Monatsrückblicke

Sex, Politik, Verleumdung (Monatsrückblick Januar 2015)

Bild zeigt ein Kleinkind an einer Wäscheleine mit Klammern angehängt.
geschrieben von: Lucas Schoppe
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Wenn Sexualität und Politik zusammenstoßen, geht das ja meistens für beide nicht gut aus. Der Grüne Jörg Rupp hat   bekanntlich gerade angesichts eines, irgendwie, hochprovokanten Profilphotos mit Rollkragenpullover erregt festgestellt, dass die Hamburger FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding – was bei Frauen ja nicht unüblich ist – Brüste hat. Ganz außer sich twitterte er die mittlerweile berühmten Worte „muss man sich mal vorstellen: mit Titten und Beinen anstatt Inhalten“
Rupp selbst jedenfalls stellte es sich offenbar sehr intensiv vor: Angesichts von Sudings Pullover dachte er an Brüste, angesichts von Brüsten nicht mehr an Inhalte, fand aber, dass das irgendwie alles allein Sudings Schuld sei. Diesen offenkundigen Sexismus der FDP-Frau wollte er dann eigentlich nur gutmütig anprangern. Rupps Pech war allerdings, dass sich in unserer schnelllebigen Medienwelt niemand für solche hochkomplexen Erwägungen interessiert, schon gar nicht auf Twitter, wo schon für einfachere Gedanken kaum Platz ist.
So geht’s doch auch: Ein Wahlkampf mit Inhalten, der keinen Menschen zum Objekt macht.
So stellte Rupp schließlich fest, dass er sprachlich zwar daneben lag, inhaltlich aber Recht gehabt hätte, erweckte nebenbei den Eindruck, dass die Grünen in Hamburg im Unterschied zu der anderen Partei der Besserverdienenden mit Inhalten gearbeitet hätten  – und beruhigte sich mit der Vorstellung, alles wäre in Ordnung gewesen, hätte er statt von „Titten“ von „Brüsten“ geredet.
Da Suding Rupps entsprechende Entschuldigung gleich angenommen hat, könnte damit dann auch alles erledigt sein – wenn er nicht ausgerechnet im Landesvorstand einer Partei säße, die selbst so unbefleckt, so betoniert unschuldig ist, dass sie es sich unausweichlich zur Aufgabe machen musste, beständig empört auf die moralischen Verfehlungen anderer zu weisen.
Katja Suding macht jedenfalls den Eindruck, dass sie sich gegen Angriffe wie die von Rupp wehren kann. Anders ist das bei Kindern, bei Jungen, die einst Jürgen Trittin als Spitzenkandidat der Grünen – und nicht in einem dahingerotzten Tweet, sondern in einer Bundestagsrede – zum „unbegabteren Geschlecht“ gerechnet hatte. Dies tat er übrigens im Hinblick darauf, dass Jungen in den Bildungseinrichtungen offenkundig erhebliche Nachteile haben. Damals gab es von der grünen Partei keinen Ärger – von Claudia Roth ist stattdessen überliefert, dass sie Trittin beifällig ein „Genau!“ hinterherschickte.
Es ist völlig in Ordnung, sich vom Bundestagspult aus über Kinder lustig zu machen, die erhebliche Bildungsnachteile erleben – aber einen idiotischen Tweet über eine Frau zu schreiben, ist unverzeihlich. Konfusionen wie diese entstehen mit erstaunlicher Regelmäßigkeit eben dann, wenn Sexualität und Politik kollidieren.

Pädokriminelle Machenschaften“, schwule Sexpläne“ –  Zeit für rhetorische Abrüstung
 „Rund 600 linksgerichtete Gegendemonstranten haben am Samstag in Hamburg eine Demonstration von Eltern gegen den Sexualkundeunterricht an Grundschulen behindert und gestört. (…) Die Gegendemonstranten hätten zudem mit Schneebällen, Böllern, Flaschen und anderen Gegenständen geworfen. Eine 15-jährige Teilnehmerin der Eltern-Demo habe dabei eine Kopfplatzwunde erlitten.“
Dass ausgerechnet eine fünfzehnjährige Schülerin verletzt wurde, für deren Recht auf Sexualkunde die Gegendemonstranten doch auf die Straße gegangen waren und engagiert mit Gegenständen geworfen hatten – das macht diese Meldung der Lübecker Nachrichten aus dem Januar natürlich etwas peinlich.
Adrian kommentierte den Lübecker Zwischenfall auf dem Blog gay west:
„Wenn das so weitergeht, werden wir demnächst (vermutlich bei der BILD und auf maskulistischen Foren) lesen können, dass Schwule Kinder attackieren, um ihre Sexpläne mit Gewalt durchzusetzen…“
Für ihn bestätigte dann, wenige Tage später, ein Beitrag des Bloggers emmanzer diese Prophezeihung:
„Eine Minorität von etwa zwei Prozent der Bevölkerung tyrannisiert mit -staatlicher Unterstützung- ein ganzes Land und geht konzentriert auf diejenigen los, welche sich am wenigsten wehren können: Kinder!“
Immerhin entwickelte sich nach diesem Artikel eine lange Diskussion, an der auch Adrian teilnahm und die weitgehend ohne das Werfen von Gegenständen auskam.
Mein Eindruck ist, dass die Diskussion um eine Sexualpädagogik der Vielfalt mit den Schulen selbst eigentlich sehr wenig zu tun hat – sondern dass hier politische Schaukämpfe ausgetragen werden, in denen sich die Beteiligten gegenseitig als Verderber der Jugend hinstellen.
Kritiker der Bildungspläne reden von einer „Frühsexualisierung“ – nach Unterrichtserfahrungen mit Sechstklässlern, die bei Sätzen wie „Der Wind bläst um das Haus“ oder „Hol doch mal bitte das Buch runter“ ganz von sich aus in unermüdliches Kichern ausbrechen, kommt mir das etwas weltfremd vor.
Verteidiger der Bildungspläne werfen den Kritikern gar – wie in den Kommentaren zu einem Spiegel-Online-Artikel, beispielsweise in diesem, der über „Pädokriminelle Machenschaften“ fantasiert – reihenweise vor, sie würden nur deshalb keine Sexualaufklärung wollen, um Kinder umso besser sexuell missbrauchen zu können.
Es ist offenkundig höchste Zeit für eine rhetorische Abrüstung. Immerhin: Die taz hat, so berichtet Arne Hoffman gerade auf Genderama, damit schonmal angefangen.
Jetzt könnten auch staatliche Institutionen nachziehen. Der Jüngling berichtete auf seinem Blog  über Materialien der Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg. In der kleinen Schrift Same same but different werden dort „Methoden und Materialien zum Thema Geschlechterrollen und Chancengleichheit“ vorgestellt, anzuwenden ab der achten Klasse in der Schule.
„Der gesamte Lehrplan zielt (…) darauf ab, den Jugendlichen klar zu machen, dass Mädchen benachteiligt seien“,
kommentiert der Jüngling. Tatsächlich bringt die Landeszentrale für politische Bildung den Kindern beispielsweise bei, dass Frauen in Deutschland 22% weniger Lohn erhalten würden als Männer. (S. 19)
Natürlich stimmt das nicht – die haltlose Rede vom „Gender Pay Gap“ unterstützt allerdings, ganz gegen die offizielle Intention der Materialsammlung, überkommene Geschlechterbilder. Mädchen wird frühzeitig deutlich gemacht, dass sie sich gar nicht auf den Beruf konzentrieren müssten, weil ein Partner dort ohnehin mehr verdienen würde als sie – und Jungen werden frühzeitig die Flausen ausgetrieben, möglicherweise selbst einmal zu Hause zu bleiben und die Kinder zu versorgen: Schließlich werden sie, die doch angeblich um ein Viertel mehr verdienen würden als ihre Partnerinnen, als finanzielle Versorger gebraucht.
Was hast Du für ein Problem? Sexuelle Gewalt durch Frauen Ohnehin gab es viele Meldungen im Januar, die gewohnte Frontstellungen durcheinander bringen konnten. Sensationell, aber sehr häufig auch mit einem Unterton sexueller Faszination geschrieben, waren Berichte von vielen Fällen sexuellen Missbrauchs durch Lehrerinnen. „Sexy Lehrerin wegen Missbrauchs angeklagt“, titelte der Berliner Kurier. Focus spekulierte darüber, warum  Lehrerinnen ihre Schüler verführen“, und zitierte einen Experten mit der Aussage, dass immerhin 20 bis 25 % aller Missbrauchstaten von Frauen verübt würden.
Dass weibliche Täterschaft weiterhin ein Tabuthema ist, trägt offenkundig zu ihrer Verharmlosung bei. Eine englische Lehrerin, die ein sexuelles Verhältnis mit einem sechzehnjährigen Schüler hatte, muss nach focusAngaben zunächst nicht ins Gefängnis, damit sie sich „um ihre Familie kümmern kann“. Gegen eine Schweizer Lehrerin, die ein  Verhältnis mit einem siebzehnjährigen Schüler hatte, erstattet die zuständige Schulpflege-Präsidentin keine Anzeige.
„Denn die Lehrerin hat keinen Druck ausgeübt, sondern das Ganze beruhte auf Gegenseitigkeit.“ 
Selbst den Missbrauch eines Dreizehnjährigen durch eine 29jährige sieht der zuständige Staatsanwalt in Wien nicht als so gravierend an, dass er ihn gleich als „Verbrechen“ einstufen wollte.
Die Washington Post berichtete über den Fall eines sechzehnjährigen Jungen, der von seiner 25jährigen Lehrerin missbraucht wurde und der, als der Fall öffentlich wurde, zum Opfer heftiger Attacken und Angriffe wurde: Er habe das Leben dieses armen Mädchens ruiniert. In diesem Fall spielen, wieder einmal, sexistische und rassistische Strukturen zusammen – der Junge ist schwarz, seine Lehrerin ist weiß.
Nach Angaben von Rechtsanwälten gibt es, so die Washington Post, vor Gericht eine deutliche Hierarchie – Missbrauchsfälle mit Täterinnen oder männlichen Opfern würden deutlich milder beurteilt als andere. Das gilt so auch für Deutschland.
Diese Gleichgültigkeit spiegelt sich auch in der Popkultur: Arne Hoffmann verwies auf einen Artikel im Blog Toy Soldier, der den als Erotic Thriller geführten Film The Boy Next Door mit Jennifer Lopez scharf kritisierte: Dort habe eine High-School-Lehrerin ein sexuelles Verhältnis mit einem Schüler, werde aber als dessen Opfer präsentiert, als er sie nach der Beendigung dieses Verhältnisses zu stalken beginnt.
Ähnlich gewinne übrigens auch, so Hoffmann mit einem Verweis auf einen Text von Lisa Ludwig, der aktuelle Riesenhit Fifty Shades of Grey der sexuellen Ausbeutung eines Jungen durch eine Frau einen erotischen Kitzel ab.
Auch in der Pop-Musik findet sich Ähnliches. In dem Hit My Boy singt die walisische Sängerin Duffy beispielsweise über eine Beziehung zu einem sehr viel jüngeren Jungen und verbittet sich die Einmischung anderer („I’m his lover not his mother/Why you starin‘ at each other?/What’s your problem?/I’m not his keeper, I’m his teacher…“ – „Age is a number, don’t steal my thunder“) – in meinen Augen eine Missbrauchshymne, an der sich bislang aber noch niemand gestört hat.
Als „akzeptable Verluste des Feminismus“ hat die amerikanische Seite A Voice for Men einmal bitter die Gleichgültigkeit gegenüber männlichen Opfern sexueller Gewalt und gegenüber weiblicher Täterschaft bezeichnet. Allerdings geht die Verharmlosung solcher Taten keineswegs allein auf das Konto feministischer Interpretinnen.
Als vor wenigen Monaten einmal bei Alles Evolution über eine sexuelle Beziehung zweier Lehrerinnen mit einem Schüler diskutiert wurde, interpretierten einige Männer das als eine durchaus willkommene sexuelle Initiation – während unter anderem eine feministische Kommentatorin, „marenleinchen“, darauf bestand, dass das Verhalten der Lehrerinnen sehr problematisch sei. Auch hier geraten gewohnte Frontverläufe also in Unordnung.
Der Kommentarstrang enthielt allerdings auch einen Hinweis auf ein beeindruckendes Video, in dem ein Mann – dabei immer verzweifelter werdend – erklärt, warum die Vergewaltigung eines Mannes saukomisch („hilarious“) sei.
Dass sexuelle Gewalt nicht grundsätzlich männlich und die Erfahrung sexueller Gewalt nicht grundsätzlich weiblich ist, stellten im vergangenen Monat noch mehrere andere Artikel heraus: historisch über die sexuelle Ausbeutung schwarzer Sklaven durch weiße Sklavenhalterinnen, politisch  über die sexuelle Ausbeutung von männlichen Gefangenen durch weibliche Wärterinnen in Gunatanamo.
Genderama verlinkte auf einen Film, der bei YouTube die Folter und sexuelle Ausbeutung in Abu Ghraib unter der befehlshabenden Offizierin Carolyn Wood thematisiert – und auf die höhnischen Kommentare, die der Film dafür erhalten hat.
Wie Lucas Schoppe einmal zum Propagandisten wurde Gegenüber diesen Abgründen wirkt die tägliche Gewalt des deutschen Familienrechts unspektakulär – wir haben uns an sie gewöhnt. Katrin Hummel erzählte in der FAZ eine
„wahre Geschichte, die zeigt, was passieren kann, wenn ein Elternteil bei Mitarbeitern des Jugendamts in Ungnade fällt.“
Natürlich ist dieses Elternteil der Vater, der ohne eigenes Verschulden und aufgrund des Agierens eines Jugendamtes – das unter keiner Amtsaufsicht steht – sowie aufgrund fragwürdiger Gutachten seine Tochter nicht mehr sehen darf.
Das Blog Männer- und Väterrechte lieferte reihenweise Beispiele zum selben Thema: Über Mütter beispielweise, die sich öffentlich darüber verständigen, wie sie gegen vorliegende Gerichtbeschlüsse Väter aus der Beziehung zu den gemeinsamen Kindern herausdrängen – oder über Mütter, die den Vater ihrer Kinder verächtlich als „Erzeuger“ präsentieren.
Wie verroht diese durchaus übliche Wortwahl ist, kann wohl eine Umkehrung der Geschlechterrollen deutlich machen: Es würde zurecht als „Hate Speech“ dastehen, wenn Kinder in den deutschen Gerichtsroutinen nach Trennungen grundsätzlich bei den Vätern bleiben und Väter sich dann im Internet verachtungsvoll über die „Austrägerinnen“ lustig machen würden.

