Marcel Helbig und die Aggressionen gegen Jungen

In ihrem Buch Das faule Geschlecht beschrieb die Journalistin und Grünen-Politikerin Claudia Pinl 1994 Strategien, die von arbeitsscheuen Männern entwickelt worden seien, um Frauen für sich schuften zu lassen. Pinl hatte damit so viel Erfolg, dass sie noch zwei Bücher zum selben Thema folgen lassen konnte (Männer können putzen. Strategien gegen die Tricks des faulen Geschlechts und Männer lassen arbeiten. 20 faule Tricks, auf die Frauen am Arbeitsplatz hereinfallen).

Dass Pinl damit ohne Scheu das rassistische Klischee vom angeblich „faulen Neger“ einfach auf Geschlechterverhältnisse übertrug, fiel schon 1994 auf, ohne dass das für die Autorin Konsequenzen gehabt hätte. Ganz in diesem Sinn zitierte Prof. Dr. Michael Reeken sie in diesem Jahr  im „Zentralblatt für Jugendrecht“ und beschrieb, wie sie in der Diskussionssendung Talk im Turm

„unwidersprochen das männliche Geschlecht als das faule Geschlecht bezeichnete und an einer Stelle ausrief, die faulen Hunde müssten endlich zum Arbeiten gebracht werden. Es gab unüberhörbar Beifall aus dem Publikum.“

boys keep out

Nein, das ist keine typische Szene aus einem typischen Gymnasium. Es sind dort keineswegs die Mädchen, die Jungen draußen halten.

Der englische Begriff One Trick Pony bezeichnete ursprünglich ein Zirkuspony, das nur einen einzigen Trick beherrschte. Heute wird der Begriff fast ausschließlich metaphorisch gebraucht, nämlich für Menschen, die anscheinend nur ein einziges Talent besitzen. Als ein wissenschaftliches One Trick Pony betätigt sich seit Jahren Marcel Helbig, der am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, in der Projektgruppe von dessen Präsidentin Jutta Allmendinger arbeitet, bei der er promoviert hat und die ihn seit Jahren protegiert.

Helbigs Trick, den er wieder und wieder vorführt, besteht darin, vor aller Augen die eigentlich unübersehbaren schulischen Nachteile von Jungen verschwinden zu lassen. Im Vergleich zu Mädchen sind Jungen an Gymnasien erheblich unterrepräsentiert, an Haupt- und Förderschulen erheblich überrepräsentiert, und sie verlassen die Schule deutlich häufiger ohne Abschluss.

Helbig aber erklärt, warum das kein Problem der Schule sei, und greift dabei auf die Argumentation Pinls zurück. Er übertragt deren Argumentation einfach weiter in den Bereich der Schulpädagogik,  und er hat damit so großen Erfolg, dass überregionale Zeitungen freudig über seine Thesen berichten. „Zu faul fürs Gymnasium“, titelt beispielweise die vorgeblich so progressive taz genüsslich und meint damit, dass Jungen sich durch ihre Arbeitsscheu ihre Probleme selbst zuzuschreiben hätten. „Die Krise der Jungen ist ein Mythos“, hat Helbig selbst schon vor zwei Jahren im Berliner Tagesspiegel behaupten können, und dieselbe Zeitung referierte vor einer Woche erneut Helbigs Thesen, und erneut distanzlos.

Wäre die akademische Landschaft im Bereich der Erziehungswissenschaften einigermaßen intakt, dann würden Helbigs Arbeiten nicht erfolgreich sein, sondern als der wissenschaftliche Skandal herausgestellt werden, der sie sind. Es lohnt sich gleichwohl, einen näheren Blick in sie zu werfen, weil so an einem konkreten Beispiel gezeigt werden kann, wie ungeheuer problematisch das Hantieren mit Gender-Konzepten sein kann: Nicht einfach nur „Gaga“, wie Birgit Kelle behauptet, sondern gefährlich und folgenreich.

Es sind die schlimmsten Traditionen autoritärer, kinderfeindlicher Schulpädagogik, an die Helbig mit seinen Schriften ganz ohne Scheu und Bedenken anknüpft.

Wie ernstzunehmende Wissenschaftler untersuchen, ob Jungen schlechter sind

Sind Mädchen besser? Der Wandel des geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs in Deutschland: Die Titelfrage von Helbigs Dissertation spielt durchaus nicht ironisch mit Klischees, sondern ist ganz ernst gemeint – so dass Michael Klein zurecht fragt, warum die Arbeit nicht gleich mit „Sind Jungen schlechter?“ betitelt worden ist.

Damit, dass Mädchen nun einmal zum begabteren Geschlecht gehörten, hatte ja schon Jürgen Trittin als grüner Fraktionsvorsitzender im Bundestag die Bildungsnachteile von Jungen wegerklärt. Helbig bietet eine Variation an – für ihn gehören Jungen nicht zum unbegabteren, aber zum fauleren Geschlecht. Beide Positionen sind geeignet, um – so formuliert es Klein –

„dem Bildungssystem als solchem, also Lehrern, Schulen und vor allem Kultusministerien, Absolution zu erteilen. Helbig liefert damit ein erneutes Beispiel dafür, wie Wissenschaft zur Magd politischer Interessen degradiert wird.“

Wie Helbig das macht, lässt sich mit der Anekdote von einem Ehepaar illustrieren, dem der Hund davongelaufen ist. Während aber die Frau ungeheuer an diesem Hund hängt, ist er dem Mann schon lange auf die Nerven gegangen. Doch um Konflikten aus dem Weg zu gehen, sagt er das seiner Frau selbstverständlich nicht. So macht er sich auf den Weg, um lange und ausdauernd, Stunde um Stunde nach dem davongelaufenen Hund zu suchen – achtet aber sorgfältig darauf, überall nur dort nachzuschauen, wo der Hund gewiss nicht sein kann. Immer wieder kehrt er danach zu seiner Frau zurück und verkündet ihr traurig, aber innerlich jubilierend, dass das geliebte Tier trotz allergrößter Mühen einfach nicht zu finden sei.

Helbig forscht nach Bildungsnachteilen von Jungen ebenso, wie dieser Mann nach dem Hund sucht. Er sammelt große Menge an Daten, achtet aber sorgfältig darauf, sie nur dort zusammenzutragen, wo sie die erwünschten Ergebnisse  nicht stören können.

Heike Diefenbach und Michael Klein kritisieren in eben diesem Sinn schon die Dissertation scharf. Zu den Bildungsnachteilen von Jungen würde wesentlich die Tatsache gehören, dass ein großer Teil der Jungen im mehrgliedrigen Schulsystem in Haupt- und Förderschulen sortiert wird und dass viele von ihnen im Gymnasium – auch wenn sie die gleichen Leistungen erbringen wie die Mädchen – gar nicht erst ankommen. Ausgerechnet diese Jungen aber spielen in der Dissertation, die sich auf Daten über das Erreichen des Abiturs konzentriere, keine Rolle.

Mit einem ganz ähnlichen Kniff hatte auch schon Thomas Viola Rieske in einer Passage seiner GEW-Studie Bildung von Geschlecht Bildungsnachteile von Jungen kaschiert: Er hatte sich darauf beschränkt, Mädchen und Jungen jeweils derselben Schulform zu vergleichen – und so gerade den wesentlichen Faktor ausgeblendet, dass Jungen überproportional häufig eben in die Schulformen sortiert werden, deren Bildungsabschlüsse einen geringeren Wert haben.

Selektiv erhebt Helbig seine Daten auch, wenn er zu zeigen versucht, dass mehr männliche Lehrer die Situation für Jungen nicht verbessern würden. Er konzentriert sich auf Grundschuldaten – und damit auf die Daten von Schulen, deren Männeranteil notorisch extrem gering ist.

Damit kann er aber eben gerade nicht überprüfen, ob es die Möglichkeiten von Jungen einschränkt, wenn ihr Kollegium fast oder ganz vollständig aus Frauen besteht. Es fehlen in Helbigs Daten die dafür nötigen Vergleichsgruppen von Schulen mit einem ausgeglichen Anteil von Männern und Frauen und Schulen mit einem Männerüberschuss.

In seinem mit Michael Neugebauer und Andreas Landmann veröffentlichten Text Unmasking the Myth of the Same-Sex Teacher Advantage erwähnen die Autoren zwar kurz, dass der Anteil der Lehrerinnen im Sample zwischen 78% (Mathematik) und 86% (Naturwissenschaften) gelegen hätte (Neugebauer et.al., S. 12), gehen dann aber auf diesen deutlichen Überschuss überhaupt nicht ein. Gleichwohl erwecken sie den Eindruck, ungeheuer skupulös vorzugehen, weil sie in der Folge ihre Daten wieder und wieder auf einzelne Störfaktoren hin untersuchen  und aus ihnen komplexe Formeln basteln.

Tatsächlich verhalten sie sich wie ein Zauberkünstler, der viele Ablenkungen produziert, weil die Zuschauer sonst etwas wahrnehmen würden, das ohne diese Ablenkungen überhaupt nicht zu übersehen wäre. Viele Kinder erleben heute erst mit etwa elf Jahren, wenn sie nämlich in die weiterführenden Schulen eintreten, einen stabilen Kontakt zu männlichen Erwachsenen. In den Kindergärten sind männliche Erzieher ungeheuer seltene Ausnahmen, in den Grundschulen auch, und viele Kinder haben zudem keinen oder nur unregelmäßigen und spärlichen Kontakt zu ihren Vätern.

