ziel allerersten Ranges.

    Ein Familienrecht, und die Institutionalisierungen drumherum, das Väter aus der Erziehung der Kinder heraushält – das nützt höchstens den wenigen Frauen, die das Glück haben, auf solvente Ex-Partner zurückgreifen zu können. Ansonsten schadet es nicht nur Kindern und Männern, sondern auch Frauen.

    Eine „Anti-Gewalt-Politik“, die die Ursache für Gewalt zwanghaft in der „Männlichkeit“ sieht, wird in den meisten familiären Gewaltdynamiken mehr schaden als nutzen, und das gilt eben auch für Frauen – diese Politik sichert aber eine Menge Posten.

    Klar, die Liste lässt sich fortsetzen. Worauf ich hinauswill: Es ist kein Wunder, dass das knallegoistische Verhalten von Frau Dingens auf keinen feministischen Widerstand trifft, weil eben dieses Verhalten für den heutigen Feminismus prägend ist.

  • @ crumar Das stimmt, bei der Sache mit dem Patriarchat haben wir uns irgendwie ganz schön blöd angestellt. Das liegt aber m.E. daran, dass wir ja einerseits die heterosexuelle Matrix reproduzieren, wieder und wieder, aber zugleich als Männer auch von ihr produziert werden. Da kann man schonmal zwischenzeitlich den Überblick verlieren, ob man nun Gott oder Affe bei der ganzen Sache ist. Oder kleiner Wurm.

    Also, wenn ich auch mal gefragt werde – ich hätt ja gern ein Patriarchat, bei dem Frauen nicht, wie bei Schrupp und Dingens, aus Prinzip unschuldig sind und in dem ich vor allem meinen Sohn öfter mal bei mir haben könnte. Er fänd das auch gut, und es wär jedenfalls ein guter Anfang.

    Aber das ist dann ja auch schon der ganze Sinn des Geredes von Schrupp: Die Frage nach konkreten Bedingungen, und auch Herrschaftsbedingungen, unter denen Menschen leben, gar nicht mehr zu stellen. Also z.B. gar nicht mehr zu fragen, was für eine seltsame Väterherrschaft (=Patriarchat) das eigentlich ist, in der Väter prinzipiell Eltern zweiter Klasse sind.

    Insofern gehört dieses Gerede, @ Puka, tatsächlich zu einer Position sozialer Macht, die sich permanent nur selbst spiegelt – die aber das, was sie da sieht, immer nur anderen zuschiebt.

    Und, @ Roslin: Du hast recht, das ist tatsächlich der Trick. Falls Bedingung A vorliegt, bist Du Sexist. Falls Bedingung A nicht vorliegt, bist Du auch Sexist.

    Du bist also in jedem Fall Sexist – da siehst Du mal, wie schlimm Du bist! Du bist so verworfen, dass Du unter ALEN denkbaren empirischen Bedingungen als Sexist kategorisiert werden musst.

    Es geht bei einem solchen Denken NICHT nur um prinzipielle Schuldzuschreibungen sondern es geht, mehr noch, darum, konkrete, empirisch nachvollziehbare Positionen gar nicht erst ernst nehmen zu müssen.

    Also Positionen nicht ernst nehmen zu müssen, mit denen sich Männer und Frauen tatsächlich einmal darüber verständigen könnten, wie sie – als Mann, als Frau – leben und leben können.

    Was Schrupp macht, ist in diesem Sinn Kommunikation zur Verhinderung von Kommunikation. Aber damit steht sie ja nicht allein.

  • @Lucas
    Der allererste Anfang wäre gemacht, wenn – nach Warren Farrell – endlich einmal MÄNNLICHE OHNMACHT und MÄNNLICHE MACHTLOSIGKEIT von diesen Klappskallis anerkannt werden würde.

    Und uns nicht ständig eine gesellschaftliche Position zugeschoben werden würde, die wir weder haben, besitzen, noch jemals besitzen werden und das gilt für 98% aller Männer.
    Das sind die empirischen Bedingungen, unter denen sich „Männlichkeit“ herausbildet.

