Männer

Evangelisches Männerbasteln (und andere Formen der Hate Speech)

Frau als Man verkleidet
geschrieben von: Lucas Schoppe
RSS
Follow by Email
Google+
https://man-tau.com/2014/08/21/evangelisches-mannerbasteln-und-andere-formen-der-hate-speech/
PINTEREST
LINKEDIN
whatsapp
„Macker sein klappt nicht auf Anhieb. Es gibt da so Übungen.“

Das steht auf der Titelseite einer Zeitschrift, die ich im Urlaub zufällig gelesen habe. Neben den Sätzen das Bild einer jungen Frau, die einen Mann darzustellen versucht und die sich zu diesem Zweck eine Mütze aufgesetzt hat und böse guckt.

Es ist das Titelbild des Magazins chrismon, das von der evangelischen Kirche finanziert und in einer Auflage von fast 1.600.000 Exemplaren monatlich der Zeit und diversen Tageszeitungen beigelegt wird. Damit ist die Auflage fast doppelt so hoch wie die gegenwärtige Auflage des Spiegel.

Mir fiel das Magazin zum ersten Mal auf, als es vor zwei Jahren in mehreren Beiträgen einer Ausgabe  über häusliche Gewalt berichtete und den Eindruck erweckte, diese werde allein von Männern allein an Frauen ausgeübt – was Arne Hoffmann damals, allerdings ohne kirchlich gesponsorte Millionenauflage, richtig stellte.

Wer das Heft aus meinem Urlaub dann aufschlägt, sieht auf Seite drei die junge Frau vom Titelbild noch einmal unverkleidet, als Frau, was in diesem Fall mit „freundlich lächelnd“ übersetzt werden kann.

„Olga fand es super, auf der Straße als Mann durchzugehen. Endlich mal keine Anmache . . .“,

steht diesmal daneben. Damit und mit den entsprechenden Bildern ist dann auch schon klar, wie Männer so sind: grimmig dreinblickende Anmacher, die sich breitbreinig raumgreifend in Sofas fläzen und gleich mehrere Plätze beanspruchen, während Frauen gesittet die Beine übereinander schlagen und mit einem einzigen Platz auskommen, wie sich das gehört.

Mann als Frau

 

Ein gemachter Mann. Alles, was für die Herstellung von Männlichkeit benötigt wird, ist ein unordentlicher Haarwuchs und ein grimmiger Blick. Hier fehlte jetzt nur noch eine raumgreifende Armhaltung, und die Illusion wäre perfekt.

Eigentlich ist so auch die Kernaussage der Titelgeschichte schon deutlich geworden, ohne dass es nötig war, eine einzige Zeile von ihr anzuschauen. Ich hab sie trotzdem gelesen, sogar raumgreifend vom Anfang bis zum Ende, und war schließlich doch überrascht. Was hier die Chefredakteurin Christine Holch schreibt, hilft nämlich auch dabei, ein ganz anderes Thema zu verstehen, über das gerade Michael Klein berichtet hat:

Der Hannoveraner Professor Günther Buchholz hatte versucht, eine unabhängige Überprüfung der Gender Studies zu initiieren – scheiterte aber daran, dass die Verantwortlichen sich einer solchen Überprüfung konsequent entzogen.  Von den 74 Fragebögen, die er an Forscherinnen und Universitätspräsidien verschickt hatte, erhielt er keinen einzigen zurück.

Und was hat das nun mit Holchs Artikel zu tun?

Männer sind widerlich, lassen sich aber leicht herstellen (sagt das Kirchenmagazin) „Das Gemachte an der Männlichkeit lässt sich ebenso imitieren“ wie das Gemachte an der Weiblichkeit – so Holch gleich zu Beginn ihres Textes. Sie schreibt über ihre Erfahrungen bei dem Wochenendworkshop „Man for a Day“, den die Amerikanerin Diane Torr in Berlin anbot. Frauen waren dabei eine Weile als Mann verkleidet unterwegs, zogen sich jedoch nicht nur entsprechend an, sondern lernten auch sein Verhalten zu imitieren:

„Das, woran man einen Mann zu erkennen meint, ist sein Habitus: sein Gang, seine Gestik, seine Mimik, sein Blick.“

Daher also schaut Olga dann auch auf dem Titelbild so grimmig in die Kamera.

Diane Torrs Männervorbild war ihr Vater, und der war – wie könnte es anders sein – natürlich „ein alkohol­kranker schottischer Marineoffizier und sehr gewalttätig“. Demgemäß typisch männliches Verhalten lernen auch die Frauen in ihrem Workshop: beispielsweise, den Kopf „wie ein Reptil“ zu halten, was „der gelegentliche schnittige Handkantenschlag in die Luft“ effektvoll unterstreichen könne. Sie lernen, wie der typische Mann reagiert, wenn jemand an ihm zweifelt:

„hinstellen, Fersen heben und die Absätze mit einem satten Klack aufsetzen.“
Natürlich sind dann auch Holchs Erfahrungen als Mann sehr erfolgreich:
„Ich gehe breit. Ich weiche niemals aus.“
Und:
„Ich schaue so übellaunig, dass mir fast das Gesicht abfällt, und stapfe zum Spreeufer.“
Zudem lernt sie, sich  bei Gefühlen der Unsicherheit in die typisch männliche und uns allen gut vertraute „Sicherungsposition“ zu begeben:
„Hände auf den Rücken legen, Absätze heben und runterklacken lassen, mit einem Grunzen imaginären Schleim tief aus dem Rachen hochziehen.“

Genau das mach ich zum Beispiel auch immer, wenn eine Schulklasse mal laut ist – kommt immer sehr gut an und schüchtert alle Schüler zuverlässig ein. Und niemand würde auf die Idee kommen, das lächerlich zu finden, nicht einmal ein gefährlicher Fünftklässler.

