Film Gewalt

Die Produktion von Feindschaft

Bild zeigt aus einem Film eine Sequenz mit zwei Überschriften: "Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen und Täterhotline"
geschrieben von: Lucas Schoppe

Die Bundesministerin Manuela Schwesig präsentiert den SAT1-Film Die UngehorsameLuise F. Pusch, die „Heldin der feministischen Sprachkritik“, hat bekanntlich gerade wegen eines bei der Emma publizierten Textes einen „Shitstorm“ erlebt. Anja Krüger dazu in der taz:

„In ihrer Glosse fragt sie sich, warum die Verantwortlichen bei der Lufthansa nicht auf die Frauenquote als Vorbeugung gegen Suizid-Abstürze kommen.“
Wie jemand überhaupt auf die bescheuerte Idee kommen kann, über den gewaltsamen, offenbar massenmörderischen Tod von 150 Menschen sogleich eine „Glosse“ zu verfassen, fragt Frau Krüger nicht.
Die heftige Kritik, die nicht nur die taz modisch als „Shitstorm“ bezeichnet, hatte Pusch redlich mit dem Versuch verdient, sich aus dem Tod dieser Menschen schnurstracks ein Argument für Frauenquoten zu basteln. Dass sie sich das Leid in dieser Form nutzbar macht, ist aber nicht das einzige, vielleicht noch nicht einmal das schlimmste Problem ihres Textes. Sie schreibt:
„Die Selbstmordquote (…) ist bei Männern viermal so hoch wie bei Frauen. Die Lufthansa könnte also das Risiko, dass ihre Piloten das Flugzeug zu Selbstmord und vielfachem Mord missbrauchen, mit jeder Frau, die sie zur Pilotin ausbilden, ganz erheblich reduzieren.“

Männer bringen sich vielmal häufiger um, als Frauen dies tun – die Wahrscheinlichkeit, dass ein heute geborener Junge sich im Laufe seines Lebens umbringen wird, ist also mehrfach größer als bei einem gleichzeitig geborenen Mädchen. Das aber interessiert die Heldin der feministischen Sprachkritik überhaupt nicht, sie fragt auch nicht nach den Gründen – sie versucht lediglich, aus dem Tod von Männern und Jungen wie aus dem Tod der Passagiere Vorteile zu ziehen.Wie aber ist die Inhumanität überhaupt möglich, die den Text der Sprachheldin so tief prägt? Das lässt sich nachvollziehen an einem anderen Medienereignis der vergangenen Tage: einem Film, den die Emma sogleich als „absolut sehenswert“ anpries, an dem die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig intensiv beteiligt war, der aber anders als Puschs Artikel nicht zu einem Skandal geworden ist. Zu Unrecht, übrigens.

So endet die Dokumentation Verdammt verliebt zu häuslicher Gewalt, die den SAT1-Film Die Ungehorsame begleitet. Jedes Geschlecht bekommt hier, was es braucht: Die Frauen ein exklusives Hilfetelefon, die Männer eine Täterhotline.

„Die Ungehorsame“, heißt der Film  – ein Film über häusliche Gewalt, der am 31. März bei SAT 1 gezeigt wurde.

Der fremde Mann im eigenen Haus Was wäre wohl, wenn dieser Film nicht Frauen und Männer, sondern Deutsche und Fremde einander schroff gegenüberstellen würde? Dann würde deutlich, wie stark sich seine Konstruktion und die anschließende Diskussion aus Ressentiments und gruppenbezogenen Feindschaften bedienen, die so eigentlich nur in der Anti-Humanität rechtsradikaler Positionen zu erwarten sind. So etwa:Die deutsche Frau Leonie (Felicitas Woll) lebt allein mit ihrem Kind. Dessen Vater, ein Ausländer, hat – wie kaum anders zu erwarten – beide im Stich gelassen und lebt schon lange in einem anderen Land. Sie begegnet einem anderen Fremden, dem Arzt Alex (Marcus Mittermeier), der um sie wirbt, der viel Geld hat und ihr ein wunderschönes Haus kauft, und den sie schließlich heiratet.Dass er ihr trotzdem fremd bleibt, merkt die Deutsche bald im Alltag ihrer Ehe. Er schlägt sie, nachdem Bekannte zu Gast waren und er sich von ihr bloßgestellt fühlt. Er verbietet ihr ihre Kleidung, die er unangemessen und nuttig findet. Er isoliert sie und unterbindet ihre sozialen Kontakte. Er besteht wütend darauf, dass sie ihre häuslichen Pflichten erfüllt, er schlägt und tritt sie, auch vor den Augen ihres Kindes.

Da die sie aber das Gefühl hat, dem Fremden ausgeliefert zu sein und nirgends Schutz zu finden, verlässt sie ihn nicht. Vor allem aber sucht sie bei sich selbst die Schuld an seiner Gewalt.

Erst spät wird der Deutschen klar, dass ihr Mann aus der Fremde ganz anders ist als sie, und dass sie sich die Gebräuche seiner Heimat kaum vorstellen konnte. Sie fragt ihn nach Wunden auf seiner Haut, und er erklärt ihr, dass sein Vater ihm die mit heißem Wasser zugefügt hätte, als er noch ein Kind gewesen sei.

