Feindbild Mann

Vom praktischen Wert der Männertränen (Wozu ist Männerhass eigentlich gut? Teil 2)

Bild zeigt einen Mann (Gesicht) dessen Gesicht man nur zu Hälfte sieht.
geschrieben von: Lucas Schoppe
Möglicherweise klingt es übertrieben, über Männerhass zu schreiben – anstatt über Wut, über Ressentiments, über Vorurteile, also über irgend etwas weniger Dramatisches und Plakatives.
Es ist nicht  übertrieben. Und natürlich wollte ich diesen Text auch mit vielen Belegen dafür versehen. Ich habe dann aber so viele gefunden, dass sie den Umfang gesprengt hätten und ich eine Auswahl in eine kleine Materialsammlung ausgelagert habe, die ich gleichzeitig veröffentliche.
Natürlich geht es dabei nicht um die Behauptung, dass alle Frauen Männer hassen würden – die wäre ebenso ressentimentgeladen wie die Unterstellung, alle Männer würden Frauen hassen. Und natürlich gibt es auch einen Männerhass von Männern selbst, beispielsweise den Hass auf Homosexuelle. Dass er hier nicht das Thema ist, leugnet ihn nicht.

Ich unterstelle auch nicht, dass alle Feministinnen Männer hassen würden. Allerdings geht es mir darum, dass der Hass offenkundig ein integraler Bestandteil des Feminismus war und ist. Wenn Emma Watson sich in der im ersten Teil zitierten Rede gegen diese Feststellung verwahrt und sich dabei auf eine realitätsferne Lexikondefinition zurückzieht, ist das zu wenig.

Wer dann auch noch flennt, soll sich nicht darüber wundern, dass er für die Badewasserproduktion verwendet wird.

Nach Watson ist es höchste Zeit, dass Menschen aufhören, Feminismus mit Männerhass zu assoziieren. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist höchste Zeit, dass seine Vertreterinnen und Vertreter sich ehrlich damit auseinandersetzen, wie bedeutend der Hass in all seiner Destruktivtät und Niedrigkeit für den Feminismus war und ist.

Sollte ein humaner Feminismus möglich sein, dann nur auf diesem Weg. Billiger ist er nicht zu haben.
„Hass ist nur da mies, wo er grundlos oder fehlgeleitet ist. (…) Wer den Hass abschaffen will, muss die Gründe zum Hass abschaffen! Wer etwas gegen Männerhass hat, muss gegen die Frauenunterdrückung kämpfen!“

Wer wie Alice Schwarzer hier den miesen und grundlosen Hass vom guten Hass mit guten Gründen unterscheidet, steht dabei vor einem ernstzunehmenden Problem: Wer hasst, hat ohnehin immer das Gefühl, dass der eigene Hass begründet sei. Schließlich gehört es zum Hass, sich dessen Objekt in einer Weise vorzustellen, die ihn legitimiert – als gewalttätig, als schmutzig, verdorben, unmoralisch, als herrschsüchtig, als gefährlich, und natürlich selbst als hasserfüllt.

Gerade die Unterstellung, dass die Objekte des Hasses Herrscher – Weltherrscher, Weltverschwörer, Hegemone – wären, erfüllt dabei eine zentrale Funktion. Wer herrscht, braucht schließlich kein Mitgefühl und keine Rechte, weil er sich ja ohnehin beschaffen kann, was er will. Die Vorstellung des Feindes als Herrscher schließt die eigenen Reihen zum angeblich so dringenden Widerstand zusammen – sie eliminiert Selbstkritik, die ja doch dem Feind in die Hände spielen würde – und sie enthebt die Mitglieder der eigenen Gruppe moralischer Skrupel.

Es gehört daher zum politischen und sozialen Hass traditionell dazu, sich den Feind als Herrscher vorzustellen. Antisemiten fantasieren eine „jüdische Weltverschwörung“, weiße Rassisten eine Zerstörung der „weißen Rasse“ durch die Schwarzen, Fremdenfeinde sind fixiert auf die Idee der Überfremdung des eigenen Landes, Nationalisten und Kriegstreiber sind davon überzeugt, dass die feindliche Nation die eigene zumindest unterjochen, wahrscheinlich aber zerstören will.

Hass lässt sich also eben nicht durch die Idee legitimieren, dass die Objekte dieses Hasses Herrscher und Unterdrücker wären: Diese Vorstellung ist nämlich selbst traditionell ein wesentliches Element des politischen Hasses.

Ist Obdachlosigkeit eine Form der Herrschaft? Das gewöhnliche feministische Argument gegen solche Überlegungen ist, dass Rassisten oder Antisemiten mit Phantasien und Projektionen arbeiten würden, dass aber die Rede vom „Patriarchat“, von der „Männerherrschaft“ doch unbezweifelbar durch Tatsachen gestützt sei. Schließlich ist es offenkundig, dass ein weit überwiegender Großteil der Machtpositionen in Politik und Wirtschaft von Männern besetzt ist.

Dieses Argument ist bestenfalls auf den ersten Blick haltbar. Die meisten Männer sind von Machtpositionen  ebenso weit entfernt wie die meisten Frauen. Die gefährlichsten Berufe sind durchweg Männerberufe, Obdachlose sind zum weitaus größten Teil Männer, Männer sind im Schnitt dreimal häufiger als Frauen drogensüchtig, sie begehen auch dreimal so oft Selbstmord, im Sorge- und Umgangsrecht haben Männer deutlich schlechtere Chance als Frauen. Männer sterben im Schnitt sechs Jahre früher als Frauen, Jungen haben in der Schule einen deutlich schlechteren Stand als Mädchen. Allein über die öffentlichen Kassen fließen nach Berechnungen von MANNdat pro Jahr fast 92 Milliarden Euro von Männern zu Frauen. Neben einer unüberschaubaren Menge an Institutionen zur Frauen- und Mädchenförderung finden sich kaum Institutionen, die Männern oder Jungen bei spezifischen Problemen helfen würden.

Angesichts solcher Daten, die noch durch viele andere ergänzt werden könnten, ist die Rede vom „Patriarchat“ bestenfalls uninformiert, eigentlich aber zynisch und propagandistisch.

Wenn die Daten überhaupt einen gemeinsamen Schluss erlauben, dann den, dass Männer im Schnitt deutlich riskantere Leben führen als Frauen, aus welchen Gründen auch immer. Wer vom „Patriarchat“ redet, ist dann ganz auf die wenigen Männer fixiert, für die sich das Risiko auszahlt, nimmt aber wohl selbst in diesen Fällen allein den Gewinn und nicht den dafür nötigen Einsatz wahr.

Er übersieht zugleich den Großteil der Männer, für die sich das Risiko nicht auszahlt oder die ernsthaften Schaden erleiden: eine sehr traditionelle Sichtweise auf Männer, die nur sehr wenige Gewinner wahrnimmt und alle anderen ignoriert.

Wer vom „Patriarchat“ oder einer „Männerherrschaft“ redet, fantasiert also das eigene, traditionelle Männerbild in die Strukturen der Gesellschaft hinein. Eben hier ist auch die Nähe zum Rassismus, zum Antisemitismus, zur Fremdenfeindlichkeit deutlich – die Verhärtungen und Widersprüche der eigenen Position werden nicht reflektiert, nicht als Teile der eigenen Perspektive wahrgenommen, sondern als Eigenschaft der „Feinde“ bekämpft.