Gerade gestern entdeckte ich dann etwas, das genau zum Thema passt und mich auch ganz persönlich betrifft. Der Autor und Journalist Malte Welding reiht sich ein in die Gruppe begeisterter Neu-Väter, die es einfach nicht schaffen, ihre Kinder zu versorgen, ohne sogleich auch ein Buch darüber zu schreiben. Welding räsonniert über „das grundlegenste aller Menschenrechte“, nämlich – so die Chinesin Chen Dan – „ein Kind zu bekommen“.

Und: An einer Stelle schreibt er sogar kurz über den „Lehrer Lucas Schoppe“.

Der nämlich habe behauptet, dass es verantwortungslos sei, in Deutschland Vater zu werden, und wird dann von Welding gemeinsam mit Max Erdinger vorgestellt – einem explizit „rechten“ Männerrechtler, den ich in diesem Blog gerade zum ersten Mal erwähne und der sich höhnisch von linken Männerrechtlern abgrenzt: „Schafsböcke, die gegen den Stock anblöken, mit dem sie ins Schlachthaus getrieben werden“.

Weldings Fazit:

„Männer wie Schoppe und Erdinger sind Propagandisten im Geschlechterkrieg. Sie generalisieren ihre privaten Erfahrungen und behaupten, das deutsche Familienecht sei Beute des Feminismus.“
Im Interesse eines geradlinigen Arguments lässt sich Welding nicht groß dadurch stören, dass ich so etwas niemals behauptet habe und mit Antifeminismus wenig anfangen kann. Gerade erst habe ich das Gegenteil geschrieben – dass es nämlich falsch sei, die Zustände im deutschen Familienrecht auf das Konto von Feministinnen zu schreiben und die Verantwortung nicht-feministischer Männer zu übersehen.
In dem zitierten Artikel, den ich ganz zu Beginn meiner Blogger-Zeit geschrieben hatte, ging es auch nicht darum, dass ich mich – wie Welding behauptet – „als Opfer darstellen“ wollte. Es ging mir um meine Verantwortung: Ich habe eine Verantwortung gegenüber unserem Kind, unbedingt, die ich auch nicht ablegen kann – ich lebe aber unter Bedingungen, unter denen ich als Vater keine hinreichende Kontrolle darüber habe, ob ich diese Verantwortung überhaupt wahrnehmen kann.
Eine kleine wahre Geschichte: Unser mittlerweile sechsjähriger Sohn fragt mich fast jedes Mal, wenn ich ihn zur Mutter zurückbringe, warum er nicht bei mir bleiben kann. Dass ich ihn zurückbringe, empfindet er – was völlig nachvollziehbar ist – als Zeichen, dass ich ihn nicht gern habe. Ich habe ihm erklärt, dass es nicht meine eigene Entscheidung ist, dass ich die Entscheidung, ihn bei mir zu behalten, auch gar nicht treffen dürfte. Er fragte mich, sehr ernst: „Hast Du auch wirklich alles dafür getan, dass Du es entscheiden kannst?“
In meinem Text ging es um deutsche Verhältnisse, und ihm ist schlimmstenfalls vorzuwerfen, dass er Verhältnisse in anderen Ländern – etwa in Frankreich – idealisiert. Um Feminismus ging es nicht  – das wäre auch sinnlos, schließlich gibt es auch in Frankreich feministische Politik, ohne dass ich die Familienrechts-Verhältnisse dort ähnlich schlimm fände wie die in Deutschland.
Die deutsche Familienrechts-Politik hat jahrelang Menschenrechte verletzt – und sie war nicht bereit und nicht in der Lage, dies selbstständig zu ändern. Eine kleine Änderung wurde erst möglich, als sie durch einen doppelten, massiven Eingriff von außen unvermeidbar wurde: Durch den Eingriff der juristischen Sphäre in die politische und durch den Eingriff der europäischen Ebene in die deutsche, also durch eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs.
So ging es in meinen Text auch nicht um Feminismus oder um Opferolympiaden, sondern um Verantwortung und deren Zerstörung durch „autoritäre Traditionen“. Der mir wichtigste Satz war damals:
„So leben wir noch immer unter Bedingungen, unter denen Gesetzgebung und Rechtssprechung bei Männern wie bei Frauen ausgerechnet das Verhalten züchten, fördern und unterstützen, das den Kindern schadet – und dies ausgerechnet mit dem Interesse am Kindeswohl begründen.“
Welding bewegt sich ganz auf der Linie, der auch Michael Kimmel in seinem Buch Angry White Men folgt: Er gesteht Trennungsvätern ihr ohnehin unübersehbares Leid zu, erklärt es aber empört zum Skandal, wenn diese Väter für ihr Leid auch politische Ursachen beschreiben und es nicht allein als persönliches Problem wahrnehmen.
Dabei ist gerade das wichtig: Es ist nicht nur in meinem Interesse, sondern auch in dem unseres Kindes, dass ich politische Konflikte auch tatsächlich als politische Konflikte wahrnehme, anstatt sie beständig und aussichtslos auf der persönlichen Ebene der Elternbeziehung auszutragen.
Es wird aber klar: Wer sich als „linker Männerrechtler“ positioniert, sich von betonierten Geschlechterbildern abgrenzt, wer differenziert, anstatt unterschiedslos auf „Feminismus“ oder „Gender-Wahn“ draufzuschlagen – der hat dafür sicher gute, eigene Gründe.
Er kann sich davon allerdings keine bessere oder nicht einmal eine faire Darstellung versprechen – politische Verleumder wie Malte Welding, oder wie Robert Claus in der Friedrich Ebert Stiftung, oder wie Hinrich Rosenbrock für die Heinrich-Böll-Stiftung, oder wie Ralf Homann für die ARD stellen zur Not eben selbst die Verbindungen her, die sie gerade brauchen. Und Max Erdinger kann sich in seinem höhnischen Zynismus durch sie bestätigt fühlen.
Wie etablierte Medien ihre Vertrauenswürdigkeit verspielen, erklärte übrigens – dazu passend – der Autor Walter von Rossum in einem Interview bei den nachdenkseiten. Die Kommentare können offenbar, so Gerhard bei geschlechterallerlei,  ohne große Schwierigkeiten differenzierter sein als die Artikel.
Immerhin, von Seiten der FDP gibt es Signale, die institutionelle Blockade gegenüber den spezifischen Anliegen von Männern und Jungen zu lockern –  was für Arne Hoffmann „ihr klügster politischer Schachzug seit langem“ ist.
Auch daran zeigt sich, wie gewohnte Fronten in Unordnung geraten und wie hoffnungslos die Perspektive ist, bei „linken“ Parteien Gehör für noch so legitime Anliegen von Jungen und Männern zu finden. Wenn linke Männerrechtler parteipolitisch ausgerechnet mit der FDP Hoffnungen verbinden, ist das möglicherweise weniger eine tragfähige Perspektive als ein Zeichen für Verzweiflung.
Es ist jedenfalls ein Witz – aber vielleicht ja ein guter.

 

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30 Comments

  • So recht ich Dir gebe, Lukas, warum hoffst Du dann auf die Einsicht einer linken Politkultur, wenn Dich alle Fakten und Ergebnisse seit Jahrzehnten widerlegen? Das ist doch Hoffärtigkeit eines Gläubigen, der im Blutkeller Kerzen für den Messias anzündet. Mich widert diese linke „Venceremos“-Gequatsche auch bei Arne Hoffmann an. Warum brauchen Menschen-, oder präziser, Väterrechte denn dieses farbige Bonbon, auf der humanistisch richtigen Seite der Geschichte zu stehen? Linksrechtsmitte-Quark. Da ist nichts, was an Karl Marx gebunden, nichts, was an die alte Tante SPD gebunden wäre. Ich werde solche skurrilen Idealismen wohl nie verstehen und ihr werdet sie ins Grab tragen. Allzeit bereit, immer bereit, Grundrechte rot anstreichen. In der Werdensgeschichte ist Menschenrecht nicht sozialistisch. Und wenn schon Deine Präambel falsch ist, rekurrierst Du auch in den Ableitungen falsch.

  • Seiten wie die der Männerberatung Kiel, die sich aktuell mit der Kampagne „Sexueller Missbrauch – auch Männer haben ein Recht auf Hilfe, weil …“ gegen die Streichung öffentlicher Mittel wehrt, stimmen mich zuversichtlich. Denn es ist eine bunte Versammlung, die sich dort der Kampagne anschließt. Etliche bekannte Frauenberaterinnen sind darunter. Offensichtlich ist die Ansicht über die Benachteiligung von Männern in seelischer Not fernab der veröffentlichten Meinung doch wesentlich realistischer und nicht von Stereotypen geprägt.

