Wie die BZ einmal die Mütterlobby fertigmachte

„Anke Armbrust, die Frauenbeauftragte des Bezirks Treptow-Köpenick, hatte Frauen eingeladen, die im Sorgerechtsstreit um ihre Kinder in Not geraten sind.“
Die BZ ist die auflagenstärkste Lokalzeitung Berlins und zugleich unter den Boulevardblättern erste Wahl für die, denen die Bild-Zeitung irgendwie zu seriös ist. Eine Marotte, die sich die BZ leistet, sind die Texte von Gunnar Schupelius: fantasievolle Fehlersuchspiele, bei denen der Autor mit viel Witz und Unbekümmertheit möglichst viele Falschinformationen in einem Text, oft auch schon in einem einzigen Satz unterzubringen versucht.

In Berlin geht die Mär, dass derjenige Leser, der alle lustigen Lügen oder frechen Verdrehungen in einem beliebigen Schupelius-Text entdeckt, einen großzügigen Preis gewinnen wird. Leider ist dies bis heute noch niemandem gelungen.

Der oben zitierte Satz ist beispielweise der Anfangssatz eines Schupelius-Textes, der am 30. November in der BZ erschien. Der Name Anke Armbrust ist tatsächlich real, falsch aber ist die Berufsbezeichnung – sie ist Gleichstellungsbeauftragte, nicht Frauenbeauftragte. Eine Fehlinformation mit durchaus hintergründigem Witz.

Wer, außer deutschen Gerichten, käme eigentlich auf die Idee, einer Mutter ein Kind wegzunehmen und es SO einer Gestalt anzuvertrauen?

Die Gleichstellungsbeauftragte hatte auch nicht einfach Frauen eingeladen, die im Sorgerechtsstreit in Not geraten waren – geladen war die Initiatorin der „Mütterlobby“, die klarstellte, dass das System des neuen Familienrechts das Kindeswohl gefährde: nämlich durch die „Destabilisierung von Müttern“.

Die Mütterlobby wiederum propagiert ein Aufwachsen von Kindern ohne Väter und betreibt eine Website, in deren Forum „Kommentare hart an der Grenze zum Aufruf von strafbaren Handlungen ohne Administration durchgehen“ – so schreibt Kai im Frontberichterstatter-Blog. Er berichtet auch von der Referentin Barbara Thieme, Initiatorin der Mütterlobby, die sich in ihrem Forum beklagt, dass „das Grundgesetz, also die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, mit Füssen getreten wird“.

In eben diesem Forum stacheln sich Frauen gegenseitig zur Ausgrenzung von Vätern oder zum Kindesentzug bis hin zum Umzug ins Ausland an – aber das ist in Thiemes Augen natürlich völlig grundrechtskonform. Sie beklagt stattdessen „Nötigungen durch Richter“ – worunter sie offenbar alle richterlichen Entscheidungen versteht, die nicht dem Willen der Mutter folgen.

Ansonsten schreibt die Mütterlobby auf ihrer Homepage:

„Es gibt verschiedene Formen von Gewalt: psychische, physische, finanzielle Gewalt. Die schwerste Gewalt gegen Mütter (und Kinder) ist vermutlich der Kindesentzug.“
Für Väter hingegen ist der Kindesentzug bloß Jux und Dollerei und ohnehin eine Erleichterung, wie wir alle wissen – während der Väterentzug für Kinder bekanntlich in jedem Fall unbedingt im Sinne des Kindeswohls ist.

Die Mütterlobby in der Ironiefalle Der Name „Mütterlobby“ ist tatsächlich Programm: Die wesentliche Idee diese Lobby ist es, dass sich alle anderen Probleme wie von selbst lösen werden, wenn nur dafür gesorgt ist, dass es der Mutter gut geht. Begleitet wird dieser Glaubenssatz von dem selbstbewussten Prinzip, dass es der Mutter eben dann am Besten geht, wenn der Vater nichts zu sagen hat.

