Feindbild Mann

Wie uns die „Zeit“ wieder mal davonlief

Ein Rudel von Wölfen in der freien Natur im Schnee.
geschrieben von: Lucas Schoppe
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https://man-tau.com/2014/09/13/wie-uns-die-zeit-wieder-mal-davonlief/
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Ich schaue ja immer gerne nach, wo Artikel des man tau-Blogs verlinkt worden sind. Als ich heute Abend nach Hause kam, fand ich in meinen Statistiken beispielsweise Besuche von der Seite der Zeit – dort hatte der Leser gran_torino77 einen Text von mir im Kommentarbereich verlinkt. Vielen Dank dafür! Am selben Tag wurde mir noch ein weiterer Link aus der Zeit angezeigt, aus deren mit Abstand umstrittensten Artikel des Tages: Vom Zorn abgehängter Männer.

Verfasserinnen sind die Aufschrei-Initiatorin und Sozialdemokratin Anna-Katharina Messmer und Christina Schildmann, Referentin der Friedrich Ebert Stiftung und verantwortliche Redakteurin bei Robert Claus‘ Schrift „Maskulismus“. Bedauerlicherweise vergisst die Zeit es versehentlich, klarzustellen, wie außerordentlich parteilich diese beiden Verfasserinnen angesichts ihres Themas sind.

Zu meiner großen Enttäuschung fand ich den Link nicht auf der Seite, auf der es sich befinden sollte – lediglich einen gelöschten Kommentar von gran_torino77. Dazu eine Begründung:

„Entfernt. Bitte beachten Sie, dass aus Extrembeispielen keine allgemeinen Aussagen über Gruppen abgeleitet werden können. Aus diesem Grund bewerten wir das Posting dieses Links als überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/jp“
Überzogene Polemik? ICH?? Und das auch noch nach einem sachlichen Zeit-Artikel, der gleich zu Beginn völlig wertfrei feststellt, dass Männer sich im Internet zu „Horden“ zusammenschließen würden (was selbstverständlich Männer nicht mit Tieren gleichsetzen soll, sondern irgendwas ganz anderes ausdrückt, auch wenn ich im Moment nicht so genau weiß, was eigentlich)?
Womöglich sehen aus der Sicht der Zeit die eigenen Leser ungefähr SO aus. Kein Wunder, dass die Redaktion das Bedürfnis hat, sich vor ihnen zu schützen. Leider kommt sie nicht auf die Idee, dass der Blick von oben manchmal täuschen kann.
Da meine Neugier nun endgültig geweckt war, versuchte ich mit den Klickzahlen herauszufinden, welcher Artikel hier wohl verlinkt worden war.

Wie die Zeit einmal rechts und links verwechselte Ganz offenkundig war es ein Artikel über Valerie Solanas‘ faschistisch-feministische Hetzschrift SCUM, die in Deutschland seit Jahrzehnten immer wieder neu aufgelegt wird und die eine Ermordung aller Männer fordert. Und die den Gedanken daran feiert.

Es kann natürlich auch sein, dass ich mich irre – aber der Hinweis auf Solanas passt zumindest sehr gut in den Zusammenhang. Schließlich behauptet der Zeit-Artikel schon in den Eingangszeilen:

„Im Internet wie im Feuilleton suhlen sich rechte Meinungskrieger in ihren Ressentiments.“

Angesichts der stillschweigenden Gleichsetzung Feminismus=links, Feminismuskritik=reaktionär und faschistoid ist es sachlich ja durchaus begründet, darauf hinzuweisen, dass es im Feminismus auch extreme, faschistoide und faschistische Strömungen gibt:

Von Valerie Solanas‘ Massenmordphantasien, die sich betont und wohlwollend auf den nationalsozialistischen Massenmord an den europäischen Juden beziehen, über die berühmte feministische Theologieprofessorin Mary Daly, die wie eine ganze Reihe anderer Feministinnen den Anteil der Männer an der Weltbevölkerung auf einen Bruchteil reduzieren wollte, bis hin zu Dalys heutiger Nachfolgerin, die auf ihrem youtube-Kanal die weitgehende Auslöschung der Männer propagiert und die dabei auf eine sagenhafte Anzahl an Abonnenten (fast eine halbe Million) kommt.

Aus dem Hinweis, dass der Feminismus auch faschistische Anteile hat, ergibt sich nun natürlich nicht die Behauptung, dass alle Feministinnen faschistisch seien oder dass der Feminismus in jeder Hinsicht faschistoid wäre. Es ergibt sich daraus lediglich, dass die simple Links-Rechts-Gegenüberstellung, mit der die Zeit operiert, nicht haltbar ist.

Das hätte ich gern – noch ganz erschrocken darüber, dass jemand mich (!) als polemisch (!!) wahrnehmen könnte – unter dem Text in einem Kommentar auch so aufgeschrieben. Meine Versuche blieben allerdings erfolglos. Den Grund verstand ich erst, als ich ganz zum Ende des Kommentarbereichs klickte.

In acht Stunden hatte es über 500 Kommentare gegeben, von denen Arne Hoffmann einige hier zitiert. Doch anstatt sich über die große Resonanz und das Leserinteresse zu freuen, schrieb dort Annika von Taube, leitende Community-Redakteurin der Zeit, schlicht:
„Liebe Leserinnen und Leser, weil in diesem Kommentarbereich abgesehen von persönlichen Angriffen unter Kommentatoren keine neuen Aspekte mehr diskutiert werden, haben wir ihn geschlossen.“
Natürlich kam mir die Behauptung ein wenig seltsam vor, dass die Zeit Kommentarbereiche schließt, wenn Community-Redakteurinnen die Leserkommentare nicht innovativ genug finden. So hielt ich es schließlich für wahrscheinlich, dass der Grund für die Schließung in persönlichen Angriffen lag: Und also machte ich mich auf, die Kommentare zu lesen, soweit sie nicht gelöscht waren.
Der weitaus größte Teil der Kommentatoren argumentierte – zwar gegen den Artikel und seine Verteidiger, und manchmal gereizt, aber dass hier außer persönlichen Angriffen nichts mehr gekommen wäre, stimmt offensichtlich nicht.
„Ihre zynische Argumentation widert mich an“
– das war dann doch mal ein persönlicher Angriff, den ich finden konnte. Er stammt allerdings von einem Verteidiger (oder einer Verteidigerin?) des Artikels. In Kommentar 387 antwortet nämlich „Corvello“ mit diesen wohlgesetzten Worten auf den seltsamen Gedanken eines anderen Kommentators, der geringere Verdienst von Frauen hätte auch etwas mit eigenen Lebensentscheidungen zu tun.
„Und der Rest ist blödes Sarrazin-Gedöns, darauf antworte ich nicht,“

schreibt Corvello am Ende seiner Antwort, wohl um zu beweisen, dass man mit Feminismuskritikern einfach nicht reden kann.

