Gewalt

Köln: Vom Alptraum in die Schützengräben

Bild zeigt Köln mit Rhein und Dom und Bahnhof in einer Abendstimmung
geschrieben von: Lucas Schoppe
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 „Für die Masse an besoffenen Vollidioten waren viel zu wenig Polizisten da! Überall wurden Mädchen beschimpft und begrabscht. Ich habe noch nie so viele heulende Frauen gesehen – Frauen, die so voller Angst waren. Schlimm war, dass ich die ganze Zeit nicht wusste, was eigentlich los war.“

So berichtet in der Süddeutschen Zeitung eine einunddreißigjährige Frau, dort Steffi genannt, wie sie die Situation am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht erlebt hat.  Sie war mit einer Freundin am Bahnhof verabredet, habe aber im Gedränge für eine kurze Strecke von wenigen Metern eine Viertelstunde gebraucht.

„In dieser Situation fiel mir zum ersten Mal auf, dass alles voll war mit arabisch oder nordafrikanisch aussehenden Männern. Man muss vorsichtig sein, wenn man so etwas sagt, aber es ist mir wirklich aufgefallen. Und ich komme aus der sozialen Arbeit, ich habe Freunde aus allen möglichen Kulturkreisen. Ich stand da und habe kein Wort verstanden von dem, was um mich herum geredet wurde. Immer wieder wurden anzügliche Bemerkungen gemacht. Die Beschimpfungen habe ich dann doch verstanden. Im Laufe der Nacht wurde mir mehrmals ‚Schlampe‘ an den Kopf geworfen, ‚Fotze‘ und ‚dumme Hure‘.“  

Die Freundin hingegen „hatte Glück. Sie war mit syrischen Freunden unterwegs und wurde in Ruhe gelassen.“ Dass die Täter Flüchtlinge waren, hält sie für ausgeschlossen – sie hätten sich am Hauptbahnhof offenbar sehr gut ausgekannt und müssten offenkundig „schon länger hier sein.“ 

Von der Polizei wird diese Darstellung mittlerweile im Wesentlichen bestätigt. Polizeipräsident Wolfgang Albers: „Es hat in sehr hoher Anzahl Sexualdelikte gegeben, auch in sehr massiver Form“, oft verbunden mit Diebstählen, mindestens einer Vergewaltigung, mit etwa 90 Anzeigen Betroffener bis zum Dienstag. Allerdings gäbe es keine tausend Täter, wie verschiedentlich berichtet wurde. „Es gibt eine Gruppe von etwa tausend Menschen, aus der heraus Straftaten begangen wurden.“

Köln

Die Taten sind brutal, Steffis Schilderung in der Süddeutschen Zeitung ist alptraumhaft. Die öffentliche Debatte aber, die darauf folgt, hat nicht nur in den sozialen Netzwerken auch absurd-komische Züge, die im Kontext der Gewalttaten sehr bitter sind – die aber viel über die Strukturen heutiger öffentlicher Debatten verraten.

 

 Von Strohmännern und schiefen Vergleichen

„Man muss vorsichtig sein, wenn man so etwas sagt“: So eindeutig brutalisiert und verachtungsvoll die Taten auch sind – es fällt in den Folgetagen vielen schwer, klare Worte dazu zu finden. Obwohl einzelne Medien früh berichten und die Überfälle in Köln schnell Thema in sozialen Medien sind, wird das Geschehen erst mit vier Tagen Verspätung zu einem Skandal. Dann beherrscht es die Schlagzeilen:

Justizminister Heiko Maas erkennt eine „völlig neue Dimension organisierter Kriminalität“ , die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer eine „komplett neue Dimension, die in keiner Weise toleriert werden darf und auf die mit aller Härte reagiert werden muss“, Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet eine „harte Antwort des Rechtsstaats“ , und Familienministerin Manuela Schwesig stellt klar: „Frauen sind kein Freiwild. Übergriffe auf Frauen – welcher Art auch immer – nehmen wir nicht hin.“

Die verzögerte Reaktion hat ihren Grund ganz offensichtlich auch darin, dass die Taten gewohnte Feindbilder durcheinanderbringen. Die ARD-Redakteurin Anne-Mareike Krause relativiert die Taten durch einen Bezug zum jährlichen Oktoberfest:

Die „neue Qualität der Übergriffe“ bestehe lediglich darin, dass nun den Opfern – ausnahmsweise einmal – geglaubt werde. Der schiefe, verharmlosende Oktoberfest-Vergleich ist wohl auch deswegen auf Twitter so beliebt, weil er eine Rückkehr zum Gewohnten ermöglicht: Männlichkeit allgemein sei das Problem, möglicherweise gar die bayerische Männlichkeit im Besonderen – und nicht etwa der kulturelle Hintergrund oder die fehlende soziale Einbindung von einigen Migranten. Anne Wizorek pflichtet bei: So zu tun, als würden solche Taten nur von Migranten begangen, „und weiße „biodeutsche“ würden dagegen niemals was schlimmes tun, ist und bleibt rassistische hetze.“ 

Schon die Emma macht darauf aufmerksam, dass Wizorek hier einen Strohmann  aufbaut:

„Bleibt nur noch die Frage: Wer hat im Zusammenhang mit den Kölner Übergriffen je behauptet, „weiße Biodeutsche“ würden niemals was Schlimmes tun?“

Überhaupt hat Alice Schwarzers Zeitung erkennbar wenig Probleme damit, die Taten von Köln in das eigene Weltbild einzubauen: Dass Männer, und muslimische Männer im Besonderen, potentiell immer gewalttätig sind, verkündet das Magazin schließlich schon lange. Nun berichtet es über „Männer in großen Rudeln“, die „über Frauen herfallen“, und über „aggressive und betrunkene Männerrotten“, die „massenhaft Frauen belästigen“. Unklar bleibt lediglich, ob Schwarzers Magazin die Vergleiche von Männern mit Tieren ganz in Ordnung findet, weil es um ausländische Männer geht – oder die Vergleiche von Ausländern mit Tieren, weil es männliche Ausländer sind.  Vermutlich ist es auch egal – die Emma hat es ja ohnehin schon alles immer gewusst:

„Sie stehlen den Frauen nicht nur das Handy, sie stehlen ihnen auch die Würde. So wie Männer es seit Jahrhunderten tun, überall auf der Welt, allerdings in der Regel in Häusern, hinter verschlossenen Fensterläden, im Verborgenen. Die ‚neue Qualität’ der Übergriffe am Hauptbahnhof liegt in der Enthemmtheit, diese Gewalt in der Öffentlichkeit auszuüben.“

Etwas unsicherer ist sich zuvor noch die Aufschrei-Mitinitiatorin Jasna Strick. Die schreibt so, als würde sie möglichst frühzeitig eine Bewerbung für den dämlichsten Tweet des Jahres einreichen wollen:

Die Täter in Köln haben angeblich Gemeinsamkeiten in der Herkunft – aber auch im Geschlecht. Tja, was nun?!

— Tugendfurie (@Tugendfurie) 4. Januar 2016

Möglicherweise weiß Strick selbst nicht so genau, was sie damit eigentlich sagen wollte. Wollte sie eine Antwort auf Rechtsradikale geben, die nur auf die Herkunft der Täter blicken – obwohl doch selbstverständlich nur auf ihre Geschlechtszugehörigkeit geblickt werden sollte? Wollte sie eine Überlegung dazu anstellen, dass die Taten auf jeden Fall verallgemeinert werden sollten – dass nur die Kategorie der Verallgemeinerung (Herkunft, Geschlecht, oder noch eine andere?) nicht ganz klar sei?