Diese Lobby wurde übrigens 2013 von Juristinnen, Ärztinnen, Journalistinnen und anderen marginalisierten Frauen als eingetragener Verein gegründet, nachdem das deutsche Kindschaftsrecht reformiert worden war. Die Reform war notwendig geworden, weil die Praxis der rechtlichen Ausgrenzung nichtehelicher Väter vom Europäischen Gerichtshof für menschenrechtswidrig und vom Verfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt worden war.

Die Reformer des Gesetzes waren gleichwohl eifrig darum bemüht, an diesem Zustand nur eben so viel zu ändern, wie unbedingt nötig war. Die Mütterlobby wiederum setzt sich  aus Frauen zusammen, denen auch das schon viel zu viel ist. In anderen Zusammenhängen wird so etwas als „Backlash“ bezeichnet.

Wer übrigens denkt, mit den Fehlern im ersten Satz auch die ersten Fehler des Textes gefunden zu haben, ist schon auf Schupelius hereingefallen.

„Vor Gericht werden Mütter nicht respektiert“,

lautet nämlich die Überschrift. Wer schon einmal ein familiengerichtliches Verfahren erlebt hat, wer beispielweise die Emsigkeit kennt, mit der viele Jugendamtsmitarbeiterinnen und Beraterinnen alles vermeiden, was die Mutter irgendwie in ein schlechtes Licht setzen oder auch nur verärgern könnte – der wird vermutlich leise lächeln. Oder weinen. Oder wütend werden. „Schlimm: Vor Gericht werden manchmal auch andere Menschen als die Mütter respektiert!“ – das ist hier eigentlich gemeint, klingt aber, zugegeben, nicht ganz so skandalös und schmissig wie Schupelius‘ Satz.

Aber selbst das ist noch nicht der Anfang – der Text hat schließlich noch eine andere Überschrift: „Frauen ohne Lobby“. Wie absurd das in einem Text ist, in dem es explizit um die Mütterlobby geht, oder auch einfach: wie absurd es überhaupt ist angesichts der Tatsache, dass Frauen ein ganzes Ministerium mit eigenen Lobbyaufgaben haben – das müsste eigentlich jedem auffallen.

Ganz am Anfang schon signalisiert Schupelius also deutlich, dass sein Text keineswegs ernst zu nehmen ist, dass er genau das Gegenteil dessen schreibt, was er meint – „Ironiemarker“ werden solche Elemente in der Textanalyse genannt. Gleichwohl ist die Furchtlosigkeit bewunderungswürdig, mit der er in Kauf nimmt, dass manche Menschen die Doppelbödigkeit seines Textes trotzdem nicht verstehen, ihn für bare Münze und den Autor dann zwangsläufig als einen verwirrten Schwätzer wahrnehmen.
Wütende Erzeuger und unerhörte Mütter Dabei tut Schupelius eigentlich alles, um klar zu stellen, dass er gar nicht ernst meinen kann, was er schreibt.
„Anke Armbrust musste die Veranstaltung gegen erhebliche Widerstände im Bezirksamt durchsetzen. Immer wieder musste sie strenge Nachfragen von höchster Stelle über sich ergehen lassen, ob denn eine solche Runde wirklich einberufen werden sollte. Und obwohl sie alle Politiker des Bezirks zur Teilnahme aufgefordert hatte, war niemand gekommen. Auch die übrige Öffentlichkeit fehlte, neben mir war nur noch eine Journalistin anwesend.“

Spätestens hier wird der Text so zynisch, dass Schupelius die Wut anzumerken ist, mit der er ihn schreibt. Wut natürlich darauf, dass ausgerechnet eine Gleichstellungsbeauftragte öffentliche Mittel verwendet, um einer Organisation eine Bühne zu geben, die gegen die vorsichtigen rechtlichen Verbesserungen von Männern so massiv wie eben möglich agitiert – die klarstellt, dass Kinder zu Müttern und keinesfalls zu Vätern gehören – und die den deutschen Mutterkult ungebrochen in das 21. Jahrhundert zu retten versucht.

