Nazis, überall Nazis

Über die Konjunktur von Nazivergleichen und das Verschwinden der Zivilität

Justizminister Heiko Maas hatte die Situation gewohnt umsichtig durchschaut.

„Zumindest die, die auf der Bühne standen und bedauert haben, dass die KZs nicht mehr in Betrieb sind, das sind Nazis“.

Was war passiert? Akif Pirinçci hatte auf einer Pegida-Demonstration im Oktober wie gewohnt Amok geredet, von „Moslemmüllhalden“ gesprochen und einen Satz formuliert, der dann später häufig und empört zitiert wurde: „Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“

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Nur einer sehr oberflächlichen Betrachtung scheinen diese beiden Gesten ähnlich zu sein, tatsächlich sind sie natürlich fundamental unterschiedlich. Die eine Geste ist ein verrohter Ausdruck von Hass, von Feindschaft, antizivil und repressiv – die andere ist eine im Kern zivile Geste der Emanzipation, der Auflehnung gegen inhumane und antidemokratische Strukturen. Sehr leicht zu unterscheiden – wenn man es erst einmal weiß.

Im Zusammenhang seiner Rede wird deutlich: Pirinçci hatte Bedauern in dem Wort „leider“ Angela Merkels Regierung unterstellt und angedeutet, sie würde, wenn möglich, gern Konzentrationslager für Gegner ihrer Flüchtlingspolitik bauen.

Pirinçcis Gegner wieder sahen den Satz als Bestätigung dafür an, dass er und andere Pegida-Aktive selbst gern Konzentrationslager bauen würden.

Eine Situation, die albern wäre, wäre sie nicht so bitter – und die sich als Sinnbild für politische Debatten im Deutschland des Jahres 2015 eignet: Deutsche verschiedener politischer Richtungen, unter ihnen ein Bundesminister, unterstellen sich hier gegenseitig grund- und sinnlos die Absicht zum Bau von KZs.

In Diskussionen um die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen wird schon seit Langem die Frage gestellt, was aus dieser Erinnerung werde, wenn die letzten Zeitzeugen gestorben sind und sie nur noch von Nachgeborenen weitergegeben werde. Die deprimierende und hoffentlich bloß vorläufige Antwort: Die Erinnerung an die Verbrechen Deutschlands wird zu einem beliebigen Instrument, um beliebige politische Gegner willkürlich, aber so massiv wie möglich diffamieren zu können.

Mit Nazi-Keulen gegen Nazi-Keulen

Der Pegida-Organisator Lutz Bachmann vergleicht Justizminister Heiko Maas mit Joseph Goebbels, und die damalige SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi bezeichnet Bachmann im Gegenzug als „wahnsinnigen Faschisten“. Ob nun ein Pegida-Poster mit Merkel in Nazi-Uniform  oder gleich ein Vergleich Merkels mit Hitler: „Nazi-Vergleiche haben bei Pegida Konjunktur.“ 

Im Spiegel hingegen erklärt Sascha Lobo von der anderen politischen Richtung her, warum die Nazi-Keule ein angemessenes Instrument der demokratischen Auseinandersetzung sei: Es habe erzieherischen Wert, Menschen, die Verständnis mit Pegida-Positionen signalisieren, sogleich als „Nazis“ zu bezeichnen.

„Die (…) Mitläufer, die Frustrierten, die Ängstlichen, die Aufgehetzten, die vielleicht noch erreichbaren Latenz-Nazis – die muss man dort packen, wo es schmerzt, also bei ihrem Wunsch, kein Nazi zu sein.“

Gerade wer kein Nazi sein will, kann effektiv als einer beschimpft werden: Der Begriff „Nazi“ ist auf diese Weise weitgehend abgelöst von seiner historischen Bedeutung zu einer Chiffre geworden, zu einem Synonym für „ein Mensch, dessen politische Meinung mir nicht passt“.

Wichtig ist jedenfalls: Mit Nazis kann und soll kein vernünftiger Mensch reden, weil es bei ihnen ohnehin keinen Sinn habe und sie nur unnötig aufwerte. Der Begriff „Nazi“ markiert so, in seiner heute üblichen Verwendung, tiefe soziale und politische Spaltungen: Er steht dafür, dass politische Meinungsverschiedenheiten nicht mehr moderiert, dass unterschiedliche Perspektiven nicht mehr miteinander abgeglichen werden.

Dabei richtet sich die Nazi-Beschimpfung weniger an den Beschimpften als an Dritte: Denen signalisiert der Sprecher, dass der als „Nazi“ Betitelte – im Unterschied zum Sprecher selbst, natürlich, der ja in jedem Fall ein aufrechter Demokrat ist– kein Umgang sein könne für einen vernünftigen, humanen Menschen. Jemanden willkürlich als „Nazi“ zu bezeichnen, beginnt kein Gespräch, sondern beendet es – weil der so Bezeichnete eines Gespräches nämlich auch gar nicht wert sei.

Wer jemanden als Nazi bezeichnet, sagt damit also: Der muss weg! Als ob sich alle anderen Probleme ganz von selbst lösen würden, wenn nur die Flüchtlingsfeinde verschwinden würden, oder die Flüchtlinge, oder die Linken, oder die Rechten, oder die „Maskus“, oder die „Feminazis“. Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur von c’t/heise-Online hat jedenfalls eine klare Botschaft an ganz unterschiediche Gruppen, die für ihn aber alle irgendwie Nazis sind, „die PegidistInnen und die Maskulinisten, die Identitären, Reichsdeutschen und Antifeministen“ :

„Verpisst Euch. Wir brauchen Euch nicht. Nicht in Deutschland. Nicht in Europa. Nirgends auf der Welt.“ 

Ganz einfach lässt sich das auch so ausdrücken: Die beliebige Assoziation anderer mit Nazis markiert den Unwillen, zivile Regeln anzuerkennen. Denn für diese Regeln ist es wichtig zu akzeptieren, dass ein anderer Mensch überhaupt erst einmal da ist – auch wenn er stört.

Lechts und rinks

Der Soziologe Norbert Elias hat den von ihm so gründlich untersuchten „Prozeß der Zivilisation“ auch mit einem Begriff skizziert, der sperrig wirkt, aber sehr nützlich ist: mit dem der „Formalitäts-Informalitäts-Spanne“. Formalität steht für den Bereich der etablierten Insitutionen, mit klar geregelten Verhaltensweisen, durchaus bestimmt von „zeremonieller Härte“. Informalität steht für eine Distanz dazu – eine Distanz zu den Institutionen, zu den gesellschaftlichen Machtzentren, aber auch zu den strikten Regelungen des Verhaltens.

Im Prozess der Zivilisation, so Elias, werde die Entfernung zwischen beiden Bereichen verkleinert, und es würden Vermittlungen zwischen ihnen etabliert. Einerseits würden die Institutionen zugänglicher, offener, die Regelungen des Verhaltens würden weniger streng, die formelle Seite „verflüssige“ sich – andererseits bildeten sich im Bereich des Informellen größere soziale Strukturen aus, die auch das Verhalten der Einzelnen ordnen und die ihrerseits Zugänge zu den Bereichen gesellschaftlicher Macht schaffen. Die Etablierung von Arbeiterbildungsvereinen und Arbeiterparteien ist ein einschlägiges Beispiel für diese stärkere Strukturierung informeller Bereiche.

Wichtig daran ist: Zivilisierung bedeutet bei Elias eben nicht, dass sich die Verhaltensweisen von sozial privilegierten, in den Institutionen verankerten Schichten auf die gesamte Gesellschaft ausbreiten und keine Alternative zulassen. Zivilisierung ist eine Vermittlung zwischen den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, eine Moderation der Konflikte, ein Abbau von Zugangsblockaden zu Machtpositionen, auch ein Abbau von Fremdheit.

Wenn Zivilisierung also im Kern eine gesellschaftliche Vermittlung bedeutet, dann erleben wir heute Tendenzen einer entschlossenen Ent-Zivilisierung.

Die Verrohung politischer Auseinandersetzungen, die Enthemmung des Verhaltens in Facebook-Kommentaren oder in politischer Gewalt ist nur eine Seite dieser Ent-Zivilisierung. Die andere, ebenso wichtige ist eine Verhärtung und ein Verschließen der bestehenden Institutionen, für gewöhnlich legitimiert durch einen moralisierend-herablassenden Blick auf die Menschen, die von dort aus als unzivilisierter Pöbel erscheinen. Jede dieser Seiten kann aus der Perspektive der anderen, irgendwie, mit „Nazis“ assoziiert werden: Die Seite der Formalität, weil sie totalitär sei, die Seite der Informalität, weil die Menschen dort aus der Geschichte nichts gelernt hätten und von dumpfen Feindseligkeiten bestimmt seien.

Wenn ich heute beispielsweise feministische Positionen kritisiere, dann auch, weil der heutige Feminismus wesentlich dazu beigetragen hat, mir und unserem Kind das Recht auf väterliche Sorge vorzuenthalten – die Väterbewegung ist eine der wesentlichen Quellen maskulistischer Strömungen, die Kuri so umstandslos mit Rechtsradikalen identifiziert. Mir dann, nur weil ich das nicht stillschweigend akzeptiere, offen und vom Redakteurssessel aus ein schroffes „Verpiss dich von dieser Welt“ zuzurufen, ist von einer verrückten Verrohtheit. Kuri selbst ist das wohl gar nicht bewusst, weil er gar nicht auf die Idee kommt, die Situation probeweise auch einmal aus der Perspektive der Beschimpften zu betrachten.

Kuri ist damit gleichwohl harmlos im Vergleich zu der „Politikwissenschaftlerin und Autorin“ Julia Schramm von der Amadeu Antonio Stiftung „für Zivilgesellschaft und demokratische Kultur“. Dass Schramm dort als „Fachreferentin für Hate Speech“ arbeitet, wirkt angesichts ihrer öffentlichen Äußerungen (über Alles Evolution) wie ein schwer verständlicher Scherz.

Außenminister Steinmeier verbreitet für sie  „nationalistischen Dreck“, der ehemalige BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel ist für sie, was auch sonst, ein „Fascho“. Neben weiteren Beschimpfungen feiern ihre Tweets bei Twitter vor allem die Freude an massiver Gewalt.  So macht sie sich beispielsweise über die Kinder, Männer und Frauen lustig, die bei den Bombenangriffen auf Dresden getötet wurden: „Sauerkraut, Kartoffelbrei – Bomber Harris, Feuer frei!“ („Kartoffel“ ist eine abschätzige Bezeichnung für Deutsche). Gleichgültig ist ihr, unter anderem, dass es in Dresden auch deshalb so viele Todesopfer gab, weil die Stadt am Ende des Krieges von Flüchtlingen überfüllt war

Als „Hass“ nimmt Schramm nicht etwa ihre eigene Gewaltfreude wahr – sondern die Mühe, die sich einer ihrer Gegner gemacht hat, um Tweets von ihr zusammenzutragen und Vorwürfe an sie so auch belegen zu können. Der nämlich sei selbstverständlich, was auch sonst, ein „Hater“.

Auch das ist ein praktischer Effekt willkürlicher Unterstellungen des Hasses und willkürlicher Nazi-Vergleiche: Wer den anderen rundweg als Fascho, als Nazi oder als Hater sieht, muss die eigenen faschistoiden Aspekte und die eigenen wirren Aggressionen nicht realistisch wahrnehmen, kann sie gar veredeln zu einem Akt des Widerstandes gegen das Böse. Andere beliebig als Nazis zu beschimpfen ist so auch ein Akt der Selbstreinigung.

Damit aber arbeiten dann Julia Schramm, Akif Pirinçci, Jürgen Kuri, Lutz Bachmann oder Sascha Lobo an derselben sozialen Spaltung, nur eben auf unterschiedlichen Seiten. Sie eint der Glaube, dass hemmungs- und schamlose Aggressionen ganz in Ordnung seien, wenn sie nur die Richtigen träfen. Der einzige Unterschied: Wer in etablierten Institutionen agiert, kann seine Aggressionen als Ausdruck entschlossener „linker“ Politik hinstellen – wer sie außerhalb der Institutionen austobt, präsentiert sich als „rechts“.

Zu traditionellen Vorstellungen von „rechts“ und „links“ hat das keine nachvollziehbare Verbindung mehr.