Da ist Antje Schrupp zum Glück weniger beeindruckt:

„Und alles, was sich aus den Kölner Ereignissen bisher ablesen lässt ist, dass es auch unter nordafrikanisch aussehenden Männern gewalttätige Arschlöcher gibt.“

Dass es unter Männern gewalttätige Arschlöcher gibt, war eh schon immer klar, nun ist also lediglich klargestellt, dass „nordafrikanisch aussehende“ Männer keine Ausnahme bilden. Soll aber bloß niemand auf die Idee kommen, weiße heterosexuelle Männer wären hier ausnahmsweise mal nicht Schuld, „dieser rechte Sumpf, der verhindert, dass real bestehende Probleme angegangen und thematisiert werden.“

 

Von richtigen Opfern und falschen Tätern

Nun finde ich den „rechten Sumpf“ ja auch ausgesprochen eklig, möchte aber trotzdem die verwegene These in den Raum stellen, dass ab und zu durchaus auch andere Menschen für irgendetwas verantwortlich sein können. „Ganz Schlaue wissen, dass die Feministinnen schuld sind, weil sie zwar wegen harmlosen Witzen Aufschreie veranstalten, aber nicht wegen so was.“ So Schrupp. „Auch die Feministinnen stehen am Pranger, weil sie sich über harmlose Herrenwitze aufregten, aber nicht sofort wegen Köln Alarm schlugen.“ So die Tagesspiegel-Kommentarin Claudia Keller, die sich gern bei Schrupp bedient. Beide beziehen sich wohl auf Birgit Kelle, die geschrieben hatte:

„Und während man spontan vermutet, in einem Land, in dem jedes falsche Wort und jeder vermeintlich falsche Blick zu einem feministischen #aufschrei führt, weil Mann sich angeblich falsch benommen hat, bleibt das feministische Netz angesichts dieser unglaublichen Vorgänge in Köln stumm.“ 

Kelle sieht also eine günstige Gelegenheit, die Aufschrei-Debatte noch einmal aufzuwärmen, gibt aber keineswegs Feministinnen die Schuld an den Taten von Köln – sie fragt allerdings, ob es Feministinnen nicht möglicherweise weniger um den Schutz von Frauen als um die Pflege von Feindbildern ginge. „Es waren wohl die falschen Täter.“

„Der falsche Täter“ – damit überschrieb die taz schon vor fast genau einem Jahr einen Artikel, der wieder aktuell geworden ist. Erinnert sich noch jemand an Khaled Idris Bahray?

Der zwanzigjährige Asylbewerber aus Eritrea war in Dresden mit Messerstichen in Hals und Oberkörper ermordet worden. Da es nahe lag, den Mord mit Pegida-Veranstaltungen in Verbindung zu bringen, wurde er schnell als Opfer rechter Gewalt wahrgenommen. Von Dresden bis Berlin demonstrierten viele Tausende, der junge ermordete Mann wurde zu einer Ikone, sein Bild vielfach auf Demonstrationen getragen.

khaled-min

 

Als sich jedoch herausstellte, dass er nicht von deutschen Rechten, sondern von einem anderen Asylbewerber ermordet worden war, war er schlagartig wieder uninteressant, wurde vom betrauerten Märtyrer wieder zu einem unbekannten toten Mann aus Eritrea.

Dabei hätte auch der Mord durch einen anderen Asylbewerber gerade für Linke wichtig sein müssen, weil er Anlass dafür war, Bedingungen der Flüchtlingsunterbringung zu überprüfen. Darum aber ging es offenkundig nicht – sondern um die Pflege von klaren Freund-Feind-Strukturen. Khaled Idris Bahray war genau so lange interessant, so lange sein Tod dafür nützlich war – als sein Tod in diese klaren Strukturen nicht mehr eingepasst werden konnte, verschwanden auch seine Bilder von Demonstrationen.

 

Von Filterbubbles und Schützengräben

Eben dadurch werden viele Diskussionen über die Angriffe von Köln und anderswo auf so bittere, absurde Weise komisch: Ganz unterschiedliche Gruppen versuchen hier, ihre mitgeführten Freund-Feind-Muster an eine Situation anzupassen, von der eigentlich alle gemeinsam überfordert sind. Zu allem Überfluss werfen sich viele von ihnen gegenseitig vor, die Situation bloß für eigene Zwecke zu instrumentalisieren – durchaus zutreffend, aber eben ohne zumindest einen vorsichtigen Seitenblick auf die eigenen Positionen zu werfen. Dabei ist die Silvesternacht von Köln vor allem ein Beispiel dafür, dass gemeinsame Interessen – und nicht nur Gruppeninteressen – bedroht sind.

Der Platz vor dem Bahnhof ist ein öffentlicher Ort – der Kölner Bahnhof ist einer der wichtigsten deutschen Verkehrsknotenpunkte im öffentlichen Personenverkehr – die Silvesterfeier ist eine der wichtigsten Feiern des Jahres, zudem anders als das Weihnachtsfest eine Feier, die zu großen Teilen öffentlich stattfindet. Eigentlich könnte es in der Diskussion darum gehen, dass öffentliche Orte sicher für alle sein müssen – und dass alle eine Verpflichtung haben, diese Rechte anderer zu beachten – und dass diese Rechte und diese Verpflichtungen unabhängig von der Staatsangehörigkeit gelten.

Statt aber auf solchen Selbstverständlichkeiten zu beharren, versuchen viele Diskutanten vor allem, die gewohnten Schützengräben zu sichern. Einfach ist das für Rechtsradikale, die ohnehin den Schutz weißer deutscher Frauen vor dunkelhäutigen Eindringlingen beschwören – einfach ist es auch für die Emma, die schon lange ihre Ressentiments gegen Männer mit Ressentiments gegen Muslime verbunden hat. Schwieriger wird es für andere Feministinnen, die nun schräge Vergleiche zum Oktoberfest bemühen, um ihr angestammtes Ressentiment gegen weiße heterosexuelle Männer durch die Situation zu retten – und die auch ansonsten die Übergriffe gegen Frauen als „Vorfälle“ verharmlosen.

Das ist die Diskussion einer Gesellschaft, die nicht erst durch den Zuzug von Flüchtlingen und Migranten desintegriert ist. Es ist eine Diskussion, in der es um Safer Spaces für wenige anstatt um eine sichere Öffentlichkeit für alle geht – in der Rechtsradikale sich als Bürgerwehr inszenieren und zur Hatz auf Ausländer blasen, weil öffentliche Institutionen ja ihren Job nicht erledigen würden – oder in der die Situation zum Anlass genommen wird zu fordern, dass Jungen gefälligst Respekt vor Mädchen zu erlernen hätten (während im selben Text erklärt wird, wie sehr es zum Kotzen sei, dass die Taten von Köln instrumentalisiert würden).

Die eben zitierte Antje Schrupp schreibt auch:

„Ich weiß nicht, ob es bei der Polizei oder den Medien Leute gibt, die einen eventuell ausländischen Hintergrund von Gewalttätern kleinreden oder leugnen oder verschweigen, aus Angst dadurch rassistischen Pöbel in Gang zu setzen. Aber wenn es so wäre, dann hätten sie leider allen Grund dazu: Denn einen eventuell ausländischen Hintergrund von Gewalttätern zu benennen, das setzt leider unter Garantie den rassistischen Pöbel in Gang.“

Diese Haltung ist möglicherweise Resultat eines allzu ausgiebigen Aufenthalts in den Filterbubbles des Internets. Wer bei Twitter jemanden blockiert, kann den Eindruck bekommen, dass dieser Mensch nicht mehr da ist. Wer im Netz andere aus den eigenen Filterbubbles hinausdrängt, muss sie nicht mehr wahrnehmen. Wer aber außerhalb des Netzes andere aus öffentlichen Diskussionen verdrängt, kann nicht ernsthaft erwarten, dass diese Menschen dann tatsächlich verschwinden.

Wenn die Medien, so Jan Fleischhauer im Spiegel,eher einem pädagogischen als einem journalistischen Auftrag folgen“, also sorgfältig auswählen, mit welchen Informationen die Öffentlichkeit vernünftig umgehen kann und welche Informationen ihr lieber verschwiegen werden sollten – dann verschwindet auch ein gemeinsamer öffentlicher Raum der Verständigung. Diskussionen werden dann ganz in Filterbubbles geführt, in denen Widerspruch schon als Skandal gilt und Widersprechende weggebissen werden. Das macht dann zum Beispiel den Weg frei für beliebige Beschuldigungen von Flüchtlingen – und da der öffentlichen Informationspolitik ohnehin nicht zu trauen wäre, lässt sich in rechten Filterblasen jeder, der rechtsradikalen Schreckensfantasien Grenzen setzen möchte, als naiver „Gutmensch“ oder als böswilliger „Linksfaschist“ hinstellen.

Der Begriff der „Integrationspflicht“ ist in dieser von gedanklichen Schützengräben durchzogenen Debattenlandschaft tatsächlich eine Provokation – und wird dementsprechend lächerlich gemacht (Robin Alexander denkt bei der Gelegenheit in der Welt sogleich an Häkelkurse für die Integration) oder als „völlig absurd“ beiseite geschoben.  Dabei ist der Begriff sehr sinnvoll – wenn er nicht allein auf Einwanderer bezogen wird, sondern generell auf die Frage, unter welchen Bedingungen sich denn verschiedene unterschiedliche Interessen im Sinne gemeinsamer Interessen integrieren lassen.

Natürlich verlangt das Menschen etwas ab – und sei es nur eine Verpflichtung zur Anerkennung der Rechte anderer oder zu einer grundsätzlichen Reziprozität (Die Rechte, die ich einfordere, gestehe ich auch Dir zu). Die Alternative zu einer solch basalen Integration ist aber erheblich schlechter – und das macht zum Beispiel die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ganz aus Versehen deutlich.