Würde ein Anti-Rassismus-Beauftragter Vertreter des Ku-Klux-Klans aus öffentlichen Mitteln finanzieren, präsentieren und propagieren – seine Vorgesetzten würden es gewiss nicht bei „Nachfragen“ belassen und ihn ab und zu einmal mit strenger Geste anschauen. Mit der Idee, die Politiker hätten zudem an einer solchen Veranstaltung beifallsspendend teilnehmen sollen, treibt Schupelius die Situation dann so absurd auf die Spitze, dass eigentlich jedem ihr Irrwitz deutlich werden muss.

Was die Wut des Autors jedoch verrät, ist die offenkundige Befriedigung, mit der er spitz anmerkt, dass „die übrige Öffentlichkeit fehlte“ – dass sich außer der Gleichstellungsbeauftragten selbst und der von ihr gepuschten Lobby also überhaupt niemand für diesen feindseligen Quatsch interessiert hat.

Souverän integriert Schupelius dann verbreitete Geschlechterklischees in seinen Text und entstellt sie damit bis zur Kenntlichkeit.

„Während sich die wütenden Väter schnell als starke Meinungslobby etablierten, blieben die Mütter ohne Sprachrohr.“

Dauerwütende Männer sind ja auch schon aus Publikationen des amerikanischen Soziologen Kimmel, aus Darstellungen der Friedrich-Ebert-Stiftung oder aus Artikeln der Zeit bekannt. Der Kontext des Boulevards, in den Schupelius diese Klischees geschickt platziert, deckt ihre Primitivität erstaunlich präzise auf.

Wer würde schließlich nicht die dumpfe Demagogie im Zerrbild des Vaters erkennen, der seiner weinenden, aber stummen Frau wütend das schreiende Kind entreißt, dann mit diesem Kind aber selbstredend überhaupt nichts anfangen kann und es lieblos irgendwo zwischenlagert, um sich mit seinen Kumpeln ungestört vollaufen zu lassen.

Aber Schupelius macht noch nicht einmal hier Halt, sondern spitzt seinen Text noch weiter zu, ins offen Inhumane. Selbst wer zuvor die aufklärerische Absicht des Autors nicht bemerkt hat, wird spätestens jetzt darauf gestoßen, wie brilliant hier inhumane, amoralische Positionen durch ihre konsequente Zuspitzung entlarvt und enttarnt werden. Der Autor schreibt nämlich:

„Noch vor 20 Jahren wurde im Streitfall das Kind automatisch zur Mutter gegeben. Heute wird ihr das Kind sofort entzogen und wechselweise dem Erzeuger zugeführt.“

Das ist nun so offen gaga, dass eigentlich jedem die bittere Ironie auffallen muss. Dass im Streitfall der Mutter das Kind sofort weggenommen würde, glaubt ganz gewiss nicht einmal die Mütterlobby selbst, auch wenn sie es möglicherweise gern behauptet – in der Hoffnung auf Gutgläubige, die sich auch aufblasbare Bügeleisen oder Abonnements der BZ anschnacken lassen würden. Wichtiger aber ist ohnehin die Wortwahl.

„Erzeuger“ – Die schroffe Reduzierung des Vaters auf jemanden, der einfach irgendwann mal sein Geschlechtsteil in die Mutter reingehalten hat und daraus jetzt allen Ernstes Rechte herleitet – diese Reduzierung ist so entschlossen antihuman, dass Schupelius die Brutalität der Mütterlobby-Propaganda damit bloßstellend herausarbeitet.

Bei dieser Lobby wird er sich nicht wieder blicken lassen dürfen, und bei Frau Armbrust auch nicht.