Doch solche Momente der Verständigung bleiben trügerisch. Als sie eines Tages die Küche nach seinen Maßstäben nicht ausreichend aufgeräumt hat, versucht er sie zu erwürgen – sie kann sich nur retten, indem sie ihm eine Tranchiergabel in den Hals stößt und ihn tötet.

Glücklicherweise aber hat sei eine deutsche Anwältin und eine deutsche Richterin, die sich nicht um das Urteil von Fremden scheren und die dafür sorgen, dass sie vom Mordvorwurf freigesprochen wird. Die Deutschen, so legt der Film nahe, sind endlich nicht mehr gehorsam.

Der Film endet mit dem Hinweis, dass jede vierte deutsche Frau Opfer der Gewalt von Fremden wird.

Das Gedankenexperiment, das hier Frau mit Deutsche und Mann mit Fremder vertauscht, kann auch für die Reaktionen auf den Film fortgesetzt werden. Dann würde zum Beispiel die Familienministerin Manuela Schwesig in einer anschließenden Dokumentation  und einer von ihr geleiteten Diskussion zum Film die hohe Zahl der deutschen Opfer betonen.  Sie und ihr Team, so sagte sie dort einleitend, seien immer wieder entsetzt über die schon lange bekannte Zahl, dass 22% aller deutschen Frauen Gewalt von Fremden erleben müssten. (1:39) In der Dokumentation betonte dann die Bundesministerin:

„Niemand hat das Recht, Deutsche zu schlagen oder seelisch unter Druck zu setzen.“ (2:25)

Diese Dokumentation machte dann auch deutlich, dass das Gewaltsystem der Fremden längst entschlüsselt sei (1:38), dass „unzählige Frauenschicksale in Deutschland“ (0:28) davon betroffen seien, dass die Fremden diesen deutschen Frauen aber „das eigene Zuhause zu einem feindlichen Terrain“ machen würden (in Minute 27).

Immer dieselben Muster seien bei der Gewalt zu erkennen. Zunächst würden die Fremden durch unkontrollierte Wutausbrüche und wütende Kontrolle ihrer deutschen Opfer Spannung aufbauen.

Dann, in einer „Honeymoon“-Phase, würden die Fremden sich wieder harmlos und zugänglich geben und ihre Gewalt verstecken.

Dann aber würde die Gewalt eskalieren:
Zu beachten ist hier auch die mangelhafte Zahnpflege des Fremden, während im nächsten Bild sein offenbar typischer Mangel an Selbstkontrolle sehr schön deutlich wird.
Hier noch ein typisches Bild, in dem ein Fremder sein wahres Gesicht zeigt – zumindest so, wie die Verantwortlichen bei SAT1 ihn eben sehen.
Die Presse würde, so das Gedankenexperiment weiter,  die Aufklärung über die erschreckende Gewalt von Fremden an Deutschen unterstützen. Julia Weigl würde in der Süddeutschen Zeitung schreiben, der Film entblöße
„eine Gesellschaft, die an das Gute im Fremden glauben möchte und wegschaut (…).“ 
Über die „tägliche Demütigung“ der Deutschen empörte sich die taz und orakelte, dass die Dunkelziffer der Gewalt gegen Deutsche gewiss noch viel höher sei als die ohnehin schon erschreckend hohen Zahlen.
Heike Hupertz würde in der Frankfurter Allgemeinen die Leistung der Verteidigerin Leonies hervorheben:
„Sie will das System von Isolierung, Entwertung und Demütigung enthüllen, das dem fremden Ehemann Kontrolle und Macht über sein Opfer gab.“
Wie dringlich viele Deutsche an dem Thema interessiert sind, zeigte sich schließlich auch daran, dass der Film „starke Quoten“ hatte.

Ich wünsche mir, dass jede Frau, jedes Kind gewaltfrei aufwächst.“ Natürlich, und noch einmal, ich habe hier Frau durch Deutsche und Mann durch Fremder ersetzt. Manuela Schwesig hat beispielsweise tatsächlich gesagt:

„Niemand hat das Recht, eine Frau zu schlagen oder seelisch unter Druck zu setzen.“

Sie ist auch nicht Mitglied der NPD, wie das die letzten Absätze nahelegen konnten, sondern der SPD. Dass sie Bundesministerin ist, ist allerdings keine Satire.Das alles aber macht ihre Darstellung nicht viel besser. Zu der hohen Zahl der Frauen, die Opfer von Gewalt geworden seien, kommt die von ihr zitierte Studie der Europäischen Grundrechtekommission dadurch, dass ganz unterschiedliche Handlungen – schubsen, stoßen, an den Haaren ziehen, erschießen – unterschiedslos gleichermaßen als Gewalt gewertet werden.

