Wozu ist Männerhass eigentlich gut? (Teil 1: Auslöschung der Rabenväter)

„Mir ist klar geworden, dass der Kampf für Frauenrechte allzu oft zu einem Synomyn für Männerhass geworden ist. Wenn ich eines sicher weiß, dann, dass das ein Ende haben muss.“ ( I’ve realized that fighting for women’s rights has too often become synonymous with manhating.)
Diese Sätze aus Emma Watsons viel diskutierter UN-Rede ist missverständlich. Im Zusammenhang wird klar, dass sich Watson keineswegs gegen Männerhass stellt – sondern gegen die Meinung, Feminismus habe etwas mit Männerhass zu tun. Im nächsten Satz schon zieht sie sich auf eine Lexikon-Definition zurück. Für’s Protokoll („for the record“): Feminismus sei eine Bewegung zur Gleichheit der Geschlechter.
Watson hätte an dieser Stelle natürlich zumindest die Möglichkeit einräumen können, dass andere Menschen andere Erfahrungen gemacht haben als die junge Lexikon-Leserin. Was nach ihrer Darstellung also „ein Ende haben muss“, ist, dass diese Menschen ihre Erfahrungen offen aussprechen können, und dass sie ihre Erfahrungen eigenständig bewerten.
Ein typischer Väterrechtler. Selbstverständlich ist diese Darstellung so realistisch wie nur möglich und hat nichts mit dem Aufbau von Feindbildern zu tun.
Dabei geht es keineswegs allein um extreme Äußerungen des Hasses, wie etwa Solanas‘ berühmtes „Scum“-Manifest, oder um den Sadismus der „Ich bade in Männertränen/ I bathe in male tears“-Sprüche, oder um die beliebten eugenischen Phantasien, den männlichen Anteil an der Weltbevölkerung auf zehn Prozent zu reduzieren. Es gibt auch eine Alltagsfeindschaft, die nicht so extrem daherkommt wie diese Beispiele, die aber wohl noch deutlich folgenreicher ist. An drei Beispielen dafür lässt sich gut zeigen, welche Funktion diese Feindschaft erfüllt.