Ein Hasardeur der Aufklärung galoppiert durch die Geschlechterdiskurse Nach diesem virtuosen Ritt durch die Inhumanität der Geschlechterdiskurse kann der Autor dann am Ende ganz ruhig ein paar Schlussakkorde setzen.

„Wer kein Geld hat, sich mit guten Anwälten zu wehren, der hat gute Aussicht, psychisch zusammenzubrechen.“
Jeder Vater, der schon einmal um den Kontakt zu seinem Kind kämpfen musste, wird sofort verstehen, was der Autor hier meint. Und:
„Benachteiligte Frauen sind doch immer ein Thema.“

Dass er ganz am Ende die Einseitigkeit medialer Geschlechterdebatten herausstellt: Das ist ein gewitzes selbstreflexives Moment seines Textes, ein regelrecht poetologischer Selbstkommentar, den er sich nach seinem halsbrecherischen Parforceritt durchaus gönnen kann.

Bewundernswert ist es, wie entschlossen Schupelius das Risiko in Kauf nimmt, dass ihn jemand ernst nehmen könnte. Würde jemand nämlich denken, dass der Autor tatsächlich glaubt, was er da schreibt – er müsste ihn für einen hasserfüllten Wirrkopf halten, für einen Schwätzer, der besinnungslos nachplappert, was ihm irgendwelche böswilligen Menschen soufflieren.

Überzeugend aber ist, was Schuppelius gewinnt, indem er dieses Risiko eingeht. Er nimmt nämlich seine Leser ernst. „Glotzt nicht so romantisch“ – diesen Spruch hatte Bertolt Brecht einst bei der Uraufführung von Trommeln in der Nacht aufhängen lassen. „Glaubt uns doch nicht alles“, das steht unsichtbar, aber für jeden mitdenkenden Menschen klar erkennbar über den Texten des BZ-Autors. Er erwartet von denen, die sie lesen, offensiv die Bereitschaft, nachzurecherchieren und sich selbst zu fragen, was Wahrheit und was Lüge ist.

Kurz: Schupelius ist ein Hasardeur der Aufklärung, der kein Problem damit hat, bei einigen Unverständigen als bedenkenloser Schwätzer dazustehen – wenn er nur diejenigen erreichen kann, die seine Ironie, seine Bitterkeit, seine Wut, aber eben auch seine Hoffnung auf verständige Leser erkennen können.

Was er bloßstellt, sind die brutalen Härten einer Geschlechterdebatte, deren Protagonisten offiziell Gleichberechtigung propagieren, aber wütend auf ungleichen Rechten bestehen, sobald auch nur kleine Privilegien bedroht sind.

Was er bloßstellt, ist die Korruptheit öffentlicher Institutionen, die sich offiziell der Gleichberechtigung verpflichten und die dann über „Gleichstellungsbeauftragte“ Steuergelder für die Verbereitung von Geschlechterhass und Väterausgrenzung verschwenden.

Wer außer Schupelius wagt sich zudem an eines der größten Tabus im Familienrecht: Die inzestuös anmutende Ausbeutung von Kindern durch Erwachsene, die durch Vereine wie die Mütterlobby propagiert wird – die völlig selbstverständliche, aber totale Unterordnung des Kindeswohls unter den Mutterwillen nämlich. Was immer ich auch von ihm will – dem Kind kann gar nichts Besseres passieren.

Eine Gratulation also an diesen Aufklärer, der sich unter der Maske eines leichtgläubigen und leicht erregbaren Hetzers versteckt und der ausgerechnet in einem provinziellen Boulevardblatt Texte mit einer scharfen Ironie veröffentlicht, die so sonst fast nirgendwo mehr zu finden sind und die mindestens in der Tradition Ulenspiegels, Brechts, Orwells und Tucholskys stehen.

Oder so.

