Wie Anne Wizorek sexuelle Gewalt verharmlost

„Ein paar grapschende Ausländer und schon reisst bei uns Firnis der Zivilisation.“

Mit diesem Zitat bewirbt Jakob Augstein auf Twitter seinen Facebook-Beitrag zu den offenbar massenhaften Sexualstraftaten in der Kölner Silvesternacht. Was sonst bei Menschen, die „im Zweifel links“ sind, verpönt ist, ist hier Programm: Augstein verharmlost die Straftaten gezielt als „Grapschen“ und hat dabei eine politische Agenda. Den Schock über die Situation, die von Betroffenen als Alptraum erlebt wurde, macht er lächerlich – das Verhalten der Täter stellt er als nicht weiter schlimm hin. Die Situation reduziert sich bei Augstein schließlich „einfach“ auf „das kolossale Versagen der lokalen Polizei.“

Damit stimmen die Feindbilder wieder: Schuld ist die Polizei, und rassistischen Interpretationen des Geschehens wird vorgebeugt. Dafür ist es dann auch, irgendwie, ganz in Ordnung, die Situation zu verzerren und die Erfahrungen der Opfer kleinzureden.

focus

So gelingt es, rassistische Klischees zwanglos mit dem Wunsch zu vereinbaren, zu möglichst jeder Gelegenheit möglichst unbekleidete Frauen aufs Titelbild zu bringen. Warum aber fällt es vielen so schwer, sich von solchen Positionen zu distanzieren – ohne dabei die Gewalttaten, um die es geht, zu verharmlosen?

„Im Grunde sagen nach Köln alle nur das, was sie vorher auch schon gesagt haben, nur noch lauter“: Das schreibt Augsteins Mit-Kolumnistin Margarete Stokowski im Spiegel – ohne allerdings wenigstens kurz zu bemerken, dass dieser Satz auch auf sie und den Rest ihres Textes zutrifft. Dass die Taten rassistisch interpretiert werden, steht tatsächlich außer Frage – das neue Focus-Titelbild beispielsweise bedient sich ungeniert in rassistischen Klischeekisten und nutzt die Situation für das Bild einer nackten Frau, deren weißer Körper von Abdrücken schwarzer Männerhände übersät ist.

Sich von rassistischen Deutungen zu distanzieren, hat also gute Gründe. Warum aber ist das nicht möglich, ohne zugleich die Taten herunterszuspielen? Und, mehr noch: Wie kommen eigentlich ausgerechnet Feministinnen dazu, sexuelle Gewalt an Frauen zu verharmlosen? Denn Augsteins gezielten Vergleich dieser Taten mit übergriffigen, aber nicht schwerkriminellen Handlungen stellen auch Feministinnen an, ebenfalls mit einer politischen Agenda – wenn auch mit einer anderen.

Anne Wizorek beispielweise hatte am 7. Januar die Gelegenheit für Zwischenruf im Heute-Journal – und es lohnt sich, diesen Zwischenruf näher zu betrachten.

 

Warum Männer immer noch nicht aufschreien

„Es ist 2016, und wir reden immer noch über sexualisierte Gewalt, und sie ist immer noch normal, und sie ist immer noch da.“

So beginnt sie. Was aber soll es heißen, dass sexuelle Gewalt immer noch „normal“ sei – die schockierten Reaktionen auf die Verbrechen von Köln zeigen ja gerade, dass diese Taten überhaupt nicht als normal wahrgenommen werden? Die Formulierung „immer noch“ erweckt zudem den Eindruck, so etwas wie am Kölner Hauptbahnhof würde in Deutschland beständig passieren – warum dann erst, und gerade jetzt der Schock?

„Was jetzt neu ist, ist, dass den Betroffenen geglaubt wird.“ Das übernimmt Wizorek von der ARD-Redakteurin Anne-Mareike Krause, die so fast wortgleich bei Twitter getweetet hatte. Also tatsächlich: In Wizoreks Augen geschehen Verbrechen wie in Köln beständig, aber es wird nicht über sie geredet, weil den Opfern nicht geglaubt werde. Was aber meint sie damit?

Sie erinnert dann an den #Aufschrei-Hashtag bei Twitter, unter dem Frauen im Jahr 2013 über ihre Erfahrungen mit Alltagssexismus berichteten.

„Doch damals wurde ihnen größtenteils noch nicht geglaubt.“

Auch das ist überaschend. Wizorek und drei andere junge Frauen waren für den #Aufschrei mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet worden, alle großen Medien berichteten darüber, auch international, Wizorek wurde zu einem Medienstar und wird bis heute rituell eingeladen, sobald im Fernsehen Geschlechterthemen diskutiert werden – wie einst Alice Schwarzer. Sie hat den #Aufschrei auch noch für ein Buch verwenden können, dass in allen größeren Medien wohlwollend besprochen wurde.

Die seit vielen Jahren normale sexuelle Gewalt, von der Wizorek spricht – das ist also die Gewalt, die im #Aufschrei berichtet wurde. Ein guter Grund für einen Blick zurück.

„der typ, der sich ekelhaft nah im kaufhaus an mir vorbeischob. als ich mich umdrehte sah ich, dass er unendlich viel platz hatte.#aufschrei“ – „der typ, der mich auf dem fahrrad mit dem auto abdrängte. ich zeigte im vorbeifahren den stinkefinger, er hielt darauf an… stieg aus, beschimpfte mich, dass er sich von einer schlampe wie mir sowas nicht bieten ließe und wollte mich fast schlagen. #aufschrei“ 

Dazu ein Professor, der sie fragt, ob sie ihren Referatspartner daten würde – oder ein Kommilitone, der einen Arm um sie legt, weil er „Signale“ falsch verstanden habe. Das sind Erfahrungen mit Alltagsseximus, von denen Wizorek erzählt.

Jasna Strick, wie Wizorek bis heute bei Twitter sehr aktiv, aber ohne ihren großen medialen Erfolg, berichtet wie viele andere Frauen von ähnlichen Erfahrungen.

„Der Typ, der mit Blick auf meine Brüste sagte: ‚Ist dir kalt oder freust du dich nur, mich zu sehen?’“ (Das ist, nebenbei, ein berühmtes abgewandeltes Zitat von Mae West, mit dem diese einem Mann begegnete) – „Auf der Tanzfläche plötzlich Hände am Po“ – „Habe Lieblingsdozent gerade wörtlich #mimimi wegen #aufschrei vorgeworfen. Bin desillusioniert.“ 

(Der letzte Satz bedeutet übersetzt: Jasna Strick hatte ihrem Lieblingsdozenten an der Uni vorgeworfen, dass er wehleidig sei, und dass hatte irgendwas mit dem Aufschrei-Hashtag zu tun.)

Kein Zweifel: Das sind Erfahrungen, die sehr unangenehm sein können. Es sind zudem Erfahrungen, von denen viele Männer ebenso berichten könnten. Dass manche Autofahrer richtig wütend reagieren, wenn man ihnen den Stinkefinger zeigt, hab ich zum Beispiel auch schon einmal bemerkt – plötzlich in der Disco Hände am Hintern zu haben, kenne ich auch – auch andere unerbetene Berührungen durch Frauen erleben Männer, ebenfalls durch ganz unbekannte Frauen oder Kolleginnen – und gerade neulich habe ich von einer Bäckereifachverkäuferin ein neues Wort gelernt. Ich hatte mir einen kleinen Bart wachsen lassen, und als ich unschuldig morgens ein paar Brötchen kaufen wollte, unterhielt sich diese freundliche Frau demonstrativ lauthals und neckisch mit ihrer Kollegin über diesen meinen „Schenkelkratzer“.

Das ist alles nicht besonders schön – aber es ist unendlich weit entfernt von dem, was Frauen offenbar am Bahnhof in Köln erlebt haben. Um fair zu sein: Es gibt beim Aufschrei-Hashtag auch solche Erfahrungen, die massiv und bedrückend sind – den größten Teil aber bilden Erlebnisse, die weitaus weniger gravierend sind.

DAS ABER kann ein Mann so natürlich gar nicht beurteilen. Jasna Strick bringt das Kunststück fertig, an einem Morgen innerhalb weniger Stunden zwei völlig widersprüchliche Tweets zu twittern, ohne überhaupt einen Widerspruch zu bemerken.

„Die Typen, denen es wichtig ist zu betonen, dass die Dinge unter #aufschrei auch Männern* passieren.“

Die Typen also, die das machen, was ich eben gemacht habe – die den Hashtag kapern, um doch glatt auch eigene Erfahrungen beizusteuern – die sind gleich ein Grund für einen neuen Aufschrei. Und wenige Stunden später:

„Alle sind frei, #aufschrei zu nutzen. Nur kommt nicht, und relativiert anderleuts Erlebnisse oder zweifelt sie an.“

Es sei denn natürlich, diese anderleuts sind männlich.

 

Warum Männer Vergewaltigungen irgendwie ganz normal fänden

Eine gute Gelegenheit zur Rückkehr zu Wizorek und ihrem Zwischenruf. Schlimm sei „jeder sexualisierte Übergriff, egal gegen welchen Menschen…“. Das hört sich so geschlechtsneutral an wie Stricks „anderleuts“ und ist es ebenso wenig. Denn als Wizorek hier gerade einmal an einem Punkt angelangt ist, an dem ihr jeder vernünftige Mensch aus vollem Herzen zustimmen kann, redet sie unglücklicherweise einfach weiter.

Sexismus sei nicht wie das Wetter, bei dem einfache Ratschläge helfen würden, „als müssten sich Mädchen und Frauen einfach nur `nen Schirm oder `nen Mantel mitnehmen“. Aber damit niemand denkt, Männer kämen hier nicht vor, schiebt sie noch nach, dass wir – statt Frauen Ratschläge über den Umgang mit dem Wetter zu geben – lieber darüber reden sollten,

„was wir immer noch heutzutage für ein Männlichkeitsbild haben, in dem es absolut normal ist, sexuelle Belästigungen durchgehen zu lassen“.

Für Männer in Deutschland ist es normal, Frauen sexuell zu belästigen – das heißt dieser Satz, auch wenn Wizorek dem simplen „Männer sind so“ durch einen abstrahierenden Verweis auf unser aller „Männlichkeitsbild“ ausweicht. Vor diesem Hintergrund gibt es dann für sie selbstverständlich auch nur eine mögliche Erklärung dafür, dass Männer ebenso wie Frauen über die Taten von Köln schockiert sind: Sie haben offenbar rassistische Motive.

Erst wenn Fremde als Täter identifiziert würden, würde den Opfern endlich geglaubt. Doch das lässt Wizorek, auch mit einem kleinen Seitenhieb auf ihre Vorgängerin in der Rolle der Talkshow-Beauftragten des deutschen Feminismus, nicht durchgehen:

„Frauenrechte und Feminismus dürfen nicht instrumentalisert werden, um Rassismus zu legitimieren.“

Das kann als edle zivile Position verkauft werden, weil es ja schließlich ebenso antisexistisch wie antirassistisch ist, es hat nur den kleinen Nachteil, das daran so gut wie alles falsch ist – mit Ausnahme eben der Aussage im letzten Satz.

