Im Orbit um den eigenen Hintern

Wie man um sich selbst kreist und dabei Widerlinge produziert

Der Komet Tschurjumow-Gerasimenko, genannt Tschuri, ist 510 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Sein Kern ist gerade einmal 4×3,5×3,5 Kilometer groß.  Am 12. November gelang Wissenschaftlern trotzdem eine „schwierige und bisher noch nie gewagte Landung“: Sie landeten eine kleine Raumsonde auf dem winzigen Kometen – nämlich den Lander Philae, der zuvor von der Raumsonde Rosetta abgesetzt wurde, die in einer genau berechneten Umlaufbahn den Kometen umrundete.

An der Mission sind siebzehn Länder beteiligt, unter anderem Deutschland – sie kostet etwa eine Milliarde Euro –  ihr Ziel ist es, Informationen über die Geschichte des Sonnensystems zu gewinnen. Die beteiligten Wissenschaftler mussten in vielerlei Hinsicht Neuland betreten“, um die Landung möglich zu machen.
Die Namen von Sonde und Lander haben berühmte Vorbilder, und sie weisen darauf hin, welch ein Meilenstein diese Mission ist:
„Die Sonde ist nach der ägyptischen Hafenstadt Rosette benannt, der Lander nach der Insel Philae im Nil. Beide Orte sind für dort gefundene ‚Meilensteine‘ der Entzifferung der altägyptischen Schriften bekannt: den Stein von Rosette und einen Obelisken auf der Nilinsel.“
Kurz vor der Landung, also kurz vor dem Höhepunkt einer epochalen wissenschaftlichen Leistung, machte einer der wesentlich verantwortlichen Wissenschaftler, Matt Taylor, einen ungeheuren Fehler: Er gab ein Interview, bei dem er ein falsches Hemd trug.
Hier freut sich Matt Taylor noch, weil er irrtümlicherweise tatsächlich glaubt, seine enorme wissenschaftliche Leistung sei wichtiger als das Hemd, das er trägt.

Wie ein Hemd den Fortschritt verhindert Tatsächlich: Statt seiner Beteiligung an einer gigantischen Leistung stand nun plötzlich Taylors Verletzung der Kleiderordnung im Mittelpunkt. Er erschien vor den Kameras in einem Hemd, das eine Freundin ihm maßgeschneidert hatte   – und auf dem erotisch gekleidete Frauen zu sehen waren.

„Es interessiert mich nicht, ob Du eine Sonde auf einem Kometen gelandet hast – Dein Hemd ist sexistisch und ausgrenzend“
betitelten Chris Plante und Arielle Duheim-Ross daraufhin ihren bitterernst gemeinten Artikel in The Verge.
„Ein kleiner Schritt für einen Mann, drei große Schritte rückwärts für die Menschheit“
– so kommentierten sie, tatsächlich, in Anspielung auf Neil Armstrong die Kleiderwahl Taylors. (I don’t care if you landed a spacecraft on a comet, your shirt is sexist and ostracizing. That’s one small step for man, three steps back for humankind) Das Hemd sei nämlich typisch für das frauenfeindliche Klima in den Naturwissenschaften – so dass Frauen dadurch auch weiterhin von wissenschaftlichen Karrieren abgehalten würden.
Gleich zwei Hashtags zum Shirt-Skandal wurden bei Twitter lanciert, #shirtstorm und #shirtgate, und Taylor befand sich urplötzlich mitten in einem Shitstorm, in dem er als frauenfeindlicher Sexist dastand – als Paradebeispiel für die Sorte von Männern, die Frauen aus den Naturwissenschaften ausgrenzen würden.
Als er nach der Landung zur Mission befragt wurde, begann er daher seine Antwort einleitend mit einer Entschuldigung für seine Kleiderwahl – und mit Tränen.
„Das Hemd, das ich diese Woche getragen habe…ich machte einen großen Fehler und habe viele Menschen beleidigt…und das tut mir sehr leid. (weint)“
 Arne Hoffmann kommentiert bei Genderama:
„An demselben Tag, an dem die #Aufschrei-Initiatorin Anne Wizorek in einem ARD-Interview heuchelte, wie sehr der Feminismus für Toleranz stehe, brachte ein feministischer Shitstorm im Internet den britischen Physiker Matt Taylor dazu, unter Tränen für die Kleidung um Verzeihung zu bitten, die er an diesem Tag getragen hatte. Er habe einen großen Fehler begangen, und das tue ihm sehr Leid. Ebenfalls am selben Tag masturbierten Feministinnen oben ohne auf dem Petersplatz mit Kruzifixen.“
Die Doppelmoral dieser Aufregung ist tatsächlich offenkundig. Wer beispielsweise Jessica Valentis triumphierend getragenes „Ich bade in Männertränen“-T-shirt mit dem Hemd Taylors vergleicht, wird dieses Hemd vermutlich recht geschmacklos finden, aber anders als Valentis Kleiderwahl nicht bösartig.

Schlimmer noch als diese eigentlich schon gewohnte Doppelmoral ist hier jedoch die Erwartung, dass alle Anerkennung für die wissenschaftliche Leistung hinter der Empörung über den Fauxpas bei der Hemdenauswahl zurückzustehen habe.

Keine Sekunde verschwenden die rechtschaffen Empörten an den Gedanken, dass möglicherweise eben gerade diese Fixierung auf Nebensächlichkeiten, die aggressiv zur Hauptsache erklärt werden, Klischees über Frauen bestätigen. Oder dass die demonstrative Verachtung gegenüber der wissenschaftlichen Leistung Taylors Frauen weiter von den Naturwissenschaften distanziert, als es ein geschmackloses T-Shirt je tun könnte.

Dass es im Internet Bullies und Trolle gibt, die aus Neid oder Beschränktheit andere gerade dann angreifen, wenn die etwas Besonderes geleistet haben – das ist nicht überraschend. Wie aber ist es möglich, dass solch ein Verhalten so weit akzeptiert, geteilt und verbreitet wird, dass ein Wissenschaftler sich beim Höhepunkt einer dekadenumspannenden wissenschaftlichen Leistung vor allem anderen zu einem verpflichtet fühlt: sich nämlich für eine als unpassend empfundene Hemdenwahl öffentlich und tränenreich zu entschuldigen?
Die feministische Wende Natürlich hat diese Situation viel damit zu tun, dass die Vorwürfe massiv moralisierend sind. Denn einer der größten Vorteile des Moralisierens ist es ja, dass es beliebig komplexe Situationen beliebig vereinfachen kann. Ganz gleich, wie vielschichtig, kompliziert, folgenreich, ambivalent, bedeutsam, voraussetzungsreich etwas auch ist – wer moralisiert, kann es auf einen einfachen binären Code eindampfen: Ist es gut, oder ist es böse?
Besonders praktisch ist dabei, dass das moralische Register mit dem Anspruch gezogen werden kann, dass es dabei um ein ganz besonders herausgehobenes Ordnungsmuster ginge. Es kommt ja beispielsweise nicht darauf an, etwas sowohl moralisch als auch naturwissenschaftlich, ökonomisch, ästhetisch oder politisch zu bewerten und dann beide Bewertungen gegeneinander abzuwägen. Das moralische Register übertönt alle anderen: Was moralisch verachtenswert, böse ist, kann wissenschaftlich noch so herausragend sein – es ist trotzdem abzulehnen.
Diese herausragende Bedeutung der moralischen Bewertung hat gute Gründe. Es ist natürlich richtig, dass nicht jede Handlung erlaubt ist, wenn damit nur eine besondere wissenschaftliche oder künstlerische Leistung möglich wird. Es ist aber offenkundig auch verführerisch, das Moralisieren als gigantische Vereinfachungsmaschine zu benutzen: Wir müssen die Welt gar nicht verstehen – wir müssen sie nur moralisch bewerten können.
Beispiele dafür gibt es massenhaft auch jenseits geschlechterpolitischer Diskussionen, besonders im religiösen Bereich. Unvergessen ist die Fatwa, die Ajatollah Chomeini gegen den muslimischen Autor Salman Rushdie ausgesprochen hatte – ein Tötungsaufruf, der den Autor über Jahre hinweg zu einem Versteckspiel zwang.

Rushdies Feinden war es völlig gleichgültig, wie komplex und vielfältig er in seinem Roman The Satanic Verses die Position von Muslimen zwischen Indien und Großbritannien, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Tradition und Modernisierung durchspielte.

Wichtig war ihnen lediglich, dass er den Propheten Mohammed auf eine ungehörige Weise – übrigens als pragmatischen Geschäftsmann, der seine Version der Religion den Bedürfnissen des Publikums anpasste – darstellte. Dafür war es selbstverständlich nicht nötig, das Buch auch zu lesen, für das sie den Autor gern ermordet hätten – es wäre sogar schädlich gewesen und hätte vom vermeintlich Wesentlichen abgelenkt.

Dieselbe anmaßende Komplexitätsverachtung findet sich auch in der anti-religiösen Aktion der Femen, auf die Arne Hoffmann in der oben zitierten Passage aufmerksam macht. Im Protest gegen eine Rede des Papstes vor dem europäischen Parlament präsentieren sie sich halbnackt auf dem Petersplatz und benutzen öffentlich Kruzefixe als Hilfsmittel bei der simulierten Masturbation.

Das komplexe Wechselverhältnis zwischen politischen und kirchlichen Strukturen, die Bedeutung des Platzes, die Bedeutung religiöser Symbole – all das verschwindet gleichsam in den Hintern der Femen-Frauen, an denen sie publikumswirksam die kleinen Kreuze reiben.

Eben das ist ein Hinweis auf einen besonderen Beitrag feministischer Ansätze zur moralisierenden Komplexitätsvernichtung. Hier geht es nicht einmal mehr darum, dass Menschen gemeinsame moralische Maßstäbe aushandeln müssen, die dann auch für wissenschaftliche, ökonomische, politische oder künstlerische Leistungen verbindlich wären.

Gewalt sei nämlich so grundsätzlich in das Geschlechterverhältnis eingelassen, dass es eine offene, freie, gemeinsame Aushandlung zwischen Frauen und den herrschenden Männern gar nicht geben könnte. Eine haltbare Perspektive, die nicht lediglich Herrschaftsansprüche reproduziere, könne allein die Perspektive der Opfer sein.

Dieser Ansatz führt die moralisierende Komplexitätsvernichtung in ein Extrem. Nun geht es nicht mehr nur darum, wissenschaftliche und andere Register einem moralischen Register unterzuordnen – noch dazu hat sich dieses moralische Register ganz an dem subjektiven Empfinden der Einzelnen auszurichten. Übrig bleibt am Ende eine einzige gültige Beurteilung der Welt: Fühle ich mich wohl, oder fühle ich mich nicht wohl?
So kann dann eine gigantische wissenschaftliche Leistung problemlos hinter der Aufregung über ein Hemd verschwinden, von dem sich einige Frauen angegriffen fühlen. Die kopernikanische Wende? Ob sich die Erde um die Sonne dreht, oder die Sonne um die Erde – ganz egal. ICH drehe mich um meinen Hintern – und nur das zählt.
Wer sich in dieser Weise tagaus tagein um sich selbst dreht, kann dann eben auch von der Welt erwarten, dass sie gefälligst in dieselbe Umlaufbahn einmünden sollte – weil sich diese Welt ansonsten schließlich marginalisierend verhalten würde, oder ausgrenzend (ostracizing), oder diskriminierend.
Die tränenreiche Selbstbezichtigung Taylors ist eben das notwendige Gegenstück zu diesem konsequenten Selbstbezug. Es gibt hier keine gleichberechtigte Verständigung verschiedener Positionen, in der beide Seiten sich zunächst einmal gegenseitig anerkennen müssten. Es gibt lediglich auf der einen Seite eine Position, die sich als absolut setzt – und auf der anderen eine, die diese Setzung anerkennen muss und sich dabei selbst vernichtet.
Wie es möglich ist, solche antizivilen Verhältnisse überhaupt zu etablieren, lässt sich an einem Artikel aus einer Jugendzeitschrift zeigen.
Wie man Jungen beibringt, dass sie Widerlinge sind Im Jugendmagazin jetzt der Süddeutschen Zeitung schreibt der Autor Jan Stremmel über ein virales Video, das eine angetrunkene Frau und die Reaktionen von Männern auf sie zeigt. Angeblich hätten sämtliche Männer, die sie anspricht, versucht, ihre Situation auszunutzen und ihr körperlich nahezutreten.
Stremmel kommt gar nicht erst auf die Idee, dass das Video ein Fake ist und sowohl das Handeln der Frau als auch die Reaktionen der Männer einstudiert sind.
Er wird aber wütend und denkt zurück an das Hollaback-Video, das kurz zuvor den Gang durch die Stadt New York als Spießrutenlauf einer Frau durch sexistische Männerkommentare hindurch präsentiert hatte.
„Ich kam mir als Mann ungerecht behandelt vor. Alle Videos, die da in letzter Zeit kursieren, wurden auf einen Zweck hin produziert und geschnitten (…:) zu zeigen, dass alle Männer potentiell Raubtiere sind. Dass man sich das Leben als Frau wie einen Spießrutenlauf zwischen sexhungrigen Hyänen vorzustellen hat.“
Er möchte zunächst mit einem „Fickt euch“ auf das Video reagieren, redet aber zuvor noch mit ein paar Frauen. Und er erfährt: Der alltägliche Sexismus falle Männern nicht auf, weil Frauen sich daran gewöhnt hätten und gar nicht mehr darüber reden würden. Tatsächlich aber seien sie zu einer beständigen Kapitulation „vor einer subtilen männlichen Dominanz“ gezwungen.
„Die sich zum Beispiel auch in einem Kompliment äußert: Wenn ein Mann ‚Tolle Haare!‘ ruft, ist das eine Bewertung, die eine Reaktion verlangt. Und wer reagiert, macht das Spiel mit.“
Schließlich kommt Stremmel zu dem Schluss, dass sein Ärger wohl gerechtfertigt ist – dass er sich aber nicht über die Videos, sondern über den beständigen sexistischen Druck der Männer auf Frauen ärgern sollte. Und so beendet er den Artikel, den er mit dem Wunsch zur Gegenwehr begonnen hatte, mit einer Selbstbezichtigung:
„Ach so, und dass ich am Anfang das Sommerkleid der angeblich Betrunkenen erwähnt habe, ist übrigens auch kacke. Im Englischen nennt man das ‚victim blaming‘.“
Wir Widerlinge ist dieser Artikel überschrieben – und das wäre, zumal da es ein Text aus einer Jugendzeitschrift ist, nur dann legitim, wenn diese Überschrift im Text relativiert, ironisiert oder gebrochen würde. Tatsächlich aber mündet der Artikel in ihrer Bestätigung: Es gäbe eine allgegenwärtige männliche, sexistische Dominanz gegenüber Frauen – und auch die Männer, die wie Tremmel glauben, sie hätten daran keinen Anteil, müssten schließlich ihre Schuld anerkennen.
Es ist verrückt, dass ein Text in einer Jugendzeitschrift erscheint, der es Jungen nahelegt, sich als Angehörige des Geschlechts der Widerlinge zu identifizieren. Nach der Logik der Selbstbezichtigung gibt es hier schließlich nur einen einzigen Ausweg aus der Schuld, der Schuld, der großen Schuld, männlich zu sein: Nämlich diese Schuld offen anzuerkennen und sich nicht von ihr auszunehmen.