Holch lernt denn auch, wie man sich als Mann richtig hinsetzt:

„Laut schleife ich einen Stuhl über den Boden, knalle ihn vor mich hin, bedeutungsvolle Pause, dann kippe ich den Stuhl. So geht das.“
Zwischendurch bemerkt sie mal kurz: „Klar, das sind Klischees“ – setzt dann aber unbeeindruckt ihre beeindruckende Männer-Kopie fort. Eine andere Frau hat z.B. in dem Workshop gelernt, wie ein richtiger Mann formvollendet eine weibliche Kellnerin anspricht:
„Püppie, bring mir mal ’nen Espresso.“
Holch selbst sitzt selbstverständlich „in den Stuhl gefläzt“, eine andere Teilnehmerin stellt mit einfachen Mitteln täuschend echt einen Kunstkurator dar:
„Hände in die Hosentaschen, fettiger Män­nerzopf, ungeduldiges Fußgeklopfe (…). Cooler Typ. Ehrlich gesagt: ein Widerling.“
Damit ist übrigens der Kern getroffen: Wer anständig zum Mann werden will, darf einfach nur keine Scheu davor haben, widerlich zu sein.
„‘Als Frau bin ich immer nett, immer auf andere bezogen, immer ‚Wie geht es dir?‘‘, sagt Miriam. ‚Als Arschloch ist mir das egal.‘“
Das Gegenstück zur Frau, so stellt die Kunstkuratorendarstellerin Miriam es hier klar, ist eben nicht der Mann, sondern das Arschloch. Was aber auch irgendwie dasselbe ist.
„Super, (…) also grauslich. Also super.“
– so sieht eine Frau aus, wenn sie sich erfolgreich, also super, als Mann verkleidet hat. Als Frau wäre sie natürlich niemals grauslich:
„Öffentlich in der Nase bohren das tun Frauen eher nicht.“

Hingegen liest man ja sehr häufig von Männern, die sich bei gelegentlichen Stürzen schwer verletzen, weil sie mit beiden Zeigefingern in den Nasenlöchern durch die Gegend stolzieren und sich dann beim Stolpern nicht auffangen können. Wer von uns kennt das nicht?

Der Darstellung von Männern als widerlichen, raumgreifenden und egoistischen Gestalten entspricht natürlich eine Idealisierung von Frauen, die sich damit wunderbar ergänzt.

„Als Mann sitzen wir nicht vorn auf der Stuhlkante (dem Gegenüber freundlich-eifrig zugewandt), sondern zurückgelehnt auf der ganzen Stuhlfläche; wir machen uns nicht schmal (und nett) – sondern breit (und wichtig), im Sitzen wie im Gehen. Klimpergeld in der Hosentasche unterstützt die Coolness.“

Frauen sind nett, freundlich, zugewandt, Männer sind wichtigtuerisch, angeberisch und klimpern mit Kleingeld in der Hosentasche (und das auch nur deshalb, weil man mit großen Scheinen nicht so gut klimpern kann). Und überhaupt, wer macht sich schon ernsthafte Gedanken über Körpersprache, wenn eigentlich ohnehin immer schon klar ist, was sie ausdrückt?

Frauen nämlich nicken beständig, und sie lächeln häufig,

„damit sich die Leute in unserer Gesellschaft wohlfühlen.“
Und sie haben offenkundig ein fantastisches Beobachtungsvermögen:
„Als wir ‚Begrüßung‘ üben, patschen wir einander ausgiebig auf die Schultern, schütteln heftigst Hände. ‚Klischee‘, ruft Diane aus dem Hintergrund.“

Nein, und nun einmal ganz im Ernst: Das hier ist nicht einmal mehr ein Klischee, sondern eine primitive Travestie – etwa so, als würde ein Mann eine Frau darstellen, indem er sich die Brust mit beiden Händen zum Busen hochdrückt, x-beinig durch ein Zimmer stolziert und dabei halbminütlich „Heititei“ ausruft.

Ich hab mich beim Lesen gefragt, ob das Bild von Männern, dass diese Frauen produzieren, eigentlich dem Männerbild vieler Frauen entspricht – und was solche Frauen eigentlich sehen, wenn sie Männer anschauen. Ob sie zum Beispiel wirklich irgendetwas bemerken, oder ob sie nur nach Bestätigungen der Bilder suchen, die sie ohnehin schon im Kopf haben.

Mannsein ist einfach (nur verstehen das die Männer nicht) Deutlich differenzierter als dieser Artikel ist ein Text, der grundsätzlich von dem gleichen Arrangement ausging wie Torrs Workshop. Im Jahre 2006 veröffentlichte die Schriftstellerin Norah Vincent ihr Buch Self-Made Man. My Year Disguised as a Man, das sie auf der Basis eines sozialen Experiments geschrieben hat: Sie hatte achtzehn Monate lang als Mann namens „Ned“ gelebt. Die Idee zu dem Experiment war der lesbischen Vincent gekommen, als sie im New Yorker East Village  als Drag King unterwegs war.

Vincent schreibt damit übrigens in einer längeren und durchaus umstrittenen Tradition, deren bekanntestes amerikanisches Beispiel schon 1961 erschien, als der weiße Journalist John Howard Griffin in seinem Buch Black Like Me seine Erfahrungen in einer Verkleidung als schwarzer Amerikaner beschrieb.

