Geschlechterkampf

„Männer, Frauen – und die Welt, die wir Kindern bauen“

Fotomontage
geschrieben von: Lucas Schoppe

Männer, Frauen – und die Welt, die wir Kindern bauen: Das war, etwas schlicht gereimt, das Motto meines ersten Blogs. Dieses Blog bleibt bestehen, wenn auch inaktiv – ich mache hier weiter, weil es auf dem alten Blog öfter einmal Probleme mit dem Kommentieren gegeben hat.

Natürlich ist, wie nach jedem Umzug, noch nicht alles endgültig eingerichtet. WordPress hatte ein paar Schwierigkeiten, die blogspot-Formatierungen zu übernehmen, und nur bei ein paar Texten habe ich das per Hand nachgearbeitet. Das alte Blog bliebt als eine Art Archiv, nur die meistverlinkten Texte werde ich umleiten. Die Kommentarfunktion ist dort allerdings nun ausgeschaltet, weil ich natürlich parallele Diskussionen zum selben Thema vermeiden möchte.

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Der folgende Text ist damit, nach zweieinhalb Jahren und immerhin etwa 700.000 Zugriffen vorher, ein neuer Anfang. Ich schreibe ihn als Selbst-Vorstellung und werde ihn so auch auf eine Extra-Seite dieses neuen Blogs packen (Über mich). Die ersten Absätze sind daher sicher nichts Neues, sondern skizzieren noch einmal meine persönlichen Hintergründe, die darauf folgenden Absätze sind dann zugleich auch ein Fazit meiner ersten Zeit als Blogger.

Frauen, Männer, und Kinder – Woher das Interesse an dem Thema?

Dass Männer, Frauen und Kinder so im Mittelpunkt standen und stehen, hatte zum Teil mit allgemeinen Interessen von mir und mit meinem Beruf zu tun: Ich bin Lehrer, und ich habe mich ohnehin seit Jahren mit pädagogischen Themen beschäftigt, eine lange Zeit auch an der Universität. Wie Kinder bei uns aufwachsen, ist also ohnehin eine Frage, die mich interessiert.

Ungeheuer dringlich, und bitter-persönlich, wurde diese Frage für mich vor einigen Jahren. Sehr bald, nachdem unser Kind geboren wurde, trennte sich meine damalige Partnerin von mir  – der Kontakt zu unserem Kind, um das ich mich mindestens ebenso intensiv wie sie gekümmert hatte, war nur noch unter großen Schwierigkeiten möglich. Seit Jahren fahre ich nun mindestens alle zwei Wochen viele hundert Kilometer, in unterschiedliche Gegenden des Landes, weil sie mit dem Kind mittlerweile wiederholt umgezogen ist.

Ich bin mehrmals vor Gericht gegangen, um zumindest diese Möglichkeit des Umgangs zu sichern, und hatte gemeinsam mit unserem Kind immerhin das Glück, dass ich dabei die Unterstützung von Mitarbeiterinnen des Jugendamts und durch Gerichte erhielt. Sonst hätten wir uns vermutlich schon seit Jahren nicht mehr gesehen – die Mutter hat den Kontakt oft schwer gemacht.

Welche politischen Konsequenzen hat das?

Neben der persönlichen war das allerdings auch eine erhebliche politische Enttäuschung. Ich hatte gewusst, dass die Situation von Vätern in Deutschland schwierig ist – dass es aber  möglich ist, Menschen willkürlich von ihren Kindern und die Kinder von ihren Eltern zu trennen, nur weil diese Eltern die falsche Geschlechtszugehörigkeit haben: Das hätte ich nicht geglaubt, wenn ich es nicht erlebt hätte.

Noch größer war die Enttäuschung, weil ich mein ganzes Leben lang politisch links war. Gerade aber die Parteien, die sich diffus als „links“ verstehen, die SPD und die Grünen, unterstützen besonders verbissen eine Politik der Ausgrenzung von Vätern.

Mehr noch: Ich habe mich im Väteraufbruch für Kinder engagiert, weil es in meinen Augen sehr wichtig ist, die Väterausgrenzung als das politische Problem zu verstehen, das sie ist – anstatt das Problem auf Kosten des Kindes in der Elternbeziehung auszutragen. Gerade Menschen aber, die sich in dieser Weise politisch engagieren, werden von steuermittelfinanzierten Publikationen der sozialdemokratischen Friedrich Ebert Stiftung und der grünen Heinrich Böll Stiftung als rechtsradikal hingestellt – und ohne jeden stichhaltigen Beleg als Sympathisanten des kranken Massenmörders Anders Breivik präsentiert.

Es ist für mich nicht einfach, über solche politischen Verleumdungen ohne Bitterkeit zu schreiben, zumal sie von denen initiiert werden, deren Politik ich Jahrzehnte unterstützt hatte. Für Sozialdemokraten und Grüne erfüllen die gezielt unfairen und niemals sachlich begründeten Attacken eine Einschüchterungsfunktion, die parteiintern womöglich noch wichtiger ist als nach außen. Sie signalisieren unmissverständlich: Wer sich verständnisvoll und gesprächsbereit gegenüber den Interessen von Vätern oder auch anderen Männern zeigt, muss mit scharfer Ausgrenzung rechnen – ohne die Chance zu einem sachlichen Dialog zu haben.

Warum Bloggen?

Ich hatte, nach der weitgehenden Trennung von unserem Kind, mehrere Jahre kaum über diese Trennung gesprochen: aus Scham über die eigene Hilflosigkeit, aber auch deshalb, weil die politischen Bedingungen, die ich erlebe, so verrückt sind, dass es mir schwer fiel, dafür Worte zu finden. Ich bin zwei Jahre mit dem Gedanken herumgegangen, der Justizministerin einen Brief zu schreiben, in dem hätte klar werden sollen, wie dringlich es ist, diese Bedingungen zu ändern – und ich habe im Kopf wieder und wieder daran formuliert.

Dass ich den Brief nie geschrieben habe, hat aus meiner heutigen Perspektive einen ganz einfachen Grund: Er wäre ohnehin völlig sinnlos gewesen. Dass die Zustände im deutschen Familienrecht verfassungs- und menschenrechtswidrig waren, hätten auch schon vor den einschlägigen  Gerichtsurteilen des Europäischen Gerichtshofs und des Verfassungsgerichts alle wissen müssen, die sich auch nur zwei, drei Minuten damit beschäftigten. Dass sich nichts änderte, lag natürlich nicht an fehlender Einsicht, sondern an fehlendem politischen Interesse.

Das Blog ist, so wie viele Diskussionsbeiträge in Kommentarspalten anderer Blogs, also auch ein Versuch, überhaupt erst einmal zur Sprache bringen zu können, was mich beschäftigt hat – und darüber mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Was ist nun mit den Männerrechten? Und mit den Menschenrechten?

Obwohl ich es irrwitzig finde, dass Menschen willkürlich der Kontakt zu ihren Kindern genommen werden kann, nur weil diese Menschen männlichen Geschlechts sind – obwohl auch offensichtlich ist, dass diese Politik nicht möglich wäre ohne feindselige Vorstellungen über Männlichkeit und Väterlichkeit – obwohl es an noch vielen anderen Beispielen deutlich ist, dass es auch spezifische Benachteiligungen von Männern und Jungen gibt: Ich bin kein Männerrechtler.

Rechte gelten allgemein, oder sie sind keine Rechte. „Männerrechte“ oder „Frauenrechte“ bezeichnen also, genau genommen, keine Rechte, sondern Vorrechte. Allein Kinderrechte finde ich als Sonderrechte legitim, weil Kinder in einer solchen Weise schutzbedürftig sind, dass sie besondere Rechte brauchen. Ansonsten geht es um Menschenrechte.

Wenn Menschen, wie im deutschen Familienrecht, ihre Menschenrechte aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum männlichen Geschlecht bestritten werden – dann ist es notwendig, sich spezifisch für die Angehörigen dieses Geschlechts zu engagieren. Es geht dabei dann aber immer noch um Menschenrechte, nicht um Männerrechte.

Das soll sich übrigens auch in dem Bild ausdrücken, das diesen Beitrag illustriert und das der Hintergrund des ganzen Blogs ist. Wichtig sind nicht allein Männer und Jungen, wichtig ist eine Beteiligung aller. Auch wenn solche offenen Diskussionen meist ein Wunschtraum sind.

Da ich aber weiß, dass Positionen wie die von mir vertretenen gleichwohl als männerrechtlich verstanden werden, gehe ich trotzdem weiter auf diesen Begriff ein.

Wie sieht es mit dem Feminismus aus?

Tatsächlich haben Feministinnen bei den erwähnten Rechtsverletzungen eine sehr unrühmliche Rolle gespielt. Die über Jahrzehnte betonierte Ausgrenzung von Vätern aus (Trennungs-)Familien war nur möglich durch eine faktische Koalition scheinbarer familienpolitischer Gegner: Konservativer Familienpolitiker, für die Kinder um jeden Preis zu ihren Müttern und zu niemandem sonst gehören – und feministisch inspirierter Politikerinnen, die eine Ausgrenzung von Vätern als „Befreiung“ der Frau feiern und, als „Alleinerziehung“, zu einer modernen Familienpolitik erklären.

Väter- und männerfeindliche Klischees – insbesondere das des Herrschers und des Gewalttäters – haben in feministischer Politik und Literatur einen festen Platz. Wer sich also gegen geschlechtsbedingte Menschenrechtsverletzungen wendet, kommt um Kritik an feministischen Positionen nicht herum.

Das bedeutet für mich keine grundsätzliche Verdammung des Feminismus. Positiv und human ist das Potenzial des Feminismus zum Beispiel dort, wo seine Vertreterinnen – und Vertreter –  zeigen, wie Menschenrechte aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit von Menschen verletzt werden. Inhuman wird er dort, wo seine Vertreterinnen und Vertreter behaupten, allein Frauen könnten Opfer solcher Verletzungen werden.