„Gegen diese neue Dimension von Gewalt und sexuellen Übergriffen durch Männer-Banden müssen und werden Polizei und Justiz konsequent vorgehen.“

Der Begriff „Männer-Banden“ erscheint Kraft wohl als völlig unproblematisch, so wie in der Emma die entmenschlichende Rede von den Männerrotten und Männerrudeln. Die Gewalt in Köln als Gewalt von Männern gegen Frauen zu verstehen, ist hier irgendwie und selbstverständlich ganz in Ordnung – sie als Gewalt von Ausländern gegen Deutsche („Ausländer-Banden“) oder Muslimen gegen Christen („Moslem-Banden“) zu beschreiben, würde hingegen mit guten Gründen Rechtsaußen-Positionen zugeordnet werden.

Es verschwindet dabei die Vorstellung, dass all diese Verallgemeinerungen falsch sind, und dass durch die Täter am Kölner Hauptbahnhof Interessen aller anderen verletzt wurden, auch die von Männern – von denen übrigens einige versucht haben einzugreifen, von denen viele selbst hilflos waren. Männer bilden zudem den größten Teil der Polizeikräfte, die nun zu Hilfe gerufen werden. Wer das aber öffentlich so sagte, könnte sich noch so sehr beeilen klarzustellen, dass die Angriffe natürlich gezielt Frauen galten, dass dies nur eben nicht bedeute, hier würde ein Krieg von Männern gegen Frauen geführt – er würde rituell als Vertreter einer männlichen „Opferideologie“ (Hinrich Rosenbrock von der grünen Heinrich-Böll-Stiftung) entlarvt werden, ehe er noch zum ersten Nebensatz gekommen ist.

Dass Frauen vor Gewalt zu schützen sind, ist offenbar der einzige Minimalkonsens, zu dem die zerklüftete öffentliche Debatte noch fähig ist. Das ist wichtig, aber es reicht nicht – und dies nicht nur, weil es Männer aus dem Anspruch auf Schutz ausschließt und ihnen rituell die Rolle potenzieller Gewalttäter zuweist.

Die ausschließende Fixierung auf den Schutz von Frauen und die Kultivierung entsprechender Feindbilder – seien es nun muslimische Männer oder white heterosexual males – gehört in eine Ethik für Kriegs- und Katastrophensituationen, in denen der Fortbestand der Gruppe gesichert werden muss, ganz gleich zu welchem Preis. Sie gehört in Bürgerkriegsszenarien, die nun von rechtsradikalen Gruppen sehnsüchtig entwickelt werden. Sie gehört in das Selbstbild einer überforderten Politik, die nicht mehr das Gefühl hat, den Aufgaben gewachsen zu sein, vor denen sie steht.

Sie gehört aber eben nicht in die Ethik einer zivilen Gesellschaft.

 

Eine ausführliche Zusammenstellung von Beiträgen zum Thema findet sich im Blog Alles Evolution.

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27 Comments

  • Tja, da werden wieder Dinge zusammenkonstruiert, welche nicht ins Weltbild passen, aber gefälligst zu passen haben, wenn es den Ideologen so passt.

    Da treffen kognitive Dissonanzen aufeinander, die sich widersprechen! Aber irgendwie muss man es ja hinbekommen, den Mann zum Täter auszubauen und gleichzeitig ‚Refugees welcome‘ nicht zu vernachlässigen.

    Das Männer, speziell Jungen davon auch betroffen sind? Kein Thema!

    https://emannzer.wordpress.com/2016/01/05/nur-erniedrigung-von-frauen/

    Die ideologische Einseitigkeit dieser s.g. Debatte ist zum Furcht erregen. Aber Hauptsache, man hat zusammengepresst, was nicht zusammenpassen will. Es ist zum Gruseln.

    Ich danke dir für deinen Beitrag, der ausspricht, was man häufiig vermisst. Egal ob nun link- oder rechtsliberaler Struktur.

    Der Feminismus stellt sich, wieder einmal, ein Armutszeugnis aus.
    Und #Aufkreisch-Anne ist (fast) mucksmäuschenstill …

    • @ Emannzer Danke für den Link zu Deinem Text. Ich zitiere mal daraus: „Oder hätte es die gleiche Empörung gegeben, wenn es Jungen beträfe – Wäre man genauso empört, wenn man u.a. sieht, was tagtäglich auf den Schulhöfen passiert?“ Das habe ich mich auch gefragt, siehe unten.

      Sicherlich lässt sich keine genau vergleichbare Situation konstruieren – der Aspekt des sexuellen Übergriffes von anderen Männern auf Frauen aktiviert m.E. ziemlich tief sitzende Impulse: „DIE schänden UNSERE Frauen!“ Das lässt sich nicht übertragen auf die Frage, was denn passieren würde, wenn die Opfer Männer wären.

      Aber es müsste ja eigentlich darum gehen, eben nicht nur auf der Ebene solcher Impulse zu reagieren. Nur ist das vielleicht ein wesentliches Problem, wenn es darum geht, spezifische Gewalt gegen Männer zum Thema zu machen: Das sind in der Regel sehr rationalisierte Überlegungen, die kaum auf kräftige, halb- und unbewusste Handlungsimpulse aufbauen.

      • Als im letzten Frühjahr bekannt wurde, dass französische Soldaten auf ihrer „Friedensmission“ in Zentralafrika eine Vielzahl von Jungen vergewaltigt hatten, wurde von den Jungen in den Medien fast ausschließlich nur von Kindern geschrieben. Nach 14 Tagen war das Thema vom Tisch. Man kann sich also durchaus vorstellen, was in einem umgekehrten Fall geschehen würde.

        Und wären die Jungen von Soldatinnen vergewaltigt und sexuell missbraucht worden, wäre es wohl überhaupt kein Thema. So wie über die seelischen Qualen der Gefangenen des Abu-Ghuraib-Gefängnis oder aus Guantanamo, die von Frauen sexuell-sadistisch gefoltert wurden, niemand öffentlich reflektierte.

        Gewalt gegen Männer im öffentlichen Raum ist gewöhnlich, also kein Thema. Und Frauen sind keine Täter. Sind sie es doch, ist das Thema tabu und nicht einmal Mokita.

  • Dabei hätte auch der Mord durch einen anderen Asylbewerber gerade für Linke wichtig sein müssen, weil er Anlass dafür war, Bedingungen der Flüchtlingsunterbringung zu überprüfen.

    Mit solchen Sätzen outest du dich aber regelmäßig als Gutmensch. 🙂

    Der Mord ist wohl eher Anlaß, darüber nachzudenken, wie es um den Flüchtlingsstatus vieler Asylbewerber hierzulande bestellt ist. Wer keine Angst vor „rechten“ Seiten hat, kann noch ganz viele andere Dinge erblicken, die es fragwürdig erscheinen lassen, daß hier überwiegend Menschen Zuflucht suchen, die angeblich schwer traumatisiert sind und vor Dankbarkeit darob sprudeln, daß sie endlich sicher sind, versorgt werden und in einer Demokratie angekommen sind.

    In unserer linken Gutmenschendiktatur ist man leider nur in eine Richtung wahrheitsfähig. Man ist unfähig, Partei für Deutschland und Deutsche zu ergreifen sowie für Flüchtlinge die volle Schuldvermutung gelten zu lassen, also ihr Handeln auch zu hinterfragen.

    Ich hatte hierzu mal einen Artikel geschrieben: http://gender-universum.de/vollidiotenpropaganda-auf-spiegel-online/

    Ich will auch Flüchtlinge aufnehmen. Nur gibt es für mich eben auch noch etwas anderes als Gewissensonanie.

  • „Dass Frauen vor Gewalt zu schützen sind, ist offenbar der einzige Minimalkonsens, zu dem die zrklüftete öffentliche Debatte noch fähig ist.“

    Das ist doch eine sehr erstaunliche Aussage für ein Land, in dem es gleichzeitig (wie in jedem Land dieser Erde) eine Rape Culture geben soll und in dem man meint, dass Männer zu wenig dazu erzogen werden, Frauen zu achten
    Klar kann man das als benevolent Sexism sehen, aber das Frauen Schutz verdienen und einfordern können (Männer aber keineswegs mit der gleichen Verständlichkeit) passt zu diesen Vorhaltungen erst einmal nicht

    • @ Christian Das ist in meinen Augen auch ein Grund dafür, warum das Entsetzen – von Männern nicht weniger als von Frauen – über die Taten von Köln von Wizorek und co. so schnell als rassistisch interpretiert wird. „Jetzt regt Ihr Euch plötzlich auf…“

      Wizorek hatte damals beim Aufschrei z.B. darüber getwittert, dass im Geschäft ein Mann zu nah an ihr vorbei gegangen sei, das und ähnliches als Alltagssexismus präsentiert – und hatte damit einen riesigen medialen Erfolg. Dass es aber trotzdem noch Menschen gab, die nicht recht verstanden, was an solchen Erfahrungen den so radikal sexistisch sein sollte – das wertet sie bis heute offenbar als tiefsitzendes Desinteresse.