Natürlich erwähnt Christine Holch Vincents Text mit keinem Wort, sie kennt ihn wohl nicht einmal. Sie hätte andernfalls auch von ihrem holzschnittartigen Mann-Frau-Bild Abschied nehmen müssen. Vincent schreibt beispielweise darüber, dass viele die feminine Seite ihres Ned nicht positiv aufnahmen:

„Eigentlich nicht einmal die Frauen. Auch sie wollten mich stärker und muskulöser, und manchmal machten auch sie Schwuchtel-Anspielungen, sogar bei Dates. Daher die Formulierung ‚mein schwuler Freund‘.  
Frauen waren in dieser Hinsicht schwer zufriedenzustellen. Sie wollten, dass ich die Situation in der Hand habe, wollten mich bizarr groß und stark, sowohl geistig wie auch körperlich – aber zugleich auch zärtlich und verletzlich, unterwürfig gegenüber ihren Launen und soft wie ein kleines Häslein. Sie wollten jemanden, an den sie sich anlehnen und an dem sie sich festhalten konnten, zu dem sie aufsehen und neben dem sie zusammensinken konnten, aber auch jemanden, der sich gleichwohl über seinen eingegrenzten Platz in einer postfeministischen Welt im Klaren war. Sie hielten mir ihre angemaßte moralische und sexuelle Überlegenheit vor und versuchten gelegentlich, mich damit zu manipulieren.“ (1)
Holch hingegen erwähnt nur kurz, dass junge Frauen den arroganten „Lars“, den sie darstellte, „sympathisch“ fanden – was leicht und klischeegerecht als Signal weiblicher Bereitschaft zur Unterordnung zu verstehen ist.
Vincent aber stellt ihre Erfahrungen ganz anders dar. Der erleichternde Kontakt beispielsweise, den sie als Ned mit anderen Männern hat,
„war kein Zeichen dafür, einer Oberschicht beigetreten zu sein, deren Überlegenheit fraglos vorausgesetzt wird und die keinerlei Aufmunterung nötig hat. Es war eher wie der Beitritt zu einer Gewerkschaft.“ (2)
Die Gewerkschafts-Metapher weist auf etwas hin, das in Holchs Text fast vollständig fehlt – nämlich auf die Notwendigkeit zur Erwerbsarbeit. In ihrem Berliner Wochenendworkshop ist Männlichkeit ganz Fassade, eine Selbstdarstellung, die keine andere erkennbare Funktion hat als den Erhalt der männlichen Machtposition.
„Das ist nur Schauspielerei, ich kann das auch“ –

so lautet der letzte Satz des Textes. Dass dieser Eindruck durch das unzulängliche Arrangement des Workshops entstanden ist und das reale Leben real existierender Männer ganz verfehlt – das ist ein Gedanke, auf den Holch natürlich nicht kommt. Für sie bleibt männliches Leben eine simple Show, die mal eben an einem Wochenende in Berlin erlernt werden kann.

Mogelpackungen und der Entzug der anderen Wangen Trotzdem ist ihr Text sehr nützlich, weil er eine Reihe interessanter Schlüsse erlaubt. Einerseits macht er deutlich, dass journalistische Ansprüche auch in Magazinen, die niveauvoll sein sollen, keineswegs selbstverständlich sind. Weder hat Chefredakteurin Holch es nötig, ihre eigenen Klischees in Frage zu stellen, noch muss sie sich vor dem Verfassen einer seitenlangen Titelgeschichte zumindest mit der basalen einschlägigen Literatur zum Thema vertraut machen.

Andererseits, und vor allem, stellt der Text gegen die Absicht der Autorin auch klar, worin eigentlich das Problem besteht, wenn Geschlechter als soziale Konstruktionen, als „Gender“ verstanden werden. Denn dass sie auch sozial konstruiert sind, ist schließlich grundsätzlich ein einsichtiger Gedanke – dass beispielwiese Männer Hosen und keine Röcke und dass Frauen deutlich häufiger lange Haare tragen, ist ja nicht biologisch determiniert, sondern entspricht sozialen Konventionen.

Problematisch aber wird dieser Gedanke schon durch die Unterstellung, dass Geschlechter als soziale Konstruktionen eigentlich ganz zufällig und beliebig seien. Anstatt dass Geschlechterunterschiede sorgfältig und unvoreingenommen beschrieben und im Hinblick auf ihre Funktion überprüft würden, erscheinen sie dann als willkürlich und prinzipiell als uneingeschränkt veränderbar.

Diese Wahrnehmung aber schafft nicht etwa Spielräume bei der Beschreibung der Geschlechter, sondern sie produziert lediglich die Möglichkeit, Klischees über sie ohne weitere Überprüfung als tragfähige Beobachtungen zu verkaufen. Alles, was den Klischees widerspricht, wurde ja ohnehin schon im Vorfeld als bloße Konstruktion enttarnt.

Kern dieser Klischees ist bei Holch, beispielhaft, die Imagination männlicher Herrschaft. Eben diese Vorstellung macht die Frage nach der Funktion von Geschlechterunterschieden denn auch unnötig, schließlich sind sie ja immer schon als Instrumente der Herrschaftssicherung entlarvt.

Da Holch in ihrem Text Männer so als Herrscher imaginiert, und da Männlichkeit für sie nichts als eine erstarrte Fassade zur Sicherung von Herrschaft ist, muss sie Männern auch keine zivile Achtung entgegenbringen. Ihre vereinzelten Hinweise darauf, dass auch Männer mit Einschränkungen leben müssen, relativieren niemals ihre vernichtende Darstellung: Sie sind hier einfach nur primitive, machtfixierte Widerlinge.

Das erlaubt möglicherweise Schlüsse über Holchs Text hinaus, weil er auf einfache, leicht nachvollziehbare Weise Strukturen spiegelt, die auch universitäre Gender Studies weithin prägen. Sie präsentieren sich aus dieser Perspektive zwar als Wissenschaft, die auf dem grundsätzlich nachvollziehbaren Gedanken aufbaut, Geschlechter auch als soziale Konstruktionen zu verstehen. Tatsächlich aber untersuchen sie Geschlechter lediglich als Reproduktion einer männlichen Herrschaft, die niemals nachgewiesen, sondern rituell immer schon vorausgesetzt wird.

Einfach formuliert: Sie sind eine Mogelpackung, die auf ihrem bunten Äußeren eine Analyse von Geschlechterkonstruktionen verspricht, die tatsächlich aber mit Ressentiments gefüllt ist. Es ist nicht verwunderlich, dass die Verantwortlichen sich einer Überprüfung entziehen.