Das Konzept des „integralen Antisexismus“, das von den linken Männerrechtlern Leszek und Arne Hoffmann vertreten wird, reagiert darauf: Es richtet sich gegen alle geschlechtsbedingten Rechtsverletzungen. Auch vor diesem Hintergrund ist die tiefe rot-grüne Feindseligkeit gegen Männerrechtler unverständlich: Das Konzept des integralen Antisexismus führt die humane Anteile des Feminismus deutlich überzeugender weiter, als es Feministinnen tun, die verkünden, dass Männer von Sexismus nicht betroffen sein könnten.

Und wie sieht es mit dem Antifeminismus aus?

Den Begriff „Antifeminismus“ gibt es, mindestens, doppelt: als Fremdzuschreibung und als Selbstzuschreibung.

Als Fremdzuschreibung hat der Begriff fast immer die Funktion, die damit Bezeichneten aus demokratischen Debatten auszuschließen. Er soll dann wohl an den Begriff „Antisemitismus“ erinnern, als Bezeichnung für eine tiefe, irrationale, gefährliche gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Es bleibt dann offen, ob er eine Feindschaft gegen Feministinnen oder schlicht gegen alle Frauen bezeichnet – was aber wohl aus der Perspektive vieler Feministinnen ohnehin keinen Unterschied ausmacht.

Im Allgemeinen wird allerdings schon bloße Kritik an feministischen Positionen mit diesem Begriff belegt. Das suggeriert: Wer uns kritisiert, kann keine rationalen Gründe haben, sondern ist ganz gewiss allein durch eine tiefe Feindseligkeit GEGEN UNS getrieben. Natürlich ist das nicht haltbar: So sehr auch einzelne Frauen den Eindruck haben, dass feministische Positionen für sie persönlich ungeheuer wichtig waren – es sind politische Positionen, und politische Positionen können und sollen in Demokratien selbstverständlich kritisiert werden.

Die Selbstzuschreibung als Antifeminist hingegen soll wohl an den Begriff „Antifaschismus“ erinnern und ist, soweit ich sehe, seltener als die Fremdzuschreibung. Der Begriff vollzieht dann Freund-Feind-Muster bloß von der anderen Seite aus nach. Er ist für mich sinnlos.

Dort, wo feministische Positionen nicht rundweg inhuman sind, ist es unsinnig, sich in einer radikalen Gegenposition festzubeißen. Dort, wo sie inhuman sind, sind sie es nicht wert, die eigene Position grundsätzlich als Gegnerschaft zum Feminismus zu definieren und sich damit ganz von ihm abhängig zu machen. Einfach nur gegen den Feminismus zu sein – das ist an sich noch keine lohnende politische Haltung.

Warum spielen Männerrechtler eine so geringe Rolle?

Für Männer war es immer selbstverständlich, sich nicht vorwiegend über die Geschlechtszugehörigkeit zu definieren, sondern über berufliche Funktionen, Kenntnisse, Fähigkeiten, soziale Positionen oder ähnliches: Das ist ja eben das, was Männern ihren Lebensunterhalt sichert. Gleiches galt immer auch für proletarische Frauen. Allein die Minderheit bürgerlicher Frauen sicherte ihren Unterhalt über Positionen, die sehr eng mit ihrer Geschlechtszugehörigkeit zusammenhingen: als Ehefrau und als Mutter. Das ist wohl der wesentliche Grund dafür, warum heutige Geschlechterdebatten fast ausschließlich Frauen und bürgerliche Geschlechterverhältnisse zum Thema haben.

Für eine „Männerbewegung“ bedeutet das allerdings, dass ausgerechnet die Menschen, die von ihr profitieren könnten, sie nicht ernst nehmen.

Aus der Perspektive von Männern wird die ausdauernde Beschäftigung mit der eigenen Geschlechtszugehörigkeit wohl unwillkürlich als unmännlich wahrgenommen. Die Beschimpfung als „Jammerlappen“ greift das auf, ebenso das beliebte rhetorische Muster, eine Männerbewegung bestünde vorwiegend aus Männern, die mit dem Verlust ihrer Privilegien nicht zurechtkämen und endlos darüber klagen würden, anstatt männlich und selbstbewusst aufzutreten. Mimimi.

Neben Männern könnten auch viele Männer und Frauen, die nicht außergewöhnlich privilegiert sind, erheblich von der Kritik an einer Politik profitieren, die Frauen und Männer in einem Nullsummenspiel einander gegenüberstellt.

Die meisten Menschen verfügen nicht über außergewöhnlich große Mittel und stehen daher unter der beständigen Notwendigkeit der Kooperation. Unter Bedingungen des (in seinen Konsequenzen sehr positiven) Kooperationsdrucks aber ist eben das, was für Männer schlecht ist, auch für Frauen schlecht – ist das, was für Frauen schlecht ist, auch für Männer schlecht – und ist generell das, was für eines der Elternteile schlecht ist, auch für die Kinder schlecht. Wer das ignoriert und stattdessen einen Geschlechterkampf zelebriert, blendet den größten Teil der Bevölkerung mit großer Selbstverständlichkeit aus – Männer und Frauen.

Aus der Perspektive von nicht-bürgerlichen, nicht-akademischen Menschen aber wird  die intensive Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen schlicht als Luxusbeschäftigung erscheinen: Haben die keine anderen Probleme?

Das hat für mich zwei Konsequenzen. Einerseits ist es wichtig zu zeigen, wo Geschlechterfragen tatsächlich relevant sind – und nicht einfach nur vorauszusetzen, dass sie es sind. Andererseits ist es wichtig, nicht nur Geschlechterdebatten zu führen, sondern sie einzubinden in andere Themen. Wo ist beispielweise das Thema Geschlecht nicht sonderlich wichtig? Wo werden Geschlechterdebatten benutzt, um von ganz anderen sozialen Problemen abzulenken?

Für mich selbst sind viele andere Themen interessanter als Geschlechterthemen, und dass ich mich mit denen trotzdem intensiv auseinandersetze, ist gleichsam aus der Not geboren. Es ist auch eine wichtige Auseinandersetzung – ich möchte sie hier im Blog gleichwohl stärker als zuvor mit Texten zu anderen Themen kombinieren und die Diskussion öffnen.

Sind Männerrechtler rechts?

Die Vorstellung, dass ein Einsatz für die Menschenrechte von Männern und Jungen irgendwie „rechts“ sei, trägt sehr viel zur Tabuisierung der Themen bei, die mir wichtig sind. Natürlich wird diese Vorstellung, wie schon eingangs beschreiben, auch gezielt produziert. Das Klischees, dass Männerrechtler rechts – was dann immer auch heißt: rechtsradikal – seien, hat aber wohl noch einen anderen, tieferen Grund.

„Mann“ und „Frau“ sind, bei Licht besehen, keine sonderlich sinnvollen sozialen Kategorien: Die Unterschiede von Männern und von Frauen sind, jeweils in den Gruppen untereinander, so groß, dass kaum sinnvoll von halbwegs homogenen Gruppen mit dominierenden gemeinsamen Interessen geredet werden kann. Das bedeutet auch: Sowohl bei Feministinnen als auch bei Männerrechtlern spannen sich die politischen Positionen von rechtsaußen bis nach linksaußen.

Die einzige Ausnahme: Eindeutig faschistische Positionen sind mir nur von feministischer Seite bekannt. Natürlich gibt es Nazis, die gegen den Feminismus hetzen – mir ist aber kein Männerrechtler oder Maskulist bekannt, der eine faschistische Männerrechtsposition formulieren würde.

Das ist im Feminismus anders. Das bekannteste Beispiel für einen faschistischen Feminismus ist wohl Valerie Solanas’ „Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer“, in dem sie einen industriell betriebenen Massenmord an allen Männern fordert. Positionen eines faschistischen Feminismus haben, unter anderen, auch die Theologin Mary Daly oder die Schriftstellerinnen Sally Miller Gearhart oder Pamela O’Shaughnessy bezogen: Sie traten für eine eugenische Politik ein, die den Anteil der als schädlich und destruktiv beschriebenen Männer an der Gesamtbevölkerung auf das für die Fortpflanzung unbedingt notwendige Maß beschränken sollte.

Eine Ergänzung dazu ist der antisemitische Feminismus, der sich beispielweise in der sogenannten Matriarchatsforschung wiederholt findet. Christa Mulack oder Gerda Weiler machen Juden dafür verantwortlich, dass eine weitgehend friedliche matriarchale Ordnung durch eine patriarchale Ordnung mit patriarchaler Gottheit abgelöst worden sei.

Solche Positionen sind für den Feminismus nicht insgesamt repräsentativ. Problematisch ist aber, dass sich der Mainstream-Feminismus niemals, oder nur in schnell verdrängten Ausnahmefällen, mit diesen Positionen kritisch beschäftigt und von ihnen klar distanziert hat. Solanas’ Buch ist allein in deutscher Sprache mehrfach wieder aufgelegt worden, unter anderem vom renommierten März-Verlag. Mary Daly wird bis heute als wichtige feministische Theologin verehrt. In Freiburg gibt es gar eine Gerda-Weiler-Straße.

Warum aber sind es dann nicht Feministinnen, sondern Männerrechtler, die als rechts präsentiert werden?

Dass es spezifische Verletzungen der Menschenrechte von Männern und Jungen gibt – das ist, aus welchen Gründen auch immer, ein stark tabuisiertes Thema in den Gruppen, die sich diffus als „links“ verstehen.