Insofern können diese Kritiker der Zeit dankbar dafür sein, dass deren Community-Redaktion sie umsichtig vor weiteren „persönlichen Angriffen“ von Feminismus-Befürworten zu schützen versucht. Es wäre allerdings vielleicht nett gewesen, vorher kurz zu fragen, ob dieser Schutz erwünscht und nötig ist – oder ob die Leser nicht vielleicht die eine oder andere Pöbelei in Kauf nehmen, wenn sie dadurch nur weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Meinung aufzuschreiben.

„Sorry, ich will nicht böse/abwertend klingen, aber Kommentare wie die Ihren machen deutlich, wie wenig Erkenntnisgewinn erzielt wird, wenn man jeden Impuls, jede Information, jeden Gedanken zuerst durch eine binäre Schablone (0/1, ja/nein, weiß/schwarz, Mann/Frau) jagt, bevor man weiter denkt.“

Einem Kommentar wie diesem (Nr. 386 von Allan Clarke) ist, wie einer ganzen Reihe anderer Kommentare von Kritikern des Artikels, anzumerken, wie wenig sie von „Zorn“ bestimmt sind, und wie bemüht sie darum sind, die aggressiven und diffamierenden Zuschreibungen der Autorinnen nicht zu bestätigen. Eigentlich kann von Taube Clarke und vielen anderen weiter nichts vorwerfen, als dass sie offen und ziemlich unerschrocken ihre Meinung äußern, obwohl sie im Artikel der Zeit für eben diese Meinung als tierähnlich und – ebenfalls völlig begründungslos, übrigens – als rechtsradikal hingestellt werden.

Viel schlimmer sind hier einige Meinungen von Feministinnen, die selbstverständlich nicht entfernt wurden. Zum Beispiel diese von „Anna Cosima“, Kommentar 400:

„Sollten die Männer noch eine Zukunft haben wollen, dann sollten sie langsam mal anfangen, sich den sich ändernden Gegebenheiten anzupassen und aufhören sich in eine Opferrolle hineinzuphantasieren oder sie werden sich eines Tages tatsächlich als quantité négligeable in einer femininen Welt wiederfinden.“
Ein ganzes Bündel gängiger Klischees, zusammengesetzt aus Rosins Gerede vom „Ende der Männer“ und einer reaktionären Geschlechterideologie – Männer, die über eigene Leiderfahrungen und Nachteile nicht ordnungsgemäß schweigen, sind für Anna Cosima selbstverständlich Jammerlappen. Interessant wäre trotzdem zu erfahren, warum die Idee vom Ende der Männer für eine ganze Menge Frauen (hoffentlich nicht so viele, wie es aussieht) solch eine große und deutliche Attraktivität besitzt.

Von der  Angst vor dem Verlust gewohnter Schlachtordnungen Bei alledem ist der Artikel selbst weitgehend inhaltslos – er besteht vollständig aus dem argumentfreien Bemühen, Menschen, die eine andere Position als die Autorinnen haben, als rechtslastige Wirrköpfe hinzustellen. Messmer und Schildmann beschreiben – ganz wie Sarah Schaschek  dies schon kurz zuvor in der Zeit und im Tagesspiegel getan hat – eine wohlgeordnete Welt, in der einem zivilisierten, stets sachlich und aufgeklärt argumentierendem akademischen Milieu eine „Horde“ wütender und instinktgeleiteter Wesen gegenübersteht.

Dass dabei Kritiker von Gender-Studies, in denen Messmer übrigens promoviert, und institutionalisiertem Feminismus auch Argumente haben könnten, schließt sich aus irgendwelchen Gründen ganz von selbst aus. Die Autorinnen beziehen sich auf Michael Kimmels Rede von den „Angry White Men“ und behaupten, dass „die Wut dieser weißen Männer aus einem Gefühl der Entmännlichung“ stamme. Wütend über die „Zerstörung einer sicheren Ordnung“ durch „Progressive, Frauen, Ausländer, Homosexuelle“ würden diesen Männer ihre persönlichen Traumata zu „politischen Botschaften“ werden, mit denen sie wütend „in den Geschlechterkampf ziehen“. 

Brutal an dieser Darstellung ist nicht allein die durchgängige Präsentation dieser Männer als irgendwie tierische Wesen, die nicht in der Lage sind, ihre eigene Position zu reflektieren und die allein ihrer Wut folgen – ganz als seien sie tollwütige Hunde. Brutal ist, mehr noch, die völlige Verweigerung von Empathie.

Ausdrücklich nennen die Autorinnen etwa Väter ohne Sorgerecht als Beispiele für ihre zornigen Männer. Dass es aber ein reales (und von den zuständigen Gerichten längst festgestelltes) Unrecht ist, Menschen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit die Möglichkeit zur Sorge für ihre Kinder zu nehmen – dass diese Menschen darunter erheblich leiden, ebenso wie ihre Kinder – das interessiert die Autorinnen demonstrativ überhaupt nicht.

Für sie reduziert sich das Problem dieser Männer darauf, dass sie sich nicht mehr so richtig männlich fühlen können. Woran sie irgendwie ja selber schuld sind. Und weshalb sie bitteschön nicht jammern sollen.

Den großen Rest des Artikels nimmt eine unsystematische Typologie ein, die lediglich den Zweck verfolgt, Journalistenkollegen zu diffamieren: Jan Fleischhauer steht als „Dandy-Konservativer“ da, Reinhard Mohr als „der gewendete Ex-Linke“, Matthias Matussek als „der intellektuelle Berserker“.