Mehr noch: Eine Politik, der es konsequent um die Sicherung von Privilegien geht und die einmal eindeutig als „rechts“ eingeordnet worden wäre, geht heute als links durch. Wer „Safe Spaces“ (über Genderama) einfordert, hat sich schon von der Idee verabschiedet, dass der öffentliche Raum für alle sicher sein und die Beteiligung aller an gemeinsamen Angelegenheiten erlauben müsse. Stattdessen wird dieser Raum in sichere und unsichere Bereiche geteilt, Sicherheit nur wenigen zugestanden – und dies dann legitimiert mit der Fantasie, die Ausgeschlossenen seien eben eine Bedrohung und hätten ihren Ausschluss selbst zu verantworten.

Tatsächlich ziehen hier Angehörige eines akademisch geprägten Milieus Grenzen zu denen, die sie als Pöbel wahrnehmen. Wer „Trigger Warnings“ am Beginn von Texten erwartet, der signalisiert, dass ihm Auseinandersetzungen mit beunruhigenden Teilen der sozialen Realität nicht zuzumuten seien. Wer immer kompliziertere Sprachregelungen einführt, nach denen dann Schwarze als PoCs, oder umgekehrt, und Professorinnen als „Profx“ anzusprechen seien – wer sich zudem in Diskussionen verliert, warum selbst Gender-Sternchen* oder Unter_striche als sprachliche Mittel gegen Diskriminierungen nicht ausreichten – der diskriminiert seinerseits entschlossen, baut akademische Wagenburgen und markiert nach alter universitärer Praxis durch immer rätselhaftere Sprachregelungen diejenigen, die nicht dazugehören.

Hier bricht sich ein vormodernes, adliges Selbstverständnis Bahn, das eine Hypersensibilität für das eigene Befinden mit dem Anspruch auf beliebige Rohheit gegenüber anderen verbindet. Eine brachiale Sprache, Beschimpfungen und Beleidigungen lassen sich dabei trotz aller sonstigen Empfindlichkeit für sprachliche Verletzungen als Akte der Selbstverteidigung gegen die bedrängende und ungerechte soziale Wirklichkeit verkaufen.

Das Verweigern einer zivilen Sprache, das Schramm, Kuri und Lobo mit Bachmann und Pirinçci gemein haben, hängt eng mit der Ablehnung eines gemeinsamen zivilen Raums zusammen: Denn ein solcher Raum braucht eben eine zivil disziplinierte Sprache, die allen Betroffenen die Möglichkeit zur Beteiligung gibt.

Wenn Parteien, die sich diffus als „links“ präsentieren, von diesen Tendenzen nicht deutlich abgrenzen, dann können ihre Vertreter auch nicht erklären, was an ihnen eigentlich „links“ sein sollte. So haben Sozialdemokraten oder Grüne dann ein starkes Motiv, Gegner als „Rechte“ oder als „Nazis“ hinzustellen: Erst im Kampf gegen die rechte Bedrohung kann sich ihre Politik noch als „links“ beglaubigen.

Das Ende der Sozialdemokratie – und das der Medien

Das ist bei der SPD gravierender als bei den Grünen, die ohnehin immer schon eine tief bürgerliche Partei waren. Die Sozialdemokraten aber erfüllen heute eine Funktion nicht mehr, die sie einmal unverzichtbar gemacht hat. Den Ausgegrenzten, Zu-Kurz-Gekommenen und Ausgebeuteten haben Sozialdemokraten einmal glaubhafte Perspektiven für einen Erfolg im Rahmen der gesellschaftlichen Ordnung geboten. Gerade diejenigen, die allen Grund hatten, bestehende soziale Strukturen radikal abzulehnen, wurden so für die Unterstützung dieser Strukturen gewonnen.

Dass Sozialdemokraten diese wesentliche Funktion gesellschaftlicher Vermittlung heute nicht mehr erfüllen, und dass auch niemand sonst diese Funktion übernimmt: Das trägt dazu bei, politische Widersprüche zu unlösbaren, wütend artikulierten Freund-Feind-Strukturen zu machen.

Die Flüchtlingskrise ist also keineswegs verantwortlich für soziale Spaltungen in Deutschland, sie lässt sie nur sichtbarer werden. Wenn Sigmar Gabriel Menschen, die gegen Flüchtlinge hetzen, seinerseits als „Pack“ beschimpft, oder wenn seine ehemalige Generalsekretärin Fahimi dekretiert, dass mit Pegida-Anhängern nicht geredet werden dürfe – dann treffen beide damit eben auch Menschen, die einmal zum Stamm der Sozialdemokraten gezählt haben.

Dabei ist es ja eigentlich naheliegend, dass die Millionen Menschen, die nun einwandern und die für deutsche Verhältnisse meist schlecht ausgebildet und arm sind, mit eben den Menschen konkurrieren werden, die in Deutschland schlecht ausgebildet und arm sind: auf dem Arbeitsmarkt, auf dem Wohnungsmarkt, auch auf dem Partnermarkt. Das entschuldigt keine Hetze – aber es wäre Grund, zuzugestehen, dass einige Menschen sich tatsächlich reale Sorgen machen und dass diese Sorgen für sie nicht nur ein Vorwand sind, um rassistische oder fremdenfeindliche Positionen herauszuschreien.

Schon lange vorher aber hat die SPD diese Menschen verloren: Die Mitgliederzahl ist auf die Hälfte geschrumpft, bei Wahlen ist die SPD von einer 40+%- zu einer 20+%-Partei geworden. Die rot-grüne Politik unter Schröder war nicht nur deshalb eine Politik der sozialen Spaltung, weil sie Menschen etwas abverlangte – sondern weil sie völlig unvermittelt exekutiert wurde und nicht in demokratischen Diskussionen, sondern in kleinen und abgeschotteten Expertenzirkeln entwickelt worden war. Eine skurrile, aber dazu passende Konsequenz von Hartz4: Deutschland ist das einzige Land auf der Welt, das sein Sozialsystem nach einem vorbestraften Automobilmanager benannt hat.

Dass die Bereitschaft zur Vermittlung fehlt, hat die SPD mit eben den Institutionen gemein, deren eigentliches Kerngeschäft die gesellschaftliche Vermittlung ist: mit den Medien.

Die tiefe Fremdheit zwischen Journalisten und ihren Lesern zeigt sich vor allem in den weit verbreiteten Ressentiments gegen die Kommentarspalten der Artikel. „Internet-Kommentare sind zum Symbol geworden für ungefähr alles, was an der Welt falsch ist (…)“, schreibt Sascha Lobo und erklärt die „faschistoide Trump-Eskalation in den USA“ mit Parallelen „zwischen den Radikalen und den empörten Netzkommentatoren.“

Gleichlautend sieht auch Michael Morstedt in der Süddeutschen Zeitung Trump als „Personifizierung einer Kommentarspalte“, weil sich im wilden informellen Netzgeschehen „der Hass der Menschen“ entlade.

Beunruhigend ist hier nicht allein, wie selbstverständlich deutsche Journalisten die Selbstinszenierungen des Mulitmilliardärs Trump als Stimme des Volkes übernehmen. Problematisch sind für sie nicht etwa die gesellschaftlichen Spaltungen, die wütende und ungehemmte Stellungnahmen erleichtern – problematisch ist für sie ganz im Gegenteil der Eindruck, dass die Distanz nicht groß genug sei. So fantasieren sie sich Trump als Wiederkehr des Verdrängten, als Durchbruch des Pöbels in die geschlossenen Reihen der Institutionen – anstatt die Positionen dieses hochprivilegierten Hetzers sachlich analysieren zu können.

Gleichlautend beklagten Spiegel und Süddeutsche Zeitung am vergangenen Wochenende dann, dass Deutschland seine gesellschaftliche Mitte verliere, dass Auseinandersetzungen immer verbissener und gewalttätiger würden. Gleichermaßen auch kommt keiner der Autoren auf die Idee, dieses Verschwinden der Mitte auf die eigene Profession zu beziehen.

Der Begriff „Medium“ bedeutet ja eigentlich „Mitte“, als Ort einer Vermittlung verschiedener Positionen und als Sammlung von Informationen, die – nicht in einer einzelnen Publikation, aber in ihrem Gesamtbild – grundsätzlich vertrauenswürdig sind.

Das ist offenbar vorbei. Statt zu einem Ort der Vermittlung wird die Öffentlichkeit, die von den Medien gestaltet wird, zu einem Ort politischer Instruktion. Wenn Journalisten mitten darin aber die Verschärfung und Verrohung politischer Konflikte beklagen, kommen sie trotzdem nicht auf die Idee, dass sie daran auch selbst beteiligt sind.

So ist es denn auch kein Thema für sie, dass die Zivilgesellschaft nicht nur auf Pegida-Demonstrationen angegriffen wird, sondern auch in Ministerien, etablierten Parteien und Universitäten – nicht nur in Facebook-Kommentaren, sondern auch in Beiträgen der öffentlich-rechtlichen Sender, der Süddeutschen Zeitung oder des Spiegel.

  1. „Wer ich heute etwa feministische Positionen kritisiere, …“

    Ist etwa gemeint Wer, wie ich heute feministiche Positionen …

    Liest sich sonst etwas ungehobelt.

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    1. Danke! Ich hab’s korrigiert.

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  2. Wenn Zivilisierung also im Kern eine gesellschaftliche Vermittlung bedeutet, dann erleben wir heute Tendenzen einer entschlossenen Ent-Zivilisierung.

    Eine wichtige Aussage. Wo man hinsieht gibt es offensichtlich nur noch Hass. Wo sind die, möglicherweise versöhnlicheren Zwischentöne? Zorn oder Wut kommt nicht mehr in Frage; schließlich würde man damit einer anderen als der eigenen Meinung zugestehen ein berechtigtes Anliegen zu transportieren.

    Antwort

    1. Die vermittelnden, um eine Art Ausgleich der Standpunkte bemühten Stimmen gibt es. Ob es sich um de Genderdebatten mit Feministinnen und Maskulinisten dreht, oder um die Flüchtlingsfrage, die an sich nur noch die Bereiche „Menschlichkeit“ und „Leistbarkeit“ in den Lagern kennt – es gibt Leute, die versuchen, diesen Gordischen Knoten, in dem sich die Lager umschlungen halten aufzudröseln. Nur sind diese Leute leiser, versuchen nicht, brachial ihre Meinung durchzudrücken, und werden oft auch durch die barbarischen Methoden, in denen sich beide Lager einig sind resigniert zurückgelassen.

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  3. Ein sehr schoener Artikel.
    Nur werden in Sachen Ursache von Wut und Zorn, die zur sprachlichen, wie auch sonstigen Gewalt Erbsen mit Birnen verglichen.
    Bei Pegida-Anhaengern und Asylbetrugskritikern kommt der Zorn daher, das Gesetze gebrochen werden. internationales Recht uebergangen und oeffentliche Gelder verschleudert werden. Rechtsbruch ist eine massive Form von Gewalt, wenn der Ausuebende nicht dafuer belangt werden kann. Es ist auch eine Form von Gewalt, wenn eine Seite Recht befolgen muss und bestehendes Recht aufs Haerteste auf diese Seite angewendet wird, waehrend eine opponierende Seite folgenlos Rechtsbrueche begehen darf. Und es ist eine Form von Gewalt, wenn man hochaggressive kulturfremde Wesenheiten in ein Biotop einbringt, das aus weitgehend friedlichen Koexistenzen besteht. Es ist ebenfalls eine erhebliche Form von Gewalt, wenn Besitz und Eigentum durch mutwillige Einbringung entwertet wird, wenn Grundstuecks und Hauspreise ploetztlich gegen null gehen, waehrend die Hypothek darauf im Wert zulegt.

    Bei den Linken ist die Ursache fuer Wut und Zorn schoen herausgestellt.
    Man ist nicht derselben Meinung und moechte alle Menschen mundtot machen, vertreiben oder ausschalten, die eine andere Meinung vertreten. Man moechte den sozialistischen negroid gemischtrassigen Einheitsmenschen schaffen, alles nationale vernichten und Europa in ein totalitaer beherrschtes Dritttweltland machen. Da ist natuerlich jeder im Weg, der das Grundgesetz fuer die Verfassung unseres Landes haelt.
    Um Kritik am letzten Satz im Vorfeld zu begegnen: In Absichtserklaerungen, Agenden und Zielsetyungen von UN und EU ist das so in aller deutlichkeit niedergeschrieben und das Ziel wird offensichtlich verfolgt. Es wird top-down durchgesetzt und die Asylbetrugskrise ist Teil dieser Agenda.

    Man vergleicht hier also Wut und Zorn ueber tatsaechlich ausgeuebte , existenziell bedrohliche Gewalt mit dem Zorn und der Wut, der Linken, das die Mehrheit der klar Denkenden und produktiven Bevoelkerung diese eigene Selbstvernichtung und Bedrohung fuer Leib und Leben nicht mittragen moechte, vor allem nicht ungefragt und von Oben dekretiert.