Daher war lange Zeit Kritik an spezifischen Verletzungen der Rechte von Männern vor allem von konservativer Seite wahrnehmbar. In der SPD versuchten zwar einige Männer für eine Weile, als „rote Männer“, aus sozialdemokratischer Perspektive Einseitigkeiten der Geschlechterpolitik zu kritisieren – die Gruppe war parteiintern aber so marginalisiert und isoliert, dass sie schließlich aufgab.

So speist sich die Vorstellung gleichsam aus sich selbst,  dass Männerrechtler rechts oder gar rechtsradikal seien. Linke werden ausgeblendet, marginalisiert oder tabuisiert, Rechte in den Vordergrund geschoben – und die Einseitigkeit und Unseriosität dieses Vorgehens legitimiert sich dann wiederum mit der Fantasie, dass Männerrechtler eben rechts seien und dass diese rechte Orientierung herausgearbeitet werden müsse.

Das bedeutet: In der Vorstellung, das Eintreten gegen spezifische Rechtsverletzungen der Männer oder Jungen sei rechts,  drückt sich eigentlich ein Versagen der „Linken“ aus: Sie hat sich von der Überzeugung entfernt, dass Menschenrechte universell gültig seien, und daher gibt es in diesen Institutionen keine „linken“ Männerrechtler.

Das Resultat: Wer die Menschenrechte von Männern oder Jungen für ebenso wichtig hält wie die Menschenrechte von Frauen oder Mädchen, wird als Männerrechtler, Maskulist oder Antifeminist wahrgenommen – „Maskulisten“ und „Antifeministen“ werden als rechts hingestellt – wer rechts ist, ist natürlich auch irgendwie rechtsradikal – und er ist, ohne dass das belegt werden müsste, natürlich ein Sympathisant des kranken Massenmörders Breivik.

Kurz: Wer Menschenrechte unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit definiert, wird als rechtsradikaler Sympathisant eines Massenmordes an Kindern und Jugendlichen hingestellt. Das ist ebenso durchsichtig wie widersinnig, funktioniert aber seit Jahren.

Wofür der ganze Aufwand?

Feministinnen vom Beginn des 20. Jahrhunderts werden noch heute gern dafür gerühmt, dass sie das Wahlrecht  für Frauen erkämpft hätten – was dann in der Regel nicht nur die Unterstützung vieler Männer bei diesem Kampf unterschlägt, sondern auch die Tatsache, dass viele Männer ebenfalls kein gleiches Wahlrecht hatten.

Heute würde es, natürlich zurecht, als unglaublicher Skandal wahrgenommen, wenn Menschen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit kein Wahlrecht hätten. Dass Menschen aber aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit kein Sorgerecht für ihre Kinder haben und faktisch auf vielfache Weise an der realen Sorge für die Kinder gehindert werden, ist ebenso barbarisch und reaktionär. Das ändert sich auch nicht, wenn „Linke“ das als eine „moderne Familienpolitik“ verkaufen.

Ich selbst würde wesentlich lieber auf mein Wahlrecht verzichten als auf das Recht und die Möglichkeit, für unser Kind zu sorgen. Ich weiß ohnehin nicht, wen ich überhaupt mit halbwegs gutem Gewissen wählen kann. Trotz allem aber: Mich stört auch die Bitterkeit, mit der viele Männer – und immer mal wieder auch ich – über diese Zustände schreiben, so verständlich diese Bitterkeit auch ist.

Es stört mich nicht nur, weil Bitterkeit unsexy ist. Wer sich auf Dauer für etwas engagieren möchte, wer sich Gedanken darüber macht, wie wir unsere Welt für uns und für unsere Kinder einrichten: Der braucht etwas, wofür er das tut – nicht nur etwas, wogegen er sich richtet. Und: Es muss auch Freude machen, sonst ist es auf Dauer nicht durchzuhalten.

Einen positiven Antrieb kann ich kurz an einer kleinen Begebenheit illustrieren. Nachdem sich meine damalige Partnerin von mir getrennt hatte, waren noch einige Dinge von mir bei ihr geblieben – insbesondere Kleidungsstücke, die ich oft getragen hatte in den ersten Wochen und Monaten, nachdem unser Sohn auf der Welt war. Die hat sie eineinhalb Jahre später in einer Kiste bei einem gemeinsamen Bekannten abgestellt, wo ich sie dann abholte.

Als ich die Kiste öffnete und die Kleidungsstücke aus der Zeit kurz nach der Geburt sah, verschlug es mir fast den Atem. Es war, als ob eine große Wolke von Glück aus der Kiste aufstieg.

Das ist es eben, was für mich den Kern der Empörung über die erhebliche Gewaltsamkeit der deutschen Verhältnisse ausmacht: Das Wissen um die Möglichkeit und die Realität des Glücks. Für mich bestand und besteht das Glück unter anderem in der Existenz unseres Kindes, für andere wird es andere Möglichkeiten des Glücks geben.

Wie inhuman aber ist eine Politik, die Menschen die Möglichkeit des Glücks bestreitet, die sie sogar so umfassend wie möglich dafür diffamiert, dass sie auf dieser Möglichkeit bestehen?

In den USA hat das Streben nach Glück, neben Leben und Freiheit, Verfassungsrang. In Deutschland ist es eigentlich nicht andres: Wer Menschen die Möglichkeit des Glücks bestreitet, tastet ihre Würde als Menschen an.

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22 Comments

  • Erst einmal Glückwunsch zum Umzug! Der erste Artikel liest sich gleich sehr gut.

    Da ich drüben nicht mehr kommentieren kann: Als ich den letzten Artikel las, dachte ich gleich bei der Überschrift: Hey, Beatles!

    „Es geht ja das Gerücht, dass ein Blogeintrag unbedingt noch ein Stück Popkultur brauche.“

    Da fühle mich aber gebauchpinselt…

    „Interessant ist dabei, am Rande, dass Schüler heute die Beatles meist nicht mehr kennen – was ja nicht den Untergang des Abendlandes bedeutet, aber auffällig ist angesichts der Tatsache, dass zum Beispiel AC/DC immer noch allgemein vertraut sind.“

    Waaas, Kinder kennen die Beatles nicht mehr? Skandal!

    (Wann schreit der erste „Kulturmarxismus“? 😉 )

  • Wirklich ein großartiger Einstiegsartikel. Gerade was die Abkehr von irgendwelchem festgefahrenen Begriffszeug („Männerrechtler“/“Antifeminist“) angeht, welches ja sonst die Diskussion eher hemmt, als fördert. Dazu natürlich auch der sehr persönliche, emotionale Bezug – in der öffentlichen Wahrnehmung werden Leute, die sich für diese Themen interessieren ja immer nur als wütend dargestellt, aber hier sieht man eben, welcher Schmerz dahinter steht. Was es für reale Auswirkungen auf Menschen hat, wenn man ihnen ihre „Privilegien“ nimmt, wie es ja oft euphemisiert wird.

    Man wünschte sich, mehr Leute würden ihn lesen. Denn ich glaube nicht – will nicht glauben – dass die menschenverachtende „Male Tears“-Fraktion, die ihn lachend abtun würde, allzu groß ist.

  • Okay, testen wir doch gleich ( noch ) mal, ob ich hier kommentierten kann 🙂

    Erstmal herzlichen Glückwunsch zum scheinbar gut gelungenen Umzug, Lucas
    Schoppe!

    Und gleich noch mal herzlichen Glückwunsch dazu, daß Du ein
    familienrechtlicher Glückspilz bist. Jugendämter, offenbar sogar mehrere
    ( resp. deren für die Elternarbeit nach §§17 u. 18 SGB VIII zuständige
    Mitarbeiter, der AsD, KsD, RsD – oder wie immer sich diese „sozialen
    Dienste“ nennen ) und Familienrichter „auf seiner Seite“ zu haben, noch
    dazu als Mann, ist keineswegs ein Regelfall.
    Möglw. hat Dir der Job da einen gewissen Bonus verschafft, oder die
    daraus resultierenden rhetorischen Fähigkeiten.
    Wie dem auch sei, es sei Dir und Deinem Nachwuchs von ganzem Herzen gegönnt!

    Zum Thema dieser Unterseite:
    Ich finde Deine Selbstbeschreibung brillant!
    Und würde die darin sichtbar werdende Gesamtmeinung zum Problembereich
    Kinderrechte – Familienpolitik – Feminismus ( und der Vollständigkeit
    halber sollte auch die „Mutterkreuzverherrlichung“ nicht unerwähnt
    bleiben ) praktisch vollständig unterschreiben.

    Besonders das Kernstück, das ich hier zu sehen meine:

    „Was ist nun mit den Männerrechten? Und mit den Menschenrechten?

    Obwohl ich es irrwitzig finde, dass Menschen willkürlich der Kontakt zu
    ihren Kindern genommen werden kann, nur weil diese Menschen männlichen
    Geschlechts sind – obwohl auch offensichtlich ist, dass diese Politik
    nicht möglich wäre ohne feindselige Vorstellungen über Männlichkeit und
    Väterlichkeit – obwohl es an noch vielen anderen Beispielen deutlich
    ist, dass es auch spezifische Benachteiligungen von Männern und Jungen
    gibt: Ich bin kein Männerrechtler.

    Rechte gelten allgemein, oder sie sind keine Rechte. „Männerrechte“ oder
    „Frauenrechte“ bezeichnen also, genau genommen, keine Rechte, sondern
    Vorrechte. Allein Kinderrechte finde ich als Sonderrechte legitim, weil
    Kinder in einer solchen Weise schutzbedürftig sind, dass sie besondere
    Rechte brauchen. Ansonsten geht es um Menschenrechte.