Die Funktion dieser simplen Typisierung ist es offenkundig, die Schlachtordnung intakt zu halten. Messmer und Schildmann beschreiben schließlich auf der einen Seite eine geordnete, aufgeklärte Welt der Universität und des Feuilletons, auf der anderen eine der animalischen Internet-Horden.  Natürlich möchten sie bei aller Mühe, die sie sich damit gegeben haben, nicht, dass journalistische Überläufer zur anderen Seite das alles durcheinander bringen.
Die Zeit läuft uns davon Der Text ist aus zwei wesentlichen Gründen Ausdruck einer tiefen gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Einerseits, weil er es Menschen prinzipiell abspricht, für die eigenen Positionen gute Gründe zu haben, weil er sie als impulsgesteuerte, irrationale, tierähnliche Wesen hinstellt.

Andererseits, weil er Menschen – auch und gerade Menschen in großen Notlagen – systematisch und konsequent alle zivile Empathie verweigert. Die nirgends begründete Denunzierung von entsorgten Vätern und anderen als „rechts“ – was hier wohl immer auch bedeutet: rechtsradikal – ist eine schlichte Einschüchterungsstrategie. Wer sich kritisch äußert, wer Positionen wie denen von Messmer und Schildmann widerspricht, muss damit rechnen, vor einer möglichst großen Öffentlichkeit als rechtsradikaler Wüterich hingestellt zu werden. Ihm wird sogar demonstriert, dass dafür nicht einmal Argumente notwendig sind.

Vielleicht könnte die Community-Redakteurin einmal erläutern, warum eine noch immer als seriös geltende Zeitung wie die Zeit sich für solche Einschüchterungsmanöver hergibt.

Es ist ein gutes Zeichen, dass viele Männer, die den Text gelesen haben, sich nicht einschüchtern ließen. Es ist insbesondere ein gutes Zeichen, dass Männer es nicht stillschweigend zur Kenntnis nehmen, wenn eine der größten und wichtigsten Zeitungen Deutschlands sie zum Ziel einer radikalen Feindseligkeit macht. Women Can’t Hear What Men Don’t Say heißt eines der Bücher von Warren Farrell – Frauen können nicht hören, was Männer nicht sagen. Es ist offensichtlich, dass in Geschlechterdebatten Männer heute offener und selbstbewusster teilnehmen als noch vor einigen Jahren.

Wenn die Redaktion der Zeit dies nicht erträgt – wenn sie Männern die Möglichkeit nimmt, auf die radikale Feindseligkeit zu antworten, mit der ihre Zeitung ihnen begegnet – dann läuft sie vor ihren eigenen Lesern davon. Sie nimmt sich damit, unter anderem, die Möglichkeit, die Brüchigkeit ihrer eigenen Position wahrzunehmen.

Kimmels Rede von den „Angry White Men“, die Messmer und Schildmann schon im Titel ihres Textes aufgreifen, spielt absichtlich oder unabsichtlich natürlich auf die Angry Young Men  an – eine Gruppe junger britischer Autoren wie John Osborne oder Alan Sillitoe, die aus einer proletarischen oder kleinbürgerlichen Perspektive gegen die erstarrten gesellschaftlichen Ordnungen der fünfziger Jahre anschrieben.

So sehr Kimmel, Messmer und Schildmann auch versuchen, die von ihnen Angefeindeten als Herrscher außer Dienst hinzustellen, die über den Verlust ihrer Herrschaft nicht hinwegkommen – schon in der Sprache, die sie verwenden, stellen sie die Situation ganz anders dar, und angemessener, als es ihnen lieb ist.

Die Privilegierten, die um ihre Privilegien bangen, sind nicht die „abgehängten Männer“ (mal ganz nebenbei gefragt: Ist eigentlich irgendjemand mal auf den Gedanken gekommen, dass diese Formulierung kurz nach dem Selbstmord von Robin Williams irrwitzig deplatziert ist?). Die Privilegierten in Angst um ihre Privilegien sind eher die, die in Schriften wie Robert Claus‘ „Maskulismus“ oder wie in diesem Zeit-Artikel zum „Gegenangriff“ starten.

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31 Comments

  • Ja, keine Ahnung was diese Frauen geritten hat. Hab mir auch ein paar Kommentare durchgelesen. Ein brave Feministin hat diese eine 'seriöse' Schrift der HU-Berlin zum Maskulismus verlinkt. Dieser Kommentar bekam gleich mal eine Redaktionsempfehlung. Es ist total lächerlich.

    Es ist auch immer dasselbe: Die Feministinnen gehen kein Stück auf Kritik ein, sondern versuchen immer gleich den Kritiker zu diffamieren. Der Text von Saskia Albarus ist auch ein sehr gutes Beispiel. Sie hat noch nicht die richtigen Bücher gelesen, ihr Text ist unstrukturiert, es ist eine Hetzschrift, usw.. Ich glaube drei Feministinnen haben diesem Text einen eigenen Blogpost gewidmet, in dem, Überraschung, wieder nicht auf die Krtik eingegangen, sondern nur gelobpreist wird, wie toll doch die feministische Theorie ist.

    Unter habe ich auch kommentier: „[..] Und eine Theorie, die besagt das ich schon von Geburt an zu den Bösen gehöre, weil weiß, hetero und männlich, ist rassistisch und sexistisch. Oder wie kann man das anders sehen?“

    Ich erwarte keine Antwort und keine Einsicht von der/die/das Au*tor.I.in_nen, solche Kommenatre sind für die Mitleser.

    „Die Privilegierten, die um ihre Privilegien bangen, sind nicht die „abgehängten Männer“ (mal ganz nebenbei gefragt: Ist eigentlich irgendjemand mal auf den Gedanken gekommen, dass diese Formulierung kurz nach dem Selbstmord von Robin Williams irrwitzig deplatziert ist?). Die Privilegierten in Angst um ihre Privilegien sind eher die, die in Schriften wie Robert Claus‘ „Maskulismus“ oder wie in diesem Zeit-Artikel zum „Gegenangriff“ starten.“ – Hier sehen wir das Tagesgeschäft von Feministinnen: Die komplette Umkehr der Tatsachen.