  1. Zum diesen Zeitpunkt haben bei der Umfrage „Hat Gunnar Schupelius recht?“ unter dem Text 60% für Ja und 40% für Nein gestimmt. So viel dazu, wer das alles glaubt.

    „Diese Lobby wurde übrigens 2013 von Juristinnen, Ärztinnen, Journalistinnen und anderen marginalisierten Frauen als eingetragener Verein gegründet, nachdem das deutsche Kindschaftsrecht reformiert worden war.“

    Tja, Gleichbehandlung vor dem Gesetz mögen diese besserverdienenden Frauen gar nicht. Vielleicht suchen daher auch die wirklich gut verdienenden Frauen immer noch Männer die noch besser verdienen.

    Das ganze ist eigentlich eine ziemliche Katastrophe. Wer will sich den mit einer Mütterlobby anlegen. Derjenige ist erstmal der totale Buhmann, notfalls heulen die Mütter ne Runde, falls mal die Argumente ausgehen. Das irgendein Politiker in nächster Zeit eine Kampagne fährt, die die Position der Mutter verschlechtert ist wohl eher unwahrscheinlich. Das wäre doch schon fast so was wie ein Angriff auf die Jungfrau Maria.

    Antwort

  2. You made my day 😀 😀 😀

    Aufblasbare Bügeleisen als Kampfmittel des feministischen Klu-Klux-Clans: http://mann-om-man.blogspot.de/2014/11/gruselig.html

    Schupelius als nützlicher Idiot des Feminismus!

    Antwort

  3. Die BZ manipuliert die Stimmabgabe. „Nein“-Stimmen werden zensiert.

    Antwort

  4. Der Humor zerteilt das Grauen in belachbare Einheiten.

    Chapeau! Und danke.

    Antwort

  5. Was für ein widerlicher Text ! Der Autor sollte sich einfach nur schämen. Unsere Gesellschaft und den Kindern gegenüber. Die Sprache ist grauenvoll aggressiv.

    Antwort

  6. Isabell meint Schupelius, glaube ich. Oder nicht?

    Antwort

  7. Ich bin für die Einführung eines feministischen Mutterkreuzes, das würde die real existierende »Querfront« zwischen reaktionären und feministischen Geschlechterbildern schön kenntlich machen.

    Antwort

  8. Hier schreibt ein Vater als Betroffener, nun denn: es lebe die Literatur. Dann kann das ja gar nicht wahr sein, was Herr Schupelius schreibt, stimmt!!!

    Ein Lehrer hat eben immer Recht!

    Antwort

  9. Hallo Matze und djadmoros

    ihr beiden habt doch wohl übersehen, dass Isabells Text unter dem von Schoppe steht.

    So ihr Lieben, nun denkt doch mal drüber nach, welchen Text Isabell wirklich für widerlich hält. Einmal habt ihr ja schon falsch geraten… wartet ich helfe euch – es war der Text von Herrn Schoppe.

    Antwort

  10. Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, sich mit den Argumenten des Textes auseinanderzusetzen. Das hat man heute nicht mehr so oft.

    ^^

    Antwort

  11. Ein Text, wie der obige, hat es nicht verdient sich ernsthaft mit ihm auseinanderzusetzen. Über ernsthaft vorgetragene Argumente ohne möglichst viele ach so aufrüttelnde Adjektive und Aneinanderreihung von möglichst bunten Schlagwörtern, damit sich auch alle pseudobetroffenen Väter /- rechtler wiederfinden, unterhalte ich mich auch gerne ernsthaft.

    Antwort

  12. Donnerwetter, da waren ja noch mehr Argumente in der Antwort von 16:07 als in der von 14:15!

    Und das in nur 6 Zeilen.

    Mal schauen, ob auch noch Inhalt folgt.

    Antwort

  13. Ach ja, @anonym, Sie haben „selbsternannt“ vergessen. Antworten wie Ihre brauchen eigentlich immer ein „selbsternannt“ irgendwo.