Dass der Schock über die Taten von Köln groß ist, hat einen einfachen, naheliegenden und als Erklärung völlig ausreichenden Grund: Die Taten sind deutlich schlimmer als die Flüche eines gereizten Autofahrers, als die Aufdringlichkeit eines Kommilitonen oder die Enttäuschung durch einen Dozenten, der anders reagiert als erhofft. Es ist ein genuiner Schock darüber, dass Frauen offen und massenhaft Gewalt angetan wurde – und es gibt keinen Beleg dafür, dass dieser Schock geringer wäre, wenn die Gewalt von „weißen ‚Bio-Deutschen“ (Wizorek bei Vice, siehe unten) verübt worden wären.

Als die Taten von Köln in die Schlagzeilen kommen, versuchen viele Feministinnen auf Twitter, sie mit dem Oktoberfest zu vergleichen, weil es auch dort beständig zu Übergriffen kommen würde. Auch dieser Vergleich verharmlost die Taten erheblich. Unwichtig und ungehört bleibt hingegen eine syrische Journalistin, die über ihre Erfahrungen mit Alltagssexismus in Deutschland und Syrien schreibt – und die das Leben in Deutschland als wesentlich sicherer erlebt.

Das könnte inmitten der vielen schlechten Nachrichten und ihrer Nutzung für inhumane, rassistische politische Ziele als eine sehr gute Nachricht verstanden werden: Männer wie Frauen lehnen sexuelle Gewalt gegen Frauen mit großer Selbstverständlichkeit, aber auch mit großer Empörung und Intensität ab. Weil das aber, warum auch immer, die falsche Nachricht ist, unterstellen Wizorek und andere, die Empörung über die Kölner Verbrechen könne bloß rassistische Motive haben. Warum?

 

Warum Anne Wizorek sexuelle Gewalt verharmlost

Nicht erst mit Migranten sei Sexismus nach Deutschland gekommen, schreiben Stefanie Lohaus und Anne Wizorek bei Vice – als ob das jemals irgend jemand behauptet hätte. Und dann:

„Die Rape Culture ist längst da. Dieser Begriff beschreibt Gesellschaften, in denen sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung verbreitet sind und weitgehend toleriert werden.“

Eine solche Gesellschaft ist für sie die deutsche.

Das bedeutet: Für deutsche Männer sei es normal, Frauen zu vergewaltigen – so wie es für die Gesellschaft insgesamt normal sei, diese Verbrechen zu tolerieren oder gar zu fördern. Ganz in diesem Sinn schreibt zum Beispiel Hengameh Yaghoobifarah in der taz:

„Jede Aktivität im öffentlichen Raum, jede Busfahrt, jeder Barbesuch, jeder 500-Meter-Fußweg bis zur Wohnungstür gestaltet sich wie ein Eierlauf durch die Hölle. Laute Typengruppen bedeuten einen Straßenseitenwechsel, das bereite Handy für die Notruf-Schnellwahl, zwischen den Fingern zu einem Schlagring aufgestellte Schlüssel und viel Herzrasen.“ 

Männer üben hier schon dadurch Gewalt aus, dass sie eine Straße entlanggehen. Ganz ähnlich funktionierte auch ein Video, dass im Jahr 2014 viral geworden war (ich hatte darüber hier schon einmal geschrieben). Es hatte eine weiße, junge Frau beim Gang durch die Wohnviertel von Schwarzen in New York begleitet – und diesen Gang als einen Spießrutenlauf der Frau in einer sexistischen Umgebung präsentiert. Tatsächlich gab es einzelne Männer, die sich sehr aufdringlich, auch potenziell bedrohlich verhielten – zum Beispiel einen, der einfach eine ganze Weile eng neben ihr herging. Insgesamt bestand der hier angeprangerte Sexismus jedoch weitgehend daraus, dass Männer „Have a nice day!“ sagten – womöglich in einem linkischen Versuch, mit der Frau in Kontakt zu kommen.

Angesichts der Inszenierung wurde der unterschwellige, aber deutliche Rassismus dieses Hollaback-Videos kaum und spät bemerkt, ebenso wie die Tatsache, dass die sexistischen Äußerungen zum großen Teil vergleichsweise harmlose Grüße waren. Nun mag es nervtötend sein, durch eine Stadt zu gehen und von lauter unbekannten Männern beständig einen schönen Tag gewünscht zu bekommen – dieser inszenierte Spießrutenlauf ist gleichwohl Welten entfernt von dem realen Spießrutenlauf, dem sich Frauen den Berichten nach im Kölner Hauptbahnhof unterziehen mussten.

Das Hollaback-Video hatte eben dieselbe politische Agenda wie Wizoreks Reden über Alltagssexismus: Um zu zeigen, dass Frauen tagtäglich sexistische Gewalt erfahren, werden auch Situationen, die schlicht unangenehm, störend oder vielleicht auch abstoßend sind, als Gewaltakte präsentiert. Diese Agenda basiert mindstens auf zwei Voraussetzungen.

Erstens haben die „Täter“ kein Recht mitzureden, weil ihre Perspektive die Darstellung zwangsläufig relativieren, ja sogar klare Täter-Opfer-Zuordnungen behindern würde.

Zweitens muss sie den Vergleich mit unbezweifelbar massiven Gewalterfahrungen vermeiden.

So ist dann die Position, die Wizorek und andere beziehen, inhuman in doppelter Hinsicht. Sie ignoriert die große, selbstverständliche Solidarität von Männern mit weiblichen Gewaltopfern und unterstellt diesen Männern blind, ihre Solidarität basiere nur auf rassistischen Motiven – und auf dem Wunsch, den eigenen Sexismus zu kaschieren.

Und: Sie verharmlost massive weibliche Gewalterfahrungen, sobald sie nicht in die eigene Agenda passen. Wer seine Position und sein Geschäft darauf aufbaut, die Alltäglichkeit von Sexismus zu behaupten – der muss dann eben eine nicht-alltägliche, extreme sexistische Gewalt in die eigenen Maßstäbe zurückzwängen und gezielt den Unterschied verwischen zwischen einem nervtötenden Blick, einem „Grapschen“ – und einer Vergewaltigung.

Bleibt nur noch die Frage: Wie kommen solche inhumanen, irrationalen Positionen eigentlich beständig ins öffentlich-rechtliche Fernsehen?

59 Kommentare zu “Wie Anne Wizorek sexuelle Gewalt verharmlost

  1. […] Bei Lucas Schoppes man-tau gibts auch eine Analyse davon, wie Anne Wizorek und Konsorten versuchen, das Narrativ […]

  2. aranxo sagt:

    Wenn Wizorek und ihre Mitkämpferinnen ernsthaft behaupten wollen, das alles sei nichts neues und das habe es in Deutschland schon immer gegeben, dann leugnet sie nicht nur die neue Dimension dieser Verbrechen sondern behauptet auch implizit, auch in Deutschland hätten sich vorher zu Duzenden Männer zusammengerottet, um gezielt und verabredet massenhafte sexuelle Belästigung von Frauen zu begehen. Da ich davon ausgehe, dass sie keinen solchen Vorfall aus den letzten 50 Jahren benennen kann, ist das nicht weniger als eine Beleidigung aller deutschen Männer. Anders kann ich das überhaupt nicht werten. Denn sie versucht, die Verbrechen von Zuwanderern auch Einheimischen in die Schuhe zu schieben, die diese aber in der Form noch nie begangen haben. Es ist mir egal, ob das jetzt rassistisch klingt, oder ob es so klingt, als ob ich hier die besseren gegen die schlechteren Männer ausspielen will. Es ist einfach Fakt, das es da kulturelle Unterschiede gibt. Und ja, natürlich, ich bin gegen jeden Generalverdacht. Aber es ist gerade das Ziel der Feministinnen, diesen von den Migranten weg hin zu den Männern allgemein zu lenken, und dem müssen wir entschieden entgegen treten.

    • Schoppe sagt:

      @ Aranxo Arne Hoffmann hatte dazu einen Tweet von Christina Hoff-Summers verlinkt, der es gut trifft. „What happened in Cologne is horrible. But to blame
      all Muslim immigrants or refugees is to be like gender warriors who blame all men.“ https://twitter.com/CHSommers/status/685498448632758273

      Andersherum formuliert: Es ist falsch, jetzt alle Muslime oder alle Araber für die Taten verantwortlich zu machen. Es ist aber idiotisch so zu tun, als ob es besser oder rationaler wäre, stattdessen gleich alle Männer verantwortlich zu machen. Als ob blinde, ressentimentgeladene Verallgemeinerungen ganz in Ordnung wären – solange sie nur das richtige Feindbild bedienen.

      • crumar sagt:

        @aranxo @Schoppe

        Inzwischen wird die pathologische Dimension dieser Pseudo-Linken einfach nur sichtbar.

        Wenn aranxo schreibt, Wizorek „leugnet (…) nicht nur die neue Dimension dieser Verbrechen sondern behauptet auch implizit, auch in Deutschland hätten sich vorher zu Duzenden Männer zusammengerottet, um gezielt und verabredet massenhafte sexuelle Belästigung von Frauen zu begehen“, dann ist das nichts anderes als die logische Folge der Behauptung, in die Deutschland gäbe es, bzw. hätte schon immer eine „rape culture“ gegeben.

        Das aber heißt – in ihrer Ideologie zu – unterstellen, die Herstellung dieser rape culture ist „a conscious process of intimidation by which all men keep all women in a state of fear.“ (Brownmiller)
        Insofern kann es keine neue Qualität und keine „gezielte und verabredete“ Form von sexueller Gewalt geben, denn das männliche Ziel der Etablierung von „rape culture“ steht bereits fest. Um diese Aussage zu etablieren weisen sie auf feministische Studien hin, die klar gefälscht sind bspw „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“.

        Stokowski schließt also logisch messerscharf in ihrer perfiden Unterstellung: „Die eigenen Frauen will der gute Deutsche immer noch selbst belästigen dürfen. Und er ist fleißig dabei.“
        Die Empörung der deutschen Männer ist natürlich geheuchelt – MANN IST MANN.

        Denn genau das meint sie mit: „Man kann diese Diskussion nicht outsourcen und zur Ausländerfrage erklären. Es ist natürlich entlastend, es so zu machen.“
        D.h. damit werden die konkreten Täter von Köln lediglich zur temporären Exekutive klammheimlicher deutscher „Männerphantasien“.
        Also „Du willst es doch auch!“ auf feministisch.