Die Moderatorin und die telegene Empörung In der Sendung „Menschen bei Maischberger“  vom 9. September mit dem Titel Krieg um Kinder – Wenn die Familie zerbricht wird auch Detlef Bräunig interviewt, ein grobschlächtig mit Feindbildern operierender Blogger und in die Sendung eingeladen als Vater, der seinen Unterhaltspflichten nicht nachkommt. Bevor er noch zu Wort kommt, macht Maischberger darauf aufmerksam, dass „sogenannte Rabenväter“ (00:58) den Staat allein im Jahr 2013 170 Millionen Euro gekostet hätten, weil dieser für fehlenden Unterhalt hätte aufkommen müssen.
Bräunig versucht, sein Verhalten zu erklären. Wer keine Rechte habe, könne eben auch den Mut haben zu sagen: „Jetzt gehe ich und lass Euch mit Euren Problemen allein.“ (1:01) Maischberger akzeptiert das nicht, ebenso wenig wie der Rest der Gesprächsrunde, die fast ausschließlich aus Frauen besteht – Bräunig hätte ja um sein Recht kämpfen können.
Das stimmt so nicht, tatsächlich hatte ein nichtverheirateter Vater zur Zeit von Bräunigs Trennung diese Möglichkeit des Kampfes eben nicht und hat sie bis heute kaum. Gleichwohl wird Bräunig vorgeführt als verantwortungsloser Rabenvater, bedient dieses Bild aber auch selbst, wenn er sich selbst als trickreiches, wohlhabendes Cleverle auf der Flucht vor Unterhaltspflichten präsentiert. Die Welt kommentiert:
„Bei allem Showgehabe warfen seine Einwendungen durchaus ernste Fragen auf – nach den Rechten unverheirateter Väter, der Höhe von Unterhaltszahlungen und den Folgen für die Betroffenen. Sie blieben unbeantwortet.“
Sie bleiben auch deshalb ohne Antwort, weil Bräunig es seinen Gesprächspartnerinnen sehr leicht macht, sich in die Pose aufrechter Empörung zu werfen – und möglicherweise ist er auch zu eben diesem Zweck eingeladen worden.
Es hätte die telegene gerechte Empörung vielleicht unnötig irritiert, darauf hinzuweisen, dass die Zahlungsmoral unterhaltspflichtiger Mütter deutlich schlechter ist als die unterhaltspflichtiger Väter. Ein Väterproblem, als das Maischberger es präsentiert, ist das Ausbleiben der Zahlungen nicht deshalb, weil so viele Väter verantwortungslos wären – sondern deshalb, weil so wenige Trennungsväter eine Chance auf die Alleinsorge für ihre Kinder haben und Mütter daher deutlich seltener unterhaltspflichtig sind.
Ohne das Feindbild Vater, das Maischberger am günstigen Modell Bräunigs entwirft, hätte sich den  Frauen der Gesprächsrunde möglicherweise früher oder später eine unangenehme Frage gestellt: Wie würden sie denn reagieren, wenn der Vater der gemeinsamen Kinder ihnen ohne Angabe von Gründen, aber mit staatlicher Unterstützung den Kontakt zu ihren Kindern ganz oder weitgehend nehmen würde –
wenn sie froh sein könnten über die Gelegenheit, ihre Kinder alle zwei Wochen einmal bei sich zu haben, wenn auch unter schwierigen Bedingungen –
wenn sie wüssten, dass es andere Frauen gibt, die ihre Kinder gar nicht mehr sehen können, und dass sie daher für den knappen Umgang mit den Kindern dankbar sein müssen –
und wenn sie dann noch dazu verpflichtet wären, nicht nur den Unterhalt der Kinder, sondern auch das Leben des Vaters mit ihrer eigenen Arbeit zu finanzieren, weil sie selbst sich ja schließlich nicht um die Kinder kümmern würden?
Ich bin mir sicher, dass kaum eine Frau es fraglos als ihre „Verantwortung“ akzeptieren würde, eine solche Situation auf Dauer zu ermöglichen. Das ist völlig verständlich. Warum aber ist es eigentlich dann so schwer, sich vorzustellen, dass diese Situation für Männer ganz ähnlich belastend, schrecklich und entrechtend ist, wie sie es für Frauen wäre?
Es ist weiterhin selbstverständlich, dass Männer Situationen finanziell zu tragen haben, unter den sie selbst und ihre Kinder erheblich leiden. Anstatt aber die politischen, ökonomischen und juristischen Strukturen zu analysieren, die so etwas ermöglichen, macht Maischbergers Diskussion es sich in einer moralisierenden Anklage bequem, die ungehemmt auf einfache Schwarz-Weiß-Muster und Feindbilder zurückgreift. Insbesondere die Moderatorin selbst begegnet ihrem Gast Bräunig dabei mit demonstrativer Aggression und Verachtung – als ob sie ihn nicht selbst eingeladen hätte.
Das positive Gegenstück in der Sendung ist ein Vater, der jahrelang um den Kontakt zu seinen Kindern gekämpft hat, weil seine italienische Frau sie nach der Trennung entführte, über viele Monate hinweg versteckt hielt und sie schließlich in den Libanon verschleppen wollte. Mit großem,  jahrelangem Einsatz und der Hilfe verschiedener europäischer Polizeibehörden gelang es dem Vater, die Kinder zurück zu holen.
Erst ein so unbezweifelbarer Heroismus macht den Vater hier als Vater akzeptabel. Wie viel ihn sein Einsatz als Vater gekostet hat, möchte er allerdings auch auf Nachfrage nicht verraten. Eben das aber ist ein Problem: Es ist unehrlich, diesen Vater als leuchtendes Vorbild hinzustellen, zugleich aber zu wissen, dass der Großteil der anderen Männer sich ein ähnliches Agieren schon allein aus finanziellen Gründen gar nicht leisten könnte.
Ich selbst lebe im Vergleich zu dem heldenhaften Vater der Sendung in einer deutlich alltäglicheren Situation, doch selbst diese Situation kann ich nur aufrechterhalten, weil ich finanziell relativ privilegiert bin. Der Umgang mit unserem Kind über große Entfernungen hinweg kostet mich – mit Fahrtkosten, der Miete für eine Zweitwohnung, doppelten Haushalten, der Versorgung unseres Kindes – mindestens 700 Euro im Monat. Als ich den Betreuungsunterhalt für meine Ex-Partnerin noch bezahlen musste, war der regelmäßige Umgang trotz eines guten, sicheren Gehalts nur dadurch möglich, dass ich mir einen Kredit über mehrere tausend Euro aufnahm.
Selbst eine solche Situation, die deutlich weniger dramatisch ist als die des Vatervorbilds bei Maischberger, könnten sich viele weniger privilegierte Männer wohl kaum leisten. Auch für mich ist sie natürlich bleibend schwierig: Sie ist eben nicht nur finanziell, sondern auch zeitlich und gesundheitlich belastend – ich habe aber nicht die Möglichkeit, meine Stundenzahl im Beruf zu reduzieren, weil ich sie dann finanziell nicht mehr bewältigen könnte.
Ich hätte lediglich die Wahl, den Kontakt zu unserem Kind erheblich einzuschränken oder zu beenden – eine Entscheidung, die mir durch die verrückten Rahmenbedingungen regelrecht aufgedrängt wird, die ich aber natürlich so nicht treffe.
Jedes Mal, wenn ich unseren kleinen Sohn zur Mutter zurück bringe, bettelt er lange darum, bei mir bleiben zu können. Wenn der Umgang beginnt, zählt er die Zeit, die er bei mir sein kann. Er zählt auch die Tage, die es dauert, bis ich wieder da bin. Ich gehe gleichwohl davon aus, dass er die Präsenz beider Eltern und nicht nur meine braucht – aber zu Gesprächen, die das ermöglicht hätten, war meine Ex-Partnerin nie bereit.
Es gab niemals jemanden in den beteiligten Institutionen, der sie dafür kritisiert hätte – mit Ausnahme einer Mitarbeiterin in einem Jugendamt, der daraufhin sofort die Zuständigkeit für uns entzogen wurde.
Besonders verrückt: Obwohl die gesamte Situation regelmäßig durch den Hinweis auf das Kindeswohl legitimiert wird, konnte niemals offen darüber gesprochen werden, was eigentlich das Beste für unser Kind ist.
Dass solche Situationen überhaupt möglich sind in einer Gesellschaft, die sich für demokratisch, rechtsstaatlich und kinderfreundlich hält – das ist nur erklärbar durch Feindbilder, die sich von realen Bedingungen längst abgekoppelt haben und die umso verbissener in der Diskussion gehalten werden.
Die Antifaschistin und die unbedeutenden Menschenrechte „Das Geschrei der geprellten Väter – Väterrechtler unter sich“ – so ist ein Text überschrieben, den Svenja Pfeiffer in einem „Blog für Feminismus, Sozialkritik und Antifaschismus“ veröffentlicht hat. Sie greift Maischbergers Vorlage, dass Bräunig ein „Männeraktivist“ sei, auf und stellt ihn als „Heldenfigur der deutschen Väterrechtlerszene“ hin. Natürlich stimmt das nicht – die meisten Väterrechtler kennen Bräunig nicht einmal.
Ihre kurze Beschreibung von Bräunigs Maischberger-Auftritt überführt Pfeiffer dann jedoch unmittelbar in eine allgemeine Aussage:
„Dabei zeigt sich: Den ach so engagierten Vätern geht es nicht um das so viel beschriene Kindeswohl, es geht um ihren Stolz, ihr Portemonaie und ihren Hass auf alle Frauen.“
Als ob es niemals ein Problem gewesen wäre, von Einzelfällen auf ganze Gruppen zu schließen, legt sie dann unbekümmert nach:
„Zahlreiche Väter konnten in den vergangenen Jahren beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte feststellen lassen, dass die automatische alleinige Sorge der Mutter bei einer nichtehelichen Geburt und die daraus entstehende ‚Macht‘, dem Vater das Sorgerecht zu verwehren, gegen die Menschenrechte verstoße.“
Tatsächlich ging es um die Klage eines Vaters, aber das reichte. Und tatsächlich hat nicht nur der Gerichtshof für Menschenrechte festgestellt, dass die deutsche Praxis Menschenrechte verletzt, das Verfassungsgericht hat sie zudem als grundgesetzwidrig herausgestellt.
Dass aber  Menschen- und Grundrechte von Männern – und übrigens auch von Kindern – über viele Jahre hinweg verletzt wurden, interessiert die „Antifaschistin“ Pfeiffer nicht weiter. In ihrer Interpretation haben Väter lediglich ihre Machtposition verteidigt und dabei selbstverständlich institutionelle Schützenhilfe erhalten. Zu Lasten von Mutter und Kind, versteht sich.
„Bestand eine Beziehung zwischen Vater und Mutter, so wird der Kampf um die gemeinsame Sorge vom Vater gerne dazu genutzt, die Ex-Partnerin in den Wahnsinn zu treiben.“
Welchen anderen Grund könnte ein Vater auch haben, wenn er auch das Recht haben möchte, für seine Kinder zu sorgen?
Das Blog „Störenfriedas“, für das Pfeiffer schreibt, ist offenbar ein kleines Blog, aber die Argumentation greift auf lange und weithin vertraute Klischees zurück. Wesentlicher Bezug Pfeiffers ist eine Autorin, die jahrzehntelang eine verbissene akademische Lobbyarbeit für die Ausgrenzung von Vätern betrieben hat, die damit promovierte und lange beim Deutschen Jugendinstitut in München arbeitete: Anita Heiliger.
Die Christin und die Auslöschung der Väter Moderater im Ton, aber radikaler noch als Svenja Pfeiffer ist eine Autorin, die als Redakteurin für eine Zeitung der evangelischen Kirche arbeitet und die eine der wichtigsten feministischen Bloggerinnen im Netz ist.
„Väter-Recht abschaffen, Kindererziehung steuerfinanzieren!“
fordert Antje Schrupp in einem Text, den Kai im Frontberichterstatter-Blog als „gefühlskalt“ beschreibt und zu dem er fragt: „Wie kann ein Mensch glauben, nur weil es der Vater ist, kann man ihn aus dem Leben der Kinder einfach entfernen, nur weil die Mutter es möchte?“
Schrupp schreibt:
„Väter werden zunehmend von Pflichten entbunden und bekommen gleichzeitig mehr Rechte, das ist der Trend, der auch noch unter dem Deckmäntelchen der ‚Gleichstellung‘ firmiert.“
Der geringe Zuwachs an Väterrechten war mit den Entscheidungen des Gerichtshofs für Menschrechte und des Verfassungsgerichts unvermeidbar geworden – auch wenn er von Regierung und Parlament dann immer noch lange verschleppt wurde. Was Schrupp also als irgendwie frauenfeindlichen „Trend“ hinstellt, war lediglich die kleinstmögliche Korrektur einer menschenrechts- und verfassungswidrigen Gesetzgebung. Das verschweigt sie ebenso wie die Tatsache, dass Väter damit noch immer deutlich weniger Rechte haben als Mütter.
Schrupp kann sich ebenso wenig wie Pfeiffer oder Heiliger vorstellen, dass Väter für ihre Kinder sorgen wollen, wenn sie sich um das Recht bemühen, für ihre Kinder sorgen zu dürfen. In ihrer Vorstellung geht es Väterrechtlern stattdessen um die Verweigerung von Unterhaltszahlungen – und dabei haben sie in Schrupps Phantasie aus unerfindlichen Gründen jegliche institutionelle Unterstützung:
„Diese Männer fühlen sich wirklich ungerecht behandelt, deshalb werden sie immer weiter klagen, und sie werden weiterhin Recht bekommen.“
In diesem Punkt aber ist die Autorin plötzlich unerwartet empathisch mit den so verachteten Vätern. Es sei ja irgendwie verständlich, dass jemand, der mit der Vergangenheit – damit meint sie: mit seinen Kindern, die natürlich kein Teil seiner Gegenwart sind – abschließen wolle.
„Mein Vorschlag: Nehmen wir diesen Wunsch doch ernst – und trennen wir die Kinderversorgung vom biologischen Erzeuger.“
Statt dessen sollte der Kindesunterhalt, und natürlich auch der Betreuungsunterhalt für die Mutter, steuerfinanziert werden.
Keine Rechte, keine Pflichten für Väter – das ist Schrupps Modell einer modernen Familienpolitik. Der reale Vater wird ganz ausgelöscht, statt dessen wird der Staat zu einem Super-Papa aufgebaut, der Frau und Kind zuverlässig versorgt und sie ansonsten in Ruhe lässt. Die darin konservierten erheblichen Aggressionen gegen reale Väter und die massiven Unterstellungen gegen sie orchestriert die christliche Bloggerin so mit einem unbekümmerten radikal-patriarchalen Staatsverständnis.
Es wäre, so die Autorin, zudem ein positiver Nebeneffekt dieser Regelung, dass sie „den Väterrechtlern eine gehörige Portion Wind aus den Segeln nehmen würde“ – also einer „Väterrechts-Bewegung, die sich meiner Ansicht nach sehr schädlich auf die Allgemeinheit auswirkt“ (Kommentar Nr. 5).
Die blinde Unterstellung, bei Väterrechten ginge es lediglich um die Möglichkeit des Unterhaltsentzugs, ist natürlich sachlich nicht zu halten. Sie zeigt aber, wie massiv die Widerstände auch gegen die vorsichtigen Bemühungen um mehr Gleichberechtigung im Familienrecht sind.
Im Mittelpunkt väterrechtlichem Engagements steht das Recht zur Sorge für die Kinder. Wenn dabei Regelungen zum Kindesunterhalt  kritisiert werden, dann nicht aus Zahlungsunlust, sondern weil diese Regelungen der realen Sorge beider Eltern nicht mehr angemessen sind. Weiterhin muss beispielsweise ein Vater auch dann den vollen Unterhalt an die Mutter bezahlen, wenn er tatsächlich einen großen Teil der Kindessorge selbst leistet.
Was Schrupp und andere blind als Geldgier oder gar begründungslos als Hass präsentieren, ist einfach die Forderung nach einem Unterhaltsrecht, dass der wichtigen gemeinsamen Sorgeleistung beider Eltern gerecht wird.
Die Phantasie der restlosen Auslöschung des realen Vaters ist bei Schrupp nur vordergründig Teil eines Geschlechterkampfes. Tatsächlich würden die  vorgeschlagenen Regelungen sowohl Vätern schaden, die sich um ihre Kinder kümmern wollen, als auch Müttern, die an der Kooperation mit den Vätern interessiert sind. Sie würden sowohl Vätern nützen, die sich der Beziehung zu ihren Kindern entziehen, als auch Müttern, die ihre Kinder vereinnahmen und die Väter aus der Beziehung zu ihnen herausdrängen.
Die Väterfeindlichkeit kreiert also Monster: Sie schadet eben den Eltern beiderlei Geschlechts, die sich im Sinne ihrer Kinder verhalten, und bevorteilt die Eltern beiderlei Geschlechts, die den eigenen Kindern schaden.
Und so schadet sie in jedem Fall den Kindern.
Das sind, wie eigentlich bekannt ist, Konsequenzen jeder gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit – sie schadet schließlich nicht nur denjenigen, die zu Feindbildern aufgebaut werden. Wie ist es aber überhaupt möglich, dass solche antihumanen Reden gleichwohl so weithin akzeptiert und verbreitet werden, vom kleinen „antifaschistischen“ Blog über die Texte einer „christlichen“ Autorin und akademische Arbeiten bis hin zur Abendtalkshow des öffentlich rechtlichen Rundfunks?
Eine Antwort versuche ich im nächsten Text zu geben (der gesamte Text ist mir, was ja ganz ungewöhnlich für mich ist, etwas zu lang geworden, daher hab ich ihn aufgeteilt).
  1. Bravo!

    Ein herausragender Artikel zu dieser Thematik, Lucas. Meinen ausdrücklichen Dank für das Aufzeigen dieser, ich nenne diese mal Doppelbödigkeit, aber -züngigkeit wäre genauso passend, Geschlechter- und Elternpolarisierungstruppe rund um Maischberger, Schrupp und die ebenso unheilige Heiliger vom DJI.

    Da du die Sendung Menschen bei Maischberger im Anfang als Opener brachtest. Hierzu hatte ich zwei Beiträge geschrieben:

    1. http://emannzer.wordpress.com/2014/09/09/krieg-um-kinder/
    (mit dem Versuch eines Livetickers während der Sendung im Kommentarbereich

    2. http://emannzer.wordpress.com/2014/09/04/feministische-maische/
    (wo ich Thema aufgriff, warum Sandra M. der Schwarzer Zeit zur Reinwaschung gibt)

    Persönlich bin ich schon gespannt auf deinen Teil II und hoffe er trifft wie dein aktueller auf ein breites Publikum.