    Es ist unverkennbar, dass die linken Parteien sich zwar gerne das Mandat für sexuell Geschändete zusprechen, dabei aber die Opfer täuschen, denn sie wollen sie nur instrumentalisieren, um ihrerseits den Fürsorgebonus einzufahren. Die Installation des Fonds sexueller Missbrauch war zum Beispiel im wesentlich eine Leistung der damaligen Familienministerin Kristina Schröder (CDU), die letztlich von rot-grün gemobbt wurde.

    Wir sahen es aber auch bei der Hilflosigkeit der Grünen hinsichtlich ihrer eigenen pädophilen und hebephilen Pamphlete, wir sahen es ebenso bei der Hilflosigkeit der Politiker und Medien hinsichtlich der Verbrechen an der Odenwaldschule, die längst bekannt waren, aber nur im Verlauf der Missbrauchsaufdeckungen bei der katholischen Kirche wieder thematisiert und letztlich nach Jahren endlich zu Konsequenzen führte.

    Selbstverständlich ist der Faktor Mann gerade bei Schändung durch Frauen ein Opfermalus. Denn ein funktionierender Mann kann ja aus der misandrischen Sicht vieler Frauen und Männer niemals Opfer sein. Dass diese Sicht einer bei ihrer Schändung funktionierenden Frau niemals vorgeworfen wird, sondern wegen der nachhaltigen Verankerung von Schuld- und Schamgefühlen als ein besonders verwerflicher Moment des Missbrauchs emphatisch nachvollzogen wird, belegt einmal mehr die stabile Misandrie in unserer Gesellschaft.

    Die vielfache narrative Verharmlosung von sexueller Gewalt gegen Männer durch Frauen erinnert mich an die 70er Jahre, als es im Schwange war, Kindfrauen in Bild, Buch und Film agieren zu lassen. Es war übrigens vor allem die links angehauchte Presse, die diese Perversion als eine weitere Form der sexuellen Befreiung beklatschte. Ich erinnere nur beispielhaft an die „erotischen“ Bilder, die die Fotografin Irina Ionesco damals von ihrer Tochter Eva verbreitete. 2012 wurde sie hierfür zu Schadensersatz verurteilt.

  • Ich hoffe nicht auf Einsicht, und ich habe auch nicht dass Gefühl, dass Arne Hoffmann siegesgewiss auf Einsicht hoffen würde, wenn man sich nur lange genug von Rechten distanziert. Es geht eher darum, dass es eben echte politische Unterschiede gibt. Abgesehen von allgemeinen Unterschieden betreffen die in meinen Augen zwei Punkte.

    Einerseits eine Einschätzung von „Geschlechterrollen“. „Linke“ Männerrechtler kritisieren weniger, dass bewährte Rollen willkürlich geändert würden – sondern dass sie eben NICHT geändert werden, obwohl es längst an der Zeit ist.

    Das hängt mit dem zweiten Punkt zusammen, der Einschätzung heutiger feministischer Positionen. Die halten nach meiner Überzeugung sehr stark an tradierten Geschlechterklischees fest, in denen Frauen Opfer, Männer Täter sind.

    Vor allem aber spiegeln sie die komplizierten modernen Machtstrukturen in einem einfachen, primitiven Schema, das es erlaubt, „Macht“ immer bestimmten Personen zuzuweisen. Die Idee des Patriarchats, in der irgendwie jeder Mann irgendwie über jede Frau herrscht, ist in diesem Sinne regelrecht reaktionär – sie beschreibt eine moderne Gesellschaft mit einer vormodernen Logik. Es müsste daher eigentlich ein ganz eigenständig linkes Anliegen sein, solche Ansätze zu kritisieren.

    Ist es aber offensichtlich nicht – was die real existierende Linke angeht. Das liegt m.E. an einem Widerspruch, mit dem die neuere Linke sich spätestens seit den 68ern plagt – als Studenten in die Betriebe gingen, um die Arbeiter, die eigentlichen Träger der Revolution, zu agitieren und damit eher weniger Erfolg hatten. (wird fortgesetzt)

  • (Fortsetzung) Der Widerspruch zwischen der eigenen, privilegierten Position sowie dem Wunsch, diese eigenen Privilegien zu schützen – und dem Anspruch, linke, progressive Politik zu machen – dieser Widerspruch hat sich im Laufe der Jahrzehnte eher verschärft. Feminismus bietet eine Möglichkeit, ihn zu verdecken – er ist weitgehend ein Sammelsurium bildungsbürgerlicher Nabelschauen, die aber mit dem Anspruch betrieben werden, damit an die Kernprobleme moderner Gesellschaften zu rühren.

    Der Feminismus wiederum hätte sich womöglich ganz anders, offener und diskussionsfreudiger entwickeln können, wenn er nicht in dieser weise als Deckel über den Widersprüchen „linker“ Politik Verwendung gefunden hätte.

    Dass Männerrechtler aus dieser Perspektive fair wahrgenommen werden, kann man ausschließen. Die Angriffe werden nach meinem Eindruck sogar roher und brutaler, seitdem es viele Männerrechtler gibt, die sich ausdrücklich als links verstehen oder die sich von rechten Positionen distanzieren. Der Text von Claus ist z.B. noch einmal diffamierender als der von Rosenbrock.

    Diese Autoren sind, was die Mittel der Verbreitung ihrer Ansichten angeht, wesentlich privilegierter als alle Männerrechtler zusammen. Ihr Blick ist ein Blick von oben, der durch keine Bewusstsein der eigenen Privilegien getrübt ist. Sie schauen auf uns gleichsam wie auf Käfer, und sie stellen eben kaum Unterschiede zwischen linken und rechten Männerrechtlern fest.

    Es ist aus dieser Perspektive vermutlich so, als würde man Hirschkäfer und Maikäfer beobachten – und sich dann darüber wundern, dass die Maikäfer sich beschweren, wenn man sie von Hirschkäfern nicht deutlich genug unterscheiden kann.

    Welding wiederum versucht meines Erachtens vor allem, sich den Glauben zu bewahren, er hätte es selbst in der Hand, den Kontakt zu seinen Kindern zu bewahren. Wenn er sich nur gut um sie kümmert, kein abwesender Vater ist, wird sicher alles gut gehen.

    Das stimmt so nicht. Das Problem ist ja gerade, dass die Entscheidung zur Vater-Kind-Trennung als Willkürentscheidung getroffen werden kann. Das heißt, sie braucht keine guten Gründe. Und das heißt wiederum, dass niemand sich dadurch schützen kann, einfach keine guten Gründe zu liefern.

    Das aber muss die Mehrheit der Väter, die Glück haben, so nicht sehen – sie können sich das Glück, dass sie bei ihren Kindern bleiben können, als Verdienst anrechnen – und die Überzeugung kultivieren, dass die anderen Väter wohl irgendwas falsch gemacht haben.

  • @anonym:

    »warum hoffst Du dann auf die Einsicht einer linken Politkultur«

    Was *mir* bei Kommentaren wie diesem sauer aufstößt ist, dass ein durchaus flexibler Begriff wie »links« (das gilt ebenso für »rechts«) so verwendet wird, als habe er eine präzise Bedeutung. Bei Dir dient er dazu, ein persönliches *Feindbild* zu bezeichnen, das nicht trennschärfer ist als die »antifaschistische« Vorstellung davon, was »rechts« sei.

    Es passt ja nicht mal auf den Feminismus: mit den Standpunkten von Autorinnen wie Wendy McElroy oder Christina Hoff Sommers gibt es eine (wenngleich minoritäre) Strömung, die sinnvollerweise als »Equity-Feminismus« bezeichnet wird.

    Ebenso sollte man m. E. auch respektieren, dass es Leute gibt, die sich mit der Verwahrlosung der Ideale, für die die »Linke« einmal gekämpft hat, nicht zufrieden geben wollen, und diese Verwahrlosung im Namen einer *anderen* Vorstellung von »links« bekämpfen. Das gilt umgekehrt ebenso für den Begriff des »Konservativen«. (»Rechts« als ausdrückliche Selbstbezeichnung verwendet m. W. nur eine kleine Handvoll Leute im Umfeld der Zeitschrift »Sezession«).

    Wer nicht möchte, dass ihm die Vokabel »rechts« als Kampfbegriff um die Ohren gehauen wird, soll daher dergleichen bitte auch mit der Vokabel »links« unterlassen! (Abgesehen davon, dass ich bei Arne kein »Venceremos-Gequatsche« entdecken kann.)

    Das Arsenal an Ideologien, die dieses Potential für Grabenkriege mit sich führen, nämlich »Konservatismus«, »Liberalismus« und »Sozialismus«, ist in demselben Zeitabschnitt entstanden wie das moderne Verhältnis von Männern und Frauen und die moderne Misandrie, wie Schoppe eben erst in seiner Artikelreihe zu Kucklick dargelegt hat. Wenn eine übegreifende Perspektive als *Männer* daher *irgend einen* Sinn haben soll, der über eine individuelle Betroffenheitsperspektive hinausgeht, dann doch wohl den, dass uns diese misandrische Gewalt *unabhängig davon* trifft, welcher dieser Ideologien wir eher zuneigen.

    Das ist jetzt in kurzer Zeit schon der zweite (anonyme) Kommentar bei man tau, der explizit in die Rechts/Links-Kerbe zu hauen versucht. Wäre ich paranoid, könnte ich jetzt auf die Idee kommen, dass das ein gezielter »Derailing«-Versuch ist.

  • Noch ein weiterer Aspekt, wie männliche Opfer sexuellen Missbrauchs wahrgenommen werden: Die Kinderschutzkommission des Vatikans – was für ein verdrehter Schönsprech – denkt über folgendes nach:
    Der Vatikan plant einen Weltgebetstag für die Opfer von sexuellem Missbrauch. Dadurch solle „unsere Verantwortung für eine geistliche Heilung“ der Betroffenen deutlich gemacht und ein verstärktes Bewusstsein für die „Geißel des Missbrauchs von Minderjährigen“ in der katholischen Kirche geschaffen werden, teilte die päpstliche Kinderschutzkommission am Montag mit. Quelle: katholisch.de

    Im Klartext heißt das: der vergewaltigte Mann soll sich nicht so haben, das steht er durch. Das geistliche Defizit, das er davon wegtrug, beten wir ihm weg, und danach ist er spirituell wie seelisch wieder auf dem Damm. Feministen verkürzen dies auf ein „Mimimi“. Komm Mann hab dich nicht so, irgendwie hat es doch auch Spaß gemacht.

    Übrigens das Mädchen, das auf der Demo in Hamburg verletzt wurde, wurde von einer mit Wassereis gefüllten Plastikflasche getroffen. Das ist vergleichbar mit einem Wackerstein. Also ein versuchter Totschlag!

  • @anonym; @Schoppe; @djadmoros

    Schoppe schreibt: „Es müsste daher eigentlich ein ganz eigenständig linkes Anliegen sein, solche Ansätze zu kritisieren.“

    anonym schreibt: „In der Werdensgeschichte ist Menschenrecht nicht sozialistisch.“

    Ich kann mich hier nur ganz entschieden anonym anschließen, dem ich nur vorwerfen kann, kein Pseudonym angegeben zu haben. Denn das von ihm Vertretene muss sich nicht verstecken!

    @Lucas, Du führst als Erwiderung zu anonym eine ganz generelle Feminismuskritik auf – und nur Du selbst weißt, was das mit einer politischen Linken zu tun haben soll. Mir zumindest konntest Du den Zusammenhang nicht deutlich machen.
    Gegenwärtiger Feminismus fußt auf einem simplen binären Freund-Feind-Schema? OK, soweit waren wir alle schon. Weshalb nun soll es ein ganz originäres Anliegen der politischen Linken sein, gegen diesen Missstand vorzugehen bzw. ihn zu benennen? Kurzum, die „echten politischen Unterschiede“ kann ich im Bezug auf die Feminismuskritik nicht sehen.