Die Erwachsenenwelt, die sie kennenlernen, ist über mehr als die Hälfte ihrer Kindheit und Jugend hinweg eine weitgehend männerfreie Welt.

Es ist naheliegend, dass das Folgen hat. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechtsidentität ist schließlich ein wesentlicher Aspekt der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Die Welt der Erwachsenen, und insbesondere die Bildungsinsitutionen, können Mädchen daher als eine Welt erleben, IN und MIT der sie sich entwickeln – für Jungen ist es eher eine Welt, zu der sie Distanz in ihrer Entwicklung suchen, GEGEN die sie sich entwickeln müssen.

Eben das kann Helbig mit seinen Ko-Autoren aber gar nicht messen. Ihre Daten erlauben bestenfalls ein Urteil darüber, ob jeweils einzelne männliche Lehrer für Schüler gut und einzelne Lehrerinnen für Schüler schlecht sind – das aber behauptet ohnehin kaum jemand ernsthaft. Eigentlich stellt Helbig lediglich fest, dass in einem Schulklima, aus dem Männer fast vollständig ausgeschlossen sind, einzelne männliche Lehrer auch keine nennenswerte Wirkung mehr haben.

Eben solche Zusammenhänge erkennt Helbig auch ausdrücklich an – aber nur, wenn es um Mädchen geht. In seinem gerade veröffentlichten Text Brauchen Mädchen und Jungen gleichgeschlechtliche Lehrkräfte? schreibt er:

„Solange (…) in MINT-Fächern nur wenige weibliche Lehrkräfte an einer Fakultät lehren, ändern auch einzelne weibliche Lehrkräfte nichts an dem eher maskulinen Image dieser Fächer bzw. Fakultäten (…). Somit wäre auch nicht nur das Geschlecht einer Lehrkraft wichtig, sondern die Geschlechterkomposition einer Fakultät.“ (Helbig, S. 8)

Ebenso einseitig setzt auch Simone Schmollack in ihrem schon erwähnten taz-Text Prioritäten.

„An einem Punkt könnten Lehrerinnen jedoch sehr wohl einen Einfluss auf Mädchen haben, so in naturwissenschaftlichen Fächern: Wenn Mädchen in der Schule erlebten, wie cool eine Physik- und eine Chemielehrerin experimentiert, würden sie eher dazu animiert, ebenfalls ein sogenanntes MINT-Fach zu wählen.“

Dass Mädchen im begrenzten Bereich der MINT-Fächer also unbedingt Vorbilder brauchen, wird hier auf keinen Fall in Zweifel gezogen. Dass aber die Ent-Maskulisierung ganzer Bildungsinstitutionen, ja überhaupt des Aufwachsens von Kindern irgendetwas mit den deutlich messbaren Bildungsnachteilen von Jungen zu tun haben könnte – das ist ein Gedanke, der so wie selbstverständlich nicht stehenbleiben kann.

Wie Marcel Helbig das pädagogische Tomatometer entwickelte

Dabei würde sich damit leicht erklären lassen, warum Jungen – so Ergebnisse einer Studie von Andreas Hadjar und anderen – deutlich stärker von der Schule entfremdet sind als Mädchen. Doch statt zu fragen, welche Aspekte der Institution Schule zu dieser Entfremdung beitragen, suchen Hadjar et.al. die Gründe bei den Jungen selbst. Verantwortlich seien nicht etwa problematische Strukturen der Schule, sondern „hegemoniale Praktiken der Männlichkeit“, mit denen die Jungen nicht in die modernen, aufgeklärten Bildungsinstitutionen passen würden. (Hadjar et.al., S. 94)

Das wiederholt unverdrossen das wesentliche Credo der autoritären, kinderfeindlichen Schulpädagogik: Die Schule ist richtig, nur die Kinder sind falsch. Auch Marcel Helbig stimmt dieses Credo in immer neuen Varianten an.

Seine oben zitierte, gerade erschienene „Vergleichsstudie“ zu „42 Studien mit Daten zu 2,4 Millionen SchülerInnen aus 41 Ländern aus acht Jahrzehnten“ (Helbig, S. 1) wird sofort in überregionalen Zeitungen aufgegriffen. Die schon zitierte Simone Schmollack schreibt irritierend kritiklos:

„Nicht weil männliche Lehrer fehlen, sind Jungs in der Schule schlechter als Mädchen. Schuld sind ausschließlich die Jungs selbst.“

Sie setzt nach:

„Mädchen sind eher leistungsbereit und Jungen eher faul. (…) Erfolg ohne Mühen ist nach wie vor männlich konnotiert.“

Dass das offensichtlich nicht stimmt, stört hier nicht weiter. Anstrengungslose Wirkung ist in der klassischen Literatur weiblich konnotiert, als „Anmut“, die Friedrich Schiller der männlichen „Würde“ gegenüberstellt, welche ihrerseits immer mit Leid und Anstrengung verbunden sei. Das bedeutet nun nicht, dass Schiller Recht und Schmollack Unrecht hätte – es zeigt aber, wie beliebig die klischeehaften Gender-Zuordnungen sind, mit denen Schmollack, Helbig und andere operieren. „Wissenschaft“ ist hier wie eine große unaufgeräumte Schublade, aus der immer das herausgeklaubt werden kann, was gerade gebraucht wird und politisch opportun ist.

Der Tagesspiegel schreibt ähnlich unkritisch über Helbigs Text, aber wenigstens erspart er sich die offen triumphierenden Untertöne Schmollacks.

„Eine Analyse von weiteren 369 Studien habe unter anderem ergeben, dass sich die Notenunterschiede zwischen Mädchen und Jungen von 1914 bis 2011 nicht verändert haben. ‚Mädchen bekamen schon immer bessere Noten’, stellt Helbig fest. Dies sei auf eine größere Leistungsbereitschaft zurückzuführen.“

Tatsächlich hat Helbig seine 42 Studien keineswegs „analysiert“, und die weiteren 369 Studien hat er nicht selbst überprüft. Er zitiert lediglich eine Überblicksstudie, der sie zu Grunde lagen. (Helbig, S. 25) Er sichtet Rohdaten nicht, er überprüft nicht die Vergleichbarkeit der Studien aus ganz unterschiedlichen Zeiten und Ländern, und er geht über den wesentlichen Unterschied zwischen Benotung und Leistungen nonchalant hinweg (mehr dazu unten). Dabei ist eben das ein wesentlicher Aspekt der schulischen Nachteile von Jungen, dass sie bei gleichen Leistungen schlechter bewertet werden als Mädchen.

Sein wissenschaftliches Vorgehen: Helbig skizziert einfach knapp, welches für ihn die wesentlichen Ergebnisse jeder Studie sind, und listet diese Notizen dann auf. Ganz ähnlich operiert auch die amerikanische Webseite Rotten Tomatoes, die Filmkritiken sammelt, verlinkt und auf einfache Weise kategorisiert. Ein Lob wird mit einer roten, vollen Tomate symbolisiert, ein Verriss mit einer verfaulten und zerplatzten Tomate, die gleichsam nach dem Film geschmissen wurde. Mit dem so erstellten „Tomatometer“ lässt sich dann leicht illustrieren, wie gut ein Film bei der Kritik angekommen ist.

Das Tomatometer ist ein nützlicher Spaß, den keiner der Beteiligten ernsthaft als eine wissenschaftliche „Analyse“ bezeichnen würde. Dabei sind diese Ergebnisse durch die verlinkten Kritiken deutlich leichter zu überprüfen als die Ergebnisse von Helbigs Schulforschungs-Tomatometer, mit dessen Hilfe er es als wichtiges Forschungsergebnis darstellt, dass Mädchen ohnehin schon immer besser in der Schule gewesen seien als Jungen und dass deren schulische Nachteile allein auf ihre eigene Arbeitsscheu zurückzuführen seien.

Wie Heinrich Mann einmal Simone Schmollack erfand

Helbig hat, soweit dies in seinem Lebenslauf zu erkennen ist, keine Erfahrung in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Sonst wüsste er, wie ungeheuer ausdauernd, begeistert und engagiert Jungen lernen, wenn sie Interesse an etwas haben. So kommt er auch gar nicht auf den einfachen Gedanken, dass die geringere Leistungsbereitschaft, die er Jungen zuschreibt, tatsächlich eine geringere Anpassungsbereitschaft an die Erwartungen der Institution Schule sein könnte.

Dabei ist dieser Gedanke angesichts der größeren Schulentfremdung von Jungen sehr naheliegend. Unter den angeblich so jungentypischen „hegemonialen Praktiken der Männlichkeit“ führen schon Hadjar et.al. allen Ernstes unter anderem „rebellisches Verhalten gegenüber Schulaufgaben, das Hinterfragen/Herausfordern von Regeln und Autoritäten“ (rebellious attitudes towards schoolwork, challenging rules and authority, S. 94/95) auf.