    Antwort

  2. Es ist eine Köpenickiade. Wer sich erinnert: In der „Hauptmann von Köpenick bekommt der Ex-Sträfling Wilhelm Voigt nach der Haft keine Arbeit, weil er keine Wohnung und keine Wohnung, weil er keine Arbeit hat. Ebenso ist der Mann unterhaltspflichtig, weil seine bald Ex-Frau sich angeblich ausschließlich wie plötzlich um das Kind kümmern muss, während der Mann sich nicht um das Kind kümmern könne, weil er ja damit beschäftigt sei, eben diesen Unterhalt auch über vierzig Stunden die Woche hinaus heranzuschaffen – was dann als typisches Trennungsmodell noch von feministischen Soziologinnen als hinreichender Beweis gilt, dass der durchschnittlichen Frau mit der Geburt des Kindes verunmöglicht werde, am Arbeitsmarkt teilzuhaben. Die Argumentation ist also von staatswegen zirkloid bis tautologisch oder kanonisch und in diesem Korridor wird das Kindswohl beschrieben. Egal was der Vater vor Gericht oder Jugendamt vorträgt, ein Joker der Gegenseite sticht immer. Wären diese institutionellen oder systemischen Ungerechtigkeiten gegen Väter auf eine geringe Teilmenge darstellbar, man würde von Spänen und Hobeln sprechen. Da aber die Scheidungsquote je nach gruppeninteressierter Darstellung bei einem Drittel, wenn nicht mehr als der Hälfte liegen und dabei die „wilden Ehen“ unter den Tisch fallen, ist das Unrecht inzwischen Ausfluss des Staatsvertrages in Sachen soziale Beziehungen.

    Wenn also Feministinnen wie die Heiliger oder Schrupp von bösen, rechten, hasserfüllten Männerrechtlern schreiben und reden, dann ist es eher erstaunlich, dass diese Kreaturen sich schäfchenblöd und übermehrheitlich an die Regeln des Staates halten, welcher sie existenziell benachteiligt und entrechtet. Historisch sind da ganz andere Reaktionen von Mindermehrheiten verbürgt und Laternen stehen an jedem Straßenrand. Die Zivilisiertheit dem Wort den Vorzug zu geben und auf rechtstaatlich bessere Zeiten zu hoffen, scheint von links bis rechts wie eingeboren.

    Der zivile Ungehorsam kennt gerade mal die Zahlungsverweigerung. Oder, wie es Schoppe beschreibt, dass aus einer relativ privilegierten Position heraus, die Folgen des Kindesentzuges durch Wohlstand abgemildert werden.

    Über die Spaltung des Maskulismus hinaus, die besonders linke Männerrechtler so gerne betreiben, die in der Regel über das Distinktionsmodell akademischer Bildung und Einkommen verfügen, die Rituale des Diskurses und der Argumentation seit ihrer Kindheit verinnerlicht haben – und eben diese Selbstverortung als Garant eines Lebens im Vormaligen meist hilflos verteidigen, gibt es eben auch schichtenspezifisch weit gefächert zahllose Väter, die weder über Geld, Worte noch Erklärungsmodelle verfügen, um sich Schmach und Untergang selbst oder anderen zu erklären. Deren Existenzen sind die Schammasse; und deren Existenzen sind Kanonenfutter für die Mittel- bis Oberschicht der Ambitionen. Im Westen nichts Neues und Wandlitz ist überall.

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  3. „Feminismus sei eine Bewegung zur Gleichheit der Geschlechter.“

    Schrupp ist der lebende Gegenbeweis.
    Diese haarsträubende Unlogik, diese grenzenlose Dummheit, diese autistische Faktenresistenz und vom gruppenbezogenen Hass getriebene Geisteshaltung gepaart mit einem unerschütterlichen Sendungsbewusstsein. A. Schrupp, die Margot Honecker des Feminismus.

    Ich weiß nicht, wie du es schaffst, den offensichtlichen Schrupp-Irrsinn so ausführlich zu analysieren, Schoppe. Respekt.

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  4. Schrupp wünscht sich etwas, was lange schon im fluss ist. Der Super-Vater Staat ist als wesentlicher Finanzier des Nachwuchses längst etabliert. Dass 70% der gesamten Lohnsteuereinnahmen von Männern abgezogen werden – was keineswegs Folge einer Diskriminierung von Frauen ist – soll hier auch nur am Rande angemerkt sein. Die Liste direkter und indirekter staatlicher Subventionierungen von Nachwuchs und Müttern ist mittlerweile kaum mehr überschaubar.
    Abseits vom Kernthema der Maischberger-Sendung eine emotionalisiert eindimensionale Unterhaltsdebatte zu führen, war schlicht und ergreifend eine dämliche Idee, von Frau Maischberger.
    Feminismus ist einfach erklärt: Männer haben Frauen zu dienen, folglich auch Väter den Müttern, sowohl im Einzelfall als auch im Kollektiv. In jedem Moment, entsprechend Anweisung. Erneut verdeutlich hat dies die UN-Kampagne #HeForShe.
    Im Fall Ritter wäre die Sache mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit anders ausgegangen, hätte die so straffällig gewordene Mutter die Kinder nicht gleich zwei Mal ins Ausland entführt, sondern sich an geeignete – hier begründet nicht genannte – Stellen gewandt.

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  5. „Dass 70% der gesamten Lohnsteuereinnahmen von Männern abgezogen werden“

    Nix für ungut, aber Argumente dieser Art haben die gleiche Qualität wie die 23% Stundenlohndifferenz, die ich und andere immer wieder als unqualifizierte Propaganda zurückweisen. Diese Zahl 70% (wenn sie stimmt, kann aber gut sein) hat diverse Ursachen, die wir zum Teil als gut und richtig bezeichnen, deshalb ist es ein innerer Widerspruch, diese Zahl jetzt zu bejammern.

    Ganz simpel: Wenn Männer mehr verdienen, dann zahlen sie auch mehr Steuern. Das gilt schon bei einem linearen Steuertarif, erst recht bei einem progressiven.

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  6. „ein grobschlächtig mit Feindbildern operierender Blogger [gemeint ist Detlef Bräunig, lj]“
    Was auch immer man von Detlef Bräunig halten mag, solche Herabsetzung muss nun wahrlich nicht sein. „Ihr“ selbstidentifizierten linken Männerrechtler denkt halt, wenn ihr nur nett genug seid, dann hört man eure Interessen irgendwann schon an. Der Punkt ist, Herr Bräunig hat es ja versucht. Er hat ja Verletzungen angeführt, den defacto Kindesentzug angeführt. Es hat nur keine Sau interessiert. Er hätte seiner Verantwortung als Zahlvater gerecht werden müssen, wie es in Deutschland Tausende tun. Das wäre sein einziger Ausweg. Die Gefühle und Befindlichkeiten von Vätern interessieren doch keine Sau. Die anwesenden Damen schon gar nicht. „Muss man halt ein Haus verkaufen.“ Was soll's, man hat ja noch eines (oder auch nicht).

    Ich denke Herr Bräunig hat sich bei Maischberger ganz gut geschlagen, hat das Beste daraus gemacht, hat an den richtigen Stellen die richtigen Einwände gebracht. Als er gefragt hat, wie viel Geld der engagierte Vater aufwenden musste und dieser schwieg, hatte er die Diskussion eigentlich gewonnen.

    Der Punkt ist auch: Er wird eingeladen. Von den linken Männerrechtlern habe ich noch nie jemanden bei Maischberger gesehen.

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  7. Die famose Frau Schrupp versucht sich gerade in einer Klassifikation männlicher Trolle, selbstverständlich nur männliche. Sie demonstriert mit ihrer albernen Charakterisierung der männlichen Trolle nur ihre Unfähigkeit, kontroverse Meinungen zuzulassen. Erfreut stelle ich fest, dass ein kurz gehaltener Beitrag von mir beispielhaft für eine eigenständige Trollklasse angeführt wird:

    5. Der normale Mann
    Der normale Mann hat mit all dem gar nichts zu tun, denn “die Vergewaltigung von Frauen ist nicht mein Problem. Ich tu es nicht und rechtfertige es nicht. Das muss genügen.”

    Anlass war Frau Schruppens Versuch, Männer in Sippenhaft zu nehmen und ihnen pauschal eine Mitverantwortung oder gar Schuld für Vergewaltigungen unterzuschieben.

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  8. Hat irgendjemand eigentlich schon mal die Unfähigkeit vieler Feministinnen analysiert oder gar begründet, zwischen „Ich“ und „Alle Frauen“ zu unterscheiden?

    In Schrupps Artikel steht z.B.: „Er hasst Frauen und macht das in seinen Kommentaren ganz unmissverständlich klar: Er schreibt zum Beispiel, ich sei eine 'Fotzenkuh', die es nicht besser verdient hat, als ermordet und vergewaltigt zu werden.“

    Das Beispiel belegt, dass da einer Frau Schrupp hast. Aber nicht, dass da einer Alle Frauen hasst.

    Ist der Unterschied so schwer zu verstehen? Oder gibt es auf irgendeiner Ebene tatsächlich keinen Unterschied?

    Antwort

  9. Die Moderatorin und die telegene Empörung In der Sendung „Menschen bei Maischberger“ vom 9. September mit dem Titel Krieg um Kinder – Wenn die Familie zerbricht wird auch Detlef Bräunig interviewt, ein grobschlächtig mit Feindbildern operierender Blogger und in die Sendung eingeladen als Vater, der seinen Unterhaltspflichten nicht nachkommt.

    Ich finde, D.Bräunig hat sich gut verkauft. Er hat mir gar ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert, als er sagte, er habe zwar kein Geld, mache es aber so wie viele Frauen und lasse sich öfters einladen. Die Empörung der versammeleten Frauschaft war herrlich anzusehen.

    Was seinen Blog betrifft: Ich sehe D.B als Satiriker, der sich vorzugsweise ziemlich derber Stilmittel bedient.

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  10. „Was auch immer man von Detlef Bräunig halten mag, solche Herabsetzung muss nun wahrlich nicht sein.“ Ich zitiere einfach mal eine Stelle aus einem Artikel in seinem Blog, die den Stil insgesamt nach meinem Eindruck ganz gut wiedergibt.

    „Natürlich wollen Männer eine Frau, aber sie haben gelernt, dass es die wahre Liebe kaum noch gibt, dafür aber umso mehr Fickfetzen. Das einzige, was der Mann nur von einer Frau bekommen kann, ist Sex. Und der ist mit einer liebenden Frau derselbe wie mit einem Fickfetzen. Deswegen macht es für einen Mann keinen Sinn, nach der wahren Liebe zu suchen. Es ist völlig legitim, einer Frau die grosse Liebe vorzugaukeln, um ans Höschen zu kommen. Frauen machen es schließlich nicht anders, um die Kohle aus der Geldbörse des Mannes ziehen können.“ (Aus dem Artikel „Frauen sind nach einer Scheidung selten lebenslänglich versorgt“ in Bräunigs Blog „Männermagazin)

    Das so zu beschreiben, dass es grobschlächtig ist und mit Feindbildern arbeitet, ist nicht herabsetzend, sondern einfach eine Darstellung des Stils und der Argumentationsweise. Natürlich hat das auch satirische Elemente, aber das deckt nicht alles ab – es gibt nach meinem Eindruck keinen Grund zum Zweifel daran, dass Bräunig das, was er schreibt, auch genau so meint.