    „Interessant wäre trotzdem zu erfahren, warum die Idee vom Ende der Männer für eine ganze Menge Frauen (hoffentlich nicht so viele, wie es aussieht) solch eine große und deutliche Attraktivität besitzt.“

    Ich hab da letzten etwas gelesen (und auch schon öfter verlinkt)… DieMänner müssen sich keine sorgen machen:

    „NO, NONE OF US LITERALLY WANT TO KILL ALL MEN.

    I mean, even leaving aside the legality of it, and issues like weapons acquisition and storage space for bodies, who has the TIME? Feminists got shit to do.

    Here’s what we do want to kill: the concept of masculinity. And you should want that, too.

    Fear not, men: even if feminists genuinely, fiercely desired to permanently banish you all to Dude Island, we simply do not have the resources. Even supposing we had a line on an island that could fit half the human population (I guess Australia could handle it, at sufficient density) there’s no way we could afford it — especially not after all this time being underpaid, passed over, glass ceilinged, or sidelined onto the mommy track.“

    Also keine Sorge, den Feministinnen fehlt es an Zeit, Geld und Ressourcen. Allein kriegen die das (mal wieder) nicht hin, schließlich haben die wichtigeres zu tun.

    (hoffentlich nicht so viele, wie es aussieht) – Ich weiß auch nicht, aber wenn man das hier ließt:

    http://maskulinistblog.wordpress.com/2014/09/11/sichere-zonen-fur-madchen-und-frauen/

    mit alle den Orten wo Frauen ungestört von Männer seinen wollen, macht mich das schon etwas unglücklich. Wird denen eingeredet, dass sie das brauchen? Ich kenne im privaten Umfeld keine Frau, die so im Opferstatus aufgeht oder sich darüber aufregt, ständig von Männern belästigt zu werden. Und als jemand der häufig die öffentlichen Verkehrsmittel in Hamburg benutzt, kann ich auch nicht sagen, das ich schon mal gesehen habe wie eine Frau angegrapscht wurde.

  • Mein erster Impuls war Wut. Es ist doch eine Frechheit, dass diese Autorinnen oder auch der Claus Männer in die rechte oder in die Verliererecke abschieben. Nach einigen Sekunden Innehaltens aber verflüchtigte sich das Gefühl etwas. Mir kam die Erinnerung daran, wie etablierte politische Strömungen oft mit neuen Bewegungen umgehen: in der Regel abwertend. Als die Grünen das politische Parkett betraten, wurden sie nach Kräften diffamiert. Aber das ist nur ein Beispiel. Ähnliches widerfuhr den Piraten auch und zwar von allen Seiten.

    Das heißt, dass auch jetzt der etablierte Feminismus in Gestalt solcher Autorinnen lediglich eine Abwehrschlacht führt mit den gängigen Mitteln (also genauso, wie die patriarchale Männerpolitik es eben auch macht). Man versucht, den politischen Gegner nach Kräften zu diskreditieren. Es wird auch in diesem Fall nur eine unfreiwillige Anerkennung der Interessen der Männer durch den Feminismus geben, so, wie das sogenannte „bürgerliche Lager“ wie auch die SPD auch nur unfreiwillig die Grünen in die Reihe der Etablierten aufnahm. Dergleichen kann man offenbar nur erzwingen. Auf Einsicht zu hoffen ist angesichts der Parallelen zu den vielen Fällen der Diskreditierung neuer politischer Kräfte eher naiv.

    Und damit komme ich zu uns, den männerrechtlich Bewegten. Mit unserer Empörung über diese Haltung der Zeit-Autorinnen sind wir politisch offenbar noch naiv. Uns bewegt, dass wir auf diese Weise pauschal als Modernisierungsverlierer oder Rechte abgekanzelt werden. Wir sind verstört, dass sie uns nicht zuhören und uns nicht akzeptieren. Das heißt aber auch, dass wir immer noch nicht begriffen haben, dass sie uns nur aufgrund des politischen Druckes zuhören werden. Sie werden uns nie lieben und vorerst werden sie uns abwehren, so wie man einst die Grünen als „Chaoten“ oder „Spinner“ lächerlich zu machen versuchte oder lange zuvor die Sozis als „vaterlandslose Gesellen“. Mit den Maßstäben der Moral kommt man hier also nicht weiter. Wir müssten uns eher aus dieser Naivität befreien und dazu übergehen, diesen Konflikt auch eher taktisch zu betrachten.

    Ich gebe zu, dass ich selber ganz wesentlich emotional damit beschäftigt bin, mich über diese bescheuerten und höchst ungrechten Pauschalisierungen zu ärgern.

  • DIe Antwort der Zeitredaktion auf den Kommentar Nr. 437 von gran_torino77 muß man sich wirklich einrahmen und an die Wand hängen. Das gibt 9.5 Punkte auf der bei 10 endenden Doublespeak-Skala. Das ist besser als alles, was gran_torino77 da eventuell geschrieben hatte.
    Dieses Statement kann man vermutlich in Zukunft regelmäßig zitieren, wenn jemand Artikel über Geschlechterfragen in der Zeit kommentiert.