      Aus dieser Perspektive ist es dann gar nicht verständlich, dass heute Menschen eben deshalb schockiert sind, weil die Taten von Köln eben eine ganz andere, schreckliche Qualität haben als das, was den Hashtag #Aufschrei dominierte. Der Schock zeigt ja: Menschen akzeptieren Sexismus gegen Frauen keineswegs. Es gibt keine allgemeine frauenfeindliche Rape Culture, die Vergewaltigungen von Frauen achselzuckend hinnimmt oder gar dazu ermuntert. Das könnte für Wizorek eigentlich eine gute Nachricht sein.

      Ich weiß nicht, was andersherum passieren würde, wenn in einer ähnlichen Situation männliche Passanten angegriffen worden wären – dann vermutlich nicht unbedingt sexualisiert, aber vielleicht mit Schlägen o.ä. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das keinen solchen Schock zur Folge hätte, sondern im Sinne einer Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Besoffenen interpretiert würde. Und ganz gewiss würden sich die meisten Feministinnen nicht dafür interessieren.

  • Ist doch offensichtlich, die Kerle auf der Domplatte waren mocca-faced Bayern. Es ist ebenso offensichtlich zu einfach, die Situation als Verbrechen zu bezeichnen, ohne die Männer insgesamt dafür verantwortlich zu machen.

    Wenn schon eine Metaebene gezeichnet werden soll, dann könnte man über den Unwillen reden, sich hierzulande statt an Willkür an Recht und Gesetz zu halten, und dies auch durchsetzen zu wollen. Dann aber müsste man über das fehlende Personal bei Polizei und Justiz sprechen. Wobei es aberwitzig ist, dass die Justiz durch Gerichtsgebühren vielerorts gar Überschüsse erwirtschaftet, die in die Landeshaushalte fließen.

    Gleichzeitig müsste auch über den kulturellen Hintergrund der Täter gesprochen werden, der ihnen ein solch queres Menschenbild implementiert, dass man seinen nächsten so schlicht zum Objekt reduzieren kann. Denn die angegriffenen Frauen waren Sexualobjekte wie auch Wertobjekte, denen man leichthin ihre Würde und ihr Vermögen nehmen konnte.

    Was wir derzeit erleben ist die Insuffizienz unserer eigenen Kultur. Mit geradezu selbstzerstörerischer Lust wird die Gesellschaft in Männer und Frauen fraktioniert und den Männern als solches die generelle Verantwortung an den Verbrechen zugeschoben. Da wird ein Männerbild phantasiert, dass im Grunde nur die eigene Niedertracht der Phantasten projiziert. – Wir haben offensichtlich noch immer keine wichtigeren Probleme, als solche unsinnigen Salondebatten zu führen, in denen wir die Menschheit in XX und XY teilen.

    Ich bewundere Sie Lucas Schoppe, dass Sie die zitierten Dummheiten auch noch kommentieren. Ich bekam schon beim Lesen der verschiedenen feministischen Schwätzer einen Knoten aus Unwillen im Kopf; den ich nicht mehr entwirren wollte.

    Servus zum Dreikönigstag aus Bayern
    M. M.

    • Hallo MM,
      „mocca-faced Bayern“ – Schokobayern? 😉

      „Wir haben offensichtlich noch immer keine wichtigeren Probleme, als solche unsinnigen Salondebatten zu führen“

      Der Witz ist ja, daß trotz der gerade anrollenden Problemlawine die Politkorekten die Bevölkerung auch noch „von oben“ in die Zange nehmen. Von unten werden die Menschen mit erhöhter Kriminalität, Wohnraumkonkurrenz, Asylsteuer-Erhöhungen, Niedriglohn-Job-Konkurrenz, etcpp in die Zange genommen; und von der „geistigen Elite“ müssen sie sich dann auch noch anhören, wie rassistisch/sexistisch sie seien und wie wichtig es ist, daß ihre Steuergelder für Ampelmännchen, Genderunterricht und ähnlichen Aberwitz ausgegeben werden.

      Ein Witzbold im Netz entwickelte einmal die Idee, ein kleines Bundesland zu evakuieren, eine Riesenmauer drumrum zu bauen, und alle Idioten dort einzusperren. Ich wäre dafür, die Politkorrekten, die Nazis, die Antifa-Schläger, die Islamisten und alle straffälligen Asylbewerber dort gemeinsam einzuquartieren. Dann hätte jeder (jedex) den, den er/sie/x verdient.

    • @ Matthias Mala „Es ist ebenso offensichtlich zu einfach, die Situation als Verbrechen zu bezeichnen, ohne die Männer insgesamt dafür verantwortlich zu machen.“ Das hab ich auch gedacht. Zudem ist mir aufgefallen, wie selbstverständlich das Reden von „Männerrotten“, „Männerbanden“ etc. über die Lippen geht.

      Würde irgendein Politiker von „Ausländerbanden“ reden, hätte er sofort Schwierigkeiten. Aber bei Kritik am Stichwort „Männerbanden“ könnte Kraft jederzeit gutmütig fragen: „Wieso, wo ist denn das Problem, es waren doch schließlich Männer….?“

  • Via „Alles Evolution“ gefunden:

    Liebe Feministinnen,

    wo seid ihr, wenn wir euch brauchen? Wenn wir euch nicht brauchen (also fast immer), wie damals, als ein alter Mann einen müden Witz über ein Dekolleté riss, habt ihr laut aufgeschrien.

    Und heute?

    Euer „Missy Magazine“ schweigt.

    Eure „Mädchenmannschaft“ meldete sich gerade eben erstmals zu Wort. Fünf Tage danach. Und hat, na klar, nichts Besseres zu tun, als darüber zu schimpfen „wie rassistisch derzeit über die Gewalt in der Silvesternacht berichtet wird“.

    Habt Ihr vollkommen den Verstand verloren? Was muss denn noch passieren, damit Ihr endlich begreift, dass der weiße Mann nicht der Feind der Frauen ist?

    Einzig „EMMA“ sieht, Dank Alice Schwarzer, die Sache klar. Auch fünf Tage zu spät, aber immerhin. „Das sind die Folgen der falschen Toleranz“ schreibt Schwarzer.

    Ich habe kein Problem damit Alice Schwarzer recht zu geben, wenn sie – ausnahmsweise – mal Recht hat. Ihr schon. Das ist nicht nur dumm, das ist auch beschämend. Aber im Grunde auch egal. Ich habe eh nicht mit Euch gerechnet.

    Schade nur, dass Ihr so unansehnlich seid, deshalb nicht von den muslimischen Steinzeitmännern belästigt werdet. Verdient hättet Ihr es. Und vielleicht würdet Ihr dann endlich aufwachen.

    Die Nase endgültig voll von Euch

    Oliver Flesh zum Stillschweigen der #Aufkreisch-Szene der vergangenen Tage. Es fällt schwer, dem widersprechen zu wollen. Aber Brüderle, FDP, war woh einfacher zu ‚handhaben‘ …

  • Esgeht eben nicht nur um den kulturellen Hintergrund der Täter, sondern auch um den der weiteren Menschengruppen im Umfeld der Geschehnisse.

    Mir stellt bei solchen, oder ähnlichen Ereignissen immer sofort eine grundsätzliche Frage:
    Wie kommen Menschen, im konkreten Fall Menschengruppen ( welche und in welcher Anzahl auch immer ), auf den offenbar verführerischen Gedankengang, zu bestimmten Anlässen jegliche Achtung vor den grundlegendsten Regeln menschlichen Anstands zu vergessen und sich derart menschenverachtend benehmen zu können?
    Seltsamerweise habe ich in keiner der bisher gelesenen Berichte und Stellungnahmen dazu diese Frage wiedergefunden.
    Jetzt frage ich mich: Warum nicht?
    Die naheliegenden Spekulationen dazu lasse ich hier und jetzt weg, da sie z.T. denn doch in letzter Konsequenz zu einer “Migrantendiskussion” führen könnten, obwohl ich die möglichen Ursachen und Hintergründe eher als “deutsches Problem”, besser gesagt, als Konglomerat z.T. widersprüchlicher Probleme ( z.B. der Akzeptanzhierarchie der [ Staats-]Feministen und dem bundesweit bekannten Karnevals- u. Sylvesterschlampentum ( besonders ) im Ruhrpott, als gegenläufige soziale Symptome ) betrachte.