    Ein besonderes Bonmot dabei ist doch, das ein sehr grosser Teil der Linken von staatlicher Alimentierung und Umverteilung lebt, waehrend ein sehr grosser Teil des buergerlichen, rechten Lagers diese Gelder erarbeitet.
    Die Erbauung, wehrlos zuschauen zu muessen, wie ein Grossteil der erarbeiteten Gelder verwendet wird, um die eigene Existenz zu vernichten und dies nicht kritisieren zu duerfen darf wohl auch in gerechten Zorn muenden, wenn eine Linke nicht darueber erbaut ist, wenn der Feind, den man vernichten will, den Feldzug nicht bezahlen will.

    Die Vernunft kann sich mit umso groesserer Wucht dem Boesen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. Sagt Papst Gregor der Grosse. Ich kann das nachvollzehen. Es ist ein Krieg in unser Lang getragen worden und Teile der Bevoelkerung sowie der Regierung begehen offene Rechtsbrueche am Fliessband, ohne das man das ahnden kann. Weite Teile der Bevoelkerung sind rechtlos gestellt und werden bei Kritik daran existenziell und gesellschaftlich vernichtet. Meint man wirklich, dieses geschaehe ohne Gegenwehr? Wenn Zivilisierte auf Unzivilisierte stossen, sind die Mittel, auf die der Zivilisierte reagieren muss, die des Unzivilisierten. Da Aktion bei der Linken liegt und Reaktion im buergelichen Lager, liegt es an der Linken, rechtsstaatlichen Boden zu betreten und der Gewalt abzuschwoeren. Man kann einem Angegriffenen nicht die Notwehr verweigern, auch wenn man es hierzulande versucht.

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    1. Das Problem ist nur: Jede Seite beschreibt die eigene Situation so, dass sie Rechtsbrüchen ausgesetzt sei – und jede definiert die eigene Gewalt als Notwehr, die der anderen als Aggression.

      Das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, lässt sich zudem in fast jeder Situation erzeugen. Es ist z.B. keineswegs so, dass alle „Rechten“ oder Konservativen rechtschaffen ihr Geld erarbeiten, während „Linke“ bloß anderen auf der Tasche liegen. Auch diese Vorstellung ist einfach eine Übersetzung der Idee, dass man ausgebeutet werde.

      Mir geht es darum, dass die eigene Situation eben NICHT mehr so, und nur so beschreiben wird, dass der Situation anderer von Vornherein die Legitimität abgesprochen wird. Eben das machen z.Zt. Rechte wie Linke mit großem Engagement.

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      1. dass der Situation anderer von Vornherein die Legitimität abgesprochen wird…

        Das tut das buergerliche Lager nicht, jedenfalls nicht im Falle des Asylbetrugs. Hier wird gegen tatsaechlich begangene und stattfindende Rechtsbrueche protestiert, waehrend die Linke mittels weiterer Rechtsbrueche gegen Meinung, Haltung und Einstellung vorgeht, sowie gegen den Versuch, Recht herzustellen, bzw. den Rechtsbruch anzuprangern. Hier steht Fakt gegen Befindlichkeit.

        rechtschaffen ihr Geld erarbeiten, während “Linke” bloß anderen auf der Tasche liegen.

        Ja, nicht jeder der Mercedes faehrt, sich von redlich Arbeit naehrt. Trotzdem gibt es hier eine nichtuebersehbare Tendeny, die man mal untersuchen sollte. Linke sind virwiegend im Staatsdienst, in Sozialen Berufen, im Gewerkschaftlichem Umfeld un deren Stiftungsunwesen , im zwangsfinanzierten Medienbereich zu finden, Mitglieder der Antifa leben durchweg von staatlicher Unterstuetzung, deren Vereine erfahren massive staatliche Geldzuwendungen und sonstige Hilfen. Trotydem reisen Pegidaanhaenger auf eigene Rechnung an, waehrend die Gegendemonstranten und Krawallmacher Busse gestellt bekommen und Anwesenheitsgelder gezahlt bekommen.

        Auch Sie, Herr Schoppe, leben von der Umverteilung, als offensichtlich guter Lehrer zu wesentlich mehr Recht als ein Antifa-Kaempfer, aber es ist umverteiltes Geld. Alle oben genannten leben von umverteiltem Geld.

        In Ihrer Antwort herrscht nach meiner Wahrnehmung der Duktus, das es auf das Recht und dessen Einhaltung nicht ankommt, das also der permanent stattfindende Rechtsbruch gleichwertig steht zu dem gewaltfreien anprangern desselben. Daraus konstruieren Sie dann eine Notwehrsituation derjenigen, von denen die Gewalt ausgeht und stellen sie gleichwertig zu der Notwehrsituation der Angegriffenen Entrechteten.

        Gerade aber beim Rechtsbruch ist der Vektor wichtig. Von wem geht es aus, wer reagiert oder ist gezwungen zu reagieren.

        Hier ist wieder hervorzuheben, das die Linke undemokratische Befindlichkeiten als Rechtfertigung des Rechtsbruchs sieht , naemlich die ungeliebte Meinung der Anderen, waehrend das buergerliche Lager mit demokratischen Mitteln den stattfindenden Rechtsbruch anprangert und dafuer existenziell bedroht wird.

        Es ist auch hervorzuheben, das das buergerliche Lager der Linken das Existenzrecht nicht abspricht, umgekehrt aber schon. Die Linke spricht allen Deutschen und Deutschland selbst als Kultur, Land und Volk das Existenzrecht ab.

        Es gibt aber ein Recht auf Heimat, das ist ein natuerliches Recht und steht auch im Voelkerrecht. Ein Recht auf Einreise gibt es nicht. Es gibt auch kein Recht, das eine Minderheit verlangt, das sich ein Volk aufloese, seine Existenz aufgebe sein Land und seinen Besitzstand aufgebe. Auch wenn sich das sehr christlich anhoert, sollte doch zumindest die Mehrheit des Volkes befragt werden, vor allem, wenn die Mehrheit das Geld fuer die Minderheit aufbringt.

        Es tut mir leid, aber ohne den Vektor der Aggression zu betrachten, kommen wir hier zu keinem Ergebnis, es sei denn es gilt kein Recht, also nur das des Staerkeren, Dann ist es aber legitim, das das buergerliche Lager sich bewaffnet und selbst schuezt. Denn dann hat der Staat, dessen foerderste Aufgabe innere und aeussere Sicherheit ist, kein Existenzrecht.

    2. @Gereon

      Auch auf die Gefahr hin, dich zuerst zu ärgern: Wir leben in einem Land, welches von einer großen Koalition regiert wird.
      D.h. eine „Mitte-rechts“ Partei und eine „Mitte-links“-Partei regieren gemeinsam.
      Wir können uns gerne darauf einigen: Gemeinsam gegen ihre Wähler und die Bürger.

      Doch deine Idee, die „Mitte-links“-Partei, die nichts anderes ist als „Junior-Partner“ in dieser Koalition, wäre überhaupt in der Lage, die von dir unterstellten Ziele durchzusetzen ist wenigstens naiv.
      Und so es sich um Einführung des „Sozialismus“ als explizites politisches Ziel der SPD handelt, ganz einfach falsch.

      Wenn ich mich richtig erinnere, gab es in den letzten 30 Jahren überhaupt nur 7 Jahre einer rot-grünen Koalition und den „Rest der Zeit“, also 23 Jahre, gab es eine CDU geführte Bundesregierung in Koalition mit FDP oder SPD.

      Dass Angesichts dieser Verteilung an effektiver Regierungszeit die Rechte auch nur im Ansatz schuldlos sein sollte an den herrschenden Zuständen (Niedriglöhne, Ausweitung der Leiharbeit, stagnierende Einkommen, Teuerung, ausbleibender sozialer Wohnungsbau, Privatisierung öffentlichen Eigentums usw. usf.) empfinde ich als frommen Selbstbetrug.
      Der soziale Kahlschlag begann nicht erst unter Schröder und Fischer, sondern mit der „geistig-moralischen“ Wende eines Helmut Kohl.

      Was du hier schreibst: „Und es ist eine Form von Gewalt, wenn man hochaggressive kulturfremde Wesenheiten in ein Biotop einbringt, das aus weitgehend friedlichen Koexistenzen besteht.“ – empfinde ich aus ähnlichen Gründen ein wenig bizarr.

      Dass Flüchtlinge aus Kriegsgebieten vor eben dieser Aggression fliehen scheint mir plausibel, den Akt der Flucht zu einem aggressiven zu machen ist a. hochgradig irrational.
      Und b. sind diese Menschen ebenso „kulturfremd“, wie es Türken, Portugiesen, Italiener, Vietnamesen, Russlanddeutsche, selbst Ex-DDR-Bürger etc. auch waren, bis sie Bestandteil des hiesigen „Biotops“ wurden.
      Ohne die Existenz dieser verschiedenen Gruppen existierte auch kein Bedarf an friedlicher Koexistenz.

      Diese Flüchtlinge sind an den hiesigen, den herrschenden gesellschaftlichen Zuständen völlig unschuldig. DASS politische Maßnahmen völlig undemokratisch in Hinterzimmer-Runden und im Kreise von nicht gewählten „Experten“ von oben nach unten durchgesetzt werden läuft schon seit Jahrzehnten.

      Wieso wurde das eigentlich VORHER nicht kritisiert?
      Die Flüchtlinge sind aktuell Sündenböcke eines jahre- und jahrzehntelang ausbleibenden Protests gegen eine Politik, die sich gegen die eigenen Bürger richtete.

      Gruß, crumar

      Antwort

      1. @ crumar „Die Flüchtlinge sind aktuell Sündenböcke eines jahre- und jahrzehntelang ausbleibenden Protests gegen eine Politik, die sich gegen die eigenen Bürger richtete.“ Ja. Offensichtlich gibt es das Bedürfnis, irgendeine bestimmte Gruppe als identifizierbares Problem ausmachen und sich dann in der Illusion wiegen zu können, mit dem Verschwinden dieser Gruppe würde es auch keine Probleme mehr geben.

        Der Spiegel hatte ja sogar vor einer Weile einen Doppeltitel – „Helles Deutschland“ (friedliche Menschen mit bunten Luftballons begrüßen Flüchtlinge) vs. „Dunkles Deutschland“ (ein Bild eines brennenden Flüchtlingsheimes). Auch damit wird suggeriert, gesellschaftliche Spaltungen hätten sich erst in der Reaktion auf die Flüchtlinge entwickelt. Das ist haltlos, so wie auf der anderen Seite auch die Rede von der weitgehend friedlichen Ko-Existenz, die erst durch die Ankunft aggressiver Fremdlinge gefährdet werde.

        Offenbar brauchen Deutsche Flüchtlinge auch als eine Art Spiegel, um ihre eigenen Angelegenheiten verhandeln zu können. Das ist gefährlich, weil es einen pragmatischen Umgang mit den realen Problemen – zum Beispiel ganz einfach: Was machen wir, wenn der Winter wirklich kalt wird? – verhindert und statt dessen zu beliebigen Projektionen einlädt.

      2. Es tut mir leid, aber Fluechtlinge sind dies durchweg nicht. Die Polizei selbst geht von bis zu 50% ehemaligen IS-Kaempfern aus, alle sind durch mindestens 5 sichere Drittstaaten gekommen, ausserdem gibt es eine Vielzahl Afrikaner, die vor Milit’rdienst , Verheiratung oder wirtschaftlichen Befindlichkeiten fliehen. Das alles sind keine Einreisegruende nach dem Asylrecht. Alle Schwarzafrikaner sind zu Unrecht hier, alle angeblichen und wirklichen Syrer sind zu Unrecht hier, sobald sie die Tuerkei passierten , jeder Pakistani und Afghane ist zu Unrecht hier. und der Einwanderungsstrom wurde bewusst und mit massivem Einsatz an Publicity losgetreten. Die Asylbetrueger erzaehlen, das in deren Fernsehen dafuer geworben wurde und das jedem eine blonde Frau, ein Haus und ein hochwertiges Auto versprochen wurde.

        Es gibt also eine Einflussgruppe, die Interesse an der geschaffenen Situation hatte und es waere Aufgabe der Regierung gewesen, sich dem entgegenzustellen. Stattdessen schuechtert man das Volk ein, um die horrende Situation weiter eskaliueren zu lassen.