  • Ich finde die Einschätzung grundsätzlich zutreffend. Allerdings betreffen beide Beispiele – Grüne und Piraten – (damals) nicht etablierte Parteien. Diese hatten ganz andere finanzielle (staatliche Parteienfinanzierung) und publizistische Möglichkeiten als die Männer(rechte)bewegung. Wir haben nur Manndat und Agens, Organisationen „entsorgter“ Väter, ein paar versprengte Blogger und – davon unabhängig – vielleicht einige hundert Leserbriefschreiber, die sich nicht als Männerrechtler (oder Humanisten) verstehen, sondern einfach als Menschen mit gesundem Menschenverstand. Vielleicht übersehe ich eine zukünftig (organisatorisch) wichtige Gegenbewegung? Vielleicht fürchten der institutionalisierte Feminismus, den die beiden Autorinnen ja repräsentieren, die Gleichgültigkeit, das Selbstbewustsein der jungen Frauen in Bezug auf Feminismus? Ich weiß z.B. nicht, wie es aktuell an Universitäten ausschaut, wie sich dort die Studentinnen gegenüber dem Gendergedöns positionieren. [KlausT]

  • @ Lomi: ich sehe das genauso. Wobei ich allerdings sowieso seit langem jedes Vertrauen in unsere Zeitungen verloren habe. Zeitungen informieren nicht, sie verbreiten eine Ideologie. Nicht von ungefähr bezeichnen sich viele Zeitungen als meinungsbildend, das scheint auch das Selbstverständnis vieler Journalisten zu sein.
    Ideologien beruhen immer auf selektiven oder sogar faktisch falschen Realitätswahrnehmungen, deswegen ist vieles mehr Desinformation als Information – der aktuelle Artikel ist ein besonders krasses Beispiel.

    „… der etablierte Feminismus in Gestalt solcher Autorinnen lediglich eine Abwehrschlacht führt“

    Ja, durchaus, aber die wirkliche Abwehrschlacht findet woanders statt, nämlich bei der Schließung der Kommentare bzw. Foren, die gerade von der Süddeutschen vorexerziert wird. Die Schließung dieser Gegenöffentlichkeit wird offiziell ja mit Trollereien und dem hohen Betreuungsaufwand begründet. Das ist teilweise richtig, viele Kommentare sind überflüssig oder unqualifiziert oder unverschämt, und fast niemand kann und will diese Mengen an Text noch lesen. Es bleiben aber genug gute Kommentare übrig, die das Meinungsbildungsmonopol einer Zeitung gefährden, um die geht es in Wirklichkeit. Ich vermute, daß in 3 – 5 Jahren die meisten anderen Zeitungen dem Beispiel der SD folgen werden und den Gegenöffentlichkeiten keine Plattform mehr bieten werden. So gesehen besteht nur noch ein beschränktes Zeitfenster, sich darauf vorzubereiten.

  • Klaus

    die Grünen und die Piraten hatten diese Möglichkeiten auch erst, nachdem sie sich etabliert hatten. Bis dahin hatten sie genauso wenig Möglichkeiten wie wir jetzt auch.

    „ch weiß z.B. nicht, wie es aktuell an Universitäten ausschaut, wie sich dort die Studentinnen gegenüber dem Gendergedöns positionieren. „

    Positionieren tut sich eher keiner irgendwie. Aber im privaten Gespräch erkennt man, dass nur wenige wirklich Lust auf Gender haben. Ich würde daher denken, dass Gender und Feminismus kein Mainstream sind. Das wissen die Feministinnen sicher auch.

  • @ mitm „Wobei ich allerdings sowieso seit langem jedes Vertrauen in unsere Zeitungen verloren habe. Zeitungen informieren nicht, sie verbreiten eine Ideologie. Nicht von ungefähr bezeichnen sich viele Zeitungen als meinungsbildend, das scheint auch das Selbstverständnis vieler Journalisten zu sein.“ Als ich mit meiner Partnerin über den Zeit-Text redete, sagte sie: „Das passt nicht zur Zeit.“ Sie hat (ebenso wie ich übrigens) die Zeit oft gern gelesen und war nun ziemlich baff über den Artikel und seinen aggressiven, verachtenden, argumentfreien Stil. „Da ändert sich doch was…“, sagt sie.

    Ich glaube, dass das stimmt, auch wenn ich nicht die Zeitungen vergangener Zeiten idealisieren möchte. Messmer und Schildmann sind in mehrfacher Weise Partei, beruflich, persönlich, institutionell – ohne dass das Ausmaß ihrer Parteilichkeit klargestellt würde. Eine Position wie die ihre hätte gleichwohl auch früher einen Platz in einer seriösen Publikation haben können – aber eben als Teil eines Streitgesprächs, bei dem mehrere Parteien die Möglichkeit haben, ihre Position darzustellen.

    Die Zeitung selbst hätte sich dabei als weitgehend neutrale Instanz verstanden, die beiden eine Möglichkeit der zivilen Auseinandersetzung bietet.

    Die „Zeit“ aber macht sich nun selbst radikal zur Partei, kaschiert diese Parteilichkeit zugleich und denunziert diejenigen, die anderer Meinung sind, als halb-animalische, rechtsradikale Berserker. Was nur dadurch möglich ist, dass sie überhaupt nicht angemessen zu Wort kommen.

    Dass sie wiederum nicht angemessen zu Wort kommen, wird dann dadurch legitimiert, dass sie irgendwie halb-animalische, rechtsradikale Berserker seien.

    Das ist eine in sich abgedichtete Position, bei der es nicht um offene und argumentative Auseinandersetzungen geht – nicht darum, MIT anderen zu reden, sondern nur ÜBER sie – und es ist eine Position, die mit seriösem Journalismus tatsächlich nichts mehr zu tun hat.

  • Was regt ihr euch über die ZEIT so auf? Das dort bei Themen wie Feminismus massiv zensiert wird ist doch bekannt. Die ZEIT hat ganz eindeutig ein Problem mit seinen Lesern.

  • Hallo,
    da der hier verlinkte Kommentar aus z-online samt der Antwort der Redaktion darauf inzwischen bereits gelöscht ist, wäre es nett, wenn Du kurz hinschreiben könntest, was dort einmal stand, bevor die Redaktion das gelöscht hat. Würde mich wirklich interessieren.