  • Nachtrag:
    Was mich allerdings derbe verwundert, ist die Tatsache, daß jetzt mal wieder reichlich Leute, die vorgeblich auch auf Seiten der Männer stehen, ein altes feministisches Gerücht unhinterfragt repetieren und damit einem alten und wahrscheinlich völlig unschuldigen Mann ziemlich unfreundlich nachreden.

    Tatsache ist, daß es nicht den geringsten ernstzunehmenden Hinweis darauf gibt, daß Brüderle je versucht hat, einer angebl. Journalistin ( eher wohl bis Dato erfolgslosen Redaktionspraktikantin ) ein Kompliment zu machen, schon gar kein verunglücktes.
    Tatsache ist jedoch auch, daß die Dummformel von der “Dirndltauglichkeit” dem Sprachschatz von Laura Himmelreich ( also genau der, die das Gerücht aus Karriereinteresse in die Welt gesetzt hat ) entstammt.
    Dieselbe hatte nämlich nachweislich eben diese Eigenschaft Monate vorher schon Ilse Aigner sexistisch angedichtet.
    Wer sich seinerzeit auch nur halbwegs kritisch mit dem Aufkreischshitstorm befasst hat, sollte eigentlich nahezu zwangsläufig über diese Fakten gestolpert sein.

    • @ Fiete „Tatsache ist, daß es nicht den geringsten ernstzunehmenden Hinweis darauf gibt, daß Brüderle je versucht hat, einer angebl. Journalistin ( eher wohl bis Dato erfolgslosen Redaktionspraktikantin ) ein Kompliment zu machen, schon gar kein verunglücktes.“

      Hab ich tatsächlich auch nicht dran gedacht. Ich hatte nur noch im Kopf, dass Brüderle keineswegs völlig anlasslos dumm dahergeredet haben soll, sondern dass er – nach Himmelreichs eigener Darstellung – vorher auch von ihr ziemlich unverfroren angesprochen worden war. „Herr Brüderle, wollen Sie in Ihrem Alter wirklich noch mal kandidieren““, oder so ähnlich.

      Selbst wenn man sich allein auf Himmelreichs Darstellung verlässt – selbst dann könnte man eigentlich einräumen, dass sich hier beide grenzverletzend verhalten haben (aber das ist aus Aufschrei-Perspektive natürlich ein Derailing).

  • Woher kommt die Wut dieser Frauen, die jede Gelegenheit nützen, um von einer Tat auf alle Männer zu schließen? Woher kommt diese Einfalt, derart unsinnige Rückschlüsse zu ziehen? Woher kommt die Verblendung, die die eigene Widersprüchlichkeit negiert, so dass man den Hass, den man sät, jenen vorwirft, die man bezichtigt?

    Es ist wohl das psychische Defizit, die narzisstische Perspektive, die diese feministischen Frauen so handeln lässt. Es sind irrationale Handlungen, und darin gleichen sie sich mit allen Ideologen von links bis rechts. Es sind in ihrer Boshaftigkeit aber auch erkennbare Tätereigenschaften, die hier zutage treten. Diese Frauen wollen Menschen beherrschen und vernichten. Die einen tun es handfest, mit ihren Männern und Kindern, die anderen werden zu Schreibtischtäterinnen.

    Es ist ein pathologischer Hass, der sie leitet. Sie sind toxisch und vergiften ihre Mitwelt. Will man gesund bleiben, kann man sie nur meiden. Und die meisten Männer reagieren in dieser gesunden Weise auf sie. Nur leider habe es diese psychopathischen Frauen beim Marsch durch die Institutionen geschafft, auch ihre kranken Vorstellungen politisch umzusetzen. Das ist das eigentliche Irre an dieser Geschichte. – Doch gerade das ist auch der Lauf der Geschichte, dass Psychopathen immer wieder die Geschicke lenken.

    • @ Lotusritter „Es ist ein pathologischer Hass, der sie leitet.“ Das kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Was mir auffällt, ist vor allem eine quere Kommunikation – in der die Erfahrungen der einen gelten und der anderen nicht – oder in der es sogar als „Derailing“ abgetan wird, wenn die anderen Erfahrungen äußern, die den einen so nicht in den Kram passen.

      DAS war m.E. das Problem beim #Aufschrei – nicht die Tatsache, dass Frauen da ihre Erfahrungen twitterten. Diese Erfahrungen sind ihnen ja schlicht nicht abzusprechen, ebensowenig wie die Bedeutung, sie mit anderen zu teilen. Aber dass Männer tatsächlich ähnliche Erfahrungen machen – auch mit Frauen: Das war ein Hinweis, der in diesem Kontext selbst als Grund für einen weiteren Aufschrei abgetan wurde.

      Dabei wäre es ja gar nicht um ein „Ist bei uns alles ganz genauso“-Argument gegangen – ich kann sehr gut einräumen, dass Erfahrungen von Frauen und Männern tendenziell unterschiedlich sein können. Es wäre einfach darum gegangen, das simple Interpretationsmuster einer „rape culture“, die angeblich alle Männern zu sexueller Übergriffigkeit gegen alle Frauen einlädt, in Zweifel zu ziehen. Und das durfte damals ebenso wenig sein wie heute.

      Aus meiner Sicht ist das allerdings nicht unbedingt ein Zeichen von Hass – aber ganz gewiss ein Zeichen dafür, kein offenes Gespräch zu wollen. Und ein Zeichen für ein sexistisches Denken, das die eigenen Ressentiments immer nur bei anderen entdeckt.

  • „sie als Gewalt von Ausländern gegen Deutsche („Ausländer-Banden“) oder Muslimen gegen Christen („Moslem-Banden“) zu beschreiben, würde hingegen mit guten Gründen Rechtsaußen-Positionen zugeordnet werden.“

    Das sehe ich nicht so.

    Ist das Verhalten der Täter ja nicht „männertypisch“, sondern arabertypisch, eventuell muslimtypisch (siehe Tahrir, Kairo).
    greifen solche Kriminellen zwar auch muslimische Frauen in Heimen an, wenn diese nicht geschützt werden; aber aus Frankreich kennen wir gezielte Angriffe auf Europäerinnen, weil die eigenen „heilig“ (oder so) und zudem von der Sippe geschützt sind. Auch aus Berlin und anderen Großstädten kennen wir eine erhebliche Deutschen-(Christen-)Feindlichkeit (Kartoffel, Schweinefresser…). Schon wegen der massiven Enttäuschung der muslimischen Immigranten über die ausbleibenden versprochenen Verlockungen (Autos, Häuser, ..) ist auch bei gerade Eingewanderten mit erheblicher Aggression gegenüber Europäern zu rechnen.

    Lucas, ich finde den von Dir verlinkten Artikel aus der EMMA wirklichkeitsbezogener als Deinen Text, zumindest größtenteils. Daß das bei dem sonst so wirren Schwarzer-Blättchen möglich ist, verwundert mich. Mir ist klar, welche Motivation sie hat: Männerhaß. Dennoch leitet sie daraus zumindest in diesem Fall die realistischen Schlüsse ab.
    Dein Text ist weitgehend klarsichtig, aber Du tänzelst wie Evochris teils um ein „verbotenes“ Thema herum: die klare Bennennung der deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit schwerer Straftaten bei Arabern, Kurden und anderen Muslimen.

    Ich verstehe das: Wer in den Neunzigern in der Pubertät (oder etwas vorher, nachher) war, ist mit politischer Korrektheit, zumindest im Gymnasium aufgewachsen. Und gegen sozial-kognitiv-milieutypische Lernprozesse können wir uns nur schwer wehren, weil sie älter sind als unsere Gattung.

    Wenn aber die Silvesterkatastrophe ein Gutes hatte, dann, daß wir nun endlich die PC-Schere aus dem Kopf herausholen und klar und rational denken.
    Grüße, Axel AE

    • @ Axel „die klare Bennennung der deutlich erhöhten Wahrscheinlichkeit schwerer Straftaten bei Arabern, Kurden und anderen Muslimen.“ Tatsächlich begehen Ausländer in Deutschland statistisch häufiger Straftaten, „als es entsprechend ihrem Anteil an der Wohnbevölkerung zu erwarten wäre.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4nderkriminalit%C3%A4t

      Der im Wikipedia-Artikel zitierte Oberstaatsanwalt Roman Reusch gibt für die erhöhte Zahl der Straftaten bei „orientalischstämmigen Täter“ außer sozialen Hintergründen als mögliche Erklärung Familienverhältnisse an (häufige körperliche Gewalt und „körperliche Züchtungen“ in den Familien), Hilflosigkeit der Eltern gegenüber kriminellem Verhalten der Söhne, eine mangelnde Bereitschaft, Hilfen von Deutschen zu akzeptieren – und natürlich auch die bekannten kriminellen Familienclans.