        Ja, das ist eine Politik, die sich gegen die eigenen Buerger richtet. Eingeschuechterte Buerger, die erst in der allerletzten Not sich trauen den Mund aufzumachen, mit Gewalt eingeschuechtert von den linken Parteien im Bundestag CDUCSUSPDGRUENELINKE einer wahrhaft grossen Koalition gegen das Volk und deren SA auf der Strasse, der Antifa, die sogar Kinder ihnen missliebiger Politiker mit Gewalt ueberziehen.

        An dem ganzen ist nichts Gutes und zu Rechtfertigendes.

        Man kann auch durch staendige Falschdarstellung die Wirklichkeit nicht aendern. Sie koennen tausendmal Fluechtling schreiben, in den allermeisten Faellen ist es tatsaechlich ein Asylbetrueger und wird es troz Ihrer Wortwahl immer bleiben.

        Ich werde auch nicht reicher, wenn ich dauernd behaupte, ich haette ne Million auf dem Konto. Probieren Sie es selber aus. Behaupten Sie tausendmal, Sie haetten ne Million hier vor sich auf dem Tisch. Ich wette, es manifestiert sich kein einziger Schein. Falls doch, behaupten Sie bitte das selbe fuer mich.

      3. Noch ein Bonmot am Rande. Vielleicht bizarr.

        Die Wortwahl hochaggressive kulturfremde Wesenheiten in ein Biotop einbringt, stammt aus der Gesetzgebung der EU. Und ich habe sie bewusst gewaehlt, weil ich hier Widerspruch und Aufheulen erwartete. Die EU bereitet naemlich grade ein Gesetz vor, das heimische biotope vor hochaggressiven kulturfremden Wesenheiten schuetzen soll, da wir durch den globalen Warenaustausch jede Menge Probleme damit haben, das Schaedlinge aus anderen Laendern hier auf Biotope treffen, die der Agressivitaet des Eindringlings nicht gewachsen sind. Da geht es um gewisse Ganspopulationen, bestimmnte Algen und KLeinlebewesen usw. Das heisst, man ist sich des Problems auf biologischer Ebene bewusst und solange es um das Pflanzen und Tierreich geht, geht man dagegen an.
        Das wir Menschen auch Biotope haben und die genauso funktionieren wie im Pflanzen und Tierreich und das die wirkenden Mechanismen gleichermassen wirksam sind, halte ich fuer gesichertes Wissen, Wenn man sich der einen Problematik bewusst ist und Mechanismen dagegen erwirkt, denselben Vorgang aber unter Menschen ganz und gar anders behandelt und bezeichnet, gehe ich von Willkuer aus.

      4. @ Gereon Ja, es stimmt, auch ich lebe von der Umverteilung von Steuermitteln, und ich habe nicht einmal ein schlechtes Gewissen deswegen. Ich gehe nämlich davon aus, dass die schulische Ausbildung ihrerseits die Möglichkeiten erheblich vergrößert, auch in Zukunft weitere Mittel zu generieren, die dann umverteilt werden können. Das aber ist ein sachliches Problem, nämlich des Verhältnisses zwischen einem produktiven und einem reproduktiven Bereich – und es trägt zur Klärung nichts bei, es moralisierend aufzuladen und zu unterscheiden zwischen Menschen, die ehrlich was erarbeiten, und Menschen, die angeblich nur von anderen leben.

        Sie nehmen für sich in Anspruch, dass Ihre Argumentation gewaltfrei ist. Mir geht es in meinem Text aber eben darum, dass solche schroffe Freund-Feind-Bilder zur Gewaltsamkeit von Konflikten erheblich beitragen. Dazu gehören dann eben auch Nazivergleiche („SA“), von denen ich mich im Text ja klar distanziere, in jeder Richtung. Aber natürlich, jeder denkt, der Nazivergleich, den ER gerade anstellt, sei im Unterscheid zu allen anderen völlig gerechtfertigt…

        Ich möchte auch nicht, dass dieses Blog zur Verbreitung von Gerüchten benutzt wird („die Polizei“ gehe von 50% ISIS-Kämpfern aus etc.). Solche Gerüchte sind auch ein Symptom für das Misstrauen gegenüber Medien, von dem ich im Text schreibe – das heißt aber nicht, dass es in Ordnung wäre, sie zu verbreiten. Mir geht es darum, dass die Arbeit mit Feindbildern in der Politik in jedem Fall – und das betrifft im Moment ganz besonders die mit Feindbildern gegen Flüchtlinge – zu sozialen Spaltungen beiträgt, die Lösungen erschweren oder verhindern, anstatt zu ihnen beizutragen. Ich bitte das zu respektieren und selbst hier nicht zu solchen Feindbildern beizutragen.

      5. @Gereon

        Ich finde es schwierig mit jemandem zu diskutieren, der sich permanent über die Stereotype und Falschbehauptungen anderer aufregt und dann selber mit Stereotypen und Falschbehauptungen nur so um sich wirft.

        Zuerst zu meiner Person: Ich bin Linker, habe noch nie im Staatsdienst gearbeitet und war sogar Zeit meines Erwerbslebens immer selbstständig.
        Und von meinen Kollegen wählt ein erklecklicher Anteil Grüne, SPD oder Linke (bzw. wählte die Piraten).

        Die dichotome Weltsicht, es gäbe eine staatlich alimentierte Linke und die Einkünfte erbrächten das „bürgerliche Lager“ ab, ist hochgradig illusionär.
        Zugleich zeigt sich an den Wahlpräferenzen der Beamten ebenfalls nicht, was Sie behaupten: stärkste Partei ist hier die CDU.
        Würde die CDU gegen die Interessen der Staatsdiener agieren, wäre sie für diese wohl nicht wählbar.

        Und Ihre Sichtweise, man könne von keinem Parteienspektrum von rechts nach links im Bundestag ausgehen, sondern von „den (!!! Anm.) linken Parteien im Bundestag CDUCSUSPDGRUENELINKE“ ist einfach nur schräg.

        Da frage ich mich nach Ihrer politischen Positionierung, wenn jede politische Position außer Ihrer „links“ ist.
        Wo sehen Sie sich denn politisch?

        Dann: „Die Polizei selbst geht von bis zu 50% ehemaligen IS-Kaempfern aus, alle sind durch mindestens 5 sichere Drittstaaten gekommen,“

        Das ist leider einfach nur absurd und irrational.

        Bitte überprüfen Sie Ihre eigene Aussage: Anzahl aller Flüchtlinge / 2 = IS-Kämpfer.
        Und dann gehen Sie bitte auf eine beliebige Web-Site, die sich mit der Thematik befasst und schauen nach, wie die Schätzungen über die Gesamtzahl aller IS-Kämpfer lauten.
        Ich schmeiße jetzt mal eine Höchstzahl in die Runde: mehr als 60.000 (Irak, Syrien, Libyen) werden es nicht sein.
        Angesichts des bisherigen Verlustes von ca. 10.000 IS-Kämpfern, sind diese auf permanente Verstärkung angewiesen und das heißt, sie rekrutieren entweder vor Ort oder aus dem Ausland stoßen neue Kämpfer hinzu.
        BEIDE Strategien verbieten einen Abzug in nennenswerter Stärke in die Gegenrichtung.

        Ohne die logistische und finanzielle Unterstützung von (größtenteils) der Türkei und Saudi-Arabien wäre der IS schon längst am Boden.
        Und die USA haben in Syrien versucht einen „regime change“ herbeizuführen und werden mit diesem Versuch ebenso „failed states“ hinterlassen, wie zuvor in Afghanistan, dem Irak und Libyen.

        Dass es illusionär ist, Millionen von Flüchtlingen dauerhaft aufzunehmen hat sich längst über das bürgerliche Lager hinaus herumgesprochen. „Wir schaffen das!“ mag für eine Million Flüchtlinge stimmen, aber nicht für eine Million im Jahr jahrelang.

        Sahra Wagenknecht bringt es im SPON-Interview auf den Punkt:

        „SPIEGEL ONLINE: Wie gehen Sie damit um, dass ein Teil Ihrer Anhänger in dieser Frage mit Pegida sympathisiert?
        Wagenknecht: Also in meinem Wahlkreis in Düsseldorf habe ich noch keinen Linke-Anhänger getroffen, der Pegida toll findet. Ich halte es allerdings genauso für falsch, jeden, der Probleme anspricht, die wir infolge der Flüchtlingskrise haben, oder der sich Sorgen macht wegen steigender Mieten oder Kürzungen an anderer Stelle, in die Pegida-Ecke zu stellen. Pegida schürt rassistische Ressentiments, wir reden über Staatsversagen und die Verantwortung der Politik.“

        Die Flüchtlingskrise hat das STAATSVERSAGEN an den Tag gebracht und NICHT verursacht.

        Und noch ein letzter Punkt; in 2003 zählten zur „Koalition der Willigen“ beim Angriff auf den Irak:

        „Nach Angaben der USA umfasste die Koalition der Willigen in der Zeit ihrer Gründung 43 Mitglieder: Afghanistan, Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Äthiopien, Australien, Bahrain, Bulgarien, Costa Rica, Dänemark, Dominikanische Republik, El Salvador, Eritrea, Estland, Fidschi, Georgien, Großbritannien, Honduras, Island, Italien, Japan, Jordanien, Katar, Kolumbien, Kuwait, Lettland, Litauen, Mazedonien, Mikronesien, Nicaragua, Niederlande, Norwegen, Oman, Palau, Philippinen, Polen, Portugal, Rumänien, Saudi-Arabien, Singapur, Slowakei, Slowenien, Spanien, Südkorea, Thailand, Tonga, Tschechische Republik, Türkei, Ukraine, Ungarn, Usbekistan und die Vereinigten Arabischen Emirate.“
        In Libyen groß dabei: Frankreich, Groß-Britannien, die USA.

        Und JETZT schau dir an, wer sich vor der Verantwortung für das eigene politische Handeln in der Flüchtlingsfrage drückt.
        Verlogenes Pack, dass sich für seine eigene Verlogenheit auch noch feiern lässt (siehe Orban/Ungarn, Kascynski/Polen) – manche Menschen haben das Erinnerungsvermögen eines Fadenwurms.

        Gruß, crumar

      6. @ crumar Meine absolute Zustimmung dazu, sich auf ein Staats- und Politikversagen zu konzentrieren, anstatt den Eindruck zu erwecken, ohne die Flüchtlinge wäre eigentlich im Großen und Ganzen alles ganz okay. Und: „Staatsversagen“ eben nicht nur in Deutschland. Wichtig finde ich z.B. den Hinweis, dass Hetzer gegen Flüchtlinge es in Polen oder Ungarn an die Staatsspitze bringen, also in Ländern, die an der – ausführlich vorausgesagten – Destabilisierung der gesamten Region gern beteiligt waren und die jetzt mit den Konsequenzen nichts zu tun haben wollen.

        Politikversagen in Deutschland – das ist in der jetzigen Situation auch die Weigerung, überhaupt mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Es kann ja sein, dass Merkel tatsächlich genuin davon überzeugt ist, die Aufnahme der Flüchtlinge sei ein humanitärer Imperativ (bei Gabriel kann ich mir, ehrlich gesagt, schwer vorstellen, dass der überhaupt von irgendetwas überzeugt ist). Aber dann muss sie die Politik offen vertreten, für sie werben, sich die Bedenken von Leuten anhören, sich ihnen stellen und sie zerstreuen. Am Besten gemeinsam mit ihrem Vizekanzler, damit gar nicht erst der Eindruck entsteht, die beiden würden ausgerechnet in dieser Situation darauf warten, dass der andere einen Fehler macht. Der große Erfolg von Merkels Rede auf dem CDU-Parteitag zeigt ja, wie immens das Bedürfnis ist, dass ihre Politik offen vertreten wird.

        Aber da kommt nichts – wohl auch aus Angst, es würde im Fernsehen schrecklich aussehen, wenn die Kanzlerin oder ihr Vize im Gespräch mit Leuten gezeigt werden, die womöglich irgendwelche flüchtlingsfeindlichen Sprüche klopfen. Aber diese Zurückhaltung ist fatal. Unter Bedingungen der schroffen sozialen Spaltungen, in denen wir leben, ist Merkels „wir“ nun einmal unglaubwürdig – und ihr „Wir schaffen das.“ (was auch immer damit gemeint ist) kommt an als ein „Wir entscheiden das – und ihr bezahlt das.“ Wenn eine Regierung sich weigert, diese Spannungen zu moderieren, kann das eigentlich nur schiefgehen.

