Was ist denn nun eigentlich ein „Masku“?

Zugegeben – ich weiß nicht so recht, was „Männerrechte“ eigentlich sind. Der Begriff ist in meinen Augen ebenso fragwürdig wie der Begriff „Frauenrechte“.
Rechte gelten schließlich allgemein, nicht nur für bestimmte Gruppen – sonst sind es keine Rechte, sondern Vorrechte. Als beispielweise Christian Schmidt vor einigen Wochen über „Einschränkungen von Männerrechten“ schrieb, ging es eigentlich nicht um solche Sonderrechte – sondern darum, dass die allgemeinen Rechte bestimmter Menschen eingeschränkt werden, bloß weil diese Menschen biologisch männlich sind.
Den Begriff Maskulist finde ich noch unglücklicher als den des „Männerrechtlers“ – weil auch er allzu deutlich bloß Nachbildung eines weiblichen Vorbilds ist, und weil der Begriff Maskulismus bei Licht betrachtet ebenso unsinnig ist wie der Begriff Feminismus. Wie sollte denn eine Theorie, ein politisches Programm oder eine Weltanschauung einfach auf „Männlichkeit“ bzw. „Weiblichkeit“ aufgebaut werden?
Würde beispielweise ein sorgeberechtigter Vater die Kinder der Mutter entfremden und die Mutter schikanieren – dann wäre das in meinen Augen ebenso verwerflich, wie es umgekehrt ein solches Agieren einer Mutter ist. Sicher, unter den gegebenen Bedingungen haben Mütter wesentlich häufiger die Möglichkeit, so zu handeln – aber trotzdem liegt der Fokus auf allgemeinen Rechten, nicht allein auf Rechten von Vätern. Allein die Rechte der Kinder können hier sinnvoll hervorgehoben werden.
Die Schwierigkeit, eine vernünftige Bezeichnung für das zu finden, was auch ich in diesem Blog seit nun fast zwei Jahren betreibe, hat daher wohl einen ganz einfachen Grund. Ich hatte eigentlich niemals das Gefühl oder das Bestreben, spezifisch für Männerrechte einzutreten – sondern war mir bis vor wenigen Jahren sicher, dass das, wofür ich da eintrete, ein allgemein geteilter Konsens ist, ganz unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit.
Mir war lange Zeit nicht einmal klar, dass es besonders nötig wäre, dafür einzutreten.
Maskus kommen nicht mit dem Verlust ihrer Privilegien klar – wissen einfach nicht, wohin mit ihrer Wut – gehen dann ausgerechnet auf die fortschrittlichen Kräfte der Gesellschaft los – agieren irrational und haben wichtige Entwicklungsschritte einfach verpasst – und wünschen sich daher in frühere Stadien der gesellschaftlichen Evolution zurück. Ich kenn die Jungs, ich weiß, wovon ich rede. (Jörg Rupp, B90/Grüne)
Mit Klischees arbeiten schließlich immer nur die anderen.
Rechtliche Gleichheit – allgemeine Menschenrechte – ein Anspruch auf eine basale Fairness im Umgang – ein allgemeiner Anspruch auf Schutz vor Gewalt – ein Staat, der allen Staatsbürgern prinzipiell gleichermaßen verpflichtet ist, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, sozialer Schicht oder Geschlecht: Wer bemerkt, dass diese Selbstverständlichkeiten keineswegs selbstverständlich sind, und wer sich dagegen wehrt, dass sie durchaus systematisch attackiert werden – der kann sich damit plötzlich als „Männerechtler“ oder „Maskulist“ wiederfinden.