    @djadmoros

    „Ebenso sollte man m. E. auch respektieren, dass es Leute gibt, die sich mit der Verwahrlosung der Ideale, für die die »Linke« einmal gekämpft hat, nicht zufrieden geben wollen, und diese Verwahrlosung im Namen einer *anderen* Vorstellung von »links« bekämpfen.“

    Keine Ahnung, was das für ein Argument sein soll. Debatte muss Dissens aushalten können. Und zwar eher viel als wenig. Heißt denn, etwas zu respektieren, es widerspruchslos hinnehmen zu müssen?

    Ich kann nicht verstehen, warum ein gerechtes Anliegen etwas sein soll, dass es in einer gewissen politischen Farbe anzustreichen gilt. Respekt ist doch nicht gleich Widerspruchslosigkeit!

    Womöglich gibt es hier einen Zusammenhang, wann und in welchem Umfeld man sozialisiert wurde. Anders lässt sich fast nicht erklären, warum man so verbissen für sich beansprucht, doch zu den Guten zu gehören.

    Besonders kurios wird es ja, wenn ein erklärter Kritiker gegenwärtigen Feminismus erklärt:

    „Im Interesse eines geradlinigen Arguments lässt sich Welding nicht groß dadurch stören, dass ich so etwas niemals behauptet habe und mit Antifeminismus wenig anfangen kann.“

    Wo jetzt genau die Trennlinie zwischen Feminismus-Kritik und Antifeminismus (so ein böses, böses Wort;) liegen soll? Mir zumindest ist das bis heute schleierhaft. Natürlich gibt es Meinungsverschiedenheiten. Aber die strikte wie pauschale Einteilung in solche die „nur kritisieren“ und solche, die „anti“ sind, ist in meiner Wahrnehmung ein abenteuerlicher Spagat. Je stärker z.B. Du, Lucas, öffentlicher Diffamierung ausgesetzt bist, je mehr du Dir bewusst wirst, dass Du Dich auf ziemlich verlorenem Posten gegen den herrschenden Zeitgeist erhebst – desto mehr liegt Dir daran, klarzustellen, dass Du zu den Guten gehörst.
    Sachliche Begründung ? – nebensächlich. Das Zauberwort ? – links!
    Der „Weiße-Ritter-Komplex“ auf argumentativer Ebene.

    kafü (wird fortgesetzt)

  • (Fortsetzung)
    „Wer nicht möchte, dass ihm die Vokabel »rechts« als Kampfbegriff um die Ohren gehauen wird, soll daher dergleichen bitte auch mit der Vokabel »links« unterlassen! (Abgesehen davon, dass ich bei Arne kein »Venceremos-Gequatsche« entdecken kann.)“

    „Linksrechtsmitte-Quark.“

    @djadmoros Ich befürchte Du verstehst anonym nicht richtig. Ganz offensichtlich findet er, dass links-rechts-mitte ganz allgemein keine sinnvollen Parameter mehr darstellen, um die politische Weltenordnung schlagwortartig umreißen zu können! Das pauschale sich auf ein solches Schlagwort Berufen stört. Unabhängig davon, welches es ist.

    Darum ist es absurd, konservativeren Akteuren Frontenaufbau und Derailing vorzuwerfen. Ich bin noch nicht so lange aktiv und habe das Zerwürfnis zwischen „links“ und „rechts“ nicht miterlebt, bzw. die Ereignisse, die dazu geführt haben, dass Arne sich ganz explizit abzugrenzen begonnen hat. Meine Kenntnisse in jüngerer „Maskulistische-Blogger-Szene“ sind also begrenzt. Alles was ich mitkriege, sind Galionsfiguren der Szene wie Schoppe und Hoffmann, die sich immer wieder pauschal (wir sind doch die Guten!) und schlecht begründet (wir sind doch die Guten!) abgrenzen. Wer hier wohl Frontenaufbau betreibt?

    So viel zu meiner Einschätzung bzw. meiner Interpretation von anonyms Text.

    kafü

  • @ kafü Stimmt, zu „den Guten“ zu gehören, ist mir tatsächlich wichtig – woraus ich aber nicht den Schluss ziehe, dass alle anderen böse sind. „Gut“ verstehe ich so, dass die eigene Position nicht willkürlich destruktiv ist – dass sie nicht brutal ist – auch, dass andere eine Chance haben, ihre Perspektive darzustellen. Es ist klar, dass in diesem Sinn die heutige Geschlechterpolitik alles andere als „gut“ ist.

    Das ist in meinen Augen ein zentrales Anliegen eines männerfeindlichen Feminismus – so etwas wie das moralische Selbstwertgefühl zu zerstören – Männern den Eindruck zu erwecken, was sie tun, basiere allein auf Herrschaftsgeilheit und Frauenfeindlichkeit, auf sexueller Gier und emotionaler Inkompetenz, Diese Propaganda ist zerstörerisch, weil sie Menschen das Gefühl nehmen soll, in moralischer Hinsicht etwas wert zu sein. Insofern finde ich es wichtig, dieses Selbstwertgefühl wieder herzustellen oder zu bewahren.

    Damit sind Konservative für mich aber nicht „böse“. Mir ging es in der Antwort auf anonym nur darum zu sagen, dass es inhaltliche Gründe für Abgrenzungen durch Linke gibt, nämlich politische Unterscheide – dass diese Abgrenzung nicht ein bloßes PR-Manöver ist in der Hoffnung, damit einen Fuß in die rotgrünen Türen zu bekommen. Das halte ich, angesichts der Verfassung dieser Parteien, für aussichtslos – trotzdem sind Unterscheidungen eben nicht sinnlos.

    Möglicherweise kann man Linke, Liberale und Konservative auch daran unterscheiden, was sie als das größte soziale Problem ansehen. Für Liberale ist es die Unfreiheit, für Linke die Ausbeutung, für Konservative die Zerstörung bewährter Strukturen. Alle drei sollten sich aber gleichermaßen auf basale Menschenrechte verständigen können.

    Und: Jeder müsste auch verstehen können, warum Unfreiheit, Ausbeutung oder Destruktion für die jeweils anderen ein Problem darstellt, auch wenn er selbst andere Schwerpunkte setzt. Es geht mir also nicht darum, tiefe Gräben zu ziehen – aber schon darum, klarzustellen, wo es Unterschiede gibt und wo nicht.

    Dabei habe ich das Gefühl, dass die Angriffe von Leuten, die sich selbst als „rechts“ sehen – gerade auch die Angriffe auf Arne Hoffmann – oft völlig maßlos und verbissen sind. Anstatt einfach mal damit klarzukommen, dass es Differenzen gibt. Irre fand ich zum Beispiel die öffentlich zelebrierten Fantasien eines „Männerechtlers“, wie er einen bekannten und ausdrücklich linken Männerrechtler zusammenprügeln wollte.

    „Antifeminismus“ wiederum ist für mich einfach eine Sackgasse – man fixiert sich auf etwas, das eigentlich schon erledigt ist, und man definiert sich über eine Gegnerschaft, anstatt klare eigene Positionen aufzubauen.

  • @kafü: »Ich befürchte Du verstehst anonym nicht richtig. Ganz offensichtlich findet er, dass links-rechts-mitte ganz allgemein keine sinnvollen Parameter mehr darstellen, um die politische Weltenordnung schlagwortartig umreißen zu können!«

    Das ändert aber nichts daran, dass sich unsere Autoren und Kommentatoren überwiegend explizit oder implizit in den ideengeschichtlichen Traditionen verorten, die hinter diesem groben Koordinatensystem stehen: nämlich Konservatismus, Liberalismus und Sozialismus (Roslin bei AllesEvo ist geradezu der archtypische Forenkonservative). So, wie »anonym« es formuliert hat, klang seine Kritik wie: »Wir wissen doch mittlerweile das Linkssein Scheiße ist, also hör' auf, dich darauf zu berufen!«

    Es kann aber m. E. nicht darum gehen, dass die Leute sich in überhaupt keiner ideengeschichtlichen Tradition mehr verorten sollen, sondern nur darum, die eigene Position nicht für die allein seligmachende zu halten und zu einer solchen zu erklären – so wie viele Linke das tatsächlich tun, aber diese Position ist mir hier in den Kommentaren noch nicht begegnet. (Leszek wird zwar vorgeworfen, das zu tun, aber m. E. tut er meistens nichts anderes, als mit nicht geringem Aufwand Argumente zu entwickeln und mit Quellen aus der Fachliteratur zu unterlegen.)

    Und ein Ende des »Rechts-Links-Mitte«-Koordinatensystems ist leicht gefordert – aber eine Position, die das tatsächlich inhaltlich *überwindet*, ist mir noch *nirgends* begegnet. Insbesondere die Forenten bei »Alles Evolution« kämpfen (für mich über weite Strecken durchaus nachvollziehbar) in erster Linie darum, eine Stigmatisierung liberaler und konservativer Position zu beenden. Aber *über* diesen ideengeschichtlichen Traditionen steht auch dort niemand.

    Meiner Ansicht nach wäre es noch am produktivsten, nach einem gemeinsamen Konvergenzpunkt der liberalen, konservativen und sozialistischen *Utopien* zu suchen – aber wenn so etwas möglich seien sollte, wird das eine Menge Arbeit sein und wird nicht aus dem Ärmel geschüttelt.

  • @djadmoros Dabei finde ich es ohnehin recht einseitig, wenn Konservative oder „Rechte“ sich beschweren, stigmatisiert zu werden. Natürlich gibt es Linke, die alles, was auch nur irgendwie nach konservativer Position aussieht, ohne weiteres Hinsehen für skandalös und indiskutabel erklären. Allerdings habe ich bisher auch nur von Linken oder Linksliberalen echte Versuche gesehen, den Positionen der anderen Seite auch etwas Positives abzugewinnen.

    Von Leszek beispielweise hab ich schon mehrfach den Satz gelesen, er interessiere sich für die „Teilwahrheiten“ verschiedener Positionen. Ich glaube nicht, dass er konservative Positionen dabei ausschließt.

    Ich habe allerdings noch nie von einem Konservativen, gerade in Foren wie Alles Evolution, einen Äußerung gelesen, in der er etwa sozialistischen Positionen Teilwahrheiten zubilligen würde. Mein Eindruck ist eher, dass die typische Gesprächshaltung heutiger Konservativer die eines grimmigen Beleidigtseins ist. Da wäre es ja glatt eine Zumutung, dann auch noch auf den Gedanken kommen zu müssen, dass vielleicht auch linke Positionen manchmal was für sich haben.

  • @Schoppe

    „Mir ging es in der Antwort auf anonym nur darum zu sagen, dass es inhaltliche Gründe für Abgrenzungen durch Linke gibt, nämlich politische Unterscheide …“

    Das ist doch gerade der spannende Punkt. Ich habe dazu geschrieben:

    „@Lucas, Du führst als Erwiderung zu anonym eine ganz generelle Feminismuskritik auf – und nur Du selbst weißt, was das mit einer politischen Linken zu tun haben soll. Mir zumindest konntest Du den Zusammenhang nicht deutlich machen.
    Gegenwärtiger Feminismus fußt auf einem simplen binären Freund-Feind-Schema? OK, soweit waren wir alle schon. Weshalb nun soll es ein ganz originäres Anliegen der politischen Linken sein, gegen diesen Missstand vorzugehen bzw. ihn zu benennen? Kurzum, die „echten politischen Unterschiede“ kann ich im Bezug auf die Feminismuskritik nicht sehen.“

    Das ist der casus cnaxus und dazu hätte ich mir in Deiner Antwort eine konkrete Erwiderung gewünscht. Stattdessen lese ich über zerstörtes moralisches Selbstwertgefühl. Mal wieder vollkommen richtig, nur leider auch vollkommen beliebig im Hinblick auf unseren Streitgegenstand: der genannte Punkt lässt sich keinem politischen Lager zuordnen!