    Antwort

  14. @ Isabell,
    ja, ich kann dir nur zustimmen, was Schupelius da schreibt ist mehr als gestört.
    Wenn wir Frauen dem zustimmen würden, wäre es eine große Katastrophe!!!!
    Schön, dass sich hier auch mal Frauren so positiv zu Wort melden

    Velosophin

    Antwort

  15. Ja, das stimmt. „Selbsternannte pseudobetroffene Pseudoväter / -rechtler“, das wär eigentlich mal eine exakte Bezeichnung.

    Ich möchte mal wissen, wie der Sachverhalt aussehen müsste, damit einem Vater zugestanden würde, dass ihn das Verhältnis zu seinen Kindern ernsthaft betrifft. Im Kosmos der Mütterlobyistinnen, um die es hier geht, gibt es einen solchen Sachverhalt vermutlich gar nicht.

    Was für den Vater sprechen kann, ist höchstens der WUNSCH DER MUTTER, die Kindererziehung mit dem Vater gemeinsam zu gestalten – dabei geht es dann aber weniger um einen Sachverhalt als um einen Gnadenakt.

    Deshalb hat es wohl auch überhaupt keinen Sinn, Argumente einzufordern. Wer Argumente hören will, zeigt nur, dass er das wesentliche nicht begriffen hat: Das Kind gehört zur Mutter.

    Bestenfalls Vorwände zur Begründung werden geliefert: Hinweise auf Väter z.B. (die es so ja wirklich gibt), die sich um die Kinder überhaupt nicht kümmern wollen und die Mütter und Kinder tatsächlich allein lassen. Warum das allerdings ausgerechnet ein Grund sein sollte, eben die Väter fernzuhalten, die sich um ihre Kinder kümmern wollen – das ist dann schon gar nicht mehr relevant.

    Hier den Text einfach mal eben als „widerlich“ zu qualifizieren und das ausgerechnet damit zu begründen, dass die Sprache „grauenvoll aggressiv“ sei, und natürlich schädlich der Gesellschaft und den Kindern gegenüber – das ist eigentlich nur ein offener Ausdruck erheblicher Wut, die sich mühsam moralisierend einkleidet.

    Diese Wut wird regelrecht produziert – dadurch nämlich, dass denjenigen Frauen, die ihre Kinder als ihr EIGENTUM betrachten, seit Jahrzehnten der Eindruck vermittelt wird, sie hätten auch jedes Recht dazu. Meins. Meins! MEINS!

    Es gibt eine kleine, schwache Väterbewegung dagegen, aber es ist noch kaum klar, wie enorm der Schaden ist, der Kindern zugefügt wird, wenn sie ausgerechnet Menschen mit solchen massiven Besitzansprüchen ausgeliefert werden. Und ausgerechnet deshalb, WEIL diese Menschen so massive Besitzansprüche geltend machen.

    Um solche Ansprüche zu bedienen, sind über Jahrzehnte hinweg Menschenrechte und Grundrechte verletzt worden. Ich habe noch nie irgendjemanden von den Verantwortlichen oder aus den verantwortlichen Parteien gehört, der sich dafür entschuldigt hätte. Kein Wunder, dass dabei vielen Müttern der Eindruck entstanden ist, mit ihren Einverleibungsbedürfnissen völlig im Recht zu sein und im Interesse ihrer Kinder zu handeln. Kein Wunder auch, dass sie rasend wütend werden, sobald diese verrückten Verhältnisse auch nur stückchenweise geändert werden.

    Die Verhältnisse des Kindschaftsrecht haben in meinen Augen, und über Jahrzehnte hinweg, Strukturen der Staatskriminalität ausgebildet. Es sind aber solche Strukturen, die von vielen als „normal“ wahrgenommen werden – und in ihren Augen sind es dann erst die vorsichtigen Schritte der Korrektur, die wirklich skandalös sind.