        Da ihr bereits sämtliche Gedanken im Hirn verrutschen ist sexuelle Belästigung für sie identisch mit sexueller Nötigung und Vergewaltigung und wird subsumiert unter „sexueller Gewalt“.
        Über die „wir“ nun schleunigst reden müssen.
        Ich nehme an, ganz von Frau zu MANN IST MANN.

        Und weil es immer noch eine Spur durchgeknallter geht, müssen „wir“ alle anerkennen: „Deutschland hat ein Sexismus- und ein Rassismusproblem“ (Wizorek).
        Worunter selbstverständlich alle Deutschen fallen würden, so auch Wizorek.
        Aber die Konsequenzen solcher generalisierenden Anschuldigungen zu verstehen, war noch nie Bestandteil feministischer Ideologie.

        Gruß, crumar

      • Schoppe sagt:

        @ crumar Dazu passt ja die mittlerweile vielzitierte Aussage des stellvertretenden Grünen-Vorsitzenden in Hamburg, Michael Gwosdz. Explizit zu den Taten in Köln und vergleichbare Taten in Hamburg.

        „Als Mann weiß ich, jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger. Auch ich. Wir Männer müssen uns dessen bewusst sein – nur dann sind wir auch in der Lage, erkennen zu können, wenn sexuelle Gewalt und Nötigung beginnt. (…) Wer das nicht für sich selbst akzeptiert, wird mit dem Erkennen von Grenzen Schwierigkeiten haben“ http://www.abendblatt.de/hamburg/article206901503/Gruenen-Vize-Alle-Maenner-sind-potenzielle-Vergewaltiger.html

        Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa – so heißt das in der katholischen Kirche, hört sich dort aber viel schöner an.

        Und: Zum Glück gibt es ja Erzählmirnix…..

      • aranxo sagt:

        @ crumar Eine sehr schöne Analyse. Nur eine Frage: Welche Konsequenzen dieser generalisierenden Anschuldigungen, die Feministen nicht verstehen, siehst Du? Dass die Männer, denen der Respekt vor Frauen selbstverständlich ist, also „die Guten“, sich zunehmend in einen Topf mit Straftätern geworfen und mitschuldig gemacht sehen, und nach und nach ihre Bereitschaft verlieren, feministischen Ausführungen oder gar Forderungen noch Gehör zu schenken? Oder generalisiere ich da nur meinen Werdegang hin zur Männerechtlerszene? Oder, wenn man das weiter spinnt, könnten die Vorgänge der Silvesternacht und die abstrusen Reaktionen der Feministinnen gar eine Initialzündung für die Männerechtlerszene werden, weil immer mehr Männer sehen, dass, egal wie anständig sie sich verhalten, sie dennoch von Feministinnen zu den Tätern gezählt werden?

      • crumar sagt:

        @Schoppe

        Als Tuckolsky schrieb: „Soldaten sind Mörder!“ galt dass der unbestrittenen Tatsache, dass 2 Kilometer vom Schlachtfeld entfernt die SELBE Tat des Soldaten juristisch und gesellschaftlich als Mord gewertet worden wäre.

        Man hätte den Tod eines Menschen nicht als Resultat eines Gleichgewichtsverlusts („er ist gefallen“), sondern präzise als er ist ermordet worden beschrieben.
        Die Provokation bestand offensichtlich darin der Tat, und der Rechtfertigung, sie würde zum Wohl, zur Ehre, zum Ruhm des Vaterlandes dienen, den hässlichen Schleier von der Fratze zu reißen.

        Es gibt aber historisch KEINE EINZIGE vergleichbare Situation, in der die Vergewaltigung einer Frau anders gesehen worden wäre als ein schweres Verbrechen.
        Daran krankt auch Brownmillers Diktum; denn warum sollte männliche Herrschaft und deren Herrschaftsinstrument, nämlich die Vergewaltigung, in einer patriarchalen Gesellschaft überhaupt eine strafbare Handlung sein?
        Warum sollte eine Handlung, der sie andichtet, für weibliche Unterwerfung und männliche Herrschaft zu sorgen, dann durchgehend gesellschaftlich geächtet sein?
        Würden wir in einer solchen patriarchalen Gesellschaft leben, wäre das für eine patriarchale Herrschaft, die auf sexueller Gewalt basiert ein Widerspruch in sich.

        Damit, also mit der präzisen Übertragung von „Soldaten sind Mörder“ in „Männer (nämlich alle Männer) sind Vergewaltiger!“ wäre die Aussage schnellstens als Lüge entlarvt worden.
        Es war also eine verniedlichte, eine feige, eine manipulative Version erforderlich: „Männer sind potentielle Vergewaltiger!“, die behauptet, Männer besäßen ein imaginäres „Potential“ zur Vergewaltigung.

        Was ebenso sinnvoll ist, wie den Besitz von Messern mit dem Potential zum Einsatz bei einer Messerstecherei zu verbinden.
        Die meisten Menschen besitzen und benutzen Messer und die wenigsten nützen diese als Waffe gegen andere Menschen.
        Die Übertragung vom Potential eine Waffe zu besitzen in die Praxis, diese als Waffe einzusetzen findet bei den meisten Menschen nicht statt.

        Mit dieser Analogie wird deutlich, was in dieser Sicht der das „Potential“ eines Mannes ausmachen muss: Er hat einen Penis – das ist (in simpelster Reduktion) die Waffe.
        Also handelt es sich um seine eigene, die männliche Biologie.
        Verschärft: Die männliche Biologie macht ihn zum „potentiellen“ Vergewaltiger und männliche Sexualität ist (potentiell) böse.
        In letzter Instanz wäre „Mann“ dann nicht zu ändern und die Pseudo-Radikalität des Spruchs erweist sich als Theorie der Ohnmacht.

        Mit dieser tiefen Einsicht in männliche Erbsünde sind wir Männer aufgefordert uns selbst zu hassen, indem wir uns ein Potential zur Vergewaltigung andichten, welches zwischen unseren Beinen hängt.

        Weil dieser Selbsthass nicht früh genug gelehrt werden kann, soll er in die Schulen transportiert werden – damit auch kleine Jungen frühzeitig damit anfangen, sich für ihre Biologie zu schämen und später erfolgreiche Politiker bei den Grünen werden können.

        Und solche Re-Definitionen von Gewalt gilt es dann auswendig zu lernen, die natürlich a. nur Gewalt sind, wenn sie sich gegen Frauen richten:

        “Sexualisierte Gewalt beginnt bereits bei frauenfeindlicher Sprache, anzüglichen Blicken oder verbalen Belästigungen und geht über zu ungewollten sexuellen Berührungen bis hin zum erzwungenen Geschlechtsverkehr. Auch Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts zählen als Formen der sexualisierten Gewalt.”

        http://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/haeusliche-und-sexualisierte-gewalt/146-was-ist-haeusliche-gewalt/1188-begriffsklaerung

        Und b. Frau selber entscheidet, was sie als „anzüglich“ empfindet und eine Feministin, was „frauenfeindlich“ und eine „Diskriminierung“ ist.
        Damit geht es um die Einführung eines c. ein radikal-subjektivistischen Gewaltbegriffs, der zugleich setzt, es gäbe eine logische Dynamik, die von „frauenfeindlicher Sprache“ zur Vergewaltigung reicht.
        Ergo mit gleichzeitiger Durchsetzung der weiblich/feministischen Definitionsmacht über die Verwendung des Gewaltbegriffs.

        Durch den Tausch Geschlechter lässt sich einfach feststellen, ob meine Kritik gerechtfertigt ist:

        “Sexualisierte Gewalt beginnt bereits bei männerfeindlicher Sprache, anzüglichen Blicken oder verbalen Belästigungen und geht über zu ungewollten sexuellen Berührungen bis hin zum erzwungenen Geschlechtsverkehr. Auch Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts zählen als Formen der sexualisierten Gewalt.”

        Wenn dies anstandslos als Männerrechte anerkannt wird, gebe ich gerne zu, mich geirrt zu haben.

        Gruß, crumar

      • Schoppe sagt:

        @ Crumar „Wenn dies anstandslos als Männerrechte anerkannt wird, gebe ich gerne zu, mich geirrt zu haben.“ Naja, das kannst Du nicht erwarten – die Seite heißt schließlich „Frauenrechte“, da kannst Du doch nicht plötzlich Engagement für Männerrechte erwarten….

        Den alten Satz „Alle Männer sind potenzielle Vergewaltiger“ fand ich schon immer einigermaßen rätselhaft. Einerseits ist er ja selbstverständlich, so wie auch der Satz „Alle Frauen sind potenzielle Mörderinnen“ oder „Alle Menschen sind potenzielle Kinderquäler“ irgendwie stimmen würde. Die bloße MÖGLICHKEIT, so etwas zu tun, haben ja tatsächlich alle – auch wenn kaum einer sie wahrnimmt. Daher können Leute, die diesen Satz formulieren, auf Kritik auch mit Unschuldsmiene reagieren…..“Wieso, das stimmt doch? Es heißt ja nicht, dass alle Männer TATSÄCHLICH vergewaltigen….“

        Aber dann ist es überhaupt nicht nötig, so etwas zu sagen – oder der Satz ist genauso zutreffend wie der Satz „Ale Frauen sind potenzielle Vergewaltigerinnen“. Was soll das also?

        Dewey unterscheidet an einer Stelle zwischen den Wörtern „possibility“ – eine bloße Möglichkeit; etwas, was gedanklich oder faktisch nicht ausgeschlossen ist – und „potentiality“ – eine erkennbare Tendenz, etwas zu tun oder zu werden. In eben diesem Sinn ist der Satz auch zu verstehen – und dabei geht es m.E. sogar um mehr als nur darum, dass Männer einen Penis (als „Waffe“) haben. Die Behauptung ist eigentlich: Alle Männer haben die TENDENZ, Frauen zu vergewaltigen. Nur wenn sie sich dessen bewusst sind, wenn sie sich kontrollieren, wenn sie sich von diesem Aspekt ihres WESENS distanzieren – dann können sie sozialverträgliche, gewaltfrei agierende Menschen werden. „Weniger Mann ist mehr Mensch.“

        Damit ist der Satz allerdings eine ganz typische, sogar sehr drastische und weitgehende Äußerung einer gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit – und dass eine Entschuldigung bei Facebook ausreicht, um alles wieder ins Reine zu bringen, ist gaga. Zumal dann, wenn sie so aussieht: „Es tut mir leid, wenn Männer sich durch meine Aussage persönlich angegriffen fühlen.“ Die Aussage war irgendwie schon okay, nur verstehen sie manche Männer halt in einer Weise, die nicht so schön ist.