    Dann lese ich noch: „Anstatt einfach mal damit klarzukommen, dass es Differenzen gibt.“

    Es fehlt also das konkret nachvollziehbare Faktum. Stattdessen: „isso!“ Es hat gefälligt Differenzen zu geben. Punkt. Komm mal klar!

    Daher nochmal: w a r u m ist der politische Kampf gegen die Missstände, die wir doch alle gemeinsam als Missstände wahrnehmen und anprangern, ein originär linkes Anliegen?

    „Dabei habe ich das Gefühl, dass die Angriffe von Leuten, die sich selbst als „rechts“ sehen – gerade auch die Angriffe auf Arne Hoffmann – oft völlig maßlos und verbissen sind. Anstatt einfach mal damit klarzukommen, dass es Differenzen gibt. Irre fand ich zum Beispiel die öffentlich zelebrierten Fantasien eines „Männerechtlers“, wie er einen bekannten und ausdrücklich linken Männerrechtler zusammenprügeln wollte.“

    Im Ernst? Schwarze Schafe gibt es wohl auf allen Seiten. Nichts ist leichter, als sich ein negatives Beispiel rauszupicken. Links-autonome Gewalt ist ja auch nicht gerade ein Randphänomen.
    In diesem Zusammenhang besonders enttäuscht hat mich ein Beitrag Hoffmanns auf genderama (sry, kein Link). Es ist mir ein Rätsel, wie jemand, der so häufig aufgrund seiner Überzeugung als Männerrechtler als rechtsradikal angefeindet und diffamiert wurde, beim kleinsten Anzeichen einer Auseinandersetzung mit dem konservativen Lager, in genau dieselbe diffamatorisch-rhetorische Schmuddelkiste greifen kann.

    Das von Dir Geschriebene geht leider in dieselbe Richtung. Die „anderen“ sind gewaltbereit, uneinsichtig und – „irgendwie“ – das Grundproblem an dem die Menschheit krankt.

    kafü

  • @Schoppe
    „Antifeminismus“ wiederum ist für mich einfach eine Sackgasse – man fixiert sich auf etwas, das eigentlich schon erledigt ist, und man definiert sich über eine Gegnerschaft, anstatt klare eigene Positionen aufzubauen.

    Für mich Wortklauberei. Ich persönlich fühle mich dem liberalen Lager zugehörig, als (noch werdender) Jurist betrachte ich vieles von einer freiheitlichen Warte. Mein Ideal ist eine prinzipientreue Rechtsstaatlichkeit. Vielleicht kann man sich vorstellen, dass mir bspw. bei so etwas ..

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Vultejus

    „Ich bin in Strafverfahren gegen Frauen immer wieder in Schwierigkeiten geraten und habe mich deshalb jeweils gefragt, welche Strafe würde ich gegen einen Mann bei derselben Anklage verhängen und auf diese Strafe alsdann abzüglich eines Frauenrabatts erkannt. […] Ähnlich scheinen es auch meine Kollegen zu handhaben. […]
    Ein Frauenrabatt ist gerechtfertigt, weil es Frauen im Leben schwerer haben und Strafen deshalb bei ihnen härter wirken.“[1]

    … der Kamm schwillt. Schließlich sind nach Artikel 3 GG Mann und Frau vor dem Gesetz gleich. Auch von einer Unterrepresentation der Frauen in deutschen Gefängnissen kann ja keine Rede sein. ^^
    Zum selben Themenspektrum gehört natürlich auch Unrecht, dass Väter durch Behörden und die Rechtssprechung erleiden.

    Jedenfalls, warum mir das als Wortklauberei erscheint: es ist kein Widerspruch zu sagen, dass man
    1) keinen reaktionären Maskulismus haben möchte, der „den Spieß einfach nur umdreht“
    aber
    2) den gegenwärtigen Feminismus bekämpfenswert und beschissen findet. Dass man diesen Feminismus nicht reformieren möchte, dass man ihn abschaffen möchte. Ihn durch einen Humanismus ersetzen möchte!

    1) und 2) sind kein Widerspruch. Und wer doch so tut, als sei es ein Widerspruch, der buhlt um Anerkennung. Der wünscht sich so sehr, dass die Gesellschaft anerkennt, dass man zwar gegen den Zeitgeist ist, aber doch zu den Guten gehört.

    Heute musste ich auf Genderama lesen:

    „Endlich: Seriöse Studie über Feminismus und Maskulismus online „

    „Konservative Maskulisten präferieren und protegieren oftmals den Habitus des „starken“ Mannes auf der Basis „natürlicher“ Geschlechterunterschiede (siehe auch „Differenzfeminismus“). Reale Rollenverhältnisse sollen dieses Bild widerspiegeln: Männer führen, versorgen und verteidigen, während Frauen sozial und fürsorglich sind und sich unterordnen. Zu den männlichen Tugenden zählen sie beispielsweise Härte gegen sich und andere, Mut und Innovationskraft, eine Ausrichtung an Autoritäten und Hierarchien, Über-und Unterordnung unter Akzeptanz von Konkurrenz und Gewalt (siehe die klassischen Rittertugenden wie Demut, Würde, Höflichkeit, Tapferkeit, maßvolles Leben, Beständigkeit, Treue …).“

    Ganz im Ernst. Auch unter AfD-Mitgliedern würde man annähernd niemand finden, der in dieser Weise Männlichkeit idealisiert. Diesen konservativen Maskulismus – und Hoffmann hat das natürlich dankbar aufgegriffen – den gibt es überhaupt nicht. Schon klar dass es irgendwelche kaum besuchten Seiten reaktionärer Christen gibt. Aber abgesehen von den a b s o l u t e n Ausnahmen gibt es einen konservativen Maskulismus, so wie dort beschrieben, überhaupt nicht. Ich lasse mich gerne belehren, Belege müssten sich ja im Web auftreiben lassen. Wo ich hinsehen, wo ich hinkomme, treffe ich auf vorsichtige, verunsicherte, über-angepasste Männer. Die faschistischen, reaktionären Kader, die sich in der schweigenden Mehrheit verstecken, aber jederzeit wieder vorzubrechen drohen – davon träumt ihr Linken doch – sry, die gibt es nicht!

    kafü

  • Schoppe schrieb:

    „Von Leszek beispielweise hab ich schon mehrfach den Satz gelesen, er interessiere sich für die „Teilwahrheiten“ verschiedener Positionen. Ich glaube nicht, dass er konservative Positionen dabei ausschließt.“

    Ich gehe im Allgemeinen von einer meta-philosophischen Perspektive aus, nach der jede bedeutende geistige Tradition der Menschheit ihre wichtigen Teilwahrheiten und Errungenschaften (ebenso wie ihre Fehler und Einseitigkeiten) besitzt.

    Das gilt selbstverständlich auch für die politische Philosophie und ihre Hauptströmungen (Liberalismus, Sozialismus, Konservatismus, Kommunitarismus, Poststrukturalismus).

    Die Annahme, dass es eine bestimmte Richtung politischen Denkens geben könne, die in allen Fragen immer nur zu 100 % Recht hat, während alle anderen immer nur zu 100 % Unrecht haben, ist offenkundig wenig realistisch. Zudem ist natürlich auch noch zu berücksichtigen, dass jede Hauptströmung des politischen Denkens wiederum aus Unterströmungen besteht und es auch Misch- und Zwischenformen gibt.
    Entsprechend stehen in meinem Bücherregal zu Politik(wissenschaft) und politischer Philosophie Autoren aller politischen Richtungen.

  • @Matthias Mala

    Durch Formulierungen wie:

    – „die Opfer von sexuellem Missbrauch“
    – „Geißel des Missbrauchs von Minderjährigen“
    – „Verbrechen an der Odenwaldschule“

    werden diese Verbrechen ENTgendert und REgendert.

    Obwohl 80% der *Opfer* des Missbrauchsskandals der katholischen Kirche Jungen sind, ist die „Kinderschutzkommission“ per se genderneutral.
    „Kinder“ – nicht männliche Kinder.

    Als hätte es sich um beliebige *Minderjährige* gehandelt und nicht um weit überwiegend männliche.

    Wird es nun medial aufgegriffen, dann wird dank jahrelanger Propaganda „Missbrauch“ gelesen, als wäre es in Wirklichkeit anders herum gewesen.
    Als wären Mädchen der Großteil der Opfer gewesen und nicht Jungen.

    Die Opfergruppe „Jungen“ ist für (feministisch inspirierte) Medien um so verstörender in diesem Kontext, weil der Missbrauch durch und in *Institutionen* passierte.
    Weil *staatliche* Kontrollorgane total versagten und beide Augen zudrückten.
    Und das ist voraussetzungslos.

    D.h. der „patriarchale Staat und seine Institutionen“ haben in der Praxis mit *Jungen* als Opfer ermöglicht, was ihnen gegenüber *theoretisch* mit der Opfergruppe Mädchen zugeschrieben worden ist.

    Wäre die „strukturelle Gewalt“, gerade die sexuelle Gewalt, im feministischen Sinne tatsächlich existent, dann dürften auf keinen Fall 80% der Opfer Jungen sein. Was m.E. auch erklärt, warum die Kontrollorgane beide Augen zudrückten.
    Das ENTgendern – aus *Jungen* werden *Kinder* – erspart ihnen die Einsicht, dass ihre Theorie einen Totalschaden erlitten hat.

    Wir müssen also aus meiner Sicht immer und immer und immer wieder diesem Versuch, die Wahrheit unter den Tisch zu kehren entgegnen.

    Schönen Gruß, crumar

  • @ crumar Die geschlechtsneutrale Rede von Opfern des Missbrauchs oder von Verbrechen an Minderjährigen hat zumindest den Vorteil, dass sie einen alten und verhängnisvollen Fehler vermeidet: nämlich die sexuelle Gewalt Erwachsener gegen Kinder als eine Form sexistischer Gewalt zu interpretieren.

    Diese – feministische – Interpretation nämlich hat zur Folge, dass die Rede von männlichen Opfern und, mehr noch, weiblichen Täterinnen tabuisiert wird. Beides ist dann bestenfalls als Ausnahme oder als Nebenwiderspruch denkbar, neben der EIGENTLICHEN Gewaltform, der von Männern gegen Frauen und gegen Mädchen.

    Bis heute wird die Rolle von frauenpolitischen Gruppen bei der Ent-Tabuisierung des Sprechens über die sexuelle Gewalt an Kindern immer wieder hervorgehoben (auch vom Forschungsbericht „Die Grünen und die Pädosexualität“ z.B.), ohne dass deutlich würde, dass deren Interpretationsvorgaben ihrerseits neue und erhebliche Tabuisierungen begründeten.

    Das Reden von männlichen Opfern wird ja beispielweise von Ilse Lenz oder Hinrich Rosenbrock für die grüne Böll-Stiftung als „Opferideologie“ verhöhnt – es gibt in dieser Vorstellung keine richtigen männlichen Opfer, sondern nur eine männliche Ideologisierung einer Opferposition, die wohl rechtmäßigerweise allein Frauen und Mädchen zustehe. Die Grünen sind so immer noch damit beschäftigt, ihre systematischen Begünstigungen des Kindesmissbrauchs zu vertuschen.

    Aber Du hast Recht: Gerade weil wir uns nicht in einer neutralen, einfach an der Klärung des Themas interessierten Debatte bewegen, sondern in einer Diskussion, die von vielfachen und bewusst errichteten Tabus bestimmt ist, reicht es wahrscheinlich nicht, einfach deutlich zu machen, dass hier von Erwachsenen extreme Gewalt an Kindern verübt wurde und wird.