Die so dokumentierte Gewalt ist zum größten Teil weit entfernt von dem, was der Film zeigt. Die hohen Zahlen, von denen die Ministerin und ihr Team immer wieder „entsetzt“ seien, sind offenkundig vor allem das Ergebnis einer Forschung, die möglichst hohe Zahlen produzieren sollte und die zu diesem Zweck unseriös mit ihren Daten umging.
Das weiß gewiss auch die Ministerin – so wie sie auch weiß, dass häusliche Gewalt nicht allein ein Problem von Frauen ist und dass auch Männer nicht nur in Ausnahmefällen Gewalt durch Partnerinnen erleben. Gewalt gegen Kinder, das ist seit Jahrzehnten regelmäßig das Ergebnis entsprechender Studien, wird sogar mindestens ebenso häufig von Frauen wie von Männern verübt – oder häufiger von Frauen. Trotzdem sagt die Ministerin:

„Bei Gewalt wird die rote Linie überschritten – und ich wünsche mir, dass jede Frau, jedes Kind gewaltfrei aufwächst.“ (Diskussion, 6:15)

Warum Männer keinen Anspruch darauf haben, gewaltfrei zu leben, sagt die Ministerin nicht. Auch Männer hätten am Ende aber ein gewaltfreies Leben, wenn nur erst Frauen und Kinder eines hätten. (7:04) Männer kommen für sie offenbar allein als Täter vor – und ganz so ist auch das Schlussbild der Dokumentation gestaltet. Es weist auf das Hilfetelefon des Familienministeriums hin, das sich allein an Frauen wendet – und hält für Männer den Hinweis auf eine Täter-Hotline parat.

Die Ministerin und die Verantwortlichen für den Film können sich dabei auf Ressentiments verlassen wie auf das des FAZ-Kommentators Dieter Müller, der auf einen Kommentar von Karl Karlssen antwortet. Dieser hatte erwähnt, dass er selbst die im Film dargestellte häusliche Gewalt „geschlechtertechnisch anders herum“ erlebt habe. (erster Kommentar des verlinkten Artikels) Müller antwortet entgeistert:

„Mal ehrlich, ich weiß es gibt so etwas, aber wie geht das denn bitte?!“

John Hamel und Tonia M. Nicholls haben ein umfangreiches Handbuch über den Forschungsstand zu häuslicher Gewalt herausgegeben: Familiäre Gewalt im Fokus. Seine fast 750 Seiten werden von der Ministerin und den Verantwortlichen für den Film vollständig ignoriert.
In dem Handbuch wird beispielsweise deutlich, dass von häuslicher Gewalt betroffene Frauen die Gewalt acht- bis neunmal häufiger zur Anzeige bringen als betroffene Männer (Hamel/Nicholls, S. 376). Angesichts von Reaktionen wie der von Müller ist diese männliche Zurückhaltung verständlich.

Die Zahlen der von Gewalt betroffenen Frauen und Männer unterscheiden sich nach vielen Studien tatsächlich kaum. Mehr noch: Die Vorstellung, häusliche Gewalt sei Ausdruck allgemeiner patriarchaler Strukturen und reproduziere diese im häuslichen Bereich, leitet einfach nur viel Geld in nachweislich unsinnige Behandlungsmethoden. Beispielweise in das Duluth-Modell.

„In einer Längsschnittstudie der Absolventen des Duluth-Gruppenprogramms zeigten die Ergebnisse, dass das Durchlaufen der feministischen Erziehungsintervention keinen Einfluss auf die Rückfälligkeit in den folgenden 5 Jahren hat.“ (Hamel/Nicholls, S. 277)

Mit anderen Worten: Hier werden Programme zur Behandlung männlicher Gewalttäter finanziert, deren Wirkungslosigkeit erwiesen ist.  Die öffentlichen Mittel, die in diese nachweisbar unsinnigen Programme gesteckt werden, sind so groß, dass Forscher mit Repressalien rechnen müssen, wenn sie ihre Wirkung seriös untersuchen wollen. Schließlich könnte das eine Diskussion über einen sinnvollen Einsatz der Mittel  begründen. (Hamel/Nicholls, S. 281)

Ausgerechnet diese hochproblematischen Ansätze unterstützen jedoch der Film, die anschließende Dokumentation und auch die Bundesministerin. Typische häusliche Gewalt ist bei ihnen nicht etwa Ergebnis einer Eskalation, an der mehrere beteiligt sind – sondern die Gewalt des Mannes. Wenn sich die Frau hier die Frage nach ihrer Verantwortung stellt, unterstütze sie damit also lediglich das Gewaltsystem des Täters.

Klischees, die um sich selbst kreisen Besonders perfide ist das Ende der verlinkten Dokumentation.

„Bis vor zwei Generationen war Gewalt gegen Frauen und gegen Kinder normal, die Norm. Das hat sich zum Glück radikal geändert.“ (41:15)