        Das finde ich dann eben auch fatal an solch einem Geschwätz wie dem von Kuri bei Heise. „Verpisst euch von dieser Welt“ – was erwartet der denn, wie Angesprochenen darauf reagieren? „Stimmt ja, die Welt wäre schöner ohne uns, dann machen wir uns mal vom Acker“? Wie sollen sie denn so was anders interpretieren als in der Weise, dass hier ein „Linker“ ihnen ihr Recht auf ihre Existenz an sich abspricht? Aber die Leute gehen deswegen ja nicht – sie fühlen sich nur noch weniger als vorher an gemeinsame Regeln gebunden.

        Es geht dann auch nicht nur allgemein um ein Politikversagen, sondern auch spezifisch um ein Versagen LINKER Politik. Solche Freund-Feind-Muster wie die von Kuri (die es ja in viel größerem Maßstab gibt, z.B. in dem Gerede von hellen und vom dunklen Deutschland) stoßen dort kaum einmal auf Widerspruch. Ausnahmen sind bei Heise die Kommentare von Dir und anderen dazu. Aber das, was in den Kommentarspalten steht, hat sich Kuri ja vorher schon selbst wegrationalisiert – nach seinem Verständnis tobt da ja eh nur der Mob.

        Es ist eine unrealistisch, dass „Linke“ unwidersprochen beliebigen Mist erzählen können und wir dann von Rechten erwarten, dass die bitteschön rational, fair und maßvoll damit umgehen. Zur Zeit ist mein Eindruck: Linke wie Rechte fühlen sich eigentlich ganz wohl mit ihren Feindbildern, spielen sich damit gegenseitig die Bälle zu – und wenn irgendwas schief geht, sind jeweils die anderen Schuld.

        Als spezifisches Versagen LINKER Politik nehme ich das auch deswegen wahr, weil ich von Linken einfach mehr erwarten würde.

      7. Lieber Alex,

        ich habe wirklich versucht diesen Artikel zu lesen. Doch beim ersten Satz heißt es gleich:
        „Lange war sich der Westen nicht des neuen Religionskriegs bewusst, in dem er sich befindet.“
        Irgendwie bin ich mir immer noch bewusst dass ich mich in irgendeinem Religionskrieg befinde! Somit habe ich dann hier aufgehört und dem Schreiber mit dem seriösen Namen Gastautor noch den Vornamen Knallcharge verpasst.

        „Du meinst, die sagen alle frank und frei ihre Ansichten? Dann bist du naiv.“
        Jo, sorry hasst Recht! Es ist eine muslimische Weltverschwörung, aber sei unbesorgt, ich weiß aus gut unterrichteter Quelle, dass diese vom Patriarchat gesteuert wird, damit wir Männer unsere Macht zurück bekommen!

        „Ein echter Moslem erkennt die Sharia an und sonst nichts, das ist sein Glaube.“
        LOL!!! Genau so erkennen echte Christen das alte Testament an… Und nu? Ach ja, bei den Juden heißt es noch Auge um Auge, Zahn um Karies oder so. Ja und?

        „Es kommt eben auch ganz darauf an, in welcher gesellschaftlichen Stellung man sich befindet.“
        Sie ist Programmiererin, ca. 60K Jahresgehalt, also am unteren sozialen Ende…

        „Die Sharia ist das Hauptproblem, ganz einfach. Aber ohne Scharia kein Islam, bisher jedenfalls nicht.“
        Und wo genau ist das Problem mit der Scharia? Was steht denn da so ganz schlimmes drin??? Schau mal den Film „Nader und Simin – eine Trennung“ an. Wenn das was da gezeigt wird eine Scheidung nach dem Koran ist, dann will ich genau dass bitte (noch gewürzt mit Mediation) in europäische Gesetzestexte gegossen haben!

        „Und ja zur Erinnerung: Saudi-Arabien ist der Hüter der heiligsten Stätte, die von allen Gläubigen anerkannt wird.“
        Ja, und bei Christen ist es Israel… Und bin ich deshalb jetzt Jude?

        Als Christian dieses Bibel/Koran Ding hochgebracht hat, da haben einige und vor allem Du, rumgeschrieen dass der Staat nichts gegen Salafisten macht.
        „Die Scharia zu propagieren ist klar verfassungswidrig und daher muss unbedingt der Verfassungsschutz hier tätig werden. Diese Behörde kann zB schon anhand der Kairoer Deklaration genau den verfassungsfeindlichen Totalanspruch herauslesen.“
        aus: https://allesevolution.wordpress.com/2015/12/07/das-der-heilige-koran-experiment/

        So, und nu sag ich Dir mal was; ich habe Dich darauf hingewiesen dass es einen Verfassungsschutzbericht gibt in dem die Aktivitäten von Menschen die unsere Verfassung angreifen aufgezählt werden. Ich habe Dich darauf hingewiesen, dass es in Deutschland gerade massiv Gesetzesverstöße von rechten Spinnern gibt (aber keine von Islamisten), die Du folgendermaßen kommentierst:
        „Und das auch noch, klar. Welch eine Ironie nebenbei, dass die eigentlich sich über die Einwanderung doch eher freuen können.“

        Nun sage ich Dir mal was, ich habe mehr Angst vor Typen wie Dir, als vor Moslems im Allgemeinen! Ich bin der Meinung, dass Menschen wie Du noch weniger zu den Grundprinzipien unseres Rechtsstaates passen wie der Islam oder die Scharia! Und ich denke, dass Menschen wie Du vom Verfassungsschutz beobachtet werden sollten, weil sie und ihre Äusserungen in keiner Weise mit denen dieses Rechtsstaates in Einklang zu bringen sind! Ich denke sogar, dass man Menschen wie Dich dazu zwingen sollte Kurse zum Rechtsstaatlichkeitsprinzip und Demokratie zu besuchen und ihnen verbieten sollte ihre Meinung offen zu äußern und ich denke, dass man Menschen wie Dich in Lager einsperren sollte, damit man Menschen wie Dich unter Kontrolle hält!

        Haben Dich meine letzten Sätze genervt oder hast Du Dich falsch verstanden gefühlt? Dann kannst Du in etwa erahnen wie sehr Muslime sich hier fühlen, wenn Du sie pauschal angreifst mit der Islam ist nicht blablabla! Und nun komm mir nicht damit dass Du hier keine Lager forderst, das ist nur noch ein kleiner Schritt weitergedacht. Du machst hier irgendwelche Unterstellungen, würzt sie mit Verschwörungstheorien und zimmerst daraus ein Weltbild, dass Du hier als Wahrheit verkaufst!

        Insofern, frohe X-Mas
        Kai V

      8. @Lucas

        „Unter Bedingungen der schroffen sozialen Spaltungen, in denen wir leben, ist Merkels „wir“ nun einmal unglaubwürdig – und ihr „Wir schaffen das.“ (was auch immer damit gemeint ist) kommt an als ein „Wir entscheiden das – und ihr bezahlt das.“ Wenn eine Regierung sich weigert, diese Spannungen zu moderieren, kann das eigentlich nur schiefgehen.“

        WIR leben in einem Land der schroffen sozialen Spaltungen; Merkel und Gabriel nicht; die leben in einem Paralleluniversum.
        Was mich am meisten erschreckt ist, wie normal es bspw. geworden ist, dass ältere Menschen Mülleimer durchwühlen auf der Suche nach Pfandflaschen.
        Als hätte es das schon immer gegeben. Hat es aber nicht.
        Dass auf einmal Kinder aus dem Kindergarten verschwinden, weil sich die Eltern die Miete in dem Viertel nicht mehr leisten können.
        Und Menschen mit völlig normalen Einkommen monatelang auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum sind.

        Natürlich haben diese Menschen Angst vor der noch einmal verschärften Konkurrenz, zumal die Flüchtlinge als Druckmittel gegen den gerade eingeführten Mindestlohn verwendet werden.
        Und alle sind wohl helle genug, um die Entwicklung der Kostenfrage zu prognostizieren: Die niedrige Steuerlast für Unternehmen wird bleiben und es wird alles auf die Verbrauchsteuern umgelegt werden.

        Denn das hat „ihr bezahlt das“ bisher immer bedeutet.

        Dann zuerst:
        „Als spezifisches Versagen LINKER Politik nehme ich das auch deswegen wahr, weil ich von Linken einfach mehr erwarten würde.“

        Ja, wenigstens die Wahrnehmung realer sozialer Problemlagen sollte funktionieren und die Analyse der sozialen Lage und des sozialen Motivs von Protestierenden.
        Das wäre ein sozialdemokratisches Denken noch in den 90ern gewesen.
        Kuri hat es SYMPTOMATISCH noch nicht einmal versucht.
        Sein „Verpisst euch von dieser Welt“ ist die hilflose Abwehr des Eindringens der gesellschaftlichen Realität in seine Utopie, sein moralisches Wolkenkuckuksheim.

        Ich empfand seinen Beitrag als grotesk und ich glaube, ich habe mich noch nie so zwingen müssen, wenigstens halbwegs sachlich zu bleiben, wie in meinem Kommentar.
        Es reicht mir so langsam.

        „Es ist eine unrealistisch, dass „Linke“ unwidersprochen beliebigen Mist erzählen können und wir dann von Rechten erwarten, dass die bitteschön rational, fair und maßvoll damit umgehen. Zur Zeit ist mein Eindruck: Linke wie Rechte fühlen sich eigentlich ganz wohl mit ihren Feindbildern, spielen sich damit gegenseitig die Bälle zu – und wenn irgendwas schief geht, sind jeweils die anderen Schuld.“

        Von Rechten erwarte ich aber, dass sie als Ideologen, irrational, unfair und verlogen agieren.
        Es ist für mich schlimmer, von den eigenen „Genossen und Genossinnen“ angelogen zu werden.
        Und zu merken, wie sie sich selbst betrügen wollen, die maskulistische Kritik erfolge von rechts, damit sie sich ihr nicht stellen müssen.
        Ich wiederhole mich, glaube ich, in meinem Eindruck: Wir sind ihr schlechtes Gewissen.
        Die Hartnäckigkeit, mit der wir bspw. an den universellen Menschenrechten festhalten, entblößt ihren relativistischen Opportunismus.

        Und das ist gut und nicht schlecht, wie Mao sagen würde. 😉

        Schönen Gruß und frohe Festtage!
        crumar

  4. Spannend zu lesen, wie groß die Überlappung der ansonsten feminismuskritischen Themen mit „dem ganzen Rest“ ist. Gerade das Versagen der SPD und die unsinnige Hasskommentardebatte halte ich neben den erst erwähnten für zentral und für völlig falsch behandelt. „Lügenpresse“ kommt nicht von ungefähr.

    Danke.

    Antwort

    1. @Gerhard

      Besonders perfide ist die verlogene heutige Stimmungsmache des „Spiegel“ gegen das „reaktionäre Pack“. Man muss mit Demenz geschlagen sein, um sich NICHT daran zu erinnern, wer der große Stichwortgeber gegen „den Islam“ noch vor ein paar Jahren gewesen ist.

      Was hat denn Arne damals bewogen, einen antirassistischen Blog zu führen?

      Die Abrechnung mit diesen Heuchlern, Hetzern und Spaltern gelang Hagen Rether 2008 treffend:

      Gruß, crumar

      Antwort

      1. „Die Abrechnung mit diesen Heuchlern, Hetzern und Spaltern gelang Hagen Rether 2008 treffend“

        2015 ist das nur noch selbstentlarvend. Der Spiegel hat längt den U-turn gemacht und ist in einer Weise islamophil wie Hagen Rether. The times they are changing.
        Der war ja auch vor recht schwarzem Hintergrund aufgetreten 😀

        „Besonders perfide ist die verlogene heutige Stimmungsmache des “Spiegel” gegen das “reaktionäre Pack”.“

        Das ist doch harmlos. Der Islam bringt wohl jenes „reaktionäre Pack“ hervor, welches den Nazis am ähnlichsten überhaupt ist.

        Wer ist der Spalter? Man müsste ehrer meinen „Querfrontler“: Der Linke, der auf einmal den Islam gut findet. Eine Religion, die gegen eigentlich alles ist, was einen Linken ausmacht, von A – Z. Die besondere Heuchelei, die noch an den Tag gelegt wird, wenn gegen Christen, oder noch besser funadamentalistische Juden, gehasst wird, ist da von einer besonderen Qualität.

      2. @ Alex „Muslime sind Menschenfresser“ hat unser kleiner Junge gerade gesagt – hat er irgendwo in der Schule aufgeschnappt (er ist in der ersten Klasse). Natürlich habe ich ihm gesagt, dass das Quatsch ist, aber es ist bezeichnend für die derzeitige Situation.