    Es müsste aber eigentlich reichen – und dass es nicht reicht, zeigt nur, wie gestört die Debatte nach wie vor ist.

  • @Lucas Teil 1

    Wenn du hier schreibst: „Die geschlechtsneutrale Rede von Opfern des Missbrauchs oder von Verbrechen an Minderjährigen hat zumindest den Vorteil, dass sie einen alten und verhängnisvollen Fehler vermeidet: nämlich die sexuelle Gewalt Erwachsener gegen Kinder als eine Form sexistischer Gewalt zu interpretieren.“, dann gebe ich dir auf der einen Seite recht; es *wäre* ein gesellschaftlicher Fortschritt, das Problem sexueller Gewalt gegen Kinder sowohl von der Seite der Opfer, als auch von der Seite der Täter und Täterinnen genderneutral zu sehen.
    Anders lässt sich das Problem auch nicht analysieren, geschweige lösen.

    Auf der anderen Seite sehe ich eben nicht, dass es diesen Fortschritt gibt.

    Das hinterhältige an einem so scheinbar wertneutralen Begriff wie „gender based violence“ ist, dieser wurde von feministischer Seite gekapert und meint klipp und klar: Gewalt *von* Männern *gegen* Frauen oder Mädchen.
    Anders wird er von jeder Institution weder verwendet noch verhandelt.

    Mit dem Verständnis dieses Begriffs in der genannten Weise hat sich ein ganzes Ensemble von Versatzstücken (radikaler) feministischer Theorie durch die Hintertür eingeschmuggelt.
    Eines davon ist eben die Geschlechter-Dichotomie von Täter und Opfer, wobei den Geschlechtern die Rollen fest eingeschrieben sind.
    Die sie natürlich auch zu spielen haben (Marionettentheorie von Gesellschaft).

    Denn seine Majestät, die EIGENTLICHKEIT 😉 hat nun einmal theoretisch entschieden, dass patriarchale Gewalt, insbesondere sexuelle Gewalt das männliche Mittel der Wahl zur Unterdrückung von Frauen, das hineinzwängen in die Rolle und den Status der Frau in der Gesellschaft ist.

    Aus dieser Annahme lässt sich auch jederzeit schließen, wie die gesellschaftliche Wirklichkeit zu sein hat: Frauen und Mädchen haben eine „Opferposition, die wohl rechtmäßigerweise allein Frauen und Mädchen zusteht“ – was die Theorie bereits formulierte.

    Damit will ich sagen, mit Macht (und zwar medialer und institutioneller) durchgesetzte „Tabuisierung“ ist die *notwendige Folge*, eine gescheiterte Theorie zu retten.
    Und diese Theorie sehe ich als einen Bestandteil linker Lebenslügen an, bzw. als den fernen Nachhall linker UND Lebenslügen.

  • Teil 2

    Die „systematischen Begünstigungen des Kindesmissbrauchs“ sind m.E. *Folgen* einer sich als radikal ausgebenden Theorie sexueller Befreiung, die wirklich nur von 20-jährigen erdacht und eingefordert werden konnte.
    „20-jährig“ meint hier, relative Freiheit von Verantwortung für das eigene Handeln und komplette Unfähigkeit und Weigerung, die – auch nur mittelfristigen – Fernwirkungen von politischen Forderungen abzuschätzen. In Kombination mit einer narzisstischen Überhöhung des eigenen Lebensstils/Milieus als „progressiv“ oder gar „revolutionär“ eine brisante Mischung.

    Dies ergibt nämlich *ursächlich* die Rechtfertigung oder/und die Entschuldigung für verantwortungsloses Handeln und die Notwendigkeit, seine eigene Theorie/Lebenslüge gegenüber Kritik abzuschotten.
    Um nämlich keine Selbstkritik üben und also erwachsen werden zu müssen – in der Erkenntnis und der Anerkennung der Tatsache, *schuldig* geworden zu sein.

    Der Vorwurf, wir betrieben „eine männliche Ideologisierung einer Opferposition“ lenkt nur von der Einsicht ab, dass sie mit ihrer eigenen Theorie schon *längst* zu Tätern und Täterinnen geworden sind.

    Was ich als „gestört“ empfinde ist, dass sich dieser Mechanismus im Herzen der Grünen und anders „Progressiven“ fortpflanzt – die Resultate der beknackten Theorie von gestern sind „Kollateralschäden“ von heute (sexuell misshandelte Kinder/Jungen).
    Und die jetzige Verhöhnung von männlicher „Opferideologie“ produziert die Opfer von morgen.

    Mir geht es darum aufzuzeigen, wem das „ent-gendern“ und „re-gendern“ von Debatten nützt und mit welcher Motivation dies betrieben wird.
    Der Vorgang selbst sagt eine Menge über die Bedürfnisse der Akteure/Akteurinnen und ihre Pseudo-linke Identität.
    Über ihren Zynismus und Opportunismus, ihr mangelndes Mitgefühl, ihre Verlogenheit und Unfähigkeit, mit ihrem realen Handeln und dessen Konsequenzen in der wirklichen, empirischen Realität verantwortlich umzugehen und daraus Schlüsse zu ziehen.

    Mir wird immer klarer, dass wir die „rote Linie“ der Debatte sind und *deshalb* haben die etwas gegen uns.
    Ob es sich um Humanismus, Rationalismus, Rechtsstaatlichkeit, Vernunft, universelle Menschenrechte, Universalität, linke, liberale Ideale etc. handelt.
    Der linke und liberale Maskulismus hat aus ihrer Sicht das „Problem“, dass keine Verhandlungsmasse existiert.
    Würden wir alles verhandeln, würden wir *sie* legitimieren.
    Weil wir nicht verhandeln, müssen wir illegitim/illegal sein.

    Schönen Gruß, crumar

  • @ crumar „Ob es sich um Humanismus, Rationalismus, Rechtsstaatlichkeit, Vernunft, universelle Menschenrechte, Universalität, linke, liberale Ideale etc. handelt. Der linke und liberale Maskulismus hat aus ihrer Sicht das „Problem“, dass keine Verhandlungsmasse existiert.“

    Menschenrechte sind nicht verhandelbar und nicht eintauschbar – das ist natürlich eine Provokation, weil es eine umfassende Selbstermächtigung begrenzt und weil es Einzelnen Schranken setzt. Und bei der entsprechenden Perspektive können diese Schranken natürlich nur die des Patriarchats sein.

    Ich glaube aber, dass es noch einen ganz einfachen anderen Grund gibt für die manchmal regelrecht panisch anmutende Abwehr gegen linke und liberale Männerrechtler. Es ist wohl das dunkle Gefühl, eine so schwache Position zu vertreten, dass man sich eine offene, respektvolle Debatte gar nicht leisten kann.

    Konservative oder gar „rechte“ Männerrechtler sind dabei leicht abzuwehren, weil sie einfach als Ewiggestrige hinzustellen sind, die sich einer progressiven Geschlechterordnung in den Weg stellen.

    Bei linken oder liberalen Männerechtlern, die sich auf Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und den menschlichen Anspruch auf Schutz vor Ausbeutung berufen, klappt das nicht.

    Ich habe sogar den Eindruck: Der Wille zur Diffamierung, zur beliebigen Gleichsetzung mit Massenmördern wie Breivik oder mit völkermörderischen Faschisten, wird umso größer, je stärker und selbstbewusster sich linke und liberale Männerrechtler artikulieren. Hinter diesem wütenden Willen zur Diffamierung steckt also vermutlich vor allem das uneingestandene Wissen um die eigene Schwäche.

  • @Lucas Teil 1

    „Menschenrechte sind nicht verhandelbar und nicht eintauschbar“ – WORD! 🙂

    Ich möchte dich aber erinnern, dass genau das schon das Ergebnis der Beschneidungsdebatte war.
    Wir haben faktisch ein „gegendertes“ Grundgesetz.
    Beschneidung für Mädchen ist verboten, soll sogar als Auslandsstraftat geahndet werden, die für Jungen ist erlaubt.
    Zudem sind im Gesetz noch nicht einmal die Empfehlungen des Ethikrats für die Beschneidung umgesetzt worden.

    Es ist m.E. das traditionelle Männerbild, welches sich dahinter verbirgt: Die körperliche Unversehrtheit des einzelnen Mannes/Kindes hat hinter „höheren“ Interessen (Religion, Staat, Nation) zurückzustehen.
    Der individuelle Mann, das männliche Kind *hat* keinen Anspruch auf die Verfügung über seinen Körper *zu haben*, in seine körperliche Autonomie kann jederzeit eingegriffen, sie kann – je nach Bedarf – zugerichtet werden .

    Als Linker und ehemaliger Kriegsdienstverweigerer sehe ich zudem den Zusammenhang des Entzugs der Schutzwürdigkeit von männlichen Kindern und der Militarisierung deutscher Politik.
    Denn es steht nicht zu erwarten, dass die feuchten Träume der Kriegstreiber (bspw. in Sachen Ukraine) mit weiblichem Personal *umgesetzt* werden (angeordnet *von* diesen hingegen sehr wohl).

    D.h. dieser politischen „Konstruktion“ einer „Geschlechter-Dichotomie“ im Grundgesetz unterstelle ich einen politischen Vorsatz, der weit über die vorgebliche Geschlechterdebatte hinausreicht.

    „Hinter diesem wütenden Willen zur Diffamierung steckt also vermutlich vor allem das uneingestandene Wissen um die eigene Schwäche.“

    Völlig einverstanden.
    Argumentativ wären sie in fünf Minuten weggeputzt – zumal wenn das breitere Publikum wirklich wüsste, wie die empirische Realität aussieht.
    Und dass ihre Wissenschaft und ihre Studien – gerade zur (sexuellen) Gewalt gegen Frauen – ein einziger Schwindel ist.

    Die Diffamierung hat natürlich den Zweck, uns mundtot zu machen.
    Und das hat ursächlich damit zu tun, dass ganze Berufskarrieren und eine ganze Industrie auf diese Lügerei für „die gute Sache“ aufbauen.

  • @Lucas Teil 2

    Ich möchte aber noch einmal Werbung für meine „psychologisierende“ Interpretation machen: Gerade die Beschimpfungstiraden von Diez und Seemann – ihre Kritiker seien „reaktionäre“ und „opportunistische“ Arschlöcher – zeigt m.E. den Willen, die eigene „Fortschrittlichkeit“ zum nicht hinterfragbaren, nicht kritisierbaren Maßstab zu machen.

    Addiere ich dann noch die EU-Bestrebungen, Kritik am Feminismus unter dem Label „hate speech“ unter Strafe zu stellen und das, was auf hatr.org als unerträglicher Hass gegen Feministinnen landet (nämlich großteils ordinäre Kritik), dann sehe ich ein Muster am Werk.
    Dass nämlich Pseudo-Linke und Feministinnen/Genderistinnen Hand in Hand mit dem Kapital die Grenzen von dem, was gesagt und gedacht werden kann neu formulieren und autoritär durchsetzen wollen.

    „Fortschrittlich“ ist das, was diese Personalunion bestimmt, was fortschrittlich ist und zu sein hat.
    Der „Rest“ ist der „reaktionäre“ Pöbel, dem man ruhig die Mittel zur Meinungsäußerung entziehen kann (siehe Schließung des SZ-Forums).

    D.h. das elitäre und missionarische Selbstbewusstsein führt mehr oder weniger automatisch zur Kooperation mit den Eliten und zum Wunsch, die demokratische Debatte abzuschaffen.

    Am Beispiel gender mainstreaming fand ich den Vorgang selbst wirklich bemerkenswert: „top-down“, von oben nach unten durchgesetzt.
    Kein demokratisch gefasster Beschluss, noch nicht einmal eine Debatte.