Mit der zwangsläufigen moralisierenden Abwertung des männlichen gegenüber dem weiblichen Geschlecht und der damit verbundenen Verweigerung von ziviler Empathie bewegen sich die Gender Studies dann allerdings eher in der Tradition der antihumanen Rassenkunde“ als in der einer seriösen Wissenschaft. Um sie seriös betreiben zu können, müssten sie unbedingt in vielfacher Weise geöffnet werden: für Überprüfungen von außen; für Problemlagen von Männern, die selbstverständlich nicht klischeehaft als Herrscher imaginiert werden dürfen; für alternative, also beispielsweise biologische Erklärungen von Geschlechterunterschieden.

Was aber die evangelische Kirche betrifft, wäre es für mich – obwohl ich kein Protestant bin – interessant zu erfahren, wie sie es eigentlich rechtfertigt, Hate Speech wie den Text von Holch zu finanzieren und millionenfach zu verbreiten. Die Kommentare unter dem Text der Internetausgabe  erwecken jedenfalls den Eindruck, dass die Anzahl der Männer zunimmt, die nach solchen Angriffen nicht mehr einfach nur die andere Wange hinhalten wollen.

Martin Rosowski allerdings, Vorstand im Bundesforum Männer UND Geschäftsführer der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat noch keine wohlgesetzten Worte dazu gefunden. Ich bin mir jedoch sicher, dass das lediglich an der Urlaubszeit liegt.

 

 Alter Mann

Die Zitate aus Norah Vincents Buch stammen aus:
Norah Vincent: Self-Made Man. My Year Disguised as a Man, London 2006

Ich habe sie im Text ins Deutsche übersetzt. Hier sind die Originalzitate:

(1)  Not even the women really. They, too, wanted me to be more manly and buff, and sometimes they made their fag assumptions, too, even while they were dating me. Hence the phrase ‘my gay boyfriend’.

Women were hard to please in this respect. They wanted me to be in control, baroquely big and strong both in spirit and in body, but also tender and vulnerable at the same time, subservient to their whims and bunny soft. They wanted someone to lean on and hold on, to look up to and collapse beside, but someone who knew his reduced place in the postfeminist world nonetheless. They held their presumed moral and sexual superiority over me and at times tried to manipulate me with it. (S. 277)

(2) (Making this removed comforting contact with men and feeling the relief it gave me as my life as a man went on) was not a sign of having joined the overclass, for whom superiority is assumed and bucking up unnecessary. It was more like joining a union. (S. 281)

RSS
Follow by Email
Google+
https://man-tau.com/2014/08/21/evangelisches-mannerbasteln-und-andere-formen-der-hate-speech/
PINTEREST
LINKEDIN
whatsapp

29 Comments

  • Der Chrismon-Artikel ist ja großartig. Beim Lesen habe ich mich ein paar mal gefragt, ob die Drogen nehmen.

    Hier z.B.:
    „Sollten wir den Eindruck haben, dass jemand an unserem Mannsein zweifelt: hinstellen, Fersen heben und die Absätze mit einem satten Klack aufsetzen. „

    Das ist so abgedreht. 50er- oder 60er-Jahre-Karrikatur. Das ganze ist eine einzige Abarbeitung an ihrem Vater, und sie merkt es nicht.
    Und die anderen merken nicht, wie sie ihre Wünsche („dann fühlt es sich freier an“ etc) wild auf die Männerfigur projizieren.
    Wie hier:
    „Sonst, wenn ich komischen Leuten begegne, bin ich ein Schisser. Jetzt hab ich gedacht: Eine Zuckung, und ihr kriegt was auf die Fresse!““
    Das ist ein Lehrstück in Projektion, wie man es nicht oft geboten kriegt.

    Sie merkt zwar kurz, wie subjektiv ihre Konstruktionen sind:

    „Klar, das sind Klischees. Keine dieser Beschreibungen trifft auf alle Männer zu, noch nicht mal auf die meisten. Wir stellen ja auch nicht „die“ Männer dar, sondern individuelle Männer. Nach dem Motto „Es gibt solche Typen“ oder „Ich kenne so einen“.“

    Aber diese Einsicht ist zeitlich begrenzt.Am Ende denkt sie wieder, sie hätte etwas über „die Männer“ gesagt.
    Das ist eine unkontrollierte Psychodrama-Nummer, die da abläuft.

    Gute Konstrastierung übrigens mit Norah Vincents Buch. Habe es nur auf Deutsch gelesen, finde es aber ausgesprochen Lesenswert. Auch wenn es genug Details gibt, die ich nicht unterschrieben würde. Aber sie hat eine ernsthafte Feldforscher-Haltung, und das hat mir gefallen.

  • Wer finanziert denn diesen Wochenendworkshop? Sind dort auch Männer zugelassen? Wer bezahlt denn für sowas und will dann sein Geld nicht zurück? Sind das alles Teilnehmer, die zu faul sind sich selbst ein Bild zu machen?

    Hat nicht mal jemand darüber geschrieben, wie man es schaftt den Hass gegen eine Gruppe zu schüren in dem man diese Gruppe entmenschlicht. Hab auf die schnelle das hier gefunden:

    „In Kriegen wurden häufig Gegner dämonisiert und verteufelt: Sie sollen dadurch als kollektive Bedrohung, als Masse, als das Böse wahrgenommen werden, nicht als menschliche Individuen, um die eigenen Soldaten zu enthemmen und die Anwendung von militärischer Gewalt zu erleichtern. Dabei wächst die Gefahr von Exzessen und brutalen Entgleisungen, wie etwa im Zweiten Weltkrieg oder im irakischen Gefängnis Abu Ghraib.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenbild#Entmenschlichung

    Wichtig hier bei ist das Enthemmen. Ist diese Einstellung in den Köpfen erstmal erreicht, ist es leichter Sanktionen gegen die Gruppe durchzuführen – Männersteuer, positive Diskriminierung, Anti-Vergewaltigungskurse für Männer, etc.