Als Faustregel lässt sich das wohl so ausdrücken: Politischer und sozialer Hass hat mit dem, der hasst, immer sehr viel mehr zu tun als mit dem, der gehasst wird. Der hat dann allerdings in aller Regel die Folgen dieses Hasses zu tragen.

Wie Hass sich die Realität schafft, die zu ihm passt So lässt sich auch die Vorstellung nicht halten, dass Männerhass im Unterschied zum Fremdenhass, zum Judenhass, zum Rassenhass, auch zum Frauenhass auf einer realen sachlichen Grundlage basiere: Männer seien nun einmal, LEIDER, Vergewaltiger, Unterhaltspreller, Rabenväter, häusliche Gewalttäter etc. Das übersieht schon, dass Rassisten und Antisemiten natürlich in gleicher Weise ganz davon überzeugt sind, tatsächlich etwas über die Realität auszusagen und nicht nur Klischees zu reproduzieren.

In jedem Fall ist diese „Realität“ Resultat einer extrem selektiven Wahrnehmung – die soziale Wirklichkeit wird beständig gescannt nach Bestätigungen des eigenen Ressentiments, während die Masse der Informationen, die dem Bild widerspricht, ausgeblendet bleibt. Der Hass schafft sich die Wirklichkeit, die zu ihm passt.

Schon in den weitgehend alltäglichen Beispielen aus dem ersten Teil dieses Artikels wird das deutlich. Schrupp beispielweise formuliert zwar extrem harte Urteile über die Väterbewegung, ist aber an dieser Bewegung tatsächlich überhaupt nicht interessiert. Sie unterstellt ihr ohne Beleg unlautere Motive und verwendet diese Unterstellungen dann als Belege für ihre ohnehin immer schon feststehende Meinung.

In Maischbergers Talkshow sitzt Bräunig als Einziger nicht von Anfang an dabei, gehört nicht zur echten Gesprächsrunde dazu, sondern wird erst spät dazugebeten. Seine Meinung zu den anderen ist nicht gefragt, seine eigenen Fragen werden nicht beantwortet. An dem, was er selbst sagt, interessiert die Moderatorin nur das, was zu dem schon vorher festgelegten Motiv passt: Rabenväter, die den Staat jährlich viele Millionen kosten. Bräunig ist als Fallbeispiel dabei, nicht als Gesprächspartner – und so wird er als Repräsentant vieler Väter aufgebaut.

Im Unterschied zu den vielen Beispielen offenen Hasses, die ich in der Vorbereitung auf diesen Text gefunden und in der kleinen Auswahl zusammengefasst habe, wirkt Maischbergers Verhalten sogar noch relativ alltäglich. Möglicherweise ist aber der Hass auf Männer so sehr zu einer medialen Normalität geworden, dass er als Hass gar nicht mehr auffällt.

Beunruhigend ist es ja insbesondere, dass die in der Auswahl gesammelten Beispiele nicht etwa von anonymen Internet-Trolls stammen, aus der wilden Welt des Netzes, gegen die sich etablierte Medien gern rituell abgrenzen – sondern fast durchweg von Frauen, die sich erfolgreich in politischen und sozialen Institutionen etabliert haben.

Was wäre aber wohl geschehen, wenn einer der weltweit erfolgreichsten männlichen Journalisten per Twitter an Hunderttausende seiner Anhänger ein Bild verschickt hätte mit dem strahlend dargeboteten Spruch „Ich bade in Frauentränen“? Es ist kaum vorstellbar, dass das für ihn folgenlos geblieben wäre. Wenn ein solcher Spruch aber von Jessica Valenti gegen Männer gerichtet wird, nehmen viele die offen vorgeführte Freude am Leid anderer gar nicht als Problem wahr und ratonalisieren sie notfalls als „Ironie“.

Wie ist es aber möglich, dass eine so öffentlich vorgeführte, bittere soziale Feindschaft zur Normalität werden kann?

Natürlich spielen auch hier gewohnte Geschlechterklischees eine Rolle. Wer Frauen als grundsätzlich soziale, liebe Wesen wahrnimmt, traut ihnen keinen Hass zu – wer sie als grundsätzlich harmlose Wesen wahrnimmt, findet ihren Hass eher niedlich als beunruhigend. Wer Sprüche wie die Valentis als „Ironie“ beschreibt, blendet das reale Leid von Männern aus und baut darauf, dass richtige Männer eigentlich nicht weinen.

Wer Männerhass unproblematisch findet, bewegt sich damit ganz im Rahmen traditioneller, verhärteter Geschlechterbilder.

Das erklärt aber noch nicht, warum denn eigentlich eine solche erbitterte soziale Feindschaft so erfolgreich sein kann. Schließlich haben wir aus der Auseinandersetzung mit Ideologien der Feindschaft viel gelernt – aus der Auseinandersetzung mit Rassismus, Antisemitismus, Faschismus, Chauvinismus, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus, auch mit dem totalitären Kommunismus.

Wir wissen, dass es fatal ist, Individuen nur noch als Teile von Gruppen wahrzunehmen und ihnen nur dann Rechte zuzusprechen – oder sie eben zu verweigern.

Wir wissen, dass es fatal ist, diese Gruppen dann auch noch moralisierend nach einfachen Schwarz-Weiß-Mustern zu ordnen: die Guten und die Bösen, die Sozialen und die Asozialen, die Friedfertigen und die Gewalttätigen, die Unterdrückten und die Herrschsüchtigen, die Zivilisierten und die Barbaren, die Vernünftigen und die Instinktgesteuerten, die Aufbauenden und die Destruktiven, die Moralischen und die Monstren, wir und die.

Wir wissen, dass es fatal ist, angesichts einer solchen Fantasie des erbitterten Krieges unterschiedlicher Gruppen allgemeine, universelle Menschenrechte oder basale gemeinsame Interessen zurückzustellen.

Und schon Schulkinder lernen, dass diese Freund-Feind-Strukturen Sündenböcke produzieren, die benutzt werden, um von der Verantwortung für reale politische Konflikte und Probleme abzulenken.

All das wissen wir, und all das spielt plötzlich keine Rolle mehr, wenn es nicht um Rassismus oder Fremdenhass, sondern um Männerhass und Feminismus geht. Dann erscheinen die primitiven Gut-Böse-Strukturen, deren Destruktivität uns doch eigentlich vollkommen bewusst ist, plötzlich als Ausweis einer progressiven, menschenfreundlichen Gesinnung. Was soll das?

Vom Bedürfnis nach Antihumanität Humanität und Achtung der universellen Menschenrechte sind für uns Selbstverständlichkeiten. Das ist auch sinnvoll – dass Menschen als Menschen basale Rechte haben, muss so nicht wieder und wieder argumentativ begründet werden, sondern wird schlicht vorausgesetzt. Wäre es anders, dann müssten gerade die Schwächsten beständig darum fürchten, dass ihnen selbst grundlegende Rechte streitig gemacht werden.

In anderer Hinsicht aber sind Humanität und die Verpflichtung gegenüber Menschenrechten überhaupt nicht selbstverständlich – sie sind Resultat beständiger Anstrengungen.