    Es ist diese gewollte Gewöhnung an den Umstand, dass das „Gute“ (TM) von *oben* kommt und notfalls gegen die breite Masse, gegen die „reaktionären und opportunistischen Arschlöcher“ durchgesetzt werden muss, die mir die Nackenhaare aufstellt.
    Da wird Demokratie schnell als störend empfunden und warum eigentlich nicht Zensurmaßnahmen?!

    Deshalb glaube ich ja, dass es um wesentlich mehr geht, als nur um eine Geschlechterdebatte.
    Diese ist eigentlich nur das „re-packaging“ von gesellschaftlichen Fragen ganz anderen Kalibers.

    Aber ich denke, an diesem Punkt sind wir ohnehin mehr oder weniger einer Meinung…

    Und abschließend wünsche ich dir ein frohes Osterfest!
    Hoffentlich mit Sohn zusammen?

    Liebe Grüße, crumar

  • @ Crumar „Es ist diese gewollte Gewöhnung an den Umstand, dass das „Gute“ (TM) von *oben* kommt und notfalls gegen die breite Masse, gegen die „reaktionären und opportunistischen Arschlöcher“ durchgesetzt werden muss, die mir die Nackenhaare aufstellt.
    Da wird Demokratie schnell als störend empfunden und warum eigentlich nicht Zensurmaßnahmen?!“

    Ja, das ist offensichtlich so. Allein das Sprechen vom „Gender Mainstreaming“ dokumentiert ja schon den Willen, eine Politik zu betreiben, von der annähernd 100 Prozent der Betroffenen gar nicht genau wissen, worum es geht. Ich bin mir jedenfalls sicher: Selbst wenn man Gruppen mit außergewöhnlich guten Zugängen zu Informationen, etwa an Universitäten, fragen würde, was der Begriff eigentlich ausdrückt – dann würde nach meiner Einschätzung nur ein Bruchteil der Befragten eine zutreffende Antwort geben können.

    Für eine Top-Down-Politik steht übrigens Rot-Grün mit beeindruckender Selbstverständlichkeit (was nicht heißt, dass die anderen Parteien besser sind). Schröders Politik der Verlagerung politischer Debatten in kleine „Experten“gruppen, seine diskussionsverweigernde Durchsetzung der Agenda-Politik, die Erpressung seiner Partei mit der Stärke seiner eigenen Position, bekannt als „Basta“-Politik: Das alles ist ja nicht nur von linker, sondern auch von demokratischer Politik sehr weit entfernt.

    Ein irres Resultat ist bekanntlich u.a., dass Deutschland das einzige Land der Welt, ist, das sein ganzes System der Sozial- und Arbeitslosenhilfe nach einem vorbestraften Automobilmanager benannt hat. Wie kommt man eigentlich auf solche bekoppten Ideen?

    Ich frage mich aber immer mehr, weshalb die Vertreter einer solchen Politik zu allem Überfluss auch noch Wert darauf legen, als „progressiv“ zu gelten. Vermutlich geht es vor allem darum, vergangene Zeiten und ihre heutigen Konsequenzen als dunkle Zeitalter dastehen zu lassen, um dann das eigene Agieren als Wegweisung in eine lichtere Welt hinzustellen.

    Da fehlt dann ganz das Bewusstsein dafür, dass das Bestehende ja vielleicht eben deshalb besteht, weil es funktioniert und funktioniert hat, weil es zu vernünftigen, tragfähigen Resultaten geführt hat.

    Das bedeutet: Bei der Selbst-Beschreibung als „progressiv“ geht es nicht etwa um eine gerechtere Welt ohne Ausbeutung, um eine aufgeklärte Kooperation oder um eine humane Wissenschaftlichkeit – sondern um den Anspruch, Bestehendes als beliebige Verfügungsmasse betrachten zu können.

    Wer den Weg in die lichte Zukunft weist, muss sich nicht groß darum scheren, wie das Bestehende funktioniert – er muss das Bestehende nur „überwinden“.

    Mit linker Politik hat das etwa so viel zu tun, wie Red Bull mit der gesundheitsbewussten Förderung des Breitensports zu tun hat. Aber es bildet eine gute Grundlage für ewig wiederholte Re-Inszenierungen derselben Konfliktlinien zwischen „Progressiven“ und „Reaktionären“, die ihrerseits dann (in völliger Unkenntnis linker Politik und ihrer Theorie) gegen „linke Gleichmacherei“ wettern.

    Und eben diese Inszenierungen verhindern dann auch die naheliegende Frage, was denn eigentlich die Politik der Parteien mit einem „linken“ Selbstverständnis noch mit den traditionellen Zielen linker oder auch liberaler Politik zu tun haben.

    Aber, übrigens: Ja, unser Sohn ist zu Ostern bei mir, ich bin auch gerade mit ihm bei meinen Eltern, mein Bruder mit seinen Kindern war auch da – war ein schönes großes Familientreffen in der Vor-Osterzeit. Ich wünsch Dir auch ganz schöne Ostern!

    Liebe Grüße

  • @crumar: „Aus dieser Annahme lässt sich auch jederzeit schließen, wie die gesellschaftliche Wirklichkeit zu sein hat: Frauen und Mädchen haben eine „Opferposition, die wohl rechtmäßigerweise allein Frauen und Mädchen zusteht“ – was die Theorie bereits formulierte. Damit will ich sagen, mit Macht (und zwar medialer und institutioneller) durchgesetzte „Tabuisierung“ ist die *notwendige Folge*, eine gescheiterte Theorie zu retten.“

    Zu dieser Tabuisierung paßt sehr gut, daß Begriff Opferabo zum Unwort des Jahres erklärt wurde.

    Die Theorie mag als Theorie gescheitert sein, in der Praxis ist sie aktuell extrem erfolgreich. Das Opferabo ist der entscheidende Dreh- und Angelpunkt, mit dem die Grundrechtsverstöße im Frauenquotengesetz begründet und durchgesetzt wurden, Details s. hier. Wobei man statt von Opferabo politisch korrekt von der allgegenwärtigen „strukturellen Diskriminierung der Frau“ redet, dieser Begriff ist klassisches Doublespeak.

    „“Menschenrechte sind nicht verhandelbar und nicht eintauschbar“ – WORD! :)“

    Schön wärs. Bei einigen Recherchen zur Art. 3 GG anläßlich meines letzten Blogposts ist mir erst so richtig klar geworden, mit welcher Leichtigkeit dieses Grund- und Menschenrecht von Juristen als irrelevant beiseitegewischt wird bzw. kurzerhand Gleichstellung als Form von Gleichberechtigung definiert wird. Insb. der fatale und unsinnige Begriff von der „tatsächlichen Gleichberechtigung“ erlaubt nahezu beliebige Interpretationen.

    Ich habe auch den Eindruck, daß die gesellschaftlich akzeptierte Aberkennung von Menschenrechten bei Männern ein Teil des uralten und unausrottbaren Deals ist, wonach Frauen bei der Geburt eines Kinds Nachteile haben und ggf. ihr Leben riskieren und Männer kompensatorisch im Krieg oder in Berufen mit hohem Todesfallrisiko. Wobei „die Frauen“ aus biologischen Gründen im Nachteil sind, während der kompensierende Nachteil für Männer sozial konstruiert bzw. dann aufgrund der Machtverhältnisse gesetzlich festgezimmert wird.

    Hinzu kommt heute bei Frauen im gebärfähigen Alter die gefühlte Bedrohung, bei der Jobsuche wegen potentieller Schwangerschaften benachteiligt zu werden, also ein indirekt biologisch verursachter Nachteil. Diese Gefahr steht nach meinem Eindruck auch bei nichtfeministischen Frauen ganz vorne in der Wahrnehmung, mMn in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Risiko. Es ist aber ein extrem eingängiges Argument.

    Dieser Deal, biologische Nachteile von Frauen durch soziale konstruierte Nachteile von Männern zu kompensieren, scheint in fast allen Gesellschaften vorhanden zu sein, s. u.a. die oft bestialischen Initiationsriten für Jungen. Er ist natürlich ein klassischer Fall von Sippenhaft und Kollektivrechten und kann heutzutage schlecht offen ausgesprochen werden. Unterbewußt scheinen diese Rechtsvorstellungen aber sehr verbreitet zu sein. Das würde erklären, warum man tabuisierte Begriffe wie „strukturelle Diskriminierung“ vorschiebt und die wirklichen Argumente unterdrückt.

    Der von crumar geschilderte Machtkampf mit Begriffen wie „gender based violence“ und die Geschlechter-Dichotomie von Täter und Opfer haben andere – soziale oder machtpolitische – Wurzeln und kommen hinzu, fallen aber wegen des latent immer vorhandenen biologisch/sozialen Deals auf fruchtbaren Boden.

    Mir ist unklar, wie man aus dieser Lage – sofern die Analyse stimmt – herauskommen kann. Die Zustimmung zum Prinzip Sippenhaft scheint mir jedenfalls erschreckend verbreitet, dagegen kann man argumentativ schwer ankämpfen.

  • @mitm Teil 1

    An dieser Stelle vielen Dank für deine Arbeit an und mit deinem Blog – ich lese den gerne, nur fehlt mir die Zeit zum kommentieren.

    Besonders gelungen finde ich den Eintrag zur „hypnotischen“ Sprache – auch alle anderen Beispiele für „doublespeak“ und feministische Begriffsvermanschung.

    Wenn man diese Beiträge ergänzt um einige Beiträge, dann würde eine wunderschöne und nützliche Broschüre/Buch daraus! 🙂

    Nun zu dem von dir geschriebenen: „Ich habe auch den Eindruck, daß die gesellschaftlich akzeptierte Aberkennung von Menschenrechten bei Männern ein Teil des uralten und unausrottbaren Deals ist, wonach Frauen bei der Geburt eines Kinds Nachteile haben und ggf. ihr Leben riskieren und Männer kompensatorisch im Krieg oder in Berufen mit hohem Todesfallrisiko. Wobei „die Frauen“ aus biologischen Gründen im Nachteil sind, während der kompensierende Nachteil für Männer sozial konstruiert bzw. dann aufgrund der Machtverhältnisse gesetzlich festgezimmert wird.“

    Auf der einen Seite ist das bestimmt richtig, nur sollte nicht vergessen werden, dass, nach Farrell, das weibliche Privileg daraus bestand, nie gezwungen worden zu sein, für andere Menschen sein Leben zu riskieren oder andere Menschen umzubringen. Dieses weibliche Privileg basiert auf dem Beitrag des Mannes in der Geschichte zur *Zivilisierung der Frau*.
    D.h. diese Sonderstellung ist bereits eine durch den männlichen Beitrag vermittelte.

    Das Problem ist, Frauen fällt dieses Privileg gar nicht auf, weil es in ihren Augen ein gesellschaftlicher „Naturzustand“ ist.
    D.h. es wird als gegeben und *natürlich* (weibliches default) vorausgesetzt.
    Faktisch jedoch ist diese „Funktion“ des Mannes (jenseits seiner Biologie) ebenso eine gesellschaftlich vermittelte Rolle und ebenfalls „sozial konstruiert“.
    Wenn diese Rolle in und durch Erziehung vermittelt wird, ist es schwer vorstellbar, dass dieser Prozess ohne Frauen abläuft.
    Und noch schwerer vorstellbar, dahinter *keine* weibliche Motivation zu vermuten, die auf lange Sicht wiederum Frauen nützt.