    Grüße

    Uwe

  • Das passe nicht zur Zeit? Ja, aber zu Zeit-Online passt es hervorragend. Es wird von den lesern der Online-Medien immer noch der Fehler begangen, Print mit Online zu vermischen, dabei werden beide Medien in unterschiedlichen Redaktionen mit unterschiedlichen Anforderungen gemacht. Online hat eine starke Neigung zum Boulevardesken, Polarisierenden, weil sich dort jeder Artikel einzeln verkaufen muss, jeder Artikel gegen die Konkurrenz durchsetzen muss, und sich jeder Artikel nur durch Klickzahlen verkaufen kann. Die Zeit-Online-Redaktion hat inzwischen längst verstanden, dass es in der heutigen Zeit zwei Themen gibt, die die Leser scharf machen: 1. Vegetarismus, 2. Gender. Deshalb findet man auf ZON in sehr vielen Teasern und Anreißern Hinweise auf eines dieser beiden Themen und es funktioniert. Und auch nach diesen 500+ Kommentaren wird sich spätestens in zwei Wochen ein weiterer Artikel ähnlichen Inhalts finden, und es wird eine weitere Massendiskussion losgetreten.
    Natürlich ist die andere Seite dieser Methode, dass ZON damit Schritt für Schritt ihren Ruf, und das heißt für eine Zeitung, ihr eigentliches Kapital, verspielt. Bisher läuft diese Plattform noch wegen der phänomenalen Autorität, die die Print-Zeit hereingespielt hat, gut. Aber nach und nach werden sich die „Intellektuellen“ von ZON und gleichzeitig von Zeit-Print abwenden und sich anderen Magazinen zuwenden. (Ich habe das bereits vor ein paar Wochen getan, und lese SZ-Online auch ohne Kommentarfunktion.) Damit beginnt die Abwärtsspirale des Qualitätsjournalismus, denn nach welchen Lesern soll sich ZON zukünftig orientieren? Nur diejenigen „Intellektuellen“, deren Haltung sich mit den Meinungen der Artikel (keineswegs unbedingt der Meinungen der Redaktion, so naiv darf man nicht sein) deckt? Das wird einem rein werbefinanzierten Unternehmen bald zu wenig werden. Die Konsequenz ist ein Wildern in der Leserschaft des Boulevard-Journalismus. Diese Leser sind aber dank des Internets längst in paradiesische Zustände versetzt worden und deshalb für ZON schon nicht mehr zu erreichen, besonders da der Ruf, den sich die Print-Zeit aufgebaut hat, bei diesen Lesern eher schadet als nützt. ZON sägt also am eigenen Ast mit solchen Artikeln. Was können wir tun, die wir uns davon so gerne provozieren lassen? Wir müssen wechseln! Und zwar auch dann wenn alle über einen solchen Artikel sprechen, und er der neuste Klatsch in den Blogs ist. Ein Dagegenanreden bringt wenig, denn gerade die Gegenrede produziert ja die meisten Klicks. Nur ein Boykott, ein sich Abwenden kann helfen.

    mfg

    Puka

  • Falls die Frage an mich ging: ich kenne den ursprünglichen Kommentar von gran_torino77 nicht. Ich bin erst durch den Post von Schoppe darauf aufmerksam geworden.Ich vermute, er hat irgendeine Form von militantem Feminismus zitiert, z.B. SCUM, #killallmen, #killmostmen oder ähnlich. Ausgangspunkt war eine ziemlich arrogante Äußerung einer gewissen AnnaCosima, Kommentar #400

    Mich würde ja auch noch interessieren, was G.T. in Kommentar 483 geschrieben hat, da steht nur noch:

    Entfernt. Bitte verlinken Sie ausschließlich auf seriöse Quellen. Danke, die Redaktion/jp

    Damit ist sicher die FES gemeint.

  • Der Artikel steht übrigens zur Zeit auf Position 5 auf der homepage http://www.tagesspiegel.de/, zwischen IS-Morden und Schottlands Unabhängigkeit.

    Der Autor, Mohamed Amjahid, ist seit April 2014 Volontär beim Tagesspiegel. Nach dem Bild dürfte er Mitte 20 alt sein, Generation Y.

    Ich frage mich, was der TS mit einem derartigen Artikel erreichen will. Klickzahlen? (s. Kommentar oben von Puka) Selbstbewußtsein bei Generation Y schaffen, indem man über ein paar Grufties lästert?

    Inhaltlich ist der Artikel in sich widersprüchlich. Einerseits die kaum übersehbare Häme, andererseits diverse Fakten wie die fehlende Strafverfolgung von Gewalt an Männern, die das ganze plausibel erscheinen lassen.
    Nach meinem Bauchgefühl ändert der Text bei den Leuten, die schon eine Meinung zum Thema haben, diese Meinung nicht, bei eher uninformierten (falls es die noch gibt) dürfte die Verächtlichmachung von berechtigten Anliegen hängenbleiben. Genau dies bringt übrigens der sehr gute Kommentar von Schoppe auf den Punkt. Leider wird er vermutlich in ein paar Stunden hinter 100 anderen Kommentaren verschwunden sein.

  • Williams war bestimmt nicht der einzige, der sich abgehängt hat. Insofern passt die Formuliereungschon. Insgesamt verstehe ich die Aufregung nicht. Man weiß doch, daß die ZEIT ein widerwärtiges linksgrünes Gutmenschenblatt ist. Siehe die Heuchelei des Chefredakteurs, der bei der Europawahl zwei Stimmen abgab. Wenn ein AfD-Politiker das getan hätte, hätte die Gutmenschenjournaille vor Empörung aufgeheult. Oder siehe das Verständnis, daß der Redakteur Jessen für zwei Kulturbereicherer hatte, die in der Münchner U-Bahn einen Rentner fast totschlugen, weil er es gewagt hatte sie darauf hinzuweisen, daß das Rauchen in der U-Bahn verboten ist. Wie hätte Jessen reagiert, wenn die Täter Deutsche und das Opfer Ausländer gewesen wäre?
    Die ZEIT-Journaille will nicht berichten, sie will erziehen. Künftig einfach ignorieren.

  • @ Graf Koks Ich finde den Begriff „Gutmensch“ irreführend, und hier besonders. Es ist ja weder gut noch menschlich, was die „Zeit“ da macht. Und es ist auch keine Abwägungsfrage mehr. Jessen lag bei dem erwähnten Beispiel, soweit ich es kenne, sachlich falsch – aber er hat die Tat als „unentschuldbar“ qualifiziert und nicht einfach nur verharmlost.

    Was die „Zeit“ jetzt aber macht, ist etwas ganz anderes. Sie verbreitet eine offene Feindseligkeit, sie stellt Menschen als Tiere hin, sie verdeckt die starken persönlichen Interessen der Autorinnen, sie lässt die Angegriffenen selbstverständlich nicht selbst zu Wort kommen.