    Wenn Menschen, wie im deutschen Familienrecht, ihre Menschenrechte
    aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum männlichen Geschlecht bestritten werden
    – dann ist es notwendig, sich spezifisch für die Angehörigen dieses
    Geschlechts zu engagieren. Es geht dabei dann aber immer noch um
    Menschenrechte, nicht um Männerrechte.“

    Ein paar Abweichungen gibt es natürlich auch, da ich kein Glückpilz bin
    ( Ex-Hilfsarbeiter und nach moderner Begriffswahl „Angehöriger
    bildungsferner Schichten“ ) und v.dh. seit spätestens 23.06.2008
    Ex-Vater ( ich habe kein Kind mehr und das lässt sich auch mit an
    Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr ändern ).
    Auch halte ich den Feminismus grundsätzlich für mindestens genau so
    verwerflich wie die Feministen den angebl. „patriarchalen,
    frauenunterdrückenden Macho-Maskulismus“ ( oder wie immer das geschimpft
    wird ). Es geht um einen …ismus, eine indoktrinierende Ideologie, eine
    Lehre, die gruppenbezogene Privilegien fordert und ebenso gruppenbezogen
    diskriminiert, noch dazu verlogen und substanzlos.
    Zu einem „gemäßigten Feminismus“, der bspw. männliche “
    Gleichstellungsbeauftragte“ fordern, oder wenigstens die Umkehr des
    Rechtsgrundsatzes „in dubio pro reo“ gegen Männer ernsthaft kritisieren
    würde, ist mir kein einziges Beispiel bekannt.

    En Detail, also z.B. im weiteren Verlauf des obigen Textes (
    faschistoide Positionen vs. substanzfreier Unterstellung solcher u.s.w.
    ) treffen wir uns dann wieder.
    Und auch die Bedauerlichkeit der z.T. wahrnehmungsverzerrenden
    Verbitterung betroffener Menschen macht mir immer wieder sehr zu
    schaffen. Insofern verschafft es mir immer wieder etwas „Ausgleich und
    Überblick“, mich auch mit den Problemen betroffener Mütter und ganzer
    Elternpaare ( und weiterer Familienangehöriger ) zu befassen. Das
    erweitert den ansonsten leicht eintretenden Tunnelblick doch deutlich.

    Bevor ich jetzt allzusehr abschweife komme ich mal zum Fazit dieses
    Kommentars:
    Danke für Deinen recht umfassenden, ( meist ) recht unaufgeregten
    Einsatz bisher und in Zukunft – möglichst noch lange, wie ich hoffe !
    Mach weiter so, denn ( mir fällt dazu nix besseres ein, als die übliche
    Phrase, die ich selbst gerade von einigen Mitstreitern, anlässlich der
    Genesung nach einen Krankenhausaufenthalt, zu lesen bekam ):
    DU WIRST GEBRAUCHT!

    Gruß………..Fiete

  • Da hat der Schoppe jetzt also ’ne eigene Domäne. Ich dachte, du ziehst wirklich zu WordPress um, statt nur deren Software zu benutzen. Das war suboptimal ausgedrückt.

    Dort, wo feministische Positionen nicht rundweg inhuman sind, ist es unsinnig, sich in einer radikalen Gegenposition festzubeißen. Dort, wo sie inhuman sind, sind sie es nicht wert, die eigene Position grundsätzlich als Gegnerschaft zum Feminismus zu definieren und sich damit ganz von ihm abhängig zu machen. Einfach nur gegen den Feminismus zu sein – das ist an sich noch keine lohnende politische Haltung.

    Das empfinde ich als naiven Reduktionismus à la Leszek, den ich dir nicht zugetraut hätte. Ich verstehe mich auch als Antifeminist. Was denn sonst? Ich kann doch nicht jeden Furz berücksichtigen, der evtl. irgendwie nicht menschenfeindlich ist.

    Antifeminismus bedeutet die Ablehnung des realexistierenden Feminismus, egal ob Feministinnen auch mal etwas Sinnvolles gesagt haben.

    Ich halte es für links-gemäßigte Identitätspolitik und Selbstimmunisierung, wenn man sich so auf den Begriff des Antifeminismus einschießt und auf recht stupide, formalistische Art und Weise dagegen austeilt. Das wirkt recht steril und künstlich bzw. abgehoben. Es gibt eben auch einen pragmatischen Zugang zum Begriff des Antifeminismus. Man muß da nicht allzu viel reininterpretieren.

    PS: Was hast du denn für ein Host-Paket? Sind da noch mehr Inklusiv-Domänen drinne? Oder nur eine? Nur ein Tip: Inklusiv-Domänen kann man nicht mehr ändern, also überleg dir gut, welchen Namen du auswählst. Das ist so ein schleimiger Trick von diesen Providerinnen.

  • Alles Gute, lieber Schoppe, für den neuen Start und weiterhin viel Erfolg nun auf dieser neuen Plattform.

    Unlängst begegnete mir in einem anderen Zusammenhang, aber aus der feministischen Ecke kommend, das Wort Opferkonkurrenz. Mal sehen, wann dieser Vorwurf von weiblicher Seite Ihnen und anderen vernünftigen Menschen gemacht werden wird. – Ich muss gestehen, ich wünsche ihn mir beinahe herbei, denn es wäre ein Heidenspaß, darauf zu kontern.

    Doch leider ist das Elend der gesellschaftlichen Spaltung in Patriarchen und deren Opfer längst zu arg, als dass man es unter diesem sportlichen Gesichtspunkt sehen dürfte; zudem mir eine seriöse Diskussion mit Menschen, die feministisch genderistische Positionen vertreten, ohnehin unmöglich erscheint. – Gleichwohl sollten wir uns den Spaß an der besseren Argumentation nicht nehmen lassen. Und da muss ich sagen, haben Ihre Positionen eindeutig mehr Allotria.

  • Lieber Lucas – bin begeistert. Schon von der Anmutung, die mich natürlich sofort an ‚Revolver’ erinnert (das vermutlich beste Album der Beatles – ich hatte mal angefangen, einen Roman zu schreiben, der ‚Revolver’ heißen sollte …)

    Ich habe auch selber nach so einem umfassenden (um nicht zu sagen inkludierenden – hi, hi, hi …) Bild oder Begriff gesucht und bin immer noch auf der Suche, da eine bloße Gegnerschaft eben nicht ausreicht und gerade das vernachlässigt, was am Ende deiner Ausführungen aufscheint: die Möglichkeit des Glücks.

    „Lieber würde ich auf das Wahlrecht verzichten als auf das Recht, mein Kind zu sehen“ – das ist einer der strahlenden Kernsätze. Was soll man denn wählen? Reden wir über die großen Themen, die wichtigen Dinge des Lebens (und nicht nur um die Begriffsverwirrung um „Rechte“): Glück, Liebe, Kinder, Zukunft.

    Übrigens mochte ich auch das Zitat von John Dewey immer gerne (habe selber eine pädagogische Vergangenheit). Jedenfalls habe ich selber lange an meinem Projekt ‚Frau ohne Welt’ herumüberlegt. Denn das „ohne“ lässt einen tatsächlich etwas unbefriedigt zurück. Es bleibt auch hier die Frage, wie denn eine bessere Welt aussehen sollte. Ich hatte dann solche Ideen wie „der, die, das“, „Messer, Gabel, Löffel“ (finde ich gar nicht sooo schlecht). Und um zu sagen, was ich denn will, habe ich „Geschlechterfrieden“, was, wenn es an Greenpeace erinnern darf, „Sexpeace“ heißen würde. Das ist nicht weit von der Hippie-Parole „make love not war“ entfernt, wenn man anerkennt, dass wir es tatsächlich mit einem Krieg im Privaten zu tun haben.

    Aber: das entsprechende Kapitel auf meiner Seite ist eher fragmentarisch geblieben, und so richtig zur Brust nehmen werde ich mir das Thema im dritten Teil der geplanten Trilogie. Ohne die Hilfe von Wolle wäre ich sowieso aufgeschmissen, ich bin in dem Alter, in dem mich Möglichkeiten des Internets überfordern.

    Im Alter sehe ich die Dinge allerdings auch etwas gelassener. Womöglich hat jede Zeit seinen Krieg. Jede Zeit seine Lebenslüge. Im Nachhinein lässt sich das leicht feststellen. Die Lebenslüge unserer Zeit lässt sich gut mit dem Wort „Feminismus“ zusammenfassen: Es ist ein in sich geschlossenes Lügengebäude mit falschen Zahlen (sie sind fast immer falsch … sie können auch nicht mit großen Zahlen umgehen: 1000 Geschlechter, 2000 Studien, 3000 Jahre Frauenunterdrückung – oder 5 oder 10? Egal) und mit falschen Begriffen und defekter Grammatik. Es sind keine Verlegenheitslügen, es ist Vorsatz, es ist Lust an der Zerstörung, sie erliegen der Faszination, die von dem Falschen ausgeht. Ich kann das nicht mehr entschuldigen (von wegen Gender Pay Gap, Gleichstellung, sexualisierte Gewalt, rape cuture …) Was Nietzsche und Schopenhauer zum Thema „Frauen und Wahrheit“ gesagt haben, trifft zu. Sie leben in einer Parallelwelt.

    Was man schon am Frauenfußball sieht. Die Deutschen waren also Weltmeister. In was für einer Welt? In einer Welt, in der Männer nicht gelten. In einer Welt ohne Männer. Auch die Weltfrauen, die zu Weltfrauenkonferenzen zusammenkamen, leben in einer Welt, in der Männer nicht vorkommen, sie werden „weg gedacht“ (meistens wird die Formulierung so gebraucht, dass man sagt, etwas ließe sich nicht mehr „wegdenken“. Männer lassen sich offenbar wegdenken.)