Es gehört ja nicht nur dazu, abstrakte Regeln anzuerkennen. Eine humane Position baut auf der Bereitschaft, zur eigenen Position und zu den eigenen Interessen zumindest gedanklich Abstand nehmen zu können. Anzuerkennen, dass die Position und die Interessen anderer rational und legitim sein können.

Es gehört überhaupt die Bereitschaft dazu, sich eine Situation auch aus der Perspektive anderer vorzustellen.

Es gehört dazu, eigene Impulse zu kontrollieren, anstatt sie auszuleben und dann nachträglich zu rationalisieren.

Es gehört die Bereitschaft dazu, auf die unmittelbare Durchsetzung eigener Interessen und Überzeugungen zu verzichten und stattdessen in Gesprächen zu gemeinsamen Positionen zu kommen – eine Bereitschaft, die beispielsweise in politischen Debatten um das Sorgerecht von Lobbygruppen wie dem VAMV systematisch untergraben wird.

Tatsächlich ist eine humane Haltung, die an einer Universalität der Menschenrechte orientiert ist, mit einer erheblichen Kränkung verbunden: Ein Mensch sieht sich damit nicht als rundweg Besonderes, als Mittelpunkt der Welt, der er für sich selbst ja grundsätzlich ist – sondern als einen Menschen unter vielen, die allesamt dieselben Rechte haben wie er.

Mehr noch: Die Auseinandersetzungen um ökonomische und politische Ressourcen, die öffentliche Debatten prägen, sind mit einer antihumanen Gruppenethik wesentlich besser vereinbar als mit einer humanen Menschrechtsethik. Dabei ist natürlich nicht jedes Gruppeninteresse inhuman – inhuman aber wird es, wenn Individuen nur noch als Teile von Gruppen wahrgenommen werden und die Idee gemeinsamer Rechte keine Rolle mehr spielt.

Es ist angesichts all dessen nicht rational, davon auszugehen, dass alle oder auch nur die meisten Akteure unerschütterlich human orientiert und den Menschenrechten verpflichtet sind. Rationaler ist es, vorauszusetzen, dass es ein verbreitetes Bedürfnis nach Antihumanität gibt – danach, von den Zumutungen humaner Positionen zumindest zeitweilig befreit zu werden und so agieren zu können, als ob Rechte und Würde anderer nicht beachtet werden müssten.

Männerhass wäscht weißer Dieses Bedürfnis aber ist natürlich gerade in solchen Milieus erheblich tabuisiert, deren Angehörige sich auf ihre eigene Bildung, ihre Aufgeklärtheit und ihre Zivilisiertheit viel zugutehalten. Wer gleichwohl antihumane Bedürfnisse befriedigen möchte, braucht etwas, das ihn von diesen Tabus erlöst. Eben hier erfüllen Männerhass und Feminismus offenbar eine wichtige Funktion.

Der Feminismus ist dabei nicht rundweg inhuman oder antihuman – auch wenn immer nur einzelne seiner Vertreterinnen, wie Wendy McElroy, Elisabeth Badinter oder Christina Hoff Sommers, in einer ausdrücklich humanen Perspektive argumentieren. Der Feminismus ist auch nicht die Ursache für Männerhass – Christoph Kucklick hat ja gezeigt, dass eine radikale Männerfeindlichkeit schon lange vor den ersten Feministinnen kulturell gepflegt wurde.

Männerhass und Feminismus erfüllen aber eine wichtige Funktion, weil sie das Bedürfnis nach Antihumanität salonfähig machen. Die bloße Behauptung, für den Schutz unterdrückter Frauen einzutreten, wirkt wie ein Persilschein – was immer auch sonst dann noch behauptet und getan wird, es dient immer irgendwie guten Zwecken und kann gar nicht ganz schlecht sein.

Zugleich können alle anderen Konfliktfelder verdeckt oder relativiert werden. Wer behauptet, dass Geschlechterkategorien „omnirelevant“ seien, der spielt eben mit der Vorstellung, in Konflikten zwischen Männern und Frauen einen gesellschaftlichen Hauptwiderspruch zu beschreiben, von dem alle anderen Widersprüche abhängig seien. Damit werden Menschen darauf reduziert, Geschlechtsinhaber zu sein.

Es ist bei alledem offensichtlich, dass eine maskulistische Gruppenethik im Prinzip mit eben denselben Gefahren verbunden ist wie eine feministische. Eine sinnvolle, humane Geschlechterpolitik muss offensichtlich zwei Grundsätze beachten – ganz gleich, ob sie von Männern oder Frauen, mit maskulistischer oder feministischer Betonung betrieben wird.

Einerseits ist die Geschlechtszugehörigkeit eines Menschen nur einer von vielen möglichen Gründen für Rechtsverletzungen oder massive Ungerechtigkeiten. Wer Menschen und ihre soziale Position vorwiegend nach ihrem Geschlecht bestimmt, schränkt ihr Menschsein maßlos ein.

Andererseits können von sexistischen Rechtsverletzungen und Benachteiligungen natürlich Männer und Frauen betroffen sein. Wer Sexismus als Benachteiligung von Frauen durch Männer definiert und männliche Benachteiligungen per definitionem ausschließt, agiert offenkundig selbst sexistisch. Andersherum, und das gilt auch für diesen Artikel: Dass es einen immensen Männerhass gibt, bedeutet natürlich nicht, dass es keinen Frauenhass gibt.

Eben in diesem Punkt übrigens sind die zitierte Rede Emma Watsons und die UN-Kampagne „HeForShe“ entschlossen inhuman. Sie spiegeln gerade damit aber eine politische Situation wieder, in der Menscherechte oberflächlich von allen Beteiligten gepriesen, tatsächlich aber zu Gunsten von Gruppeninteressen weitgehend ignoriert werden.

HeForShe, nicht etwas HeForShe-SheForHe, oder OneForAllForOne: Es ist ohnehin verrückt, wie hier eine UN-Kampagne klarstellt, dass die eine Hälfte der Menschheit für die andere da zu sein habe, nicht aber umgekehrt. Noch verrückter ist es, dass ausgerechnet eine solche Kampagne als Einsatz für Gleichberechtigung verkauft wird.

Beunruhigend ist dabei nicht, dass im politischen Feld Reden und Handeln auseinanderklaffen – damit rechnen wohl ohnehin die meisten, die sich mit Politik beschäftigen. Beunruhigend ist aber, wie offen sichtbar die Widersprüche der Kampagne sind, ohne dass das die Verantwortlichen beunruhigen müsste. Es ist, als wären wir schon ganz an ein Orwell’sches Doublespeak gewöhnt, bei dem wir das eine und gleichzeitig das andere glauben, ohne noch über unbequeme Widersprüche nachzudenken.