Wie man Menschen für unerwünscht erklärt (ohne dass sich jemand aufregt) Für „Maskus kann es keine Willkommenskultur geben“ – das twittert Jörg Rupp von baden-württembergischen Vorstand der Grünen als Antwort auf einen Spiegel-Artikel von Annett Meiritz. Die hatte nämlich glatt kritisiert, dass der heutige Feminismus viel zu schnell Menschen anderer Meinung zum Feind deklariere.
„Feministinnen, die ständig und überall den ‚Kampf gegen die ‚Maskus‘ ausrufen – dazu möchte ich nicht gehören. Ich glaube nicht, dass der Feminismus eine neue Führungsfigur braucht, wie die ‚Zeit’ kürzlich forderte. Was er braucht, ist eine neue Willkommenskultur.“
In den Augen Rupps, immerhin Bundestagskandidat und im Vorstand der Regierungspartei seines Bundeslandes, müssten allerdings Maskus aus dem so geforderten offenen Dialog draußen bleiben. Er kenne sich da aus – für ihn sind sie ohnehin alle gleich.
„Alle. Punkt. Wer anders ist, nennt sich nicht Masku.“
„Kein Mensch nennt sich selbst Masku“, antwortet ihm ein Gesprächspartner bei Twitter. Das ist ein wichtiger Punkt: Die Beschreibung als „Masku“, oft auch die als „Männerrechtler“, ist weitaus häufiger eine Fremd- als eine Selbstzuschreibung. Übrigens ist bei anderer Gelegenheit auch schon Rupp selbst als „Kämpfer für Männerrechte“ bezeichnet worden – weil er bei den Grünen, nach fast zehn Jahren Arbeit und Vorbereitung, an der Verfassung eines sehr zahmen, bei Licht besehen durchaus servilen Männermanifests beteiligt war.
Als Masku steht schon jemand da, der an Selbstverständlichkeiten wie der Unschuldsvermutung oder dem Recht auf ein faires Verfahren festhält. Tut er das auch angesichts von Vergewaltigungsprozessen, muss er sich gelegentlich als rape apologist – als Verteidiger von Vergewaltigungen – oder als rape denialist hinstellen lassen – als jemanden, der Vergewaltigungen leugnet und damit ungefähr auf der Stufe von Holocaustleugnern steht.
Wer als Vater dafür kämpft, den Kontakt zu seinen Kindern zu behalten und Müttern gegenüber nicht rechtlich benachteiligt zu werden, muss hinnehmen, mit Neonazis oder Gewalttätern gleichgesetzt zu werden.
Wer kritisiert, dass häusliche Gewalt allein als Gewalt von Männern gegen Frauen wahrgenommen und Gewalt von Frauen gegen Männer ignoriert wird, und wer auf dieser Basis fordert, Frauenhäuser sollten in Zentren gegen familiäre Gewalt umgewandelt werden, die allen Geschlechtern zugänglich sind – der kann sich in der Folgezeit erst einmal nur mit Bodyguards bewegen, weil er ernsthafte Gewaltdrohungen erhält. Wenn du Arschloch noch mal behauptest, ich sei gewalttätig, dann knall ich dich ab.
Wer dann in öffentlichen Netzwerken wie Twitter allzu offen seine Meinung sagt, muss damit rechnen, dafür als „menschlicher Abschaum“  betitelt oder mit Gewaltphantasien überzogen zu werden.
Dass Menschen als „Maskus“ dastehen und als Unpersonen behandelt werden, weil sie an geschlechtsunabhängigen Selbstverständlichkeiten festhalten, zeigt, dass sich in großen Teilen der öffentlichen Debatte Maßstäbe verschoben haben – und dass sich eine Politik schon weit durchgesetzt hat, die auf rechtliche Ungleichheit setzt, auf das Festhalten an Privilegien fixiert ist und diese Haltung unter anderem mit Geschlechterklischees legitimiert.
Dabei bin ich mir sicher, dass der selbstverständliche demokratische und rechtsstaatliche Konsens, von dem ich einst ausging, weithin noch existiert. Als ich, mit Ausnahme des vierzehntägigen Umgangs, den Kontakt zu unserem Sohn weitgehend verloren hatte, weil ich nun einmal sein Vater bin und nicht seine Mutter – da fiel mir in den kommenden Wochen und Monaten etwas Interessantes auf:
Von den vielen Menschen, mit denen ich sprach, wusste niemand etwas darüber, wie ungleich und entrechtend die familienrechtlichen Bedingungen für Väter sind. Die einzigen Ausnahmen waren Aktivisten im Väteraufbruch, die sich schon lang mit dem Thema beschäftigten.
Gleichwohl waren meine Gesprächspartner ansonsten oft politisch sehr gut informiert. Dass trotzdem niemand von ihnen wusste, wie schlimm es um das Kindschaftsrecht bestellt war (und noch ist), dass viele mir empört gar nicht glauben wollten, was ich erzählte – das hatte wohl vor allem einen sehr einfachen Grund: Sie konnten es sich einfach nicht vorstellen.
Denn wer einfach nur das Grundgesetz kennt und der Meinung ist, dass es weithin gilt, der kommt gar nicht erst auf die Idee, dass Menschen bloß aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit – oder der Geschlechtszugehörigkeit eines Elternteils – basale Grundrechte vorenthalten werden.
Die Verschiebung der Debatte, die Schleifung demokratischer und rechtsstaatlicher Selbstverständlichkeiten, wird also von großen Teilen der Bevölkerung gar nicht bemerkt, erst recht nicht gebilligt oder betrieben. Sie ist Sache von einer relativ kleinen Elite in Politik, staatlichen Institutionen, Verbänden und Medien. Offenbar ventilieren die Beteiligten dabei auch abseitige Außenseiterpositionen untereinander so häufig, und so abgeschottet, dass sie schließlich ernsthaft davon überzeugt sind, damit zum Mainstream zu gehören.