Warum eigentlich wird  solch ein Text nicht als jugendgefährdend eingestuft? Was Stremmel schreibt, ist schließlich tatsächlich widerlich, und es ist auch sexistisch. Es trifft aber nicht Frauen und Mädchen, sondern Jungen.

Es ist aber auch in der unverhohlenen Bereitschaft zur moralischen Selbstvernichtung das notwendige Gegenstück, das eine Kultur der moralisierenden Selbstverherrlichung braucht – eine Kultur, die sich gerade an einem Mann austobt, der an einer der erstaunlichsten wissenschaftlichen Leistungen der Gegenwart beteiligt ist.

Nachtrag: Weil es so schön zum Thema passt, noch ein Zitat von Stephen Fry.

Man hört mittlerweile oft Leute sagen: „Dadurch bin ich jetzt aber ziemlich verletzt.“ Als ob ihnen das bestimmte Rechte verschaffen würde. Tatsächlich ist es aber nicht mehr … als ein Jammern. „Ich finde das verletzend!“ Das hat keine Bedeutung; es hat keinen Zweck; es gibt keinen Grund, das als einen sinnvollen Satz zu respektieren. „Ich fühle mich dadurch verletzt.“ Ach du Scheiße – na und?

  1. Ach ja, da trägt ein Mann ein Hawaii-Hemd, auf dem man Frauen sieht, wie man sie in jedem Club oder Schwimmbad bekleidet sieht. Und dann wird Mann zur Minna gemacht, bis ich er sich weinend entschuldigt. Letzteres finde ich das eigentlich schlimme an dieser Sache. Dass Mann sich vor einem Mob irre gewordener Hexen beugt. Und das wegen einem Hemd. Galilei beugte sich vor dem Papst, und das wegen einer undogmatischen Aussage.

    Ich sehe darin totalitäre und faschistische Tendenzen. Angesichts dem aktuellen Irrsinn des IS, frage ich mich deshalb, ob das mit dem Chemical Trails nicht doch einen Hintergrund besitzt, nur eben einen anderen; da werden wohl hirnerweichende Stoffe rund um den Globus versprüht.

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  2. @Matthias Mala: „bis ich er sich weinend entschuldigt. Letzteres finde ich das eigentlich schlimme an dieser Sache.“

    Dies ist der Punkt. Man muss vielleicht sogar allgemein sagen, dass es *alleinig* die (feigen) Maenner sind, die dem Feminismus seine Zerstoerungskraft geben. Die duemmlichen Frauchen haben nichts zu sagen, und wuerden auch nie etwas schaffen. Einzig die „Ritter“, und von denen gibt es viele, geben dem Schlagkraft. Die Feministinnen verhalten sich einfach wie Kinder, die ploetzlich feststellen, dass anscheinend erwachsene Maenner nach ihrer Pfeife tanzen, wenn nur eine bestimmte Melodie gespielt wird; kann man ihnen dann auch nicht veruebeln.

    Feminismus ist wohl nur eine Selbstreflexion des maennlichen Geistes im Zeitalter seiner Feigheit.

    (Nebenbei zu IS etc.: Wenn ueber Jahrzehnte in Europa die Bomben fielen, ein Massenmord nach dem anderen, und beliebige Moerderbanden von den uebermaechtigen auslaendischen Kraeften finanziert wuerden, um die Reste staatlicher Organisationen zu beseitigen, die sich nicht fuegen, dann waere aber auch hier der Wahnsinn am rollen. Der wirkliche wahnsinnige Massenmoerder ist die USA, der Rest ist nur das induzierte Chaos.)

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  3. Toller Text. besonders treffend ist das:

    „…eine Kultur, die sich gerade an einem Mann austobt, der an einer der erstaunlichsten wissenschaftlichen Leistungen der Gegenwart beteiligt ist.“

    Genauso ist es. Ich finde sein Hemd zwar auch nicht schön, aber die Reaktionen darauf?!?

    Wie auf Allesevolution: Bezeichnet man eine Frau in nicht böser Absicht als „Frauchen“, kriegt man handfeste Beleidigungen an den Kopf geknallt. Sie selbst aber nutzt „Typ“ als Synonym für „Mann“.

    Grüße von Matthias

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  4. Robert Platzgummer 15. November 2014 um 9:44 pm

    Auf YouTube ist ein Video zu sehen, wie Matt Taylor sich das Bild seiner Raumsonde als Tattoo stechen läßt: http://www.youtube.com/watch?v=MLPS2kr8nZg Dabei trägt Taylor ein T-Shirt der Death-Metal-Band Cannibal Corpse. Diese Band ist seit ihrer Gründung 1988 in ihrer Heimat USA und auch in Deutschland wegen allzu drastischer Songtexte („Hammer smashed Face“, „Butchered at Birth“, etc.) immer wieder mit den Behörden in Konflikt geraten.

    Ich (39) bin selber Metal-Fan und fand die damaligen Kontroversen um die Band eher lächerlich. Cannibal Corpse haben ein zugegebenermaßen extremes Horror-Konzept, sind aber völlig harmlose und nette Jungs. Andererseits konnte ich es nachvollziehen, wenn szenefremde Leute wegen der bluttriefenden Texte, Albencover und Shirts der Band damals beunruhigt waren.

    Wenn ich mir heute aber die künstliche Aufregung ansehe, die um ein „schockierendes“ Shirt gemacht wird, auf dem dann keine Totenschädel, kein Blut und keine Eingeweide, sondern lediglich ein paar leichtbekleidete hübsche Mädels zu sehen sind, dann frage ich mich ernsthaft, ob die Welt seit 1990 nicht doch um einiges dümmer geworden ist.

    Und ich frage mich auch, ob Taylor wohl ähnliche Proteste hervorgerufen hätte, wäre er mit einem Cannibal-Corpse-Shirt vor die Kamera getreten. Es ist doch wirklich merkwürdig, daß man mit hübschen Mädels auf dem Hemd heutzutage mehr Haß erntet, als mit Blut und Totenköpfen.

    Nebenbei: Matt Taylor hat meinen allerhöchsten Respekt! Wer über 20 Jahre lang daran arbeitet, eine Raumsonde auf einem 500.000 Km entfernten winzigen Kometen zu landen, und dabei auch noch solche Tattoos und Hemden trägt, obwohl man von einem Wissenschaftler eher anderes erwarten würde, der ist ein Echt! Cooler! Typ! Punkt.

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  5. Ich muss sagen bei diesem „Shirtgate“-Skandälchen musste ich unwillkürlich an das letztjährige Kanzlerduell denken.
    Die beiden potentiell demnächst mächtigsten Menschen der BRD treffen sich um dem Souverän (in Form von Moderatoren die eine zugegeben eher bescheidene Kür abgelegt haben) Rede und Antwort zu stehen und worüber wird gesprochen??? Merkels Kette. Ja, geht es noch.

    Man landet in einem Team von Wissenschaftlern nach 20 Jahren eine Sonde auf einem Asteroiden zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, das Bodenpersonal (die Wissenschaftler und Techniker) feiern und werden wild von Reportern zu den wissenschaftlichen Aspekten, der Arbeit, usw. interviewt und worüber spricht die Masse??? Der eine da hatte ein hässliches mögl. leicht anrüchiges Hemd. Ja, hallo.

    Wie oberflächlich sind wir eigentlich inzwischen?

    Chapel

    Antwort

  6. Robert Platzgummer 15. November 2014 um 9:59 pm

    Sorry, kleiner Tippfehler: Es sind natürlich über 500.000.000 Km!

    Fünfhundert Millionen Kilometer!! Ich wette, 99 von 100 Netzfeministinnen würden ohne Navi nicht mal 50 km weit kommen …

    Antwort

  7. Ich finde ein wesentlicher Punkt kommt dabei zu kurz:
    Das Hemd ist Ausdruck einer spezifischen Subkultur – und offensichtlich kann man mit ROckabilly genau wie in den 50er immer noch Leute aufregen.
    Das überrascht. Und verstört. Denn wenn mit Diversität, dem Hautargument für Quoten, gemeint ist:“AlleswievorherabernurmitMuschi“, dann ist das doch auch keine DIversität.

    Der gleiche Punkt, dasselbe Thema, aber noch viel tiefgehender: Wie gehen die Moralapostel damit um, das manche Menschen konstitutionell nicht so sehr die soziale Agenda verinnerlichen können, mit den Introvertierten, den Aspies, den ADHS-Betroffenen, all den Menschen mit mehr oder weniger gravierenden Abweichungen der Stromlinienförmigkeit? DIese betrifft die alte Stigmatisierung, nur jetzt eben nicht mehr rhetorisch motiviert durch die Symptome der Abweichung, nein, jetzt wird die Moralkeule genommen. EIgentlich erscheint diese Spielart des Feminismus eher als eine Art des Rassismus im neuen Gewand.
    Diversität ja, aber nur solange alle gleich sind. (Dummerjan)

    Antwort

  8. Jetzt ist das T-Shirt schon ganz farbig und bunt – und da sind diejenigen, die sonst dauernd nach einer bunteren Welt rufen, auch wieder am shitstormen. Wahrscheinlich gibt es spezielle Sorten von Buntheit, z.B.alle Farben zwischen hellgrün und dunkelgrün, und ich verstehe das alles nicht richtig.

    „jetzt“ würde ich übrigens nicht als Jugendmagazin ansehen, sofern Jugend vor allem Teenies meint. Die typischen Kommentatoren und Artikelschreiber scheinen mir dort eher 20 Jahre als bis Anfang 30 zu sein. Außerdem sollte klar sein, daß hier künftige Abonnenten der SZ gewonnen werden sollen, die muß man vorsichtig an die richtige Weltsicht heranführen, sozusagen konditionieren.

    Antwort

  9. Dazu fällt mir nur ein giftiges Word ein: »Leistungsneid«! Wie auch immer Feministinnen sich bemühen, »typisch männliche« Leistungen abzuwerten oder zu kriminalisieren – an der technologischen »frontier« lässt sich diese Bunkermentalität nicht immer gegen kognitive Dissonanzen abdichten. Dafür ist der öffentliche Applaus dann doch zu groß.