    Ich setze also nicht IHN herab, sondern grenze MICH ab – weil ich es inhaltlich wie im Stil völlig falsch finde, was Bräunig in solchen Passagen schreibt (von denen die, übrigens willkürlich, zitierte ja nur ein Beispiel von vielen möglichen ist).

    Wichtig aber ist: Ganz gleich, wie grobschlächtig er sich im Internet äußert – das gibt niemandem das Recht, ihm seine Kinder zu nehmen.

    „Der Punkt ist, Herr Bräunig hat es ja versucht. Er hat ja Verletzungen angeführt, den defacto Kindesentzug angeführt. Es hat nur keine Sau interessiert.“

    Das hab ich genau so gesehen. Bräunig hat seinen Weggang nach Thaliand z.B. ausdrücklich als Versuch, sich zu schützen, bezeichnet. Niemand in der Runde hat auch nur die MÖGLICHKEIT eingeräumt, dass das tatsächlich so sein könnte – allen war völlig fraglos klar, dass er GANZ BESTIMMT nur Vorwände anführt, um sich vor Zahlungsverpflichtungen drücken zu können.

    Eben deshalb ist es ja auch so eindeutig, dass Maischberger im Gespräch mit Bräunig allein an der Produktion und Reproduktion von Feindbildern interessiert war, nicht an den Einzelheiten der Geschichte und schon gar nicht ernsthaft an Bräunigs Perspektive darauf. Das ist der Aspekt, um den es mir im Text geht.

    Darüber hinaus finde ich gleichwohl, dass Bräunig Maischberger und anderen dieses Spiel auch ziemlich leicht gemacht hat. Mir ist aber klar, dass sich das natürlich von außen auch sehr leicht sagen lässt.

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  11. „Das so zu beschreiben, dass es grobschlächtig ist und mit Feindbildern arbeitet, ist nicht herabsetzend, sondern einfach eine Darstellung des Stils und der Argumentationsweise.“
    Ich denke, es hätte gereicht, zur Abgrenzung zu sagen, dass er mit Feindbildern/Stereotypen arbeitet, also das grobschlächtig weglassen. Ich lege an dich allerdings definitiv einen höheren Standard an als an andere im Netz. Einfach weil du sonst mit deinem Stil einen überaus ruhigen, durchdachten und positiven Eindruck (bei mir) hinterlässt.

    „Natürlich hat das auch satirische Elemente, aber das deckt nicht alles ab – es gibt nach meinem Eindruck keinen Grund zum Zweifel daran, dass Bräunig das, was er schreibt, auch genau so meint.“
    Ich denke, Herr Bräunig meint das todernst. Ich würde auch nicht sagen, dass das irgendwie satirisch sein soll. Ich sollte vielleicht auch sagen: Ich bin kein Fan von Herrn Bräunig. Er lässt sich hie und da von Wunschdenken leiten (Scheidungsverweigerung von Männern), das mit der Realität einfach nicht übereinstimmt (Eheschließungen seit 10 Jahren konstant). Es ist für mich völlig klar, dass er seine eigenen schlechten Erlebnisse mit Frauen verarbeitet. Es ist für mich darüber hinaus klar, dass er prahlt: „Seht her, ich prelle seit 10 Jahren Unterhalt!“ In dieser Rolle fühlt er sich mE sichtlich wohl.

    „Darüber hinaus finde ich gleichwohl, dass Bräunig Maischberger und anderen dieses Spiel auch ziemlich leicht gemacht hat. Mir ist aber klar, dass sich das natürlich von außen auch sehr leicht sagen lässt.“
    Immer, wenn in Talkshows 5 gegen 1 gespielt wird, weiß man, welche Geschichte die offizielle zu sein hat. Da hätte er der überzeugendste, ruhigste und bedachteste Kerl sein können, wie beispielsweise du, das hätte nichts geholfen. Also ja, ich denke, du machst es dir hier zu leicht. Aber, du räumst ja die Möglichkeit ein.

    Ansonsten: Guter Text. 🙂

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  12. Die Reproduktion von billigen Feindbildern und darüber hinaus klassisches gegeneinander ausspielen der Männer. Seht her, das ist in unserem maßgeblichen Frauenauge ein „richtiger“ Mann und der da ist kein Mann, sondern Abschaum weil er sich der ihm zugedachten Rolle des entrechteten Zahl“vaters“ entzieht.
    Wie auch bei diesem sogenannten Talk (Frauen 5, Männer 2) einmal mehr zu beobachten war, besteht bzgl. Rechtslage und Rechtspraxis bei den Damen der Schöpfung nicht das geringste Unrechtsbewusstsein. Im Brustton der Überzeugung wird da der Steuerzahler in Anschlag gebracht, der freilich allein für Frauen Ressourcen bereitzustellen hat. Zumal ich mein Geld auch lieber bei meinen Kindern sähe, als es einer narzistischen Moderatorin des ÖRR für ihre dämlichen Auslassungen in den Rachen zu werfen.

    Die Runde ist exemplarisch im Hinblick auf abgrundtiefen Sexismus, dessen sich Frauen jedoch nicht im geringsten bewusst sind. Gleich Prinzessinnen erheben sie Ansprüche – fordern den Mann wie ehedem zum „Kampf“ auf, drängen ihn in die Isolation und und entrüsten sich, wenn Mann sich der Sklaverei entzieht ohne auch nur einen Gedanken an ihre eigenen Privilegien, ihren eigenen Sexismus zu verschwenden.
    Insofern war diese Runde eine unfreiwillige Offenbarung.

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  13. Ich versuch mir gerade die Welt von Frau Schrupp vorzustellen: Väter dürfen sich nicht um die Kinder kümmern, müssen auch nicht für sie zahlen. Dann sollte man in der Beziehung nicht so viel Kontakt zu den Kindern haben, sonst wird die Trennung schwer. Am besten gleich in der Schwangerschaft gehen. Der Rest wird über die Steuern geregelt. Warum auch nicht. Kräftig ungeschützt in der gegen rumknattern, Gene streuen und keine verantwortung übernehmen. Frauen sind nur noch Sexobjekte und Gebärmaschinen die vom Staat (männliche Steuergelder) durchgefüttert werden. Man sollte nur noch den Steuersitz ins Ausland verlegen, das wäre der Hammer. Für Frauen mit schlechter Berufsausbildung kann das sogar ein lohnendes Geschäftsmodel sein. Den Kindern werden ohne männliche Vorbilder zwar alle Psychos, das kriegt Mann aber nicht mit. Als Mann könnte ich mir so eine gefühlskalte Welt vorstellen, aber die meisten Frauen würden da wohl die Kirese kriegen. Für die Frauen will aber Frau Schrupp diese Welt gerade bauen.

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  14. „Insofern war diese Runde eine unfreiwillige Offenbarung.“ Dabei waren ja eigentlich Elemente für eine faire Darstellung dabei. Eine Frau erzählte, wie sie ihre Zwillinge unbedingt dem Vater – und den Vater den gemeinsamen Kindern – vorenthalten wollte, und wie sie dabei am Richter Jürgen Rudolph scheiterte, dem Entwickler des Cochemer Modells.

    Allerdings fehlten dann z.B. die Informationen dazu, wie das Cochemer Modell politisch bekämpft wurde, gerade vom VAMV. Auch in Cochem selbst ist meines Wissens das Modell im Sande verlaufen, nachdem Rudolph in den Ruhestand trat.

    Wichtig ist einfach: Die Selbstverständlichkeit, dass eine Kooperation beider Eltern im Sinne der Kinder ist, wird politisch keineswegs überall akzeptiert, sondern manchmal offen bekämpft. Sie steht nun einmal im Widerspruch zur traditionellen Fixierung auf die Mutter, die sich ja z.B. auch bei Schrupp findet.

    „Immer, wenn in Talkshows 5 gegen 1 gespielt wird, weiß man, welche Geschichte die offizielle zu sein hat.“ Zumal das Arrangement, die Fixierung auf den Unterhalt, umsichtigere Überlegungen offenbar unmöglich gemacht hat. Da wird Vätern mit staatlicher Gewalt willkürlich und ohne Begründung die Möglichkeit zur Sorge für die eigenen Kinder genommen – und dann werden diese Väter auch noch dazu verpflichtet, ihre eigene Entsorgung gefälligst zu finanzieren (was in wenigen Jahren schnell 40-50.000 Euro sein können).

    Kein Problem damit – die teilnehmende Familienrichterin war an diesem grundrechts- und menschenrechtswidrigen System z.B. über Jahre beteiligt, ohne auch nur eine Geste des Bedauerns nötig zu finden.

    Aber wehe, ein Vater besitzt die Frechheit, sich diesem System zu entziehen und es nicht zu finanzieren – dann springt plötzlich und unerwartet das Moralempfinden Maischbergers und anderer an und läuft auf Hochtouren, als sei es nie stillgelegt gewesen.

    Ich hab staunend vorm Fernseher gesessen, weil es ja irgendwie auch eine grandiose Leistung ist, Moralempfinden so zielgerichtet von Null auf Hundert aktivieren und oder es eben de-aktivieren zu können, je nachdem, wie man es gerade braucht.

    Antwort

  15. Frau Schrupp und all den anderen würde ich wünschen nur für ein Wochenende mit einem Trennungsvater zu Tauschen, und zwar das Wochenende wenn er das gemeinsame Kind hat.

    Die Freude nach so langer Zeit wieder das Kind zu sehen,
    wenn es auf einen Zugelaufen kommt und auch vor Freude strahlt und „Papa“ ruft.
    Die Überraschung die sich dann einstellt, über die Entwicklung und alles neue was das Kind gelernt hat, in der Zeit in der man keinen Kontakt haben durfte.
    Die Traurigkeit die sich dann Schlagartig einstellt, über all das, was man vom Leben dieses kleinen Menschen verpasst, diese kleinen alltäglichen Dinge die für nicht getrennte Eltern so selbstverständlich sind.
    Das Auskosten jeder einzelnen der wenigen Minuten die man mit dem Kind verbringen darf.
    Und die Tränen wenn man es Sonntag Abend zurück bringt und es weint weil Papa wieder weg muss und nicht versteht warum Papa nicht bleiben darf…

    Aber nein, alle 14 Tage aufs neue das Herz gebrochen zu bekommen, das wünsche ich keinem Menschen… auch nicht Frau Schrupp und all den anderen dieser Sippe.

    Antwort

  16. @Schoppe

    Gerade dieses willkürlich Opportunistische „Moralempfinden so zielgerichtet von Null auf Hundert aktivieren und oder es eben de-aktivieren“ eint ja die Moderne.