Auch hier immunisiert die Behauptung, etwas für den Schutz unterdrückter Frauen zu tun, die Kampagne offenbar gegen alle möglichen und naheliegenden Einwände. Dabei ist keineswegs der Wunsch problematisch, sich für Unterdrückte zu engagieren –

schrecklich aber ist die enorme hasserfüllte Feindseligkeit, die in unübersehbar vielen Fällen durch solche Behauptungen gegen notwendige Widersprüche immunisiert wird.
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39 Comments

  • Die Saat des Menschenhasses geht auf. Besonders in Deutschland. Mir fallen dabei kuriose Dinge ein, die ich kaum zu sagen wage; mir faellt Eva im Paradies ein, die alle Schuld von sich auf Adam weisst. Von Anbeginn an gibt die Frau dem Mann eine Schuld. Ob diese Aussage empirisch zu halten ist, bezweifle ich, aber sie gibt einen Grundgefuehl an, das ich seit mehr als 40 Jahren habe. Der Mann ist schuldig. Sagen Frauen. Ich habe den Feminismus von Anbeginn an erfahren, auch am eignem Leib, der Hass von Frauen auf Maenner, geleitet von dumpfen Gefuehlen, von Launen und Parolen. Ich habe in dieser Bewegung nie etwas von Fairnis oder Sachlicheit gehoert. Nur von Kleinkindern, die als „Schwanztraeger“ nicht in Frauencafes duerfen. Pure Menschenverachtung.
    Mit solchen Leuten kann man nicht reden. Mit dem Faschismus konnte man auch nicht reden.
    Sorry, mir faellt mir nicht ein, nur fassungslosigeit ueber eine Bewegund die den Hass predigt.
    Und so putzige Antworten an kleine Maedchen wie diese Emma bewirken nur, dass Mann sich laecherlich macht. Mit solchen Leuten sprechen? Wer bereits so Jung versaut wurde durch den gehaessigen Feminismus, den muss man in eine Langzeittherapie stecken.
    Mich schaudert vor all dem.

  • Eine Erfahrung, die ich zu 100 Prozent teile.Seit über 40 Jahren sind wir Männer an allem schuld, bin auch ich immer an allem schuld. Es ist wirklich an der Zeit, dass dieser Männerhass und dieses hohle Geschwafel vom „Patriarchat“ ein Ende hat.

  • Sie haben den Feminismus von Anbeginn miterlebt? Da ist natürlich die Frage, wie genau man das definiert, aber je nachdem sind Sie bis zu 225 auf jeden Fall aber über 100 Jahre alt…

  • Wenn wir noch nicht in einem feministischen sanften Faschismus leben, der diesen Hass in Maßnahmen umsetzt, dann ganz offensichtlich nicht aus Mangel an ideologischem Potential, sondern aus Mangel an strukturellen Gelegenheiten. Eine solche strukturelle Gelegenheit, die dem Hass die Schleusen öffnet, können wir derzeit in Gestalt der amerikanischen Campus-Hsyterie beobachten.

    Die explizite Unterdrückung von Empathie, die aus vielen solcher Zitate spricht, und die Idee, man müsse sie geradezu zur Tugend erheben, ist auch schon mal von einem Mann gepredigt worden.

    Dieser Mann hieß Heinrich Himmler.

  • Es ist eigentümlich, dass über die wunderbaren Ergänzungsmöglichkeiten von Frau und Mann kaum oder nicht gesprochen wird und der Geschlechterkampf (Hass) häufig im Mittelpunkt steht. Denn eigentlich ist das Gehirn ist das größte „Geschlechtsorgan“. Dort finden sich die wichtigsten, prägendsten und auch bereicherndsten Unterschiede zwischen Frau und Mann in den Bereichen „physiologische Abläufe“, „zentralnervöse Informationsverarbeitung“ und „genuinen, also angeborenen Denk- und Bewertungsprinzipien“. In Denk- und Bewertungsprinzipien, welche sich eben nicht einfach beispielsweise mit unterschiedlichen sozialen Erfahrungen in der Kindheit oder sonstigen sozio-kulturellen Einflüssen erklären lassen. Deshalb: „Frauen können die einen Dinge besser, Männern die anderen; wir müssen lernen, einander zu helfen“.
    Damit und mit weiteren Unterschieden in den männlichen und weiblichen Gehirnen ist eine optimale Ergänzungsmöglichkeit der beiden Geschlechter trotz Konfliktstoff gegeben; Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erw. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4)

  • @djadmoros

    Ich sehe ebenfalls den neoliberal gewendeten Feminismus als nützliches Werkzeug an, um demokratische Errungenschaften nach dem Sieg über den Faschismus und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte seit 1948 wieder zurückzunehmen, bzw. diese partiell auszuhebeln, einzelnen Gruppen zu entziehen oder in Gänze zurückzunehmen.

    Strukturelle Gelegenheit zur Wiedereinführung der allgemeinen Zensur bspw. über die Gleichsetzung von Kritik am Feminismus und „hate speach“, welche strafrechtlich geahndet werden soll.

    Das ist wie ein Testballon.
    Regt sich Widerstand?
    Oder kann unter dem Deckmantel einer „progressiven“ Bewegung eine reaktionäre Rücknahme von solchen demokratischen Errungenschaften erfolgen?

    Ich schaue mich um und ich finde, es sieht wirklich finster aus…aber wenigstens kann bewiesen werden, dass Klassenherrschaft „gender neutral“ ist (/sarcasm off).

    Ach so, in diesem Kontext: Tipp von mir für dein Buch „Prey into hunter“ von Maurice Bloch. Google mal nach „rebounding violence“.
    Bei Christion habe ich aus deinem Beitrag schließen können, du nützt den Klaus Müller mit als Erklärungsmodell?
    Bin gespannt!

    Schönen Gruß, crumar

  • Hass ist immer Falsch, wo Hass ist, ist irgendwas krank oder ungesund.

    Ein kluger Mann hat vor 2000 Jahren gesagt: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selber.
    Man darf den Namen des Mannes nicht mehr sagen, denn sonst wird man in eine Ecke gestellt. Aber Recht hatte er trotzdem, denn genau das sollte unser Ziel sein.

  • Zuerst einmal möchte ich auf den ersten der beiden Teile zurückkommen…
    Ich kann den Maischbergerquatsch hier in Frankreich leider nicht empfangen, finde es aber sehr interessant, erinnert es mich doch an eine Begebenheit hier in Frankreich.

    Vor ein paar Jahren wurde ein Mädchen von seiner Mutter nach Moskau mitgenommen. Darauf hat der Vater das Kind zurück entführt, worauf die Mutter dann wieder… Dieser letzte Versuch schlug fehl und das Mädchen wurde vor Grenzübertritt aufgespürt und zum Vater zurück gebracht. Daraufhin titelten alle Zeitungen alla, liebender Vater hat Kind zurück, oder Kind und Vater endlich wieder vereint… Alles garniert mit nettem Photo von Papa und Tochter, die sich in den Armen liegen. Die Mutter scheint hier rein egoistisch, zumindest nicht aus Liebe gehandelt zu haben. Der Fall zumindest ist ähnlich dem bei Maischberger geschilderten. Und eigentlich bejubeln wir ja Internationale Kindsentführungen durch die Mutter, zumindest wenn die dt. Mutter das Kind heim ins Reich holt…

    Nun kann man von Bräunig halten was man will, doch ich sehe den Fall ganz anders. Denn wenn ich obigen liebenden Vater sehe, der um seine Tochter kämpft, so ist es mehr als pervers. Denn die Tochter wurde nach Moskow, also gut 3000 KM von Paris entfernt, entführt. Wäre die gleiche Mutter von Paris nach La Reunion, einer franz. Insel, die gut 9000 KM entfernt ist, gegangen, hätte das örtliche Gericht, also das franz. „Amtsgericht“ in La Reunion der Mutter alle Rechte gegeben, der Vater hätte dann in La Reunion klagen können, oder es bleiben lassen. Er hätte sein Kind so gut wie gar nicht mehr, oder auch gar nicht mehr gesehen. Die Konsequenzen sind in diesem Fall gleich, egal ob Moskau oder La Reunion.