Wie man den Väteraufbruch dann doch nicht an die Schulen bringt Ein weiteres persönliches Beispiel. Ich sprach neulich mit einem guten Bekannten über Sexualerziehung an den Schulen. Er stellte die These auf, dass es eigentlich keine sexuellen Normen gäbe, dass diese Normen zumindest künstlich erzeugt und nicht verbindlich seien. Es bedient Klischees, dass er Mandatsträger bei den Grünen ist – es spiegelt aber auch tatsächlich Positionen dieser Partei wider.
Die These meines Bekannten ist offensichtlich falsch. Natürlich haben wir sehr wirkungsvolle und auch wichtige sexuelle Normen. Davon lenkt allerdings die Vorstellung ab, in den modernen Industriestaaten sei die Heterosexualität wesentliche Norm – als „Heteronormativität“. Tatsächlich gibt es eine viel wirkungsvollere und weithin auch sehr viel entschiedener verteidigte sexuelle Norm, und dies zum Glück – nämlich das Gebot der Freiwilligkeit.
Homosexuelle Paare sind Normalität in populären Fernsehserien wie in der realen Welt – mit seinem Satz „Ich bin schwul, und das ist auch gut so“ stand Klaus Wowereit sympathisch und souverän da, keineswegs abnorm und krank. Das wäre, mit guten Gründen, völlig anders, wenn jemand behaupten würde, dass er sich Sex gern mit Gewalt verschaffe. Und dass das auch gut so sei.
Die große Bedeutung des Freiwilligkeits-Gebots zeigt, wie irreführend und unüberlegt die Vorstellung ist, Normen – und zumal sexuelle Normen – lediglich als Resultat und Reproduktion von Herrschaftsverhältnissen zu verstehen. Prinzipiell sind Normen und Normalitätserwartungen wichtig als Schutz vor Willkür – und daher schützen sie auch vor allem diejenigen, die in einer schwachen Position sind. Wer diese Bedeutung von Verhaltensnormen nicht wahrnimmt, kann das also gern als Ausdruck eigener Privilegien verstehen: Er hat Normen vermutlich weniger nötig als andere.
Natürlich können Normen gleichwohl kritisiert werden – aber eben im Rückgriff auf andere Normen, nicht mit der Utopie einer normfreien Gesellschaft. Die Ächtung der Homosexualität kann z.B. mit liberalen Normen abgelehnt werden (Wir haben nicht das Recht, uns in das Leben anderer einzumischen, wenn diese niemandem schaden) oder mit der Norm, unnötiges Leid zu verhindern.
Dass aber jegliche Normsetzung prinzipiell als scheinhaft und repressiv entlarvt werden könnte, ist eine gedankliche Illusion – wir können die entsprechenden Wörter aneinander reihen (Es – gibt – eigentlich – keine – Normen), aber mit ihnen keinen erkennbaren Sinn verbinden.
Es gibt einen sehr breiten Konsens, mit dem Feindschaft gegen Homosexuelle abgelehnt wird – auch wenn das natürlich nicht bedeutet, dass es diese Feindschaft nicht gibt. Das merke ich auch als Lehrer, wenn ich Filme oder Texte behandle, in denen das Thema Homosexualität eine wichtige Rolle spielt – ich habe noch niemals Proteste von Eltern erlebt, und ich rechne auch nicht mit ihnen. Ich bin mir aber sicher, dass es eher früher als später Proteste gäbe, wenn ich offen homosexuellenfeindlich agieren würde.
Anstatt aber diesen breiten Konsens zu nutzen und auszubauen, hat der Landtag in Niedersachsen – mit den Vorbildern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen –  gerade einen Bildungsplan zur „Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten“ beschlossen. Der sieht zum Beispiel vor, dass Schulen Vertreter von Schwulenorganisationen in den Unterricht einladen sollen – was ich ganz vernünftig finde. Er sieht aber auch vor, dass jeder Lehrplan in jeder Jahrgangsstufe für jedes Fach daraufhin überprüft werden muss, ob Homo- und Transsexualität genügend berücksichtigt werde. Schulbücher, die nicht entsprechend verfasst sind, haben keine Chance mehr auf Genehmigung.
Das hat nicht mehr viel zu tun damit, gegen Diskriminierungen einzutreten – es ist eher ein umfassendes Erziehungsprogramm, das weniger vom Vertrauen in einen breiten Konsens geleitet ist als von dem Gefühl, dem Volk, dem großen Lümmel, ohne umfassende Kontrolle und Anleitung nicht trauen zu können.
Ich bin mir ganz sicher, dass Initiativen zur Unterstützung homo- oder auch transsexueller Jugendlicher breite Zustimmung finden würden. Statt sich aber darauf zu konzentrieren, verhalten sich die rot-grünen Landesregierungen wie ein pubertierendes Kind extrem liberaler Eltern, das immer absurdere Positionen bezieht, um endlich einmal irgendwo an Grenzen zu stoßen.