Die selbstverständliche Verknüpfung von Frauen und Kindern stellt nicht nur implizit Männer als Täter hin – sie infantilisiert auch Frauen, so wie das auch Schwesig in ihrem Wunsch tut, „dass jede Frau, jedes Kind gewaltfrei aufwächst“.
Das verdeckt Gewalt von Frauen gegen Kinder und leistet dieser Gewalt zugleich Vorschub. Der Film spiegelt diese Fantasie der Verschmelzung von Mutter und Kind. Er ist zu Beginn und Ende gerahmt von zwei innigen Umarmungen, den einzigen wirklich liebevollen Umarmungen zwischen einem weiblichen und einem männlichen Menschen: zwischen Leonie und ihrem Sohn.
Nach dem zitierten Hinweis auf die angeblich normale Gewalt gegen Frauen und Kinder zeigt die SAT1-Dokumentation kurze Interviews mit Jungen. Denen wird ein Mädchen vorgestellt, über das sie sich zunächst äußern sollen – was sie auch durchaus liebevoll tun. Dann aber werden die Jungen dazu aufgefordert, das Mädchen zu schlagen – das lehnen sie empört und selbstverständlich ab.
Die einleitenden Sätze erwecken den Eindruck, das friedliche Verhalten der Jungen sei darauf zurückzuführen, dass Gewalt gegen Frauen mittlerweile keine Norm mehr sei, natürlich dank der Arbeit von Menschen wie Ministerin Schwesig und ihrem Team. Damit aber stehen dann den erwachsenen Männern, die als „ganz normale Männer“ (Dokumentation, 5:58) allesamt gewaltverdächtig sind, als hoffnungsvolle Gegenstücke diese Jungen gegenüber, die als liebevolle Ergebnisse einer anti-patriarchalen Anti-Gewalt-Erziehung erscheinen.
Tatsächlich zeigt das Interview mit den Jungen etwas ganz anderes – wenn sich überhaupt tragfähige Schlüsse daraus ziehen lassen. Es hat ein italienisches Vorbild, und schon dort wird deutlich: Die Weigerung,  als Junge Mädchen zu schlagen, ist nicht Ergebnis eines ganz neuen, fortschrittlichen Erziehungsprozesses, sondern basiert auf einem traditionellen, offenkundig tief verwurzelten Tabu.
Als bei Alles Evolution dieses Video zu Beginn des Jahres diskutiert wurde, verlinkte ein Kommentator auch das Video zu einem anderen sozialen Experiment, in dem ein heterosexuelles Paar öffentlich gewalttätig wurde.
War der Mann gegenüber der Frau gewalttätig, sprangen sofort viele Passanten ein und halfen ihr. War aber die Frau gegen den Mann gewalttätig, ignorierten die Passanten das – und einer nutzte gar die Gelegenheit, den Mann seinerseits zu schlagen. Es ist mittlerweile eine ganze Reihe solcher Experimente dokumentiert, alle mit demselben Ergebnis – Kai V hat sich damit in einem sehr lesenswerten Text auseinandergesetzt.
Schwesig, ihr Team und das Team von SAT1 sind also weit davon entfernt, zu Veränderungen bestehender, gewaltfördernder Normen beizutragen – sie unterstützen diese Normen. Wer das aber kritisiert, muss befürchten, als Verteidiger häuslicher Gewalt hingestellt zu werden.
Die Ministerin achtet sorgfältig auf einen „geschlechtergerechten Sprachgebrauch“ und redet dann plötzlich, wenn sie über das Recht von Menschen auf den Schutz vor Gewalt spricht, betont allein über Frauen und Kinder. Das ist ganz gewiss kein Lapsus: Sie teilt Menschen in zwei Klassen ein – die Schützenswerten und die Nicht-Schützenswerten.
Der SAT1-Film liefert Bilder, die eine solche inhumane Unterscheidung orchestrieren: Der Mann erscheint als wütendes Tier, als gefühlskalter Herrscher, als Gewaltmaschine, über deren Tod am Ende alle erleichtert sind.
Damit geht es noch um mehr als um das Recht von Männern, dass auch sie vor Gewalt geschützt werden – und es geht sogar noch um anderes als um das Recht von Kindern, auch vor der Gewalt von Müttern geschützt zu werden.
Der Film und die Bundesministerin operieren mit traditionellen Strukturen der Feindschaft und bedienen sich bei ihrer Präsentation unbekümmert aus den schlimmsten Arsenalen politischer Propaganda.
Sie trennen Menschen entlang der Geschlechtergrenze in Gut und Böse, in schützenswert und nicht schützenswert, in friedlich und gewalttätig, in Menschen und Monstren. Um diese Klischees bedienen zu können, blenden sie durchaus systematisch den Forschungsstand aus und präsentieren ein Bild, das die Realität nicht einmal mehr verzerrt wiedergibt.
Denn eine Geschichte wie die von Leonie und Alex ist sicherlich möglich – so wie es natürlich auch möglich ist, dass Ausländer Deutschen Gewalt antun. Das aber als repräsentativ zu verkaufen, ist eine feindselige Falschdarstellung.
Diese Klischees, die gleichsam um sich selbst kreisen und Realitäten souverän ignorieren, schaden nicht allein Männern, die häusliche Gewalt erleben. Sie schaden auch Kindern, deren Anspruch auf Schutz vor Gewalt von der Geschlechtszugehörigkeit des Elternteils abhängig gemacht wird – und sie schaden allen Männern, die hier rundweg als Monstren im Wartestand hingestellt werden.
Eine der Institutionen, die sich unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit Betroffener für den Schutz von Menschen vor häuslicher Gewalt einsetzt, ist der Verein Gleichmaß eV. Er hat auf seiner Homepage auch eine sehr nützliche Linkliste erstellt.
Der zitierte und leicht veränderte Satz von Heike Hupertz (FAZ) lautet tatsächlich: „Sie will das System von Isolierung, Entwertung und Demütigung enthüllen, das dem Ehemann Kontrolle und Macht über sein Opfer gab.“
Der zitierte und leicht veränderte Satz von Julia Weigl (SZ) lautet tatsächlich: „Denn er (der Film, LS) entblößt eine Gesellschaft, die an das Gute im Menschen glauben möchte und wegschaut, sobald etwas nicht in die perfekte Welt passt.“ Der nächste Satz lautet: „Dennoch sind in dieser Welt Frauen keine gelähmten Opfer“ – es ist deutlich, dass die Menschen, an deren Gutes Weigl nicht glauben kann, allein Männer sind.
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25 Comments