  • Gender Studies und Rassenkunde. Der Niedergang deutscher Wissenschaft hat seinen Ursprung als die Nazis Regimegegner und jüdische Wissenschaftler aus den Universitäten jagten. Rassenkunde wurde dann zu einer Wissenschaft. Nach dem Krieg saßen die Naziprofessoren weiter auf den Lehrstühlen und im Osten lehrte man statt Rassenkunde Marxismus-Lenismus. Inzwischen gibt es rund 200 Lehrstühle mit Genderbezug. Von diesem Anschlag auf die Wissenschaften wird sich das Land – zieht man historische Vergleiche von Kulturvernichtung hinzu – die nächsten 100 Jahre nicht mehr erholen.

    Die evangelische Kirche, die schon mit den Nazis dicke war, wird sich weiter selbst demontieren – a la „Eine Tür für alle“ – bis sie eine echte Bullerbü-Kirche geworden sein wird. Aber das kratzt nicht einmal mehr betrunkene Bischöfinnen auf einem Genderradel.

  • Und ein wesentlicher Unterschied zu Holch ist: Vincent überprüft ihre eigene Perspektive, wägt ab, ändert ihre Meinung – Holch hingegen ist nur als Mann unterwegs, um alles bestätigt zu finden, was sie auch vorher schon wusste. Alles, was sie schreibt, hat sie so oder ähnlich auch schon in einem vergleichbaren Text vor drei Jahren aufgeschrieben. Zum Thema „Arroganz-Training“ . Arroganz ist nämlich typisch männlich, wie wir wissen.

    Weil alle Reflexion der eigenen Position fehlt, ist das Psychodrama eben auch so unkontrolliert.

    Die Klischees, die Holch produziert, haben so wahrscheinlich viele im Kopf, und sie werden vermutlich häufiger mal zwischen Frauen ventiliert. Wie auch Frauenklischees unter Männern.

    Der Unterschied ist aber, dass Holchs Stammtischgerede subventioniert unter die Menschen gebracht wird, beigelegt in Zeitungen mit intellektuellem Anspruch. Und dass die dumpfe Klischeeproduktion sich allen Ernstes als Entlarvung von Herrschaftsverhältnissen präsentieren kann.

  • Ganz wichtig bei der Produktion von Feindbildern ist auch:

    „Die anderen sind gefährlich. Gewaltbereit. Mächtig. Alles spielt ihnen in die Hände, und daher muss unser Widerstand kompromisslos sein. Und darf sich durch moralische Erwägungen nicht irritieren lassen.“

    Wenn zudem diese Feinde mit ihrer angemaßten Macht auch noch als nasepopelnde, rotzhochziehende Primitivlinge dastehen – um so besser.

  • Der Witz bei der Eine-Tür-für-alle-Kirche ist ja, dass die Tür für einige dann eben doch nicht da ist. Ich hab z.B. noch nie von Kirchenvertretern gehört, die sich für Väterrechte stark gemacht hätten. Oder für Jungen, die offenkundig im staatlichen Schulsystem in Probleme geraten.

    Aber die haben es dann natürlich nicht besser verdient, und die haben Unterstützung auch gar nicht nötig. Jedenfalls hätte ich, wenn ich Protestant wäre, das Gefühl, dass mir durch Texte wie den von Holch der Stuhl vor die Tür gesetzt wird.

  • „Anstatt dass Geschlechterunterschiede sorgfältig und unvoreingenommen beschrieben und im Hinblick auf ihre Funktion überprüft würden, erscheinen sie dann als willkürlich und prinzipiell als uneingeschränkt veränderbar.“

    Da stellt sich die Frage, warum die These der Konstruktion von Geschlecht und anschliessender Dekonstruktion automatisch zum Vorteil für Frauen und zum Nachteil von Männern gerät. Logisch innerhalb der Gender-Denke bleibend, würden Genderisten folgende Überlegung anstellen: Die These von der Konstruktion des Geschlechts stimmt – allerdings nur bezogen auf den Mann. Der Mann ist ein Kunstprodukt, das Ergebnis langer Arbeit, einer aufwendigen Konstruktion. Die Frau ist ein Selbstgänger. Sie definiert sich durch ihre Bedürfnisse und Emotionen und rutscht automatisch in ihr Frau-Sein – kein Vergleich zu den Abstraktionsleistungen, die ein Mann fertigbringen muss, um als gelungen zu gelten. Die Verächtlichmachung des Männerbildes ist effektiv, weil der Mann eben künstlich und konstruiert ist – bei den Frauen würde das so nicht funktionieren. Genderstudies sind von der Anlage her unausgewogen.

  • „Ich hab z.B. noch nie von Kirchenvertretern gehört, die sich für Väterrechte stark gemacht hätten.“

    Doch natürlich helfen die auch Vätern. Siehe hier:

    „Immer wieder berichteten mir Väter aus Deutschland, die mit Einrichtungen der evang. Kirche in Kontakt kamen, dass sie als Vater keine oder kaum Unterstützung erhielten. Bei Trennungsberatungen berichteten sie oftmals von einer parteiischen Beratung zugunsten der Exfrau. Väter werden in Trennungsberatungen sogar offen gebeten sich eine andere Familie zu suchen, da die Mutter den Kontakt des Vaters zu den gemeinsamen Kindern nicht mehr möchte. Ja, sie haben richtig gelesen, Vätern wird von meiner Kirche geraten sich doch einfach „andere“ Kinder zu suchen.“

    http://frontberichterstatter.blogspot.de/2014/04/offener-brief-den-ratsvorsitzenden.html

    Such dir einfach neue Kinder. Da alle Männer ja Gefühlskrüppel sind, ist das natürlich kein Problem.