    Als Schildmann auf den von ihr verantwortlich redaktionell betreuten Text in vielen Blogs scharfe und fundierte Kritik erhielt, gingen sie und die FES darauf natürlich mit keinem Wort ein. Stattdessen veröffentlicht sie jetzt in der „Zeit“ einen Text, der die Kritiker maximal diskreditiert. Und die „Zeit“ stellt sich dafür gern zur Verfügung und verkauft das ganze noch als einen sachbezogenen, seriösen Journalismus.

    Das ist im Vergleich zu dem, was bei Jessen zu so großer Empörung gesorgt hatte, wesentlich schlimmer.

  • Das erste mal, dass ich in diesem unserem Land einen offen feindseligen und volksverhetzenden Artikel wahrnehme.

    Auf der Grundlage von echtem Rassismus – Gender und Hautfarbe. Die neuen sog. Progressiven. Diebe, die haltet den Dieb schreien..

    Und ja das Wort „Gutmensch“ sollte ausgedient haben. Sie zeigen ihr wahres Gesicht.

    Auch die Zeit. Ein bischen war das auch schon so beim Angriff auf Pirinnci, der auch hier umstritten ist. Das Blatt wird sich davon nicht mehr erholen.

  • Hallo!
    Hier ist gran_torino77. Ich habe diesen Blogbeitragt heute erst gelesen und möchte natürlich auch antworten. Als Erstes muss ich natürlich sagen, daß ich von der ZEIT bisher noch nie so eine umfassende und bedeutsame Löschmitteilung erhalten habe…;=)
    Mein besagter Kommentar bezog sich auf Kommentar #411 von user/in „portago“. Dieser antwortete auf die Feststellung, daß sich Männer “ als quantité négligeable in einer femininen Welt wiederfinden.“, mit der Aussage, daß Männer zur Fortpflanzung der Menschheit sicher noch notwendig sein werden. Diese Aussage bin ich mit der (eher zynisch gemeinten) Antwort begegnet, daß dies aber nicht alle Feministinnen so sehen und habe auf Deinen Eintrag über das SCUM verlinkt und geschrieben, daß sich zukünftig nur noch ca. 10% aller Männer zu den „Glücklichen“ zählen dürfen. Die Antwort der ZEIT-Redaktion ließ dann ja nicht lange auf sich warten. Im Kommentar #483 habe ich, glaube ich, auf einen Artikel in den „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“ verlinkt, welcher sich mit der Schaffung einer neuen EU-Toleranzbehörde beschäftigt. Inzwischen wurde mein Username von der Redaktion gesperrt bzw. gelöscht, unter gran_torino77 kann ich nicht mehr kommentieren. Da das aber nicht mein erster Username bei der ZEIT war (man sorgt ja vor….) konnte ich im Artikel „Wie auf dem Schulhof“ ( http://www.zeit.de/kultur/2014-09/emma-watson-gleichberechtigung-kommentar ) auch die zwei, bei Genderama verlinkten, offenen Briefe an Emma Watson zur Diskussion beisteuern. Dafür gab es sogar eine Redaktionsempfehlung. Allerdings auch die nächste Userlöschung….:=)
    Ich konnte die ZEIT-Redaktion auch auf den „Offenen Brief“ zum Meßmer-Artikel hinweisen. Im Artikel zur Matrazenaktion von Emma Sulkowicz „Wenn das „Ja“ ein Ja“ ist“ ( http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2014-09/sexueller-missbrauch-kalifornien?commentstart=345#comments ) antwortete mir eine Feministin mit einem link zu einem Gender-Folienset der Uni-Kassel (Kommentar #349). Nachdem ich daraufhin schrieb, daß ideologische Studieninhalte nicht zur Problemlösung taugen, war der gran_torino77 wech….:=). Der gran_torino78 schob dann auf die Reaktion der ZEIT-Redaktion den link zu Deinem Offenen Brief nach. gran_torino78 und sein Kommentar lebten nur 10 Minuten…:=(.

    Aber ich verlinke auch unter neuen Usernamen weiterhin gerne auf die aufschlußreichen Seiten dieses Blogs. Versprochen! :=)

  • Hallo, gran_torino 77-78, vielen Dank auch von mir, für Deine Verlinkungen und für die Klarstellung hier!

    Ich finde sie sehr aufschlussreich. In dem Zeit-Artikel ging es immerhin darum, Kritik am Feminismus rundweg als rechtsradikal hinzustellen. Da ist es allzu passend, wenn dann in den Kommentaren ein Link zu einem Text gelöscht wird, der sich mit rechtsradikalen Aspekten im Feminismus selbst auseinandersetzt.

    Ich finde dabei, dass mein Text wirklich nicht polemisch ist. Ich behaupte ja nicht pauschal, dass Solanas eine verdammte Faschistin gewesen sei, sondern gehe mit vielen Textbelegen auf „SCUM“ ein und versuche zu zeigen, dass sie die Ideologie des nationalsozialistischen Massenmordes an den europäischen Juden im Detail nachbildet, die Gegenüberstellung „Arier-Jude“ durch die Gegenüberstellung Frau-Mann ersetzt und dann den Massenmord positiv bewertet.

    Ein kranker Text einer kranken Frau, der aber immer wieder in feministischen – und linken – Milieus Erfolg hatte und massiv verharmlost wurde.

    Ich behaupte auch nicht, dass Feminismus rundweg faschistisch sei – sondern werfe Feministinnen nur vor, dass sie sich mit den gewaltverherrlichenden Aspekten ihrer Politik kaum einmal ernsthaft auseinandergesetzt haben. Und diese Aspekte finden sich ja nun bis heute zuhauf.

    Es ist schon putzig, dass dann in der seriösen „Zeit“ selbst noch der Hinweis darauf, dass diese Auseinandersetzung ausgeblieben ist, auch wiederum gelöscht wird. Nicht einmal mit dieser fehlenden Auseinandersetzung darf man sich auseinandersetzen…

    Abgesehen davon: Es geht hier um Massenmordphantasien – um kranke Hashtags wie „killallmen“ oder den „I bathe in male tears“-Sadismus – oder um immer wieder aufgelegte und erfolgreiche eugenische Phantasien der Reduzierung des männlichen Anteils an der Weltbevölkerung auf 10 Prozent.