    Hab gerade in Bezug auf die Beobachtung von #gamergate (das sind ja teilweise recht gut geisteswissenschaftlich gebildete Kreative) hin gelernt, dass das Einende eine Art solipsistischer Postrukturalismus sei – oder mit anderen Worten dekandenter Modeegoismus der mit Altruismusmaske getarnt daherkommt.

    Die sog. Gutmensch-Gesellschaft mit ihrer selbstbeweihräuchernden dehumaniserend-eigennützigen Ignoranz und ihrer gar nicht mehr vorhandenen Ethik (nach der obigen Klassifizierung der Gamer). Eben wie man es gerade braucht. Entsorgte Väter und ihre Kinder ohne sie interessieren dabei nicht. Sie stören die liebgewonnenen und dazu bequem dienenden Glaubenssätze. Und die werden Publikumsbefriedigend und rückversichernd medial inszeniert.

    Antwort

  17. Ich denke viel wäre schon dadurch gewonnen wenn die Betreuungsleistung der Väter anerkannt werden würde und sie die Möglichkeit hätten für die Tage an denen sie das Kind betreuen keinen Barunterhalt zahlen zu müssen, weil sie ja an diesen Tagen den Sach-/Naturalunterhalt leisten…. Schließlich ist der Unterhalt ja für das Kind und nicht für die Mutter gedacht.

    Antwort

  18. „Aber nein, alle 14 Tage aufs neue das Herz gebrochen zu bekommen, das wünsche ich keinem Menschen …“

    Und ich wünsche denen durchaus, zumindest diese Erfahrung mal zu machen, welche du in einem Satz prima zusammengefasst hast. Aber ansonsten hast du recht, selbst bei Schrupp und dieser Sippe, welche Humanismus wohl für eine Abart des Patriarchats hält.

    Antwort

  19. „…dann springt plötzlich und unerwartet das Moralempfinden Maischbergers und anderer an und läuft auf Hochtouren, als sei es nie stillgelegt gewesen“

    Diese Doppelmoral ist so offensichtlich, dass sie einen geradezu anspringt. Maischbergers (u.a.) Wahrnehmung erscheint geradezu gestört – nur teilweise in Funktion – als ob man hoffnungslosen Soziopathen gegenüber steht. Ich hatte einmal mehr den Eindruck, dass Frauen wie M., die Richterin etc. nicht in der Lage sind, die Situation wirklich nüchtern und unvoreingenommen zu betrachten – ganz einfach weil sie aufgrund ihrer Instinktpositionen befangen sind.
    Die unbeherrscht angewiderte Körpersprache und Mimik samt Doppelmoral kurz: der Furor gegenüber jenem Mann, der es wagt Frau(undKind) nicht dienstbar zu sein, sich nicht „mannhaft“ zu opfern, führte archaische Weiblichkeit gleich einem antiken Drama vor Augen. Die Rollen sind wie ehedem verteilt.

    Antwort

  20. @emannzer und @Lucas Teil 1

    Das ist leider falsch. Weder der letzte Beitrag, noch der jetzige waren und sind herausragende Beiträge. Leider.

    Eine Sendung erscheint im ÖR und Maischberger macht eine Talk-Show – warum aber ist *sie* da und warum macht sie die Show, exakt *so* wie
    sie sie macht?

    Lucas schreibt richtig zur ersten Besetzung einer männlichen Rolle in der Show: „Bevor er noch zu Wort kommt, macht Maischberger darauf aufmerksam, dass „sogenannte Rabenväter“ (00:58) den Staat allein im Jahr 2013 170 Millionen Euro gekostet hätten, weil dieser für fehlenden Unterhalt hätte aufkommen müssen.“

    Der springende Punkt: „Manndat“ macht uns darauf aufmerksam, dass Männer jedes Jahr Frauen 81 MILLIARDEN Euro dafür bezahlen, einfach nur zu zu existieren. In der Schweiz, in Österreich gibt es Studien, die *beweisen*, dass das legendäre Patriarchat und die „patriarchale Dividende“ eine Illusion ist. ALLE untersuchten materiellen Transfers in den untersuchten Sozialsystemen gehen in genau eine Richtung: VON Mann ZU Frau.

    An dieser Stelle können wir innehalten und uns fragen, seit wann eigentlich die Sklavenhalter (Männer) die Sklaven (Frauen) bezahlen und seit wann sich eigentlich die Bourgeoisie (Männer) für das Proletariat (Frauen) lohnt.
    ODER aber mit Maischberger darüber nachdenken, was uns die „Rabenväter“ kosten, statt uns zu fragen, was dem Steuerzahler (ich grüble gerade, welches Geschlecht ER hat) das Schruppsche Konzept der (selbstverständlich genderneutralen, harhar) steuerfinanzierten, alleinerziehenden Mutter zu bezahlen.
    Macht Schrupp eigentlich einmal, nur ein einziges Mal eine Rechnung auf?
    Was kostet uns (Männer) eigentlich nachfolgend der neueste feministische Hirnfurz?

    Dass die EINE Frage gestellt wird, die ANDERE jedoch nicht, dass das eine „gewusst“ ist und wird und das andere nicht, dafür ist die Sendung da. Das ist der auch Zweck der Existenz von einer Propagandistin wie Maischberger. Mediale Selbstvergewisserung eines riesigen Betrugs und Selbstbetrugs.

    Lucas schreibt richtig: „Ohne das Feindbild Vater, das Maischberger am günstigen Modell Bräunigs entwirft, hätte sich den Frauen der Gesprächsrunde möglicherweise früher oder später eine unangenehme Frage gestellt:“

    Noch einmal und mit getauschten Geschlechterrollen in Sachen „Väter“: es gibt in der Show offensichtlich eine Heldinnenrolle und es gibt den Trickser und Betrüger.
    Also: Heilige und Hure – wie originell.
    Ihr alle habt jetzt die WAHL, euch für „Heilige“ oder „Hure“ zu entscheiden.
    Ihr könnt jetzt wirklich eine POSITION beziehen.
    Die einzige, die WIRKLICH eine WAHL hatte war Frau Maischberger.
    Denn SIE konnte bei der Besetzung ihrer Inszenierung auswählen, wer „Heilige“ und „Hure“ im Rahmen dieses, ihres frames spielen durfte.

    Lucas weiter: „Eben das aber ist ein Problem: Es ist unehrlich, diesen Vater als leuchtendes Vorbild hinzustellen, zugleich aber zu wissen, dass der Großteil der anderen Männer sich ein ähnliches Agieren schon allein aus finanziellen Gründen gar nicht leisten könnte.“

    Nein Lucas, die Unehrlichkeit besteht darin, das dieses KONSTRUIERTE frame mit der sozialen Realität von 99% aller (Scheidungs-) Väter einen Scheißdreck zu tun hat. Genau deshalb, als (finanziell!) völlig unerreichbares Vorbild, ist er, der Heilige da.
    Die mediale Inszenierung diente und dient nur als Surrogatextrakt einer wirklichen, empirischen Realität, die überhaupt nicht stattfand in dieser Talkshow.
    Der Vertreibung der empirischen Realität hingegen war der eigentliche Sinn und ZWECK dieser Sendung.
    Du hast *scheinbar* die Wahl: die, sich für eine fortschrittliche Haltung zu entscheiden oder ein reaktionäres Arschloch zu sein. Die Wahl ist ganz dir überlassen – SIEHE OBEN.
    Heilige oder Hure?

    Ende Teil 1

    Antwort

  21. Teil 2

    „Wen wähle denn jetzt bloß, die Heilige oder die Hure, da muss ich jetzt echt nachdenken…“
    Woher weißt du eigentlich, welche die richtige Wahl ist?
    „Na, die Maischberger ist doch so progressiv und die Sendung ist so progressiv!“
    „Wie stellt die Maischberger eigentlich unter Beweis, dass sie progressiv ist?“
    „Na, die hat sich volle Kanne aufgeregt über den einen Kerl, die Hure, richtig aggressiv ist die geworden!“

    Lucas: „Insbesondere die Moderatorin selbst begegnet ihrem Gast Bräunig dabei mit demonstrativer Aggression und Verachtung – als ob sie ihn nicht selbst eingeladen hätte.“
    Nein, Lucas, völlig falsch.
    Sie hat ihn eingeladen, UM ihm mit demonstrativer Verachtung und Aggression zu begegnen.
    Lucas, genau DESHALB hat sie ihn eingeladen – seine Position war ihr vorab bekannt.
    Wo, an welcher Stelle genau, war diese, seine Position emotional überwältigend oder überraschend für sie?

    Jede Emotion, die ab diesem Zeitpunkt der Einladung geäußert wurde, diente einzig und kalkuliert dem Affekt.
    Dem Publikum wurde suggeriert, scheinbar eine Wahl treffen und eine Position zu beziehen können.
    Das war kalkulierter Mummenschanz.
    Die Rolle als HURE wurde dem Mann zugedacht – das ist der von IHR gewählte frame, in dem ihre (gesellschaftlich konnotiert unweibliche!) demonstrative(r) Verachtung und Aggression“ als FRAU aber gerechtfertigt ist. Als virtuell um den Unterhalt betrogene (Gesamt-) MUTTER, die sie selbstverständlich NICHT ist.

    Diese ROLLE hat SIE sich gewählt im Rahmen dieser Sendung – als stellvertretende Gesamt-Mutti.
    Wofür sie, als Darstellerin der progressiven Frau und Mutter, *bestimmt* ist – die Personifizierung der Illusion, man könne sich auf ihre Seite schlagen und so PROGRESSIV sein.
    Bzw. sie vollfürt den Trick, es gäbe für das Publikum die Wahlmöglichkeit in dieser Entscheidung – hingegen hat sie durch die Inszenierung der Wahl die eigentliche.
    Nichts an dem lässt dir eine wirkliche Wahl*möglichkeit*, wenn du progressiv oder links sein willst – und das ist der eigentliche Clou und das ZIEL.

    Aus dem Artikel von Stephan Schleim „Die Feminismusdebatten-Versteherinnen“: „Verfolgt man allerdings Debatten der letzten Jahre zu höchstrelevanten gesellschaftspolitischen Themen in deutschen Leitmedien, dann kommt man kaum noch umhin, den Verlust dieses kleinsten gemeinsamen Nenners zu konstatieren: Zu oft wird dort geistlos diskriminiert, polemisiert, psychologisiert und stigmatisiert anstatt zu informieren und zu begründen; häufig geschieht dies sogar im offenen Widerstand gegen die eigene Leserschaft, die – bewusst oder unbewusst – das antike Prinzip der Begründung einfordert.“
    Falsche zu Ende gedachte Genderneutralität.

    WELCHES Geschlecht darf – gesellschaftlich gerechtfertigt – „Psychologisierende, emotionalisierende und stigmatisierende Begriffe“ verwenden und welchem Geschlecht wird es nachgesehen, dafür keine Begründung zu liefern?
    Darf ich Wetten entgegen nehmen?