    Wenn ich mich an die Geschichte von Bräunig recht erinnere, dann war es bei ihm ähnlich. Dt. Gerichte haben ihm das Sorgerecht entzogen, die Mutter dann die Kinder auch noch komplett. Statt sich jetzt in seine Rolle zu fügen, handelt er, wenn auch nicht im Sinne des „Rechtsstaates“, sondern entgegen seiner Maxime. Wenn Maischberger diesem Vater vorwirft keinen Unterhalt zu zahlen, dann kann sie dem anderen Vater auch vorwerfen keinen Unterhalt gezahlt zu haben, während seine Kinder in Moskau (oder Italien) waren…

    Zu Schrupp at all
    Irgendwann dachte ich mal wir leben in einem Staat der Aufklärung, doch leider weit gefehlt. Ich hätte es vor 20 Jahren nicht für möglich gehalten, dass solch menschenfeindliche Äußerungen von Menschen in staatsfinanzierten Positionen getätigt werden, ohne dass diese Konsequenzen befürchten müssen. Ich hätte auch nie gedacht, dass die EU eine Daphnestudie verbreiten kann, die behauptet nur drei Prozent aller Vergewaltigungen sind Falschanzeigen, und das mit solchen klaren und offensichtlichen Fehlern in der Studie… Was mich jedoch noch mehr wundert ist, das Schrupp ihre PPP (Pupertäre Petting Prognostik) ins Internet stellt, womit sie ihren Männerhass begründet, und kein Mensch merkt wie strunzdämlich dieser Blogeintrag doch ist… Nein, da kommt dann noch, wer weiß was sie sonst noch mit Männern erlebt hat. Nichts hat sie erlebt, das scheint ja genau das Problem zu sein, weder mit Männern, noch sonst irgendwie, und gelernt hat sie daraus auch nichts… Irgendwie scheint der Radikalfeminismus so eine Art Sekte zu sein…

  • „Irgendwie scheint der Radikalfeminismus so eine Art Sekte zu sein…“

    Guten Morgen. Auch schon bemerkt. Besser spät als nie.

  • @djadmoros

    “Wenn wir noch nicht in einem feministischen sanften Faschismus leben, der diesen Hass in Maßnahmen umsetzt, dann ganz offensichtlich nicht aus Mangel an ideologischem Potential, sondern aus Mangel an strukturellen Gelegenheiten.“

    1. Gewaltenschutzgesetz, besonders im Hinblick auf das Gutachten von Prof. Bock

    2. Beschneidung, insbesondere der Hinweis von Frau Zypries, ihres Zeichens studierte in irgendwas mit Recht, die glatt behauptet, die Mädchenbeschneidung sei schlimmer, weil sie auch der Unterdrückung der Frau dient und deshalb verboten gehört. Wobei nun mal im dt. Recht Körperverletzung strafbar ist, der Grund, also Unterdrückung, hier noch strafverschärfend sein kann. Diese Frau hat das GG entweder nicht gelesen oder nicht verstanden oder hält uns für kreuzdämlich.

    3. Die Forderung von Alice S., die gerne die Unschuldsvermutung abschaffen möchte, ohne das ein Aufschrei durch die dt. Presselandschaft geht. Die nichts dagegen hat das Kachelmann eingesperrt wird, auch wenn er unschuldig ist, weil sonst ja Frauen Angst haben Falschanzeigen wegen Vergewaltigung zu tätigen…

    Diese Liste kann beliebig erweitert werden…

    Gruss
    Kai

  • Teil 1

    „Tom James · Cokato, Minnesota

    I have been giving a lot of thought lately to whether there is any reason to go on living in this world anymore. It's not that news this like makes me afraid in the way it’s intended to make men afraid. I have no reason to be afraid, because I'm not an abuser. It's that they make me feel like my life, having lived it the way I was raised to, has been a complete waste. I was raised by old-fashioned parents. They taught me chivalrous values – meaning not just to treat women with respect, but going further and sacrificing for them; fighting for them; laying down your life for them if necessary; taking the blame for things they've done wrong, in order to protect them from having to face harsh consequences. Not once has there been even a single thank-you for any of it. Instead, all I ever hear from women and their advocates are complaints. Not a single acknowledgement of all the ways many men have tried to provide for women’s happiness. Instead, there is only a constant and consistent stream of complaints that men are all evil and bad; that we're „at war“ with women, or at least that we’re never doing enough to protect, serve, defend, and support women.

    For those who claim not to know what could possibly be objectionable about screening men for abusers (and I’ve been hearing from a lot of such professedly ignorant men lately), I will lay it out as clearly as possible: (1) Screening only men as potential abusers reflects an assumption that women never abuse, i.e., a belief that violence is an inherently male phenomenon. If you can see that profiling black people as criminal-minded is wrong, you can see that profiling men as violent is wrong. I have grown tired of trying to explain this to people. My experience is that people don't understand it not because they lack the intellectual capability, but because they choose not to understand. If a person claims they can’t see how an idea like this reflects and promotes bigotry, then that person is an intentional bigot, and I don't really care to hear his or her opinions on anything. (2) The notion of screening only males for abuse perpetration is the other side of a coin the federal government has already flipped, namely, that only females should be screened to determine whether they’ve been victims of domestic abuse. Apparently some federal policy-makers can’t even bring themselves to care as much about protecting young male children as they care about young female children. Most child abuse is perpetrated by females, yet no one calls for screening all mothers as potential child-abusers.

    People who engage in or support sex-based profiling are no different from people who engage in or support race-based profiling. The only difference is that many women – either directly, or indirectly through their silence – support one but not the other kind of bigotry. Many women support sex-based stereotyping when it casts men in an unfavorable light, while objecting furiously to anything even close to sex-based stereotyping that isn’t favorable to women. These women couldn’t care less about the harm they do to men and boys. Because many men have been socialized and trained to defend and support women, many men, too, willfully refuse to acknowledge sex-based profiling is a form of bigotry, if it is favorable to women and unfavorable to men. I say their choice to be and/or tolerate bigots is willful because I have no doubt they would understand a program screening black people for criminality as bigotry.Therefore they can’t hide behind the excuse that they do not “see” sex-based screening as bigotry.

  • Teil 2

    So long as men are trained to protect, serve, defend and sacrifice themselves for women, and women are trained to believe they are entitled to have all those things done for them, and that women should be held accountable for nothing, I see no end to the continuation of this phenomenon for generations to come.