        Julia Schramm, Referentin der Amadeu Antonio-Stiftung zur Förderung der Zivilgesellschaft (!), twittert übrigens gerade: „Die ganzen Kommentare von Männern zu #koelnhbf unter dem Aspekt „Täterstrategien“ betrachten“. Sogleich favorisiert von: Katja Kipping, Mitglied des Bundestages und Vorsitzende der Partie DIE LINKE https://twitter.com/_juliaschramm/status/685436154334810113?ref_src=twsrc%5Etfw

      • crumar sagt:

        @aranxo

        Ich sehe in den Foren überall die Thematisierung und Empörung über die feministische Doppelmoral, dass es auf der einen Seite falsch ist alle Ausländer und Migranten für die Taten von einem Bruchteil dieser Männer verantwortlich zu machen, es hingegen richtig sei, alle Männer – eben auch deutsche Männer – für diese Taten zu beschuldigen.

        Die mediale Doppelmoral bildet auf der einen Seite ein latenter Rassismus, den die Mainstreampresse unter dem Stichwort „Islam-Kritik“ nach 2001 selber geschürt hat.
        Und zugleich eine mediale Selbstzensur, wenn es um konkrete Straftaten von Ausländern (bspw. Gewaltkriminalität, organisierte Kriminalität) und entstehende Parallelgesellschaften (siehe Sharia Police) geht.

        Die politische Verlogenheit besteht in der vorherigen Kürzung der Mittel für Integrationsmaßnahmen und in der Konzentration auf die Lebenslagen von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund.

        Welche spezifischen Perspektiven, Interessen, Bedürfnisse, Sorgen und Probleme Jungen und Männer mit Migrationshintergrund haben, ging ihnen komplett am Allerwertesten vorbei.
        Und zwar noch mehr als bei deutschen Jungen und Männern, obwohl das kaum steigerungsfähig ist.

        Ich habe den politischen Zynismus in dieser Frage so verstanden, dass durch konsequente Ignoranz der Problemlagen ausländischer männlicher Jugendlicher erst die Hoffnungslosen und Überflüssigen geschaffen werden.
        Die dann – straffällig geworden – wenigstens als schlechtes Beispiel und Beweis für die Richtigkeit rassistischer, ausländerfeindlicher Ressentiments dienen dürfen. /sarcasm off

        In diesem, nur in diesem Sinne, handelt es sich nicht um ein Totalversagen der Politik.

        Gruß, crumar

  3. Oliver K sagt:

    Zitat: „Dass die Taten rassistisch interpretiert werden, steht tatsächlich außer Frage – das neue Focus-Titelbild beispielsweise bedient sich ungeniert in rassistischen Klischeekisten und nutzt die Situation für das Bild einer nackten Frau, deren weißer Körper von Abdrücken schwarzer Männerhände übersät ist.“

    Ich glaube, wir muessen das ganze Rassismus-Geschwaetz voellig zu den Akten legen, und den Bezug zur Realitaet wiedergewinnen (verloren durch mehr als zwei Jahrhunderte Feminisierung, begonnen mit Kant). In obigem Falle kann man kritisieren, dass ueberhaupt Bilder verwendet werden — die staendige (billige) Bilderflut verkleistert das Denken. Wenn man aber mal diesen „Standard“ hinnimmt, dann ist es doch wohl eine Art statistische Realitaet in diesem Falle, schwarz auf weiss, oder?

    • Schoppe sagt:

      @ Oliver Die blinde Rassismus-Unterstellung hält nach meinem Eindruck jetzt die Diskussion nicht mehr auf. Das finde ich auch gut und wichtig so.

      Das bedeutet aber auch, dass sich tatsächlicher Rassismus jetzt ungehemmter äußert. Der focus-Titel spielt mit alten Klischees – die weiße Frau, die von schwarzen Männern vergewaltigt wird, war eine Lieblingsfantasie der Lynchjustiz. Harper Lees „To Kill a Mockingbird“ hat das ja zum Thema – ein Roman, der ein extremer Erfolg war und der eine Vergewaltigungs-Falschbeschuldigung zum Thema hatte. Verfilmt mit Gregory Peck.

      Daran sieht man aber eben auch: Die Klischees, mit denen der Focus-Titel arbeitet, sind von der Realität abgekoppelt – sie funktionieren unabhängig davon, was tatsächlich passiert ist. Auch das ist ein Grund, weshalb sie für die Auseinandersetzung mit den Taten von Köln völlig ungeeignet sind – denn auch wenn noch lange nicht alles geklärt ist, steht doch vernünftigerweise außer Zweifel, dass dort tatsächlich sexuelle Gewalttaten verübt wurden.

      Ich finde das noch nicht einmal eine schwierige Gratwanderung. Es gibt auf der einen Seite beliebige, blinde Rassismus-Vorwürfe, die eigentlich nur dazu beitragen sollen, Kritik zu verhindern – und auf der anderen Seite gibt es auch realen Rassismus. Beides ist Mist, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Ich finde es gar nicht schwierig und auch nicht sonderlich differenziert, das so zu sehen: Man braucht dafür eigentlich nur die Erkenntnis, dass die Feinde von Idioten nicht notwendigerweise gute Menschen sind, sondern ebenfalls Idioten sein können.

      • stker sagt:

        Was tust Du eigentlich, wenn Dein Sohn eines Tages etwas sagt oder tut, was Du für „Rassismus“ hälst. Und wenn Du versuchst, ihn zurechtzuweisen, Dir sagt: „Papa, Deine Unterstellung – selbst wenn sie zuträfe – kannst Du Dir sonstwohin stecken. Ich sage und tue, was ich will und wenn Dir das nicht paßt, dann verschwinde und laß Dich nie wieder blicken in meinem Leben!“ Was tust Du dann?

        Und jetzt stell Dir vor, Dein Sohn hatte in jungen Jahren noch nicht die psychologischen Verteidigungsmechanismen gegen die „Rassismus“-Unterstellung und er hat Dir vertraut. Aber später, wenn er merkt, daß etwas gründlich falsch in seinem Leben gelaufen ist, dann erinnert er sich daran, daß sein Vater es war, der ihn zu diesem seelischen Krüppel abgerichtet hat.

      • Schoppe sagt:

        @ stker „Und jetzt stell Dir vor, Dein Sohn hatte in jungen Jahren noch nicht die psychologischen Verteidigungsmechanismen gegen die “Rassismus”-Unterstellung“ Naja, das ist ja der Punkt – es gibt nicht nur „Rassismus-Unterstellungen“, es gibt auch Rassismus. Warum sollte das ein Tabuwort sein, nur weil es Leute gibt, die es als Instrument benutzen, um andere zum Schweigen zu bringen?

        Ich glaub übrigens, dass mein Sohn nicht „Verschwinde!“ sagen würde, eher „Warum?“ Dann müsste ich das eben erklären. Und wenn er das dann nicht so sieht – dann kann ich in einem Fall wie diesem damit leben (so wie hier ja auch mehrere andere das Bild anders wahrnehmen als ich).

        Warum ich aber das Focus-Titelbild für rassistisch halte, hab ich ja oben geschrieben. Das Bild der weißen Frau, die von schwarzen Männern vergewaltigt wird, ist ein häufig verwendetes rassistisches Schreckensbild. Das Bild nicht als rassistisch wahrzunehmen, ist m.E. nur möglich, wenn man diese Vorgeschichte des Motivs nicht im Kopf hat.

      • Adrian sagt:

        „Das Bild nicht als rassistisch wahrzunehmen, ist m.E. nur möglich, wenn man diese Vorgeschichte des Motivs nicht im Kopf hat.“

        Ich kenne diese Vorgeschichte und habe zwei Bücher über die Lynchjustiz in den amerikanischen Südstaaten gelesen, aber als rassistisch habe ich das Bild nicht interpretiert.

      • stker sagt:

        „Naja, das ist ja der Punkt – es gibt nicht nur “Rassismus-Unterstellungen”, es gibt auch Rassismus. Warum sollte das ein Tabuwort sein, nur weil es Leute gibt, die es als Instrument benutzen, um andere zum Schweigen zu bringen?“

        Ich kenne es nur als Unterstellung und Instrument, um Leute zum Schweigen zu bringen oder so einzuschüchtern, daß sie unfähig werden, so zu handeln und zu leben wie sie das wollen. Und es wird von vielen Leuten ständig eingesetzt. Auch Du setzt ihn ja ein.

        Ich bin zu der Überzeugung gelangt, daß ein Mensch ein Recht darauf hat, so zu leben wie er will, insbesondere auch, bestimmte Menschen und Menschengruppen nicht zu mögen oder den Umgang mit ihnen zu meiden. Zu dieser Überzeugung zu kommen, gelang mir aber erst im Erwachsenenalter. Mein Eindruck ist, daß die meisten erwachsenen Menschen in Deutschland es nicht geschafft haben, die psychologischen Verteidigungsmechanismen zu erlernen, um sich von dieser Dressur zu einem selbstschädigenden Verhalten zu befreien. Sie sind psychologisch verkrüppelt. Meinem Eindruck nach die meisten (!) Menschen in Deutschland. Das sehe ich als ein in seinem Ausmaß enormes Verbrechen.

        Und es ist doch auch kein Wunder, denn welchen Sinn soll dieser Begriff sonst haben, weshalb sollte er sonst permanent eingesetzt werden als genau zu diesem Zweck, Menschen daran zu hindern, sich so zu verhalten, wie sie das gerne wollen? Ihnen also ein selbstschädigendes Verhalten anzutrainieren?

        Ich verneine entschieden, die Bedeutung dieses Begriffs überhaupt zu kennen. Der Begriff wird ja sowieso nur als Waffe eingesetzt, zur Diffamierung.

        Eine wirklich geschickte Verteidigung gegen diese Waffe habe ich aber bis heute nicht geschafft zu erlernen und ich bin schon im fortgeschrittenen Alter. Ich würde jeden, der diesen Begriff gegen mich einzusetzen versucht, aufs Heftigste beschimpfen und ihm drohen und allen Kontakt zu einer solchen Person für immer abbrechen. Natürlich bin ich deswegen seit langer Zeit total vereinsamt. Ich halte Deutschland für eine Gesellschaft von Schurken oder zumindest eine, in der Schurken den Ton angeben und von dieser halte ich mich so fern wie möglich.

      • Schoppe sagt:

        @ stker „Ich bin zu der Überzeugung gelangt, daß ein Mensch ein Recht darauf hat, so zu leben wie er will, insbesondere auch, bestimmte Menschen und Menschengruppen nicht zu mögen oder den Umgang mit ihnen zu meiden.“ Ich spreche niemandem das Recht ab, bestimmte Menschen oder auch Gruppen von Menschen nicht zu mögen, warum auch immer. Solange er daraus keine Politik macht, die Rechte dieser Menschen einschränkt, gar ihr Leben bedroht o.ä., ist das seine Sache.

        Das Problem am Rassismus ist aber ja, dass hier mit Ressentiments POLITIK gemacht wird. Wer z.B. die Überlegenheit der weißen Rasse über die schwarze verkündet und die rechte Schwarzer dementsprechend einschränken will – der hat eben nicht nur eine persönliche Antipathie (worauf die sich auch immer gründen mag), sondern agiert inhuman.