      Das rechtfertigt aber nicht, von einem „arabertypischen“ oder gar „muslimtypischen“ Verhalten zu reden. Wir kennen das aus anderen Diskussionen: Dass Männer statistisch deutlich häufiger als Frauen im öffentlichen Raum gewalttätig sind, rechtfertigt es nicht, Gewalt als „männertypisch“ hinzustellen – die meisten Männer sind eben nicht gewalttätig. Das kriminelle Verhalten auf dem Kölner Bahnhof ist nicht zu erklären, wenn die Herkunft der Täter nicht in Rechnung gestellt wird – das bedeutet aber nicht, dass dieses Verhalten typisch für Araber oder Muslime ist. Dabei geht es nicht um politische Korrektheit, sondern um einen korrekten Umgang mit statistischen Daten.

      Die „PC-Schere“ ist nicht die einzige Form der Wirklichkeitsverleugnung im Hinblick auf Einwanderung, nicht einmal die wichtigste. Rot-grüne und konservative Milieus haben lange in komplementären Illusionen gelebt: Rot-grün in der Illusion, eine multikulturelle Gesellschaft sei ohne weitere Schwierigkeiten zu etablieren, auch ohne deutliche Anforderungen an die Einwanderer – als ob das einzige ernsthafte Problem dabei die Fremdenfeindlichkeit wäre. Konservative haben die Illusion betoniert, dass Deutschland „kein Einwanderungsland“ sei – ein Mantra von Kohl.

      Das hat die illusionäre Rede von den „Gastarbeitern“ fortgesetzt, die gar nicht integriert werden müssten, weil sie ja ohnehin bald wieder gehen würden. In dieser Illusion wiederum haben sich Lebenslügen der deutschen Gesellschaft und der Einwanderer getroffen. Auch türkische Familien gingen oft selbstverständlich davon aus, dass sie eines Tages wieder in die Türkei zurückkehren würden – und leben nun schon mittlerweile in der dritten oder vierten Generation in Deutschland. Die Kinder kennen die Türkei oft bloß aus dem Urlaub – ich merke aber bei Schülern, wie sehr sie dieses Land idealisieren. Gesund für das Leben in Deutschland ist das nicht.

      Überhaupt: Ich arbeite als Lehrer in einem Stadtteil, in dem es eine sehr hohe Rate von Einwanderern gibt, und glaube nicht, dass ich mir etwas vormache. Dafür habe ich schon zu vieles Beunruhigendes erlebt. Dazu gehören beispielsweise Eltern, die zum Teil seit acht Jahren oder länger in Deutschland leben – die sich aber auf deutsch nicht verständigen können. Häufig Frauen, übrigens – möglicherweise ist es den Männern ganz recht, wenn ihre Frauen Schwierigkeiten haben, soziale Kontakte zu knüpfen.

      Das aber ist schlecht für die Menschen selbst, es ist katastrophal für ihre Kinder, und es erschwert die soziale Interaktion mit den Familien erheblich. Nur: Es geht dabei nicht allein um türkische oder überhaupt muslimische Familien – dasselbe ist mir auch schon bei polnischen oder russischen Einwanderern aufgefallen.

      Das Problem ist nicht, dass Deutschland gegenüber Muslimen zu unkritisch ist – sondern dass insbesondere die deutsche Politik bis heute generell kein Bild davon entwickelt hat, was es bedeutet, einen Einwanderungsgesellschaft zu sein. Daran aber sind die Konservativen mindestens im selben Maße mitschuldig wie Vertreter rot-grüner Parteien.

      Zu Schwarzer: „Diese jungen Männer sind das triste Produkt einer gescheiterten, ja nie auch nur wirklich angestrebten Integration!“ http://www.aliceschwarzer.de/artikel/das-sind-die-folgen-der-falschen-toleranz-331143 Damit hat Schwarzer tatsächlich Recht.

      Dieselbe Schwarzer allerdings hat ihr Leben damit zugebracht, Freund-Feind-Strukturen zu etablieren und eine Politik der Spaltung zu betreiben – ihr brutales Verhalten im Kachelmann-Prozess ist ja noch in Erinnerung. Wenn diese Autorin nun plötzlich von „Integration“ redet, dann nehme ich ihr das nicht ab. Und tatsächlich: Bei Schwarzer bedeutet Integration ganz nach hergebrachter Manier, dass ANDERE sich zu integrieren hätten und dass ANDERE ihre Fehler einsehen müssten.

      So wird Integration aber nicht funktionieren. So richtig ich es finde, von einer Integrationspflicht zu sprechen und deutlich zu machen, was von Einwanderern erwartet werden muss – Integration ist AUCH Sache der Deutschen. Dabei geht es nicht um Anpassung an Einwanderer, sondern um die Überprüfung eigener Wünsche und Illusionen. Und Illusionen machen sich, wie erwähnt, nicht nur Rot-Grüne, sondern auch Konservative und Rechte. Es ist z.B eine haltlose Fantasie zu denken, es hätte eine ernsthafte Zukunftsperspektive, dass ostdeutsche Städte auf Dauer weitgehend ohne Einwanderer leben.

      Schwarzer hingegen geht zuerst und zuletzt davon aus, dass sie ohnehin immer schon Recht hatte, und dass die anderen das jetzt endlich einsehen müssen. Auch das hat keine Perspektive.

      • Hallo Lucas,
        ich rechne es Dir hoch an, daß Du mir antwortest.
        Was Du aber schreibst, ist, verzeih mir, politisch korrektes Augenzu-Ohrenzu-Mundzu.

        „Das rechtfertigt aber nicht, von einem “arabertypischen” oder gar “muslimtypischen” Verhalten zu reden. “
        – Bei Focus kam gerade ein Kommentar, der besagte, daß muslimische Araber und Kurden in „patriarchalischen und vormodernen“ Gesellschaften sozialisiert seien. Daher: Es ist absolut gerechtfertigt, von typischem Araber-, Kurden- und Moslemverhalten zu sprechen.
        Schlimme Familie und so was, ich bitte Dich. Das sind sozialpädagogische Nicht-Erklärungen.

        „Dabei geht es nicht um politische Korrektheit, sondern um einen korrekten Umgang mit statistischen Daten.“
        – Du hast denke ich, mitbekommen, daß in Dutzenden (!) Städten etliche Straftaten durch angebliche Flüchtlinge stattgefunden haben. Das zeigt seht wohl, daß unter den Muslimen ein extrem hoher Kriminalitätsanteil zu finden ist.
        Wer Gegenteiliges sagt, stellt sich auf eine Stufe mit Mareike Krause, die allen Ernstes die Kölner Ereignisse mit dem Oktoberfest verglich.

        „Konservative haben die Illusion betoniert, dass Deutschland “kein Einwanderungsland” sei – ein Mantra von Kohl.“
        – Das war keine Illusion von Kohl, sondern eine glatte Lüge. Auch er hat bereits völlig verantwortungslos gehandelt, als seine Regierung in den 80ern immer mehr nicht-integrierbare Halbkriminelle hereingelassen hat. Denk an die Mallhami-Kurden, die Bremen und Neukölln terrorisieren.

        „Das hat die illusionäre Rede von den “Gastarbeitern” fortgesetzt, die gar nicht integriert werden müssten, weil sie ja ohnehin bald wieder gehen würden.“
        – Kohl & Co haben auf Druck der Großindustrie (wie immer) es unterlassen, die Gastarbeiter zurückzuschicken. Spätestens mit der Rente oder der Arbeitslosigkeit hätte das geschehen müssen. Mit ihrem Verdienst und einer staatlichen Prämie wäre das sogar sozial sehr gut für die Türken gewesen. In ihrer Heimat wären sie gemachte Leute gewesen, hier nur die Unterschichtler, deren Kinder den Anschluß verlieren und zu Islamisten oder Kriminellen werden.

        „Die Kinder kennen die Türkei oft bloß aus dem Urlaub – ich merke aber bei Schülern, wie sehr sie dieses Land idealisieren. Gesund für das Leben in Deutschland ist das nicht.“
        – Siehste, Du sagst es.

        „Überhaupt: Ich arbeite als Lehrer in einem Stadtteil, in dem es eine sehr hohe Rate von Einwanderern gibt, und glaube nicht, dass ich mir etwas vormache. “
        – Gerade deswegen wundere ich mich. Am Gymnasium geht es ja noch, wie Freunde mir sagen. Aber in der Stadtteilschule/Realschule, da habe ich nur Mitleid mit den Lehrern. Elmocho von AE erzählte, daß seine Frau selbst von Dreijährigen gemobbt werde.

        „Nur: Es geht dabei nicht allein um türkische oder überhaupt muslimische Familien – dasselbe ist mir auch schon bei polnischen oder russischen Einwanderern aufgefallen.“
        – Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Russen, ja, da gibt es etwas Mafia, aber Polen? Nicht Dein Ernst!