    Schrupp MUSS die Kommunikation über reale Herrschaftsbedingungen und -beziehungen verhindern, insofern sie genau *diese* empirische Realität widerspiegeln.
    Anders ist ihre „Meta-Kommunikation“ als tatsächliche Nicht-Kommunikation gar nicht fortzuführen.
    Möchte irgendwer ein „E“ kaufen? 😉

    Schönen Gruß, crumar

  • Schrupp? Die simuliert Intelligenz. Es gibt immer noch eine Menge Leute, die eine gestelzte Sprache für ein Zeichen von Intelligenz halten.

  • „Sexismus ist eine Tatsache, keine Meinung.“

    Soweit die Meinung von Frau Schrupp.

    Sexismus ist … genaugenommen ja eher ein Begriff und keine Feststellung oder konkrete Aussage. Leider ein sehr dehnbarer Begriff. Anlaß genug, noch einmal auf den Titel des Posts zurückzukommen: „Was genau ist eigentlich Sexismus?“

    Spannend zu verfolgen war auf der Wikipedia, wie Fiona Baine et al. den Begriff im Rahmen der Aufschrei-Kampagne mehrfach verändert haben, s. Details hierzu. Im Endeffekt wurde er unschärfer, viel weiter anwendbar gemacht und sozusagen für Frauen reserviert.

    Nach aktueller feministischer bzw. Fionistischer Lesart ist Sexismus eine auf das Geschlecht bezogene Diskriminierung.

    Diskriminierung wiederum ist eine gruppenspezifische soziale Benachteiligung. Wenn z.B. Feministinnen die schlechteren Argumente in einer Debatte haben, sind sie benachteiligt. In Anlehnung an das Definitionsmachtkonzept dürfen außerdem nur Frauen subjektiv festlegen, ob eine Benachteiligung vorliegt.

    Also: jeder, der einer Feministin widerspricht oder sie ärgert, diskriminiert sie, ist also Sexist.
    q.e.d.
    Zumindest für Frau Schrupp und Fiona Baine.

    Männer können natürlich nicht benachteiligt werden, weil sie qua Geschlecht ständig die patriarchale Dividende kassieren, sofern sie nicht gerade fappen. Deswegen gibt es auch keinen Sexismus gegen Männer >:-(

  • ich scheine diese Definitionen schon als so bekannt vorauszusetzen, dass sie mir nicht mal mehr auffallen. Auch Schwarzer, die eine Prostituierte Domina bedauert, weil sie ja auch nur die Wünsche der Männer erfüllen muss, die sie eben zu diesen Handlungen zwingen, ohne überhaupt zulassen zu können, das auch Frauen an SM Lust empfinden können, fällt in diese Definition. Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen, bis hin zur Beschneidung, die, selbst wenn man den Gegenüber so in die Ecke gedrückt hat, dass er die Jungenbeschneidung mit leichten Formen der verbotenen Mädchenbeschneidung gleichsetzen muss, bei Frauen natürlich auch und vor allem der Unterdrückung dient. Sowas führt dann zu (einseitig) quotierten Redelisten, wie bei SPD und Grünen.

    Das Problem ist aber nicht diese Definition, sondern wie sie zustande kommt. Es werden Statistiken genommen, die z. B. die Aussage treffen, es gibt weniger Frauen in Führungsetagen. Das kann natürlich nicht sein, denn Frauen sind ja mindestenz genau so gut wie Männer, also muss es einen Grund haben. Dann werden die Gründe gesucht ohne diese zu validieren, und alles schön verpackt, als Wissenschaft. Ähnlich hat Sarazin das ja auch gemacht, wobei das halt Populismus war…

    Ähnlich macht Lantsch das ja auch, wenn sie die mangelnde Verurteilungszahl von Vergewaltigungen anspielt und von Rechtsstaat, Aufklärung und dem ganzen von weissen Männern erfundenen Rotz phantasiert. Das dieses sogar bis hin zu einer hochgradigen Verfassungsfeindlichkeit geht, will jedoch keiner sehen.

    Problematisch wird es nur, wenn man dann mal die andere Seite sieht, Jungen als Bildungsverlierer, Obdachlosenzahlen etc. Hier ändert sich die Definition dann schnell, denn natürlich sind Jungen nicht benachteiligt, wie auch, alle Führungspositionen sind ja immer noch von Männern besetzt. Was jetzt zwar den Jungen nicht hilft, aber sie erhalten ja irgendwie eine patriarchale Dividende. Und spätestens hier sind wir bei Sippenhaft, besser Geschlechterhaft. Denn natürlich kann ein Junge nichts für sein Geschlecht, seine Erziehung und auch nichts dafür wer gerade Kanzler in der BRD ist.