  • Es ist eigentümlich, dass über die wunderbaren Ergänzungsmöglichkeiten von Frau und Mann bei dem ideologisch geprägten Gleichmachungsbestreben von Gender-Mainstreaming, das in Richtung Familienzerstörung tendiert, kaum oder nicht gesprochen wird, denn das Gehirn ist das größte „Geschlechtsorgan“. Dort finden sich die wichtigsten, prägendsten und auch bereicherndsten Unterschiede zwischen Frau und Mann in den Bereichen „physiologische Abläufe“, „zentralnervöse Informationsverarbeitung“ und „genuinen, also angeborenen Denk- und Bewertungsprinzipien“. In Denk- und Bewertungsprinzipien, welche sich eben nicht einfach beispielsweise mit unterschiedlichen sozialen Erfahrungen in der Kindheit oder sonstigen sozio-kulturellen Einflüssen erklären lassen.
    Frauen haben z. B. mehr graue Gehirnzellen und weniger verknüpfende Nervenfasern im Gehirn: „Frauen können die einen Dinge besser, Männern die anderen; wir müssen lernen, einander zu helfen“.
    Damit und mit weiteren Unterschieden in den männlichen und weiblichen Gehirnen ist eine optimale Ergänzungsmöglichkeit der beiden Geschlechter trotz Konfliktstoff gegeben; Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erw. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4)

  • @ Matze „Väter werden in Trennungsberatungen sogar offen gebeten sich eine andere Familie zu suchen, da die Mutter den Kontakt des Vaters zu den gemeinsamen Kindern nicht mehr möchte.“ Ja, das habe ich genau so erlebt, in einer Evangelischen Familienberatung.

    Ich fand übrigens Kais Brief an den Ratsvorsitzenden der EKD, den Du hier verlinkt hast, sehr gut – und ich finde es sehr schade, aber auch bezeichnend, dass es darauf offenbar nie eine Antwort gab.

    Für Männer – zumindest für Männer, die sich für Menschenrechte von Vätern, Jungen oder insgesamt von Männern einsetzen – ist die „eine Tür“ dicht.

  • @ quellwerk „Da stellt sich die Frage, warum die These der Konstruktion von Geschlecht und anschliessender Dekonstruktion automatisch zum Vorteil für Frauen und zum Nachteil von Männern gerät.“ Das hab ich mich auch schon gefragt, und ich glaube – es ist nicht zwangsläufig. Die Vorstellung, Geschlechter seien sozial konstruiert, hat nicht automatisch eine misandrische Schlagseite.

    Sowohl Warren Farrell als auch Christoph Kucklick interpretieren ja, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise, Geschlechter eben auch als soziale Konstruktion und analysieren sie dementsprechend.

    Unhaltbar wird dieser Ansatz grundsätzlich erst, wenn biologische oder evolutionäre Erklärungen grundsätzlich ausgeschlossen oder gar diffamiert werden.

    Die Vorstellung von Geschlechtern als sozialen Konstruktionen ist aber natürlich interessant für Menschen, die eine Notwendigkeit von Veränderungen betonen (wie eben z.B. auch Farrell). Das lässt sich mit rein biologischen Ansätzen nun einmal wesentlich schlechter begründen.

    Der deutliche misandrische Drall der „Gender“-Ansätze hat in meinen Augen seine Ursache darin, dass in diesen Ansätzen die Patriarchats-Hypothese meist ungeprüft übernommen wird. Als ob alle Konstruktionen nur der Sicherung männlicher Macht dienten…

    Ich bin aber wie Du der Meinung, dass Feministinnen oft mit der Vorstellung der sozialen Konstruktion von Geschlechtern äußerst selektiv umgehen. Wenn es passt, wie z.B. bei der Mutterideologie oder bei der Diffamierung von Männern als „testosterongesteuerten“ Primitivlingen, greifen viele sehr gern auf krude, versimpelte biologische Begründungen zurück.

  • Naja, da dachte ich natürlich zuerst, das wirst Du ein bisschen übertrieben und zugespitzt dargestellt haben. Aber im verlinkten Interview sagt Voß tatsächlich:

    „Bis in die 1920er Jahre sprach man von ­Geschlechtervielfalt. Mit den Nazis kam die Theorie einer weitgehend klaren biologi­schen Zweiteilung, die auch immer noch im Biologiestudium vermittelt wird, obwohl die aktuelle Forschung längst weiter ist.“

    Eigentlich ist das sehr lustig, ich musste jedenfalls lachen. Nicht ganz so lustig ist, dass Voß mittlerweile Professor ist, in Merseburg.

  • Huch nein, die haben sogar meinen Kommentar veröffentlicht, den ich Freitag nacht geschrieben habe, leider mit einigen Rechtschreib und Gramatikfehlern… Mal sehen wie lange er online bleibt…

    Ich finde den Artikel von Holch übrigens grossartig!!! Im Ernst, er hat alles was ein guter Artikel braucht!

    1. Sie darf keine Reebock für Frauen tragen weil Männerschuhe breiter sind. Das ist soooo Super, da sind sie die Mikrophone des Patriarchats und auch noch direkt in der Einleitung! Das hat wirklch Styl!
    Natürlich sind Frauenschuhe, also diese Stelzendinger, enger, sollen sie doch besonders fraulich wirken. Aber Reebock sind Sportschuhe, da ist ne 38er Grösse gleich, nur das Design ist anders. Da lacht man schon in der Einleitung und freut sich wie ein Kind auf mehr!!

    Dann geht es weiter und hier muss ich kurz auf die Kommentare Vorgreifen, wo die Autorin sich missverstanden fühlt und von Klischees faselt, die sie nun einmal bedienen muss um als Mann durchzugehen. Jedoch ist die Kursleiterin nach nem Fotoshooting als Mann auf die Strasse gegangen und hat festgestellt, es funktioniert, ich werde als Mann anerkannt… Das ist sooo Super, das ist dieser feministische Drive, der die Autorin als dummes kleines Mädchen anttarnt. Da geht einem das Herz auf und der Beschützerinstinkt wird sofort geweckt, aber natürlich niedergekämpft…

    Auch gut ist Susanne, für die sind Männerklamotten so wie die Verwandlung von Jeckyl zu Hide, die dann mal Püppi rufend und sich prügeln wollend durch die Stadt zieht. War da noch was, ach ja, Aufschrei! Es ist erniedrigend für eine Frau Püpi gerufen zu werden, aber das kann Susanne ja gottseidank durch Frauenkauf, als grosses Trinkgeld glatbügeln…