  • dass gewalt an männern alltäglich ist und von allen als unproblematisch angesehen wird ist jaj nichts neues, im gegnteil wenn man männern in filmen in die geschlechtsteile tritt ist das lustig bzw soll es sein

    männer wurden und werden in kriegen verheizt, das darf man keinem tier antun, was man alles mit männern machen darf

    was in der politik angedacht und gesagt wird, ind em es keine hilfseinrichtungen für sie gibt ist ja nichts anderes, als dass männer frauen schlagen und züchtigen sollen sollen, denn was wird gesagt, der mann kann sich ja gegen die gewalt der frau wehren, tut er das aber ist er der schläger und die frau das opfer, von wem die gewalt ausgegangen ist wird nicht hinterfragt, im gegenteil frauen werden von staatlicher seite geschützt, sei es wenn sie die kinder entführen,w enn sie dem mann bei scheidungesverfahren kindesmissbrauch unterstellen,w enn sie dem mann ein kuckuckskind unterjubeln, es gibt keien hilfe für männer, im gegenteil sie müssen zaheln auch für den betrug an ihnen

    man stelle sich vor der gesetzgeber würde das bei einbrüchen machen, also da bricht jemand bei einem großkonzern ein, und es wird eine anzeige gemacht, dann geht der staat her und sagt ihr seid groß genug ihr könnt euch selbst wehren, also großkonzerne müssten dann selbst für täterverfolgung, inhaftierung, gerichtsverfahren verurteilung und so weiter sorgen – eine bankrotterklärungd es rechtsstaates

    bei gewalt an männern in beziehungen passiert das aber genau so, also männer können sich selber wehren – keine hilfe vom staat

  • Das Opfertelefon ist Kostenlos
    Das Tätertelefon ist Kostenpflichtig.
    Zwar ist es nur eine 0180- Nummer aber von denen die wiederum die teuerste.

  • Welches Ergebnis würde wohl ein Video liefern, in dem kleine Mädchen aufgefordert werden einen Jungen zu schlagen?

    Vielleicht sollten Männer, die von ihren Partnerinnen geschlagen werden, einfach mal bei der Täterhotline anrufen. Dann wird ihnen dabei bestimmt erklärt, was sie selber falsch gemacht haben.

    Es ist wohl auch nicht zu erwarten, dass sich Feministen an dieser Vorveruteilung von Männern stören werden. Schließlich hilft das ja (gewalttätigen) Frauen und das alleine zählt.

  • Ich glaube, die Botschaft der ausbleibenden Hilfe für Männer soll nicht lauten, dass sie sich selbst wehren müssen – sondern dass sie ohnehin niemals Gewalt ausgesetzt seien, jedenfalls nicht von Frauen.

    Als die damalige Familienministerin Christine Bergmann, auch SPD, gefragt wurde, ob neben den Hunderten von Frauenhäusern auch einmal ein Männerhaus geplant sei, antwortete sie :

    „Nein, ich denke, das ist nicht nötig. Wenn Männer keine Gewalt anwenden, brauchen sie auch keine Zufluchtsorte.“

    Das hat nachweislich nichts mit der Realität zu tun, sondern ist getragen von den erwähnten Klischees, die um sich selbst kreisen. Eine in sich geschlossene Argumentation, die nicht einmal mehr einen Seitenblick auf empirische Realitäten wagt. Nämlich so:

    Prämisse 1: Wenn die an sich friedlichen Frauen Männer schlagen, dann kann es nur daran liegen, dass sie sich gegen die gewalttätigen Männer wehren mussten.

    Prämisse 2: Es gibt Frauen, die Männer schlagen.

    Schlussfolgerung: Männer sind gewalttätig – und zwar gerade dann, wenn sie geschlagen werden. Was zu beweisen war.

    (Obwohl es eigentlich eine Frechheit ist, dass so etwas überhaupt beweisen werden muss – weiß doch eh jede/r).

    – – – Irre aber ist es natürlich, von Männern, die ganz anderes erleben, zu erwarten, dass sie diese wirklichkeitsentrückten, verhärteten Klischees als angemessene Darstellung ihrer Realität zu akzeptieren hätten.

  • Tut mir leid, wenn ich Eure Traumwelten durcheinander bringe. Aber ist es nicht das übliche Sozialisationsmuster unter Männern, stark, überlegen und aggressiv zu sein?

    Und fördern die Männer sich nicht untereinander dabei, mit aggressiven Sportarten, Kraftsport, Wettbewerben und Mutproben etc. genau dieses Rollenbild auch körperlich auszufüllen?

    Werden unter Männern nicht etwa alle feminin besetzte Verhaltensweisen verachtet, als schwach angesehen und als Einladung zu aggressiver Unterwerfung?

    Kurzum: Männer tun sehr viel dafür, körperlich überlegen und aggressiv zu sein.

    Und sehr viele Männer leben dies dann auch an den schwächeren, Frauen und Kindern aus.

    Aber hier rumjammern, wenn genau dies dann bemerkt und thematisiert wird?

    Sorry, aber ausserhalb Eurer Maskublase würdet ihr dafür ausgelacht werden.