    Ende Teil 2

    Antwort

  22. Die Sendung von Maischberger – als Frau – würde ohne Maischberger als Frau nicht funktionieren.
    Mit einem MANN besetzt wären die Rituale hingegen als Rituale völlig durchsichtig.
    Es dient lediglich dazu, den Anschein zu erwecken, man würde etwas als „progressiv“ verhandeln, weil dir gesagt und gezeigt wird, das SEI progressiv. Und weil du spontan nicht gewillt bist, dies unmittelbar zu glauben und für richtig zu befinden, wird der Gegenstand, die Verhandlung, emotional aufgeladen.

    Nichts eignet sich für diesen Vorgang unter diesen Voraussetzungen (Vaterschaft) besser als eine Frau – als Frau (aus dieser Nummer kommen sie so natürlich nie raus).
    Nur hat das mit progressiv und LINKS null, niente und nada zu tun, sondern lediglich mit der inszenierten Vorstellung und Farce, wie progressiv und links zu sein hat.
    Es gibt genau zwei linke Parteien, SPD und Grüne, die solche Formen der Inszenierung nützen – und die mit Maischberger auch das passende Personal haben, um solche Inszenierungen zu liefern.
    Nach der Agenda 2010 mit Krokodilstränen hausieren zu gehen über die „Verlierer“ einer Entwicklung, die sie selbst initiiert haben, wäre eigentlich eine Form von offensichtlicher Heuchelei und Zynismus.

    Dargestellt in der ÖR-Show von Maischberger jedoch wird die Behauptung, die mediale Inszenierung (von Väterlichkeit) sei identisch mit der (sozialen) Realität glaubwürdig.
    Und in diesem konstruiertem Anschein habe man sich „progressiv“ oder „links“ zu positionieren wird als Konsequenz verkauft.
    Ein ganz schlechter Witz.

    Genau hier macht die große Verweigerung einen echten Sinn.
    Beim nächsten Mal würde ich vorschlagen, wir kritisieren nicht, sondern machen unsere Kritik praktisch.
    Wir stürmen das verdammte Fernseh-Studio und lassen diese filter-bubble platzen!
    Yihaa! 😉

    Schönen Gruß, crumar

    Antwort

  23. Ich setze also nicht IHN herab, sondern grenze MICH ab – weil ich es inhaltlich wie im Stil völlig falsch finde, was Bräunig in solchen Passagen schreibt (von denen die, übrigens willkürlich, zitierte ja nur ein Beispiel von vielen möglichen ist).

    Um D.Bräunig zu verstehen, müsste man seine Geschichte im Detail kennen. Ich glaube, dass ich sein Verhalten und insbesondere seine derbe Ausdrucksweise zumindest teilweise verstehen kann. Er ist einer jener Männer, die von einer feministischen (Un-)Rechtssprechung diskriminiert und und durch die Mangel gedreht wurde. Es gibt viele Männer mit ähnlichen Geschichten, die durch ihre Erfahrungen den Glauben an den Rechtsstaat vollständig verloren haben, finanziell ruiniert wurden und die zudem noch verhöhnt werden. Was darf man da erwarten? Einen sachlich diskutierenden, emotionslos analysierenden Mann? Die Wut rauszulassen ist Teil der Psychohygiene. So seh ich das.

    Um es mit Wilhelm Busch zu sagen: Ist der Ruf erst mal ruiniert, so lebts sich ganz ungeniert.

    Seine Position, seine Beweggründe waren in dem Setting – Crumar hat das ausführlich geschildert und erläutert – nicht wirklich vermittelbar. Zu diesem Zweck hätte man ihm schon etwas mehr Redezeit einräumen müssen als die knapp fünf Minuten. Aber das war ja gar nie so vorgesehen.

    Antwort

  24. Haselnuss

    „Der Punkt ist auch: Er wird eingeladen. Von den linken Männerrechtlern habe ich noch nie jemanden bei Maischberger gesehen.“

    Das hat einen ganz einfachen Grund. Eine Talkshow ist eine SHOW. Es muss also etwas passieren, damit sie unterhaltsam wird. Dazu braucht man Leute, die knackige O-Töne formulieren, z.B. starke Thesen in starken Worten. Die „sowohl-als-auch“-Fraktion ist nicht fernsehtauglich. Die provozieren zu wenig Emotionen, zu wenig Polarisierung, sind zu konziliant und differenziert. Aber letztlich geht es doch um Emotionen und dafür sind klare Trennlinien zwischen Freund und Feind wichtig, wobei es letztlich unwichtig ist, auf welcher Seite die Sendeleitung steht, Hauptsache, es kracht ordenlich zwischen den eingeladenen Gästen. Bräunig ist offenbar dank seines Blog-Stils sehr gut geeignet für diese Dramaturgie.

    Antwort

  25. crumar,
    tatsächlich ging ich eher von emotionalen Substrukturen aus, weil ich eine solch perfide, berechnende Inszenierung erst gar nicht in Betracht gezogen habe.

    Antwort

  26. Ja, das berührt.
    Ich glaube, Feministinnen halten die Beziehung zwischen Vater und Kind für marginal, sie können sich da keine emotionale Bindung vorstellen. Nur so kann man doch auf die Idee kommen, es ginge den Vätern nur um Geld und Macht. Aber in vielen Fällen geht es um die Beziehung zu einem anderen Menschen, ganz einfach. Eigentlich sollten Mütter das verstehen. Doch wenn sie es gar nicht erst in Erwägung ziehen, scheinen sie eben von der emotionslosen Vater-Kind-Beziehung auszugehen. Insofern erweisen sie sich dann als Vertreterinnen traditioneller Rollenbilder, weil sie das Klischee des emotionslosen Mannes und der besonderen Mutter-Kind-Bindung fortschreiben.

    Nebenbei: Die Captchas kann ich nicht immer erkennen…

    Antwort

  27. >Wir stürmen das verdammte Fernseh-Studio und lassen diese filter-bubble platzen!

    Hm, so langsam wird die Diskussion interessant. Ist vielleicht wirklich mal wieder Zeit für ein paar Farbbeutel ;-).

    Antwort

  28. Ein paar männliche Femen oder passender: „Maskus“ oder „Masken“ wären nicht schlecht. 🙂

    Antwort

  29. @ crumar „Sie hat ihn eingeladen, UM ihm mit demonstrativer Verachtung und Aggression zu begegnen.“ Natürlich. Bräunigs Auftritt war ja rundum schon kalkuliert – er saß als Einziger nicht von Anfang an dabei, gehörte gewissermaßen nicht zur richtigen Gesprächsrunde dazu, sondern wurde erst spät dazugebeten. Als Fall, nicht als Gesprächspartner.

    Seine Meinung zu den anderen war nicht gefragt – von dem, was er selbst sagte, interessierte nur das, was zu dem schon vorher festgelegten Motiv passte: Rabenväter, die den Staat jährlich viele Millionen kosten.

    Interessant sind aber ja doch zwei Fragen: Wie sind solche Inszenierungen überhaupt möglich? Und womit lassen sich solche Inszenierungen durchbrechen?

    Frauen, die verantwortungsvoll die Schwere der Last tragen, dabei von den Vätern im Stich gelassen werden, tauschen sich aus über die Schäden, die durch solche Rabenväter entstehen – und dann stürmen ein paar Männer rein und werfen sie mit Farbbeuteln ab? Das durchbricht die Inszenierung nicht, sondern führt sie weiter.

    Denn das eben ist ja doch schon Teil dieser Show – dass man (und Mann sowieso) auf so etwas nur mit Wut reagieren kann, gehört ja schon dazu.

    Ich hab als Vater reihenweise Gelegenheiten erlebt, bei denen ich gemerkt habe, dass meine Ex mich um jeden Preis wütend machen wollte – denn wir wissen ja, es gibt keine größere Bedrohung rundum und für alle als den „Angry White Man“. Wut zu provozieren ist Teil der Inszenierung, nicht ihr Ende. Deshalb fand ich übrigens gut, wie ruhig Bräunig über weite Strecken geblieben ist.

    Dasselbe bei männlichen Femen: Nicht nur würde sich eh niemand für unsere nackten Brüste interessieren, ganz gleich, wie wohlgestaltet sie im Einzelfall auch sein mögen 🙂 – Männer würden niemals mit der Gewaltverliebtheit durchkommen, mit der Femen auftreten.

    Ist auch in Ordnung so – nur dass Gewalt als harmlos dasteht, wenn sie von jungen barbusigen Frauen ausgeübt wird, ist natürlich gaga. Politische Aktionen von Männern bräuchten aber wesentlich mehr Witz als das, was die Femen machen – Männer rennen eben keine geöffneten Türen ein. Und wenn jemand eh als „Herrscher“ gilt, wirkt so etwas wie ziviler UNGEHORSAM erstmal ziemlich deplatziert.

    Antwort

  30. @Revolte, @Seitenblick, @Lucas

    1. Lucas hat mit dem hier völlig Recht: „Politische Aktionen von Männern bräuchten aber wesentlich mehr Witz als das, was die Femen machen – Männer rennen eben keine geöffneten Türen ein.“

    Genau das glaube ich auch – Farbbeutel sind leider so was von achtziger! 😦

    Aber wir *haben* Humor, wir *können* und selber auf die Schippe nehmen und wenn Ironie angesagt ist, dann malen wir uns eben die Gesichter weiß, tragen weiße Gewänder und sind die „angry men/white“.
    Warum keinen „angry white men-walk“?
    Ich bin mir sicher, hier wird es Männer geben, denen noch etwas wesentlich witzigeres und schlagkräftigeres als Aktionsform einfällt.

    Nur so langsam sollten wir uns wirklich Gedanken um politische Aktionen machen, die große Inszenierung durchbrechen und ad absurdum führen.
    Yihaa!

    2. Und apropos Witz: das komische Potential des Briefwechsels zwischen Johannes und Lucas ist komplett auf der Strecke geblieben!!!
    Ihr beide habt es noch nicht einmal gemerkt! Schande über euch!

    Hier noch einmal die Zitate der selbstbewussten Akademikerin mit Migrationshintergrund an den neuen CDU-Generalsekretär direkt hintereinander:

    „Es ist Zeit für einen Test. Ich will, dass Peter Tauber mich dazu verführt, in die CDU einzutreten, oder es zumindest versucht.“

    „Sie wollen mich überzeugen, in Ihre Partei einzutreten, ich will die „Pille danach“ ohne Rezept, und um die Nebenwirkungen möchte ich mir selber Gedanken machen.“

    Hmmmmm, findet da nicht irgendetwas *zwischen* „verführen“ und „Pille danach“ statt? 😉
    In der Sache Brüderle ging es ja nur um ein ausgefülltes Dirndl, aber was der arme Tauber da ausfüllen soll….