    Aber my favorits are Stephanie and Olga. I proudly present the double trouble.
    Denn Olga macht das Ding mit weil sie von Männern immer bewertet wird und nu wird sie nicht mehr bewertet, toll!! Stephanie mag Mann sein nicht so, denn als Mann ist man einsam, denn man wird nicht mehr angesehen, weder von Frauen, die kein Interesse zeigen wollen, noch von Männern, die nicht als Schwul gelten wollen. Also sind Blicke für Stephanie rein sexuell. Ich schaue als nicht eine Frau an weil ich sie interessant oder schick angezogen fühle. Ergo fehlen Stephie genau die Blicke die Olga nicht mag…

    Und der Abschluss ist wirklich Preisverdächtig, denn jemand hat auch richtig was gelernt, nämlich Olga. Sie sagt jetzt den Männern einfach das es ihr nicht passt, weil die Schauspielern nur. Klar schauspielern die nur. Einen Rat übrigens den jeder ihr auch ohne diesen Workshop gegeben hätte, einfach mal sagen hey, was soll das…

    Danke Lucas, für diese Blume des dt. Journalismus!!!

    PS:
    Super Beitrag…

  • Ach ja, zumindest mein Klischee, nämlich das Feministinnen nicht logisch denken können, hat sich bestätigt… Aber hay, Holch ist ja auch nicht beleidigt wenn Transvestiten Frauen darstellen und hier Klischees nutzen. Ist das noch dämlich oder schon Transsexuellenfeindlich???

  • „Aber hay, Holch ist ja auch nicht beleidigt wenn Transvestiten Frauen darstellen und hier Klischees nutzen.“

    Das ist in der Tat eine recht putzige Rechtfertigung.

    Die Drag-Queen war im Feminismus schon immer hoch umstritten:

    „A common criticism of drag queens is that they promote harmful stereotypes of women, comparable to blackface portrayal of African-Americans by white performers that was popular in the early 20th century. Conversely, some feminists embrace drag as a skewering of traditional gender roles, defying the social norms of male and female looks and behaviour and showing the artificiality of femininity and masculinity.“

    Die Kritik vergleicht also die Drag-Queen mit den Minstrel-Shows des frühen 20.Jahrhunderts, in denen als Schwarze verkleidete weiße Schauspieler zur Belustigung und Identitätsstiftung rassistische Negativstereotype spielten.

    Die Kritik ist wohl klar verfehlt, weil die Drag-Queen in aller Regel eine solche Intention nicht verfolgt. Schon die Herkunft des Begriffes „Queen“ macht dies deutlich:

    „Queen may refer to the trait of affected royalty found in many drag characters. It is also related to the Old English word „quean“ or cwene, which originally simply meant „woman“, then was later used as a label both for promiscuous women and gay men (see Oxford English Dictionary definition number 3 for „queen“).“

    en.wikipedia.org/wiki/Drag_queen

    Die Drag-Queen persifliert also, wenn schon, in erster Linie Klischees zu schwulen Männern. Auf jeden Fall dient die Drag-Queen wohl eindeutig nicht zur männlichen Identitätsstiftung durch Abgrenzung von Negativklischees über Weiblichkeit.

    Die Frage ist nun, was Frau Holch betreibt. .Nicht.: Die abgrenzende Identitätsstiftung AlsFrau trieft nur so, aus beinahe jedem Satz des Artikels.

    Man setze nur das N-Wort in folgenden Satz ein: „Wir stellen ja auch nicht „die“ Männer dar, sondern individuelle Männer. Nach dem Motto „Es gibt solche Typen“ oder „Ich kenne so einen“ – Ein Klassiker, wenn es darum geht rassistische Negativklischees zu rechtfertigen: „Es gibt solche Typen“ besagt ja, dass es „solche“ Frauen nicht gibt.

    Grüße, Nick

  • Ich möchte auf das Kapitel „Luther und die Frauen“ im Buch von Hubertus Mynarek „Luther ohne Mythos“ hinweisen, wo der vielgelobte Reformator als Frauenverächter dargestellt wird. Der Einfluss von Männern in der deutschen evangelischen Kirche ist ja in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgedränkt worden. Die Tendenz in evangelischen Publikationen zu dokumentarischer Männerfeiundlichkeit ist deshalb kaum verwunderlich. Die Kirche soll mal so weitermachen, dann werden sich in Zukunft noch weniger Männer in ihr engagieren.

  • Ich habe mir jetzt mal die z.T. älteren Kommentare durchgelesen. Die haben es teilweise ganz schön in sich und sind sachlich sehr gut. Die Autoren scheinen aber nicht aus der MR-Bewegung zu kommen. Es fällt positiv auf, daß die meisten Kommentare trotz inhaltlicher Schärfe nicht verbal ausfällig sind.

    Einer der Kommentatoren scheint besonders bibelfest zu sein und verweist auf 5. Mose – Kapitel 22: 5 Ein Weib soll nicht Mannsgewand tragen, und ein Mann soll nicht Weiberkleider antun; denn wer solches tut, der ist dem HERRN, deinem Gott, ein Greuel.
    Dumm gelaufen für die Travestie-Kurse.

  • Hier müsste man jetzt ins Detail gehen was der Autor wirklich meint. Aber gerade bei Intersexuellen Kindern war z. B. das preussische Landrecht wesentlich weiter, das zwar Eltern die Geschlechtshoheit über die Erziehung den Eltern gab, aber den Kindern mit Erreichen der Volljährigkeit auch zusprach das Geschlecht ggf. zu ändern.

    Bei seinem nächsten Satz könnte ich hingegen nur noch kotzen::

    Zum einen werden geschlechtlich „untypi­sche“ Kinder mit Gewalt in die vermeint­lich natürliche Ordnung eingepasst, mit ­geschlechts­zuweisenden Operationen, Hormonen und zig Arztbesuchen. Zum anderen verfestigt die radikale Zweiteilung nur wieder hierarchische, gewaltsame Strukturen: Gewalt gegen Frauen, Zwangsprostitution, ungleiche Löhne.