    Also muss ein Anlass her, bei dem diese Tanten, die schon daran scheitern würden im »Kerbal Space Program« einen stabilen Orbit zu erreichen, die einzige Kompentenz ausspielen können, über die sie verfügen: die Gewalt ihres eigenen, weiblichen Dominanzverhaltens im moralischen Gewande auszuspielen und ein zentrales weibliches Privileg auszuspielen, indem frau sich in die Pose der Gunst entziehenden Prinzessin wirft. Statt Tränen hätte man Matt Taylor hier den Reflex zu einem gesunden »go fuck yourself« gewünscht!

    Aber auch die Position des »Nerds« zeigt an dieser Stelle eine Schwäche: der Rückzug in von feministischer Ideologie unbehelligte Nischen ist nicht auf Dauer möglich. »gamersgate« zeigt, dass Männer sich hier in der Alamo-Stellung befinden, in der sie mangels weiterer Rückzugsmöglichkeit gar nicht anders können als sich zu wehren.

    Mein Lieblingsvorschlag an dieser Stelle ist ja, die ganzen genderbezogenen Studiengänge flächendeckend dichtzumachen und die Belegschaften zu Ingenieurs- und Informatikstudiengängen zwangszuverpflichten. Bayessche Netze statt Butler, Keplersche Gesetze statt Connell.

    Antwort

  10. Dieses:
    „Es interessiert mich nicht, ob Du eine Sonde auf einem Kometen gelandet hast – Dein Hemd ist sexistisch und ausgrenzend“
    entsprich genau dem was Hobsbawm gesagt hat“
    „Politisch gesehen liegt die größte unmittelbare Gefahr für die Geschichtsschreibung in einem „antiuniversalistischen“ Ansatz nach dem Motto: „Meine Wahrheit ist so gültig wie deine, völlig unabhängig von Fakten und Belegen.“ Dies wirkt wie eine Einladung an die verschiedenen Arten von Geschichtsschreibung für identity groups. Für sie geht es nicht um die zentrale Frage, was geschehen ist, sondern um die Frage, wie dieses Geschehen die Mitglieder einer bestimmten Gruppe betrifft. Ganz allgemein gesprochen, geht es dieser Geschichtsschreibung nicht um rationales Erklären, sondern um „Bedeutung“, nicht um die Frage, was geschehen ist, sondern wie ein Geschehen von den Mitgliedern einer Gruppe empfunden wird, die sich aufgrund religiöser, ethnischer und nationaler Kriterien oder nach Geschlecht, Lebensstil usw. definitorisch abgrenzen.“
    (http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2004/12/10/a0052)
    Damit verlässt man aber am Ende den Boden rationaler Wissenschaft.

    Antwort

  11. Nur ganz kurz: Starkter und guter Artikel!

    Denn man tau .. (auf in den „Untergang“)

    Antwort

  12. Nach der Logik dieser Weiber, muesste sich nun der Wissenschaftler Matt Taylor selber entleiben, um seinen Fehler wieder gut zu machen.
    Man kann dessen Leistung gar nicht hoch genug respektieren, das soll man erst mal nachmachen, aber wie der gute Artikel sagt, es geht um Neid, um Maennerhass, auch um Selbsthass, alles andere verschwimmt dahinter. Papst Gregor hatte wenigstens -nach damaligem Verstaendnis-noch rationelle Gruende von Gallilaeo den Widerruf zu verlangen. Diese feministischen Maennerhasser sind aber viel tiefer anzusiedeln, weil sie keinerlei Ratio haben wollen.
    Dass der arme Mann Matt Tylor sich aber diesem Hass unterwrf, mache ich ihm allerdings zum Vorwurf, er muesste schon soviel Selbstachtung besitzen, schon auf Grund seiner Hochleistung, um dagegen zu halten.
    Das nimmt nichts vom faschistischen Verhalten dieser Feministinnen weg.

    Antwort

  13. Danke für Deine treffende Analyse.

    Die Antwort auf folgende Frage würde mich brennend interessieren: Gesetzt den Fall Dr. Matt Taylor hätte ein T-Shirt mit Bilder aus Femen-Aktionen getragen, wäre er dann ein Progressiver gewesen, einer der sich tatkräftig für die Frauenrechte einsetzt? Denn wenn Feminist.I.nnen ein solches T-Shirt-Design für unbedenklich halten würden – obwohl mehr Haut zu sehen wäre – muss mann sich schon fragen, ob die noch richtig ticken?

    Antwort

  14. Das passt doch alles ganz gut zur Themenwoche „Toleranz“ (für alles außer MAsku, Männer und sonstige Horden), dann mal ran an die Tasten (http://blogs.faz.net/10vor8/2014/11/16/daumen-hoch-daumen-runter-2964/)..
    Das Bild (http://blogs.faz.net/10vor8/files/2014/11/Ko__lner_Hof-1024×696.jpg) im Artikel finde ich ganz hübsch, in der heutigen Zeit gehört da statt („Ju..“) wohl ganz feministisch „Männerfrei“ hin… und nicht nur für Hotels, sondern auch Taxis, Bars, … und das ist natürlich ganz was anderes ;o)… Vielleicht kann einer das ja mal „überarbeiten“…. und böse dort posten… von wegen Toleranz und so…
    chris

    Antwort

  15. Das Hemd ist doch ein Zeichen, dass wir es auf gesellschaftlicher Ebene nicht mehr schaffen, Sexualität „drinnen zu lassen“. Sie durchdringt den ganzen öffentlichen und gesellschaftlichen raum und wird allen und überall um die Ohren gehauen. Sex sells, sexuelle Anspielungen hier, erzwungener Sex da…und Sex wird immer als (junger) Frauenkörper illustriert.

    Ich denke, dass ödet immer mehr Menschen an. Es geht nur noch ums ficken und selbst wenn ein Mann eine wissenschaftliche Leistung vollbringt und diese der Welt präsentiert, kommt…“geile Frauenkörper ficken“ rüber.

    Matt Taylor hat seine wissenschaftlich-technische Arbeit (die sicher langwierig, anstrengend und schweisstreibend war) selbst entwertet, indem er sich selber mit seiner Kleiderwahl als „Eigentlich denke ich nur an nackte Frauenkörper und ans ficken und ab und zu sitze ich dabei am Rechner und steuere Raumsonden“-Typ dargestellt hat.

    Musste das sein? Nein. Wollen wir sowas sehen? Nein. Haben solche Männer Respekt verdient? Wie soll frau sowas respektieren?

    Wenn wenigstens nur seine eigene Frau stilvoll bekleidet auf dem Hemd abgebildet gewesen wäre, hätte es vielleicht noch was romantisches gehabt.

    So aber wurden Frauen abstrahiert als reine geist- und seelenlose Körperlichkeit nach dem Wunschbild der Männer dargestellt und präsentiert.

    Fazit: Shitstorm gerechtfertigt.

    Sandra

    Antwort

  16. Der Stoff wird meterweise von mehreren Ballen weg verkauft. Stoff mit seiner Frau im Badeanzug wäre, in dieser Weise zu bedrucken, sehr teuer gewesen.
    Ihr Einwurf weist auf Sie …

    Antwort

  17. Wenn so Leute wie Sandra lese, deren Meinung den in Medien und Parteien vorherrschenden Feminismus repräsentiert, dann wird mir Angst und Bange. Diese bevormundende, spießige Verklemmtheit, die in einer Art Verfolgungswahn überall frauenverachtende Sexualität wittert, die eine geschmack- bzw. stillos Kleiderwahl zu einer weltbewegenden, hysterisch-übersteigenden Grundsatzfrage übersteigert und dabei auch noch Widerhall in den Medien findet. Einfach nur schrecklich!
    Interessant, welches Kopfkino bei dieser Dame Sandra stattfindet: Wie man sieht, hat der betreffende Herr ein Hemd getragen, das Damen in durchaus „züchtige“ Badebekleidung zeigt. Hieraus dann einen Popanz aus „sex sells“, „geile Frauenkörper ficken“ aufzubauen, zeugt von einem typisch feministischen, einseitig-bornierten Weltbild, mit dem betreffenden Wissenschaftler hat das erst mal nichts zu tun.[KlausT]

    Antwort

  18. Korrektur: hysterisch-übersteigerten Grundsatzfrage hochstilisiert [KlausT]

    Antwort

  19. Was bitteschön hat Matt Taylors Hemd mit »ficken« zu tun? Die dargestellten Frauen sind zwar stereotyp und sollen eine gewisse stilisierte Erotik zum Ausdruck bringen – mehr aber auch nicht! Und wenn man nun fragt, warum er ausgerechnet dieses Hemd zu einer öffentlichen Präsentation trägt: man kann den Ausdruck des Hemds lesen als: »we finally did it – let's party!« Nach einer langen Zeite der Anspannung und Sorge, ob sich die Landung von Philae zu vollziehen wird wie geplant, ist das vom Standpunkt eines der Beteiligten eine ebenso nachvollziehbare wie auch *angemessene* Reaktion.

    Ich denke auch, dass wir in einer übersexualisierten Gesellschaft leben – aber dieser Einwand kommt mir in den Sinn, wenn jede banale Flasche Bier mit sexuellen Untertönen beworben wird, nicht dann, wenn die Mitarbeiter eines Raumfahrtprojekts einmal in zehn Jahren einen spektakulären Ausnahmetag haben.
    Und in diesem Kontext war nichts an Matt Taylors Hemd oder Verhalten pornografisch, was die einzige Rechtfertigung wäre, es mit »ficken« zu assoziieren. Im Gegenteil: das Verschwimmen der Unterscheidung zwischen »erotisch« und »pornografisch« in einer Stellungnahme wie Deiner ist genau der Grund, warum bei #shirtgate nicht Matt Taylor das Problem ist, sondern der reflexhafte Sexismus, der daarin besteht, eine erotisch konnotierte Verhaltensweise als vulgär und primitiv zu denunzieren, sobald sie von einem Mann kommt.

    Fazit: Wende des Shitstorms gegen seine feministishcen Urheber gerechtfertigt.

    Antwort

  20. Der ganze Aufruhr hat nur Sinn vor dem Hintergrund der Annahme eines allumfassenden Patriarchats, in dem Männer Frauen sexualisieren, um sie zu unterdrücken. Ich hatte letztens hier eine Webseite zur „Definitionsmacht“ zitiert. Dort war das in aller Kürze und Prägnanz klargestellt worden. Alles Handeln von Männern dient der Sicherung der Männerherrschaft, so auch das sexuelle Handeln.

    Eben deshalb interpretieren Feministinnen das Hemd als Stein des Anstoßes.

    Reden wir über diesen Shitstorm, müssen wir auch über diese Konstruktion des Patriarchats reden. Aus dieser Konstruktion beziehen Feministinnen ihre Meinung, dass schon ein Hemd ein Unterdrückungsinstrument sei.

    Wenn wir mal davon ausgehen, dass ein solches allumfassendes Patriarchat nicht existiert und Männer diese ominöse Allmacht nicht besitzen, dann ist ein Hemd nur ein Hemd. Selbst wenn sein Träger von „geilen Frauenkörpern“ träumt, ändert das gar nichts. Inwiefern sollte das Frauen betreffen? Er träumt ja bloß. Und der Traum ist vollkommen harmlos. Es ist auch vollkommen harmlos, dass er dabei an „abstrakte“ Frauen denkt, eher an Körper als an Personen. Wem schadet das? Keinem. Es wirkt sich nicht aus. Seine Meinung über Frauen ist nicht sonderlich relevant.

    Nur durch die Unterstellung, dass Taylors Hemd stellvertretend für den Machtanspruch aller Männer steht, kann man das zum Skandal erheben. Ebenso braucht es dafür die Annahme, dass jeglicher erotische Touch Frauen bereits massiv einschränkt in ihren Möglichkeiten.

    Wäre man Wissenschaftler unter Wissenschaftler, würde man fordern: Belegen Sie die These des allmächtigen Patriarchats und belegen Sie die These, dass dieses Hemd Frauen an irgendetwas hindert!

    Antwort

  21. „Matt Taylor hat seine wissenschaftlich-technische Arbeit (die sicher langwierig, anstrengend und schweisstreibend war) selbst entwertet, indem er sich selber mit seiner Kleiderwahl als „Eigentlich denke ich nur an nackte Frauenkörper und ans ficken und ab und zu sitze ich dabei am Rechner und steuere Raumsonden“-Typ dargestellt hat.“

    Das ist Deine Interpretation, Sandra. Sein Selbstdarstellungsziel kennst Du nicht. Dazu müsstest Du ihn fragen. Dass Deine Interpretation nicht allgemeingültig ist, liegt deshalb auf der Hand. Es ist ein Deutungsvorschlag unter vielen. Darüber wäre zu diskutieren. Aber verabsolutieren darf man eine solche Interpretation eben nicht.

    Auch sollte man die Güte einer solchen Interpretation mal testen am tatsächlichen Handeln dieses Menschen.