    Die Erwartung ist durchaus gaga, dass Männer darauf bitteschön durchweg sachlich, höflich und unpolemisch zu reagieren hätten.

  • Da nich für…:=)

    Ich halte den Text auch nicht für polemisch. Er stellt eine Strömung im Feminismus dar, die sicherlich nicht dominierend ist, aber auch öffentlich diskutiert werden sollte. Denn ich halte den Text von Meßmer und Schildmann schon für einen kleinen Bestandteil dessen, was Du im SCUM-Artikel beschreibst.
    Ich habe aber festgestellt, daß der TAGESSPIEGEL in den letzten Jahren positiv(er) auf maskulistische/feminismuskrtische Kommentare reagiert, als vorher (beim SpOn ist mir das überraschenderweise auch aufgefallen). Unter dem oben verlinkten Artikel zum „Klub der Anti-Feministen“ ist ja auch ein Kommentar mit dem link zum offenen Brief. Da ZEIT und TAGESSPIEGEL in Berlin eine gemeinsame Redaktion besetzen, wird der Brief sicher schon beim Adressaten angekommen sein. Auf die Reaktion (wenn überhaupt) bin ich wirklich gespannt.
    Wieviele Klicks erzeugt so eine Verlinkung aus den „Mainstreammedien“ auf einen Artikel hier im Blog? Kann man das bestimmen?

  • Ich finde es erschreckend wenn ich hier lese wie die Zeit mit Unliebsamen Kommentatoren umgeht. Erschreckend ist vor allem das hier Leser Meinungen gelöscht werden obwohl sie nicht gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, sondern scheinbar nur gegen die Meinung des Moderators

  • Was regt ihr euch auf? Es ist doch bekannt, daß ZON zensiert wie das Neue Deutschland anno 88. Wegen völlig harmlosen, jedoch feminismuskritischen Beiträgen bin ich da auch schon 3 mal rausgeflogen. Man meldet sich halt mit einem neuen Account neu an und das Spiel geht von vorne los.

  • Ich finde es auch erschreckend, zumal die Zeit früher mal ein diskursives Aushängeschild war .Die Einengung der Meinungsbreite geht m.E. auch mit einem deutlichen Niveauverlust einher, was exemplarisch an der Ukraine-Berichterstattung zum Ausdruck kam. Deshalb habe ich auch mein Abonnement gekündigt.

    Ebenso die vollkommen unsachliche und denunziatorische Berichterstattung über die AFD.

    Es zeigt sich immer mehr ein „Hiatus“ zwischen Medien und Bevölkerung, welche selbst der ÖRR (incl. DLF) nur noch partiell kaschieren kann

  • „Wieviele Klicks erzeugt so eine Verlinkung aus den „Mainstreammedien“ auf einen Artikel hier im Blog? Kann man das bestimmen?“ Ich hatte viel zu tun, daher die etwas späte Antwort darauf.

    Die Verlinkungen bringen viel. Wieviel genau, das kann ich nicht mit Sicherheit sagen…Eine sehr wichtige Funktion solcher Links ist sicher, dass auch Leser außerhalb unserer Filterbubbles auf Seiten aufmerksam gemacht werden und sich dann gegebenenfalls noch ein wenig umsehen. Ich merke jedenfalls, dass die Gesamtzahl der Seitenaufrufe deutlich größer ist als die der direkten Besuche durch Links – daher gehe ich davon aus, dass eine Reihe von Besuchern nicht nur auf einer Seite schaut, sondern sich auch ein wenig umguckt.

    Die genaue Zahl ist dann auch von Zufällen abhängig. Wie sehr ein Text der Zeitung gelesen wird – wie sehr er diskutiert wird – auch: wie weit vorn ein Link ist (die ersten und die jeweils letzten Kommentare werden tendenziell wohl mehr gelesen als die in der Mitte).

    Durch Links können 30 oder 50 Leute kommen, ich hatte es aber auch schon einmal bei einem sehr viel diskutierten Zeit-Artikel, bei dem zudem die Verlinkung auf man tau Redaktionsempfehlung war, dass an einem Nachmittag weit über 1000 Besucher allein von der Zeit kamen.

    Aber, wie gesagt: In meinen Augen besteht die wesentliche Bedeutung der Links gar nicht allein in den dadurch generierten Klicks, auch wenn die Zahl oft hoch ist – sondern darin, dass die Filterbubble ein wenig geöffnet wird, dass entsprechende Seiten oder Blogs bekannter und (wie gerade bei der Zeit passiert) ggfs. auch dort im Kommentarbereich diskutiert werden. Daher bin ich für diese Links auch sehr dankbar.

  • „Wieviele Klicks erzeugt so eine Verlinkung aus den „Mainstreammedien“ auf einen Artikel hier im Blog? Kann man das bestimmen?“

    Genau bestimmen kann man das nicht, die Referrer-Angaben sind zu unzuverlässig.
    Aus gegebenem Anlaß ein Beispiel. Gestern hat jemand hier: http://www.zeit.de/karriere/2014-09/aufschrei-buch-rezension/seite-2?commentstart=17#cid-3961356 eine Seite auf meinem Blog gut sichtbar verlinkt. Seitdem ist die Seite rund 110 mal abgerufen worden, 81 Seitenabrufe hatten den Zeit-Artikel als Referrer-Seite. Das ist ziemlich viel und liegt daran, daß der Kommentar einer der ersten ist (Mitte der 3. Kommentarseite). Das lesen noch sehr viele Leute.

    Weit hinten stehende Kommentare werden viel seltener gelesen und erzeugen nur in der Größenordnung 10 – 30 Klicks in der ersten paar Tagen. Hängt natürlich auch davon ab, ob das Thema interessant ist. Allerdings sind auch hintenstehende Verlinkungen m.W: wichtig, und zwar für das google-Ranking der Zielseite.

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