    Sandra

  • lieber Lucas&Leser,

    was nützlich zu wissen ist: der Feminismus entstammt zum guten Teil aus dem Rassismus des 19. Jahrh. Die Suffragettenbewegung nach dem US Bürgerkrieg argumentierte, die angebliche Höherentwickeltheit der „Weissen Rasse“ sei aus der höher entwickelten Zweigeschlechtlichkeit der „Weissen Rasse“ zu erklären, wobei es der Besonderheit der Weissen Weiblichkeit zu verdanken sei, dass sich die „Weisse Rasse“ überhaupt zur überlegenen hat entwickeln können.

    Detailliert nachzulesen in „White Women´s Rights. The Racial Origins of Feminism in the United States“ von Louise Michel Newman, Oxford Press 1999 (ihre Dissertation), als pdf im Netz frei verfügbar!

    Der Feminismus begründet seine Sonderrechte gegenüber Männern (weissen) und anderen „Rassen“ gegenüber also eugenisch!

    Die Eugenik ist auch sonst eine universelle Erklärung feministischer Begründungen (zB bei der Entstehung des Abtreibungsrechts).

  • Frauen können im Mittel 4mal schneller sprechen (besitzen etwas anderes Sprachsystem, es gibt fast keine stotternden Frauen) als Männer, wissen aber meistens nicht, dass sie damit eine Waffe haben, gegen die der Mann nichts Gleichwertiges einsetzen kann. Eine Frau kann so den Mann „an die Wand reden“, sodass dieser bei mangelhafter Erziehung oft nur noch glaubt zurückschlagen zu müssen. Eine genauere Klärung von Ursache und Wirkung bei häuslicher Gewalt ist nötig.(siehe z. B. Buch: Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 5. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-9814303-9-4 (http://www.amazon.de/Vergewaltigung-menschlichen-Identität-Irrtümer-Gender-Ideologie/dp/3

  • Aber hier rumjammern, wenn genau dies dann bemerkt und thematisiert wird?
    Sorry, aber ausserhalb Eurer Maskublase würdet ihr dafür ausgelacht werden.

    @ Sandra
    Du kritisierst das tradierte Männlichkeitsideal und forderst es gleichzeitig ein (ein richtiger Mann „jammert“ nicht, d.h beklagt sich nicht, sonst macht er sich lächerlich). Die sattsam bekannte feministische Ambivalenz oder treffender Heuchelei.

  • „Und sehr viele Männer leben dies dann auch an den schwächeren, Frauen und Kindern aus.“

    Ein kluger Mann hat mal angemerkt: „Ein normaler Mann verprügelt auch keine Eichhörnchen. Warum würde er das tun wollen? 'Ist schwächer' ist kein hinreichender Grund.“

  • Wo habe ich hier irgendwas in der Art eingefordert? Ich habe nur festgestellt, dass Jammern im Widerspruch zu dem von Männern selbst untereinander eingeforderten Männlichkeitsbild steht.

    Und deswegen auch in einer männlich dominierten Gesellschaft keine Akzeptanz findet.

    Wenn ich was einfordern würde, dann dies: Die Männer sollen ihre Agressionen und ihr Machotum untereinander ausleben, anstatt an körperlich Schwächeren, wie Frauen und Kindern.

    Das ist weder Ambivalent noch Heuchelei. Sondern eigentlich selbstverständlich, oder?

  • Gnädigste,

    sorry wenn ich Ihre feministische Traumwelt durcheinander bringe. Aber ist es nicht das übliche Sozialisationsmuster unter Feministinnen, jedes Persönlichkeitsmerkmal, das statistisch bei Männern vorteilhafter als bei Frauen ausfällt („Stärke“), das also Neidkomplexe auslöst, als Ausgeburt des Bösen zu diffamieren? Genaugenommen nur bei Männern.

    Und besteht nicht Ihre persönliche, typisch feministische verbale Aggression darin, ausgehend einer diffus definierten Minderheit („viele Männer schlagen Frauen und Kinder“) die Männer pauschal zu verurteilen und moralisch herabzusetzen? So nach dem Motto, Ausländer raus, denn viele Ausländer sind Diebe.

    Werden unter Feministinnen nicht etwa alle maskulin besetzten Verhaltensweisen verachtet, als moralisch verwerflich angesehen und deren aggressive Unterdrückung als vorangige gesellschaftliche Aufgabe propagiert? Natürlich prophylaktisch auch bei Männern, bei denen diese Verhaltensweisen gar nicht auftreten.

    Kurzum: Feministinnen tun sehr viel dafür, moralisch und machtpolitisch überlegen zu sein und aggressiv dafür zu kämpfen, Männern Grundrechte zu entziehen.

    #nurmalso.

  • Liebe Sandra,

    wenn man von außen Voreingenommen auf etwas blickt, dann sieht man nur das was man Sehen will.
    Nur weil du erwartest das Männer „überlegen und aggressiv“ seien müssen, wertest du den Spaß am männlichen Kräftemessen und Wettbewerben als eine „Förderung untereinander von aggressivem Verhalten“

    Wenn du dir aber mal die mühe machen würdest statt von außen von innen, also aus männlicher Sicht, auf männliches Verhalten zu schauen würdest du erkennen wie weit du von der Wahrheit entfernt bist.

    Schon kleine Jungen haben Spaß am Kräfte messen an Sport und Bewegung, darin müssen sie von Ihren Eltern nicht bestärkt werden sondern eher gebremst werden.