        Eigentlich kennen sich nur wenige Nicht-Muslime aus mit dem Islam – weder mit den Schriften, noch gar mit der Art und Weise, wie Muslime tatsächlich leben. Als Lehrer unterrichte ich viele Schüler aus muslimischen Familien und finde die Spannbreite enorm groß. Weder finde ich dort alles, was Linke ablehnen, noch reaktionäres Pack. Das heißt nicht, dass es keine spezifischen Probleme gibt – aber es würde helfen, wenn Nicht-Muslime zumindest einräumen könnten, dass ihre Kenntnisse begrenzt sind. Im Moment wird der Islam zu einer Projektionsfläche für alles Mögliche – für Ängste, aber auch für Hoffnungen. das hilft eigentlich niemandem.

      3. @Schoppe
        „“Muslime sind Menschenfresser” hat unser kleiner Junge gerade gesagt“

        Das fände ich auch alles andere als zu begrüssen, wie jede Pauschalisierungen dieser Art, die auf die Menschen abzielen. Ich wäre ziemlich entsetzt, wenn ich das von einem kleinen Jungen hören würde. (Wie es mich übrigens ziemlich entsetzt hat, wie ich in Marokko von einem 10jährigen (der konnte seltsamerweise englisch) mal hörte: „Und dann holen wir uns unsere Kanaren zurück.“)
        Denn tatsächlich befinden Moslems sich vielfach schon in „innerer Emigration“ zu ihrer Religion. Moslem wird man ja schon ohne sein Zutun, per Geburt, anders als bei vielen anderen Ideologien.

        Daher halte ich es auch für überhaupt nicht positiv, Türken und andere aus islamischen Ländern zunächst einmal als Moslems anzusehen, wie ja gerne von den Instrumentalisierern der linken Politik macht wird. Als wolle man die alle zu Moslems stempeln. Genauso verfehlt scheinen mir diese „Zentralräte“ zu sein, die dann für alle Moslems politisch sprechen sollen, was natürlich eine Einladung an die Extremisten ist, hier Macht auszuüben.
        Mal auf den Punkt gebracht: der Islam, das Glaubenssystem, ist das Problem und nicht Moslems.

      4. @Alex

        Das Problem an relativ unbeleckten Islam-Kritikern ist zweierlei

        sie diskutieren vor dem Hintergrund einer „Verschwörungstheorie“, es GÄBE einen Unterschied zwischen „jüdisch-christlich“ und „islamisch“.

        Wie du hier leicht selber nachlesen kannst:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Propheten_des_Islam

        ist der Vorwurf idiotisch.

        Ich diskutiere den Koran ausschließlich an Hand folgender Quelle:

        „Bekannt wurde Paret vor allem durch seine 1966 erstmals erschienene Koranübersetzung, die in der Wissenschaft bis heute die maßgebliche deutsche Übersetzung ist. Paret verwendete dabei das erste Mal Methoden, wie sie ihm aus der historisch-kritischen Forschung an der biblischen Überlieferung bekannt waren. Die Übersetzung ist mit wissenschaftlicher Präzision durchgeführt worden, worunter jedoch die Lesbarkeit für den Laien leidet. Die Mängel seiner Koranübersetzung sind dem Autor durchaus bewusst, schreibt er doch in seinem Vorwort:
        „Die Übersetzung muß sich […] an die Wortfolge und Ausdrucksweise des arabischen Textes halten. Insgesamt ergibt sich so eine gewisse Uneinheitlichkeit. Flüssig formulierte Stellen lösen sich in scheinbar willkürlichem Wechsel ab mit solchen, die unbeholfen klingen und dazu auch schwer verständlich sind. Das muß in Kauf genommen werden.“
        – Rudi Paret: Der Koran“

        Wikipedia

        D.h. jedwede Übersetzung des Koran, die sich an PI oder islam.de orientiert werde ich geflissentlich ignorieren.
        Jedwede Fälschung aus interessierter Quelle interessiert mich nicht.
        Entweder es findet sich bei Paret oder es existiert für mich nicht.

        Ich denke, der deal ist fair.
        Und bitte daran denken: Ich bin Atheist – woran auch immer du glaubst, geht mir am Arsch vorbei.

        Gruß, crumar

      5. @crumar

        Der Koran selbst ist völlig sekundär. Es kommt auf dessen Interpretation an, die durch die Geistlichen bewerkstelligt wird und auf die gelebte Rechtspraxis der Scharia. Und hier tun sich Abgründe auf, die das Problem mit dem Islam zur Genüge beschreiben könnten. Nähme man das nur wahr. Aber leider gibt es ja einen allgemeinen Trend zum einen auf die Weisheitsaffen machen.

        zB hier, zu den „Menschenrechten“ und deren fundamental verschiedener Deutung:
        http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/auch_im_islam_gibt_es_menschenrechte

        Das Lustige ist noch, dass die gleichen Leute, die gar kein Problem mit dem Islam zu haben scheinen und den in Schutz nehmen („Islamophobie!“), an allen Ecken und Enden Probleme beim Christentum und vor allem beim Judentum finden und die rundum ablehnen (was vermutlich heute „Atheismus“ nicht zum kleinsten Teil bedeutet).

      6. „Der Koran selbst ist völlig sekundär. Es kommt auf dessen Interpretation an, die durch die Geistlichen bewerkstelligt wird und auf die gelebte Rechtspraxis der Scharia. Und hier tun sich Abgründe auf, die das Problem mit dem Islam zur Genüge beschreiben könnten.“

        Hallo? Jemand Zuhause?
        Wir haben gerade wie viele Deutsche Knallchargen die hier mal zum Spass Wohnheime von Asylanten angreifen? Steht dazu irgendwas in der Bibel? Hat das was mit Christentum zu tun?

        Es gibt wie viele, die dieser kruden Islamauslegung in Deutschland folgen und glauben mit ner Shariapolizei durch die Gegend rennen zu müssen? Bei aller, evtl. berechtigter Kritik, aber können wir mal bei diesem Problem auf dem Teppich bleiben und nicht nur den Koran, sondern auch der Verfassungsschutzbericht heranziehen, in dem ganz genau und en detail dargestellt wird wie und wo und vor allem mit welchen islamistischen Gruppen Probleme hochkommen können? Das würde nicht nur das Diskussionsklima, sondern auch allgemein das Niveau heben!

        Ich arbeite mit einem dirttel Muslime zusammen, keiner von denen möchte vor igendein Sharia Gericht! Dann haben wir ein OFF Team in Maroko, da ist keiner, der irgendwie was mit Sharia am Hut hat, im Gegenteil, die finden alle den Einfluss den die Islamisten jetzt auch in Ihrer Heimat nehmen erschreckend!!! Die sind trotzdem gläubig! Die finden es BallaBalla das in Saudiarabien Frauen nicht Autofahren dürfen! Die sind selbst erschrocken über diese paar Hirnies die hier in Paris gerne mal ihren Schwachsin herbeibomben möchten!

        Eine Kollegin, die einzige mit Kopftuch, sagt mir, das sie im Islam mehr Rechte hat wie Männer. Ich diskutier da nicht mit ihr, weil ich zu wenig Wissen habe, aber wenn sie das so sieht…

        So, wo ist nu ganz genau und im Detail das Problem mit DEM ISLAM?

        Gruss
        Kai

      7. @Kai

        „Das würde nicht nur das Diskussionsklima, sondern auch allgemein das Niveau heben!“

        Vielleicht hebt dieser Aufsatz ja das Niveau, das Eingangsbild passt auch zum „Wilhelminischen“ btw:
        http://www.rolandtichy.de/gastbeitrag/scharia-arbeit-am-endsieg/

        Statistiken, wie viele Syrer (zB) mit IS oder anderen islamischen Vereinen sympathisieren, Hitlers „Mein Kampf“ gut finden, die „Protokolle“ für authetisch halten, wären bestimmt auch aufschlussreich. Kann man sich woanders (seriös) informieren, so man denn will.

        „Wir haben gerade wie viele Deutsche Knallchargen die hier mal zum Spass Wohnheime von Asylanten angreifen?“

        Und das auch noch, klar. Welch eine Ironie nebenbei, dass die eigentlich sich über die Einwanderung doch eher freuen können. Aber den Rechtsextremisten geht es ja in erster Linie um den Kampf gegen unseren Staat, den sie hassen. Genauso wie den Linksextremisten, die sich vorgeblich als Flüchtlings-Freunde inszenieren.

        „Ich arbeite mit einem dirttel Muslime zusammen, keiner von denen möchte vor igendein Sharia Gericht!“

        Du meinst, die sagen alle frank und frei ihre Ansichten? Dann bist du naiv. Ein echter Moslem erkennt die Sharia an und sonst nichts, das ist sein Glaube. Natürlich gibt es viele uneigentliche Moslems, denen das egal ist oder die sich rein opportunistisch verhalten und gerade das sagen, was die anderen hören wollen…

        „Eine Kollegin, die einzige mit Kopftuch, sagt mir, das sie im Islam mehr Rechte hat wie Männer. Ich diskutier da nicht mit ihr, weil ich zu wenig Wissen habe, aber wenn sie das so sieht…“

        Das kann natürlich viele Gründe haben, ein möglicher:
        Es kommt eben auch ganz darauf an, in welcher gesellschaftlichen Stellung man sich befindet. Erinnerung: die islamische Welt kennt nicht das Prinzip der Gleichheit vor dem Gesetz, in der gelebten Realität. Das kommt noch oben drauf auf die Sharia.

        „im Detail das Problem mit DEM ISLAM?“

        Die Sharia ist das Hauptproblem, ganz einfach. Aber ohne Sharia kein Islam, bisher jedenfalls nicht. Und es sieht nicht so aus als wenn sich das in unserer Zeit ändern würde. Von den „Nebensächlichkeiten“ der Koran-Exegese in den massgeblichen Zentren des Islam sehe ich mal ab. Und ja zur Erinnerung: Saudi-Arabien ist der Hüter der heiligsten Stätte, die von allen Gläubigen anerkannt wird. Ein reiner Gottesstaat, wie er im Buche steht, wie auch der Hauptrivale der Region Iran. Kein Problem mit dem Islam? lol

        Hier, dieses Interview (englisch) ist auch extrem aufschlussreich und ausgewogen benennt es alle wesentlichen Probleme:
        http://www.samharris.org/blog/item/sam-harris-the-salon-interview

      8. @Alex

        Preisfrage: Woher stammt dieser Artikel? 😉

        Artikel 6

        a) Die Frau ist dem Mann in ihrer menschlichen Würde gleichgestellt und hat Rechte und Pflichten; sie genießt ein eigenständiges Bürgerrecht und finanzielle Unabhängigkeit sowie das Recht, ihren Namen und ihre Abstammung beizubehalten.

        b) Der Ehemann ist verantwortlich für den Unterhalt und das Wohlergehen der Familie.

        Schönen Gruß und frohe Festtage, crumar

  5. Lieber Herr Schoppe,
    ja, es war ein Faux Pas, in einem Artikel, der sich gegen Nazivergleiche richtet, die Antifa SA zu nennen. Das ist mir wirklich herausgerutscht. Ich bitte um Entschuldigung.

    Ich habe mir schon seit der Rechtschreibreform vorgenommen, diese zu ignorieren, vorallem, wenn deren Auswueche bestehende Klarheiten in Zweideutigkeiten verwandeln.

    Seit die political correctness grassiert, liebe ich es eine moeglichst klare Sprache zu sprechen und verwende moeglichst haeufig das Wort Neger oder sonstige Aufreger.

    Daher nenne ich die Antifa schon lange gern SA, eben, weil sie genauso agiert, wie das Vorbild aus den unseligen tausend Jahren.

    Bitte schlagen sie mir vor, wie man den Verein aufgrund seines Verhaltens beschreibend benennnen sollte, damit im Fluss des Textes klarwird, das man keine beschoenigende sondern eine Faktenbezogene Sicht auf das Agieren desselben wirft.

    Was leider notwendig ist, da die mediale Sicht auf diesen Verein eine durchweg beschoenigende ist, wo wir wieder bei Luegenpresse und Manipulation waeren , also bei der Ausuebung von Gewalt.

    Ich moechte, quasi als Schlussatz meine persoenliche Erfahrung mit dem N-Argument darstellen, denn ich habe heute kein Problem mehr, mich als Nazi zu bezeichnen oder bezeichnen zu lassen, eben weil jede buergerliche Haltung, jede Heimatliebe und Kulturliebe mit dem N-Attribut belegt wird. Das, obwohl ich in den unseligen tausend Jahren wohl selbst als einer der ersten Probleme mit diesem System bekommen hae’tte.
    Man entwickelt eine dicke Haut und macht es sich zur Auszeichnung, eben wie die Schwulen das ehemalige Schimpfwort schwul fuer sich verwendet und positiv konnotiert haben.