    Wenn man erahnt, wie kompliziert es ist, eine Sonde auf einen kleinen Stein zu landen, kann man sich auch vorstellen, dass dieser Typ sehr viel Zeit damit verbracht hat. Insofern stimmt Deine Interpretation nicht: Er sitzt nicht AB und ZU mal am Rechner, um ene Sonde zu steuern. Er sitzt den größten Teil seiner Zeit dort. An „nackte Frauen“ denkt er deshalb vermutlich nur in der Pause und in der Freizeit.

    Natürlich weiß ich das auch nicht. Aber es erscheint mir doch wahrscheinlicher als Deine Lesart. Weil meine Lesart einfach besser zu seinem Handeln passt.

    Antwort

  22. „Das ist Deine Interpretation, Sandra.“ Das muss man unterstreichen. Die Taylor unterstellte Schwerpunktsetzung (Ficken statt Wissenschaft) spiegelt eigentlich bloß die Schwerpunktsetzung seiner Gegner und Feinde.

    Ich würde dabei aber sogar noch weiter gehen: Selbst wenn die (in meinen Augen völlig deplatzierte) Interpretation richtig wäre, wenn er tatsächlich ständig ans Ficken denken würde – na und? Wieso sollte das seine Leistung schmälern?

    Ich versuch das mal, @ Sandra, an einem Beispiel aus der Schule zu zeigen. Ich hab dort sehr selten, aber ab und zu doch mal Schülern oder
    Schülerinnen gesagt, dass ihre Kleidung in der Schule nicht passend ist.

    Einmal hatte ein Achtklässler ein T-Shirt mit Fotos von sich räkelnden, mit extrem knappen Bikinis bekleideten Frauen getragen. In einem anderen, für mich krasseren Fall hatte eine Siebtklässlerin ein T-Shirt getragen, dass eine stilisierte Frau zeigte, die an einer Leine einen am Boden krabbelnden Mann führte. „Gassigeherin“ stand groß darunter. Klischee, aber wahr: Das T-Shirt hatte sie von ihrer alleinerziehenden Mutter, die es sehr witzig fand, weil sie offenbar noch ein paar Rechnungen mit Männern offen hatte.

    Niemals aber wär es mir eingefallen, den Schüler oder die Schülerin deswegen vor der Klasse bloßzustellen – ich hab sie jeweils nach dem Unterricht kurz zu mir gebeten und unter vier Augen mit ihnen geredet. Und es wäre mir schon gar nicht eingefallen, sie deswegen schlecht zu benoten. Angenommen, einer von ihnen hätte eine völlig ungewöhnliche, bisher gar nicht dagewesene Spitzenleistung erbracht – wie absurd wäre es, ihnen zu sagen: „Alles schön und gut, aber durch Dein T-Shirt hast Du leider alles versaut. Selber Schuld.“

    Insofern ist diese Pranger-Kultur, die sich an Taylor austobt, ganz sicher eine Art Religionsersatz – aber ein Ersatz für eine strenge, unnachgiebige Religion, mit der nicht zu spaßen ist.

    Ganz gleich, was immer jemand getan hat – wenn er die Grenze zu SÜNDE überschritten hat, ist das alles nichts mehr wert. Es ist auch völlig egal, wie weit er diese Grenze überschritten hat – ob er einen Krieg begonnen oder ein falsches Hemd getragen hat, ist völlig egal. Sünde ist Sünde.

    Es gibt nur einen Ausweg – die öffentliche Reue, die Selbstbezichtigung, das offene Anerkennen der Sündhaftigkeit, die Selbstdemütigung vor den Augen der Welt.

    Ich verstehe nicht, wie man sowas ernsthaft verteidigen kann.

    Antwort

  23. Kennst Du den Spruch „walk a mile in my shoes“?

    Könntest Du Dir eventuell vorstellen, wie es für eine frau ist, wenn selbst bei solch feierlichen Anlässen nackte oder halbnackte Frauenkörper als Synonym für „Let´s party“ jedem aufs Auge gedrückt werden?

    Da wird frau gleich als hysterisch, spiessig-verklemmt, und hat Verfolgungswahn diffamiert. Nur weil ihr euch weigert, Frauen anders zu sehen als lediglich Gebrauchsgegenstände zur eigenen Triebbefriedigung. Nur weil ihr euch weigert, überhaupt dieses patriarchale Dogma, Frauen seien dafür da dem Mann sexuell zu dienen, in Frage zu stellen.

    Nein, da wird auch noch haaarspalterisch zwischen erotisch und pornografisch unterschieden, als ob das in dem Zusammenhang überhaupt einen Unterschied macht.

    Was hatte denn die aufdringliche primitiv männliche Darstellung von „Erotik“ hier verloren? Und ja, es ist vulgär und primitiv. Das wäre es auch, wenn Frauen umgekehrt den männlichen unbekleideten Körper so plakativ präsentieren würden. Aber hast Du eine Frau gesehen, die so ein Hemd mit halbnackten Männermodells trägt?

    Und könntest du Dir überhaupt vorstellen, dass eine frau ausgerechnet an so einem Ort und zu so einem Anlass so ein Hemd tragen würde? Niemals.

    Diese Sexbesessenheit ist so erbärmlich. Damit verdienen Männer keinen Respekt.

    Sandra

    Antwort

  24. Ich zitiere mal aus dem Gedächtnis: Es ist eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Wissenschaft.

    „Ganz gleich, was immer jemand getan hat – wenn er die Grenze zu SÜNDE überschritten hat, ist das alles nichts mehr wert.“

    Genau dieser Mangel an Grenzziehung ist das Problem nicht nur der Religion, sondern auch von diktatorischer Regimes. So wurde man in der DDR behandelt, wo die Leistung auch weniger wert war als der „Klassenstandpunkt“. Mit der Folge, dass man mit dem richtigen Standpunkt auch schlechte Leistungen verkaufen konnte. Was das für Folgen für die Wissenschaft haben kann, ist offenkundig.

    Spätestens, wenn man auf dem OP-Tisch liegt, wünscht man sich wohl, dass der Operateur sein Handwerk beherrscht und eben nicht nur aufgrund politischer Anpassung seinen Job bekam.

    Es ist ganz einfach so, dass man in einer offenen Gesellschaft es aushalten muss, dass Leute solche Hemden tragen. Es ist geradezu Merkmal einer offenen Gesellschaft, dass das möglich ist.

    Antwort

  25. @Sandra

    „Nur weil ihr euch weigert, Frauen anders zu sehen als lediglich Gebrauchsgegenstände zur eigenen Triebbefriedigung. Nur weil ihr euch weigert, überhaupt dieses patriarchale Dogma, Frauen seien dafür da dem Mann sexuell zu dienen, in Frage zu stellen.“

    Belegst Du bitte mal, wo hier einer der Kommentatoren solche Behauptungen aufstellt oder auch nur ansatzweise an diese Dinge glaubt?

    Ich sage voraus: Du wirst es nicht können.Du wirst hier keinen Beleg dafür finden. Denn es ist nichts weiter als eine Unterstellung. Dein Vorwurf gegen uns und die Männer an sich gelingt eben nur durch solche Unterstellungen.

    „Kennst Du den Spruch „walk a mile in my shoes“? „

    Du bist herzlich eingeladen, dies ebenfalls mal zu versuchen, anstatt auf der Basis von feministischen Theorien über die Wünsche und das Empfinden von Männern zu spekulieren.

    Antwort

  26. @Sandra:
    Wo genau hat hier irgendeiner sich geweigert oder Argumentiert dass „Nur weil ihr euch weigert, Frauen anders zu sehen als lediglich Gebrauchsgegenstände zur eigenen Triebbefriedigung. Nur weil ihr euch weigert, überhaupt dieses patriarchale Dogma, Frauen seien dafür da dem Mann sexuell zu dienen, in Frage zu stellen.“.
    Es ist doch vielmehr so, dass genau Du den Männern unterstellst, dass sie triebgesteuert sind… Toleranz? Fehlanzeige, interessant wie von einem T-Shirt eines Wissenschaftlers auf die Einstellung der aller Männer geschlossen wird…
    Darf dann auf Basis von diesem hier (https://www.youtube.com/watch?v=bWVDk68qjXw) ich alle Frauen bezichtigen, nur immer ans Reiten zu denken (Wortspiel im doppelten Sinne des Wortes o), muss da jetzt auch ein Shitstorm her? Sagen wir es so, ich halte Dich für einen Troll der das sehen will was er möchte und ansonsten diskussionsbereit ist wie ein Bahnschwelle, alle rationalen Argumente prallen werden ignoriert, eine Diskussion kommt so nicht zu stande. Das schein das Wesen und die Toleranz des heutigen Feminismus zu sein, ihn auszumachen… . Es ist eigentlich entlarvend, wenn Du beim Anblick von Frauen in Badekleidung automatisch ans ficken denkst (du bist ja ein Mann und weist das ja, gell), und Deine Gedankenwelt auf andere überträgst; das ist so individuell und weit weg von jeder Schublade… :o) /Ironie off
    Don't feed the Troll..
    chris

    Antwort

  27. @Schoppe

    Bevor wir weiter aneinander vorbeischreiben: Es ist nicht nur meine Interpretation sondern die Interpretation vieler Frauen.

    Und da Du Lehrer bist, weisst Du doch genau, dass es nicht nur wichtig ist was man vorträgt, sondern auch wie man es tut.

    Wenn Du schlaff vor der Klasse stehst und monoton Text aus Deinem Lehrbuch herunterliest, unterstellt man Dir Desinteresse am unterrichten. Egal wie richtig der Text ist. Jetzt herzugehen und diesen Vorwurf zu kontern mit „Stimmt doch gar nicht, du bist doch desinteressiert und deswegen findest Du mein Verhalten so“ ist doch absurd.

    Das kannst Du doch nicht ernstmeinen.

    @ Lomi

    so, so, eine „offene Gesellschaft“ muss es also aushalten, dass Leute solche Hemden tragen? Aber in dieser offenen Gesellschaft darf frau dann nicht sagen, dass sie das sexistisch, vulgär und deplatziert findet? Und sie dürfen es nicht einmal denken und angewidert sein?

    Das scheint mir keine offene Gesellschaft zu sein, sondern eine wo Männer alles tun dürfen und Frauen das Maul zu halten haben. Und sich womöglich auch noch darüber freuen sollen.

    Ist das wirklich Dein Verständnis einer offenen Gesellschaft?

    Sandra

    Antwort

  28. „Diese Sexbesessenheit ist so erbärmlich. Damit verdienen Männer keinen Respekt.“

    Noch mal anders:

    Ich mag Sex, ich sehe gerne nackte Frauen (Das Hemd finde ich doof und geschmacklos, aber so what). DU magst es nicht, dass Männer sich an Frauenkörpern ergötzen und so oft an Sex denken.

    Eigentlich stehen wir uns jetzt gegenüber als zwei Personen mit je unterschiedlichen Werthaltungen. Wie ich tatsächlich handele, wie ich z.B. mit meiner Partnerin umgehe oder auch sonst mit Frauen, darüber weißt Du erst einmal nichts. Vielleicht solltest Du mich fragen…

    Wie müssen wir uns jetzt verhalten? Eigentlich müssten wir jetzt etwas aushandeln. Wir müssten versuchen, die Perspektive des Anderen nachzuvollziehen. Immerhin kritisierst Du ja meine Vorlieben. Ich soll Dir also entgegenkommen. Dann solltest Du mich überzeugen, warum ich falsch liege bzw. ich sollte Dir begreiflich zu machen versuchen, wieso ich so bin und was es bedeutet.

    Und beide sollten wir anerkennen, dass wir als Individuen die Dinge unterschiedlich sehen und sehen dürfen.

    Stattdessen sagst Du:
    „Diese Sexbesessenheit ist so erbärmlich. Damit verdienen Männer keinen Respekt.“

    Du setzt Deine Werthaltung absolut. Und damit wertest Du meine ab, als Pathologie, als krankhaft. Damit ist meine Menschlichkeit insgesamt in Frage gestellt. Männer verdienen keinen Respekt, weil sie besessen sind, sagst Du. Wir sind also eh Menschen zweiter Klasse. Wozu da noch reden. Es ist ja alles schon gesagt. Wenn auch nur ausschließlich von DEINEM Standpunkt aus.