    3. M.E. wichtig: auch das eine Inszenierung.

    Das Interview findet in der bürgerlich-konservativem FAZ statt und die Rollen sind verteilt: junge, akademisch gebildete Frau, stellt konservativem Generalsekretär vor eine progressiv klingende Herausforderung.

    Warum *klingend*?

    Weil der „starke, selbstbewusste“ crumar genau dieselbe Frage auch hätte stellen können – der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) im Jahre 2003. Das wäre elf Jahre her gewesen und die Rollen, die Geschlechter und politischen Positionen komplett vertauscht.

    Die lehnte es damals ab, eine Initiative im Bundesrat zu starten, nachdem eine Expertenkommission die Pille danach als unbedenklich eingestuft hatte.
    Natürlich wäre ich schnellstens als widerwärtiger Sexist entlarvt worden, wegen meiner offenkundig sexuellen Anspielungen, meine „sogenannte“ männliche Stärke und mein Selbstbewusstsein wären ohnehin nur Ausdruck meines männlichen Dominanzstrebens, womit ich die „starke und selbstbewusste“ Frau Schmidt einschüchtern wolle. Usw. usf.

    Wenn zwei das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe…

    Realiter gibt es also einen historischen Vorlauf in der Diskussion um die Pidana und was als neue und progressive Forderung für die Selbstbestimmung der Frau erscheint ist weder neu, noch ist sie m.E. progressiv.

    Nur in der medialen Rollenverteilung („progressiv“ vs. „konservativ“ (s.o.) *scheint* es so.
    Das ist Ablenkung von der Realität. Mummenschanz.

    Ganz einfache Kontrollfrage: Wie viel MEHR an wirklicher Kontrolle über das eigene Leben – das wäre für mich eine Definition von „Selbstbestimmung“ – hat denn die Fragestellerin durch die Pille danach gewonnen?

    Schönen Gruß an euch alle, crumar

    Antwort

  31. @alle Teil 1 von 2

    Nachtrag, weil ich auf gar keinen Fall missverstanden werden will und der letzte Punkt von mir lädt m.E. dazu ein:

    Ich bin ein Befürworter der Pidana ohne Rezept. Punkt.
    Aus dem rationalen Grund, weil die schnellste Verfügbarkeit dieser Pille das Risiko einer Schwangerschaft und einer dann fälligen Abtreibung drastisch senkt.

    Aber (!) ist es nicht ein wenig seltsam, wenn 50% der Anwenderinnen der Pidana als Begründung angeben, ihnen sei das Kondom geplatzt? Ist die Anballung von Schadenshäufigkeit in dieser Gruppe nicht ein wenig merkwürdig?
    Oder spricht das nicht eher für eklatante Anwendungsfehler und demnach unzureichende Aufklärung?

    Und wenn die Pidana das Risiko einer Abtreibung verhindern soll und Frankreich als großes Vorbild bei der Einführung gilt – wieso stagnieren dort die Abtreibungszahlen auf doppelt (!) so hohem Niveau wie in Deutschland (bei kleinerer Bevölkerung)?
    Es muss doch dafür einen Grund geben…

    Und ja, ich habe ein echtes Problem mit Aussagen von Frauen, diese *Notfallmedizin* sei eigentlich unproblematischer als die normale Pille.

    Wenn ich solche Fragen nur als Problem in den Raum stelle, werde ich bestimmt als Gegner des „Selbstbestimmungsrechts der Frau“ gelabelt werden. Debatte zu Ende.
    Denn die „Wir-Frauen“ haben das Thema als progressiv gelabelt, also muss es ja progressiv sein…

    Die inzwischen umfassende Kritiklosigkeit der Linken stört mich.
    War da nicht mal was mit den Interessen der Pharma-Lobby?
    Wieso dreht sich eigentlich medial und politisch alles um den richtigen Umgang mit dem Post-Koitus und nicht um die Frage, warum *vorher* etwas offensichtlich falsch lief?
    An diesem Punkt kann nämlich Aufklärung ansetzen – und den Griff zur Pille obsolet machen…

    Dass inzwischen das „Selbstbestimmungsrecht der Frau“ deckungsgleich mit den Interessen der Pharma-Industrie und den Interessen der Apotheker ist, wieso ist das eigentlich völlig unproblematisch?

    Und wieso wird eigentlich chronisch „vergessen“, dass von 2001 bis 2009 nicht nur eine Frau, sondern auch eine Sozialdemokratin Gesundheitsministerin war?

    Von diesen Fragen ausgehend sah ich deshalb ihre Fragen, das Interview rundweg als Inszenierung an.
    Es gibt ein Identifikationsangebot für die einzelnen Rollen, die den Vorteil bieten, sich selbst das zu glauben, was als Text von sich gegeben wird.
    Ohne auch nur eine Minute zu hinterfragen, wer eigentlich das Skript geschrieben hat.

    Und auch hier gilt m.E.: das Publikum wird affektiv aufgefordert eine Position zu beziehen in einer Inszenierung, in der die Rollen verteilt sind. Genau damit wird ihm die Möglichkeit genommen, eine eigene Position zu entwickeln.

    Gruß, crumar

    Antwort

  32. @crumar

    Verstärkte Sensibilisierung für weiblichprogressivlautende Inszenierungen von FES über ARD bis ZEIT sind freilich ein dickes Brett. Ich selbst brüte bereits geraume Weile über wirkungsvolle Aktivitäten. Die klassischen Aktionsformen wie Demo u.ä. scheinen mir ungeeignet, da sie Männer in ihrem Selbstverständnis (löse meine Probleme alleine) nicht ansprechen und du sie so auch nicht mobilisierst. Schon gar nicht nach Frauenvorbild (…walk), Mann ist es peinlich, gleich einer Frau öffentlich Klage zu führen – gar zu weinen (du weißt: male tears, höhöhö).

    Bei Frauen funktioniert das alles wunderbar. Zusammen was losmachen, gegen Männer, Inszenierung, Körper ausstellen, dabei Befindlichkeiten austauschen, Frauensolidarität, Kaffee/Tee… der ganze Schmus.

    Für Männer brauchst du einen anderen Zugriff. Nicht 68igermäßig, feministisch nebeneinanderher latschen, sondern: den Wettbewerb. Mit wirkungsvollen, originellen, möglichst wagemutigen Einzelaktion Aufmerksamkeit erregen entspricht dem männlichen Selbstverständnis sehr viel mehr. Zudem ist die Möglichkeit gegeben, aus der Anonymität heraus zu agieren. Das ist wichtig.

    EQUAL AGE DAY! JETZT! Als riesige, nächtliche Lichtprojektion auf das Bundesministerium für alles außer Männer. In der Art.
    Mehr noch als lange Texte sind es in ihrer Aussage starke Bilder, die sich ins Hirn brennen und nicht ignoriert werden können, weil sie eine breite Öffentlichkeit erreichen.

    Revolte

    Antwort

  33. Teil 2 @Lucas

    Zu dem Punkt, „warum und weshalb“ Inszenierung, den du aufgebracht hast:

    Dass „Frau“ nicht politisch, sondern moralisch argumentiert und dabei an überholten Männerbildern ansetzt und diese versucht, schamlos zu instrumentalisieren – was Johannes völlig zu Recht kritisiert – ist m.E. nicht das eigentliche Problem.

    Sondern das „Frau“ ihre prekäre Position, ohne gesellschaftlichen Einfluss aber als institutionelle Frau – qua Stereotyp – mit der „besseren“ Moral versehen, also als „moralisches Geschlecht“, nutzt, um einer amoralischen Politik als (soziales) Feigenblatt zu dienen.

    Als politisches Beispiel: die Klagelitanei der ASF/SPD über die „Altersarmut der Frauen“! „Oh, da müssen WIR etwas dagegen tun!“
    Z.B. fragen, wie es hat überhaupt dazu kommen können.
    Und dann landen wir immer bei der 80%, respektive 90%igen Zustimmung auf den Sonderparteitagen von SPD und Grünen zur Agenda 2010.

    Selbst wenn *alle* Frauen sich in den ablehnenden Stimmen wiedergefunden haben *hätten*, dann hätte eine Mehrheit der Frauen in diesen Parteien für die Einführung genau dieser Zustände gestimmt, die jetzt durch sie beklagt werden.

    Es macht aber viel mehr Spaß – auch für das eigene Selbstbild – nicht für das politisch verantwortlich zu sein, was man beklagt und kritisiert.
    Wenn man auch IN einer Partei sich noch in einem magischen AUSSEN befindet bzw. wähnt – gerade und insbesondere als Frau.

    Nur: diese Position existiert m.E. nicht.

    Alle Frauen reproduzieren diese Gesellschaft mit – ob es ihnen bewusst ist oder nicht, ob sie dies so empfinden oder nicht.

    Die identische (!) Haltung des magischen Außen findest du aktuell in der Einführung eines eingeschränkten Rederechts für Männer der SPD nach Beispiel der Grünen.
    Der Frauenanteil der SPD liegt 2013 bei 32% – 1988 lag er bei 27%.
    Kläglicher Zuwachs.

    Das nun einzuführende Ritual stellt jedoch nicht die innerparteiliche Quotenregelung in Frage oder auf den Prüfstand, wonach Spitzenämter zu 40% oder hälftig an Frauen zu vergeben wäre, ungeachtet ihrer prozentualen Vertretung von Frauen in der Mitgliedschaft.

    Das Ritual sagt den Männern ganz einfach: ihr seid Schuld (an der nicht stattgefunden habenden Entwicklung)!
    Denn wenn nicht genug Frauen da sind, die reden wollen, dann habt ihr zu schweigen – womit der Redebeitrag einer Frau auf- und der eines Mannes abgewertet wird. Und da sind wir eigentlich schon bei einem Symbol für das epistemische Privileg als innerparteiliches Alltagsritual…
    Und warum bestimmte Bestandteile des Sozialkonstruktivismus nicht ganz so harmlos sind…

    Die Frauen in der SPD vergewissern sich dadurch, in der Partei SPD zu sein und kollektiv Beschlüsse zu fassen, deren Resultate aber ihnen selbst nicht anzulasten sind.

    Und diese permanente Verdrängungsleistung beflügelt die Männer in der Spitze der SPD; die nämlich genauso verfahren.

    An diesem Punkt sind wir tatsächlich in der Grabbelkiste der Politik: zieh eine „fortschrittliche“ Thematik aus dem Fundus der letzten 40 Jahre und hoffe, sie riecht inzwischen nicht merkwürdig…
    Und präsentiere sie, möglichst durch eine Frau in diesem Geiste – medial vermittelt – dem staunenden Publikum.
    „Uhhh, wie progressiv!“ 😉

    Schönen Gruß, crumar

    Antwort

  34. @Revolte

    Eine wirklich starke Idee!
    „Equal age day“.
    Als Projektion der Hammer – bald ist ohnehin wieder „Berlin leuchtet“.