    Daher der Hass. Es wäre interessant zu überlegen, inwieweit die Klischees über Männerrechtler – wütende Verteidiger von Privilegien, irrational, instinktgesteuert, von a-sozialen Anspruchshaltungen geprägt – nicht eigentlich Projektionen sind. Väterverächter oder Männerhasser brauchen das Klischee des bösen Maskus, um sich selbst darin spiegeln zu können, ohne sich mit diesem Bild identifizieren zu müssen.

    Kein Wunder, dass sie kein Interesse daran haben, welche Argumente und Positionen von Männern dabei tatsächlich formuliert werden. Und kein Wunder auch, dass es überhaupt kein Interesse an Argumenten gibt.

    Antwort

  16. @ Velosophin Ja, das finde ich auch schön. Ich hatte schon für einen Moment befürchtet, Frau Gaudi würde etwa meinen Text meinen…aber es stimmt, das wäre wirklich zu absurd, um wahr zu sein. Und albern.

    Abgesehen davon, und ganz ohne Ironie, ist es aber wirklich schön, dass sich auch Frauen hier zu Wort melden. Danke dafür!

    Antwort

  17. Großartiger, beissender Sarkasmus.
    Letzte Handlungsoption für Väter im 'Schlangennest' (Otto Schily) jener egomanen, verlogenen meinBauchmeinKind-'Gleichsteller', wie sie der gemeine, stockreaktionäre, sexistische Staatsfeminismus eben für gewöhnlich hervorbringt und mit allen Mitteln – auch der Demagogie – am Leben hält.

    Antwort

  18. @ Schoppe

    Bewundernswert, wie Du sachlich bleibst. Aber wenn Muddi losflennt, werden alle Argumente in einem Meer von Tränen weggespült!

    Antwort

  19. „die gegen die vorsichtigen rechtlichen Verbesserungen von Männern so massiv wie eben möglich agitiert“
    Kleine Kritik – es handelt sich um Verbesserungen der Rechte der Kinder gegenüber der Mutter , nicht um eine Verbesserung der Lage der Väter. Letzteres ist allenfalls ein Kollateralschaden. (Dummerjan)

    Antwort

  20. Herr Schoppe, wer derartig wortgewaltige hassbeladene Sätze schreibt, sollte mal reflektieren, warum ihm das so wichtig ist… Es gibt auf Seiten von Müttern wie Väter bösartige Auswüchse von „meins!“. Sie glauben, dass man Abhilfe schafft, wenn man die Rechte der Erwachsenen stärkt??? Ganz toll, wie sie das sehen. Leiden Sie etwa unter der Krankheit „meins!“ Mir kommt es jedenfalls so vor.

    Antwort

  21. @anonym,

    „wer derartig wortgewaltige hassbeladene Sätze schreibt“
    Nu mal Butter bei die Fische: Welche Sätze genau sind hassbeladen und, falls ja, gegen wen genau richtet sich der Hass? Nicht vergessen: Alle, die hier mitlesen, haben genug Erfahrung mit Feministinnen, dass die anscheinend auch von Ihnen verwendete „Ich deute mal ein Problem an und baue darauf, dass das Gegenüber selbst nach konkreten Fehlern sucht.“ Diskussionsstrategie hier nicht fruchtet. Wer, wie Sie, Behauptungen nicht belegt, hat nichts gesagt und steht nicht anders als dumm da.

    „warum ihm das so wichtig ist…“
    In der Annahme, dass sich „das“ auf „das Thema“ bezieht: Schoppe ist beinahe entsorgter Vater und kann nur mit gehörigem zeitlichen und finanziellen Aufwand verhindern, dass sein Kind ohne Vater aufwächst. Ich finde, das legitimiert „wichtig“ und auch Abneigung gegen alle, die das Entsorgen von Vätern für normal halten. Sie nicht?

