Die Produktion von Feindschaft

Die Bundesministerin Manuela Schwesig präsentiert den SAT1-Film Die UngehorsameLuise F. Pusch, die „Heldin der feministischen Sprachkritik“, hat bekanntlich gerade wegen eines bei der Emma publizierten Textes einen „Shitstorm“ erlebt. Anja Krüger dazu in der taz:

„In ihrer Glosse fragt sie sich, warum die Verantwortlichen bei der Lufthansa nicht auf die Frauenquote als Vorbeugung gegen Suizid-Abstürze kommen.“
Wie jemand überhaupt auf die bescheuerte Idee kommen kann, über den gewaltsamen, offenbar massenmörderischen Tod von 150 Menschen sogleich eine „Glosse“ zu verfassen, fragt Frau Krüger nicht.
Die heftige Kritik, die nicht nur die taz modisch als „Shitstorm“ bezeichnet, hatte Pusch redlich mit dem Versuch verdient, sich aus dem Tod dieser Menschen schnurstracks ein Argument für Frauenquoten zu basteln. Dass sie sich das Leid in dieser Form nutzbar macht, ist aber nicht das einzige, vielleicht noch nicht einmal das schlimmste Problem ihres Textes. Sie schreibt:
„Die Selbstmordquote (…) ist bei Männern viermal so hoch wie bei Frauen. Die Lufthansa könnte also das Risiko, dass ihre Piloten das Flugzeug zu Selbstmord und vielfachem Mord missbrauchen, mit jeder Frau, die sie zur Pilotin ausbilden, ganz erheblich reduzieren.“
Männer bringen sich vielmal häufiger um, als Frauen dies tun – die Wahrscheinlichkeit, dass ein heute geborener Junge sich im Laufe seines Lebens umbringen wird, ist also mehrfach größer als bei einem gleichzeitig geborenen Mädchen. Das aber interessiert die Heldin der feministischen Sprachkritik überhaupt nicht, sie fragt auch nicht nach den Gründen – sie versucht lediglich, aus dem Tod von Männern und Jungen wie aus dem Tod der Passagiere Vorteile zu ziehen.Wie aber ist die Inhumanität überhaupt möglich, die den Text der Sprachheldin so tief prägt? Das lässt sich nachvollziehen an einem anderen Medienereignis der vergangenen Tage: einem Film, den die Emma sogleich als „absolut sehenswert“ anpries, an dem die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig intensiv beteiligt war, der aber anders als Puschs Artikel nicht zu einem Skandal geworden ist. Zu Unrecht, übrigens.

So endet die Dokumentation Verdammt verliebt zu häuslicher Gewalt, die den SAT1-Film Die Ungehorsame begleitet. Jedes Geschlecht bekommt hier, was es braucht: Die Frauen ein exklusives Hilfetelefon, die Männer eine Täterhotline.

„Die Ungehorsame“, heißt der Film  – ein Film über häusliche Gewalt, der am 31. März bei SAT 1 gezeigt wurde.

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