Vor allem aber sind die Beschlüsse willkürlich. Es gibt Diskriminierungen Homosexueller an den Schulen, es gibt auch Diskriminierungen aus sozialen Gründen, vor allem unter Mädchen beispielweise einen enormen Druck, die richtige Kleidung zu tragen. Mädchen oder Jungen werden, wenn sie Pech haben, allgemein abgelehnt, weil sie den falschen Haarschnitt, die falschen Freunde oder die falschen Interessen haben, oder weil sie sich schlicht mit den falschen Leuten angelegt hatten.
Nicht verständlich ist angesichts dessen die umfassende Fixierung auf Diskriminierungen, die in der sexuellen Identität begründet sind. Besonders gravierend zudem: Gerade in dieser Hinsicht ist beispielsweise die Vaterlosigkeit für viele Kinder und Jugendliche ein enorm wichtiges Thema.
Aber niemals wohl käme eine rot-grüne Regierung auf die Idee, Schulen per Landesgesetz dazu zu verpflichten, Vertreter von Väterorganisationen in die Schulen einzuladen. Das nämlich würde nicht an Normen anderer rühren, sondern an den eigenen – die gleichgültig hingenommene oder gar erzwungene Vaterlosigkeit wird schließlich gerade im rot-grünen Spektrum mit dem ohnehin irreführenden Begriff der „Alleinerziehung“ kaschiert und mit unbekümmerter Kinderfeindlichkeit als „moderne Familienform“ präsentiert.
Die Fixierung auf „Heteronormativität“ ist so keineswegs von dem Wunsch geleitet, Einzelne zu unterstützen. Die Probleme eines homosexuellen Jungen sind den rot-grünen Landesregierungen herzlich egal, solange er diese Probleme nicht als Homosexueller, sondern als Junge hat. Gleiches gilt für einen homosexuellen Vater.
Wer hingegen die schulrechtliche Fixierung auf Probleme der „Heteronormativität“ absurd findet, muss keineswegs homophob sein – er hat möglicherweise einfach ganz andere Probleme.
Wie man Maskus richtig verwendet Es ist gefährlich, den bestehenden breiten zivilen und rechtsstaatlichen Konsens zu leugnen, um sich in mühsam inszenierten kulturpolitischen Kämpfen profilieren zu können. Wer Menschen als „homophob“ hinstellt, nur weil sie den Eindruck haben, die schulrechtlich angestrebte Sexualerziehung sei gegenüber ihren Kindern übergriffig –
oder wer Menschen als Verteidiger von Vergewaltigungen hinstellt, weil sie an der Unschuldsvermutung festhalten –
oder wer „Maskus“ vom Gespräch ausschließen will, weil die doch glatt meinen, Menschenrechte gälten auch für Jungen und für Männer –
der übersieht angesichts der inszenierten Feindschaften und herbeigepinselten Feindbilder ganz, dass es auch tatsächlich menschenfeindliche Positionen gibt, gegen die ein rechtsstaatlicher demokratischer Konsens unbedingt nötig ist.
Arne Hoffmann hat neulich einige solcher Positionen vorgestellt und gefragt, wo hier denn die Empörung bliebe. Dazu gehört die Meinung der erfolgreichen konservativen amerikanischen Publizisten Ann Coulter, die unbekümmert und natürlich unbelegt öffentlich verkündet, dass der größte Teil aller Vergewaltigungsvorwürfe auf Lügen oder dem Wunsch nach Aufmerksamkeit basiere.
Für die Selbst-Inszenierung als heldenhafter Streiter gegen eine allgemeine Frauen-, Homosexuellen-, oder Transsexuellenfeindschaft reicht es aber natürlich nicht, den selbstverständlichen Konsens gegen solche Außenseiterpositionen zu betonen. Die Inszenierung braucht die Illusion, als Avantgarde gegen eine breite reaktionäre Mehrheit anzukämpfen.
Das Resultat ist ein bemerkenswert autoritäres Staatsverständnis. Hier geht es überhaupt nicht mehr darum, Vertreter staatlicher Macht demokratisch zu kontrollieren – kontrolliert wird von oben nach unten, nicht umgekehrt. In ihren Selbstinszenierungen, die journalistisch in aller Regel bemerkenswert selbstverständlich und kritiklos nachgeäfft werden, sind Vertreter staatlicher Herrschaft gute Erzieher, die einer angeblich rückständigen Bevölkerung den Weg in die humanere Zukunft weisen. Der gute Staat kontrolliert die unreife, immer irgendwie für das Böse anfällige Gesellschaft.
Dass dabei demokratische und rechtsstaatliche Grundsätze geschleift werden, ist kein zufälliges Nebenprodukt, sondern Programm.
„Tatsächlich verbirgt sich hinter einer Quote, die die Hälfte der Bevölkerung diskriminiert und private Institutionen dazu zwingt, ein zweifelhaftes Social-Engineering-Projekt umzusetzen, ein ‚rechtlicher Relativismus’: Prinzipien werden immer so interpretiert, wie es gerade zu den politischen Zielen passt.“
Das schreibt Aaron Rhodes in der Zeit, in einem der seltenen massenmedialen Texte, in denen der Konflikt zwischen einer unbekümmert elitären Politik und dem Konzept der Menschenrechte überhaupt einmal erwähnt wird.
Dass Menschen sich als „Maskus“ wiederfinden, ohne recht zu wissen, was genau damit eigentlich gemeint ist – das ist eines der Nebenprodukte dieser Konstellation. Wer eine elitär abgeschottete Politik mit dem Rückgriff auf Geschlechterklischees legitimiert, wer sich so als staatlicher Verteidiger weiblicher Unschuld gegen männliche Gewalt und Machtgier inszeniert – der nimmt eben Menschen, die trotzdem unbeirrt an Menschen- und Grundrechten festhalten, als Verteidiger von „Männerrechten“ wahr.