    „Es gibt auf Seiten von Müttern wie Väter bösartige Auswüchse von „meins!“.“
    Das ist richtig. Aber nur die Frauen werden systemisch und systematisch darin bestärkt.

    „Sie glauben, dass man Abhilfe schafft, wenn man die Rechte der Erwachsenen stärkt???“
    Schließen Sie das daraus, dass Schoppe sich für das Recht des Kindes auf BEIDE Eltern ausspricht? Erstaunlich. Wie machen Sie das?

    „Leiden Sie etwa unter der Krankheit „meins!““
    Schoppe schreibt in diesem Blog immer wieder davon, dass er nicht das geringste Interesse hat, die Mutter des Kindes aus dessen Leben zu entfernen.

    „Mir kommt es jedenfalls so vor.“
    So, wie Sie hinschauen, kommt Ihnen die Erde vermutlich auch wie eine Scheibe vor. Das sagt nichts.

    Antwort

  22. EMN:

    https://erzaehlmirnix.wordpress.com/2014/12/07/brigelli-effekt/comment-page-1/#comment-28500

    Die gleiche Strategie, nur das ihr das bewusst ist ^^

    Ich sag jetz mal: Der Kritik von anonym an Schoppes Text zeigt wie wichtig dieser Text ist. 😄

    Antwort

  23. Ich hab heute 11 Stunden im Zug gesessen, weil ich unseren Sohn übers WE bei mir hatte, ihn dann heute zur Mutter zurückgebracht habe und dann ja auch noch selber wieder heim musste. Daher hab ich nicht gleich geantwortet. Es ist aber eigentlich von meinen Vorrednern auch schon alles gesagt. (Vielen Dank dafür, übrigens!)

    „Leiden Sie etwa unter der Krankheit „meins!“ Mir kommt es jedenfalls so vor.“ Ich seh das ja so: Wenn man mit sehr ernsthaften Angriffen kommt, zumal mit Angriffen, die sich auf einen äußerst persönlichen Bereich beziehen – dann ist es ein netter Zug, wenn man wenigstens IRGENDWAS als Beleg dafür mitliefert.

    Falls man heftig angegriffen wird, ist es nämlich immer nett, wenn man weiß, worum es eigentlich geht. Ein „Kommt mir so vor“ gilt dabei im Allgemeinen eigentlich nicht als richtiger Beleg. „Du bist ein verdammter Nazi!!“ – „Häh?? Wieso das denn??“ – „Weiß nicht. Kommt mir so vor.“

    Zu dem „Meins“, um das mit politischen Sachverhalten in Beziehung zu bringen. Es ist ja nicht so, dass sich Väter- und Mütterlobbys mit ähnlichen Zielen gegenüberstünden – dass z.B. die Mütter die Väter rechtlich ausgrenzen wollten und die Väter die Mütter. Der Slogan der einen, nämlich der Väterlobby (VAfK) ist: „Allen Kindern beide Eltern.“ Der inoffizielle, aber bombenfeste Slogan dar Mütterlobby ist: „Ein Kind gehört zur Mutter.“

    Es ist VäterPOLITIK, auf beide Eltern für die Kinder zu setzen, und MütterPOLITIK, die Väter möglichst draußen zu halten.

    Das ist auf persönlicher Ebene oft anders – manchmal auch bei Vätern, die Mütter ausgrenzen wollen (deshalb haben wir beim örtlichen VAfK auch schonmal eine Mutter gegen den Vater vertreten, weil der sie draußen haben wollte). Auf politischer Ebene ist es aber sehr deutlich, von welchen Elternteilen der Besitzanspruch auf das Kind formuliert wird – nicht von den Vätern.

    Antwort

  24. Ich finde es ja auch skandalös, wie Schoppe hier auf ausgewogene, sachliche Argumente mit polemischen Hasstiraden antwortet. Das ist doch keine Diskurskultur, Herr Schoppe! 😉

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