    Menschheitsgeschichtlich hat es übrigens viel gebracht, die typisch männlich Konkurrenz für ein gemeinsames Ziel temporär zurückzustellen! 😉

    Schönen Gruß, crumar

    Antwort

  35. »Aber nein, alle 14 Tage aufs neue das Herz gebrochen zu bekommen, das wünsche ich keinem Menschen«

    Mich würde bereits diese Situation innerlich zerreißen! Ich habe das Glück, dass meine Kinder selbständig zwischen den Wohnungen wechseln können und die Mutter das auch unterstützt. Zu was ich ich noch schlimmeren Situationen als Schoppes in der Lage gewesen wäre, will ich mir gar nicht ausmalen.

    Und Frauen wie Schrupp, Heiliger, Pfeiffer (Hanna Rosin nicht zu vegessen) sind echte Schreibtischtäterinnen. Wenn wir immer noch nicht in einem feministischen sanften Faschismus gelandet sind, dann nicht aus Mangel an ideologischem Potential, sondern aus Mangel an strukturellen Gelegenheiten. Die amerikanische Campus-Hysterie ist schon ein Schritt in diese Richtung, feministischer McCarthyismus.

    »Beim nächsten Mal würde ich vorschlagen, wir kritisieren nicht, sondern machen unsere Kritik praktisch. Wir stürmen das verdammte Fernseh-Studio und lassen diese filter-bubble platzen!«

    Also ich mach' das, was ich am Besten kann: schreiben. Ich schreib' ein Buch und nehme den Patriarchatsbegriff auseinander (ich mag solche Ankündigungen eigentlich nicht, aber ein bißchen muss ich mich selbst öffentlich committen, damit ich am Ball bleibe).

    Und danke für den Artikel, Lucas! Andere männerrechtliche Blogger haben andere Vorzüge, aber Du bist der besonnenste und gründlichste, der mir einfällt!

    (P.S.: Aus irgend einem Grund kann ich mich hier nicht mit meinem WordPress-Account anmelden.)

    Antwort

  36. P.P.S.: Bin selber doof! Das ist ja Blogspot hier, nicht WordPress! 🙂

    Antwort

  37. @crumar

    Wirklich gute und wahrscheinlich sehr zutreffende Analyse, die dieser spießbürgerlichen Dekadenz und korrupten Popanz- und Schranzenpolitik ins „progressive“ Maskenmark trifft.

    Insbesondere

    „Sondern das „Frau“ ihre prekäre Position, ohne gesellschaftlichen Einfluss aber als institutionelle Frau – qua Stereotyp – mit der „besseren“ Moral versehen, also als „moralisches Geschlecht“, nutzt, um einer amoralischen Politik als (soziales) Feigenblatt zu dienen.“

    Und gute Ansätze bzw. Ideen. Aus meiner bescheidenen Wahrnehmung heraus. Bitte weitermachen! (Und Danke).

    Antwort

  38. Ich hab das mal eben ausgerechnet. Die Lebenserwartung für Neugeborene in Deutschland liegt für Frauen im Moment bei 82,64 Jahren, für Männer bei 77,525 Jahren. Das ergibt einen Prozentsatz von 93,8 Prozent erwartbarer Lebenslänge von Männern, wenn man die der Frauen als 100% ansetzt.

    Wenn man das Verhältnis auf ein Jahr umrechnet ergibt das 342,4 Tage. Das ist der 9. Dezember, den man „Equal Age Day“ ansetzen sollte. D.h. Wenn Frauen im Schnitt nur ein Jahr leben würden, würden Männer im Schnitt schon am 9.Dezember sterben. Oder anders gerechet, wollten Männer genauso lange leben wie Frauen, müssten sie jedes Jahr auf 22 Tage verzichten.

    Antwort

  39. „Ich schreib' ein Buch und nehme den Patriarchatsbegriff auseinander (… ein bißchen muss ich mich selbst öffentlich committen, damit…)“

    Klingt gut. Ich hätte dazu zwei Fragen:

    Frage 1: Für welchen Leser(typus) ist das Buch geschrieben bzw. ist geplant? Welche Vorkenntnisse braucht man, um das Buch zügig lesen zu können, und welcher Wissensgewinn soll nachher vorhanden sein? Wird das eher ein wissenschaftliches oder ein politisches Buch?

    Ich bin kein Geisteswissenschaftler, sondern eher im MINT-Bereich zuhause. Ich bin zwar auch an philosophischen / sozialwissenschaftlichen Aspekten interessiert, ich beherrsche aber das Handwerkszeug auf diesen Gebieten nicht (das ist mir in letzter Zeit bei vielen Diskussionen bewußt geworden). Das Geschlechterthema sehr interdisziplinär, das ist für alle ein Problem. Ich habe die resultierende Methodenvielfalt schon hier bejammmert, habe aber keine Lösung.

    Frage 2: Kann man den Patriarchatsbegriff auseinandernehmen, ohne zugleich die wissenschaftlichen (oder wissenschaftlich gemeinten) Anteile der „Gender studies“ auseinanderzunehmen? Kennst Du existierende Texte, die sich kritisch mit dem Patriarchatsbegriff und/oder Gender Studies befassen und die folgende Bedingungen erfüllen: a. maximal ca. 10 Seiten bzw. 1 Stunde Lesezeit, b. einigermaßen breit und ohne Diplom in Soziologie verständlich, c. trotzdem fachlich einwandfrei?

    Antwort

  40. Mit meiner als solcher gekennzeichneten Randbemerkung spielte ich auf die folgende Umverteilung an. Was daran unqualifiziert und Propaganda sein soll erschließt sich mir nicht. Die Basis war deine Schrupp´sche Aussage zu einer gewünschten Umverteilung, die lang schon stattfindet, keine Jammerei meinerseits, sondern ihrerseits. Es würde mich nicht wundern, wenn Lichtgestalten von deinem Format auch annehmen, dass wer 70% einzahlt auch 70% wieder raus bekommt. Für eine Mehrzahl erwerbstätiger Männer macht es durchaus einen Unterschied, wo ihnen in welcher Geraden oder Kurve in die Taschen gegriffen wird, das kannst du z.B. ablesen am Unterschied von Durchschnitt und Median. Und wenn du zu faul bist zu recherchieren, dann könnte ich dir zwar behilflich sein, lasse es aber, angesichts deiner ohnehin offenkundigen Ignoranz und Beschränktheit. War aber mal schön zu lesen, wie ein weiterer Platzhirsch röhrt, wenn ein anderer Bock die Lichtung betritt. Danke und viel Spaß noch.

    Antwort

  41. @mitm:

    »Frage 1: Für welchen Leser(typus) ist das Buch geschrieben bzw. ist geplant? Welche Vorkenntnisse braucht man, um das Buch zügig lesen zu können, und welcher Wissensgewinn soll nachher vorhanden sein? Wird das eher ein wissenschaftliches oder ein politisches Buch?«

    Der Hauptteil des Buches soll eine historische Darstellung und eine Begriffskritik anhand historischer Beispiel werden. Ich hoffe, da lesbare und farbige Darstellungen liefern zu können. Es wird aber mit Sicherheit ein theoretisches Grundlagenkapitel geben, das einigermaßen anspruchsvoll sein dürfte, das ich aber für erforderlich halte, um allfällige »Biologismus«-Vorwürfen von vornherein abzufangen. Es soll aber nicht so komprimiert und dicht ausfallen wie der Grundsatzartikel, den ich demnächst auf »Geschlechterallerlei« veröffentlichen möchte und der von einigen Lesern ziemlich sicher als Zumutung betrachtet werden wird.

    Und es soll mit einem mehr politisch gehaltenen Ausblick auf den zeitgenössischen Feminismus ausklingen. Ich hoffe also, dass am Ende nur ein zähes und schwieriges Kapitel drin sein wird.

    »Frage 2: Kann man den Patriarchatsbegriff auseinandernehmen, ohne zugleich die wissenschaftlichen (oder wissenschaftlich gemeinten) Anteile der „Gender studies“ auseinanderzunehmen?«

    Ich denke, dass das möglich ist. Die Gendertheorien muss man m. E. hinsichtlich der kulturalistischen Fehlschlüsse zerlegen, auf denen sie beruhen, und das ist eine Grundlagendiskussion, die ohne historische Bezüge auskommt.

    »Kennst Du existierende Texte, die sich kritisch mit dem Patriarchatsbegriff und/oder Gender Studies befassen und die folgende Bedingungen erfüllen: a. maximal ca. 10 Seiten bzw. 1 Stunde Lesezeit, b. einigermaßen breit und ohne Diplom in Soziologie verständlich, c. trotzdem fachlich einwandfrei?«

    Auf die Schnelle fällt mir da nur Heike Diefenbachs Kritik des Patriarchatsbegriffs ein.

    Antwort

  42. Djadmoros,

    für mein Empfinden kommentierst Du weitestgehend in verständlicher Sprache, insofern bin ich optimistisch, dass Dir das auch in dem Buch gelingt. Auf dieses bin ich schon sehr neugierg.

    Antwort

  43. @ djadmoros, man.in.th.middle, LoMi Da Ihr hier gerade zusammen bzw. hintereinander kommentiert habt und ja meine Antwort vielleicht auch noch lest (auch wenn sie etwas spät kommt – ich hab dieses Wochenende wieder unseren Kleinen bei mir und komm hier erst zum Schreiben, wenn er schläft – falls ich dann nicht auch gleich selbst einschlafe…): Könntet Ihr mir vielleicht an meine Adresse schoppe@email.de eine Emailadresse schicken? Muss ja keine mit Klarnamen o.ä. sein, aber ich hätte mal eine Frage, die nicht unbedingt hier in die Kommentare passt (hoffe, das macht Euch jetzt neugierig 🙂 )

    @ djadmoros Ich bin auch neugierig auf das Buch! Auch auf Teile davon, wenn Du sie mal probeweise veröffentlichst….könnte das Committment ja unterstützen. 🙂

    Antwort

  44. Lucas,

    Du hast Post! Ich hoffe, ich komme nicht zu spät.

    Antwort

  45. […] mütterliche Alleinerziehung als „Befreiung“ von patriarchaler Herrschaft verkauft, oder von Antje Schrupp, die fordert, dass Vätern einfach generell alle Rechte gestrichen werden sollten. Nur mit […]

    Antwort

  46. […] diese Benachteiligungen bestehen bleiben. Ohne den durchaus verbissenen Widerstand feministischer Mütterlobbyistinnen in den rot-grünen Parteien und ihre Infrastruktur wäre es niemals möglich gewesen, dass die […]

    Antwort

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