Helbig wiederum verlangt eine selbstkritische Einschätzung von den Akteuren in der Schule nicht einmal angesichts des Sachverhalts, dass Jungen  bei gleicher Leistung im Durchschnitt schlechtere Noten bekommen als Mädchen. Über sie schreibt Helbig:

„Mit einem höheren Maß an Leistungsbereitschaft können so auch etwas schlechtere schulische Kompetenzen bei der Notengebung ausgeglichen werden.“ (Helbig, S. 26)

Das bedeutet übersetzt: Weil Mädchen leistungsbereiter seien, würden sie auch bessere Leistungen erbringen. Und selbst wenn ihre Leistungen nicht besser sind als die der Jungen, seien bessere Noten zu rechtfertigen, weil die Mädchen ja eine höhere Leistungsbereitschaft gezeigt hätten. In seinem Tagesspiegel-Artikel formuliert Helbig das so:

„Über die Frage, ob Motivation und Verhalten in die Benotung einfließen sollte, lässt sich streiten. Aus Sicht der meisten Lehrkräfte ist das aber offenbar sinnvoll.“

Tatsächlich lässt sich keineswegs darüber streiten, jedenfalls nicht im Rahmen bestehender Gesetze. Eine schulische Leistungsbewertung bewertet die schulischen Leistungen – ob ein Schüler für diese Leistungen wochenlang gelernt oder sie mit dem Gestus größter Langeweile aus dem Ärmel geschüttelt hat, ist dabei nicht relevant. Laut Gerichtsurteil können Lehrkräfte zwar in Einzelfällen die Lernentwicklung von Schülern bei der Notengebung berücksichtigen – bei dem, was Helbig beschreibt, geht es aber weder um Einzelfälle, noch geht es um die Lernentwicklung von Schülern.

Zudem wird das Arbeits- und Sozialverhalten in vielen Bundesländern eigens in den Kopfnoten festgehalten. Es wäre eine doppelte Belastung der Schüler, wenn es zudem noch in die Fächernoten einfließen würde.

Dass Jungen bei gleichen Leistungen tendenziell schlechtere Noten erhalten, ist also nicht korrekt, es ist ein diskriminierendes Verhalten von Lehrkräften, und es ist ein Problem der Schulen, nicht der Jungen – aus dem die Schulen allerdings ein Problem der Jungen machen. Dass ein Wissenschaftler der Schule nicht die nötige Selbstkritik abverlangt, sondern stattdessen eine problematische Tendenz der Institution auf Kosten der betroffenen Kinder mit irreführenden Gründen rechtfertigt – das ist an sich schon skandalös.

Schlimmer noch sind aber die Hintergründe dieser Position.

„Sich für gute schulische Leistungen anzustrengen und selbst zu disziplinieren, passt nicht in das geschlechtstypische Konzept von Männlichkeit. Jungen wird suggeriert, dass sie anstrengungslos aufgrund ihrer natürlichen Begabung die Lerninhalte verstehen könnten.“ (Helbig, S. 29)

Da Jungen von ihren Eltern vermittelt würde, dass sie intelligenter als Mädchen seien, würden Jungen in dem Glauben leben, Leistungsbereitschaft sei nur zum Ausgleich fehlender Intelligenz nötig. Wer sich leistungsbereit zeige, stelle sich damit gleichsam als minderbegabt dar.

Mit dieser hochspekulativen Argumentation erscheinen dann sogar die schulischen Nachteile von Jungen als Symptom ihrer patriarchalen Privilegien. Mädchen hingegen seien eben deswegen in der Schule besser, weil ihre Eltern es ihnen nicht so leicht machen würden wie den Jungen und sie so von Beginn an daran gewohnt seien, sich ihre Position erarbeiten zu müssen.

Erst vor diesem Hintergrund wird die Häme verständlich, mit der hier Erwachsene über Kinder und Jugendliche schreiben. Simone Schmollack beispielweise tritt in der taz auf wie eine Wiedergängerin von Heinrich Manns Untertan Diedrich Heßling, wenn sie mit unverhohlener Freude darüber schreibt, wie Jungen durch eine im Vergleich zu den Mädchen geringere Anpassung an schulische Erwartungen in Schwierigkeiten geraten. „Zu faul fürs Gymnasium“

Ich selbst bin Gymnasiallehrer, arbeite aber schon lange an einer Gesamtschule. Ein Grund dafür, dass ich an die Gesamtschule wollte, war, dass Sätze wie „Der/Die gehört hier nicht her“ zum Alltag in den gymnasialen Lehrerzimmergesprächen über Schüler gehören. Dieselbe autoritär-herablassende Haltung gegenüber Kindern und Jugendlichen verbreitet nun eine Tageszeitung, die sich allen Ernstes als progressiv verkauft.

Die Ressentiments gegenüber Jungen, an die Schmollack, Helbig und andere anknüpfen, sind nicht neu, und sie sind keine Erfindung von Feministinnen. Dass Jungen schwieriger seien als Mädchen, aufmüpfiger, lauter, konfliktfreudiger, selbstherrlicher, arroganter – das gehört schon lange zu den schulischen Jungenklischees. Jungen werden von Lehrkräften traditionell – und durchaus angstbesetzt –  in stärkerem Maße als Mädchen als Störungen im System Schule wahrgenommen.

Helbig aber vertieft diese Ressentiments, ideologisiert sie und immunisiert sie gegen offenkundige Einwände. Er schützt die Institution Schule und ihre Lehrkräfte vor naheliegender Kritik und stellt stattdessen männliche Kinder und Jugendliche auf eine Weise dar, die zu Aggressionen, ja Hass auf sie einlädt.

Jungen nämliche erscheinen hier als Menschen, die von Beginn ihres Lebens an gepampert wurden, die mit einem erheblichen Anspruchsdenken durch ihr Leben gehen, das sie durch eigene Leistungen nicht beglaubigen können, und die sich generell für etwas Besseres halten – und die selbst Schuld sind, wenn sie damit, endlich, in heftige Schwierigkeiten geraten.

Der angemessene Ausdruck für eine solche pauschale Darstellung von Menschen, gar Kindern ist nicht „Wissenschaft“, sondern „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“. Auch hier – wie bei der Ausgrenzung von Vätern, wie bei den einseitigen Darstellungen von häuslicher Gewalt oder „Sexismus“ – sind feministische Positionen keineswegs „progressiv“ oder „emanzipatorisch“, sondern ganz im Unterschied zu ihrem Selbstbild tief reaktionär.

Denn auch wenn Helbig überzeugt davon ist, nachweisen zu können, dass mehr männliche Lehrer männlichen Schülern keineswegs gut tun würden – der Sprung zu den pauschalen Unterstellungen der Arbeitsscheu von Jungen wäre damit noch lange nicht erklärt. Er geht nicht aus dem Text hervor, sondern baut auf Vorstellungen von Kindern, die Helbigs Texten offenbar immer schon zu Grunde liegen.

Diese autoritäre Kinderfeindlichkeit legitimiert sich absurderweise ausgerechnet dadurch, dass sie zu allem Überfluss auch noch sexistisch daherkommt: Als ob genüssliche Aggressionen Erwachsener gegenüber Kindern und Jugendlichen irgendwie ganz in Ordnung wären, solange diese Aggressionen allein männliche Kinder treffen.

Was aber unterscheidet eine Gender-Forschung dieser Art eigentlich grundsätzlich von der heute zurecht verachteten Pseudo-Wissenschaft der „Rassenkunde“? Sicherlich, die Rassenkunde klassifizierte Menschen nach Rassen und baute auf einem kruden Verständnis der Biologie auf, während diese Art der Gender-Forschung Menschen nach Geschlechtern klassifiziert und auf einem kruden Verständnis sozialer Konstruktionen aufbaut.

Beide aber setzen an bei gruppenbezogenen Ressentiments – teilen Menschen in wertvolle und weniger wertvolle – ja, hier wird sogar ein Unterschied etabliert zwischen Kindern, die der Unterstützung wert sind und Kindern, die keine Unterstützung verdient haben.

„Wissenschaft“ hat auf dieser Basis dann nur noch die Funktion, aus großen Mengen von Daten eben gerade die herauszuklauben, mit denen sich die Ressentiments scheinhaft unterstützen und legitimieren lassen.

  1. Ein gelungener Beitrag, der mit viel Arbeit verbunden ist, wie ich als einer, der HelbigsKrempel ebenso wie Dr. habil. Heike Diefenbach zur Kenntnis nehmen muss, weiß. Ich habe nur eines zu ergänzen. Leute wie Helbig frißten Ihr Dasein im wissenschaftlichen Kontext und schmücken sich mit einem wissenschaftlichen Mantel, der ihnen um Längen zu groß ist, denn sie haben weder eine Idee von der Bearbeitung von Daten noch eine Idee von Soziologie und Bildungsforschung. Theorien wie die des ideal pupil von Howard Becker oder das umfassende bildungssoziologische Werk von Basil Bernstein sind Helbig offenbar vollkommen unbekannt, wozu sollte er es auch kennen, es wäre seinen ideologischen Absicht nicht zuträglich und seiner Rolle, als Apportierer der Stöckchen, die Almendinger wirft, nicht förderlich.

    Insofern kann man nicht oft genug darauf hinweisen, dass Helbig die Rolle von Lehrern vollkommen ausblendet, die er doch angeblich untersuchen will. Es ist ihm bis heute nicht beizubringen, dass eine schulische Leistung nicht identisch mit einer Note ist, dass zwischen beidem ein Lehrer mit seinen Sym- und Antipathien steht und mit all seinen sozialen Beweggründen, die seine EInschätzung beeinflussen. Dass Jungen bessere Leistungen erbringen müssen, um dieselben Noten zu erhalten wie Mädchen, ist zwischenzeitlich hinlänglich belegt (u.a.. Diefenbach 2007, sowie in LAU und ELEMENT), dass das deutsche Bildungssystem ein dreigliedriges ist, in dem sortiert wird, aussortiert, was Jungen betrifft, so dass schon weniger Jungen auf dem Gymnasium ankommen als Mädchen, das sollte selbst für Helbig verstehbar sein, dass er deshalb untersuchen kann, ob männliche oder weibliche oder trans-Lehrer einen Effekt auf die Noten der Schüler des Eduard-Spranger-Gymnasiums in Landau der 11. Klasse haben, bis er schwarz wird, nein, dunkel-farbig wird, ohne dass es auch nur entfernt etwas zur Antwort auf die Frage, warum Jungen schulische Nachteile haben, beiträgt, das scheint ihm nicht eingägig zu sein und entsprechend bin ich wieder einmal an dem Punkt, an dem ich schon öfter war, wenn der Name Marcel Helbig auftaucht. Ich bin müde, unsagbar müde:

    http://sciencefiles.org/2015/09/08/beharrliche-lernverweigerung-berliner-wissenschaftler-versucht-weiter-der-realitaet-zu-trotzen/

    Antwort

    1. @ Michael Klein Ermüdend finde ich nicht nur, dass Helbig seit Jahren dasselbe schreiben kann – sondern vor allem, dass Reaktionen darauf ausbleiben. Immerhin hat er ja Wirkung – seine „Ergebnisse“ werden im Spiegel, in der taz, im Tagesspiegel regelrecht begierig weiterverbreitet.