    Antwort

  29. @Sandra
    „Aber in dieser offenen Gesellschaft darf frau dann nicht sagen, dass sie das sexistisch, vulgär und deplatziert findet? Und sie dürfen es nicht einmal denken und angewidert sein?“

    Dazu passt ja Deine andere Aussage

    „dass es nicht nur wichtig ist was man vorträgt, sondern auch wie man es tut.“

    OK, und wie hast Du es vorgetragen? So:

    „Diese Sexbesessenheit ist so erbärmlich. Damit verdienen Männer keinen Respekt.“

    Keine weiteren Fragen, Euer Ehren…

    Antwort

  30. @Sandra:

    »Könntest Du Dir eventuell vorstellen, wie es für eine frau ist, wenn selbst bei solch feierlichen Anlässen nackte oder halbnackte Frauenkörper als Synonym für „Let´s party“ jedem aufs Auge gedrückt werden?«

    Könntest Du Dir eventuell vorstellen, dass Deine Perspektive nicht die Perspektive *aller* Frauen ist? Genau *das* kannst Du Dir offenbar *nicht* vorstellen. Denn Du konstruierst mit der inklusiven Formulierung »für eine frau« (die tatsächlich »für alle Frauen« und »für jede einzelne Frau« meint) einen fundamentalen Gegensatz und einen prinzipiellen Graben der Verständnislosigkeit zwischen Männern und Frauen, der letztlich nichts anderes produziert als eine feministische Bevormundung erstens aller Männer, weil sie Männer sind, und aller Frauen, welche sich einen bestimmten radikalfeministischen Anspruch nicht zu eigen machen.

    Tatsache ist: Dein Standpunkt ist *nicht* der Standpunkt aller Frauen oder jeder einzelnen Frau, sondern stellt eine illegitime *Vereinnahmung* »aller Frauen« oder »jeder einzelnen Frau« dar.

    Tatsache ist weiterhin: eine »hysterische, spiessig-verklemmte« Einstellung zur Sexualität lässt sich an vielen radikalfeministischen Äußerungen aufzeigen. Insbesondere an Deiner Behauptung, die Unterscheidung zwischen »erotisch« und »pornografisch« sei »haarspalterisch«. Wer dies für haarspalterisch hält, dem unterstelle ich *tatsächlich* eine verklemmte Einstellung zur Sexualität.

    Und ich habe nicht das geringste Problem damit, wenn sich eine Frau ein T-Shirt mit beispielsweise dem halbnackten Wladimir Putin darauf anzieht. Denn ich halte das Bekenntnis eines Menschen, einen anderen Menschen oder einen Stiltypus von Menschen »scharf« zu finden, nicht für Disrespekt, sondern für eine Form der Anerkennung!

    Fazit: Du wirst Deinen spezifischen Standpunkt eines sexnegativen Feminismus nicht unter dem Deckmantel einer Berufung auf angeblich allgemeine Standards durchdrücken können. Komm' klar damit! Im Übrigen bin ich auf Deinen Respekt nicht angewiesen, den ich mir – wenn überhaupt – ohnehin nur durch eine Unterwerfungsgeste verschaffen könnte. Ich kenne zum Glück genug Frauen, die mir den Respekt erweisen, den ich mir wünsche – was auch auf Gegenseitigkeit beruht.

    Antwort

  31. @Sandra

    „Bevor wir weiter aneinander vorbeischreiben: Es ist nicht nur meine Interpretation sondern die Interpretation vieler Frauen.“

    Nein. Das ist Blödsinn. Es ist eine typische Mob Erscheinung von Menschen, die so denken wie du und solche arroganten unsinnigen Claims wie auch andere rassistische Superiority Ideen haben und von den dazu typischen Unterstellungen profitieren und von „offener Gesellschaft“ reden. Als ob sie die tatsächlich haben wollten.

    Everything but.

    „Das scheint mir keine offene Gesellschaft zu sein, sondern eine wo Männer alles tun dürfen und Frauen das Maul zu halten haben. Und sich womöglich auch noch darüber freuen sollen.“

    Das ist ja nun wohl genau umgekehrt und wird auch massiv so angestrebt.

    Die Luft für dies wird nach diesen für andere auch sehr sichtbare Scam und Mob Erscheinungen dünner.

    Auch Twitter wird Probleme mit dem Alignment mit Jaclyn Friedmann's WAM!, die versucht über ideologische Denunziation solche Mobs zu schützen, bekommen.

    Feminismus an sich kommt weiter in den Fokus und zwar für was das eigentlich wirklich ist. Weltweit. Und die totalitär rassistisch denkenden Anhängerinnen, zu denen du dich selbst offensichtlich auch zählst.

    Die Maskerade fängt an vorbei zu sein.

    Und eine tatsächlich offene Gesellschaft wird wieder möglich. Ohne dekadent faschistoid inklinierte, die als Diebe, die haltet den Dieb schreien auftreten und sich damit für sehr clever halten.

    Antwort

  32. Und schon wieder schreiben wir aneinander vorbei.

    Ich finde es schräg, wie plump und primitiv sich Männer an Frauenkörpern ergötzen und finde es nervig, wie oft Männer an Sex denken wenn diese Denke mich direkt betrifft. Also zum Beispiel wenn ich mich mit einem Mann unterhalte und er starrt mir die ganze Zeit auf meine Brüste und hört mir gar nicht richtig zu.

    Aber das ist hier nicht der Punkt. Was mich (und viele andere) massiv stört, ist, dass Männer ihre Sexualität allen öffentlich ständig, penetrant und aufdringlich aufs Auge drücken.

    Hätte er sein Hemd alleine zuhause getragen, wäre es zwar immer noch sexistisch, aber kein Mensch hätte sich daran gestört, weil es keiner mitbekommen hätte.

    Sandra

    Antwort

  33. @Sandra

    Mir springen bei Ihren Äußerungen einige Formulierungen geradezu mit Lichtgeschwindigkeit ins Auge. Nehmen wir mal das hier:

    >Nur weil ihr euch weigert, Frauen anders zu sehen als lediglich Gebrauchsgegenstände zur eigenen Triebbefriedigung.

    Aber Ihnen ist schon klar, dass es bei solchen Formulierungen primär um Ihre inneren Bilder und Imaginationen geht? Dass Sie diese ins Innere anderer Menschen verlegen (müssen!), ändert daran gar nichts. Es sind und bleiben Ihre Imaginationen, und die sagen sehr viel. Aber eben nicht über die anderen!

    Deshalb auch Ihre Rede von „primitiv männliche Darstellung von „Erotik““ – ja, was Angst macht, muss als primitiv exkommuniziert werden. Es muss woanders einen Ort finden – auf Biegen und Brechen. Ohne das mysteriöse Patriarchat kann so was natürlich nicht laufen ;-).

    Dazu passt auch die Verweigerung gegenüber Differenzierungen:

    >Nein, da wird auch noch haaarspalterisch zwischen erotisch und pornografisch unterschieden, als ob das in dem Zusammenhang überhaupt einen Unterschied macht.

    Vorschlag: Könnten Sie Ihre verbrämten Sexualängste vielleicht anders ausleben? Denn um nichts anderes geht es in Ihren Äußerungen.

    Antwort

  34. @Sandra:

    »Aber das ist hier nicht der Punkt. Was mich (und viele andere) massiv stört, ist, dass Männer ihre Sexualität allen öffentlich ständig, penetrant und aufdringlich aufs Auge drücken.«

    Als Mann kann ich Dir sagen, dass mir Frauen ebenfalls ihre Sexualität »aufs Auge drücken«, wenn sie beispielsweise von oben herab kokettierend zum Ausdruck bringen: »Ich weiß, dass ich 'ne scharfe Schnitte bin, aber *Du* wirst mich nicht anfassen!«. Eine Erfahrung, die Du als Frau so niemals machen wirst. Das gruselt micht nicht nur persönlich, sondern auch stellvertretend für meinen Sohn, dem ich bald beibringen muss, mit solchen Exemplaren umzugehen, die in ihrer eigenen, zur Schau gestellten und darin »aufs Auge gedrückten« Sexualität nur ein Mittel der Selbstbestätigung sehen und die kalkuliert provozierten Reaktionen der Männer am Ende kalt ablaufen lassen. Und in der feministischen Variante obendrein auch noch »Sexismus!« brüllen, wenn der Mann darauf reagiert.

    Deine Perspektive ist von einer phänomenalen Einseitigkeit, die unterstellt, das »aufs Auge drücken« von Sexualität sei eine spezifische Eigenschaft von Männern. Du bist offenbar schlechterdings unfähig, Dir vorzustellen, wie das andersherum funktioniert, und konstruierst daraus eine besondere, angeblich »primitive« Sexualität des Mannes.

    Dieses »aufs Auge drücken« von Sexualität ist tatsächlich ein alltäglicher Vorgang in einer Gesellschaft, die sich irgendwann mal entschlossen hat, bei diesem Thema eine gewisse Liberalität walten zu lassen. Und damit meine ich jetzt *nicht* die Art von Übersexualisierung, wie sie in der Werbung stattfindet, sondern die alltäglichen Begegnungen von Männern und Frauen in der Öffentlichkeit, die sich nicht mehr in der Art und Weise des viktorianischen Zeitalters mit Kleidung verhüllen. Diesen Umstand zu einem Problem der *männlichen* Sexualität zu erklären ist ein Spiegelbild des Tschadors, der die öffentliche Sichtbarkeit von Geschlechtszugehörigkeit zu einem Problem der weiblichen Sexualität erklärt.

    Antwort

  35. OK, gehen wir doch mal davon aus, dass dies nicht die Perspektive *aller* Frauen, sondern die *vieler* Frauen ist.

    Dann wäre meine Frage an Dich jetzt: „Könntest Du Dir eventuell vorstellen, wie es für viele Frauen ist, wenn selbst bei solch feierlichen Anlässen nackte oder halbnackte Frauenkörper als Synonym für „Let´s party“ jedem aufs Auge gedrückt werden?“

    Und, was antwortest Du jetzt?

    Und vielleicht haben die Frauen, die Du kennst, deswegen Respekt vor Dir, weil Du ihnen nicht ungefragt und penetrant Deinen Triebstau aufs Auge drückst? Oder vielleicht denkst Du nur, sie hätten Respekt und in Wirklichkeit haben sie Angst vor Dir, was Du mit Respekt verwechselst?

    Ich kenne Dich nicht, ich kenne die Frauen nicht, die Du kennst (zumindest nicht bewußt), daher kann ich das nicht sagen.

    Sandra

    Antwort

  36. @Sandra

    Du wirkst wie ein Teenager, der in der Erwachsenenwelt mit seinen nicht mehr ganz naseweisigen Unterstellungen gehör finden will.

    „Und vielleicht haben die Frauen, die Du kennst, deswegen Respekt vor Dir, weil Du ihnen nicht ungefragt und penetrant Deinen Triebstau aufs Auge drückst? Oder vielleicht denkst Du nur, sie hätten Respekt und in Wirklichkeit haben sie Angst vor Dir, was Du mit Respekt verwechselst?“

    So etwas ist einfach nur dumm, dreist und lächerlich.

    Wenn du von anderen Menschen, insbesondere Männern, Respekt haben möchtest oder den nicht bekommst, liegt es nicht daran, dass sie dir irgendwie ihren Triebstau „aufs Auge“ drücken, sondern dran, dass du dich derart bös und kindlich verhälst und es nicht schaffst da heraus- oder weiterzukommen.

    Und dich stattdessen einer feministischen Ideologie anschließt, die genau diese unreifen Frauen bedient.

    Du hast hier einige ziemlich gute und auf dich auch eingehenden Antworten bekommen. Von dir kam bisher nur kindlicher Trotz und die Unterstellung man würde aneinander vorbeireden. Auch das ist billige Masche, die mittlerweile überall im Netz zu besichtigen ist. Weltweit.

    Die Geduld dafür schwindet. Zurecht.

    Antwort

  37. Also auf der Strasse stellen sich Dir wildfremde Frauen in den Weg und texten dich an, dass sie „ne heisse Schnitte sind aber Du sie nicht anfassen darfst“? Oder sie sprechen Dich auch nur von der Seite an? Oder sie starren dich auch nur penetrant an und reiben sich dabei den Schritt?

    Warum glaube ich Dir das nicht?

    Ausserdem konstruiere ich die Primitivität nicht, sondern ich stelle sie fest. Und zwar hier am Beispiel eines Hemdes. Es wird ja damit nicht „nur“ Sexualität ungefragt nach aussen dargestellt. Sondern diese Darstellung erfolgt ja auch noch durch Aneignung von Frauenkörpern als Objekten.

    Warum ist das so schwer zu verstehen? Hätte er z.B statt dieses Hemdes ein enges unbedrucktes T-Shirt getragen und damit seinen eigenen (eventuell sogar durchtrainierten – er sieht nicht aus wie ein Hänfling) Körper gezeigt, hätte das niemanden gestört. Selbst wenn man das als Darstellung der eigenen Sexualität hätte lesen können. Er hätte sich aber nichts angeeignet und nur sich selber dargestellt und nicht seine triebhafte Gier nach Frauenkörperobjekten.

    Eigentlich doch ganz einfach, oder?