    Today’s men are not angry because we’re being “stripped of male privilege,” as people like to say. We are angry because we have been, and continue to be stripped of the basic human right to be treated with the equal dignity and respect that all human beings deserve. We are tired of women, with the ready assistance of courts and others, women and men alike, treating children as women's property and treating fathers like nothing more than women’s indentured servants. We are tired of constantly being blamed for things we didn’t do; made the exclusive scapegoats for things that women and men have both had a hand in doing or bringing about; and having lives dedicated to the defense, protection and service of women continually rewarded with a swift kick in the teeth.“

    http://thinkprogress.org/health/2014/09/16/3568244/doctors-screening-domestic-abusers/?fb_comment_id=fbc_761171007274947_761606787231369_761606787231369#f28516047b3a37c

    Ich finde diesen Kommentar hier passend, da her darauf hinweist, wie bigot es ist, wenn Menschen einerseits die Täterprofilerstellung anhand der Hautfarbe verurteilen, anderseits kein Problem darin sehen, die Täter von Geschlecht abhängig zu machen.

  • @crumar:

    Vielen Dank für den Literaturtip! Hört sich sehr interessant an, und ich werde versuchen, mir das zulegen, zumal ich beim Thema archaischer Rituale bislang noch etwas dünn versorgt bin. Bei amazon ist es allerdings zu teuer, und bei zvab nicht zu bekommen. Mal schauen …

    Klaus E. Müller hat, wie ich finde, ein ziemlich überzeugendes Modell für eine ursprüngliche geschlechtsspezifische Arbeitsteilung im weiteren Sinne vorgelegt, das auch den Vorteil hat, nicht evolutionistisch zu sein wie Theorien vom Matriarchat oder vom »Urkommunismus«. Dadurch wird es offener für die empirische Vielfalt archaischer Gesellschaften. Ganz ohne Rückgriff auf den »Ursprung des Privateigentums« werde ich aber wohl nicht auskommen 🙂

    Grüße
    djadmoros

  • Den Kommentar verstehe ich nicht. Da hat doch Schoppe in seinem sehr guten Beitrag ausführlich dargelegt, dass von Gleichheit weder in der Realität noch in den Zielsetzungen der Feministinnen keine Rede sein kann.

    Dein „Frauen können die einen Dinge besser, Männern die anderen“ sieht doch gerade so aus, dass Frauen „besser“ das Geld ausgeben das Männer „besser“ verdienen und im Gegenzug die Männer dafür als „Dankeschön“ den Hass der Frauen abbekommen und ansonsten auch gerne in die unbetreute Obdachlosigkeit verschwinden dürfen, wenn das mit dem Geld verdienen und den Frauen geben nicht mehr so gut klappt.

    Und du möchtest uns jetzt erzählen, dass dies von Natur aus so sein muss, weil doch in „genuinen, also angeborenen Denk- und Bewertungsprinzipien“ festgeschrieben?

    Also ich halte den derzeitigen Zustand keineswegs für eine „optimale Ergänzungsmöglichkeit der beiden Geschlechter“, obwohl er meilenweit von dem entfernt ist, was Deine Buchempfehlung uns hier als Realität (Gender als angebliches Instrument der Gleichmacherei) verkaufen möchte.

    Aber rein interessehalber die Frage an Dich und Dein Buch: Hältst du es für naturgegeben, dass Männer die Sklaven der Frauen sind?

  • Mich fasziniert, dass hier noch vor Kurzem, dem Zorn in den Kommentaren, auch von Ihnen, Herr Schoppe, das Wort geredet wurde, seine motivierende, antreibende Wirkung als unabdingbar für den Einsatz von Männerrechten von manchen Kommentatoren gesehen wurde, und das schon immer dumme Papst-Zitat, das auch durch seine Verwendung durch Georg schramm nicht besser wird, wonach sich die Vernunft erst in Verbindung mit dem Zorn richtig durchsetzen könne, breiten Anklang fand. Jetzt aber wird der Hass ganz zu Recht für seine verblendende Inhumanität geschollten, ganz so als gäbe es zwischen Zorn und Hass einen anderen Unterschied als die Permanenz des Hasses.

    mfg

    Puka

  • @puka:

    »ganz so als gäbe es zwischen Zorn und Hass einen anderen Unterschied als die Permanenz des Hasses«

    Nun, es *gibt* andere Unterschiede zwischen Zorn und Hass außer der »Permanenz«. Beziehungsweise: »Permanenz« ist selbst ein komplexer Begriff, denn die psychologische und soziale Verstetigung, die er impliziert, ist recht voraussetzungsvoll. Insbesondere hat sich der Hass, von dem hier die Rede ist, als selbständiger Diskurs verstetigt, was weit über die bloß psychologische Ebene von Empfindungen hinausgeht. Er gilt als sozial legitimiert und ist ein selbstverständlicher Bestandteil des öffentlichen Lebens.

    Als selbständiger Diskurs überschreitet er die Ebene der psychologischen Motivation, indem er eine Einladung und geradezu eine Erziehung zum Hass darstellt. Ähnlich wie auch der Antisemitismus vor hundert Jahren ist »Männerhass« geradezu ein *kultureller Code* geworden, indem Männer – wie damals die Juden! – eine Art Zivilisationsschaden verkörpern, für den sie verantwortlich gehalten werden. Das geht über die Ebene der psychologischen Sündenbockprojektion hinaus, bis hin zu dem radikalfeministischen Extremfall, der eine weitgehende Vernichtung der Männer als Heilung von diesem Zivilisationsschaden betrachtet.

    Die strukturellen Ähnlichkeiten zum Antisemitismus gehen sehr, sehr weit!

  • @“Anonym 3. Oktober 2014 00:43″: „Den Kommentar verstehe ich nicht.“

    Ich glaube ihn schon zu verstehen. Ich habe fast gleich lautende Texte gefühlte 10 Mal in den letzten 1 – 2 Jahren in diversen Foren gelesen. Das ist in erster Linie religiöse Propaganda, die sich hinter pseudowissenschaftlichen Argumenten versteckt, aber in zentralen Stellen hochgradiger Unfug ist und MR-Argumentationen diskreditiert.

    Religiöse Trittbrettfahrer in der MR-Bewegung sind ein Problem, dessen Relevanz mir nicht ganz klar ist, das man aber einmal separat thematisieren sollte.

    Dieses Buch ist ein gutes Beispiel. Nach einer (Jubel-) Rezension auf Amazon enthält das Buch 3 Texte:

    „Gender Mainstreaming – Befreiung oder Gesinnungsterror“ (18 S.) von dem kirchlich engagierten Autor Andreas Späth

    „Adam und Eva – Die unüberbrückbaren neurophysiologischen Unterschiede“ (32 S.) von Prof. Manfred Spreng

    „Gender Mainstreaming oder: Lasst uns einen neuen Menschen machen“ (25 S.) Prof. Harald Seubert

    Der zweite Text ist vermutlich mit diesem Papier inhaltlich identisch:

    M. Spreng: Adam und Eva – Die unüberbrückbaren neurophysiologischen Unterschiede, Jahrestagung der Aktion DIE WENDE (28. – 30. März 2008), Schönblick/Schwäb. Gmünd http://www.neue-aufklaerung.de/dateien/spreng-gender.pdf

    Dieses Papier listet auf den ersten 19 Seiten eine ellenlange Liste von physiologischen bzw. neurophysiologischen Unterschieden zwischen Männern und Frauen auf. Die stimmen wahrscheinlich sogar großenteils, ich habe es nur überflogen. In der Summe kommt man zum im Kern richtigen Ergebnis, daß Männer und Frauen statistisch ziemlich viele biologische Unterschiede bzw. Dispositionen aufweisen.