    Gruss u. schoenen Sonntag: G.

    Antwort

    1. @Gereon
      „Bitte schlagen sie mir vor, wie man den Verein aufgrund seines Verhaltens beschreibend benennnen sollt“

      Vom Verfassungsschutz werden die als Linksextremisten bezeichnet. Reicht das?

      „habe heute kein Problem mehr, mich als Nazi zu bezeichnen“

      Wenn du keiner bist, dann ist das genauso hohl wie wenn sich Feministinnen noch mit Begeisterung „Schlampen“ nennen oä.
      Besonders übel ist auch, dass das infaltionäre „Nazi“-Rumgeschrei eine Vernebelung der Szene für etwaige echte Nazis und ähnliche Konsorten darstellt. Wenn man diesen Begriff nicht mehr ernstnimmt, dann haben die einen echten Vorteil.
      Genauso war es doch mit der vermeintlich antirassistischen Agitation, in deren Schatten sich dieser neue Rassismus gegen die „Weissen“ breitmachen konnte. Wobei die wesentlich andere und mengenmässig bedeutsamste „Rasse“ natürlich die der Moslems sein soll, die die carte blanche, den moralischen Persilschein, zugeteilt bekommen soll.

      Antwort

  6. @ Gereon

    Ich hatte dich schon einmal nach Belegen für deine Aussagen zum Thema Antifa gefragt. Da kam leider nix.
    Ich wiederhole meine Fragen und Anmerkungen an dieser Stelle einfach mal in anderer Formulierung, vielleicht möchtest du ja diesmal was dazu sagen.

    Ich selbst bin hinsichtlich meiner politischen Weltsicht wesentlich traditioneller libertärer Sozialist, war zwar nie selbst Mitglied einer Antifa-Gruppe, habe aber einige Freunde, Bekannte und Genossen, die früher einmal im Kontext antifaschistischer Arbeit aktiv waren oder dies immer noch sind. Ich kannte auch während meiner Jugend viele Antifa-Aktivisten aus den umliegenden Städten – die meisten übrigens nette Leute und weder gewalttätig, noch fanatisch. Dass es aber auch fanatische und gewalttätige Personen in der Antifa-Szene gibt, stimmt leider, solche problematischen Personen gibt es meiner Erfahrung nach im Schnitt aber häufiger in Großstädten. Gewaltbereite Personen stellen nicht die Mehrheit in der Antifa-Szene (oder in der autonomen Szene) dar.
    Im Allgemeinen bin ich dazu in der Lage zutreffende und berechtigte Kritiken an der Antifa-Szene von solchen zu unterscheiden, die auf Unkenntnis, Einseitigkeiten, Übertreibungen oder Lügen beruhen.
    Versuch also nicht mich zu verarschen.

    „Mitglieder der Antifa leben durchweg von staatlicher Unterstuetzung,“

    Das, Gereon, ist falsch. Mitglieder von Antifa-Gruppen sind bei weitem nicht alle erwerbslos und leben von staatlicher Unterstützung. Es finden sich unter ihnen außerdem Schüler, Personen in Ausbildung, Arbeiter und Studenten. Die genaue Verteilung lässt sich nur schwer abschätzen und Studien dazu gibt es natürlich keine, aber es gibt meiner Erfahrung nach definitiv nicht wenige Antifa-Aktivisten, die nicht von staatlicher Unterstützung leben.

    Das Durchschnittsalter von Antifa-Aktivisten ist aber eher jung. In dem Buch „Antifa. Geschichte und Organisierung“ von Keller/Kögler/Krawinkel/Schlemermeyer findet sich die Angabe, dass die meisten Antifa-Aktivisten zwischen sechzehn und dreißig Jahre alt sind, was auch meiner persönlichen Erfahrung entspricht (vgl. Keller/Kögler/Krawinkel/Schlemermeyer – Antifa. Geschichte und Organisierung, Schmetterling Verlag, 2013, S. 156). Mit dem eher jungen Alter vieler Aktivisten hängen oft auch die problematischen und kritikwürdigen Aspekte, die in der Antifa-Szene manchmal vorkommen zusammen, wie PC-Blödsinn, Intoleranz gegenüber Andersdenkenden, irrationaler Aktionismus, im Extremfall Gewaltbereitschaft. Die Antifa-Szene hat zu größeren Teilen – aber nicht ausschließlich – einen jugendsubkulturellen Charakter. Viele Aktivisten wachsen aber erfahrungsgemäß mit späterem Alter über unreife Einstellungen und Verhaltensweisen hinaus.
    Damit soll nicht gesagt sein, dass eine scharfe Kritik – fundierte, differenzierte und begründete Kritik natürlich, also nicht das, was du betreibst – an Irrationalitäten in der Antifa-Szene oder der autonomen Szene nicht berechtigt wäre, solche Kritiken gibt es von Mitgliedern anderer linker Strömungen immer wieder. So hat die gewaltfrei-anarchistische Zeitung Graswurzelrevolution sich zum Beispiel immer wieder konsequent und glaubwürdig gegen gewaltsame Aktionsformen gewendet.

    Aber natürlich gibt es auch viele Aktivitäten von Antifa-Aktivisten die weder gewaltsam sind noch auf auch eine Einschränkung der Meinungsfreiheit hinauslaufen (wie fundierte Informationsveranstaltungen, gewaltfreie Demonstrationen, gewaltfreie Kundgebungen, Recherche zu rechtsradikalen Strömungen und deren Hintergründen), es wäre verfehlt Aktivitäten der Antifa auf die kritikwürdigen Aspekte zu reduzieren.

    „deren Vereine erfahren massive staatliche Geldzuwendungen und sonstige Hilfen.“

    Ein rechtes Propagandakonstrukt, für das ich trotz mehrmaliger Nachfrage noch nie einen Beleg gesehen habe. Ich habe auch im Rahmen meiner persönlichen Erfahrung noch nie von einer Antifa-Gruppe gehört, die Geld vom Staat angenommen hätte. Welche sollen das denn sein?
    Und wie soll man sich das konkret vorstellen? Eine solche Antifa-Gruppe würde sich ja in der Szene schnell den Ruf einhandeln vom Staat gekauft worden zu sein, sowas bliebe also nicht unkritisiert, wäre rufschädigend für die entsprechende Gruppe.

    „Die Linke spricht allen Deutschen und Deutschland selbst als Kultur, Land und Volk das Existenzrecht ab.“

    Das ist nicht zutreffend. Ich bin z.B. radikaler Antinationalist, aber damit spreche ich nicht „allen Deutschen und Deutschland“ das Existenzrecht ab, sondern ich spreche dem Konzept Nation und jedem Nationalismus das Existenzrecht ab – das ist etwas anderes. Des Weiteren lehne ich einen essentialistischen Kulturbegriff und einen völkischen Volksbegriff ab.

    Es gibt nur eine einzige Richtung innerhalb der radikalen Linken, auf die die Behauptung, sie würde Deutschland und Deutschen das Existenzrecht absprechen (nicht als Menschen wohlgemerkt, sondern nur als Bürgern eines deutschen Staates) zutrifft, nämlich die kleine Sekte der sogenannten Antideutschen, (von der es auch eine kleine Unterströmung in der Antifa-Szene gibt). Die Antideutschen sind aber innerhalb der radikalen Linken (einschließlich der Antifa-Szene) isoliert und ihre einseitigen und übertriebenen Positionen werden fast durchweg abgelehnt. Und Antinationalisten sind die Antideutschen auch nicht, sie haben ja keine Probleme damit mit Israel- und USA-Nationalfahnen auf Demonstrationen zu erscheinen, jeder ernsthafte Antinationalist lehnt Nationalflaggen grundsätzlich ab.

    Allerdings muss man den Antideutschen trotzdem zugutehalten eine Debatte über Antisemitismus innerhalb der Linken angestoßen zu haben und dazu beigetragen zu haben mehr kritisches Bewusstsein für das Phänomen eines Antisemitismus von links zu erzeugen.
    Ich lehne die Antideutschen zwar insgesamt genauso ab wie ihre Gegenspieler die Antiimps und ich teile auch nicht die spezifische Sichtweise der Antideutschen zum Antisemitismus, trotzdem haben sie sich bei diesem Thema innerhalb der radikalen Linken auch positiv ausgewirkt, insofern die anderen Strömungen der radikalen Linken durch sie dazu gezwungen waren sich mit dem Thema Antisemitismus stärker zu beschäftigen und sich dazu zu positionieren.

    „Es gibt aber ein Recht auf Heimat, das ist ein natuerliches Recht und steht auch im Voelkerrecht.“

    Meine Heimat ist aber die Region in der ich lebe und nicht das Abstraktum einer „deutschen Nation“. Man kann also problemlos eine positive Beziehung zu seiner Heimat haben (die Region in der man lebt und mit der man ganz konkret zu tun hat), aber trotzdem Antinationalist sein.

    „Eingeschuechterte Buerger, die erst in der allerletzten Not sich trauen den Mund aufzumachen, mit Gewalt eingeschuechtert von den linken Parteien im Bundestag CDUCSUSPDGRUENELINKE einer wahrhaft grossen Koalition gegen das Volk“

    CDU und CSU sind KEINE linken Parteien, auch wenn du es propagandistisch gerne so darstellen möchtest. Und SPD und Grüne sind, was ihre Parteispitzen angeht, genauso von den ökonomischen Eliten gekauft wie CDU und FDP, was spätestens seit der Agenda 2010 m.E. auch klar erkennbar ist. In irgendeinem authentischem Sinne links sind SPD und Grüne in ihrer gegenwärtigen Verfassung nun wirklich nicht.

    „und deren SA auf der Strasse, der Antifa,“

    Mal ganz davon abgesehen, dass diese Gleichsetzung objektiv falsch ist, werden SPD und Grüne in der Antifa-Szene als faktisch neoliberale Parteien abgelehnt. Und die Linkspartei wird überwiegend als reformistische Partei abgelehnt. Antifa-Aktivisten haben für diese Parteien in der Regel keine Sympathien.

    „die sogar Kinder ihnen missliebiger Politiker mit Gewalt ueberziehen.“

    Gibt´s diesmal auch Belege für diese Behauptung? Ich glaube nämlich nichts davon. In der Antifa-Szene (und der autonomen Szene) werden Kinderrechte im Allgemeinen sehr ernst genommen. Bedrohungen von Kindern werden nicht geduldet, wer das täte wäre danach in der Szene unten durch. Und ein konkreter Gewaltakt gegen ein Kind würde heftige Sanktionen seitens der Szene gegen den Gewalttäter nach sich ziehen.

    „Bitte schlagen sie mir vor, wie man den Verein aufgrund seines Verhaltens beschreibend benennnen sollte, damit im Fluss des Textes klarwird, das man keine beschoenigende sondern eine Faktenbezogene Sicht auf das Agieren desselben wirft.“

    Ich habe dir schon einmal erklärt, dass die Antifa keine Organisation ist, sondern eine Szene, die aus mehreren Unterströmungen und zahlreichen Gruppen besteht. Manche Antifa-Gruppen sind miteinander vernetzt, andere nicht, es gibt aber keine Dachorganisation für alle Antifa-Gruppen. Eine bestimmte Antifa-Gruppe hat mit der Mehrheit der anderen Antifa-Gruppen direkt nichts zu tun. Es gibt zwar auch Antifa-Gruppen, die im Rahmen eines gemeinsamen Bündnisses mit anderen Antifa-Gruppen oder linken Gruppen mit anderen Arbeitsschwerpunkten agieren, aber auch solche Bündnisse beinhalten nur einen kleinen Teil der Gesamtheit aller Antifa-Gruppen und auch in diesen können sich die einzelnen Gruppen stark unterscheiden.

    Es gibt mehrere Möglichkeiten die Antifa-Szene in Unterströmungen zu unterteilen, die Autoren des oben genannten Buches unterscheiden z.B. fünf Unterströmungen: bewegungslinke Antifa, antinationale Antifa, klassische Antifa, antideutsche Antifa und rote Antifa. Die beiden Letztgenannten – antideutsche Antifa und rote Antifa (bei der roten Antifa handelt es sich um orthodoxe Marxisten mit antiimperialistischer Orientierung) – sind relativ klein, im Rest der Szene unbeliebt und weitgehend isoliert. Im größten Teil der Antifa-Szene besteht ein linkssozialistischer/freiheitlich-sozialistischer Grundkonsens, wobei es aufgrund des zum Teil jugendsubkulturellen Charakters der Antifa-Szene leider immer wieder mal zu Äußerungen und Aktionen kommt, die mit der linkssozialistischen/freiheitlich-sozialistischen Weltsicht eigentlich nicht vereinbar sind und von traditionellen Vertretern des Linkssozialismus/freiheitlichen Sozialismus abgelehnt werden.