„Maskus“ sind also, vor allem anderen, eine Projektion – ein Feindbild, dem Protagonisten einer Politik der Spaltung und der Rechtsverletzung ihr eigenes Bedürfnis nach Feindschaft unterschieben, um sich selbst als Verkünder einer menschlicheren Gesellschaft inszenieren zu können.

Anmerkung: Jörg Rupp war Bundestagskandidat der Grünen, ist aber nicht Mitglied des Bundestages. Einen entsprechenden Irrtum im Text habe ich korrigiert und dort das Wort „Bundestagsabgeordneter“ durch das Wort „Bundestagskandidat“ ersetzt.

  1. Na, wenn das jetzt nicht den „linken Flügel der antisexistischen Männerbewegung (Maskulismus)“ ärgert.

    Die Frage ist nun, warum heißt „Nicht-Feminist“ wohl „Nicht-Feminist“ und das schon seit längerer Zeit.

    Danke für Deinen Beitrag. Ich denke, zu diesen oder ganz ähnlichen Schlussfolgerungen müssen wir hin.

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  2. „“Frau Bunte” – a Teacherman“
    https://emannzer.wordpress.com/2014/12/30/frau-bunte-a-teacherman/

    Starker Beitrag, Man-Tau. Ich befürchte nur, dass die Adressatinnen ihn nicht mal lesen werden, geschweige denn den Inhalt begreifen dürften.

    Das „autoritäre Staatsverständnis“ funktioniert. Und das ganz reibungslos, Lucas.

    Ich wünsche dir trotz Allem ein tolles 2015
    Auf ein besseres Jahr für Väter/Männer.

    Antwort

  3. Ein toller Text. Danke dafür!

    Aber warum das vermeintliche Stigma „Masku“ oder „Männerrechtler“ nicht einfach hinnehmen und damit arbeiten?
    Mir ist das zu defensiv diese Begriffe abzulehnen. So nach dem Motto: Hauptsache ich lande nicht in der falschen Schublade.
    Jeder „Frauenrechtler“ der „Männerrechtler“ abwertend behandelt entlarvt sich doch letztlich selbst.

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  4. Dem kann ich nur zustimmen: Diskussionen um die Aäquatheit eines labels verstellen eher den Blick auf die Inhalte und sind meiner Erfahrung nach eher schädlich.

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  5. Dieser verlinkte Rupp-Rant auf Twitter ist ja echt spannend und entlarvend:

    »diese „Szene“ – v. a. Hofmann, – versucht Frauenparkplätze zu verhindern. Das ist das Niveau.«

    Offenbar hält er es für ein höheres Niveau, Frauenparkplätze *einzuführen*. Anstatt sie als die politische Ersatzhandlung zu sehen, die sie sind.

    »es geht nämlich nicht um Väterrechte – es geht gegen Feminismus. Daher weht der Wind.«

    Genau. Daher weht der Wind: es ist für ein Mitglied der Grünen, das mehr sein will als eine Karteileiche, offenkundig unmöglich, eine Kritik am feministischen Diskurs auch nur zu *denken*. Andernfalls wäre er sehr schnell und sehr »nachhaltig« weg vom Fenster.

    »ich war als von einer schwierigen Scheidung Betroffener jarhelang in dieser „Szene“ unterwegs.«
    »also, ich kann für Väterrechte kämpfen, ohne mich mit den Maskus gleich zu machen. Ich kenne offenbar sehr gut«

    Eigener Scheidungskontext, konkrete Begegnung mit Teilen der maskulistischen Szene, schwere kognitive Dissonanzen beim Thema »Antifeminismus«. Als grüner Scheidungsbetroffener sitzt er eigentlich zwischen den Stühlen: Ideologie trifft auf persönliche Wahrnehmung, aber diese Wahrnehmung darf die Ideologie nicht durchbrechen. Ein klarer Anreiz, sich das Problem »schwarz-weiß« zu strukturieren: nur unter dieser Bedingung bleibt die eigene Wahl eindeutig.

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  6. Selbst wenn sich die Patriarchats-Blogroll mit vernünftigen Blogs verdoppelt, wird das Licht, wenn es um Maskus oder Männerrechtler geht, einzig und allein auf wgvdl scheinen. Arne Hoffmann? Manndat? Wer oder was ist das denn?

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  7. Rupp hat, wie viele seiner Kollegen auch, schlicht eine irrationale Angst vor allem, was er verdächtigt dem „Patriarchat“ nahe zu sein. Im Grunde hält er Frauen für die besseren Menschen, mag das aber nicht zugeben.

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  8. Interessant wie auch hier wieder völlig irrational ausgegrenzt wird. Das ist symptomatisch.

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  9. „Arne Hoffmann? Manndat? Wer oder was ist das denn? „

    Der Punkt ist vor allem, daß die Inhalte, die die gemäßigten blogs bieten, für die Frage, wer als böser, radikaler Extremist und Frauenfeind hingestellt wird, überhaupt keine Rolle spielen. Es spielt auch keine Rolle, daß sich einige blogger sich von dem label „Maskulist“ distanzieren. Wer sich überhaupt für Männer und ihr Leben in der gegenwärtigen Gesellschaft interessiert, wird mit denen in einen Topg geworfen, die kleine Kinder essen.