    Die meisten Jungen bekommen auch von klein auf von Ihren Eltern beigebracht „Mädchen schlägt man nicht“ heute sogar „Schwächere schlägt man nicht“

    Es sind gerade nicht „sehr viele“ sondern ein verschwindend kleiner Anteil von Männern die ihre Aggression und Frustration an Schwächeren ausleben und diese schwächeren sind in erster Linie andere Männer und nicht Frauen und Kinder.

    Erschreckend ist allerdings das auch immer mehr Frauen solch ein Verhalten zeigen.

    Das Problem ist also nicht Männlich sondern ein Gesellschaftliches.
    Aber wenn man natürlich nur in seiner Femiblase sitzt, bemerkt man das nicht und fängt an herumzugammeln wenn genau das Thematisiert wird.

    Ach ja außerhalb der Femiblase wird darüber nicht gelacht sondern nur noch ungläubig mit dem Kopf geschüttelt.

  • Die Heuchlei ist, „den Frauen“ hier jede mit Verantwortung abzusprechen.

    Dieses von dir Kritisierte Männlichkeitsbild (Stark, Dominant usw.) wird gerade nicht von Männern untereinander gefordert sondern vor allem von Frauen an Männer herangetragen.

    P.S.:
    Männern wird von Kindesbeinen von Ihren Müttern beigebracht „Frauen schlägt man nicht“
    Wenn du also mit deiner Aussage der „aggressiven Männer“ recht hättest die in „der Mehrheit Frauen und Kinder verprügeln“.
    Haben die Mütter eindeutig bei der Erziehung versagt bzw. sollten sie vielleicht Aufhören von den Vätern zu verlangen, dass sie die Kinder Schlagen sollen, wenn sie unartig waren.

  • @Lucas

    Das ist die sattsam bekannte „Selbstverteidigungsthese“ – wonach Frauen immer nur aus Notwehr schlagen.

    Dies ist eine wissenschaftlich widerlegte feministische Lüge, die es bis in die WHO geschafft hat – wenn man das skrupellose Klientel hat, dann gelingt das.

    Es gibt nur eine einzige Studie, die einen hohen Anteil an Selbstverteidigung als Ursache von Gewalthandlungen ausweist und in der BEIDE Geschlechter gefragt worden sind.

    Blöderweise war das Ergebnis für die erfragten Gewalthandlungen:

    Frauen 42%
    Männer 56%

    D.h. Männer gaben häufiger als Frauen an aus Gründen der Selbstverteidigung (zurück-)geschlagen zu haben.

    Der gewollte Mangel aller anderen Studien ist, dass nur EIN Geschlecht überhaupt gefragt worden ist, oder aber es wurden beide befragt und dann der Teil, der die Männer betrifft WILLENTLICH weggelassen.

    Harned M.S., 2001, Abused women or abused men?, Violence and Victims, 16 (3), 269-285

    Schönen Gruß, crumar

  • @ Sandra Ein Zitat aus Kommentaren der Emma, ein Tipp von einer Leserin:

    „Hier wurde vorgeschlagen, Antifeministen zu beschämen, indem man sie zu Jammerlappen erklärt (Ooooh, Du Armer). Das ist eine sehr gute Taktik, denn Männer können es nicht mit ihrem Selbstbild vereinbaren, schwach zu sein. Männer sind lieber 'Hart wie Kruppstahl und zäh wie Leder', sie gehen durch’s Feuer und jammern nicht! Diese Taktik wurde in Streitgesprächen auch schon von Bascha Mika angewandt ('Muss ich Ihnen sagen, Sie sind ein Jammerlappen') oder Thea Dorn ('Ich weine gleich').“

    „Antifeministen“, das ist ein Label für alle, die an feministischen Positionen irgendeine Kritik üben. Ein Zauberwort, das die Hoffnung ausdrückt, die furchtbare Provokation einer Kritik der eigenen Position würde aus der Welt verschwinden, wenn man nur den richtigen Begriff dafür verwendet hat. Sowas wie „Expelliarmus“ bei Harry Potter, nur auf deutlich niedrigerem intellektuellen Niveau.

    Wichtig ist eben auch, dass es hier keine Sekunde lang darum geht, sich inhaltlich mit Kritik auseinanderzusetzen, sie begründet zurückzuweisen oder sie eben, zumindest teilweise, anzunehmen. Es geht allein darum, eine Möglichkeit zu finden, die Kritiker so zu beschämen, dass sie das Maul halten.

    Dasselbe findet sich dann eben auch in Deinem Kommentar. Der höhnische Vorwurf des „Jammerns“, die ebenso höhnische Ankündigung des Auslachens – und daneben nur ein Hinweis darauf, dass Männer doch zum Starksein sozialisiert wären.

    Erstens erfolgt diese Sozialisation natürlich nicht nur von Männern, sondern mindestens ebenso sehr von Frauen. Zweitens sind natürlich nicht alle Männer an Stärke interessiert. Drittens hat Stärke mit Brutalität nichts zu tun. Nicht einmal Aggressivität ist gleichbedeutend mit Gewalt. Viertens gibt es überhaupt keinen Grund, weshalb es in Ordnung wäre, jemanden zu schlagen, nur weil der angeblich zum Starksein sozialisiert wurde. Undsoweiter.