      In der Universitätspädagogik scheint es allerdings überhaupt niemanden zu stören, dass hier mit verkorksten Argumenten die Rede von einem „faulen Geschlecht“ in die Welt gesetzt wird, und dass damit Kindern und Jugendlichen pauschal und willkürlich die Verantwortung Erwachsener versagt wird.

      Dabei finde ich: Wer Helbig liest und unkritisch und distanzlos übernimmt, was er so vertritt – der hat als Lehrkraft in der Schule nichts zu suchen. Es wäre eigentlich die Aufgabe universitärer Lehrerausbildung, und nicht die von einigen Bloggern, die kinderfeindlichen und autoritären Positionen klar zu kritisieren, mit denen Helbig durch die Zeitungslandschaft tönen kann.

      „Pegida-Demonstranten beschimpfen Kinder“: Spiegel-Online berichtet gerade heute, bei einer Pegida-Demonstration in Dresden seien Kinder als „faules Pack“ beschimpft und von einigen Demonstranten sogar mit brennenden Zigaretten bedroht worden. Eine offizielle Reaktion kam sehr schnell:

      „Das Kultusministerium reagierte mit einem offenen Brief. Dresdens Gastfreundschaft sei ‚von Pegida-Demonstranten mit Füßen getreten‘ worden, heißt es darin. ‚Wir sind entsetzt und betroffen, dass Ihr am gestrigen Montagabend vor dem Schauspielhaus Dresden von Pegida-Demonstranten angegriffen, beleidigt und bedroht worden seid‘, schreibt Dirk Reelfs, Pressesprecher des Ministeriums. Das Ministerium verurteile die Angriffe zutiefst. ‚Es ist beschämend und spricht Bände für emotionale Armut und Kleingeistigkeit dieser Menschen, die Euch bedroht haben.’*

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dresden-pegida-demonstranten-bedrohten-kinder-a-1054255.html

      Ich finde die Reaktion völlig richtig. Es wäre nur schön, wenn es auf die Armut und Kleingeistigkeit Helbigs einmal ähnliche Reaktionen gäbe.

      Antwort

  2. Eine Verständnisfrage: wenn Thomas Viola Rieske

    „sich darauf beschränkt, Mädchen und Jungen jeweils derselben Schulform zu vergleichen – und so gerade den wesentlichen Faktor ausgeblendet, dass Jungen überproportional häufig eben in die Schulformen sortiert werden, deren Bildungsabschlüsse einen geringeren Wert haben“

    und zu dem Ergebnis kommt, dass Jungen ggü. Mädchen innerhalb derselben Schulform nicht benachteiligt werden, wie verhält sich das zu der Aussage, dass Jungen gegenüber Mädchen benachteiligt werden und dadurch in niedrigere Schulformen aussortiert werden?

    Worauf ich hinauswill: der Hinweis, die Studie von Thomas Viola Rieske sei deshalb mangelhaft, weil sie nur Schüler der gleichen Schulform vergleiche, impliziert, dass sie unter dieser Einschränkung richtig ist und damit auch sein Nachweis, dass Jungen nicht benachteiligt sind.

    Antwort

  3. Ich sehe gerade beim Verweis, den Michael Klein weiter oben gibt, sein Argument:

    „Dass Jungen auf Sonderschulen und Hauptschulen ausgesiebt werden und seltener als Mädchen als Schüler an Gymnasien ankommen, das ist das Explanandum. Das gilt es zu erklären. Und nicht die Schulnoten von Schülern der 9. Klasse am Eduard Spranger Gymnasium in Landau/Pfalz.“

    das mir die Frage beantwortet.
    Offenbar gibt es am konkreten Gymnasium keine Benachteiligung, was nur scheinbar die These stützt, dass die kompetenten Jungen es ins Gymnasium geschafft haben. Es kann auch die These stützen, dass nur die zu Mädchen kompatiblen Jungen es ins Gymnasium geschafft haben und dort aufgrund ihres mädchenkompatiblen Verhaltens keine Benachteiligung erfahren.

    Antwort

    1. Auf der verlinkten Seite der GEW findet sich die Rieske-Schriftnicht mehr, warum auch immer. Auf der Seite der Pädagogischen Hochschule in Freiburg bekommt man sie noch:
      https://www.ph-freiburg.de/fileadmin/dateien/sonstige/gleichstellung/GEW_Bildung_von_Geschlecht_Jungenbenachteil.pdf

      Ich muss gestehen, dass ich Rieske aus dem Kopf zitiert hatte, weil ich mich bei der Helbig-Lektüre daran erinnerte, etwas ganz ähnliches bei ihm schon einmal gelesen zu haben. Hier ist die Passage:

      „Insgesamt zeigte sich bei PISA, dass der Leserrückstand von Jungen kleiner wird, wenn nur die Ergebnisse von Mädchen und Jungen der jeweils selben Schulform verglichen werden.“ (S. 27)

      Rieske weist dann allerdings durchaus darauf hin, dass bei den „weniger fördernden Schulformen“ Jungen stärker vertreten seien. Gleichwohl wird hier deutlich, dass die Konzentration auf Daten ein und derselben Schulform die Problematik kleiner scheinen lässt, als sie ist: Weil ja eben gerade die Unterschiede von Jungen und Mädchen ZWISCHEN den verschiedenen Schulformen damit ausgeblendet wird.

      Insgesamt hatte ich bei Rieske den deutlichen Eindruck, er würde Daten jeweils so auswählen, dass die Situation – in der Wahrnehmung, nicht in der Realität – entschärft wird. So stellt er (als ein Beispiel von vielen) fest, dass männliche Abiturienten eine größere Studierendenquote hätten als weibliche. Wer Helbigs Zahlen nachrechnet (er selbst legt die Zahlen nicht klar vor), stellt fest, dass immer noch deutlich mehr Frauen als Männer ein Studium beginnen – nur ist der Vorsprung von Frauen auf Männer hier nicht mehr ganz so hoch wie noch beim Erwerb des Abiturs. (Rieske, S. 43 und 73). Er sucht also offenkindig Daten sehr selektiv danach aus, dass sie Nachteile von Jungen kaschieren oder gar Jungen-Privilegien anzudeuten scheinen.

      Wichtig war mir Rieske im Artikel oben nur für den Hinweis, dass das, was Helbig macht, eigentlich überhaut nicht neu ist, und dass seit Jahren immer dieselben Kniffe angewandt werden, um spezifischen Probleme von Jungen zu kaschieren. Das macht dann vielleicht auch verständlich, warum Michael Klein (siehe den Kommentar oben) schreibt, er würde dabei „unsagbar müde“ werden.

      Antwort

  4. Nun, ich wollte eigentlich „nur mal eben noch“ den neuesten Artikel auf Man Tau lesen ( zugegeben, nicht gerade schlau, da das selten klappt ;-).
    Dann sah ich den Link zur TAZ und habe mal kurz reingeklickt, um den Text grob zu überfliegen. Erst dachte ich, er würde mit einer ironisierten Einleitung beginnen, ein paar Zeilen weiter mußte ich anfangen zu erkennen, daß der Mist wohl ernst gemeint ist. Also schaute ich doch etwas genauer hin. Dann las ich quer über das eine oder andere Dutzend Kommentare. Etwa beim zweiten vom unvermeidlichen „Velofisch>“ haute dann der „kleine Mann im Ohr“ auf den Buzzer:
    „Schmollack!“
    Kurz hochgescrollt kam der zweite Ausruf:
    „Bingo!“

    Erst da fiel mir auf, daß der Text auf einer neuen feministischen Lüge basiert, wenn auch ein wenig verklausuliert:

    „„Mädchen profitieren nicht von Lehrerinnen, Jungen nicht von Lehrern“, sagte Helbig zur taz. Mädchen bekommen also von Lehrerinnen keine besseren Zensuren und Jungen keine schlechteren, hat Helbig, 34, herausgefunden. Ebenso wenig bevorzugen Lehrer ihre jüngeren Geschlechtsgenossen und vernachlässigen dagegen die Mädchen.

    Auch bei Empfehlungen für weiterführende Schulen, beispielsweise fürs Gymnasium, entscheidet nicht das Geschlecht der Lehrkraft, ob ein Kind befördert wird, sondern ausschließlich das Wissen der Schülerin oder des Schülers.