        Dasselbe gilt auch für Sexismus. Wenn eine Frau Männer nicht mag, ist das ihre Sache. Wenn sie diese Abneigung rationalisiert („Männer sind alle potenzielle Vergewaltiger“), zelebriert (#killallmen, Male Tears etc.), wenn sie eine Politik daraus macht (z.B. auf rechtlichen Privilegien von Frauen gegenüber Männern oder Müttern gegenüber Vätern besteht) – dann ist das eben nicht mehr ihre persönliche Sache. Gilt umgekehrt selbstverständlich ganz genau so.

        Wenn ich von „Rassismus“ schreibe, dann geht es mir nicht darum, in die Köpfe von Menschen hineingreifen und bestimmen zu wollen, was sie denken dürfen oder nicht. Es geht mir aber um eine Politik (auch eine Politik der Bilder, wie hier beim Focus) – und die ist eben keine persönliche, sondern eine soziale Angelegenheit.

    • Emannzer sagt:

      Schlagt mich – aber ich interpretiere das Focus Bild etwas anders.

      Es ging vermutlich eher darum, eine schutzlose (und daher nackte) Frau darzustellen, die von allen Seiten und überall angefasst wurde. Um das zu visualisieren benötigt man aber nun mal einen Kontrast – und bei einem Schwarz-Weiß-Foto ist das nun mal die schwarze Farbe.

      Gut, man hätte auch „Low-Key“ arbeiten können, d.h. mit geringem Kontrastumfang und sehr dunklem Gesamteindruck, und dann weiße Hände darauf abdrucken. Aber wäre das der Situation gerecht geworden bzw. plaktativ genug für ein Aufmacher-Photo?

      Ich denke nicht.

      • lotosritter sagt:

        Ich sehe es ähnlich. Für mich sind die schwarzen Handabdrücke auf dem Frauenkörper, Symbole der seelischen und körperlichen Beschmutzung.

      • Adrian sagt:

        Wer einen Hammer in der Hand hält sieht überall Nägel. Ich halte das Bild weder für sexistisch noch für rassistisch.

      • Schoppe sagt:

        @ Emannzer, lotusritter, Adrian Ich glaube, dass Bilder wie das Titelbild des Focus ein Grund sind, warum Wizorek von manchen trotz ihrer ganzen Irrationalität als Stimme der Vernunft wahrgenommen wird (und das wird sie, das lässt sich an Kommentaren zu ihren Fernsehauftritten sehen).

        Warum ich das Bild rassistisch finde, hab ich oben ja schon geschrieben – und andere werden es ähnlich wahrnehmen. In diesem Kontext wirkt das, was Wizorek sagt, wie der Appell, dass „wir“ (wir Deutschen, wir Weißen) uns an unsere eigene Nase fassen müssten und nicht denken sollten, wie wären „besser“ als die Araber/die Moslems/die Dunkelhäutigen etc. und bei uns gäbe es keinen Frauenhass.

        Dass sie damit ein „Alle Moslems sind potenzielle Vergewaltiger“ nur durch ein „Alle Männer sind potenzielle Vergewaltiger“ ersetzt, spielt dann schon gar keine Rolle mehr..

      • Adrian sagt:

        „Ich glaube, dass Bilder wie das Titelbild des Focus ein Grund sind, warum Wizorek von manchen trotz ihrer ganzen Irrationalität als Stimme der Vernunft wahrgenommen wird“

        Ich glaube sie wird als Stimme der Vernunft wahrgenommen, weil sie eine attraktive junge Frau ist, die zwei Sätze geradeaus erzählen kann.

        Und noch mal: Du magst das Titelbild als rassistisch empfinden, andere tun das nicht. Was sagt uns das jetzt, außer dass wir Dinge unterschiedlich interpretieren?

      • Schoppe sagt:

        @ Adrian Dass wir das Bild unterschiedlich interpretieren, können wir meinetwegen tatsächlich gern einfach so stehenlassen. Es ist eine Inszenierung, keine explizite Beschimpfung – und dass Ihr sie nicht als rassistisch wahrnehmt, kann ich nachvollziehen. Es ist auch gut, wenn hier „schwarze Hände“ nicht gleich mit schwarzen Männern assoziiert werden.

        Und sicher: Nicht jeder, der ein Titelbild macht, ist verantwortlich für jede nur mögliche, und sei es noch so fern liegende Interpretation seines Bildes. Aber die Interpretation „schwarze Gewalt an weißer Frau“ ist m.E. hier eben nicht fernliegend, sondern kann auf eine durchaus gepflegte Tradition aufbauen. Das so auf einem Titelbild und in einer Situation zu inszenieren, in der Rechte im Netz schon davon reden, sich zu bewaffnen und in der eh schon eine Lynchstimmung naheliegt, finde ich verrückt. „Die haben ja nicht mehr alle Tassen im Schrank!“ war meine erste Reaktion, als ich den Titel sah.

        Für den Text hab ich das Bild aber nur ausgewählt, weil ich diesen Hintergrund wichtig finde, um Wizoreks derzeitigen Erfolg zu erklären. Sätze wie „Alle Ausländer sind so“ oder „Alle Muslime sind so“ würden natürlich, gerade in einem vorgeblich linken rot-grünen Milieu, als fremdenfeindlich und rassistisch gelten. Männerfeindlichkeit hingegen ist dort – dafür gibt es ja aktuelle Beispiele reihenweise – nicht nur akzeptiert, sondern gilt gar als progressiv und als geeignetes Instrument zur politischen Analyse. Die Taten in Köln nicht als Ausländergewalt, sondern statt dessen als Männergewalt zu interpretieren, ersetzt aus dieser Perspektive nicht eine dämliche Verallgemeinerung durch eine andere – sondern wird als Beitrag zur Rationalisierung der Debatte betrachtet.

        Für diesen Zusammenhang müsst Ihr das Bild nicht als rassistisch ansehen. Es ist nur wichtig zu wissen, dass in dem politischen Milieu, von dem Wizorek gefeiert wird, die derzeitige mediale Diskussion der Kölner Taten zu weiten Teilen als rassistisch wahrgenommen wird. Was im Hinblick auf den Focus-Titel sogar stimmt, aus meiner Sicht zumindest.

      • Alex sagt:

        @Schoppe
        „Es ist auch gut, wenn hier “schwarze Hände” nicht gleich mit schwarzen Männern assoziiert werden.“

        Vor allem sind es auch keine Hände, sondern Abdrücke. Da Rassismus reinzusehen, da gehört schon ein wenig Phantasie zu.

        Keine Phantasie hingegen braucht man für das Wahrnehmen des Rassismus gegen Weiss, der unter den Linken und Feministinnen sehr weit verbreitet ist und der die Grundhaltung des sogenannten „Anti-Rassismus“ heutzutage ist und das Vehikel für das ideologische Hinbiegen einer allgemeinen „rape culture“. Welch ungeheure Heuchelei. Dass rassistische Vorurteile bei der Mehrheit der Migranten in schlimmster Form vorhanden sind, nämlich das rassistische Vorurteil gegen Juden, wollen die „Anti-Rassisten“ natürlich auch nicht sehen.

  4. blastmeister101 sagt:

    Hat sich eigentlich mal jemand die Mühe gemacht, den von der Stokowski verlinkten Artikel über „Sexuelle Übergriffe auf dem Oktoberfest “ mal durchzulesen? Echt irre, womit die meint beweisen zu können, wie weitverbreitet sowas doch in Deutschland ist. Ich zitiere mal die Stellen, wo wirklich (wirklich!) übles geschildert wird:

    Eine Gruppe Schotten ist im Hofbräuzelt mit ihrer Nationaltracht erschienen, dem Schottenrock. Einer von ihnen sitzt schon am Boden und muss sich gerade übergeben. Die anderen lüpfen hin und wieder ihre Röcke, unter denen sie nichts tragen. Daneben stehen zwei Australier mit Filzhüten auf dem Kopf, die jedes Mädchen, das an ihnen vorbei muss, an der Kleidung festhalten. Ehe man sich versieht, hat man schon eine Hand am Busen. Um weiterzukommen, hilft nur, sich mit vollem Körpereinsatz loszureißen und den Angreifer zur Seite zu schubsen. Daneben lüpfen gerade die Schotten wieder ihr Röcklein – und ein Japaner macht Fotos davon. <

    Erwähnte Täter: Schotten: Eine Gruppe/ Australier: 2/ Japaner: 1/ Deutsche: 0

    Fairerweise muss man sagen, dass es nicht in allen Zelten so schlimm zugeht. Das Hofbräuzelt etwa oder der Schottenhamel sind bekannt für Party-Exzesse. Deshalb werden sie auch so gerne von jungem und internationalem Publikum besucht. <

    Erwähnte Täter: Internationales Publikum: 1/ Deutsche: k.A.

    Eine Kollegin, die zum Arbeiten im Hofbräuzelt war, wurde plötzlich von zwei Italienern eingekreist, die um sie herumtanzten und sich dabei Stück für Stück auszogen, bis sie komplett nackt waren. Von den anderen Gästen wurden die beiden noch mit lauten Jubelrufen und Klatschen angefeuert. <

    Erwähnte Täter: Italiener: 2/ Deutsche: k.A.

    Offenbar glauben gerade ausländische Gäste, dass sie sich auf dem Oktoberfest alles erlauben können und wähnen sich im rechtsfreien Raum. <

    Erwähnte Täter: Ausländische Gäste: diverse/ Deutsche: sicherlich auch einige, aber nicht so viele

    „Mir hat ein bekannter Fußballer mal ein Gläschen Schampus spendiert“, erzählt Monika (Name geändert). „Danach hat er seine Hand in mein Dekolleté gesteckt und mich aufgefordert, ihn nach Hause zu begleiten, um mit ihm Sex zu haben.“ <

    Erwähnte Täter: 1 bekannter Fußballer unbekannter Nationalität, sofern deutsch eventuell Schweinsteiger, oder Özil, oder Khedira, oder wer auch immer.

    Ich bin jetzt nun kein Idiot und glaube, daß die Deutschen per se nur gut und edel sind, und nur die pöhsen Ausländer täten hier schlimme und sexistische Dinge, nein, das weiß ich tatsächlich aus eigener Ansicht besser, allerdings ist Fr.Stokowski eine ziemliche Idiotin, wenn sie glaubt, mich ausgerechnet mit so einem Text davon überzeugen zu können, daß die „Rape Culture“ in Deutschland so schlimm ist, daß man unmittelbar qua Notstandsgesetzgebung und möglichst Standrechtlich gegen die deutschen Unholde vorgehen muß während die Taten an Silvester schlimmstenfalls mehr vom selben sind.
    Ich bin echt immer wieder schockiert, wie vernagelt und hermetisch verriegelt die deutsche „Intelligentzia“ ist. Und für wie dumm und dressierbar die u.a. mich halten.