    Eine Frauenquote hingegen ist natürlich wichtig, selbst wenn man weiß, dass Frauen andere Frauen nicht fördern. Was nicht an dem Mangel an Frauen liegt, sondern daran dass Frauen so missgünstig erzogen sind.

    Was Schrupp und ihre feministischen Sister sich hier zusammenreimen ist demnach nichts anderes als pseudowissenschaftlicher Quatsch. Weiterhin ist bei Schrupp die Frau an sich gut, (einige) Männer hingegen sind ganz böse. Es gibt also sowas wie Herrenmenschen und Untermänner, das hatten wir ja schon mal… Das Problem ist, dass man diese Menschen aus solchen Denkmustern mit normalen Argumenten nicht mehr heraus bekommt, wie auch, sind sie meist so sozialisiert. Nur @FrDingens kann jetzt, nachdem sie „Lernen durch Schmerz“ gespielt hat, auch aus den Erfahrungen lernen. Die Regel dahinter ist übrigens so alt wie die Menschheit, wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

    Ansosnten haben iwr hier das gesehen, was passiert wenn man sich über Twitter vor seinen Fans unterhält. Das FrDingens jedoch bis jetzt nicht begriffen hat dass auch sie einen Fehler gemacht hat, zeigt, es ist wie Lernen durch Schmerz, nur ganz ohne Lernen. Und wenn dass die Errungenschaften des Feminismus sind, das eine Frau jemanden durch die Blume als Wichser bezeichnen darf und sich nach einer passenden Antwort als Opfer hinstellt, selber aber in der Kommunikation nicht einmal nett und freundlich sagt, bitte lass mich in Ruhe, dann war jeder Cent für den Feminismus rausgeworfenes Geld… Doch eines hat der Feminismus bewirkt, normalerweise würde mir eine Person leid tun, die sich wegen eines dummen Fehlers aus Twitter und Facebook zurück gezogen hat, aber anscheinend bade ich gerade in Feministinnentränen…

  • @Man in the middle,

    Du hast vergessen dass alle Männer die Regeln aufgestellt haben nach denen wir leben, auch die Komunikationsregeln. Übrigens, obwohl Frauen ja so viel kommunikativer sind. Da können Frauen ja nur verlieren. Da ist es doch nur gerecht wenn wir jetzt einmal Regeln wie die von Dir beschriebene aufstellen 😀

    Fairerweise muss man jedoch sagen, der Einstieg vom Techblogger war schon dumm von der Seite anmachen…

    Tausende feministische Definitionen sind ja ähnlich Gaga. Nehme ich häusliche Gewalt, so sind Männer Gewalttäter, weil jede 4 Frau einmal im Leben Gewalt erfahren hat (wobei ein drittel nicht mal strafrechtlich relevant sind). ERGO, man braucht Schutzmassnahmen und Berichte gegen Frauengewalt um Frauen dafür zu sensibilisieren. ERGO erfährt man mehr über Frauengewalt, ERGO braucht man mehr Beriche,, Gesetze etc. ERGO erfährt man mehr über Frauengewalt und Frauen werden noch stärker sensibilisert, was auch gewollt ist. ERGO …

    Und irgendwann kommt so ein durchgeknallter Forscher auf die Idee mal nach Männergewalt zu forschen. Haben wir ein Problem, nein!!!
    Nein, denn Männer empfinden die Ohrfeige nicht als Gewalt.
    Nein, denn Gewalt gegen Frauen ist zu ihrer Unterdrückung.
    Nein, denn Männer üben Gewalt gegen Frauen und Kinder aus.
    Nein, denn wenn Frau zuschlägt, dann nur weil der Mann X gemacht hat.
    Nein, denn 51% der Opfer sind Frauen und diese Gruppe schlimmer betroffen.
    Nein, denn Frauen sind häufiger Opfer von Tötungsdelikten durch Partner.
    TBC