    Helbigs Erkenntnisse werfen die jahrzehntealte These, dass Jungs in der Schule benachteiligt werden und deshalb schlechtere Zensuren bekommen, komplett über den Haufen. Schon gegen das Wort „These“ verwahrt sich Helbig. Er spricht lieber von Behauptungen. So sei es stets eine Behauptung gewesen, dass LehrerInnen SchülerInnen des eigenen Geschlechts besser bewerten würden. Ebenso sei es eine Behauptung und keine belegbare These gewesen, dass Jungs in der Schule verstärkt Männer als Lehrer brauchen, um sich besser orientieren zu können.“

    Kurz gesagt unterstellen Schmollack und Helbig ja, daß das Dillemma der Jungen von Kritikern ausschließlich, oder zumindest in der Hauptsache, darauf zurückzuführen wäre, daß männliche und weibliche Lehrkräfte jeweils das eigene Geschlecht besser benoten würden.
    Soweit mir bekannt hat das aber kein Kritiker der geschlechtsspezifischen Probleme im Bildungsbetrieb je so behauptet.
    Beide wollen offenbar suggerieren, daß es „mal wieder ein Konstrukt der Maskus“ wäre, um sich patriarchal vor die faulen Jungs zu stellen.
    Daß Helbig dabei dann auf die feministische Alleinerziehungsthese zurückgreift, welche er ja zu bestätigen versucht, nämlich daß es völlig egal wäre, wer Bezugsperson ist, hauptsache das Kind hat eine, unterstreicht diese Taktik noch. Daß Lehrer i.d.R. per se nicht als enge Bezugspersonen des Kindes fungieren sollten, wird unter den Teppich gekehrt, um die hübsch konstruierte Parallele nicht zu gefährden.
    Er widerspricht damit sämtlichen Erkenntnissen der desbezüglichen Forschung und dem Common Sense elterlicher Erfahrungen.

    Daraufhin wurde mir dann der Hals in etwa so dick, wie es auch Lucas Schoppe beim Verfassen dieses Blogspots gegangen zu sein scheint.

    Aber es ist schon recht interessant und erstaunlich, die offenbar recht lukrativen Aufwüchse des Protegismus im Feminismus mal „live“ zu bewundern.
    Bei der Achse Lenz>>Rosenbrock ist ja gerade ein peinlicher Faux-Pas passiert ( Denunziation durch feministische Wohngemeinschaftsmitglieder ), das „Projekt“ ist den Bach runter gegangen ( zumindest vorläufig ).
    Bei Allmendinger>>Helbig scheint das Konzept aber ziemlich aufzugehen.
    Helbig scheint jetzt schon bekannter und bei den Mainstreammedien beliebter zu sein, als seine, im Grinterhund die Fäden ziehende, „Doktormama“.

    Ich denke, es könnte durchaus interessant sein, mal bei diesen und weiteren Pappenheimern die relevanten Aussagen von „Mutter und Kind“ zu vergleichen und vielleicht aufzulisten o.ä..
    Und sicherlich gibt es noch ein paar mehr „generationenübergreifend“ sich entwickelnde Effekte im universären Betrieb, deren Kenntnis im konkreten Einzelfall recht erleuchtend sein könnten.

    Antwort

  5. @Schoppe.

    Du schreibst:

    „Doch statt zu fragen, welche Aspekte der Institution Schule zu dieser Entfremdung beitragen, suchen Hadjar et.al. die Gründe bei den Jungen selbst. Verantwortlich seien nicht etwa problematische Strukturen der Schule, sondern „hegemoniale Praktiken der Männlichkeit“, mit denen die Jungen nicht in die modernen, aufgeklärten Bildungsinstitutionen passen würden. (Hadjar et.al., S. 94)“

    Interessant wäre hier doch mal, wie die sogenannte unabhängige Variable „hegemoniale Praktiken der Männlichkeit“ operationalisiert wird, falls es dieses Konstrukt wirklich in der Realität geben sollte, was ja noch nicht sicher ist. Dann wäre ja die Frage, sind diese Praktiken gleichmässig verteilt bei Jungen oder nicht und weshalb nicht? Und dann wäre ja dann die Frage, wie man eine Kausalität feststellen will zwischen unabhängiger Variable (hegemoniale Praktiken) und abhängiger Variable (Entfremdung bzw. Schulerfolg). Eine Kausalität festzustellen, ist m.E. schlichtwegs nicht möglich, also würde noch eine Korrelation bleiben. Nur Korrelation ist eben nicht a priori Kausalität, sondern ein Zusammenhang, der eben auch nur auf einer Scheinkorrelation beruhen kann und überhaupt keine Kausalität aufweisen muss; zu denken wären auch an intervenierende Variablen, die das Ergebnis verfälschen. Und auch ganz allgemeine Fragen die zu beantworten wären: Wie wirkt sich die unterschiedliche Ausprägungen der unabhängigen Variable auf die abhängige Variable aus oder durch was ist die unterschiedliche Ausprägung der abhängigen Variable zu erklären etc.? Also, um es einfach zu machen: interessieren würde das Forschungsdesign, sollte hier überhaupt empirische Forschung angestellt worden sein, die den Namen Wissenschaftlichkeit verdienen.

    Antwort

    1. Es ist tatsächlich interessant nachzuschauen, wie Helbig seine These eigentlich operationalisiert. Einerseits greift er ja auf eine große Menge an Daten zurück und erweckt so den Eindruck, seine Aussagen seien ausführlich empirisch belegt. Andererseits gibt es für die Unterstellung „hegemonialer Praktiken“ überhaupt keine Belege – und nicht einmal den VERSUCH, diese Unterstellung operationalisierbar zu machen (also Konzepte dazu zu entwickeln, wie diese angeblich verinnerlichte Hegemonialität denn mit Daten nachweisbar sein könnte).

      Helbig bezieht sich knapp auf zwei Texte aus den Neunziger Jahren (Cohen 1998; Mac an Ghaill 1994, bei Helbig S. 29).

      Der eine davon, Mairtin Mac an Ghaills „Making of Men“, klassifiziert mit Anlehnung an Connell die „Maculinities“ der Jungen an der Schule in vier Gruppen, bei der die Gruppe der schulisch erfolgreichen Jungen von den klassisch-männlichen Jungen angeblich als verweiblicht wahrgenommen würde.

      Michele Cohens Artikel „Habit of Healthy Idleness“ geht von einer Beobachtung John Lockes aus. Der hatte nämlich bemerkt, dass Mädchen durch französische Konversation im Unterricht die Sprache recht schnell lernen würden, während Jungen im klassischen Lateinunterricht wesentlich schlechtere Lernergebnisse hätten. Locke hatte das auf die unterschiedliche Methoden des Sprachenlernens durch Konversation vs. Lernen durch Drill bezogen. Cohen nun meinte, durch die – in meinen Augen absolut richtige – Betonung der unterschiedlichen Methoden sei die größere Leistung der Mädchen unsichtbar geworden, ebenso wie die Minderleistung der Jungen.

      Helbigs einziger Bezug, soweit ich das sehen kann, sind also zwei Texte aus den Neunzigern, die ihrerseits offenbar auch keine klaren Belege habe, nichts operationalisieren, aber dafür mit stark tendenziösen Vorannahmen arbeiten. Wir können wohl davon ausgehen, dass die nächsten Texte, die über die Arbeitsscheu von Jungen und ihre angeblich hegemoniale Männlichkeit schreiben, ihrerseits dann Helbigs Texte als gültige Forschungsbelege anführen…

      Ich habe die Texte von Cohen und Mac an Ghaill nicht im Original gelesen, sondern mich auf Internet-Quellen gestützt. Hier zu Cohen, ein späterer Artikel von ihr selbst, in dem sie den früheren Text referiert:
      http://www.historyandpolicy.org/policy-papers/papers/knowledge-and-the-gendered-curriculum-the-problematisation-of-girls-achieve

      Hier eine kurze Darstellung von Mac an Ghaills Buch bei Anthony Giddens:
      https://books.google.de/books?id=vbu2gis26C0C&pg=PA464&lpg=PA464&dq=Mac+an+Ghaill&source=bl&ots=GZiGlmMLLj&sig=63CgCec9fMDYgcrRDF_EfcPjR2E&hl=de&sa=X&ved=0CEsQ6AEwCGoVChMI7rj2juOHyAIVRUIUCh0eHAYB#v=onepage&q=Mac%20an%20Ghaill&f=false

      Antwort

  6. Vielen Dank für den großartigen Artikel. Gerade der Vergleich dieser „Genderwissenschaft“ mit der Rassenlehre der Nazis ist sehr treffend. Jungen haben es bereits seit Jahrzehnten schwer in der Schule. Übrig wird so wohl nur eine verlorene Generation von Männern bleiben, die ein mieses Selbstbild hat und sich noch immer schuldig fühlen wird, dass sie selbst nicht genug getan hat. Die Genderlehre mit ihren Apologeten und gläubigen Anhängern wird sich dann zwar bestätigt fühlen, doch zu welchem Preis?

    Antwort

  7. „Schuld sind ausschließlich die Jungs selbst.“

    Sie wollen einfach nichts tun was Jungen helfen könnte. Wenn aber Mädchen im Mathe-Pisa-Test schlechter abschneiden wie die Jungen, ist das ein riesen Problem und da muss unbedingt etwas am Lehrinhalt geändert oder mehr Mädchen-Mathe-Förderung angeboten werden. Da heißt es dann nicht „Schuld sind ausschließlich die Mädchen selbst.“ Nein, nein, das gilt nur bei Jungen…

    Antwort

  8. Dass das offensichtlich nicht stimmt, stört hier nicht weiter. Anstrengungslose Wirkung ist in der klassischen Literatur weiblich konnotiert, als „Anmut“, die Friedrich Schiller der männlichen „Würde“ gegenüberstellt, welche ihrerseits immer mit Leid und Anstrengung verbunden sei. Das bedeutet nun nicht, dass Schiller Recht und Schmollack Unrecht hätte – es zeigt aber, wie beliebig die klischeehaften Gender-Zuordnungen sind, mit denen Schmollack, Helbig und andere operieren.