        „Das Problem ist nicht, dass Deutschland gegenüber Muslimen zu unkritisch ist – sondern dass insbesondere die deutsche Politik bis heute generell kein Bild davon entwickelt hat, was es bedeutet, einen Einwanderungsgesellschaft zu sein.“
        – Nein, tut mir leid, das ist PC-Gerede. Du hast erlebt, was die GEZ-Medien gerade veranstaltet haben, außerdem die Politiker und die Kölner Polizei. Das Problem ist, daß linke Multuikulturalisten (und Gender-Männerfeinde, nebenbei) dieses Land transformieren wollen und über Medienmacht eigentlich vernünftige, aber feige Politiker von der CDU/CSU/SPD dazu zwingen, klein bei zu geben.

        Daß wir de facto ein Niedrig-Qualitäts-Immigrationsland geworden sind, ist kein Naturgesetz und folgt auch nicht aus der Globalisierung. Die Masseinwanderung von absolut nicht Integrierbaren ist ein hausgemachtes, völlig unnötiges Problem.

        „Daran aber sind die Konservativen mindestens im selben Maße mitschuldig wie Vertreter rot-grüner Parteien.“
        – Da hast Du völlig recht. Sie müssen weg, genau wie die Linksradikalen.

        „Dieselbe Schwarzer allerdings hat ihr Leben damit zugebracht, Freund-Feind-Strukturen zu etablieren und eine Politik der Spaltung zu betreiben – ihr brutales Verhalten im Kachelmann-Prozess ist ja noch in Erinnerung. “
        – Absolut. Schwarzer ist eine Katastrophe für diese Gesellschaft. Wenn sie aber in einem seltenen lichten Moment etwas Sinnvolles von sich gibt, kann man das ja benutzen. Bedenke: EMMA hat Wizo gnadenlos kritisiert! Herrlich!

        „So richtig ich es finde, von einer Integrationspflicht zu sprechen und deutlich zu machen, was von Einwanderern erwartet werden muss“
        – Vergiß es, Deine Erwartungen werden sie nicht erfüllen. Es wird nicht geschehen, weil überhaupt kein Zwang ausgeübt wird.

        „Integration ist AUCH Sache der Deutschen. Dabei geht es nicht um Anpassung an Einwanderer, sondern um die Überprüfung eigener Wünsche und Illusionen.“
        – Die Wünsche der Konservativen sind absolut gerechtfertigt (Ordnung, Sicherheit, Zusammenhalt), die der Linken, die sich nur um ihren Distinktionsgewinn (WELT) sorgen, absolut nicht. Die Linken kannst Du ebenfalls nicht zwingen, ihre Illusionen aufzugeben, weil sie in ihrer ideologischen Denkwelt gefangen sind. Denk nur an die Fems. Sie müssen ihrer Machtposition beraubt und auf Normalmaß (Sektenspinner) zurückgeschraubt werden. Alles andere, DAS ist eine Illusion.

        „Es ist z.B eine haltlose Fantasie zu denken, es hätte eine ernsthafte Zukunftsperspektive, dass ostdeutsche Städte auf Dauer weitgehend ohne Einwanderer leben.“
        – Fatalistisch gedacht, ja. Die Politik kann aber handeln, wenn sie will. Oder Du wählst den Bürgerkrieg, wenn Dir das lieber ist. Ich kann die Gewalt hier im Osten auf der Straße regelrecht spüren. In Wismar wurden schon zwei Asylbewerber ins Krankenhaus befördert.

      • @ Axel Ich antworte auf zwei der Punkte, die mir besonders wichtig sind.

        Erstens: “Es ist absolut gerechtfertigt, von typischem Araber-, Kurden- und Moslemverhalten zu sprechen.” Dieses Bild hat man vielleicht, wenn man wenige Araber, Kurden oder Moslems kennt. “Typisches Verhalten”, das bedeutet für mich: Von einem Menschen dieser Gruppe muss ich dieses Verhalten erwarten. Das ist aber nicht so – ein Verhalten wie das am Kölner Hauptbahnhof musst Du nicht generell von Arabern, Moslems oder Kurden erwarten.

        Wie gesagt: Der arabische oder muslimische Hintergrund ist ggfs. trotzdem sehr wichtig, und die extremen sexuellen Belästigungen auf dem Tahir-Platz z.B. sind in dem Zusammenhang ja schon häufiger Thema gewesen. Arne Hoffmann hat heute auch einen Artikel verlinkt, in dem eine Frau aus Syrien über die Unterschiede des öffentlichen Verhaltens von Männern in Syrien und in Deutschland schreibt. http://www.cicero.de/weltbuehne/frauenfeindlichkeit-deutschland-mein-leben-als-junge-muslima-berlin/60330

        Das heißt aber nicht, die Araber/Moslems etc. seien nun einmal so. Das sind Verallgemeinerungen, ähnlich wie: “Gewalt ist männertypisch”, “sexuelle Gewalt ist männertypisch” etc. Gründe finden sich dafür immer, irgendwie. Wer diese Aussagen aufrechterhält, interessiert sich in aller Regel für die Menschen kaum, von denen er da redet. Ob nun Wizorek, Roth und co. die Gewalt in Köln als männertypisch hinstellen – oder ob Pegidisten sie als moslemtypisch hinstellen: Das ist ein Unterschied im Feindbild, aber sonst praktisch identisch.

        Dazu passend: Die “Zeit” hat Anfang des Jahres mal einen eher satirischen Text über Pegida veröffentlicht, der entsprechend genauso auf viele heutige Feministinnen passen würde. http://www.zeit.de/2016/01/pegida-werbung-luegenpresse-volksgemeinschaft-weltsicht

        Zweitens: “Ich kann die Gewalt hier im Osten auf der Straße regelrecht spüren.” Ich bin oft im sehr tiefen deutschen Osten. Was mir auffällt, ist z.B. eine ungeheure Fremdheit gegenüber eigentlich allen Migranten. Ich hab mal auf einer Fahrt mit einem leidlich jungen Mann aus Neubrandenburg gesprochen, der ganz entgeistert davon erzählte, dass in seiner Stammdisko vor MEHREREN WOCHEN EINMAL ein TÜRKE war – der dann frecherweise auch noch eine Goldkette trug. “Steht da so’n Kanacke da…” – das hat den Mann nachhaltig entgeistert.

        Das ist völlig schräg. Sich auf Einwanderung einstellen zu müssen, ist keine Folge einer blauäugigen rotgrünen PC-Kultur, sondern ergibt sich einfach aus den Dynamiken einer weltweit vernetzten, halbwegs offenen marktwirtschaftlichen Ordnung. Die funktioniert nun einmal nicht, wenn Grenzen dicht gemacht werden. Gerade im Osten sind es dann Pegida und co., die gefährliche Illusionen verbreiten.

        PS. Ich hab nicht von einer polnischen Mafia gesprochen, sondern von Menschen, die sich auch nach zehn Jahren in Deutschland nicht in deutscher Sprache verständigen können. Das ist natürlich sehr schlecht, beschränkt sich aber eben nicht auf muslimische Familien

  • Auf grund eines von mir erlebter situation bin ich bei der interpretation der vorfaelle in Koeln relativ skeptisch:
    Vor ein Paar jahren war ich in Barcelona und spazierte mit einem Arbeitskollegen nachts am strand. Dabei wurden wir von vier-fuenf „Damen der Nacht“ aggresiv angegangen. Dies spielte sich so ab, dass uns die „Damen“ „einkesselten“ (also um uns stellten) und extrem aggresiv koerperkontakt suchten. (Ich erinnere mich, dass sich zwei der „damen“ an meinem Guertel festhielt und gleichzeitig an allen koerperpartien begrapschten, so dass ich schwierigkeiten hatte sie los zu bekommen und gleichzeitig mein Portmonnaie in der tasche festzuhalten). (Wir haben nicht angehalten – wir haben dabei versucht stringent weiterzulaufen)

    Nachdem wir weggekommen sind, viel mir eine stunde spaeter auf, dass bei dieser aktion mein Handy (andere hosentasche) entwendet wurde. Bei der Polizei wurden wir aufgeklaert, dass es sich um Nordafrikanische Banden handelte, die polizeibekannt in Barcelona ihr unwesen treiben – und das ein bekanntest problem ist. (Im nachhinein stellte es sich heraus, dass sie gezielt nach handys suchten um SIM karten zu cracken, da mit meiner SIM karte innerhalb von 8 stunden ueber 28000 euro telefonkosten verursachten. Da ich den vorfall unmittelbar gemeldet hatte, wurde meiner Firma das Geld zurueckerstattet – wenn es sich jedoch um ein Privathandy gehandelt haette oder ich den vorfall nach den 8 stunden gemeldet haette/das handy danach gesperrt haette waere ich auf (zumindest einem teil der kosten) sitzen geblieben.
    Da es sich um ein Firmen Handy handelte, war es SEHR gut geschuetzt (d.h. Simlock auf handy, 8 stelliger zugangscode, immer „locked“ und nach 10 falschen eingaben wird das komplette handy mit SIM karte unbrauchbar, zusaetzlich zu der standard PIN Nummer) D.h. einem amateur war es definitiv nicht moeglich die sim karte zu cracken um damit zu telefonieren.