    Und hey, sogar die Gerichte spielen da mit, dann kann das ja nicht mal so dumm sein, denn schliesslich werden Frauen pathologisiert, Männer kriminalisiert. Die Dame die in München zwei Mäner vergewaltigt hat, war ja auch nymphoman veranlagt die arme. DSK ist nicht nymphoman, und wenn doch, trotzdem hart zu verurteilen, weill er patriarchale Dividende kassiert…

    Ist das sexistisch, nein, ist es natürlich nicht. Das ist einfach nur dumm… Irgendwann hatten wir mal Rechtsstaat, Aufklärung und den ganzen Rotz, jetzt haben wir Frauenrechte…

  • @Lucas:
    „Es ist kein Wunder, dass das knallegoistische Verhalten von Frau Dingens auf keinen feministischen Widerstand trifft, weil eben dieses Verhalten für den heutigen Feminismus prägend ist. „

    Das scheint tatsächlich so zu sein, und insofern ist es wohl auch müßig diese Bewegung nach irgendwelchen politischen Zielen zu kategorisieren. Dazu passt auch ohne Weiteres, dass Richtungskämpfe praktisch gar nicht stattfinden.

    Vielleicht ergibt sich das unvermeidbar aus der Idee „Das Private ist Politisch!“ – dann ist eben jede beliebige private Befindlichkeit in jedem beliebigen Streit mit jedem beliebigen Mann „politisch“ Vielleicht hat dieses Motto im Zusammenhang mit der in den 1970ern aufgekommenen Praxis des „conciousness-raising“ Feminismus diesen Spin sehr nachhaltig verpasst: Man traf sich in den Frauengruppen, um die politische Dimension seiner privaten Probleme herauszuarbeiten. Wenn das das Gruppenziel ist, dann bleibt es eben nicht aus dass man gemeinsam das „Patriarchat“ hinter jeder mißfallenden Äußerung eines Mannes „entdeckt“. Weil eine solche Gruppendynamik jede „Entdeckung“ einer Schweinerei des Patriarchates belohnt und gleichzeitig jedes Bedenken als potenziell Gruppenzielgefährdend bestraft, kann eigentlich nur eine „erarbeitete Theorie“ bei herauskommen, die praktisch alles, was ein Mann tut und was irgendwie mißfällt in die Schublade „Sexismus“ packt. Dort wurden die Ideologischen Pflöcke des vorherrschenden Feminismus eingerammt, es wurden die wesentlichsten feministischen Selbstverständlichkeiten gesetzt.

    Frau Dingens hat nmE von Anfang an das feministische Frame abgespult und sieht sich jetzt natürlich uneingeschränkt als Opfer: Erst hat man „die Arbeit einer Frau unsichtbar gemacht“ und als sie sich dagegen gewehrt hat, hat man „eine Frau diffamiert, die es wagt sich zu wehren“. Natürlich genoss es Herr Pallenberg auch sexuell, sie AlsFrau zu „demütigen“ – was sie dann „klar und deutlich (Fappen) benannte“ usw.

    Der real existierende Feminismus hat eben ein Ideologiewarenhäuschen geschaffen, welches für jede beliebige Befindlichkeit einer Frau ein Deutungsmuster als „Sexismus“ bereithält.

    Natürlich springt Antje Schrupp Frau Dingens bei, es geht schließlich um die Verteidigung dieser „Symbolischen Ordnung“. Das ist wohl das einzig politische an dieser Bewegung: „Wir kämpfen gemeinsam dafür, dass dieses Instrumentarium an Deutungsmustern wirkungsvoll bleibt, weil es uns allen nützlich ist“

    Natürlich ist das mittlerweile ein stumpfes Schwert, Feminismus kann mittlerweile nicht mehr in dem Maße das moralunternehmerische Kapital aktivieren, welches es in den 1970ern und 1980ern noch realisieren konnte. Es mag niemand mehr so recht daran glauben, dass die Gesellschaft für Frauen eine Vergewaltigungshölle ist. Ohne diese Moralpanik wird der Blick etwas freier, der blanke Gruppennarzissmus wird als blanker Gruppennarzissmus sichtbarer.

    Der #Aufschrei vermochte leider auch nicht die goldenen 1980er zurückzuholen, die erhoffte Agenda konnte nicht gesetzt werden. Stattdessen wurde Feminismuskritik hoffähig.