    Es geht ja hier gar nicht darum, ob Schiller „Recht“ hat. stupid: Da man hier die soziale Konstruktion von Männlichkeit zugrundelegt, ist es ausschließlich entscheidend wie Männlichkeit konstruiert wird.

    Wenn Schiller also „männliche Würde“ als mit „Leid und Anstrengung“ verbunden konstruiert, dann ist das ein Indiz dafür, dass „Leid und Anstrengung“ zum Set der „hegemonialen Männlichkeitspraxen“ gehört. Und Schillers „männliche Würde“ ist da bei weitem nicht das einzige Indiz. Ich sehe nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür, dass fehlende Leistungsbereitschaft in unserer Kultur irgendwie positiv-männlich konnotiert wäre. Allenfalls eine mühelose aka „lässige“ Leistungserbringung könnte man dahingehend deuten, aber wenn die Leistung nicht erbracht wird ist das gerade nicht mehr „lässig“, sondern galt schon vor einem Jahrhundert „faul und verdorben“ und war zuvörderst Rechtfertigung für massivste Einschränkungen der Chancengleichheit.

    Es ist in der Tat sehr entlarvend, wie hier offen auf übelste sozialdarwinistische Diskurse rekurriert wird, nur eben – wir kennen es ja aus den neurechten Diskursen – mit einer kulturalistischen Legitimation.

    Wenn man hier schon auf „Männlichkeitspraxen“ abstellt, dann kommt man eigentlich nicht umhin eine marginalisierte und widerständige „Männlichkeitspraxis“ zu erkennen. Nur exkulpiert eine solche Betrachtungsweise die vorherrschende Schulpraxis gerade nicht, also wird Herr Helbig auch kein Leckerli dafür kriegen.

    Wenn man also Connell versucht einigermaßen ernst zu nehmen, dann repräsentieren gerade profeministische Männlichkeiten die „hegemoniale Männlichkeit“, während die pösen disziplinverweigernden Jungs eine „marginalisierte Männlichkeit“ repräsentieren. Und das ist auch alles andere als neu: Die „kultivierte“, „geschliffene“, disziplinierte, bescheidene und insbesondere „frauenfreundliche“ Männlichkeit war im bildungsbürgerlichem Diskurs schon vor hundert Jahren hegemonial. Insbesondere muss man sich also nicht darüber wundern, dass Mädchen schon vor hundert Jahren bessere Noten erhielten. Natürlich diente die Schule schon vor hundert Jahren dazu, vor allem Männlichkeit zu disziplinieren, zu „kultivieren“ und vor allem: Auszusortieren.

    „Wissenschaft“ ist hier wie eine große unaufgeräumte Schublade, aus der immer das herausgeklaubt werden kann, was gerade gebraucht wird und politisch opportun ist.

    Diese himmelschreiende Beliebigkeit und Geschichtslosigkeit fällt mir regelmäßig auf, wenn mal wieder „hegemoniale Männlichkeit“ bemüht wird.

    Das ist wohl das Schöne an diesem Konzept: Sobald sich irgendwie eine „Patriachatserhaltende“ Funktion der in Frage stehenden „Männlichkeitspraxis“ herbeikonstuieren lässt, gilt offenbar regelmäßig als bewiesen, dass diese „Männlichkeitspaxis“ Teil der „hegemonialen Männlichkeit“ ist. Diese frei im Raum schwebende Zirkularität ist offenbar schon im Konzept fest eingebaut, wenn „[die hegemoniale Männlichkeit] für eine bestimmte gesellschaftliche Situation die durchsetzungsfähigste, wenn auch nicht einzige Antwort auf das Legitimitätsproblem des Patriarchates“ sein soll.

    Antwort

    1. Anstrengungslose Wirkung ist in der klassischen Literatur weiblich konnotiert, als „Anmut“

      ..und folgt man dieser „konstruktion von Weiblichkeit“ ist es auch ohne Weiteres erklärlich, dass Mädchen für die „Anmut“ eines reibungslosen Anschmiegens in die schulische Ordnung gute Noten erhalten. Und schon vor hundert Jahren erhielten.

      Gerade wenn man der feministischen Weltsicht folgt ist es, für die Institution Schule zur Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse, nicht wichtig Mädchen auszusortieren: Da sie sowieso keine entscheidenden Funktionen in der Gesellschaft einnehmen sollen, ist es auch eher unerheblich ob sie tatsächlich gute Leistungen erbringen. Es reicht vollkommen aus, wenn sie brav „ganz Frau“ sind.

      Aber im real existierenden Feminismus geht es ja auch gar nicht darum, etwas daran zu ändern.

      Helbigs große Patronin Jutta Allmendinger scheint es offenbar in hellen Momenten zu ahnen, wenn sie die unbegründet bessere Benotung von Mädchen als Diskriminierung (von Mädchen!) deutet.

      Antwort

    2. Wie schlecht ist das denn?

      „Fleiß gilt als uncool, weil er ein Zeichen von Strebertum ist“ behauptet Helbig, und beruft sich dabei auf Hadjar et al 2010. Damit will er seine Behauptung stützen, dass Jungen sich qua Geschlecht „Entitled“ fühlten.

      Nun befragte Hadjar et al 2010 eine Stichprobe von 872 Berner Schüler der 8. Klasse dazu, ob die Peergroup es gut fände, wenn man für die Schule lerne (S. 19). Ergebnis: Auf einer Skala von 1-5 antworteten die Mädchen im Schnitt mit 3,54 und die Jungen im Schnitt mit 3,24. Was für ein gewaltiger Unterschied!!!1!

      Im qualitativen Teil heißt es:

      Eine solche Tendenz bzw. ein solcher Konformitätsdruck kann auch im Hinblick auf die Einhaltung des ‚Coolness-Gebots’ in der Jungengruppe, im Sinne von schulerfolgsmindernden Verhaltensweisen oder bewusster Anstrengungsvermeidung, als relevant erachtet werden. Dies wird zwar nicht explizit von Seiten der Jungen angesprochen, jedoch innerhalb einer Mädchengruppe (auf Spez-Sek-Niveau) geäussert und thematisiert:

      [..]

      ?w: Jungen, die gut sind, es müssen keine Streber sein, kommen bei den anderen
      nicht so gut an. Ist ein Mädchen gut, denkt man, das ist einfach so. Mädchen sind von
      Natur aus gescheit. Mädchen stört es weniger. Ich glaube nicht, dass jemand der gut ist,
      mit jemandem der schlecht ist, ein Problem hat.
      Y: Bei den Mädchen. Und bei den Jungen?
      ?w: Wer gescheit ist, wird als uncool bezeichnet, weil er lernt. Nicht immer, aber
      teilweise. Vielleicht hier weniger als in anderen Schulen.
      Y: Das Problem ist für die Jungen grösser?
      ?w: Ja. Jungen wollen immer cool sein. Darunter verstehen sie auch, verbotene Sachen zu machen. Das finden die Mädchen aber gar nicht cool.
      ?w: Jungen finden es cool, gute Schüler zu „dissen“. Dabei wollen sie selber gut sein. Aber sie können es nicht. Deshalb „dissen“ sie.
      ?w: Bei den Mädchen ist es egal. Schlechte tun einem leid.
      ?w: Bei Mädchen sind eher durchschnittliche Jungen beliebt. Bei den Jungen sind eher
      gute Mädchen beliebt. (Gelächter)
      ?w: Denke ich nicht.
      ?w: Ich glaube, den Jungen ist es egal, den Mädchen nicht.
      ?w: Ich möchte keinen, der abgestürzt ist, aber auch keinen Streber.
      ?w: Einfach normal. Manchmal schlechter, manchmal besser.
      Y:
      Jungen haben mit den Guten ein Problem?
      ?w: Ein bisschen. Schauen, wer stärker ist. Das haben Jungen immer.
      Y:
      Konkurrenz.
      ?w: Das haben Mädchen weniger. Bei uns zählt der Charakter. Das Aussehen.
      (Gelächter)
      (G03_Mädchen_SpezSek_161-202)*

      (S.108)

      Bezeichnenderweise wird das ganze Projekt unter der Domain „faulejungs.ch“ vorgestellt.

      http://www.faulejungs.ch/pdfs/projektbericht_30.6.11.pdf

      Die Aussage „Vielleicht hier weniger als in anderen Schulen“ deutet für mich ziemlich klar darauf hin, dass die Mädchen hier ein Geschlechterstereotyp replizieren. Es ist wohl eher so, dass schlechte Jungen gute Jungen „dissen“, weil sie sich in der Konkurrenz unter Jungen behaupten müssen.

      Weil aber das Deutungsmuster „Hegemoniale Männlichkeit“/“Entitlement“ von vornherein feststeht, muss nach jedem Strohalm gegriffen werden um etwas „relevantes“ zu finden. Obwohl der quantitative Teil keinerlei relevante Anhaltspunkte liefert und die Jungs selber gegenteiliges sagen.

      Auf sowas stützt dann unser Marcel sein „Erkenntnis“, dass „Fließ als uncool“ bzw. weiblich abgewertet wird.

      Was fürn Dreck.