    Sandra

    Antwort

  38. @Sandra:

    »Dann wäre meine Frage an Dich jetzt: „Könntest Du Dir eventuell vorstellen, wie es für viele Frauen ist, wenn selbst bei solch feierlichen Anlässen nackte oder halbnackte Frauenkörper als Synonym für „Let´s party“ jedem aufs Auge gedrückt werden?“«

    Das kommt ja ziemlich auf den Kontext an. Nehmen wir an, ein Team von Ärztinnen findet ein Heilmittel gegen Ebola, oder ein Team von Archäologinnen ein neues Pharaonengrab – es wäre mir ziemlich gleich, wie die sich anziehen, weil sie sich ihre »hour of fame« leidlich verdient hätten. Wenn man etwas schräg oder »nerdig« drauf sein muss, um bestimmte Leistungen zu produzieren – warum denn nicht?

    Das Problem liegt zum einen im Auge des Betrachters bzw. der Betrachterin. Wenn man es – wie Du – in ein Framing von »Patriarchat« und »Frauen als dienstbare Objekte« einsortiert, dann kommt man eben zu anderen Urteilen als wenn man das Maß an Sexualtrieb und Sexismus zwischen den Geschlechtern für gleichverteilt hält.

    Und es liegt, wie gesagt, im Kontext: wenn ein Universitätsdozent mit der Macht, Noten zu vergeben, in so einem T-Shirt herumlaufen würde, fände ich das wesentlich bedenklicher, weil er sich in einer konkret angebbaren (»Hochschullehrer«) statt einer bloß imaginierten (»Patriarchat«) Machtposition befindet und die Möglichkeiten, sein Verhalten zu bewerten, damit erheblich einschränkt.

    Genau dadurch, dass feministische Ideologie von solchen Kontexten abstrahiert und immer wieder nur dasselbe empirisch unhaltbare Deutungsschema vom universellen »Patriarchat« überstülpt, wird sie zu einer eigenen gesinnungsterroristischen Gewalt. Matt Taylor war ein *Opfer*, nämlich Opfer eines Schauprozesses chinesischer Provenienz, exerziert von Feministinnen.

    Antwort

  39. Das Problem ist, dass Personen wie Sandra und ihre zahlreichen männlichen Unterstützer noch viele Jahre die Herrschaft über Medien, Parteien, Behörden mit Frauenbeauftragten und Universitäten mit ihren wachsenden Genderabteilungen haben werden. Mir machen so Leute Angst. Ih kann nur hoffen, dass diese ideologische Intoleranz nicht irgendwann in ein totalitäres Staatswesen umschlägt.

    Antwort

  40. @Sandra

    »Also auf der Strasse stellen sich Dir wildfremde Frauen in den Weg und texten dich an, dass sie „ne heisse Schnitte sind aber Du sie nicht anfassen darfst“? Oder sie sprechen Dich auch nur von der Seite an? Oder sie starren dich auch nur penetrant an und reiben sich dabei den Schritt?«

    Sie stellen sich nur dann in den Weg und reiben sich nur dann den Schritt, wenn es sich um betrunkene Punkerinnen handelt, aber die meine ich hier nicht. Sondern Blickkontakt und nonverbale Kommunikation sind dabei völlig ausreichend. Shoshana Roberts in ihrem »10-Stunden-belästigt-werden«-Clip ist selbst ein Beispiel dafür, weil sie in ihrem Auftreten (sie kann nicht nicht kommunizieren) den »Negern« und »Spics« in Harlem exakt dies kommuniziert.

    »Warum glaube ich Dir das nicht?«

    Weil Dir als Frau die entsprechende konkrete Erfahrung fehlt. Es muss sich nicht *exakt* wie das männliche Verhaltensäquivalent abspielen, um sexistisch und ungefragt sexualisierend zu sein.

    »Ausserdem konstruiere ich die Primitivität nicht, sondern ich stelle sie fest. Und zwar hier am Beispiel eines Hemdes. Es wird ja damit nicht „nur“ Sexualität ungefragt nach aussen dargestellt. Sondern diese Darstellung erfolgt ja auch noch durch Aneignung von Frauenkörpern als Objekten.«

    »Primitivität« ist ein Werturteil, keine Tatsache. »Aneignung von Frauenkörpern als Objekte« ist eine Interpretation. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass das T-Shirt im Kontext einer Death-Metal-Band anzusiedeln ist: in diesem Fall würde es eine musikalische Präferenz ausdrücken und die ganze psychologisierende Intepretation über Taylors Sexualtrieb wäre ohnehin für die Katz!

    »Warum ist das so schwer zu verstehen?«

    Weil die »triebhafte Gier nach Frauenkörperobjekten« selbst eine sexistische Unterstellung ist! Es ist psychologische Ferndiagnose, angetrieben von der unreflektierten Anwendung ideologisch vergifteter Phrasen, angetrieben von dem Axiom, das männliche Sexualität a priori als schmutzig zu bewerten ist, und in den Zirkelschluss mündet, dass das, was *manche* Frauen als schmutzig *empfinden*, aufgrund der unterstellten Verfasstheit der männlichen Sexualität »objektiv schmutzig« sei.

    Antwort

  41. Ein Opfer wäre er gewesen, wenn man ihn zuvor gezwungen hätte, dieses Hemd anzuziehen. Hat man das?

    Und Du hältst wirklich das Maß an Sexualtrieb und Sexismus zwischen den Geschlechtern für gleichverteilt?

    Und Du denkst wirklich, wenn man eine große Leistungen vor der Öffentlichkeit präsentiert, ist es egal ob man dabei Anzug trägt oder einen Lendenschurz oder mit seinem Hemd allen zeigt, dass man seine Sexualität durch Inbesitznahme von Frauenkörpern auslebt?

    Und meine Frage hast Du auch nicht beantwortet.

    Könntest Du Dir eventuell vorstellen, wie es für viele Frauen ist, wenn selbst bei solch feierlichen Anlässen nackte oder halbnackte Frauenkörper als Synonym für „Let´s party“ jedem aufs Auge gedrückt werden?

    Antwort

  42. „Aber das ist hier nicht der Punkt. Was mich (und viele andere) massiv stört, ist, dass Männer ihre Sexualität allen öffentlich ständig, penetrant und aufdringlich aufs Auge drücken.“

    Man kann gar nicht genug betonen, wie verquer und absurd die Wahrnehmung dieser Frau ist. Es sind also nur und ausschließlich Männer – und die Formulierung lässt vermuten, dass es sich tatsächlich um alle Männer handelt – die ständig, d.h. kontinuierlich mit all ihrem Aufreten in der Öffentlichkeit ihre „Sexualität“ allen – d.h. in diesem Fall wohl „allen Frauen“ – aufs Auge drücken. Dies wird dargelegt am Falle eines Hemdes.

    Nun, ein ganz banales alltägliches Gegenargument, am Beispiel meiner Freundin, und wie sie so tagtäglich rumläuft: Meist knallenge Leggings, im Sommer meist nichts drunter, tief dekolltiert, damit das Tattoo auf ihrer Brust besonders gut zur Geltung kommt – und auch die Brust selbst. Im Sommer ist es zeitweise schwierig bei dem wenigen, was sie trägt, überhaupt von Kleidung zu sprechen. Ja, von einem gewissen Standpunkt aus betrachtet, „drückt sie allen ihre Sexualität aufs Auge“. Nun werden aber verehrte Sandra und viele andere es so hindrehen, dass nicht sie es ist, die das tut, sondern ich derjenige bin, der mit ihr an meiner Seite sexuell ständig und ohne Unterlass provoziert. Genau solche Kommentare musste ich aus meinem Freundeskreis schon zur Genüge über mich ergehen lassen. Mitunter war ich dann durch sie – und ausschließlich durch ihre äußere Erscheinung – in gewissen Kreisen kein gern gesehener Gast mehr.

    Sexualität wird aber in erster Linie von Frauen in einer wenig subtilen Form „allen aufs Auge gedrückt.“ Makeup, Frisuren, Hair Extensions, Brustvergrößerungen, Fingernägel, body enhancements…. Aber das machen die ja nur des Patriarchats wegen. Ha!

    Vor einigen Jahrzehnten hat man das alles noch als sexuelle Befreiung vor allem der Frau empfunden. Heute ist die sexuelle Befreiung vielen nur noch ein Dorn im Auge. Komischerweise zählen laut diversen Studien erfolgreiche US-Pornodarstellerinnen zu den Menschen mit der höchsten inneren Zufriedenheit und dem höchsten Glücksempfinden.

    Wir sollen Landschaften schön finden, sollen uns für Architektur, die klassischen und modernen Künste begeistern, ja auch absurder abstrakter Kunst sollen wir Schönheit abgewinnen und dieser huldigen. Aber dem, was wir von Natur aus als am schönsten und begehrenswertesten empfinden, nämlich dem menschlichen Körper, dürfen wir nicht huldigen. Machen wir uns nichts vor, es liegt schon seit je her klar auf der Hand: der Feminismus dient – wie nahezu alle Religionen – in erster Linie dazu, die menschliche und ganz besonders die männliche Sexualität zu kontrollieren.

    VT

    Antwort

  43. Es ist das hypoagente Opferspielchen, dass sie dann dazu nutzt paternalistisch aufzutreten.

    Man soll z.B. impertinente Fragen beantworten etc. Ein vulgärpubertäres Bullyingspielchen, das sich auch als Mobbing im Netz offenbart. Da ist jede Menge an projezierender Aggression drin.

    In eine das dann ernst nehmende Erwachsenenwelt transportiert hat das auch ernste Konsequenzen, wenn darauf eingegangen wird.

    U.a. eben wenn zahlreiche männliche Unterstützer das in Medien, Parteien, Behörden mit Frauenbeauftragten und Universitäten mit ihren wachsenden Genderabteilungen etablieren.

    Das schlägt dann tatsächlich in ein totalitäres Staatswesen um.

    Antwort

  44. Das wird hier ja immer schräger hier.

    Wenn Frauen Leggings tragen, dann hat das nichts mit Sex zu tun. Sie tun dies auch weder wegen dem Patriarchat noch wegen Männern (die ja meistens nicht mal ne Legging von ner Capri oder ner langen Unterhose unterscheiden können) sondern nur für sich.

    Eine Legging zu tragen ist auch keine Aufforderung an Männer, sie auch nur auf Sex anzusprechen. OK, wenn die Legging oder das Shirt mit lauter Bildern von Penissen bedruckt wäre, dann käme ich über die Motive vielleicht ins grübeln. Aber sonst: Es hat schlicht nichts damit zu tun.

    Und wenn Du der Schönheit Deines Körper huldigen und ihn präsentieren willst, dann trag doch auch einfach Leggings und enge Tops. Wer hindert Dich daran?

    Keine Ahnung wie das dann aussieht, aber immerhin zeigst Du dann Deinen Körper und eignest Dir nicht ungefragt einen anderen an, der Dir nicht gehört.

    Antwort

  45. @Sandra:

    »Ein Opfer wäre er gewesen, wenn man ihn zuvor gezwungen hätte, dieses Hemd anzuziehen.«

    Man hat ihn nach Art eines Schauprozesses gezwungen, eine moralische Schuld anzuerkennen und »Selbstkritik« zu üben, wo es keinen objektiven und verallgemeinerbaren Anlass gab, sondern nur den Maßstab einer über einseitige öffentliche Diskurmacht verfügenden Ideologie, nämlich der feministischen.

    »Und Du hältst wirklich das Maß an Sexualtrieb und Sexismus zwischen den Geschlechtern für gleichverteilt?«

    Ich will jetzt keine Spekulation über Deine Person anstellen, aber Deinen Mangel an Vorstellungsvermögen in Bezug auf ersteres (Sexualität) finde ich schon auffällig. Und in Bezug auf Letzteres (Sexismus) dürfte spätestens seit der #aufschrei-Kampgane klar sein, dass von Frauen gegen Männer gerichteter Sexismus schlicht nicht öffentlich registriert wird.

    »Und Du denkst wirklich, wenn man eine große Leistungen vor der Öffentlichkeit präsentiert, ist es egal ob man dabei Anzug trägt oder einen Lendenschurz …«

    Es ist nicht egal, aber drittrangig.

    »… oder mit seinem Hemd allen zeigt, dass man seine Sexualität durch Inbesitznahme von Frauenkörpern auslebt?«

    Horseshit! Die Deutung als »Inbesitznahme von Frauenkörpern« ist genau jene mit öffentlicher Diskursmacht unterfütterte ideologische Gewaltsamkeit, die ich meine. Es lässt sich ebenso gut anders herum verstehen: als Ausdruck der Verehrung und Anerkennung eines bestimmten Typus von Frau. Das Dominanzgefälle einer angeblichen »Inbesitznahme« ist nichts weiter als eine Projektion, die aus den ideologischen Prämissen des Feminismus empiriefrei deduziert wird.

    »Und meine Frage hast Du auch nicht beantwortet.«

    Doch. In einem anderen Kommentar.

    Antwort

  46. Sandra

    „Und meine Frage hast Du auch nicht beantwortet.“

    Du bist auf die zahlreichen Argumente von den Kommentatoren hier nicht eingegangen.