    Dahinter steckt natürlich politisches Kalkül – gegen das vernünftige Standpunkte zu haben, allein überhaupt nichts ausrichtet.

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  10. Es scheint ein auch ein etwas allgemeineres Symptom zu sein.

    Es ist nicht gut für uns, unsere Gemeinschaft, Staat etc., dass wir in entscheidenden Institutionen, die mit Vertrauen belegt sind und Verantwortung tragen, Menschen agieren haben, die sichtbar dieses nicht erfüllen bzw. verdient haben.

    Es ist an der Zeit den Blick darauf hinterfragend und Rechtfertigung einfordernd zu richten.

    Auch die Parteien selbst sind im Sinne ihrer (Selbst-)Organisation und Einfluß zu hinterfragen. Die ideologischen Aspekte, insbesondere der Feminismus, treiben starke Korruption und gesellschaftlichen Missbrauch an.

    Gerade auch

    „„Maskus“ sind also, vor allem anderen, eine Projektion – ein Feindbild, dem Protagonisten einer Politik der Spaltung und der Rechtsverletzung ihr eigenes Bedürfnis nach Feindschaft unterschieben, um sich selbst als Verkünder einer menschlicheren Gesellschaft inszenieren zu können.“

    scheint sich nicht nur auf „Maskus“ zu beschränken. Hier, in diesem Schema, ist er angesiedelt, der erwähnte Missbrauch.

    Freiheit ist immer wieder zu erkämpfen.

    Was einem etwas die Hoffnung nimmt, ist das die Jugend hier eher nicht dafür zu stehen scheint und dem „Dieb, der haltet den Dieb schreit“ Hintertreibungsschema zwecks Status und Dominanzstrebens mit korrupt-ideologischen wie selbstgefälligen, totalitären (und sogar im Endeffekt tatsächlich rassistischen) „Idealen“ zu folgen scheint, wie z.B. die Erscheinung der sog. SJWs zeigt.

    Antwort

  11. … wobei bei letzteren (den SJWs) wohl auch mitspielt, dass sie immer aus den sog. bessergestellten Schichten zu kommen scheinen.

    Genauso wie die Rupps dieser Welt.

    Antwort

  12. Sehe ich auch so. Und mir ist es vollkommen egal, was man mir für ein Label oder Etikett überbraten möchte.

    Ich schreibe in erster Linie als MANN und beschreibe, wie ich die Welt um mich herum wahrnehme. Das ist natürlich sehr subjektiv, gebe ich zu.

    Aber solange das Ganze hier in diesem Land nicht objektiv, sondern ignorant verläuft, so lange halte ich jeden Blog, jeden Verein und jedes Forum, was sich damit auseinandersetzt für wichtig.

    Ich komme wieder 😉

    Danke an dieser Stelle an die vielen Blogger, Verlinker, Kommentatoren, Artikelschreiber, Leserzuschriftensender etc. – Jeder ist wichtig und Rupp hat damit ein Problem – nicht nur er.

    Antwort

  13. „Für „Maskus kann es keine Willkommenskultur geben““

    Ich frage mich, ob dem „Kämpfer für Väterrechte“ Jörg Rupp bewusst ist, dass gerade viele der z. Zt. nach Deutschland strömenden, männlichen Flüchtlingen, die gleiche „Willkommenskultur“ erleben werden, die auch ein Herr Görgülü erleben musste. Da diese dann vermutlich den Feminismus als Schuldigen ausmachen werden, wird unser Herr Rupp aber schnell in Gewissenskonflikte beissen müssen:

    Die Flüchtlinge, die etwas gegen den Feminismus haben, weil ihre Väterrechte mit den Füssen getreten werden, für die wird es, laut Rupp, keine „Willkommenskultur“ mehr geben?

    So schnell kann sich die „Anti-Masku“-Ideologie selbst in den Schwanz beissen.

    Ob er überhaupt intelektuell dazu in der Lage ist, zu erkennen, was er da von sich gegeben hat, wage ich zu bezweifeln. Wer das „Grüne Männermanifest“ und die Kommentare dazu gelesen hat, weiss Bescheid, dass mit Grünen keine Diskussion möglich ist.

    Antwort

  14. @Wolle Pelz

    Warum sollte dieser Text – den ich für sehr gelungen halte, dickes Lob also an Lucas – eigentlich den „linken Flügel“ ärgern?
    Und was hat der „nicht-feministische“ Flügel davon, ärgerte es ihn?

    Ich unterschreibe jeden Satz und jede Beobachtung in diesem Text, nur sollte uns folgender mehr als nur zu denken geben:

    „Die Inszenierung braucht die Illusion, als Avantgarde gegen eine breite reaktionäre Mehrheit anzukämpfen.
    Das Resultat ist ein bemerkenswert autoritäres Staatsverständnis. Hier geht es überhaupt nicht mehr darum, Vertreter staatlicher Macht demokratisch zu kontrollieren – kontrolliert wird von oben nach unten, nicht umgekehrt.“

    Der autoritäre Staat wird forciert eingeführt unter Mithilfe eines elitären Trüppchens, welches sich als progressive Avantgarde verkleidet.