      Antwort

      1. @ Nick Es lässt sich ja überhaupt nicht klar feststellen, was in den von Dir zitierten Befragungen eigentlich erfragt wird. Leistungsbereitschaft? Anpassungsbereitschaft? Die Art und Weise, wie Jungen und Mädchen sich darstellen wollen? Wie sie sich selber sehen? Welche Selbstdarstellungen sie für opportun und erwünscht halten?

        Außerdem ist ohnehin nicht viel davon zu halten, wenn bestimmte Eigenschaften von Geschlechtern „erforscht“ werden, ohne dass das beständige Wechselspiel dabei berücksichtig wird. Als ob nur Jungen auf andere Jungen Druck ausüben würden – und als ob die Erwartungen von Mädchen an Jungen hier ganz unwichtig wären. Und dass ein lässiger Jungen, der sich um sein Leben nicht allzu viele Sorgen macht, weithin deutlich besser bei Mädchen ankommt als ein verbissen arbeitender Junge, der sich ganz auf den schulischen Erfolg konzentriert – das ist eine Erfahrung, die vermutlich JEDER Junge früher oder später macht.

        Ebenfalls verfehlt ist es, so zu tun, als ob es hier lediglich um den Schein ginge, um die Darstellung für andere, und nicht um reale Erfolge. Wer als Junge beständig cool und lässig ist, aber nirgends etwas auf die Reihe bekommt – der geht, wenn er Glück hat, als liebenswürdige Luftnummer durch, mit etwas weniger Glück steht er als Schwätzer und Versager da. („wenn die Leistung nicht erbracht wird ist das gerade nicht mehr “lässig”, sondern galt schon vor einem Jahrhundert “faul und verdorben”“).

        Das Interesse an „Männlichkeiten“ dauert hier also immer nur eben gerade so lange, bis irgendein Grund gefunden wurde, warum es nicht weiter wichtig sei, sich näher mit den Lebensbedingungen von Jungen oder Männern zu befassen.

        Gleichwohl bin ich noch immer irritiert von der Selbstverständlichkeit, mit der hier ERWACHSENE großen Aufwand betreiben, nur um irgendwelche beliebigen Gründe dafür zusammenzusuchen, weshalb sie gegenüber KINDERN oder JUGENDLICHEN – die offenbar in Schwierigkeiten geraten sind – keine Verantwortung wahrzunehmen brauchen. Besonders irre ist, dass diese konsequente Verantwortungsverweigerung als „Wissenschaft“ daherkommt.

      2. @Schoppe:
        Es lässt sich ja überhaupt nicht klar feststellen, was in den von Dir zitierten Befragungen eigentlich erfragt wird.

        Es wird offenbar gar nichts gefragt, man hat sein vorgefasstes Bild und pickt sich das heraus, was sich irgendwie dahin biegen lässt. Wenn die Jungen sagen: „es kommt nicht darauf an, und wer andere als Streber abstempelt muss halt selbst damit klarkommen, wenn er später keinen guten Beruf haben wird“, dann wird das angebliche coolness-Diktat eben „nicht offen Thematisiert“. Es muss ja existieren. Dann muss eben der soziale Duck Alkohol zu trinken als Beleg dafür herhalten, dass Streber insgeheim „relevant“ doch als uncool gelten.

        Und zum Glück gibt es ja die Mädchen, die offenkundig brav gelernt haben dass Jungs eigentlich so sind (dass das die erwartete Antwort ist) und deren offenkundige Dissonanz („aber bei uns ist das nicht so“) kann man ja getrost ignorieren. Die Mdchen wissen doch viel besser als die Jungen selbst, was in ihren Köpfen vorgeht..

        Besonders irre ist, dass diese konsequente Verantwortungsverweigerung als “Wissenschaft” daherkommt.

        Vielleicht hätte man das Ganze lieber unter der Domain „verantwortungsfaule-bildungsbuerokraten.ch“ präsentieren sollen.

  9. Leider muss ich dem Ergebnis der Studie von Herrn Helbig zustimmen. Jungen sind fauler als Mädchen. Ich habe jahrelang als Berufschullehrer Biologie, Chemie und weitere Fächer unterrichtet. Jedes Jahr das gleiche Bild. Die Mädchen erledigten Hausaufgaben ordentlicher Bei Klassenarbeiten schnitten die Mädchen besser ab.
    Was mich aber an der Studie von Herrn Helbig stört, ist die mangelnde Ursachenforschung. Die Frage, woher diese Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen kommen, wird anscheinend nicht als forschungswert betrachtet. Für mich, leider nur Meinung, sind die Unterschiede in der unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeit von Jungen und Mädchen begündet. Die Interessen von Jungen sind noch nicht auf die Zukunft sondern eher auf die Gegenwart gerichtet. Und Pauken hat in dieser Lebensphase noch keinen hohen Stellenwert. Deshalb ist für mich nicht die Aussage „Jungen haben selber Schuld“ zielführend, sondern Forschungen zu einer jungenspezifische Pädagogik. Es sieht für mich so aus, dass die Koedukation Jungen mehr schadet -natürlich nur unter dem Aspekt berufliche Chancen in der Zukunft- als dass sie ihnen nützt.

    Antwort

    1. @ Rolf Das erstaunt mich generell bei Helbig. Selbst wenn er glaubt, Jungen begründet auf eine wenig schmeichelhafte Weise beschreiben zu können – es fehlt bei ihm völlig die Frage, wíe wir („wir“ als Erwachsene, die eine Verantwortung für Kinder und Jugendliche haben) denn im Interesse der Jungen darauf reagieren können. Eigentlich geht es bei Helbig immer nur darum, Schulen und Schulbürokratie von ihrer Verantwortung freizusprechen.

      Ich hatte auch schon öfter den Gedanken, dass es Jungen (und aus anderen Gründen auch Mädchen) zumindest in einigen Fächern ganz gut tun könnte, wenn sie nicht koedukativ unterrichtet würden. Das auch nicht nur aufgrund unterschiedlicher Entwicklungsgeschwindigkeiten: Im Sportunterricht beispielweise werden Jungen manchmal regelrecht behindert, damit ein halbwegs ausgeglichener Unterricht mit den Mädchen möglich wird – beispielsweise mit so seltsamen Regeln wie der, dass nur Mädchen Tore schießen dürfen, dass Mädchentore doppelt zählen etc. (ich muss allerdings dazu schreiben, dass ich das von meiner Schule nicht kenne, sondern nur aus Medienberichten).

      Was mich aber zudem stört, ist, dass die binäre Kategorie faul/fleißig viel zu einfach ist, auch wenn sie in der Schule natürlich Tradition hat. Einige klare Unterschiede lassen sich abgesehen davon sehr wohl feststellen, jedenfalls nach meiner Erfahrung:

      • Schriftbild: Jungen haben fast durchgehend eine krakeligere, schlechter lesbare, weniger ansehnliche Schrift als Mädchen. Dieser Unterschied ist so auffällig und stabil, dass es mich überhaupt nicht überraschen würde, wenn jemand durch Studien nachweisen könnte, dass er irgendwie biologisch begründet ist.
        Er hat allerdings ganz gewiss soziale Konsequenzen: Da viele Lehrkräfte auf ein sauberes Schriftbild großen Wert legen, werden Jungen – was das Schreiben angeht – schon früh viele entmutigende Kommentare bekommen, Mädchen eher ermutigende.
      • Mappenführung: Auch da ist der Unterschied fast absurd deutlich. Fast durchgehend ist die Mappenführung bei den Mädchen sorgfältiger als bei den Jungen. Besonders auffällig: Wenn es um (scheinbare oder tatsächliche) Nebensächlichkeiten geht, um die schöne Ausgestaltung von Seiten, Deckblättern, Inhaltsverzeichnissen etc. – dann geben sich Mädchen dabei fast durchweg deutlich mehr Mühe als Jungen.

      Diese beiden Aspekte haben mit Sicherheit Folgen. Es wär allerdings wichtig, wenn sich Lehrkräfte über den Stellenwert dieser Aspekte klar würden – eine gestochen saubere Schrift und eine aufwändige Mappenführung sind ja nicht unbedingt die bedeutendsten Leistungen im Unterricht.

      -Texte: Auch hier ist nach meiner Erfahrung der Unterschied überraschend deutlich. Als Deutschlehrer erzähle ich fast in jeder Gruppe, die ich habe, den JUNGEN, dass es nicht unbedingt ausreicht, Texte so kurz wie nur möglich zu verfassen. Dass es zum Beispiel wichtig ist, Positionen – so richtig sie sein mögen – auch zu begründen, sie zu belegen, sie evtl. mit Beispielen zu illustrieren etc.
      Bei manchen Mädchen (ist aber immer nur bei wenigen nötig) sage ich dann das Gegenteil: Dass es wichtig sei, nicht einfach drauflos zu schreiben – dass es auch nicht darauf ankäme, so viel zu schreiben wie möglich – sondern dass es wichtig sei, das Geschriebene auch zu strukturieren, sich nicht beständig zu wiederholen etc.
      Auch im Verfassen von Texten gibt es also nach meiner Erfahrung sehr deutliche Jungen-Mädchen-Unterschiede – und da müssen insbesondere die Jungen lernen, sich besser zu verkaufen.