    „eignest Dir nicht ungefragt einen anderen an, der Dir nicht gehört.“
    Auf dem Hemd sind Frauenkörper abgebildet. Ja. Wo ist da die Aneignung? Es sind immer noch Bilder. Es sind nicht die Körper von tatsächlich existierenden Frauen. Schon da ist Deine Argumentation nicht überzeugend.

    „Wenn Frauen Leggings tragen, dann hat das nichts mit Sex zu tun. Sie tun dies auch weder wegen dem Patriarchat noch wegen Männern (die ja meistens nicht mal ne Legging von ner Capri oder ner langen Unterhose unterscheiden können) sondern nur für sich.“

    Sie mögen es für sich tun, aber es wäre naiv, wenn sie nicht wüssten, dass eine Leggins etwas auslöst bei Männern. Diesbezüglich tragen Frauen eine Verantwortung für ihr Tun.

    „dass man seine Sexualität durch Inbesitznahme von Frauenkörpern auslebt?“

    Wo zeigt das Hemd eine Inbesitznahme? Das ist wieder mal eine Interpretation, die man erst einmal belegen müsste, anstatt sie als absolute und unanfechtbare Wahrheit zu behaupten.

    Und genau letzteres ist Dein Problem: alles, was Du sagst, trägt nicht mal den Hauch von Selbstkritik in sich. Alle Argumente werden ignoriert, die eigene Position, so wackelig sie ist, und vor allen so wenig überzeugend wie sie ist, wird hochgehalten und alle sollen zustimmen.

    Doch dafür muss man schon mehr bieten. Ich lese hier nur: Forderungen. Aber ich gewinne nicht: Überzeugung.

    Antwort

  47. @ Lomi

    Wo habe ich ein Argument übersehen?

    Wo die Aneignung ist? Schon in meinem ersten Kommentar hier habe ich geschrieben, dass dieses Hemd eine Symbolik für etwas tieferes ist. Einfach oben nochmal nachlesen.

    Dass eine Leggins etwas auslöst bei Männern? Mir haben muslimische Arbeitskolleginnen erzählt, dass selbst der Tschador „etwas“ bei Männern auslöst. Was sollen Frauen jetzt machen? Sich in Luft auflösen? Glaub mir, wenn es sowas wie eine Tarnkappe für Frauen gäbe, mit der sie sich nur für Männer unsichtbar machen könnten, die meisten Frauen würde diese fast immer tragen.

    Und zu gewinnen gibt es hier eh nichts. Ich habe auch nicht angenommen, dass wegen meines Kommentars hier jetzt alle zu überzeugten Feministen werden. Ich habe mich nur so sehr geärgert darüber, wie unreflektiert und einseitig und verharmlosend #shirtgate hier dargestellt wurde, bis ich geplatzt bin und hier meine Meinung geschrieben habe.

    Und glaub mir, es ist nicht nur meine Meinung. Wir sind viele. Und wir werden immer mehr.

    Antwort

  48. Sandra

    “ Schon in meinem ersten Kommentar hier habe ich geschrieben, dass dieses Hemd eine Symbolik für etwas tieferes ist. Einfach oben nochmal nachlesen.“

    Darauf haben wir Dir mehrfach entgegengehalten, dass diese „Symbolik“ Deine Interpretation des Shirts ist (und die derjenigen, die Deine Meinung teilen). Diese „Symbolik“ existiert ja nicht als objektive Wahrheit. Eine symbolische Bedeutung wird einer Sache von Menschen zugeschrieben. Du unterstellst nun, dass dieses Hemd eine eindeutige Symbolik habe und dass diese für alle Menschen gültig sei. Doch auf welcher Basis eigentlich?

    Mit Gewissheit hast Du den Träger des Shirts gar nicht befragt. Du meinst zu wissen, was er damit ausdrückt. Aber hätte dieser Mensch nicht ein Recht, selber was dazu zu sagen? Er müsste doch am besten wissen, was er sich bei dem – wie gesagt geschmacklosen – Teil gedacht hat.

    Aber ich lese bei Dir nur eine vor Selbstbewusstsein strotzende Behauptung, es ja schon ohne Nachfrage wissen zu können. Nur woher?

    Zweitens zeigt Deine Aussage zur Symbolik, dass Du selber weißt, dass die von Dir behauptete Inbesitznahme durch ein Hemd gar nicht stattfindet. Es sei ja nur ein Symbol dafür. Über die Tragfähigkeit dieser Unterstellung sprach ich ja schon. Aber de facto ist so ein Hemd recht folgenlos, dadurch geschieht den Körpern einer Frau rein gar nichts. Insofern ist die Behauptung der „Inbesitznahme“ deutlich überzogen.

    „Dass eine Leggins etwas auslöst bei Männern? Mir haben muslimische Arbeitskolleginnen erzählt, dass selbst der Tschador „etwas“ bei Männern auslöst.“

    Auch das ist nicht überzeugend. Denn warum setzen Frauen, die sich für Männer schön machen (kommt vor), dann doch eher auf Ausschnitt, enges Beinkleid und sonstwie figurbetonte Kleidung? Warum verzichten sie da lieber auf den Tschador?

    Hier sehen wir wieder das Problem des Feminismus in Aktion: oben schon hast Du den Unterschied zwischen Erotik und Pornografie weggewischt. Hier wischt Du den Unterschied zwischen ent- und verhüllender Kleidung beiseite. Differenzierungen sind nicht Sache des Feminismus, begriffliche schon mal gar nicht. Am Ende muss sich alles über den selben Leisten schlagen.

    Aber das hat etwas zwanghaftes, weil es das Gegenüber (hier: der Mann) nicht aus der Nummer rauslässt, egal, wie defensiv er sich verhält. Die Anklage bleibt immer schrill und gleich schwerwiegend. Der Mann mit den Bikini-Mädchen wird nicht besser behandelt als der Pornoproduzent. Der Mann, der „hallo“ sagt, wird genauso verurteilt wie der, der eine Frau körperlich bedrängt.

    Die Folgerung: Es ist am Ende ziemlich egal, wie Mann sich verhält, wenn das im Urteil einer Feministin keinen großen Unterschied macht.

    Antwort

  49. @Ana-nym:
    Die Tarnkappe scheint zu funktionieren…
    http://www.focus.de/panorama/welt/body-painting-model-spaziert-nackt-durch-new-york-unbemerkt_id_4276473.html
    Ja, und ich gebe Dir recht, die Intoleranz unter Deines gleichen wächst proportional zur ideologischen Verblendung. Die gleiche Symbolik kann ich Deiner Logik nach auch Dir und deines gleichen anhängen, mit dem T-Shirt „I bath in male tears“, das ist sogar noch expliziter als das Hemdchen von Taylor. Aber in Tränen/Schmerzen zu baden ist ja nichts schlimmes für eine Frau, nehme ich mal an. Deine „Argumentation“ kommt mir bekannt vor, das muß vor einiger Zeit hier gewesen sein (ebenfalls zu deinem Lieblingsthema „Sexualität“, damals war der Tenor der gleiche und das Vergewaltigung in -D- praktisch nicht bestraft wird…)…
    Aber Du hast ja bestimmt einen Lösungsvorschlag, wie Man(n) Deinen Anforderungen gerecht wird, und all den Mini tragenden, aufgebrezelten Damen (die das ausdrücklich nur für sich machen) entkommen kann, dann lass mal hören…
    chris

    Antwort

  50. Sandra ist scheinbar die einzige Frau hier. Deshalb möchte ich mich auch mal einschalten und meinen Standpunkt darstellen.

    Das Shirt an sich ist nicht das schönste, keine Frage. Aber sexistisch? Ich empfinde es weder als widerlich noch als beleidigend.
    „So aber wurden Frauen abstrahiert als reine geist- und seelenlose Körperlichkeit nach dem Wunschbild der Männer dargestellt und präsentiert.“ ABSTRAHIERT! Und das ist der Punkt. Es sind Comicfiguren, und Comicfiguren sind nun mal nicht sonderlich realitätsnah. Ob männlich oder weiblich. Über die übertrieben Muskeln von Captain America regt sich auch niemand auf. Und sonderlich wehrlos oder seelenlos sehen die abgebildeten Frauen nun auch nicht aus.
    Für mich als Frau sagt das Shirt aus: lockerer Typ, guter Humor -> Sympathie!

    „Haben solche Männer Respekt verdient?“ Ja, denn er hat zusammen mit seinem Team eine enorme Leistung vollbracht.
    Wir erwarten doch auch alles tragen zu dürfen. Bisher hat sich noch niemand über die durchtrainierten und übertrieben attraktiven Superhelden auf einem meiner nerdigeren Shirts aufgeregt.

    „Nur weil ihr euch weigert, Frauen anders zu sehen als lediglich Gebrauchsgegenstände zur eigenen Triebbefriedigung.“
    Entschuldigt bitte die Ausdrucksweise, aber : WHAT THE FUCK?
    Ich habe nur ein oder zwei Männer kennengelernt die Frauen so sehen. Und das reicht noch lange nicht aus um alle Männer zu verurteilen. Ich habe auch noch keine Frau getroffen die der Meinung ist, das sie nur Lustobjekt sei. ( Deshalb bin ich mir nicht ganz sicher ob du ein Troll bist oder nicht.)
    Aber wenn wir schon bei dem Thema der 'penetranten, aufgedrückten' Sexualität sind, könnte man doch direkt mal männliche Models oder Schauspieler erwähnen die kein Bild auf Facebook oder Instagram posten können, ohne sehr eindeutige Kommentare von Frauen zu erhalten. Frauen 'ergötzen' sich ebenso an schönen Männerkörpern, oder Frauenkörpern. Je nach sexuellen Vorlieben eben.

    „triebhafte Gier nach Frauenkörperobjekten“ … Ich bin sprachlos. Und das ist selten.

    „nackte oder halbnackte Frauenkörper als Synonym für „Let´s party““ Wo ist da das Problem? Bloß weil auf der Eintrittskarte zu einer Party eine anonyme Frau halbnackt dargestellt wurde um den lockeren Charakter der Feierlichkeit zu betonen, wurde ich noch nie aufgefordert mich auszuziehen.

    Liebe Grüße, Emma

    Antwort

  51. Zum Lesen empfohlen:

    http://thefederalist.com/2014/11/17/its-time-to-push-back-against-feminist-bullies/


    Bullies are bad for everyone, actually

    It’s not just women who are hurt by feminist bullies. Everyone is. That’s because human relationships are harmed in the toxic outrage culture. The very perpetuation of humanity relies on men and women getting along well. People who stoke resentment and anger between the sexes, or create false claims about women’s oppression, are making it more difficult for happy, healthy, human relationships to flourish.“

    Antwort

  52. Dazu die schon verstorbene Urfeministin Katharina Rutschky, die sich mit dem Missbrauch von Missbrauch beschäftigte, 1998 über den Feminismus

    „Die Frauenbewegung war und ist in ihren Resten als 'Politik für Frauen' (vulgo Staatsfeminismus) eine Angelegenheit der akademisch qualifizierten Mittelklasse. Ihr Problembewusstsein reichte nur zur Etablierung einer Beschwerdekultur, mit den Männern als Adressaten und Papa Staat als Medizinmann. […] Schon die Studentinnen von 1968 waren nicht benachteiligt, sondern von einer Freiheit gefordert, für die es in der Geschichte kein Beispiel gibt. Statt hier anzusetzen, hat man das überholte Modell der ewig nörgelnden Ehefrau auf Politikformat gepustet.“

    (Mit Dank an von Romberg, der mich darauf aufmerksam machte)

    Antwort

  53. @ Emma Danke für den Kommentar. „Wir erwarten doch auch alles tragen zu dürfen. Bisher hat sich noch niemand über die durchtrainierten und übertrieben attraktiven Superhelden auf einem meiner nerdigeren Shirts aufgeregt.“ Das ist ein Aspekt, der in den Diskussionen um Männer und Frauen auffällig häufig fehlt – zumindest mal kurz zu überlegen, was passiert, wenn man gedanklich „Frauen“ mal durch „Männer“ ersetzt, oder umgekehrt. Oder kurz zu überlegen, wie die Situation aus der Perspektive der anderen aussieht.

    Das Dogma, dass die Perspektiven von Frauen und Männern gar nicht vergleichbar seien, weil die Männer im Patriarchat privilegiert und die Frauen ausgegrenzt seien – dieses Dogma blockiert offenbar die einfache zivile Übung des gedanklichen Perspektivwechsels.

    Zum Beispiel mal kurz zu reflektieren, was denn wohl in einem Mann vorgeht, der gerade neu in der Öffentlichkeit steht, weil er den Erfolg einer intensiven jahrelangen, unglaublichen Arbeit feiern kann – und der bei dieser Gelegenheit dann gleich als fieser Frauenfeind durch die sozialen Medien geschubst wird, nur weil er ein unpassendes Hemd trägt.