    Beispiel: Ich kann mir keinen individuellen Mann vorstellen, der für sich allein entscheiden würde, sein eigenes Einkommen stünde zur Hälfte per se seiner Ehegattin/Familie zu.
    Warum sollte *ich* teilen *wollen*?
    Ich bin schließlich ein männlicher Egoist und Besitzer der „patriarchalen Dividende“.
    Das „Patriarchat“ hat offensichtlich einen ganz miesen deal mit Frauen ausgehandelt (warum es *überhaupt* verhandelt, wäre dann die nächste Frage).
    Das sind Fragen, die man sich gar nicht stellen muss, wenn „das Patriarchat“ Frauen ohnehin „strukturell diskriminiert“.
    Diese Theorie hat einen Totalschaden erlitten (über kurz oder lang wird das sichtbar werden).
    Sich ergo Frau immer im Soll FÜHLT und einen männlichen Ausgleich auf dem historischen Schuldenkonto einfordert.
    *Gefühlte* Diskriminierung ist nicht real – dazu muss man eine Menge Fakten verbiegen und gesellschaftlich Lügen durchsetzen, um aus der „Macht der Gefühle“ die „Gefühle der Macht“ zu machen.

    Die Sonderrolle der Frau (also das HABEN) in der Gesellschaft zu erwähnen, dank ihrer exklusiven Gebärfähigkeit, ist im Feminismus quasi ein Tabu, denn damit verweist man auf die weibliche Biologie.
    Und diese „Sippenhaft“ hört weder die Frau, noch der Feminismus gerne.

    Weil: Ohne diese explizit *biologische* Sonderstellung gäbe es die weiblichen Privilegien historisch genauso wenig, wie die von dir erwähnten Nachteile.
    Der „strukturellen Diskriminierung“ stünde dann jedoch eine ebenso große „strukturelle Privilegierung“ gegenüber – warum laufen denn die materiellen Transfers in dieser Gesellschaft immer in eine Richtung, nämlich Richtung Frau?
    Erstere *allein* herauszustellen ist nicht nur feministische, es ist m.E. *weibliche* Rosinenpickerei.

  • @mitm Teil 2

    Es ist das, was Frauen – kontrafaktisch – gerne hören wollen und was ihrer eigenen Existenz vorausgeht und zu Grunde liegt.
    Einfach durch *bloße Existenz* einen individuellen Anspruch zu erwerben – sei es auf Aufmerksamkeit, auf Wertschätzung, auf materielle Transfers.
    Typisch weiblich. „Sei eine Frau!“ ist ein sinnloser Satz.
    Ohne – im Gegensatz zur männlichen Funktion und Rolle – eigene Leistung und eigenen Beitrag das Recht auf einen Anteil an der Gesellschaft und am gesellschaftlichen Ertrag (natürlich zu 50%) zu haben und ohne männliche „disposability“.

    Wenn es also wirklich ERNST wird mit der Aufteilung DIESER „Macht“, dann wirst du Frauen schreiend davon laufen sehen.
    Wenn sie nämlich mit der Tatsache konfrontiert werden, dass auf *unserer* Stirn seit Geburt „planned obsolecence“ tätowiert ist.

    Das ist nämlich *unsere* „Sippenhaft“ und unser Argument sollte m.E. sein, dass diese Frauenfemninisten endlich einmal UNSER Argument anhören müssen.
    Stoppt den Vaginamonolog! 😉

    Schöne Grüße, crumar

  • @crumar: „Dank für deine Arbeit an und mit deinem Blog“ Danke für die Blumen, aber ich frage mich öfter, welchen Sinn so ein Blog hat, denn eine nennenswerte Außenwirkung (über die Masku-Blase hinaus) erzielt er nach meinem Eindruck nicht. Aber das ist ein separates Thema. Immerhin macht es mir selber Spaß, weil ich viel dazulerne.

    Der Hinweis auf Farrell bzw. myth of mal power war richtig. Ich habe Farrell immer nur gefiltert über Sekundärliteratur wahrgenommen und war tendenziell davon ausgegangen, daß er stark bezogen auf die (schrecklichen) Verhältnisse in den USA ist. Ich habe jetzt noch einmal einige Interviews von ihm gelesen, so ganz ist der Eindruck nicht verschwunden. Frage: kennst Du einen deutschen Text von etwa 3 – 5 Seiten, der die Kernthesen aus „Myth of male power“ darstellt und prüft, inwieweit sie auf deutsche Verhältnisse zutreffen und übertragbar sind?

    So oder so werde ich jetzt „Myth of male power“ in meine maskulistische Leseliste aufnehmen, denn die Kerngedanken sind offenbar immer noch gültig und waren historische Meilensteine.

    Ich tue mich allerings aus einem weiteren Grund schwer mit Farrell: letztlich betätigt er sich [nach meinem Eindruck aus der Sekundärliteratur] als „evolutionsbiologischer Soziologe“. D.h. er geht von den bekannten empirischen Beobachtungen aus (daß Männerleben problemlos zum Wohle der Gesellschaft geopfert werden, Männern eingeredet wird, daß dies sogar toll für sie sei usw. usw.) und präsentiert eine evolutionsbiologische Theorie, warum das früher nicht anders sein konnte und heute dysfunktional ist. Klingt trotz der Pauschalisierungen plausibel, ist aber natürlich immer angreifbar. [daher auch meine Frage nach einer Übertragung auf deutsche Verhältnisse]

    Seine Theorie betrifft aber vor allem den sozialen Bereich, den ich als „informell geregelt“ bezeichne. Ich unterscheide immer zwischen formalen, also harten gesetzlich Regelungen, und informellen, weichen Regelungen, die wahlweise als Sitten, Gebräuche, Geschlechterklischees o.ä. bezeichnet werden. Als Liberaler gehe ich davon aus, daß die Leute nicht dumm sind [und falls doch: vor allem die Dummheit bekämpft werden muß] und die Konsequenzen ihrer Entscheidungen tragen müssen. Deswegen ist es für mich ein großer Unterschied, ob jemand als Wehrpflichtiger oder freiwilliger Soldat seine Haut zu Markte trägt bzw. tragen muß.

    Bei Farrell habe ich nun den Eindruck, daß er die Nachteile, die Männer haben, großenteils auf Geschlechterklischees und sozialen Druck zurückführt. Vor 100 Jahren war dieser soziale Druck vermutlich praktisch echter Zwang, vielleicht sogar noch in den 1970er Jahren. Aber heute? Bis zum Beweis des Gegenteils glaube ich das nicht bzw. man müßte die Wirksamkeit dieses sozialen Drucks einschätzen, wieviel % der Leute wegen eines solchen Drucks bestimmte Entscheidungen treffen.

    Jedenfalls lehne ich feministische Argumentationen regelmäßig ab, wonach Frauen nicht die Konsequenzen ihrer Entscheidungen tragen brauchen, weil sie durch angebliche diffuse Geschlechterklischee (a.k.a. strukturelle Diskriminierung) dazu gezwungen waren, z.B. schlecht bezahlte Jobs in der Parfümerie statt gut bezahlte auf dem Bau zu nehmen. Mit dem gleichen Argument kann ich nicht darüber jammern, wenn viele Männer Bauarbeiter mit hohem Unfall- und Todesfallrisiko werden: das weiß man vorher (aus dem Grund ist es aber unverschämt, ihnen die höheren Löhne, die im Endeffekt Todesfall-Risikoprämien sind, zu neiden, dies nur als Seitenhieb auf den equal pay day.)

    [Fortsetzung folgt]

  • [Fortsetzung]

    Ein weiteres, vermutlich biologisch gemeintes Argument von Farrell, daß Männer ihre emotionalen Bedürfnisse einzig bei Frauen stillen können und deswegen gezwungen sind, um Frauen zu werben und den Kavalier zu spielen, würde ich auch nicht für zwingend halten. Klar, das ist sehr häufig und wahrscheinlich eine biologische Disposition, aber altersabhängig und ggf. in den USA stärker als bei uns, aber wenn man genügend negative Erfahrungen mit Frauen gesammelt hat, dann reduziert sich dieser Trieb ganz erheblich (wieso fällt mir jetzt der Begriff Fluchtreflex ein? weil ich Pazifist bin, sicherlich). Jedenfalls spricht die MGTOW-Bewegung dagegen, zumal die nur die Spitze des Eisbergs ist, ferner unsere hohe Single-Quote.

    Mir sind auch die praktischen Konsequenzen aus Farrells Analyse nicht klar. Um noch einmal die formalen vs. informellen Regelungen zu unterscheiden: welche Gesetze müßte man ändern? wie müßte man die Selbstwahrnehmung und das Verhalten von Männern ändern? (unter der Annahme, daß „die Frauen“ sich vorerst nicht ändern) Wobei es „die Frau“ als solche ja nicht gibt und man Gefahr läuft, einen allgemeinen Beziehungsratgeber zu schreiben.

  • Es ist ein verselbstständigtes und verfestigtes Bild der Frau, als ein von ominösen Mächten unterdrücktes Wesen, das Feministen kolportieren. Die Frau ist demnach zu jeder Zeit und bei jeder Handlung nur beschränkt zurechnungsfähig, da sie stets Opfer des Ominösen ist. Demnach kann eine Frau auch niemals voll verantwortliche Täterin sein, sondern rächt sich allenfalls für ihre gesellschaftliche Diskriminierung an Kindern und Jugendlichen, indem sie diese sexuell missbraucht.

    Wie krude diese Ansicht ist, kann man in sechs Punkten nachlesen, die Zartbitter unter dem Titel Wie kommt es, dass auch Frauen und jugendliche Mädchen Kinder missbrauchen auf seiner Internetseite veröffentlicht.

    Dabei gibt es unter Frauen durchaus eine Kultur des sexuellen Missbrauchs. Nur wird dieser strukturelle Missbrauch bagatellisiert und geleugnet. Günter Amendt hatte vor Jahrzehnten schon darauf hingewiesen, wie unter dem Vorwand der „Phimoseprophylaxe“ Mütter oft über Jahre an ihren Söhnen manipulieren. Helmut Kentler beschreibt zum Beispiel: “Als ich vor dreißig Jahren in Dörfern Siziliens das Erziehungsverhalten der Mütter studierte, stellte ich fest, daß sie während des Säugens das Glied ihres Bambinos kitzelten. Als ich nach dem Grund fragte, waren sie erstaunt, daß ich so etwas Blödes fragen konnte – dann meinten sie, ob ich keine Augen hätte, denn es sei doch wohl nicht zu übersehen, daß Jungen viel gieriger saugen, wenn ihr Penis zärtlich behandelt wird. Das gierige Saugen mochten die Frauen, denn es verschaffte ihnen orgastische Empfindungen.“ (Täterinnen und Täter beim sexuellen Missbrauch von Jungen; Handbuch sexueller Missbrauch, Hamburg 1994).

    Wenn Mütter ihre Kinder sexuell schänden, haben wir es oft mit einem klandestinen Missbrauch zu tun, da die sexuelle Absicht hinter scheinbar hygienischen und fürsorglichen Handlungen leicht zu verdecken ist, bzw. der Umgebung gar nicht auffällt. So konnte mich die Mutter in meinem Fall in einer lasziven Atmosphäre über ein Jahrzehnt zurichten, ehe sie mich final schändete. Der Umgebung ist ihr Vorgehen verborgen geblieben. Niemand kam auf die Idee, dass ihre Zuwendung nichts mütterliches an sich hatte, sondern unverkennbar übergriffig war. Es fehlte und fehlt in unserer Gesellschaft nach wie vor das Bild der Frau als Täterin und Vergewaltigerin. – Um dieses Bild auch weiterhin auszublenden, wird an entsprechenden Phantasmen wie „Rape culture“ gestrickt: der Mann als Monster, die Frau als seine Beute.

    In dem in diesem Blog ausführlich vorgestellten Buch von Manfred Bieler „Still wie die Nacht“ wird dieses Nichtsehenwollen sehr deutlich beschrieben. Frauen pflegten ja damals wie heute das Bild der Asexuellen, der himmlischen Jungfrau, die allein durch die sexuelle Gier der Mannsbilder belästigt werden.

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