      • Sozialverhalten: Hier haben Jungen nach meiner Erfahrung zu Unrecht bei vielen Lehrkräften eine schlechten Ruf. Ich finde auch, dass die häufig festgestellte relative Entwicklungsverzögerung von Jungen gegenüber Mädchen hier nicht unbedingt durchschlägt. Gerade im Pubertätsalter verhalten sich Jungen oft deutlich ruhiger und gelassener als ihre Klassenkameradinnen: Wenn in der Zeit Dramen inszeniert werden, dann nach meiner Erfahrung ganz überwiegend von Mädchen.
        Es gab einmal Zeiten, in denen Mädchen als „Sozialpuffer“ zwischen die wilden Jungs gesetzt wurden. „Das muss aber SEHR lange her sein“, sagte mal eine Kollegin, mit der ich darüber sprach.
        Heute finde ich, dass Mädchen tendenziell im Verhalten untereinander (nicht gegenüber Lehrkräften) schwieriger sind als Jungen. Das gilt natürlich nicht für alle Mädchen und Jungen. Aber: Wenn ich als Lehrer in Klassen Konflikte erlebt habe, die über Wochen und Monate weiter getragen wurden – in die auch immer wieder Lehrkräfte einbezogen wurden – in denen sich Gruppen gezielt gegen Einzelne formierten: Dann waren das ausschließlich Konflikte unter Mädchen.

      Das sind alles persönliche Eindrücke, „leider nur Meinung“ und nicht wissenschaftlich begründet. Aber es reicht schon aus, um zumindest klarzustellen, dass mit so einfachen Gegenüberstellungen wie faul/fleißig, hegemonial/nicht-hegemonial niemand den Kindern und Jugendlichen gerecht werden kann.

      Antwort

  10. […] und Förderschulen weit überrepräsentiert, in Gymnasien weit unterrepräsentiert sind. Eine feministische orientierte Pädagogik entdeckt die Ursache für solche Schwierigkeiten ganz selbstverständlich nicht etwa bei den […]

    Antwort

  11. Zugegeben kann ich auch NICHT wissenschaftliche Resultate, sondern „nur“ Erfahrungen/Anekdoten aus meiner (Akademiker-)Familie weitergeben:

    Der Junge (jetzt zehn) war von Schulbeginn an gegenüber jedem Wunsch, er möge lesen, trotzig, nur mit hohem Druck durch die Eltern dazu zu bewegen, ein Buch in die Hand zu nehmen, von freiwilligem Lesen oder anderweitigem Lernen ganz zu schweigen. Selbst die von der Schule derzeit geforderte Aufgabe, ein Instrument zu lernen – vielleicht möglich, aber nur unter Druck, Druck und nochmals Druck durch uns Eltern.

    Dafür ist er aber stets vorne dabei, wenn es gilt, Videos anzusehen, Viedospiele zu spielen – bloß: das Angebot mit ihm gemeinsam derartiges zu programmieren, schlägt er aus. Wir verfolgen es auch nicht weiter, da derzeit für ihn noch nicht schulisch relevant, so dass wir noch zusätzlich uns und ihn enervierenden unnötigen Druck erzeugen müssten.

    Ergebnis: Natürlich eher mäßige Schulnoten, die nur auf Grund des Aufwands, den meine Frau und ich treiben, nicht ins Bodenlose sinken.
    Ein zweites solches Kind würden wir vermutlich nicht so (meist) geduldig ertragen.

    Die (achtjährige) Tochter setzt sich – auf unseren Wunsch, der Bruder möge das Instrument lernen – hin, um das Instrument zu üben (und ist dadurch nach kürzester Zeit besser als er), liest – freiwillig – praktisch alle in ihrer Reichweite befindlichen Bücher und ist auch auf Grund derartiger Verhaltensweisen (vermutlich zwangsläufig) unter den Klassenbesten. Ähnlliches gilt für den von ihr gewählten Sport.

    Mit anderen Worten: Sie steckt den zwei Jahre älteren Bruder „in die Tasche“ – und zwar allein (!) wegen etwas, das man unter „Fleiß/Faulheit“ subsummieren kann – nämlich dem Unwillen des Jungen, auch nur irgendetwas zu tun, was nicht dem sofortigen und unmittelbaren Lustgewinn dient, und möglicherweise dem Eifer des Mädchens, den Eltern (und anderen) gefallen zu wollen.

    Auf Grund dieser meiner persönlichen Erfahrung (sowie ähnlicher Erfahrungen beim Fußballtraining insbesondere bei den weniger leistungsfähigen/leistungsbereiten zehnjährigen Jungen [Mädchen haben wir in der Mannschaft nicht]) bin ich durchaus geneigt, anzunehmen, dass eine Benachteiligung von Jungen DURCH die Schule zumindest nach meiner Erfahrung schwer nachzuweisen ist und die unterschiedlichen Ergebnisse daher rühren, dass die intrinsische Motivation bei Jungen fehlt.

    Wie man eine bessere Lernmotivation der (bzw. meines) Jungen erreichen kann, habe ich noch nicht herausgefunden – und scheine damit keineswegs allein zu sein. Ohne Motivation – und mit zusätzlichem elterlichem Desinteresse – können aber nirgendwo auch nur annähernd akzeptable Ergebnisse in der Schule oder später im Leben erzielt werden.

    Antwort

    1. Aus dieser Darstellung trieft das Unverstaendnis gegenueber „dem Jungen“ ja nur so heraus. Es scheint ja ganz undenkbar, dass die Eltern hier einen Einfluss haben, so dass man auf diese, die ja sicherlich nur das Beste fuer den Jungen wollen, auch gar nicht einzugehen hat.

      Ein paar Vermutungen:

      Fuer eine „Akademiker-Familie“ (welche Richtungen? Geisteswissenschaften??) gibt es wohl eine recht hohe Wahrscheinlichkeit heute, dass diese „Gutmenschen“ auf jede Eigenstaendigkeit des „Jungen“ strafend reagieren — und dies noch viel mehr die Lehrer(innen), mit Kopfnoten etc. Was geschildert wird, ist ja wohl Trotz, Verweigerung, Widerstand.

      Desweiteren spielt wohl eine grosse Rolle die „vaterlose“ Gesellschaft (auch wenn es formal noch Vaeter gibt). Deswegen gibt es keinen Zugang mehr zur „Welt“, und es bleibt bloss die virtuelle Welt. Eine „Welt“ mit Wirklichkeitsbezug und mit Kampf, nicht jene Gummizelle, in der die „Tochter“ sich wohlfuehlen kann.

      Antwort

    2. Mike, Du weißt nicht, wie Du einen normalen Jungen zum lernen motivieren kannst?
      Hier das vermutlich erfolgreichste Patentrezept:
      Frage ihn worauf er Lust hat und was er will. Lasse ihn arbeiten, Kohle machen und in die reale Welt, außerhalb des für ihn abstrakten Bildungsbetriebs, reinschnuppern.
      Wetten, der weiß ganz flott, was er will und lernt besser als alle zwangsbebildeten?
      Sogar bei mir hat das schließlich locker geklappt, obwohl ich bei Schulabgang als „vollkommen bildungsresistent“ galt. Als ich mit 35 Jahren ( rein aus Interesse am Fach, nicht am Job ) meinen Abschluss als allgemeiner Maschinenbauer gemacht habe, war ich unter den besten drei des Jahrgangs. Mein Meister suchte schon nach Stellen in Entwicklung und Instandsetzung, ging davon aus, daß ich nahtlos auf Techniker weitermache ( war aber nicht mein Ziel ).
      Viele Jungs haben einfach ein, durchaus sinnvolles, Problem damit für Lehrer und Eltern, bestenfalls die Notensammlung, zu lernen, ohne einen erkennbaren Bezug zu den Lehrinhalten zu haben. Und auf den Spruch „Du lernst doch nur für Dich, Junge“, fallen sie nicht herein, das ist zu durchsichtig und widersprüchlich in sich.

      Finanziere ihm ein Moped, zeige ihm die Sterne, gehe mit ihm saufen, oder lasse ihn Sport machen, wenn er mag. Und Du wirst Dich wundern, was für ein begabtes Kerlchen Du in der Familie hast.

      Antwort

  12. […] Welt an traditionellen Männlichkeitskonzepten festhielten – so Thomas Viola Rieske für die GEW, Marcel Helbig für das Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung oder die Professorinnen Helene […]

    Antwort

  13. […] auch deswegen nicht in den Mittelpunkt schulpädagogischer Diskussionen, weil Vertreter einer feministisch orientierten, institutionell stark geförderten Pädagogik sie kleinreden oder den Jungen selbst die […]

    Antwort

  14. […] schon männliche Kinder sollen akzeptieren, dass Nachteile, die sie erleben, auf ihr eigenes Verschulden zurückzuführen […]

    Antwort

  15. […] im deutschen Schulsystem, wobei vorwiegend die „jungen Männer aus bildungsfernen Milieus“ die Verlierer seien. Weiter entfernt als „Frauen sind immer die Opfer“ geht es nicht. Der absolute Knaller […]

    Antwort

  16. […] Aussage ist in jeder Kombination abscheulich – aber mit Jungen kommt man damit durch. Denn die sind ja – ob Kinder hin oder her – grundsätzlich selbst Schuld an allem, was […]

    Antwort

  17. […] überhaupt einmal mit diesen spezifischen Problemen beschäftigen, dann in der Regel mit dem Ziel, die Jungen selbst zur Ursache der Schwierigkeiten zu erklären. Die Schule ist schon richtig, nur die Jungen sind […]

    Antwort

  18. […] behauptet jedenfalls der Wissenschaftler Marcel Helbig, der seit Jahren erklärt, dass Jungen an ihren offensichtlichen schulischen Schwierigkeiten selbst […]

    Antwort

  19. […] die erste oder einzige, die Jungen als faul bezeichnet. Das hat schon 1994 die Grünen-Politikerin Claudia Pinl […]

    Antwort

Antwort

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s