    Aus dem sachlichen Gehalt lässt sich also leicht die Luft herauslassen, aber um den geht es auch gar nicht. Es geht eher um eine Beschämung, die auf eben den reaktionären Geschlechterbildern aufbaut, die angeblich abgelehnt werden. Sollen die starken Kerle doch nicht anfangen zu jammern.

    Da menschliche Beziehungen heute vielfach institutionell organisiert werden, nützt persönliche Stärke, auch körperliche Stärke im Zweifelsfall natürlich sehr wenig – das wissen auch alle, die so wie Du argumentieren, glaube ich.

    Wer als Mann von seiner Frau geschlagen wird und kräftig zurückschlägt, kann sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Zeit im Gefängnis, auf den Verlust seiner Wohnung oder auf den Verlust des Kontakts zu seinen Kindern gefasst machen, oder auf alles – es sei denn, er kann tatsächlich zweifelsfrei beweisen, in Notwehr gehandelt zu haben. Da nützt ihm seine Stärke gar nichts.

    Wichtiger noch: Die Kinder, die von Schwesigs kranker Politik nur gegen väterliche, nicht aber gegen mütterliche Gewalt geschützt werden sollen, haben überhaupt nichts davon, wenn Männer verhöhnt werden, nur weil sie auf diese Gewalt aufmerksam machen.

  • Warum diese verfälschten Zitate? Der ganze erste Teil strotzt von „Fremden“, die in den verlinkten Quellen keineswegs vorkommen – auch der Ehemann im Film war kein „Fremder“.
    Was soll das?

  • Am Anfang des wird schon klar gemacht, dass es sich um ein Gedankenexperiment handelt, daher all die „verfälschten Zitate“:

    Als Einleitung zum Thema des Films stand:
    „Was wäre wohl, wenn dieser Film nicht Frauen und Männer, sondern Deutsche und Fremde einander schroff gegenüberstellen würde? Dann würde deutlich, wie stark sich seine Konstruktion und die anschließende Diskussion aus Ressentiments und gruppenbezogenen Feindschaften bedienen, die so eigentlich nur in der Anti-Humanität rechtsradikaler Positionen zu erwarten sind.“

    Leider lädt der laufende Text dann allerdings zum Missverständnis ein und der Leser wird geradezu eingeladen, das Gedankenexperiment mit Realität zu verwechseln (zB an der Stelle als die Ministerin zitiert wird). Das kann man rhetorisch nicht gutheissen, Herr Schoppe!

    Weiterhin:
    Tatsächlich ist es so, daß „Ausländern“ gerne unterstellt wird besonders gewalttätig zu sein. Insofern ist das Gedankenexperiment schon realitätsbezogen.

  • Ich hatte mir zuerst sogar überlegt, den Text so ohne die einleitende Bemerkung zu schreiben. Dann dachte ich aber: Für den Fall, das jemand den Text nicht zu Ende liest, muss schon vorne ein Hinweis stehen, wie der erste Teil des Artikels funktioniert. Und ich hab bei den direkt zitierten Stellen jeweils im Anschluss die Originalziate offen angegeben, bei Schwesig schon im Text selbst.

    Ich hab mich also wirklich darum bemüht, unnötige Konfusion zu vermeiden und niemandem unfair etwas unterzuschieben, was er bzw., sie so nicht gesagt hat. Wenn es trotzdem konfus wird, hat das einen anderen Grund: Die Argumentation von Schwesig, die Struktur des Films, der Erläuterungen der Dokumentation – all dies hat tatsächlich echte Ähnlichkeit mit Mustern, die wir sonst von ganz rechts außen kennen. Eine schroffe Trennung der Menschen in gut und böse – eine willkürliche Zuteilung von Rechten, abhängig von der jeweiligen Gruppenzugehörigkeit – eine konsequente Arbeit mit Ressentiments – eine Dämonisierung der „Feinde“.

    Das bedeutet nicht, dass Männer insgesamt bin der gleichen Position wie Ausländer in Deutschland wären – es bedeutet natürlich auch nicht, dass die Beteiligten an dem Film tatsächlich etwas mit rechten Szenen zu tun hätten. Umso mehr hätte ihnen aber auffallen müssen, das sie sich Mustern einer solchen rechten Szene bedienen.

    Und DAS ist es eben, was die Konfusion schafft – nicht der rhetorische Aufbau des Textes.

  • Was für ein schlimmer Finger Schwesig ist, kann man hier nachlesen. Ganz Ideologin verteidigt sie das Gesetz zum Betreuungsgeld defensiv, indem sie den einstigen Kläger gegen das Gesetz nun zu seinem Verteidiger machte.

  • Da mir aber daran gelegen ist, dass der Text wirklich als Gedankenexperiment deutlich wird und nicht als beliebige Unterstellung rechtsextremer Gesinnung erscheint (ich arbeite schließlich nicht für die Heinrich Böll Stiftung oder die Friedrich Ebert Stiftung), habe ich noch einmal ein paar kleine Passagen eingefügt. Nun mache ich nicht nur zu Beginn und zum Ende des ersten Teils, sondern auch immer wieder zwischendurch deutlich, dass die skizzierte Situation leicht verzerrt ist, um ihre Problematik zu verdeutlichen.

    Ich denke, das müsste so jetzt aber auch beim flüchtigen Lesen klar werden können.

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