    So gesehen sind die Vernichtungsfantasien, die hier als „faschistisch“ bezeichnet werden (Solanas, u.a.) und für die es in der Tag auf Männerseite keine Entsprechung gibt, nicht etwa ein Irrlicht einer ansonsten guten und richtigen Sache, sondern die Beschreibung des harten Kerns. Es ist ein Verdienst, dass du das zusammengestellt und mit dem Finger drauf gezeigt hast – und was nun?

    Nun nähern wir uns den beiden Bruchstellen, an denen (wie ich vermute) wir beide zu knabbern haben. Warum handeln Frauen so? Warum sind die politischen Kräfte, an die wir einst geglaubt haben, so? Da mache ich mir jetzt erst einen Kaffee und unterbreche, weil ich versprochen habe, meine Texte nicht zu lang werden zu lassen. Ich unterbreche also kurz, nicht ohne noch einmal zu betonen, dass ich gerade die Mischung zwischen dem Persönlichen und dem Politischen (unter Einbeziehung der Kultur) den besonderen Charme der man-tau-Seite ausmacht und da ein Ton getroffen wurde, den ich immer mochte, auch wenn ich nicht allem zustimmen konnte (was ja auch nicht nötig ist).

  • Lieber Lucas

    Nun komme ich auf die beiden Enttäuschungen zu sprechen, die du angesprochen hast: die politische und die persönliche. Damit bist du wahrlich nicht allein. Wie kann man damit umgehen?

    Fangen wir mit der politischen an. Die betrifft nicht nur die Parteien, die wir einst bevorzugt haben und von denen wir uns einst vertreten fühlten; es betrifft das gesamte Rechtssystem; es betrifft die real existierenden Zustände vor Gericht (von denen auch Norbert Blühm entsetzt war, als er über Bekannte damit vertraut wurde) – man glaubt es nicht, wenn man es nicht selbst erlebt: Das System ist defekt.

    Das kann man erklären: Man kann sich klar machen, an welchen Stellen das Rechtssystem ausgehebelt wurde (das tut beispielsweise Friedenberger). Dann weiß man, wie es zu den Weichenstellungen gekommen ist. Doch das ist nicht alles. Darüber hinaus gibt es eine Menge von Durchführungsbestimmungen und Rechtsbrüchen in der alltäglichen Praxis, die wie ein Kometenschweif den Fehlern im System nachfolgten und nach und nach ein männer- und speziell väterfeindliches Klima geschaffen haben.

    Das erste Problem, das sich daraus ergibt, sieht so aus: Man kann so etwas schlecht vermitteln, weil es sich die meisten gar nicht leisten können, das Rechtssystem anzuzweifeln. Dann würde ihre Welt zusammenbrechen. Sie können bestenfalls zugestehen, dass man vor Gericht Pech haben kann, aber einer Systemkritik können sie sich nicht anschließen, weil sie es nicht mit ihrem Weltbild vereinbaren können. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. An irgendeiner Stelle bei Peter Handke sagt jemand: „Ich kann es mir nicht leisten, das, was ich tue, für sinnlos zu halten.“

    Mehr noch: Selbst wenn jemand einsieht, dass das Rechtssystem fragil und anfällig ist und außerdem zugesteht, dass es nicht völlig unabhängig von zeitgeistlichen Moden und politischen Konstellationen sein kann, bleibt immer noch die Frage, was es da für Kräfte gibt, die so emsig darauf hingewirkt haben, das Rechtssystem auszuhöhlen. Was waren das für Leute? Was trieb sie? Persönlicher Vorteil allein kann es nicht sein.

    Damit kommen wir zu dem zweiten Problem und kommen zum zweiten Mal zu der unangenehmen Erkenntnis, dass nicht sein kann, was nicht sein darf: Wir haben es mit zerstörerischen Kräften zu tun, mit negativer Energie, mit passiver Aggression, mit einer Lust am Kaputtmachen und dem Drang, das allgemeine Unglück zu verbreitern und zu vergrößern. Hinter Begriffen wie „dekonstruieren“, „überwinden“, „aufbrechen (etwa von „verkrusteten Strukturen“)“ blinzeln Zerstörungswut und Rachegelüste hervor.

    Man sagt sprichwörtlich, man müsse die Eier zerschlagen, um ein Omelett zu bekommen: you have to break the eggs … oder so ähnlich. Okay. Die Eier werden schon seit Jahren zerschlagen – und wo bleibt das Omelett? Wo ist das Positive, das uns der Feminismus in den letzten 20 – oder sagen wir ruhig in den letzten 40 – Jahren gebracht hat? Ist es etwa der Erfolg, dass Frauen seit 1918 wählen dürfen?

    Es gibt nichts Gutes. Es gibt lediglich eine Schadensbilanz. Zu den schlimmsten Negativposten gehört genau das, was oft übersehen, aber immer wieder bei ‚man-tau’ angesprochen wurde: die Ausgrenzung der Väter aus den Familien. Die Trennung von den Kindern. Der damit verbundene Glücks-Entzug. Der Entzug der Motivation für Männer, sich überhaupt noch für diese Gesellschaft, für dieses Leben noch in irgendeiner Weise anzustrengen.

    Damit sind wir beim Privatleben. Warum sind Frauen so? Warum tun sie das? Hier können wir es uns noch weniger leisten, so etwas wie Boshaftigkeit auch nur in Erwägung zu ziehen. Schon eine einfache Gefühlskälte kommt als Erklärungsversuch nicht in die engere Wahl. Schließlich lieben wir Frauen. Um ihrer selbst Willen. Und weil sie Kinder ermöglichen, die wir ebenfalls lieben. Die Kinder sind es dann auch, die eine Kritik an der Mutter verhindern. Das können wir ihnen nicht antun. Kinder, die bei der Mutter leben, müssen sich an die Mutter klammern, sie würden sonst ins Bodenlose stürzen.

    Wir schlagen jedem, der unseren Kindern nicht guttut, der ihnen schadet oder der sie betrügen will, sofort auf die Finger. Der Mutter nicht. Hier liegt der Grund für das Gefälle. Der Grund dafür, dass es keine Auseinandersetzung auf Augenhöhe gibt.

    Männer sind bereit, sich für Frauen aufzuopfern und ihnen alles an Liebesbeweisen anzubieten, was sie aufbringen können. Männer investieren ihren Überschuss an Arbeitskraft (um es geschäftsmäßig auszudrücken) in den Bedarf, den Frauen an Fürsorge und Förderung haben. Das ist der menschliche Deal. Er ist nicht einseitig. Als Gegenleistung für die Zuwendungen der Männer bringen Frauen Kinder auf die Welt. Der Bedarf und die Fürsorge rechtfertigen sich gerade dadurch, dass eine Frau in der Schwangerschaft und noch lange danach solche Zuwendungen braucht.

    Diesen menschlichen Deal haben Feministen einseitig gekündigt. Zuwendungen ja. Privilegien ja. So viel wie möglich. Aber keine Kinder mehr. Die bereitwillig geleisteten Hilfestellungen der Männer werden zweckentfremdet für den erfolgreichen Aufstieg der Karriere- und Quotenfrau in eine kinderfreie Zukunft. Männer treten immer noch in Vorleistung. Frauen verbrauchen diese Leistungen und erfüllen ihren Teil des Vertrages nicht. Wenn sie doch ihren Teil dazu beigetragen haben, dann ziehen sie ihn wieder zurück.

    Der Kindesentzug ist der harte Kern des Feminismus. Oh, pardon – das kann ich so nicht sagen: Wer mitgezählt hat, hat es vielleicht gemerkt: Das wäre nämlich schon der zweite harte Kern. Wie viele gibt es denn? Sagen wir so: Da gibt es ein Gehäuse mit mehreren Kernen.

    Der erste Kern war der Vernichtungswille, von dem ich im ersten Teil gesprochen habe. Und auf den ich im nächsten Teil zurückkommen werde. Erst mal Pause.

  • Dritter und letzter Teil

    Nun möchte ich doch ein wenig Lehrer spielen – ich hoffe, du wist es mir nachsehen. Wir sind ja unter uns.

    „Wer sich also gegen geschlechtsbedingte Menschenrechtsverletzungen wendet, kommt um Kritik an feministischen Positionen nicht herum.“

    Richtig. Wer aber versucht, solche Positionen zu kritisieren, wird schnell merken, wie gut sie verteidigt sind. Ihr großer Rettungsschirm ist sowohl das mangelnde öffentliche Interesse als auch das mangelnde private Interesse. Der Feminismus kommt einfach nicht aus den Schutzräumen und Enklaven, die er sich geschaffen hat, heraus.

    „Das bedeutet für mich keine grundsätzliche Verdammung des Feminismus.“

    Dazu fällt mir ein, dass Gerhard Amendt den gegenwärtigen Feminismus als „Verdammungs-Feminismus“ bezeichnet. Dem stimme ich zu. Wenn hier einer verdammt, dann ist es – verdammt noch mal – der Feminismus. Unter solchen Umständen ist natürlich edel zu sagen: von mir aus wird nicht zurückverdammt.

    Macht nichts. Man könnte es genauso gut tun. Das Problem ist, dass der Feminismus verallgemeinert. Immer. Es ist der Geburtsfehler des Feminismus: die Trennung nach Geschlecht (Sex). Damit geht die Verallgemeinerung zwangsläufig einher. Frauen und Männer werden dann jeweils als homogene Gruppen gesehen. Anders ist Frauenpolitik gar nicht möglich.

    Dieser Grundfehler führt dazu, dass jede noch so differenziert vorgebrachte Kritik automatisch als Frontalangriff gegen alle Frauen verstanden wird. Selbst wenn man als Absender nicht verdammt und nicht verallgemeinert, der Empfänger tut es. Er liest es so. Er denkt, dass alle so sind, wie er selber ist und dass alle nicht anders können, weil er selber nicht anders kann.