    Und es ist ja sogar weit verbreitet, dass Frauen schon als Mädchen mit „durchtrainierten und übertrieben attraktiven“ Männern spielen. Nach der Logik der Taylor-Feinde wäre jedes Mädchen, das mal mit einem Ken zu ihrer Barbie gespielt hat, zu fiesen Sexistin erzogen worden, die Männer bedenkenlos objektifiziert.

    Ich möchte nicht wissen, was los wäre, wenn es für Jungen ganz normal wäre, mit kleinen Puppen von stilisierten, überdurchschnittlich attraktiven Frauen zu spielen. Das wäre MINDESTENS ein Beweis dafür, dass das Patriarchat schon die ganz Kleinen gewissenlos indoktriniert und zur Frauenfeindschaft erzieht.

    Oder was wäre wohl, wenn es diese Angebote für Mädchen äquivalent auch für Jungen gäbe…?

    Antwort

  54. Schoppe

    Ken-Puppen würde der Feminismus ja als Ausdruck patriarchaler Indoktrinierung anprangern.

    Die wesentlicheren Probleme des Feminismus hat „Sandra“ ja eindrucksvoll unter Beweis gestellt:
    – Es werden Interpretationen verabsolutiert, z.B. Annahmen über Motive und Wünsche von Männern, die man aus Äußerlichkeiten ableitet, etwa der Kleidung (umgekehrt soll das nicht gelten, sagt sie. Die leicht Bekleidete behauptet strikt, dass dies nicht gleichbedeutend sei mit dem Wunsch nach Sex)

    Es wird sich an Symbolik aufgehangen: Das Hemd gilt als Symbol für etwas und das Symbol ist ein Problem. Tatsächliches Handeln dieses Menschen spielt keine Rolle, wird nicht erfragt.

    Es werden sämtliche Differenzierungen eingeebnet: Erotik oder Pornografie – für „Sandra“ gibt es da keinen Utnerschied, ist beides gleichermaßen für sie Objektifizierung. Udn schon ein Hemd mit Bikini-Frauen ist „Inbesitznahme weiblicher Körper“. Auch hier kein Unterschied zwischen einer Darstellung und einer Handlung (tatsächliche Inbesitznahme wäre etwa eine Vergewaltigung). Genau diese Differenzlosigkeit zieht sich durch den feministischen Diskurs: schon ein „Hallo“ ist harrasment und eine Form der „Vergewaltigung“ oder wenigstens „sexuelle Gewalt“. Sprache gilt als genauso wirkmächtig wie real über Gewaltmittel ausgeübte Herrschaft. Es gibt keine Abstufungen, keine Grade, keine Unterscheidungen.

    Und dann kommt natürlich dazu, dass sie die Übernahme der Perspektive des Mannes komplett verweigern und alles nur aus ihrer Wahrnehmung interpretieren. Sie verabsolutieren ihre Deutungen und Bewertungen und fordern, dass man sich diesen zu fügen habe.

    Mich irritiert im Moment der zweite Punkt am meisten, die Verweigerung jeglicher Differenzierung. Das ist schon hochgradig seltsam.

    Antwort

  55. @Sandra

    „Dass eine Leggins etwas auslöst bei Männern? […] Was sollen Frauen jetzt machen? Sich in Luft auflösen?“

    Aus feministischen Kreisen kommt doch gerade die (abstruse) Forderungen, alleine der Rezipient habe die Deutungshoheit darüber wie eine bestimmte Handlung zu bewerten sei. Ob ein Blick angemessen oder belästigend ist, entschiedet nicht wer blickt, sondern wer angeblickt wird. Ob ein Kompliment angenehm oder anzüglich ist entscheidet nicht wer das Kompliment gibt, sondern derjenige der es empfängt. Ob ein T-Shirt bei Frauen etwas auslöst (in diesem Fall Frauenunterdrückung, Primitivling, Sexist!) entscheidet nicht wer es trägt, sondern wer es sieht („ansehen/ertragen muss“).
    Ob eine Leggins etwas auslöst entscheidet nicht wer sie trägt, sondern… ach so, in diesem Fall ist die Trägerin Angehörige des unterdrückten Geschlechts. Damit wird automatisch die zuvor lautstark geäußerte Forderung mit sofortiger Wirkung in ihr Gegenteil verkehrt: Handelt es sich bei der Trägerin der Leggins/Blickenden/Kompliment gebenden um eine Frau, so entscheidet sie alleine ob ihre Kleidung/Blick/Kompliment/Handlung angemessen ist. Der Rezipient hat in diesem Fall nichts zu sagen.

    Antwort

  56. Dazu empfiehlt sich ihr Buch „Emma und ihre Schwestern.“ Diese Passage stammt auch womöglich von dort.

    Rutschky ist für ihre Kritik selber auch schon körperlich bedroht worden. Obwohl sie Frauenrechtlerin war.

    Antwort

  57. @LoMi:

    »Und dann kommt natürlich dazu, dass sie die Übernahme der Perspektive des Mannes komplett verweigern und alles nur aus ihrer Wahrnehmung interpretieren. Sie verabsolutieren ihre Deutungen und Bewertungen und fordern, dass man sich diesen zu fügen habe.«

    Diese Abkoppelung von der Erfahrungswirklichkeit und die Fokussierung auf die symbolische Ebene halte ich für das deutlichste Anzeichen, dass es im heutigen Feminismus tatsächlich nicht mehr um reale Deprivationslagen geht, sondern um jene »Diskursmacht«, die auf »patriarchale« Institutionen projiziert, faktisch und uneingestandenermaßen aber von den feministischen Institutionen selbst ausgeübt wird. Nur Diskursmacht und »kulturelle Hegemonie« kann von bloßen Symbolen bedroht werden, und ein Hemd, das von Feministinnen nicht als sexistisch denunziert werden kann, entzieht sich feministischer Diskursmacht.

    Im erweiterten Sinne erklärt diese Bedeutung des Symbolischen auch die Obsession mit sprachlichem Ausdruck wie im »ProfessX«-Kasperletheater. Die »postmoderne Wende« des Feminismus hat theoretisch ausgeformt, was als »weibliche Subjektivität« und »Betroffenheit« bereits am Beginn des »Second-Wave«-Feminismus steht. Bei »Sandra« scheint der subjektive Betroffenheitsaspekt tatsächlich in der Abarbeitung am Thema der sexuellen Verklemmtheit zu liegen, wie ihre Fixierung auf den Begriff der »Aneignung von Frauenkörpern« zeigt.

    Und zugleich erklärt dieser theoretisch aufgemotzte Subjektivismus die innere Schrankenlosigkeit, mit der sich »Betroffenheit« zu politisch gewendetem Narzissmus aufbläst und zwischen den Geschlechtern einen angeblich unüberwindbaren hiatus irrationalis konstruiert. Die Unfähigkeit zur Perspektivübernahme ist ja nicht eigentlich Inkompetenz, sondern ein normativer Anspruch darauf, dass es die Aufgabe von Männern sei, Frauen »glücklich zu machen« – was in der Konfrontation mit Narzisstinnen nur als Unterwerfung unter weibliche Definitionsmacht möglich ist. Insofern trifft die oben zitierte Aussage von Katharina Rutschky, der Feminismus habe das Modell der »dauernd nörgelnden Ehefrau« zum Funktionsprinzip gemacht, exakt den Punkt.

    Die Differenzierungsverweigerung ist dann einfach ein operativer Modus der Unfähigkeit zur Perspektivübernahme. Differenzierung würde bedeuten, sich auf eine *gemeinsame* Welt einzulassen und deren Merkmale in einem Spiel auf Gegenseitigkeit zu »verhandeln«. Darum ist es in innerfeministischen Kontroversen auch so wichtig, sich bei jeder internen Kritik zu vergewissern, dass trotzdem die *Gemeinsamkeiten* nicht in Frage gestellt werden. Narzissmus kennt aber keine »gemeinsamen Welten«, sondern immer nur die eigene, und diese eigene Welt gründet in einer emotionalen Befindlichkeit, die *vor* allen Differenzierungen liegt. »Ich fühle mich betroffen« heißt dann automatisch: »ich habe recht«.

    Und genau dieser Standpunkt wird uns dann als feministischer und weiblicher Beitrag zur Moral verkauft, d.h. das Insistieren auf rationalem Abwägen und Differenzieren wird als »männlich« und »patriarchal« denunziert. Von Carola Meier-Seethaler, einer der deutschen Matriarchats»forscherinnen«, ist überliefert, dass sie auf die banale Frage (einer Frau), *wann genau* die angeblichen Matriarchate denn existiert haben, geantwortet haben soll: »Das ist eine patriarchale Fragestellung«.

    Der Witz ist ja, dass das so genannte »Patriarchat« immer schon durch das Bezogensein von Männern auf das »glücklich machen« von Frauen ausbalanciert war, insofern beutet der Feminismus faktisch auf historisch höchst unkritische Weise ein sehr altes Verhaltensmuster aus.

    Antwort

  58. Djadmoros,

    wie immer hast Du es einfach präziser auf den Punkt gebracht. Dein Kommentar trifft es ziemlich gut. Eigentlich bin ich „Sandra“ sehr dankbar, dass sie diese Seite des Feminismus in praxi eindrucksvoll und sehr greifbar vorgeführt hat.

    Antwort

  59. Ein anderer Vorwurf von Rutschky lautet übrigens, dass der Feminismus nie erwachsen geworden ist und permanent im Gestus eines Pubertierenden verharrt. Das passt auch sehr gut. Heißt: Anklagen, aber nie selber agieren, nie die wirklich wichtigen Fragen stellen.

    Antwort

  60. Da das Thema der „Drohungen/Bedrohungen“ immer wieder hochkommt und es in der Öffentlichkeit/Medien gerne so dargestellt wird, dass dies immer nur von den Feminismuskritikern ausgeht, wäre mal ein Artikel gut, der die Geschichte der Drohungen der Feministen gegen andersdenkende chronologisch aufzeigt, bei z. B. Fr. Vilar angefangen bis heute… Oder gibt es so was schon im Netz?

    Antwort

  61. Bei dem Thema Bedrohungen und versuchte Unterdrückung ist es tatsächlich auch so, dass dies eigentlich nie von Feminismuskritikern ausgeht.

    Alle prominenteren Feminismuskritiker wurden mit Gewalt, Rufmord etc. bis hin zu Bombendrohungen bedroht. U.a. tritt Astrid von Friesen auch nicht mehr persönlich in dem Maße dafür ein. Monika Ebeling, Erin Pizzey etc. Jüngste Beispiel die feministischen Dissidentinnen Cathy Young, Christina Hoff-Sommers, Camilla Paglia etc.

    Auch die Vorkommnisse von bewussten gewaltorientierten Stör- und Verhinderungsaktionen rund um Vorträge herum. Hier in Deutschland und auch Übersee (USA, Kanada, etc.).

    Die Inszenierung als Opfer, u.a. auch durch fingierte Bedrohungen, ist zentraler Teil feministischer Methode und Strategie. Und häufig zu beobachten. Zur Verantwortungs- und Ursachenumkehr spielt auch die Verteidigung bzw. Abgrenzung gegen deformierende Angriffe eine Rolle, die dann als „Beweis“ für die vermeintliche und bewusst hysterisierte unterstellende Gewalttätigkeit des aus feministischer Sicht wahrgenommen Gegners hergenommen wird.

    Eine hypoagente Gewalttaktik zur Erreichung der Deutungs- und Sozialdominaz, die mit auf Proxy-Zielgruppen als letztendlich mit ausführende Allies und die Gegner gerichtet ist.

    Es geht um Unterdrückung und Vernichtung von Kritik und Kritikern.
    Legitimiert durch das „Gute“ Ansinnen und die als „Böse“ angesehenen, wenn nicht bekehrbar bzw. unterwerfbar, zu vernichtenden, Gegner.

    Antwort

  62. Korrektur: …auch die Verteidigung bzw. Abgrenzung von *Feminismuskritikern* gegen deformierende *feministische* Angriffe eine …

    Antwort

  63. „Und Du hältst wirklich das Maß an Sexualtrieb und Sexismus zwischen den Geschlechtern für gleichverteilt?“

    LOL – wir brauchen eine Sexualtrieb-Quote!!!!

    Antwort

  64. […] reguliert wird – dass schon eine als unpassend empfundene Kleidungswahl eines Mannes zu einem massiven Shitstorm führen kann – ist hier natürlich nicht wichtig und überhaupt auch etwas ganz […]

    Antwort

  65. […] nur vorstellbaren Schrecken es etwa gehört, dass ein Mensch zu einer wichtigen Gelegenheit ein unpassendes Hemd tragen […]

    Antwort

  66. […] Kleinigkeiten – Ein Mann sitzt etwas breitbeinig in der U-Bahn! Ein Wissenschaftler trägt ein unpassendes T-Shirt! Er hat mich süße Maus genannt! – aggressiv als Opfer sozialer Gewalt präsentieren […]

    Antwort

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