    • Schoppe sagt:

      @ blastmeister 101 „Hat sich eigentlich mal jemand die Mühe gemacht, den von der Stokowski verlinkten Artikel über “Sexuelle Übergriffe auf dem Oktoberfest ” mal durchzulesen?“ Ja, hab ich tatsächlich – und dabei ziemlich schnell gemerkt, dass der Artikel eigentlich Stoff genug für einen eigenen Text böte. Ich hab es dann bei einer Erwähnung von Stokowskis Text belassen, weil ich mich auf Wizorek konzentrieren wollte. Vielen Dank also, dass Du in den Kommentaren darauf (und auf den dort verlinkten Text aus der Süddeutschen Zeitung http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sexuelle-uebergriffe-auf-dem-oktoberfest-entbloessung-im-bierzelt-1.1151859 ) noch einmal eingegangen bist – der Text lohnt einen näheren Blick!

      Die aus meiner Sicht irrste Passage bei Stokowski hat auch schon Arne Hoffmann zitiert ( http://genderama.blogspot.de/2016/01/vermischtes-vom-9-januar-2016.html ). Hier ist sie:

      „Überall werden nun aus besorgten Bürgern edle Ritter, die „unsere“ – also „ihre“ – Frauen beschützen wollen. Die eigenen Frauen will der gute Deutsche immer noch selbst belästigen dürfen. Und er ist fleißig dabei.“

      Also: Wer als Mann über die Taten von Köln schockiert ist, der ist das nur, weil er ZUGLEICH ein Sexist UND ein Rassist sei. Er würde nämlich gern selbst Frauen belästigen und vergewaltigen und ertrage es nicht, dass ausländische Männer ihm dabei zuvorkommen. Sexuelle Gewalt gegen deutsche Frauen sei schließlich deutschen Männern vorbehalten.

      Soweit der „Spiegel“, das alte Sturmgeschütz der Demokratie. Ich bin sehr für freie Rede und finde es richtig, dass auch solche Texte publiziert werden können. Wer so etwas allerdings veröffentlicht, muss sich hinterher dann auch nicht verwundert darüber zeigen, dass traditionelle Massenmedien ihre Glaubwürdigkeit und Seriosität komplett verspielen.

    • Kai V sagt:

      „Eine Kollegin, die zum Arbeiten im Hofbräuzelt war, wurde plötzlich von zwei Italienern eingekreist, die um sie herumtanzten und sich dabei Stück für Stück auszogen, bis sie komplett nackt waren. Von den anderen Gästen wurden die beiden noch mit lauten Jubelrufen und Klatschen angefeuert. <“

      Hallo!!! Der ist ja niedlich!!!
      Eine Frau, anscheinend eine Kollegin, wird eingekreist!!! Von zwei Personen??? Ich meine, sorry evtl. bin ich ja zu sehr Mathematiker, aber zwei Punkte (Personen) bilden nun mal eine Gerade und keinen Kreis. Selbst wenn man jetzt mal dreie gerade sein lässt würde ich sagen von drei Personen kann man eingekreist werden, zwei nehmen einen in die Zange!
      Da kann die dann nicht weg??? Und was machen die Italiäner schlimmes, ziehen sich aus… Hoffentlich hat die Kollegin nicht hingeschaut, sonst wäre das sexuelle Gewalt, denn wenn Frauen sich anziehen dürfen wie sie wollen, warum sollen sich Männer dann nicht ausziehen wie sie wollen? (wenn sie dabe nicht gerade eine Frau einkreisen)
      Ich bin gerade auf Fisch und Fleisch, auch da sind die Diskussionen mehr als irre. Männergewalt und scheiss Ausländer, dazwischen gibt es kaum was, obwohl das Niveau noch halbwegs über der deutschen Presse liegt…
      —> Frohes neues Jahr!!!

  5. Adrian sagt:

    Mich würde ja mal interessieren, welche Lösungsansätze Wizorek und Co haben um dass vor ihnen diagnostizierte Problem zu beseitigen.

    • Schoppe sagt:

      @ Adrian Naja, liegt doch auf der Hand. Antje Schrupp tritt dafür ein, dass Jungen Respekt vor Mädchen zu lernen hätten. Schließlich bringen wir den Jungen auf der Schule bisher grundsätzlich bei, dass sie machen können, was sie wollten – solange sie dabei nur keinen unangebrachten Respekt vor den Mädchen zeigen würden. Oder so.

      Aber im Ernst: Natürlich bringen wir den Kindern Respekt voreinander bei, und die meisten Lehrkräfte sind im Hinblick auf den Respekt von Jungen für Mädchen vermutlich sensibler als umgekehrt. Es ist einfach eine blinde Unterstellung, dass Jungen diesen Respekt nicht hätten – und was das mit Köln zu tun hat, muss aus irgendwelchen Gründen natürlich gar nicht erst erklärt werden.

      Was auch nichts mit Köln zu tun hat, im Kielwasser der Taten aber leichter durchzusetzen sein wird, ist die schon lange geforderte Verschärfung des Sexualstrafrechts. http://www.taz.de/!5263352/ Die hätte, anders, als der taz-Artikel suggeriert, an den Übergriffen von Köln überhaupt nichts geändert – aber es sähe jetzt ziemlich schlecht aus, wenn das Kanzleramt sich weiter dagegen sträuben würde.

      Also, die „Lösungsansätze“ sind die alten – was ja nicht verwunderlich ist, da Wizorek und Co ja eigentlich immer schon genau wussten, was falsch läuft und was dagegen zu tun ist…

    • Fatherleft sagt:

      Alle Männer, die nicht auf die schriftliche einverständniserklärung der Frau warten, bevor sie mit der Kontaktaufnahme beginnen werden natürlich in Umerziehungslager gesteckt, damit ihnen das Verhalten, welches sich Frau Wizorek von ihnen verlangt endlich robotid annehmen. Was interessieren schon die Frauen, bei denen die Männer mit ihrer „pumpen Anmache“ vorher durchaus erfolgreich waren, um zu einvernehmlichen Sex zu kommen.

      Es kann ja kaum von einer Frau verlangt werden, Grenzen zu ziehen.

    • Matze sagt:

      Why should men, if they have proven time and time again that they cannot — will not — leave women alone, stop harassing, raping, drugging, stalking, catcalling, groping, flashing, be permitted to move about freely in this world? We — women — are the ones who suffer and who feel afraid.

      http://www.feministcurrent.com/2016/01/07/its-time-to-consider-a-curfew-for-men/

      Feministische Standardlösung: Die Männer müssen weg!

  6. lotosritter sagt:

    Hat dies auf Lotoskraft rebloggt und kommentierte:

    Ich wurde in meiner Kindheit und Jugend von meiner Mutter und einer mehr als doppelt so alten Frau sexuell missbraucht. Ich habe häufig sexuelle Übergriffe – eindeutiges Grabschen – erlebt. Grabschereien durch Frauen widerfuhren mir als Erwachsener durch die Jahre immer wieder, ebenso eindeutige sexuelle Anmache. Besonders auffällig war dabei, wie die Lieblichkeit augenblicklich in Gehässigkeit und Verachtung umschlug, sobald ich mir derlei Betatschen verbat. – Es war für die übergriffigen Frauen anscheinend eine Selbstverständlichkeit, Männer nach Lust und Laune abgreifen zu können. Abwehr empfanden sie dementsprechend beleidigend. Dass ihre Übergriffigkeit beleidigend war, konnten und wollten sie nicht erkennen.

    Durch all diese negativen und prägenden Erfahrungen habe ich jedoch niemals von den Täterinnen auf alle Frauen geschlossen. Ich erlebte ja gleichzeitig, dass die meisten Frauen respektvoll mit Männern umgingen und sie nicht als Freiwild betrachteten. Von daher käme es mir nie in den Sinn, Frauen pauschal als Täterinnen zu bezeichnen, wie es derzeit im Zusammenhang mit den sexuellen Gewalttaten in der Silvesternacht Feministen gegenüber Männern behaupten. – Gleichwohl bin ich durch eigene Beobachtungen davon überzeugt, dass die sexualisierte weibliche Gewalt gegenüber Jungen und Männern weit häufiger vorkommt, als sie bislang öffentlich vermutet wird.

    Es liegt schlicht an dem schrägen Männerbild vieler Frauen, die das andere Geschlecht als schwanzgesteuerte allzeit fickbereite Wesen betrachten. Es ist dieser verdrehte Machoblick – Femablick -, durch den Frauen Männer häufig entmenschlichen. Aus diesem Grund habe ich diesen Beitrag auf meiner Seite rebloggt.

    • Emannzer sagt:

      OT: Danke, da ich deinen Blog noch nicht kannte, ihn aber nun abonniert und unter der Bloglist verlinkt habe. Dir persönlich wünsche ich Alles Gute und freue mich, dass du deine (schlimmen) Erfahrungen nicht pauschalisiert hast.

  7. Wolf-Dieter sagt:

    Anne Wiezorek. Das Mädel, das einmal im Leben Erfolg hatte (Grimme für #Aufschrei).

    Kann nichts, hat nichts, ständig auf der Pirsch nach weiterem, tiefer gehendem, subtilerem Sexismus.

    Das Thema, mit dem sie einmal Erfolg hatte, erhebt sie zum Lebensziel wegen Sinnkrise.

    Ich verachte sie von Herzen.

    • Schoppe sagt:

      @ Wolf-Dieter Ich verachte sie nicht, und ich habe kein Mitleid mit ihr („Das Mädel, das einmal im Leben Erfolg hatte“). Sie hat es, rein technisch betrachtet, sehr viel besser gemacht als irgendein Schlagersänger, der ein einziges Mal einen Hit hatte und der dann noch ein paar Jahre durch Seniorenheime, Möbelhäuser und Geburtstagsfeste tingelt, um irgendwie noch irgendetwas daraus zu machen.

      Wizorek hingegen hat ihren Erfolg – viel besser als andere in vergleichbarer Situation – genutzt, hat sich etabliert, ist ungeheuer gut vernetzt. Tatsächlich vertritt sie heute Alice Schwarzer als repräsentative Stimme des deutschen Feminismus – ohne dass sie das vorweisen könnte, was Schwarzer vorzuweisen hatte.

      Ich glaube, Anne Wizorek wird zum Jürgen Drews des deutschen Feminismus – der hatte auch ein einziges Mal einen Hit und hat es hinbekommen, davon mittlerweile seit Jahrzehnten gut zu leben. Das ist durchaus eine Leistung.

      Wer mir wirklich auf die Nerven geht, sind diejenigen, die ihr immer wieder eine Plattform bieten, ohne dass es eine echte Möglichkeit der Gegenrede gibt. Dazu gehört z.B. die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, die Wizorek aus Steuermitteln als Star-Rednerin einlädt – ausgerechnet zu einer Veranstaltung über Hass im Internet. Oder eben das ZDF. Damit müssen dann selbst die, gegen die Wizorek so irrational und gewinnbringend austritt, ihr das auch noch finanzieren.