    Was genau TUN wir eigentlich dagegen?
    Und wo kann und will der politische Gegner eigentlich unsere feinsinnigen Differenzierungen und Abgrenzungen – Maskulist oder nicht, links oder nicht, Anti-Feminist oder Nicht-Feminist etc. – untereinander nachvollziehen?

    Für den politischen Gegner sind wir alle „Maskus“ und Ende der Debatte.
    So langsam sollten sich die „Maskus“ daher auf gemeinsame Forderungen EINIGEN und gemeinsam in die Öffentlichkeit gehen.

    Wenn ich sehe, was gerade in Sachen Verschärfung des Sexualstrafrechts von feministischer Seite geplant ist und wenn das auch nur zu 60% umgesetzt wird, dann wird es in den nächsten 20 Jahren richtig bitter für Männer.
    http://www.djb.de/Kom/K3/14-14/ (eine elegante Formulierungen für eine richtig reaktionäre Kampagne – ihr müsst die Erläuterungen sorgfältig lesen!)

    Wenn dazu noch durchgesetzt wird, dass Kritik am Staatsfeminismus „hate speech“ ist, der unter Strafandrohung fällt, dann haben wir ALLE ein echtes Problem.
    http://www.avoiceformen.com/suggested-reading/eu-to-ban-anti-feminist-speech/ (der Verfasser ist eine politische Knalltüte, mit der Kritik hat er dennoch Recht)

    Schönen Gruß und ein tolles neues Jahr wünscht, crumar

    Antwort

  15. @jungsundmädchen

    Um so bekannter die „gemäßigten“ Blogs werden, desto schwerer durchhaltbar wird es, jeden MRA als „böser, radikaler Extremist und Frauenfeind“ darzustellen.

    Irgendwann kommt das Publikum, die kritische Öffentlichkeit von alleine darauf, dass seitens der etablierten politischen Parteien und deren Personal sowie der „Qualitätsmedien“ schlicht Propagandamüll produziert wird.

    Da das Misstrauen gegenüber Parteien und Medien ohnehin immer weiter wächst, brauchen wir nur den output erhöhen, die Reichweite vergrößern und dann werden sie sich auflösen, die neuen Kleider der Kaiserin.

    Dann: Natürlich geht es darum, gesellschaftliches Interesse für Männer zu wecken, es geht aber ebenso darum, dass Männer unveräußerliche RECHTE haben, weil sie männliche Menschen sind.
    Wir sollten so langsam in die Pötte kommen und einen Forderungskatalog erstellen.

    Mit linksmaskulistischen Grüßen und besten Wünschen für das neue Jahr!
    crumar

    Antwort

  16. >>> Warum sollte dieser Text – den ich für sehr gelungen halte, dickes Lob also an Lucas – eigentlich den „linken Flügel“ ärgern?
    Und was hat der „nicht-feministische“ Flügel davon, ärgerte es ihn? < << Die Antwort auf die erste Frage sollte sich Dir sehr schnell selbst erschließen. Sollte dies nicht der Fall sein, wären auch Worte von mir an dieser Stelle hier verschwendete Zeit. Es gibt keinen nicht-feministischen Flügel. Nicht-Feminismus ist übergreifend. Es richtet sich weder an eine politische Richtung noch an ein bestimmtes Geschlecht. Der Nicht-Feminismus richtet sich einzig und allein an die Vernunft und versucht sich gegen eine einseitige ideologische Ausrichtung unserer Gesellschaft zu wehren.

    Die zweite Frage von Dir stützt sich auf keinerlei Aussage, die ich gemacht habe. Da es keinen nicht-feministischen Flügel gibt, kann dieser sich auch nicht ärgern.

    Btw.: Was hast Du von den Gemäßigten zum Thema „Sexualstrafrecht“ gehört? Ich habe fast ausschließlich Beschönigungen und Beruhigungen gehört, die extrem kontraproduktiv sind.

    Im pelzblog und auf nicht-feminist hingegen haben wird diese Themen beim Namen genannt. Ich sehe in vielen Dingen eine Gefahr. Diese Gefahren lauern vor allem in den Beschönigungen von eklatanten Maßnahmen seitens des Gesetzgebers.

    Antwort

  17. Erst einmal @ crumar: Viele Grüße zurück!

    Es ist keine „irrationale Ausgrenzung“, nicht alles mitmachen zu wollen. Bei wgvdl wird z.B. in einer Weise über Grüne geredet, mit der ihrerseits Grüne zu Unpersonen erklärt werden.

    Ähnlich Pirincci, der von der „Kinderficker-Partei“ schwadroniert. Da geht es nicht um Dialoge, sondern nur um den Wunsch, dass diese Partei verschwinden soll. Denn wie, bitte schön, sollten Grüne denn darauf antworten? „Klar, Mensch, stimmt auch, wir sind irgendwie alle Kinderficker, und jetzt lasst uns mal ruhig, sachbezogen und unaufgeregt über Geschlechtergerechtigkeit diskutieren“ ?

    Wer selbst Gespräche verweigert und andere zu Unpersonen erklärt, soll nicht darüber jammern, dass diese anderen nicht mit ihm reden wollen – das ist lächerlich.