    Grüße, Nick

  • @Lucas:
    „Eine „Anti-Gewalt-Politik“, die die Ursache für Gewalt zwanghaft in der „Männlichkeit“ sieht, wird in den meisten familiären Gewaltdynamiken mehr schaden als nutzen, und das gilt eben auch für Frauen – diese Politik sichert aber eine Menge Posten.“

    Die „Anti-Gewalt-Politik“ hat imho die Funktion, ein Bild zu zeichnen demzufolge Frauen pervasiv systematisch und mit Gewalt unterdrückt werden. Ein beängstigendes Bild, denn so würden ja die Menschenrechte einer ganzen Bevölkerungsgruppe systematisch verletzt.

    Hat man dieses Bild erst etabliert, kann man leicht ein „System“ als monokausale Ursache konstruieren, in welches sich dann leicht solche Befindlichkeiten wie die der Frau Dingens einfügen lassen. Widerspruch dazu ist dann schnell ein „Täterschützerdiskurs“

    Sehr deutlich wurde das Ganze nmE daran, dass man versucht hat Frauenquoten als Abhilfe des mit dem #Aufschrei skandalisierten zu begründen.

    Nick

  • Ja, sjw-watch.tumblr.com ist ein Beispiel dafür, dass Menschen manchmal dazulernen. Das gibt doch Hoffnung ;-).
    Sie nennen diese Amoklauf-Empörer Social Jusice Warriors und geben Tipps, wie man gegensteuert.

    Sehr gut fand ich auch Sascha Pallenbergs Begründung, warum er die Fappygate-Diskussion so gründlich durchgezogen hat:

    „Es hat Methode Kritiker mundtot zu machen. Diese radikale feministische Randgruppe macht alles platt was ihnen in den Weg kommt. Mit geballter Follower-Anzahl, Drohungen, Einschuechterungen, Hate- und Blocklisten.

    Mit mir nicht. Sorry“

    http://www.mobilegeeks.de/kommentar-yasmina-banaszczuk-und-die-hetzjagd-der-femtrolle/#comment-1528215915

    Im Netz heißt es übrigens auch, dass Fr Dingens die Abmeldenummer als kleines vertriebenes Mädchen schon ein paar Mal gespielt hat. Da laufen Wetten, wann sie wieder auf Twitter und Co unterwegs ist.

    Aber diesmal hat sie ziemlich Gegenwind gekriegt. Pallenberg fand es gar nicht witzig, dass sie munter einen Kollegen als Plagiator verleumdet hat. Und das
    „Seit dem gestrigen Dienstag fuehrt Anne Wizorek eine Kampagne an Druck auf die re:publica auszuueben, dass ich dort keine Redeslots mehr bekomme“
    hat ihn wohl eher angestachelt als mundtot gemacht. Da wachen einige auf, habe ich den Eindruck.

  • Klasse Analyse Lucas Schoppe! Für soviel gesundes Beurteilungsvermögen kann man in der heutigen Zeit eigentlich nur gratulieren.
    Hab ich auch so gesehen. Insbesondere der Blog von Frau Schupp, der m.E. einfach nur weit ausholte, aber letztlich die wichtigen Tatsachen verschwieg und somit am Vorfall vorbei argumentierte, um sich letztlich nur ideologisch zu rechtfertigen. Tatsachen wie das Herr Pallenberg öffentlich diskreditiert wurde und das er sogar den Dialog aufsuchte um das zu tun was eigentlich Erwachsene Menschen so tun um solche Sachen aus der Welt zu schaffen, dass wird in ihrem Blog nicht erwähnt. Wenn man sich den Verlauf des Vorfalls anschaut dann wird der Eindruck erweckt hier unterhalten sich 2 pubertierende Teens. Jetzt kann man, wie Kinder drüber streiten welche der beiden Aussagen fieser ist. Letztlich rechtfertigt das aber nicht einen fremden Menschen derart öffentlich und in der Horde zu beleidigen und dann sogar noch aufzurufen ihn von Konferenzen auszuschließen. Das sollte jedem Menschen mit gesundem Verstand schon stutzig werden lassen, wenn Leute die eigentlich für Toleranz und Empathie sind derart mit Menschen verfahren. So das der Verdacht aufkommt das diese Menschen nur da tolerant sind wo ihr Standpunkt vertreten wird. Sehr sehr fragwürdig…..

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