    Ich habe den vorfall immer als Taschendiebstahl klassifiziert – und bin nie auf den gedanken gekommen es als „sexuelle belaestigung“ zu sehen, obwohl ich
    a) aggressiv betatscht wurde (schritt, hintern etc)
    b) „eingekesselt“ wurde
    c) ich schwierigkeiten hatte mich von den Personen zu loesen hatte trotz eindringlichen worten mich in ruhe zu lassen
    d) festgehalten wurde
    e) „nachgelaufen“ wurde

    Wenn man nun den vorfall in Koeln betrachtet, sieht man exakt das gleiche muster nur dass es eben nicht von Frauen an Maennern, sondern von Maennern an Frauen veruebt wurde.

    Aus diesem Grund „vermute“ ich, dass die Polizeiberichte durchaus richtig liegen koennen und es sich um die kombination von zwei vorfaellen handelt:
    1. Eine Betrunkene Gruppe die Gefeiert hat und sich „asozial“ benommen hat (gewallt, aggresive sprueche, catcalls, Feuerwerkskoerper etc) – das ist unschoen und sollte nicht vorkommen – aber groehlende Betrunkene Assis habe ich bisher bei jedem Sylvester erlebt.
    2. Eine kleine Gruppe (10-20 Mann) von organisierten Kriminellen, die im schutz von Gruppe1 ihren Taschendiebstahl ausfuehrten. Nur wurde dies eben nicht als organisierter Taschendiebstahl erkannt, sondern eben als aggressive sexuelle belaestigung. Dabei moechte ich die situation fuer die betroffenen nicht herunterspielen. De Facto hatte ich und mein Kollege (beide mitte dreissig, relativ sportlich) schwierigkeiten uns von den uns „angreifenden“ Frauen zu loesen und die situation war sehr unangenehm.
    Durch den unterschiedlichen Frame/beurteilung (Ich und mein kollege gingen direkt davon aus, dass es sich um Taschendiebstahl/aggresive anmache von Prostituierten handelte), waehrend ich vermute das die Frauen in Koeln primaer an Sexuelle uebergriffe dachten und wirklich angst hatten, waren wir zwar von der heftigkeit ueberrascht, die situation „post ex“ aber mit einem schulterzucken als „zukuenftige lustige geschichte“ abgetan.

    • q public_state_void Es ist ja durchaus möglich, dass Männer und Frauen vergleichbare Situationen unterschiedlich wahrnehmen und bewerten – ohne dass damit eine der Bewertungen „falsch“ wäre.

      Über das Geschehen in der Kölner Silvesternacht werden zudem ja immer wieder neue Einzelheiten bekannt, so dass es wahrscheinlich gut ist, sich im Moment mit sehr deutlichen Interpretationen zurückzuhalten. Jetzt berichten auch Polizisten, die im Einsatz waren:

      „Es heißt, den Tätern sei es primär darum gegangen, Passanten zu bestehlen. Die sexuellen Belästigungen seien nur nebenbei passiert. „In Wirklichkeit verhielt es sich genau umgekehrt“, so Kölner Polizisten zur „Welt am Sonntag“. „Vorrangig ging es den meist arabischen Tätern um die Sexualstraftaten oder, um es aus ihrem Blickwinkel zu sagen, um ihr sexuelles Amüsement. Ein Gruppe von Männern umkreist ein weibliches Opfer, schließt es ein und vergreift sich an der Frau.““

      Das heißt, nach dieser Aussage stand der sexuelle Übergriff sehr wohl im Mittelpunkt, auch aus der Sicht der Polizisten und der der Täter. Das Zitat stammt allerdings aus einem Artikel aus der „Welt“, der auch sonst einiges ganz anders berichtet als bisher (beispielsweise, dass ein großer Teil der Täter neu eingereiste Asylbewerber gewesen seien). Ich glaube, da ist es gut abzuwarten, ob sich diese Aussagen wirklich bewahrheiten. Ich zitier den Text hier trotzdem, weil er eben Darstellungen enthält, die sich direkt auf Deinen Kommentar beziehen lassen. http://www.welt.de/politik/deutschland/article150735341/Die-meisten-waren-frisch-eingereiste-Asylbewerber.html

  • @Schoppe
    M.E. interpretierst Du Anne-Mareike Krause falsch. Sie relativiert nicht die Taten, sondern sie relativiert quasi die Ursachen für die Taten in Köln: Es sind also nicht nur die die Männlichkeitsnormen der Nordafrikaner, sondern eben auch die Männlichkeitsnormen der Deutschen, die dann das grosse Übel wären; sie möchte primär nicht in die rassistische Ecke gestellt werden.

    Ich denke, auch bei der Antje Schrupp ging es nicht darum, quasi nun die weissen heterosexuellen Männer auch noch als Täter ins Boot zu holen, sondern es ging m.E. hier doch eher darum, dass man ihr keinen Rassismusvorwurf machen kann im Sinne von: „Nur nordafrikanische Männer begehen sexuelle Übergriffe gegenüber Frauen.“

    Wie gesagt: Ich glaube nicht, dass es den anderen Feminist/innen ausser Schwarzer primär darum geht, „ihr angestammtes Ressentiment gegen weise heterosexuelle Männer durch die Situation zu retten“, sondern darum, dass sie nicht als rassistisch gebrandmarkt werden wollen.

    Die Kontexterweiterung, die Du dann machst mit der sicheren Öffentlichkeit für alle, finde ich eine richtige und gute Strategie. Hier wäre dann eben auch mal immer wieder zu thematisieren, dass z.B. Männer zu 60% Gewaltopfer im öffentlichen Raum sind.

    Vielleicht noch kurz zum Diskurs im öffentlichen Raum: Ich denke, es ist sehr wichtig, wie ein solcher Diskurs geführt wird. Geht es um Bauchstalinismus und/oder Empörungsbewirtschaftung oder um die „sanfte Gewalt“ der besseren Argumentation? Die ganze Breite der Meinungsvielfalt soll zugelassen werden, aber in einem rationalen bzw. argumentativen Diskurs.
    Aber man sieht: Es wird m.E. tendenziell eine Dämonisierung gegenüber Männern betrieben, sie werden quasi als ganze Gruppe angesprochen und als potentielle Täter gesehen und Frauen als Opfer, die es zu beschützen gilt. Dass auch Männer Opfer sein können und Schutz brauchen etc. kommt nicht auf den Radar.

  • @ Mark „Ich glaube nicht, dass es den anderen Feminist/innen ausser Schwarzer primär darum geht, „ihr angestammtes Ressentiment gegen weise heterosexuelle Männer durch die Situation zu retten“, sondern darum, dass sie nicht als rassistisch gebrandmarkt werden wollen.“ Das wäre schön. Ich habe Zweifel daran, weil hier z.B. viele Frauen mit Relativierungen arbeiten, die gar nicht nötig wären, wenn es nur um die Abwehr eines Rassismus-Verdachts ginge. Was sollen z.B, die Oktoberfest-Vergleiche, die auf Twitter gleich reihenweise angestellt wurden – und die de facto die Situation verharmlosen? (Dazu: http://blogs.faz.net/deus/2016/01/06/sexuelle-gewalt-in-koeln-mit-dem-oktoberfest-kleinreden-3075/ )

    Oder was soll es, dass Schrupp ihren Text damit beendet, dass Jungen Respekt vor Mädchen zu lernen hätten?

    In jedem Fall ist das ein Versuch, die Taten von Köln als einen kleinen Teil größerer sexistischer Strukturen zu betrachten, die dann – altvertraut – natürlich einen Sexismus weißer heterosexueller Männer konservieren. Das ist deutlich mehr, als für das Zerstreuen von Rassismus-Unterstellungen gebraucht würde.

    Und mehr noch: Mir ist keine einzige Äußerung irgend einer Feministin bekannt, in der sie z.B. die Sorge äußern würde, dass durch solche Interpretationen lediglich Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit („Die Moslems sind so.“) durch Sexismus („Die Männer sind so.“) ersetzt würde. Das ist ihnen einfach egal.

    Aber vielleicht bin ich da auch zu hellhörig mittlerweile – wäre ja schön, wenn ich mich irren würde.

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