      • Fatherleft sagt:

        „ch glaube, Anne Wizorek wird zum Jürgen Drews des deutschen Feminismus – der hatte auch ein einziges Mal einen Hit und hat es hinbekommen, davon mittlerweile seit Jahrzehnten gut zu leben. Das ist durchaus eine Leistung.“

        Schoppe, ich glaube das werde ich irgendwo zitieren müssen. großartig!

      • Wolf-Dieter sagt:

        @Schoppe – Wizoreks Tingeltalent ist nicht Gegenstand meiner Betrachtung. Rein technisch wird ihr Vermögen, aus Scheiße Bratkartoffeln zu machen, übertroffen von – beispielsweise – Erich von Däniken. Der Unterschied: dessen Quasi-Religion ist ohne gesellschaftlichen Kollateralschaden wie Wizoreks #Aufschrei.

        Der gegenwärtige – teilweise verfassungswidrige – Staatsfeminismus ist zu bekämpfen, und zwar nicht mit unangebracher Toleranz. Dazu gehört, das Geschäftsmodell der darauf aufreitenden Trittbrettfahrer – hier Wiezorek – als bloßes solches zu demaskieren.

        Das stutzt übrigens auch den Wildwuchs ihrer Plattformen auf ein gesundes Maß herunter.

        Zu meinem Schlusssatz – mit dem Wort Verachtung gehe ich sparsam um, um es nicht zu entwerten.

      • Kai V sagt:

        Der ADS habe ich daraufhin geschrieben, auch das die Dame selbst z. B. nichts gegen richtigen Hass hat, solange er in die gute Richtung geht. Antwort, sie ist eine ausgewiesene Experting…

  8. Vielleicht ein paar Worte zu Augstein und der „Verharmlosung“ der Taten.
    Ich finde es schwierig, einzuschätzen, was die Taten für die einzelnen Opfer bedeuten. Es gibt zwar objektive Geschehnisse, aber wie diese dann subjektiv empfunden, bewertet und verarbeitet werden, ist dann eben vielfach wieder sehr unterschiedlich. Auch was objektiv wirklich alles passiert ist und in welchem Schweregrad, scheint zumindest mir auch heute noch nicht vollständig klar zu sein. Und wie gesagt, subjektiv wird das dann auch unterschiedlich verarbeitet. Bei US-amerikanische Soldaten des Vietnamkrieges geht man in etwa davon aus, dass ca. 20% der Soldaten nachhaltig traumatisiert wurden und bei ca. 10% hält dies auch 12 Jahren nach dem Krieg noch an. Das heisst: objektiv ähnliche Geschehnisse werden subjektiv unterschiedlich verarbeitet. Wir wissen auch bei Köln nicht, wie dies subjektiv von den Menschen verarbeitet wurde.
    Köln mag ein neues Phänomen sein, wenn es um die Quantität geht und zwar insofern, dass am selben Ort, in einem kurzen Zeitraum relativ viele Straftaten u.a. gegen die sexuelle Integrität begangen wurden und dies offenbar mit einer grossen Anzahl von Tätern. Aber ob dies quantitativ dann wirklich ein neues Phänomen ist, wenn man die Quantität der Straftaten gegen die sexuelle Integrität in Gesamtdeutschland als Bezugsrahmen nimmt, wäre dann wieder eine andere Frage. Und ob Köln qualitativ wirklich ein neues Phänomen ist, würde ich nun bezweifeln: M.E. spielt es vermutlich keine Rolle, ob ein sexueller Übergriff an einem Ort passiert, wo Opfer und Täter alleine sind oder in einer Menschenmenge wie in Köln.

    Aber zurück zu Augstein: Es kann sein, dass Augstein sich zuwenig informiert hat und Qualität und Quantität falsch eingeschätzt hat. Ich würde ihm hier nicht einfach mal a priori eine „politische Agenda“ unterstellen. Auf der anderen Seite muss man m.E. schon sehen, dass gerade in der Politik Einzelereignisse medial hochgespielt und politisch instrumentalisiert werden, um a) gegen Flüchtlinge, Asylsuchende, Personen mit Migrationshintergrund etc. Stimmung zu machen, mit dem Ziel, sie schneller abschieben zu können oder überhaupt nicht mehr einwandern zu lassen etc.; und b) Kriminalität vor allem mit dem Strafrecht zu bekämpfen, indem die Strafen erhöht werden oder vermehrt Sicherheitsverwahrungen etc. verlangt wird. Also: Schlussendlich eine schwierige Gratwanderung, wenn man den Opfern der Taten gerecht werden will, aber keinen Rechtsstaat möchte wie in den USA, wo die Gefängnisse überfüllt sind, die Kriminalität jedoch kein bisschen weniger geworden ist und auch Rassismus und Abschottung etc. nicht fördern möchte.

    Und mit Opfergeschichten wird eben Politik gemacht: Dies ist nicht nur innenpolitisch so, sondern damit werden auch Kriegseinsätze aussenpolitisch legitimiert. Von daher würde ich sagen, ist es immer ratsam zu schauen, ob Opfergeschichten für politische Zwecke instrumentalisiert werden.

    • Schoppe sagt:

      @ Mark E. Smith Ich kann mir nicht vorstellen, dass Augstein schreibt, ohne sich vorher überhaupt informiert zu haben. Schon bei sehr oberflächlicher Suche kann er auf Berichte stoßen wie den Erlebnisbericht einer Frau in der Süddeutschen Zeitung, die eine Situation beschreibt, die für viele Frauen alptraumhaft war. http://www.sueddeutsche.de/panorama/koeln-ich-habe-noch-nie-so-viele-heulende-maedchen-gesehen-1.2806316 Oder dass Polizisten die Situation im Wesentlichen so bestätigten – oder dass zwei Anzeigen wegen Vergewaltigung vorliegen.

      Wenn er das als „Grapschen“ abtut, ist das eine bewusste Verharmlosung. Das tut er zudem in einem politischen Kontext („im Zweifel links“), in dem die Verharmlosung sexueller Gewalt an Frauen normalerweise mit großer Schärfe verurteilt wird, gleichsam eine Todsünde ist.

      Ich bin davon überzeugt, dass Augstein sehr gut weiß, was er tut – dass es ihm aus Versehen oder aus Unachtsamkeit unterlaufen ist, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Erklärbar ist es daher für mich eben nur dadurch, dass er hier einer politischen Agenda folgt – und nur das als Realität akzeptiert, was dieser Agenda dienlich ist. Denn: Der „Firnis der Zivilisation“, von dem er da redet, betrifft ja nicht etwa das Verhalten der Täter, sondern das der deutschen Gesellschaft, die aus seiner Sicht deziviliisert auf die Taten reagiert. Dazu gehört es ganz einfach, diese Taten kleinzureden.

      Es ist auch keine Entschuldigung, dass er damit einer rassistischen Hetze vorbeugen wolle. Wer das tut, indem er die Taten herunterspielt, wird die Konflikte eher noch verschärfen.

      Verrückt finde ich es auch, dass Augstein den oben zitierten Text seiner Spiegel-Kollegin Stokowski warm empfiehlt. https://twitter.com/Augstein/status/685413776024317952
      Die redet nun einmal davon, dass deutsche Männer sich über die Taten nur deshalb empören würden, weil sie die sexuelle Belästigung der Frauen in Deutschland als Vorrecht von Deutschen betrachten. Augstein wiederum sieht nur einen wirklich Schuldigen: Die Polizei, die versagt habe.

      Fantastisch: Da wird den Polizisten (die ja zu einem großen Teil männlich sind) einerseits vorgeworfen, die Frauen nicht genügend beschützt zu haben – und gleichzeitig werden sie beschimpft, dass sie sich ja nur darüber ärgern, die Frauen nicht gleich selbst belästigen zu können.

      Das ist so wirr, so rechthaberisch, so unüberlegt – es ist so eine entschlossene Pflege von Feindbildern in einer Situation, in der es offensichtlich ist, dass die Feindbilder nicht mehr passen – dass ich daran gar nichts mehr zu verteidigen finde. Ob Augstein, Stokowski, Wizorek, Claudia Roth, Julia Schramm und Katja Kipping oder andere – in meinen Augen sind die Reaktionen auf die Taten von Köln gerade Zeichen für einen moralischen Meltdown einer vorgeblich linken „Intelligenz“. Das geht zu weit, als dass man es noch ernsthaft verteidigen könnte.

      Das schreib ich allerdings nicht mit hämischem Genuss – ich finde es katastrophal, dass von medial präsenten Menschen, die sich als links verstehen, keine humaneren Reaktionen kommen.

      • @Schoppe Ich denke, bei vielen Sachen bin ich einig mit Dir, was jedoch den „Opfer-Komplex“ anbelangt, da würde ich doch noch ein bisschen Vorbehalte anmelden und Verschiebungen vornehmen.
        Ich hab nichts dagegen, wenn sachlich darüber informiert wird, was für Straftaten angezeigt wurden: Bei mir würde eine „sachliche“ Information wie folgt aussehen:

        „Es wurden folgende Straftaten gegen die sexuelle Integrität in Köln begangen:

        2 Vergewaltigungen
        150 sexuelle Belästigungen
        180 sexuelle Übergriffe
        etc.“

        Aber so wird ja vielfach nicht informiert: Man spricht von Sex-Mob, Horden von Männern, neues Phänomen, neue Dimension, Horror etc., usw., usf. Es kommt also zu einer Skandalisierung und vielfach auch zu einer Dämonisierung etc.

        Und wenn man nun sagen will, dass dies eine neue Qualität oder eine neue Quantität ist, dann müsste man m.E. diese Zahlen kontextualisieren. Das heisst in Bezug setzen mit einem Kontext. Der m.E. so aussehen könnte, dass man mal schaut, wie hoch sind die Strafanzeigen gegen die „sexuelle Integrität“ (als Oberbegriff) in den letzten 10 Jahren in Gesamtdeutschland pro Jahr gewesen. Ich bin überzeugt, dass man dann vermutlich sagen würde: Ja, bezüglich Quantität wird sich über das Jahr gesehen auf Gesamtdeutschland nur sehr wenig ändern, falls nicht wirklich noch ein Erdbeben im laufenden Jahr geschieht und solche Vorfälle nun jedes Wochenende in x Städten passieren werden. Ergo: bezüglich Quantität haben wir kein neues Phänomen. Jetzt kann man sich noch fragen, ob es bezüglich der Qualität um eine völlig andere Dimension handelt: Da könnte man sagen: Es ist ein neues Phänomen, dass im öffentlichen Raum, am selben Ort und in kurzer Zeit gerade eine hohe Anzahl von Männern eine Menge von Straftaten gegen die sexuelle Integrität verübt. Für das einzelne Opfer wird dies m.E. kaum ein Unterschied sein, aber für die Öffentlichkeit (z.B. Sicherheitsgefühl) mag das eine neue Qualität sein und die Bevölkerung ist nun vermehrt verunsichert. Aber man muss bedenken: Aus der Kriminologie ist bekannt, dass die Bevölkerung tendenziell das Ausmass bei vielen Straftaten um ein Vielfaches überschätzt und das hat insbesondere auch mit den Medien zu tun.