    Da fragt man sich ob der Typ auf irgendeinem anderen Stern gross geworden ist oder ob der noch nie von dem Menschenexperiment an Zwillingskindern in den USA gehört hat, oder ob der nu wirklich glaubt auch da wären die Nazis gewesen…

  • „Püppie, bring mir mal ’nen Espresso.“
    Hm. Ich rede so nicht. Mein Vater redet definitiv so nicht. Meine Großväter haben definitiv nicht so geredet. Ich kenne niemanden, der so redet, heute nicht und früher nicht.

    Vor diesem Hintergrund und den anderen Schilderungen des Abziehbildes einer Karikatur einer schlechten Kopie des Mannes: Kennt Frau Torr überhaupt Männer? Irgendwelche?

    „Ich hab mich beim Lesen gefragt, ob das Bild von Männern, dass diese Frauen produzieren, eigentlich dem Männerbild vieler Frauen entspricht (…)“
    Ich denke nicht. Sobald man einen kennt, gerät dieses Bild ja ins Wanken.

  • Nicht zu vergessen, dass die evangelische Kirche auch keine Türe für abgetriebene Kinder und erst recht nicht für deren Väter hat, denn alles was Frau tut ist gut. So die Stellungsnahme der EKD zur Abtreibung:
    „Wenn eine Schwangere sich nicht in der Lage sieht, das in ihr heranwachsende Leben anzunehmen, darf ihre Entscheidung, obwohl gegen Gottes Gebot, nicht pauschal und von vorneherein als selbstherrliche Verfügung über menschliches Leben verurteilt werden.“

  • Auch interessant ist der Artikel von Margot Käßmann direkt vor dem hier angesprochenen Bericht. Es dreht sich um religiösen Fundamentalismus und auch um Boko Haram: „Die nigerianische Terrortruppe, die derzeit Angst und Schrecken verbreitet und es heldenhaft findet, junge Mädchen zu entführen, hat nicht umsonst den Namen „Boko Haram“, was so viel bedeuten soll wie „westliche Bildung ist Sünde“. Wahrscheinlich meinen diese brutalen Schlächter vor allem: „Weibliche Bildung ist Sünde.“ Bildung bedeutet Freiheit. Und Bildung bedeutet auch für Mädchen den Ausweg aus Armut und Elend.“ Käßmann hat offenbar in den Medien die falsche Aussage aufgeschnappt, wonach die Opfer von Boko Haram v.a. Mädchen seien, und dann ungeprüft übernommen. Warum auch nicht? Es entspricht doch vollkommen ihrem Weltbild, muss also wahr sein. Etwas Anderes ist gar nicht möglich.

  • „Klar, männliches Auftreten liegt ja nicht in den Genen, sondern ist gelernt.“ heißt es allen Ernstes im chrismon-Artikel.

    Klar, Gene sind überhaupt nur eines: gesellschaftliches Konstrukt. Sie existieren nicht wirklich, die Gene, klar. Wozu auch? Streichen wir also die Gene aus dem menschlichen Bauplan.

    Die Aufklärung ist der Aufklarung gewichen. Alles klar.

    Oh so horny.

  • Holch schreibt:

    Was daran soll männerfeindlich sein?

    „Diverse Kommentarschreiber sagen, der chrismon-Text sei männerfeindlich, weil darin schlecht über Männer gesprochen werde. Das Komische ist: Es wird gar nicht schlecht über Männer gesprochen. Vielmehr werden einzelne Verhaltensweisen einzelner Männer geschildert – breit sitzen und gehen, effektvolle Gestik bei Vorträgen, auch mal öffentlich lästige Speisereste aus den Zähnen puhlen, beim Gehen mit den Händen schaufeln -, aber diese Verhaltensweisen werden nicht bewertet. Das mal als Richtigstellung. Nur von diversen Kommentarschreibern werden diese Verhaltensweisen bewertet und zwar als irgendwie schlecht. Merkwürdig. Es grüßt in die Runde Christine Holch, chrismon-Redakteurin“

    Geht es nur mir so oder hat die Frau einen Knick in der Linse? Ein Workshop der mit einem Männerbild arbeitet, bei dem Männer Widerlinge und Arschlöcher sind und einem Text in dem Männer anscheinend nur negative Eigenschaften besitzen können – enthält keinerlei Wertung? Und es wird ja nur ein ganz bestimmten Bild von Männer vorgestellt, ein anderes war wohl nicht zu finden oder war das jetzt nur in spezielle diesem Workshop die männliche Stereotype? Vielleicht sollte man den Workshop in „Asshole for one Day“ umbenennen.

    Ich überlege da nochmal zu kommentieren, aber ich glaube irgendwie nicht, dass Frau Holch einsehen wird, dass es berechntigen Ärger über diesen Text gibt. Das Eingestehen von Fehler ist unter Politikern und Journalisten eher die Ausnahme.

  • „.. hat die Frau einen Knick in der Linse“

    Man kommt um den Eindruck nicht herum, daß sie gar keine Linse hat. Sie stellt sich bewußt blind und dumm.
    Der Kommentar von Schorsch73 am 1. September 2014 – 21:39 bringt es auf den Punkt: „So Leute, ich bin raus. Eine gewinnbringende Diskussionskultur erfordert mehr als das Einhalten von Höflichkeitsregeln, sondern das Aufgreifen, Widerlegen, sich Abarbeiten an den Argumenten der Gegenposition. Das sehe ich hier aber nicht.“
    http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2014/mann-tut-das-gut-21811#comment-9505

  • Nun, sie ist Ideologin und sicher gerade baff erstaunt, dass einige ihr Männerbild nicht verstehen, sind abar auch alles Maskus, da ist es doch normal. Die Dame erhält ja auch noch Schützenhilfe von ihren fem. Sisters, die das alles sooooo toll finden. Wenn sie da so ungeerdet durch die Welt pöbelt, wärend sie selbst meint es wäre Gottes heilige Wahrheit die sie verkündet, wenn sie sich verächtlich über Männer äussert, ist es halt normal auf die paar Kommentarschreiber nicht einzugehen…

Kommentar verfassen