    Ich werde nun nicht die genannten Unterströmungen im Einzelnen darstellen, verweise aber darauf, dass man diese Uneinheitlichkeit im Kopf behalten muss, wenn man die Antifa-Szene verstehen will.
    Erst Recht können sich einzelne Antifa-Gruppen stark unterscheiden.

    Wie gesagt handelt es sich bei Antifa-Aktivisten mehrheitlich nicht um gewaltbereite Personen, wiewohl es eine Minderheit gewaltbereiter Personen leider tatsächlich gibt. Dass Gewalt in der Antifa-Szene von einer Minderheit ausgeht, entspricht so auch dem bisherigen Forschungsstand zum Thema „Gewalt in der Antifa“ – siehe hierzu den folgenden Artikel (S. 11 – 13), der versucht den bisherigen Forschungsstand zum Thema zusammenzufassen:

    http://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bulletin/d_bull_d/bull109_d/DJI_1_15_Web.pdf

    (Der insgesamt durchaus lesenswerte Artikel geht m.E. bei der Altersangabe in die Irre, die genannte Schätzung in dem Artikel ist zu hoch gegriffen, das Durchschnittsalter in der Antifa-Szene ist, worauf ich oben bereits hinwies, meiner Erfahrung nach als deutlich jünger einzuschätzen, hier folge ich der Einschätzung in dem oben genannten Buch von Keller/Kögler/Krawinkel/Schlemermeyer.)

    Antwort

    1. @ Leszek Danke für die ausführliche Darstellung die ist wirklich hilfreich. Die Antifa ist ja gemeinhin nur aus der Außenperspektive bekannt – über das Selbstverständnis, die inneren Konflikte, die unterschiedlichen Positionen zur politischen Gewalt wissen Menschen außerhalb der Szene meist ziemlich wenig.

      Gut finde ich z.B. auch Deine Darstellung der Antideutschen. Die sind ja zum Teil durch wirklich irre Statements bekannt, die offene Freude an der Bombardierung Dresdens gehört dazu. Aber ich kann mich daran erinnern, dass sie mir richtig sympathisch waren, als sie mir zum ersten Mal begegneten – weil sie, wie Du schreibst, sehr hartnäckig den Antisemitismus in der Linken zu einem linken Thema gemacht haben.

      Antwort

      1. Leszek ist ein Antifa Sympathisant.

        Von Leuten also, die maßgeblich für das beschriebene Klima verantwortlich sind. Solche ideologischen Märchenstunden sind wenig hilfreich. Eher schädlich.

        Falls er antworten sollte, wird er üblicherweise genau das abspulen, was hier gerade im Artikel gut dargestellt wird.

      2. @ Petpanther

        „Leszek ist ein Antifa Sympathisant.“

        Ob ich etwas in der Antifa-Szene kritisiere oder damit sympathisiere entscheidet sich im Einzelfall und hängt davon ab um welche Sorte Antifa-Aktivisten und -Aktivitäten es sich handelt. Da gibt es wie bereits dargestellt unterschiedliche Strömungen, Gruppen und erst Recht Individuen sowie unterschiedliche Aktivitäten.
        Du hast nur mal wieder keine Ahnung und bist differenziertes Denken nicht gewohnt.

        „Von Leuten also, die maßgeblich für das beschriebene Klima verantwortlich sind.“

        Die, die ich persönlich kenne und mit denen ich mich gut verstehe, aber ganz bestimmt nicht.

        „Solche ideologischen Märchenstunden sind wenig hilfreich. Eher schädlich.“

        Na, das sind ja mal wieder tolle Argumente. 🙂
        Von mir gibt´s kein Schwarz-Weiß-Denken, sondern fundierte und differenzierte Beurteilungen, das solltest du doch inzwischen wissen. Das hat übrigens auch den Vorteil, dass wenn ich etwas kritisiere, diese Kritik idealerweise auch treffend ist.

        „Falls er antworten sollte, wird er üblicherweise genau das abspulen, was hier gerade im Artikel gut dargestellt wird.“

        Scheiße, wenn man keine Ahnung und keine Argumente hat, nicht wahr Petpanther?

      3. Organisationen und ihre Sympathisanten wie Antifa, Amadeu Antonio, etc. trollen uns alle und vergiften das Klima.

        Sie nutzen guten Willen aus, missbrauchen ihn für mehr als fragwürdige ideologische Ziele. Häufig dialektisch und unterstellend gewandt, da „normalere“ Bürger sich damit natürlich nicht so befassen.

        Hier werden u.a. Strategien zur unlauteren und auch selbstbereichernden Einflußnahme verfolgt, die sich häufig erst auf den zweiten Blick als solche offenbaren. Sie sind deshalb ein wesentlicher Teil eines umfassenderen Problems, dass sich nun mittlerweile gar existenziell zeigt und ganz und gar nicht zielführend für koexistente Lösungen ist.

        Im Gegenteil, wir haben offenbar ein Establishment, das zu Immunisierungen (zB „Nazi“ Stigmatisierung, Ideologie, Propaganda, …) und Zensur greift und an Lösungen nicht interessiert ist.

  7. […] Das geht ja nun gar nicht, weshalb man den Mann nun finanziell und in seiner Reputation vernichten muss. Gab es das nicht schon mal mit der verbannten Ex-Tagesschau-Sprecherin Eva Hermann? [Update: Lucas Schoppe hat dazu einen interessant nachdenklichen Artikel geschrieben: “Nazis, überall Nazis“] […]

    Antwort

  8. Andere beliebig als Nazis zu beschimpfen ist so auch ein Akt der Selbstreinigung.

    Damit aber arbeiten dann Julia Schramm, Akif Pirinçci, Jürgen Kuri, Lutz Bachmann oder Sascha Lobo an derselben sozialen Spaltung, nur eben auf unterschiedlichen Seiten.

    Ich sage vielleicht später noch etwas zu den anderen Sachen, aber zunächst handelt es sich bei den projektiven Äußerungen von Leuten wie Julia Schramm nicht um eine Selbstreinigung, sondern um Selbstverleugnung. Nur diese Selbstverleugnung macht ihr Verhalten ja erst möglich, die mangelnde Bewußtheit für die eigene Deformierung (durch die Eltern). Selbstreinigung ist also allenfalls sarkastisch-ironisch zu verstehen.

    Und noch eins: Sicherlich sind manche Pegida-Leute oder AfD-Politiker keine Waisenknaben, aber das totalitäre Momentum kommt eben gerade von der Macht, der „Formalität“, dem Regime, sei es nun in den Medien oder der Politik.

    Ich erlebe wesentlich mehr Haß, Verzerrung, Paranoia und totalitären Ungeist auf der etablierten Seite. So ist es auch kein Wunder, daß die Gewalt bei Pegida-Demonstrationen und anderswo von Linksextremen ausgeht, mit denen sich wiederum Politiker solidarisieren wie Heiko Maas.

    Ich sehe wesentlich mehr Wahrheitsfähigkeit aufseiten der Asyl- und Islamkritiker. Ich finde es jedenfalls atemberaubend, wie undemokratisch und totalitär sich etablierte Forscher, Politiker und Medien geben. Da gibt es unzählige Beispiele, die richtig wehtun.

    Und ehrlicherweise müßte man zu dem Schluß kommen, daß die Nazi-Denunziationsrhetorik um ein Vielfaches häufiger bei den etablierten Kräften vorkommt. Auch das ist für mich eigentlich unfaßbar. Wie dumm diese Leute sind.

    Der Nazi-Fetisch ist nun wirklich untrüglich ein linkes Projekt.

    http://lügen-presse.de/margarete-stokowski-reichsfaehnlein-im-wind/

    Antwort

    1. Ich melde mich mal noch mal zu Wort.

      In Diskussionen um die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen wird schon seit Langem die Frage gestellt, was aus dieser Erinnerung werde, wenn die letzten Zeitzeugen gestorben sind und sie nur noch von Nachgeborenen weitergegeben werde. Die deprimierende und hoffentlich bloß vorläufige Antwort: Die Erinnerung an die Verbrechen Deutschlands wird zu einem beliebigen Instrument, um beliebige politische Gegner willkürlich, aber so massiv wie möglich diffamieren zu können.

      Dieses Gesülze kann ich z.B. schon lange nicht mehr hören. Salopp gesagt, ist es mir scheißegal, wieviel Juden durch die Nazis ermordet wurden. Wann war das noch mal? Ist das wirklich passiert? Oder waren das Klingonen?

      Ich muß rein gar nichts über diese Zeit wissen, um ein Mensch mit Moralität zu sein, keine Flüchtlingsheime anzuzünden oder Juden respektvoll zu behandeln. Wie gesagt, dieses Gesülze geht mir enorm auf die Nerven. Denn es verkennt die Ursachen von Menschenfeindlichkeit. Viele Nazis oder Terroristen waren Akademiker.

      Es gibt keinen Neonazi oder Linksextremisten, der keine Gewalt und Verachtung in der Kindheit durch seine Eltern erfahren hätte. Diese emotionale Pervertierung steckt in ihm, und er kann erst einmal nichts dafür. Die Gesellschaft muß solche Leute auffangen und deutlich machen, daß es diese MIßhandlungen auch als Mißhandlungen versteht. Nur so ist ein „Kampf gegen Rechts“ auch wirkungsvoll. Stattdessen redet man peinlichstmöglich um den Brei herum, ist zu feige, die wirklichen Ursachen zu benennen, labert irgendwas von Perspektive, Arbeit und dergleichen. Man dichtet sich irgendwelche Ersatzkategorien herbei, um Rechtsextremismus zu erklären.

      http://alice-miller.com 🙂

      Zur zweiten Hälfte der Passage: Sicherlich ist das Nazigetue heute inflationär, initiiert aber von Linken aller Couleur. „Pegidazis“ lassen grüßen. Genau dort, bei den Linken ist dieses Getue wirklich widerlich. Da wird wirklich jeder Andersdenkende als Nazi bezeichnet. Daß diese Symbolik jetzt leider auch zunehmend auf Blogs wie PI-News benutzt wird, finde ich auch suboptimal. Es ist in der Tat albern und übertrieben. Aber auch da gibt es Feinheiten. Den Goebbels-Vergleich finde ich okay – „seit Goebbels“ war ja der Ausdruck.

      Ein wichtiger Punkt: Die Totalitarismus-Analogien von PI-News, Pirincci oder Pegida finde ich zwar übertrieben, aber sachlich wesentlich passender als dieses peinliche Nazi-Gesülze von Leuten wie Maas etc.

      Da will ein Dirigent in Dresden die Innenstadt verbannmeilen, weil ihm die Demonstrationen nicht passen. Nicht das Bild, das er von Dresden in die Welt vermittelt haben will. Da will ein Mainzer Politik-Professor mit dem passenden Namen Mielke am liebsten rigide polizeiliche Einschüchterungsmaßnahmen auf Pegida-Demonstranten angewendet wissen, einkesseln und so. Das ließe sich beliebig fortsetzen. Denunziation und Diffamierung sind die neue bundesrepublikanische „Zivilcourage“ der weltoffenen Demokraten.

      Es geht im Prinzip genauso zu wie ’68, bloß mit vertauschten Rollen. Man denke nur daran, wer so alles damals bei den Demonstrationen dabei war, auch nicht 100% koscher. Dämonisiert wurde trotzdem bis zum geht nicht mehr. Ist schon possierlich das Ganze aus tiefenpsychologischer Sicht. Heute wehrt man sich gegen eine gesellschaftliche Weiterentwicklung nach „Rechts“, gegen die Überwindung von linken Pervertierungen.

      (Ich war auch mal bei einer Pegida-Demo und weiß daher, daß dort überwiegend harmlose Leute des gesamten Spektrums mitlaufen. 🙂 Glücklicherweise war ich nicht in Frankfurt am Main, wo man auch mal Steine und Böller der linken SA in Richtung seiner selbst fliegen sehen kann. In bezug auf Antifa und Co. finde ich Nazi-Analogien durchaus passend. Die RAF wurde ja auch mal als „nachgeholter Faschismus“ bezeichnet.)

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