    „Positiv und human ist das Potenzial des Feminismus zum Beispiel dort, wo seine Vertreterinnen – und Vertreter – zeigen, wie Menschenrechte aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit von Menschen verletzt werden.“

    Echt? Tut er das? Wo denn? Ich habe verschärft den Eindruck, dass es der Feminismus eben gerade nicht tut. Aus gutem Grund tut er es nicht. Er müsste ja sonst mit dem Finger auf sich selbst zeigen. Denn der Feminismus – wie man an anderer Stelle bei dir lesen kann – verletzt Menschenrechte aufgrund von Geschlechtszugehörigkeit. Davon können alle ausgegrenzten Väter ein langes, trauriges Lied singen. Wo ist denn das Beispiel für positives und humanes Potenzial?

    „Inhuman wird er dort, wo seine Vertreterinnen und Vertreter behaupten, allein Frauen könnten Opfer solcher Verletzungen werden.“

    Da fallen mir sofort Beispiele ein. Mir fällt noch etwas auf. Mir fällt auf, dass an dieser heiklen Stelle nicht nur ein Beispiel für das Gute, das der Feminismus bietet, fehlt, ich beobachte hier die Verwendung der „geschlechtergerechten Sprache“, die genau das tut, was du an anderer Stelle überprüfen wolltest: Sie trennt nach Geschlecht (auf der einen Seite die weiblichen und auf der anderen Seite die männlichen Vertreter einer Gruppe, die nicht mehr als eine zusammengehörige Gruppe mit gemeinsamem Interesse gesehen wird. Vielmehr werden nun zwei voneinander getrennte Gruppen suggeriert und es wird gleichzeitig suggeriert, dass die Trennung von weiblichen und männlichen Vertretern relevant ist – sonst müsste man es nicht erwähnen. Du sagst es selber:

    „Einerseits ist es wichtig zu zeigen, wo Geschlechterfragen tatsächlich relevant sind – und nicht einfach nur vorauszusetzen, dass sie es sind.“

    Sorry: bei solchen Formulierungen bin ich hellhörig. Ich halte das keineswegs für eine Kleinigkeit. Um noch einmal auf das fehlende positive Beispiel zurückzukommen: Ich habe selber sehnsüchtig danach gesucht. Ich habe überall gefragt: Gibt es ein gutes feministisches Buch, das ich lesen kann. Ich tue es. Ich habe so manche Klassiker des Feminismus gelesen. Aber … aber … Je mehr man davon liest, umso schlechter wird der Eindruck, den das Ganze macht.

    Ich meine es ernst: Wo ist ein Ansprechpartner? Wo ist jemand aus dem feministischen Umfeld, mit dem man zusammenarbeiten könnte? Die Suche nach einem feministischen Diskussionspartner auf Augenhöhe kommt mir vor wie die Suche nach einem gemäßigten Taliban.

    So kann das auch nichts werden. Nicht wenn wir den Sprachfeminismus anwenden. Wenn wir schon zwischen „Vertreterinnen“ und „Vertretern“ trennen, wo ist dann noch Raum für eine die Gemeinsamkeit?

    „Das Konzept des „integralen Antisexismus“, das von den linken Männerrechtlern Leszek und Arne Hoffmann vertreten wird, reagiert darauf: Es richtet sich gegen alle geschlechtsbedingten Rechtsverletzungen.“

    Nun kenne ich nicht alle Texte dieser beiden Aktivisten – aber von den Texten, die ich gelesen habe, ist mir keiner in Erinnerung, der eine „geschlechtsbedingte Rechtsverletzung“, die Frauen erleiden müssen, beklagt. Was ich übrigens nicht vermisst habe. Mir fällt auch keine ein, die es zu beklagen gäbe. Und ich bin sicher: Wenn es jemals eine geben sollte (oder wenn man sich lediglich einredet, dass es eine gibt), dann heulen sofort so viele Stimmen auf, dass die Stimmen von Arne und Leszek in dem Chor untergehen.

    Ich sehe kein Patt. Kein Unentschieden. Ich finde nicht, dass man sagen kann: Gut, es gibt halt Unrecht auf beiden Seiten, hier und da, ich bin gegen jedes Unrecht. Das ist die Beschwörung einer theoretischen Gleichheit und einer Symmetrie, die so nicht existiert.

    Ich suche ja eine Möglichkeit, mich einzubringen und meiner Stimme einen Resonanzraum zu geben. Aber ich kann nicht anders: „integraler Antisexismus“ und „linke Männerrechtler“ – das sind für mich Wortungeheuer, mit denen ich mich nicht anfreunden kann.

    Wir wollen den Feminismus kritisieren. Bei der Gelegenheit muss man zunächst den Sexismus nennen – aber, ach: Der Feminismus kann nicht auf seinen Sexismus verzichten, denn er beruht darauf. Er besteht darauf, die Menschen grob und unzulässiger weise nach Geschlecht (Sex) in zwei Gruppen zu teilen, die keine Gemeinsamkeit haben und sich feindlich gegenüberstehen. Das ist nicht erst neuerdings so. So war Feminismus schon immer.

    Zwar wird von feministischer Seite der eigene Sexismus abgestritten und es wird vielmehr so getan, als wäre Sexismus ein Übel, von dem nur Männer befallen sind. Aber so ist es nicht. Im Gegenteil. Feministen sind Sexisten. Sexismus lässt nichts zu, das in irgendeiner Weise „integral“ sein will. Antisexismus tut es genauso wenig. Der ist lediglich ein Spiegel des Sexismus und spiegelt ihn in seinem totalitären Anspruch und seiner Unfähigkeit, sich auf irgendetwas Integrales einzulassen.

    Ich verstehe die Bedenken gegen den Begriff „Antifeminismus“ (das ist eine besonders gute Stelle im Text), geht der Begriff doch genauso grandios mit hohem Ton verdammend und verallgemeinernd vor wie der Ismus, gegen den er sich wendet (ich persönlich bevorzuge Antipasti und Antiquariate und hatte schon immer Vorbehalte gegen die Anti-Baby-Pille – allein vom Namen her, weil ich nicht gegen Babys bin, sondern dafür). Antisexismus ist genauso Banane wie Antifeminismus. Sexismus ist eine falsche Grundannahme, auf der Feminismus aufbaut.

    Eine weitere gute Stelle im Text ist die, wo du dich gegen die Bezeichnung „Männerrechtler“ wendest:

    „Ich bin kein Männerrechtler.

    Rechte gelten allgemein, oder sie sind keine Rechte. „Männerrechte“ oder „Frauenrechte“ bezeichnen also, genau genommen, keine Rechte, sondern Vorrechte.“

    Gerade hatte ich ein Interview mit der FAZ, ich hatte ausführlich erklärt, dass ich kein Männerrechtler bin (weil das Rechte wären, die an eine Personengruppe gebunden sind) – egal. Am Ende des Artikels findet sich ein Foto mit der Unterschrift: „Bernhard Lassahn, Männerrechtler“.

    Innerhalb einer sexistischen Sichtweise ist das eine naheliegende Bezeichnung: Sie erscheint als das Gegenstück zu der sexistischen Kategorie Frauenrechterinnen (interessant: das Korrekturprogramm meines Computers beanstandet Männerrechtler, nicht aber Frauenrechtlerinnen). Sie macht Männer, die sich um Menschenrechte bemühen genauso zu Sexisten, wie es die Feministen sind. Damit werden die feministischen Paralympics feierlich eröffnet: Männerrechte vs. Frauenrechte. Ätsch, bätsch: die Männer liegen weit abgeschlagen zurück.

    Eine weitere gute Stelle ist die, bei der es um „links“ und „rechts“ geht. Eigentlich klar: Menschenrechte sind weder links noch rechts. Vaterliebe auch nicht. Homosexualität übrigens auch nicht. Aber das ist eine andere Baustelle: richtig müsste es sowieso „Homoerotik“ heißen.

    Dabei fällt mir ein: So verdienstvoll die Bemühungen von Arne an anderer Stelle sind (das sind sie in der Tat!), die Bezeichnung seines Blogs als „linken, antisexistischen Flügel der Männerrechtsbewegung“ (was mich immer an einen kranken Vogel denken lässt) ist mehr als problematisch oder wie Angela Merkel sagen würde: „nicht hilfreich“.

    Mit den Vokabeln „Männerrechtler“ oder auch „Sexismus“ (in der Bedeutung, wie Feministen ihn benutzen) übernehmen wir nicht nur Begriffe, sondern auch Urteile. Die Sprachvorschriften zwingen uns, immer wieder dasselbe zu sagen: Es herrscht eine sexistische Trennung zwischen Männern und Frauen, Vertreterinnen und Vertretern – usw. Genau das sollen wir bei jeder Gelegenheit sagen. Immer wieder.

    Da müssen wir achtsam sein. Es kommt mir vor, als würde uns eine Lehrerin einen Tuschkasten mit lauter Fehlfarben reichen und uns auffordern: Nun male mal dein eigenes Bild, mit dem du deine eigene Meinung und deine eigenen Gefühle zu den Geschlechterfragen ausdrückst.

    Ich will noch einmal auf den „vulkanischen Hass“ des Feminismus zurückkommen (wie Arne Hoffmann es nennt – eine Formulierung, die ich gelungen finde). Da fehlt es nicht an Beispielen. Dann heißt es bei dir.

    „Solche Positionen sind für den Feminismus nicht insgesamt repräsentativ.“

    Nein, repräsentativ nicht. Repräsentativ ist das, was nach außen wirkt. Da wird natürlich schön getan und vom Guten und Wahren gesäuselt. Repräsentativ ist die Feindseligkeit nicht, sie ist wesentlich.