    Es ist ein großes Missverständnis zu meinen, eine Distanzierung habe nur taktische Gründe, um nicht dadurch schlecht dazustehen, dass man ungünstige Bündnispartner hat. Mit Leuten, die mit Hass oder Verachtung oder mit ständigen Beschimpfungen über politische Gegner reden, möchte ich mich nicht gemein machen. Es ist nämlich offenkundig, dass wir tatsächlich völlig unterschiedliche Ziele haben – und dass sich nicht nur die Wahl der Mittel unterscheidet.

    Dass ruhigere, sachlichere Positionen nicht wahrgenommen werden – das stimmt. Es war z.B. eine der Absurditäten im letzten Jahr, dass das umfassende und sorgfältige Buch Arne Hoffmanns fast überhaupt keine mediale Resonanz hatte, während das gezielt pubertäre Gerede Wizoreks regelrecht gepuscht wurde.

    Aber herrje, @jungsundmaedchen und wolle, so ist das nun einmal – was erwartet Ihr denn? Dass ein paar Blogs Texte veröffentlichen und sich sofort alle möglichen Massenmedien darauf stürzen, um begeistert festzustellen, dass Männer in Geschlechterdiskussionen eingestiegen sind, ohne feministische Klischees nachzubeten?

    Um an dieser Nicht-Wahrnehmung etwas zu ändern, braucht man Zeit, und auch Intelligenz – mit Pöbeleien wird es eher nicht klappen.

    Antwort

  18. @ djadmoros Es gibt ein schönes Video , in dem am Ende die Reaktion Renate Künasts (damals Fraktionsvorsitzende) auf das Männermanifest zu sehen ist. Sie redet über die Verfasser, als ob sie kleine Kinder wären („Schön, dass Männer an ihrer Rolle arbeiten wollen“) – und macht die Erwartung klar, diese Verfasser mögen sich jetzt bitteschön in den Fragen engagieren, „die den Frauen auf den Nägeln brennen“ (mehr Kindergartenplätze und vor allem – bessere Bezahlung für Erzieherinnen ). „Im Praktischen beweist sich, ob man Feminist ist, nicht im Verfassen von Papieren allein.“

    Künast hat die Verfasser damit offen als Schwätzer hingestellt, die doch jetzt bitteschön mal in die Puschen kommen und was für Frauen tun sollten. Das als Reaktion auf ein Manifest, das lange Zeit der Vorbereitung und parteiintern offenbar eine Menge Mut brauchte, enorm vorsichtig formuliert war und behutsam darauf achtete, bloß keine frauenpolitischen Mythen in Frage zu stellen.

    „Die Krise ist männlich. Klimakrise, Finanz- und Wirtschaftskrise, Hunger- und Gerechtigkeitskrise, all dies sind direkte Folgen einer vor allem „männlichen“ Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsweise, die unseren Planeten an den Rand des Ruins getrieben hat. Entfesselter Wachstum und ungehemmter Profit müssen ein Ende haben. Wir wollen anders leben!“ Kein Wunder, dass Künast das Manifest als feministisches Papier verstanden hat.

    Angesichts solcher Herablassungen, solcher offenen Verachtung, auch angesichts solcher entmündigender Spielchen wie den quotierten Rednerlisten des Frauenstatuts müssen Männer bei den Grünen eigentlich wütend oder zornig werden, wenn sie nicht völlig gefühlsamputiert sind. Die Schwarz-Weiß-Muster sind möglicherweise einfach eine Voraussetzung dafür, diese Wut nur in den „Maskus“ wiederzufinden, mit denen man selbst natürlich überhaupt nichts zu tun hat.

    In gewisser Weise werden aber eben auch Frauen von den Grünen Männern benutzt – als Garanten einer prinzipiellen Unschuld, die es im politischen Leben nun einmal nicht gibt. Was die Männer tun, tun sie in ihrer Wahrnehmung ja nicht direkt für sich, sondern für die Frauen, die lange genug unter der männlichen Herrschaft gelitten hätten.

    Männer imaginieren Frauen als Unschuldswesen, und indem sie diese Wesen wacker verteidigen, können sie dann selbst an dieser Unschuld teilhaben. Denn was wäre sonst so schlimm daran, Feminismus zu kritisieren? Feministische Positionen sind politische Positionen wie andere auch, und selbstverständlich nicht der Kritik enthoben.

    Das Problem aber ist, dass Leute wie Rupp in diesem Bedürfnis nach politischer Unschuld tatsächlich ernsthaft schuldig werden, ohne es zu realisieren. Für die Grundrechts- und Menschenrechtsverletzungen des deutschen Kindschaftsrechts beispielsweise hat noch niemand der Verantwortlichen irgendwo wenigstens eine Entschuldigung für nötig gehalten.

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  19. Ich erspare mir eine Erwiderung. 😉

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  20. […] Leitprinzip und muss bei jedem größeren Themenbereich in der Schule berücksichtigt werden. Das Land Niedersachsen übernimmt das und legt fest, dass die „angemessene Berücksichtigung der Vielfalt sexueller […]

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