    Auf S.19, Kap. 7. Zusammenfassung, kommt nun die abenteuerliche Schlußfolgerung, daß diese Unterschiede „weder durch Erziehung noch durch sozio-kulturelle Veränderungsbestrebungen überbrückbar … sind“ und daß man sich „auf die gute Schöpfungsordnung verlassen“ sollte. Wenn man außerdem ein „vernünftiger Mensch“ ist, dann verknüpft man die „Aussagen der Bibel“ mit den wissenschaftlichen Einzelergebnissen, und, oh Wunder, alles paßt zusammen, womit bewiesen wäre, daß die Bibel doch recht hat und Gottes Schöpfungsordnung das einzig wahre ist.

    Auch die ständig wiederholte „wunder(!!)bare gegenseitige Ergänzung“ der Geschlechter operiert keineswegs zufällig mit dem religiösen Begriff Wunder. [Am Rande: dem Autor sei empfohlen, ein paar Bücher über Beziehungsprobleme und Scheidungsprozesse zu lesen.]

    Geschickterweise wird man nicht sehr präzise, was denn nun Gottes Schöpfungsordnung genau vorschreibt. Beispielsweise „Das Weib sei dem Manne untertan“, wie in Epheser 5:22, http://bibeltext.com/ephesians/5-22.htm, und woanders in der Bibel ziemlich klar ausgedrückt wird? Im Zweifelsfall gilt wohl die Meinung der Schriftgelehrten.

    Ich kann gut verstehen, wenn einige Frauen bei diesem haarsträubenden argumentativen Unfug vor Ärger an die Decke gehen und zu Feministen werden, bessere Werbung für den Feminismus kann ich mir kaum vorstellen.

    Deshalb halte ich es für notwendig, sich klar von diesen Texten und Thesen, „Gottes Schöpfungsordnung“ sei irgendwie relevant oder als korrekt bewiesen, zu distanzieren.

  • Danke, gut aufgepasst, mitm! Jetzt wird mir einiges klar in Bezug auf ein paar Postings hier!

    Und das verlinkte PDF ist ja allerliebst! »Frauen benötigen bis zu 30% weniger Flüssigkeit !!!«, und dann ein Bild von Männern in bayerischer Tracht mit einer Maß vor sich auf dem Tisch! 😀

  • Ah sehr verehrter petpanther. Wir kennen uns ja schon und ich kenne das Spiel bereits: Ich werde Sie jetzt etwas fragen, und sie werden ausweichen. Deshalb sparen wir uns doch gleich die Zeit: Sie sagen einfach nichts und ich frage Sie nichts, dafür lieber djadmoros.

    mfg

    Puka

  • @Puka

    Der Unterschied zwischen Zorn und Hass ist elementar: Zorn ist ein konstruktiver Treiber für eine positive Veränderung. Hass ist rein destruktiv und nur auf blinde Zerstörung aus.

    Der Zorn ist ein Element des Guten, Hass die Inkarnation des Bösen.

    mfg

    Max

  • Was soll das sein? Eine Lexikon-Definition wie die des Feminismus im Artikel? Zorn ist nicht automatisch konstruktiv, im Gegemteil weißt es starke destruktive Züge auf, allerdings lässt sich Konstruktivität von Destruktivität ohnehin nicht so trennen, wie sie das hier tun. Jedes Zertrümmern ist schließlich ein Umgestalten. Destruktion und Konstruktion unterscheiden zu wollen, geht deshalb nur nachträglich, hängt jeweils vom Blickwinkel ab, und von dem, der die Definitionshoheit einnimmt.
    Ihren Schlusssatz kann ich deshalb nicht unterschreiben, ich halte ihn vielmehr für naiv.

    mfg

    Puka

  • @Puka

    Das ist hier keine Kaffeefahrt und ich verkaufe keine Heizdecken. Sie müssen also nichts unterschreiben 😉

    Destruktion und Konstruktion läßt sich nicht nur nachträglich sondern bereits zum Zeitpunkt des geschehens deutlich unterscheiden. Das ist auch keine Frage des Blickwinkels oder der Definitionshoheit, es ist eine absolute Sicht.

    Um es anders zu formulieren: Zorn geht einher mit dem Willen zur Umgestaltung zum positiven. Hass hat kein Konzept für „die Zeit danach“, es ist nur auf Zerstörung aus.

    In diesem Sinne ist der Feminismus tatsächlich in weiten Teilen hassgetrieben. Es wird z.B sowas wie „rape culture“ konstatiert, ein positives Gegenkonzept wie Mann und Frau zusammenfinden sollten fehlt aber.

    Nur dieses wäre aber überhaupt eine Basis für einen gesellschaftlichen Dialog der Geschlechter. So zeigt sich der Feminismus gar nicht an konstruktiven Lösungen interessiert, er ist nur auf Hass und Zerstörung aus.

    mfg

    Max

  • Wenn man noch bedenkt, dass dieser Hass auf einem Fundament von unwidersprochenen Lügen beruht, wie z.B.:

    „– die Lohnlüge
    dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienen

    – die Häusliche-Gewalt-Lüge
    dass häusliche Gewalt fast ausschließlich Frauen betrifft

    – die Rape-Culture-Lüge
    dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Vergewaltigung häufig ist und toleriert wird

    – Die Diskriminierungslüge (speziell in Deutschland)
    dass es Gesetze gibt, die Frauen benachteiligen

    – die Patriarchatslüge
    dass Männer vorsetzlich eine Gesellschaft, zu ihrem Nutzen und zur Benachteiligung der Frau, entwickelt haben“

    (Ziate von Adrian auf AllesEvolution), dann kann einem nur noch anders werden in dieser 'gerechten' Welt, die ideologisch eher eine selbstgerechte ist.

    Es gibt ja noch mehr davon, wie „Unterhaltspreller“, „Väter kümmern sich nicht“ etc.pp. Und wenn man dann darauf antwortet, ist man was? Eben Frauenhasser!

    Das diese Lichtgestalt.I.nnen damit nur ihre eigene kognitive Dissonanz projizieren, stellte u.a. Michael Klein auf seinem Blog Kritische Wissenschaft dar.

  • @petpanther: schon wieder geantwortet…

    @Max: Und sie meinen überall da, wo Zorn nicht einhergeht mit dem WIllen zur Umgestaltung, zum Beispiel beim ganz einfachen blinden Zorn, der zwar nicht auslöserlos, aber doch ohne ein bestimmtes Ziel ist, handelt es sich nicht um Zorn, sondern um Hass? Nun, das nenne ich eine unpassende Lexikondefinition, den Versuch einer deduktiven Näherung, die dem Phänomen Zorn nicht gerecht wird.

    Und was nun die absolute Sichtweise angeht: Solange es sich um ethische Fragen handelt, gibt es nichts absolutes. Kann sein, dass für sie und mich der Begriff der „rape culture“ destruktiv ist, für Feministinnen ist er es auf keinen Fall, da er ja nicht nur die Beschreibung eines angeblichen Ist-Zustands ist, sondern aus ihm Maßnahmen und Neugestaltungsansätze folgen, (die sie und ich sicher schlecht finden, die aber im Sinne der feministischen Geisteshaltung sind). Destruktion und Konstruktion sind insofern nur versteckte ethische Urteile, die sich durch gut und böse ersetzen ließen, und die nicht rückführbar sind auf einen objektiven Zustand.

    mfg

    Puka

  • @Puka

    „@petpanther: schon wieder geantwortet… „

    So was.