    „Problematisch ist aber, dass sich der Mainstream-Feminismus niemals, oder nur in schnell verdrängten Ausnahmefällen, mit diesen Positionen kritisch beschäftigt und von ihnen klar distanziert hat. Solanas’ Buch ist allein in deutscher Sprache mehrfach wieder aufgelegt worden, unter anderem vom renommierten März-Verlag. Mary Daly wird bis heute als wichtige feministische Theologin verehrt. In Freiburg gibt es gar eine Gerda-Weiler-Straße.“

    Eben. Übel ist nicht, dass es solche Vernichtungsfantasien gibt, übel ist, dass sie gehätschelt werden. Wie soll man das wegstecken? Man kann das nicht durchgehen lassen, ohne sich zum Mitverschwörer zu machen, der ein moralisches Minimum unterläuft.

    Aber so reden wir: Wir beißen uns auf die Zunge und benutzen falsche Begriffe. Wir dürfen uns nicht anmerken lassen, dass wir hilflos sind (was wir aber sind), denn ein hilfloser Vater ist … ja, genau: nicht sexy.

    „Es stört mich nicht nur, weil Bitterkeit unsexy ist. Wer sich auf Dauer für etwas engagieren möchte, wer sich Gedanken darüber macht, wie wir unsere Welt für uns und für unsere Kinder einrichten: Der braucht etwas, wofür er das tut – nicht nur etwas, wogegen er sich richtet. Und: Es muss auch Freude machen, sonst ist es auf Dauer nicht durchzuhalten.“

    Es folgt ein Beispiel. Du stößt auf ein altes Paket, das bei der Trennung irgendwo liegen geblieben ist und findest darin Kleidungsstücke aus der Zeit, als der Sohn gerade auf die Welt gekommen war.

    „Als ich die Kiste öffnete und die Kleidungsstücke aus der Zeit kurz nach der Geburt sah, verschlug es mir fast den Atem. Es war, als ob eine große Wolke von Glück aus der Kiste aufstieg.“

    Das hat mich gerührt (ich kenne so etwas): Ich verstehe das Glück gut, aber es ist auch – wie so oft bei einem Moment von Glück – mit einer Trauer verbunden, weil es einen zugleich mit dem Unglück konfrontiert. Mir geht es so: Immer wenn ich mit meiner Tochter zusammen bin, bin ich einerseits glücklich, weil wir uns so gut verstehen, andererseits umso unglücklicher darüber, dass ich unnötigerweise von ihr getrennt war und die gläserne Decke des Feminismus zwischen uns steht.

    Dennoch. Ich sehe an dieser Stelle eine – wenn auch schwache – Möglichkeit zu einer neuen Begegnung. Noch einmal Peter Handke, der detailverliebt und übergenau Jugoslawien beschrieben hat. Warum? Darum: Wenn die Menschen noch etwas zusammenbringen kann, nach all dem, was geschehen ist, dann ist es die gemeinsame Erinnerung an die gute Zeit. So in etwa hat er es gesagt.

    Ich träume jetzt mal vor mich hin: Ich stelle mir vor, dass ein Paar, das ein Kind hat, sich so verhalten muss wie ein Kandidat bei ‚Wer wird Millionär’, der eine Gewinnstufe einloggt und festschreibt – eine Gewinnstufe, unter die er nicht mehr zurückfallen kann, wenn er im Verlauf seiner Rateabenteuer abstürzt.

    Die Gewinnstufe ist das gemeinsame Kind. Die darf nicht unterlaufen werden.

  • Schoppe, herzlichen Glückwunsch zum Gelungenen Um- und Einstieg in die WordPress-Welt.

    Deine Analyse ist eine Bereicherung zur Männerrechtsthematik, die eigentlich einen Menschenrechtsfrage ist.

    Ich bezeichne mich selbst als Humanisten und habe recht früh gespürt, dass die Begriffe Männer- und Väterrechtler mir nicht genug waren. Deswegen fügte ich Kinderrechtler und Humanist zu meiner Positionsdefinition hinzu. Dass es mir um Menschenrechte ging, dass war mir bewußt.
    Doch ich konnte nicht in Worte fassen, warum alleine meine Einstellung, dass alle Menschen – gleich welchen Geschlechts – gleiche Rechte haben sollten, mich definierte. Dass lediglich die aktuelle systematische Benachteiligung von Männern und Vätern, die mich dazu bewegt, mich mit deren Bedürfnissen – und somit auch mit meinen – intensiv zu widmen, dass habe ich nicht gesehen.

  • Glückwunsch zum neuen Blog-Hoster und dem gelungenen Umstieg, Lucas.

    Deinen Artikel finde ich großartig und durchdacht. Obwohl ich nach wie vor der Meinung bin, dass die Nomenklatura oder der Stempel Männerrechler, Nicht-/Anti-Feminist letztendlich Bezeichnungen für ein und dieselbe Sache sind -ganz unabhängig von der eigenen politischen Ausrichtung- und ich den Begriff Menschenrechtler grundsätzlich richtiger finde, so denke ich dennoch, dass es wichtig ist, sich als Antagonisten zu positionieren.

    Letztendlich sind es nur Namen – denn was dahinter steht, darum geht es. Letztendlich sind die Begriffe doch alles nur Labels zu mehreren Gruppen, die im Grunde das gleiche Ziel haben: Gleiche Rechte – Gleiche Pflichten (Ex SPD-Slogan der Weimarer Zeit.

    Da wir davon aber weit entfernt sind und die SPD eher retardierter wirkt, als z.B. noch vor 100 Jahren, geht es eben nicht ohne Kontrapunkt. Und diese Formel nennt sich:

    These – Antithese – Synthese

    oder Neudeutsch:

    Feminismus – Maskulismus – Humanismus

  • Glückwunsch zu Deinem gelungenen Umzug. Möge Dein Blog weiter blühen und gedeihen. Dies ist mein erster Kommentar hier, und ich hoffe, Du nimmst mir meine nachfolgende Kritik nicht allzu übel.

    Ein recht interessanter Text, mit dem Du Dein neues-altes Blog einweihst. Ich will hier nur eine einzige Passage herauspicken:

    ‚Positiv und human ist das Potenzial des Feminismus zum Beispiel dort, wo seine Vertreterinnen – und Vertreter – zeigen, wie Menschenrechte aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit von Menschen verletzt werden. Inhuman wird er dort, wo seine Vertreterinnen und Vertreter behaupten, allein Frauen könnten Opfer solcher Verletzungen werden.‘

    Die Inhumanität des Feminismus kann man ja mit zahlreichen Belegen untermauern. Wo aber ist denn nun die positive und humane Seite des Feminismus? Bitte ein praktisches Beispiel nennen und nicht irgendwelche abstrakte Formulierungen vortragen.

    Wenn Feminismus Menschenrechtsverletzungen aufgrund von Geschlechtszugehörigkeit aufzeigt, dann handelt es sich ausnahmslos um Fälle, in denen Menschenrechte von Frauen verletzt werden und nie Menschenrechte von Männern. Wir sehen feministischen Sexismus in Reinkultur. Obendrein wird jede Nichtigkeit, jeder quersitzende Pups als Menschenrechtsverletzung an Frauen taxiert, was meist sehr schnell zynisch erscheint. Männer mögen beispielsweise zu Millionen in Kriegen verrecken, Hauptopfer von Kriegen sind trotzdem die überlebenden Frauen, die nun um die verreckten Männer trauern müssen und von diesen im Stich gelassen wurden, wie uns beispielsweise Hillary Clinton verklickerte. Clinton ist ja nun keine exotische Extremistin wie etwa Solanas sondern gehört dem Mainstream und dem demokratischen Establishment an.

    Ich sehe nichts aber auch gar nichts positives und humanes am Feminismus. Es werden zwar immer wieder wohlfeile Lippenbekenntnisse abgegeben; die Handlungen der Feministen – wenn sie im Sinne des Feminismus handeln und nicht selten auch sprechen – entsprechen aber nicht dessen geschönten Selbstdarstellung. Feminismus ist in seiner (politischen) Praxis nichts anderes als männer- und jungenfeindlicher Sexismus. Bernhard Lassahn hat in seiner Einschätzung vollkommen recht. Es tut mir leid, Lucas, aber hier wirst Du meines Erachtens Opfer Deiner eigenen Wunschvorstellungen.

    Natürlich sind nicht alle Feministinnen nur schlecht. Aber wo Feministinnen ausnahmsweise etwas Gutes tun, handeln sie eben nicht im Sinne des Feminismus sondern entgegen seiner Intention. Man muss hier klar zwischen der Ideologie selbst und den manchmal davon abweichenden Handlungen der Adepten der Ideologie unterscheiden.

    Prominentes Beispiel ist Monika Ebeling, die als Gleichstellungsbeauftragte in antisexistischer Manier auch auf Gewalt an Männern in Partnerschaft ausgeübt durch Frauen hinweisen wollte und die sexistisch-männerfeindliche Kampagne ablehnte. Resultat war, dass sie für ihre vom Feminismus abweichende Haltung nicht bloss ihren Job als Gleichstellungsbeauftragte verlor sondern auch noch aus der Leitung eines Kindergartens entfernt wurde. Sie ist eine Dissidentin, wie wir ihnen in totalitären Gesellschaften immer wieder begegnen, und sie wurde auch exakt als solche behandelt. DAS ist die Realität im existierenden Feminismus – egal, welcher Couleur er angehört.

    • Ich sehe nichts aber auch gar nichts positives und humanes am Feminismus.

      Dann bist du ein Antifeminist. 🙂

      Selbst wenn Feministinnen auch mal etwas Sinnvolles sagen, so zählt doch die Imago, das Gesamtbild. Man kann außerdem den Begriff des Antifeminismus auch als Paraphrasierung von „Feminismuskritik“ verstehen, um sich so sprachlich nicht allzu sehr einschränken zu müssen.