    „Destruktion und Konstruktion sind insofern nur versteckte ethische Urteile, die sich durch gut und böse ersetzen ließen, und die nicht rückführbar sind auf einen objektiven Zustand.“

    Das wirkt wie relativistische Verdrängung. Was soll denn das sein?

    Es gibt gutes achtendes Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen genauso wie es schlechtes missachtendes Verhalten gibt, eben Gewaltformen.

    Und hier würd ich die in diesem Satz enthaltene absolute Wertung noch einmal unterstreichen.

    Rape Culture gehört zum Letzteren. Die Motivation ist dabei unbedeutend. Sonst wäre z.B. auch Mord und Totschlag zu rechtfertigen. War ja aus guter Überzeugung.

    Nein, Puka. Sie liegen da ethisch sehr daneben.

  • Nun haben wir aber eine Kultur in der Mord und Totschlag auch gerechtfertigt wird, in der es Fälle gibt, in der ein Mord legitim ist (z.B. Notwehr, Nothilfe, Kriegsfall, Geiselnahme), und schon sehen wir, dass es nicht einmal in diesem Fall einen Absolutheitsanspruch eines Wertes gibt. Der Zorn wiederum ist doch häufig Motivationspunkt für „schlechtes missachtendes Verhalten […], eben Gewaltformen“. WIe wollen sie dann Zorn noch verteidigen, wenn sie an die Absolutheit ihrer Aussage glauben?

    Die Frage liegt auf dem Tisch, ich bin gespannt wie SIe sich davor drücken.

    mfg
    Puka

  • @Puka

    Blinder Zorn ist genau im Grenzbereich zwischen Zorn und Hass und ist ein kurzzeitiger Zustand, der aufgrund seiner fehlenden Zielorientierung (eben blind) entweder verpufft oder in konstruktiven Zorn mündet oder in Hass umschlägt (beides zielgerichtet).

    Destruktion und Konstruktion sind keineswegs „versteckte ethische Urteile“, sondern simple Beschreibungen von gerichteten Vorgängen. Konstruktion = etwas was vorher nicht da war wird erschaffen.
    Destruktion = etwas was vorher da war wird zerstört.

    Da gibt es nichts zu relativieren, es sind absolute Kategorien, die sich durch die Zielsetzung klar unterscheiden. Das führt aber vom Thema weg.

    Ausserdem hatte ich nicht geschrieben, dass der Begriff der „rape culture“ destruktiv sei, sondern es als Beispiel genommen, wie etwas nicht als Analyse eines Zustandes dient, mit dem Ziel diesen Zustand zu überwinden. Sondern ausschließlich als Waffe verwendet wird, um hassgetrieben das Miteinander von Mann und Frau in der Gesellschaft zu zerstören.

    Man neigt ja immer dazu, Feministinnen und das was sie tun aus einer Art Robin-Hood Romantik heraus gutzuheissen oder zu verharmlosen oder zu verniedlichen. Und ich nehme mich da gar nicht aus.

    Mittlerweile denke ich aber, dass es gesellschaftlicher Selbstmord wäre, die Hass- und Lügenkampagnen der Feministinnen weiter zu tolerieren oder gar zu verharmlosen oder schönzureden.

    Feministinnen zerstören nicht nur unsere Gesellschaft, sie zerstören die Menschlichkeit als solche.

    Es ist Zeit, dieser Gefahr für uns alle entgegenzutreten.

    mfg

    Max

  • @puka:

    »aber was hat das mit meinem Beitrag zu tun?«

    Nun, ich habe ihrer Aussage über den Unterschied zwischen Zorn und Hass widersprochen. Es geht nämlich im Kontext des obigen Blogposts nicht um die allgemeine menschliche Disposition zum Hass, sondern um die spezifische Form eines diskursiven, propositional explizierten und damit ideologiefähigen Hasses. Sie können die allgemeine menschliche Disposition zum Hass gerne diskutieren, nur halt nicht mit mir.

  • Ich finde es schon ganz richtig, die Frage zu stellen, ob die Unterscheidung zwischen (gutem) Zorn und (schlechtem) Hass nicht vielleicht sehr künstlich und gezwungen ist. Denn die Gefahr dabei liegt ja auf der Hand – wir können damit UNSEREN Zorn von DEREN Hass abgrenzen und so tun, als ob es jeweils etwas ganz anderes wäre.

    Ich möchte die Unterscheidung trotzdem gern aufrechterhalten, und zwar aus folgendem Grund. Dass mal jemand wütend wird, dass es in ihm hochkocht, dass er sich enorm über etwas aufregt – das halte ich für völlig normal und oft auch für erwartbar. Es wäre falsch, dass an sich schon als amoralisch hinzustellen.

    Amoralisch wird es, wenn es direkt in Handlungen der Gewalt gegen andere umgesetzt wird. Oder wenn die Wut gehegt und gepflegt wird, z.B., weil sie das Denken erspart.

    Insofern ist für mich, @ Puka, die „Permanenz“ des Gefühls sehr wohl ein qualitativer und nicht nur ein quantitativer Unterschied. Seine Wut hin zur Permanenz zu pflegen, sie auch rasend zu machen, sie pauschal an anderen auszulassen, ganz gleich, was sie getan haben – das ist nicht mehr nur eine starke emotionale Reaktion, sondern eine bewusste Haltung. Als solche braucht sie auch eine gewisse Intellektualisierung oder Ideologiesierung. Hass.

    Hass ist in diesem Sinne eigentlich keine Reaktion mehr auf etwas, was geschieht – sondern ganz unabhängig davon eine bewusste, bewusst gepflegte Haltung, in der es vor allem um eines geht: darum, die bloße Existenz derjenigen, die man hasst, grundsätzlich abzulehnen.

    Das kann sich in Mordwünschen äußern, oder darin, dass man sie systematisch als Tiere hinstellt (und ihnen so die Zugehörigkeit zum Menschsein abspricht), oder dadurch, dass man ihnen Basal-Menschliches nimmt, wie zum Beispiel den Kontakt zu ihren Kindern.

    Von Aufwallungen des Zorns – so destruktiv die vielleicht manchmal auch sein können – ist so etwas ziemlich weit entfernt. Es ist qualitativ etwas Schlimmeres.

  • Zitat: „– die Häusliche-Gewalt-Lüge
    dass häusliche Gewalt fast ausschließlich Frauen betrifft“

    Naja… ich kenn weitaus mehr Kerle, die von Ihren Damen eine gewemmst bekommen (regelmässig, verschiedene Gewaltabstufungen, beginnend bei einfacher Ohrfeige – nachdem man auf eine demütigende Ansprache eine passende Antwort gab – über Boxen, gezielte Tritte, endend in der Notaufnahme.

    Zynisch betrachtet betrifft das Thema häusliche Gewalt tatsächlicheher Frauen als Männer: wenn man die (immer noch zu vielen) Opfer mit den sehr viel häufigeren (definitiv auch zuviele) weiblichen Tätern zusammennimmt. dann kommt man vermutlich auf belastbare zahlen, dass häusliche Gewalt hauptsächlich Frauen betrifft.

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