      Die Leszeks dieser Welt wird das wohl nicht beeindrucken. Die pflegen weiter schön ihren formalistischen Wahn von Gut und Böse, Links und Rechts.

  • Hey, mir fällt gerade auf, daß Maesi, sicherlich rein zufällig, eine sehr schöne Gegenposition zu Emannzer aufbaut. Genauer gesagt zu der steilen Annahme zum „Kontrapunkt“ ( „es gehe halt nicht ohne“ ):

    „Und diese Formel nennt sich:

    These – Antithese – Synthese

    oder Neudeutsch:

    Feminismus – Maskulismus – Humanismus“
    sagt, Emannzer.
    Maesi kommt aber tatsächlich in seinem Kommentar völlig ohne „Humanismus“ aus, einfach indem er lieber von „Humanität“ schreibt.
    Siehe: es geht doch!
    Wie Maesi dann ja auch ganz locker und leicht nachvollziehbar im weiteren ausführt.
    Es war eben nicht der vordergründige Ismus, der Ebeling einfach Gleichberechtigung vor Gleichstellung ( resp. im Job beides gleich ) setzen ließ, sondern einfache Humanität ( ich denke, so gut kann ich sie wohl einschätzen ).
    Es war aber sehr wohl ein ( dazu konträrer ) Ismus ( mehrere, wenn man noch weiter buddeln möchte ), der sie beide Jobs gekostet hat.
    Oder anders gesagt:
    Feminismus plus Maskulismus egalisiert sich zu Humanismus, ist nicht nur als Formel schon daneben ( weil die jeweiligen Inhalte einfach nicht gleiche Werte erfüllen ), sondern selbst das rein theoretische Ergebnis ( Humanismus ) taugt als solches nicht in die Suppe 😉

    Oder noch anders:
    Dadurch, daß man dem Geschlechterkampf der Femis einen solchen der maskulistischen Sorte diametral gegenübersetzt, wird gerade kein „menschlicher Frieden synthetisiert“, sondern lediglich der Fedehandschuh aufgenommen ( in wessen Namen – Humanismus? Ha ha! – auch immer ).
    Das wäre, um es mal richtig schön populistisch abzukürzen:
    Feminismus in Gegenrichtung, nix weiter!

    Ich denke, die Unterschiede in den hier bis jetzt gelesenen Positionen, einschließlich der von Lucas, sind eigentlich recht marginal. Überwiegend eine Frage des Sprachverständnisses ( und da sind wir alle – dank zweier „Rechtschreibreformen“, medialer Massenverblödung und feministischem BlödQuaak der letzten Jahrzehnte – einigermaßen verwirrt und einige auch permanent um ihre Restfähigkeiten am kämpfen, ich zum Beispiel ).
    V.dh. habe ich einiges Verständnis für Lucas, wenn er in dem Punkte äußerst vorsichtig ist und seine Kritik auf die aktuelle feministische Praxis beschränkt und den Begriff selbst grundsätzlich erstmal außen vor lässt. Ich hätte auch keine Lust ständig am Begriff „Maskulismus“ selbst herumzunörgeln, nur weil er ( und da bin mit Lucas einig, denke ich ) ein erkennbar ebenso dünnsinniger Ismus ist ( mal rein jetzt vom Sprachverständnis her ).
    Und wenn es um die gut lesbare Zerpflückung der tatsächlichen feministischen Umtriebe geht, belegt er immer wieder auf hohem Niveau, was er davon hält.
    Gar nicht die schlechteste Taktik, wie ich meine, obwohl es nicht die meine werden wird.

    Ergo: lasst uns ein wenig genauer differenzieren, wo es nötig ist!
    ( übrigens noch so ein Punkt, wo die Femis nicht mithalten können: Differenzierung )

  • Ich möchte auch eine Hommage auf diese Seite anstimmten. „Man tau“ steht in wohltuendem Kontrast zu manchen Seiten, die voller Hass, Frauenverachtung und – esoterisch formuliert – voller schlechter Energien sind. Das wirkt auf Nicht-Insider abschreckend oder abstoßend. Die Chance von uns Männerrechtern, Feminismuskritikern, Humanisten oder wie auch immer man uns nennen will, besteht aber nur darin, durch Überzeugungsarbeit, durch sachliche vorgetragene Argumente Interessierte und Betroffene auf unsere Erkenntnisse, Erfahrungen und Ziele aufmerksam zu machen. Dafür ist diese Seite DIE Referenz!

  • Hi Lucas,

    melde mich aus dem blogging-freien Urlaub zurück und reiche meine Glückwünsche für den erfolgreichen Umzug nach.
    Als erstes fällt mir positiv auf, daß die Seiten scheinbar deutlich schneller kommen und man auch mit abgeschaltetem Javascript kommentieren kann. Gibt es irgendwo einen Feed für die Kommentare?

    Das Sommerloch ist eine gute Gelegenheit, wieder einmal über die Sinnfrage des Bloggens nachzudenken und sich im politischen Umfeld zu positionieren. Und sich zu fragen, wen man mit welchen Inhalten erreichen will. Ich habe auch schon wiederholt darüber nachgedacht, mit meinem Blog umzuziehen, allerdings nicht wegen der ohnehin abgeschalteten Kommentarfunktion, sondern weil blogspot die Zahl der Seiten auf 20 beschränkt. Diese ziemlich willkürliche Beschränkung war mir damals, als ich den Blog einrichtete, gar nicht aufgefallen, hat sich aber sehr rasch bemerkbar gemacht, als immer mehr Themen und Unterthemen dazukamen. Aus der Not habe ich eine Tugend gemacht und die meisten Seiten in Abschnitte strukturiert. Das hat Vor- und Nachteile. Einige zentrale Seiten haben inzwischen einen Umfang von über 10 Seiten DIN A4, ich kann hier nur spekulieren, aber ich vermute, das lesen viele gar nicht mehr. Auf viele, die man erreichen will, dürfte das so abschreckend wirken, daß sie gar nicht mehr anfangen zu lesen, weil sie nicht genug Zeit haben oder sich nehmen wollen. Mir ist außerdem unklar, wieviele Leute nur noch bzw. lieber mit Smartphones Webinhalte lesen. Dann sind 10 Seiten DIN A4 rein technisch zu unhandlich. Wäre schon interessant, etwas mehr über die Leserschaft zu wissen.

    „Wofür der ganze Aufwand?“

    Gute Frage. Ich hatte ja schon einmal vor ein paar Monaten eine Analyse der Motivation der Masku-Aktivisten (mich eingeschlossen) versucht. Schon die damalige Liste der Motive war sehr heterogen, und inzwischen scheinen mir sogar noch einige Punkte ergänzungsbedürftig. Vor allem die Motivation „konkrete politische oder gesellschaftliche Änderungen“ – die für viele die wichtigste ist – ist noch sehr vage, und auch in Deinem Blogpost werden mehrere Ziele genannt, die man darunter fassen kann.

    „Warum spielen Männerrechtler eine so geringe Rolle?“

    Weil sie nicht wissen, was sie wollen, und nicht wissen, wo die Front ist bzw. was für ein Spiel hier überhaupt gespielt wird. Wäre meine kätzerische Antwort auf diese Frage. Ich bin vor gut 2 Jahren über das Interesse an den einschlägigen soziologischen Theorien und an den biologischen Grundlagen und motiviert über offensichtlich ungerechte Gesetze zu dem Thema gekommen und dachte damals, daß man etwas bewirken könnte, wenn man die inneren Widersprüche aufzeigt oder auf unhaltbaren Grundlagen feministischer Politik hinweist. Heilige Einfalt. Das Frauenquotengesetz hat mich eines besseren belehrt. Politik wird anders gemacht, Logik und Wissenschaft spielen da keine Rolle.

    Oder wiederum doch, allerdings auf die zynische Art. Vermutlich ist auch die obige Frage falsch gestellt und sollte besser lauten „Warum spielen Feministinnen eine so große Rolle?“ In diesem Zusammenhang hochinteressant fand ich den früher schon einmal erwähnten Vortrag von Prof. Mausfeld, der viele Papiere zur Wahrnehmungspsychologie geschrieben hat, am 22.06.2015 in Kiel über „Warum schweigen die Lämmer?“ – Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements (mit Diskussion), ferner ein Fernsehinterview von Mausfeld am 31.01.15. Ich habe mir vorgenommen, mich da etwas einzulesen, vielleicht verstehe ich dann endlich, wieso all die Frauen (namentlich Journalistinnen) wie die Lämmer hinter ihren feministischen Schafhirtinnen hinterhertrotten und Denkfehler und Falschaussagen übersehen, die so schwer sind wie ein 200-Pfund-Gorilla. Erst wenn man diese Manipulationstechniken verstanden hat, hat man glaube ich einen Ansatzpunkt, politisch etwas zu bewirken.

  • Ganz herzlichen, wenn auch deutlich verspäteten Dank für die guten Wünsche und Kommentare hier – die zu einem guten Teil auch eigene Beiträge sein könnten.

    Dass ich mich direkt nach dem Eröffnen eines neuen Blogs erst einmal nicht mehr melde, war so nicht geplant. Wegen eines traurigen Familienereignisses – mein Vater ist unerwartet gestorben – hatte ich mich erst einmal aus dem Netz zurückgezogen. Ich schreib hier aber sehr bald weiter.

  • Mein aufrichtiges Beileid. Ich hoffe, daß Dein Vater nicht zu viel leiden mußte und Du den Verlust verkraftest.
    Die Sinnfrage stellt sich bei solchen Anlässen noch drastischer als sonst.

  • Mein Beileid. Ich hoffe, dass Du nach einiger Zeit der Verarbeitung wieder Beiträge schreibst. Bis dahin wünsche ich Dir alles Gute.

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