        Das heisst, wenn wir Köln kontexualisieren, dann wird man vermutlich feststellen, dass es sich zumindest quantitativ nicht um ein neues Phänomen handelt. Und sollte es sich qualitativ um ein neues Phänomen handeln, dann dürfte klar sein, dass dies nicht mehr sehr oft passieren wird, weil auch Behörden aus Fehlern lernen. Das heisst übrigens nicht, dass ich der Polizei nun die Schuld zuschieben will, aber ich denke doch, dass die Polizei überfordert war, weil sie u.a. auch zuwenig Personal hatte und dies aus Spargründen.

        Und aus linker Perspektive würde ich mir dann auch wünschen, dass vor allem geschaut wird, was kann präventiv gemacht werden, dass solche Vorfälle nicht mehr passieren (z.B. vermehrte Integration bei Leuten mit Migrationshintergrund) und wie kann den Opfern geholfen werden.

        Und ich würde noch einmal auf das insistieren: Opfergeschichten werden immer auch wieder aussenpolitisch gebraucht, um Kriege zu legitimieren und werden innenpolitisch immer auch wieder gebraucht, um z.B. den Rechtsstaat auszuheben (z.B. Unschuldsvermutung auszuhebeln, Verschärfung des Strafrechts, Beweislast soll dem Beschuldigten auferlegt werden, Sicherheitsverwahrung, ohne jegliche Überprüfung alle paar Jahre, Landesverweis von Personen, die keinen deutschen Pass haben nach einer Straftat etc., usw., usf.) oder eben ganz allgemein gegenüber Ausländern oder sonstige Minderheiten oder Marginalisierte bzw. Gruppen, die wenig gesellschaftliche Macht haben.

      • Schoppe sagt:

        @ Mark Ich finde es gut, wie Du darauf bestehst, dass wir ja tatsächlich an belastbaren Fakten wenig kennen und dass ein großer Teil dessen, worüber wir im Hinblick auf den Kölner Silvester diskutieren, auf durchaus sehr emotionalen und aufwühlenden Aussagen besteht. Es gibt ja durchaus auch einzelne Berichte, die sich davon abheben, diesen hier hatte Arne Hoffmann verlinkt: https://www.facebook.com/regina.schleheck/posts/1024621834227118?fref=nf

        Andererseits: Es gibt nicht nur sehr eindrückliche Augenzeugenberichte, es gibt auch mittlerweile mehr als 500 Strafanzeigen. Ich hab schon einzelne Kommentatoren gelesen, die versuchen, dass herunterzuspielen – die bloß von „Opfern“, also in relativierenden Anführungszeichen, schreiben und die sich darüber wundern, dass einige Anzeigen erst Tage später aufgegeben wurden. Das ist völlig willkürlich. Mag ja sein, dass es Leute gibt, die jetzt Anzeigen aufgeben, denen nichts zu Grunde liegt – selbst wenn das aber (eine völlig willkürlich gewählte Zahl, nur als Beispiel) die Hälfte der Anzeigen wären, lägen immer noch 250 begründete Anzeigen vor. Für einen sehr begrenzten Bereich, für einen sehr begrenzten Zeitraum, und auch für eine durchaus begrenzte Menge von Menschen (zumal im Vergleich mit dem nun häufig angeführten Oktoberfest). Wenn man das dann noch zusammen mit den Berichten betrachtet, die ja z.T. auch von der Polizei stammen, dann gehört schon großer Mutwille dazu, um davon auszugehen, dass möglicherweise gar nicht viel Schlimmes passiert ist, außer ein paar „Grabschereien“.

        Was den Hinweis auf die Statistik angeht: Eine Einordnung in eine Gesamtzahl ist ja nicht alles. Mag ja gut sein, dass die Gesamtzahl sexueller Übergriffe in einer 80-Millionen-Bevölkerung über das ganze Jahr durch einen einzigen Abend im Kölner Hauptbahnhof nicht spürbar steigen wird. Aber das macht die Taten ja nicht weniger gravierend. Wir nehmen ja beispielsweise auch einen Flugzeugabsturz als ungeheure Katastrophe wahr und können uns nicht unbedingt dadurch beruhigen, dass die Gesamtzahl der jährlichen Verkehrstoten dadurch nur zu einem kleinen Teil ansteigt.

        Hier geht es z.B. ganz wesentlich auch darum, dass die absolute Verletzbarkeit eines öffentlichen Raumes demonstriert wurde, zudem, dass die Polizei die Bevölkerung nicht mehr schützen konnte. Es gibt meines Wissens zwei Vergewaltigungsanzeigen: Wenn tatsächlich Frauen inmitten einer Menge, mitten an einem öffentlichen Ort und in Anwesenheit der Polizei vergewaltigt wurden, dann trägt das dazu bei, das Geschehen als absolut erschreckend wahrnzunehmen. Wohl auch mehr noch als Vergewaltigungen sonst.

        Du hast Recht, mit Opfergeschichten und auch mit Angst wird Politik gemacht. Das heißt aber nicht, dass es in Ordnung wäre, willkürlich – so wie Augstein das tut – das Geschehen kleinzureden. Hier gibt es allen Anlass, davon auszugehen, dass in großer Zahl gravierende Straftaten begangen wurden. Wenn Augstein etwas anderes behaupten möchte, ist das sein gutes Recht, aber dann muss er Gründe anführen. Statt dessen einfach nur von „Grapschereien“ zu schreiben ist dagegen eine simple Einschüchterungsrhetorik, die Opfern ohne weitere Gründe klarmacht, dass sie sich nicht so haben sollen.

      • @Schoppe Ok, dann vielen Dank noch für die Antwort. Ich argumentiere immer auch ein bisschen aus der Perspektive der Kritischen Kriminologie heraus, wie sie u.a. Fritz Sack vorgezeichnet hat. Wenn es Dich interessiert, dann lies doch mal folgenden Artikel:

        Wie die Kriminalpolitik dem Staat aufhilft
        Governing through Crime als neue politische Strategie

        Alle Zeichen kriminalpolitischer Entwicklung – in Gesetzgebung, Justiz, Wissenschaft und Gesellschaft – deuten auf eine massiv zunehmende Punitivität. Zuerst in den USA sichtbar geworden, dann nach Großbritannien importiert, erreicht die Tendenz nunmehr das europäische Festland. Zur Erklärung werden verschiedene Konzepte herangezogen, schließlich eine Rückkehr zur „politischen Ökonomie“ von Strafe und Verbrechen vorgeschlagen.
        http://www.fritz-sack.com/01%20Texte/Governing%20through%20Crime.htm

      • crumar sagt:

        @Mark

        Erst einmal vielen Dank für den verlinkten Artikel – werde ich lesen.

        „Es ist ein neues Phänomen, dass im öffentlichen Raum, am selben Ort und in kurzer Zeit gerade eine hohe Anzahl von Männern eine Menge von Straftaten gegen die sexuelle Integrität verübt. Für das einzelne Opfer wird dies m.E. kaum ein Unterschied sein, aber für die Öffentlichkeit (z.B. Sicherheitsgefühl) mag das eine neue Qualität sein und die Bevölkerung ist nun vermehrt verunsichert.“

        Es ist m.E. sinnvoll, sich den Import der neuen Qualität (und ich bin der Meinung, darum handelt es sich) genauer anzuschauen und sich zu überlegen, warum dieses Mittel als Mittel von den Tätern von Köln gewählt worden ist.

        Es wird in unserem Land der Angriff ausschließlich auf die sexuelle Integrität von Frauen wahrgenommen, in Ägypten war der politische Charakter der Taten auch die Einschüchterung des politischen Gegners und besonders des Anteils von Frauen an diesem politischen Gegner.
        D.h. öffentliches politisches Engagement von Frauen einzuschränken war m.E. ein explizites Ziel; erst von Mubarak und dann von Mursi-Anhängern.

        Ein weiteres Signal wird damit gesendet, welches sich an die Männer bzw. die Gesellschaft richtet: Das demütigende Signal, nicht für den Schutz der Frauen (Ehefrau, Mutter, Tochter) sorgen zu können, bzw. gesorgt, d.h. symbolisch ohnmächtig in der Männerrolle versagt zu haben.
        Ich bin der Meinung, dass diese gezielte Demütigung von Männern in Ägypten eine Rolle gespielt und die Gewalteskalation befeuert hat.

        Und m.E. erklärt dieses Signal eine Menge der männlichen Rage, die hier politisch instrumentalisiert werden kann, weil es seitens der deutschen Männer ebenso empfunden wird.
        Anders als in Ägypten waren hier jedoch keine Polizisten am Mob beteiligt und von daher wird dies in Deutschland auch als Staatsversagen empfunden.

        Lucas schreibt: „Hier geht es z.B. ganz wesentlich auch darum, dass die absolute Verletzbarkeit eines öffentlichen Raumes demonstriert wurde“, also die Schaffung eines „rechtsfreien Raumes“.
        Das ist in meinen Augen die eine Seite der Medaille, die andere ist die vorübergehende, symbolische Kontrolle der Täter über diesen öffentlichen Raum mit barbarischen Mitteln.

        Angesichts der Gruppenstärke der Täter kann mir keiner erzählen, es sei vorrangig um das Eigentum der Frauen gegangen, denn das macht ökonomisch wenig Sinn.
        Hier spielte symbolisches wohl ebenso eine Rolle.
        Es haben sich die Täter bei der Einschätzung des gesellschaftlichen Klimas in Deutschland nur gewaltig verschätzt.

        Gruß, crumar

      • Hallo crumar!

        Das kann alles richtig sein, was Du sagst, ich selbst kann da leider auch nur Mutmassungen anstellen, weil ich nicht dabei war und ich auch die Täter nicht kenne. Mir selbst hat der Artikel von Thomas Fischer in der Zeit bzw. in der WoZ noch am besten gefallen bezüglich der Ereignisse von Köln, da er m.E. am ehsten noch den Blick einer „Kritische Kriminologie“ drauf hat.

        «Wäre der Araber weg, blieben uns noch die restlichen neunzig Prozent junger männlicher Straftäter, mit ziemlich ähnlichem Verständnis von der Ehre der Frau.»
        Deutschland bekämpft wieder jemanden: Männer, die Frauen belästigen. Die kann der Deutsche nicht ausstehen. Da kennt er keine Parteien mehr. Der deutsche Bundesrichter Thomas Fischer rückt die Kategorien zurecht.
        https://www.woz.ch/1602/nach-koln/ware-der-araber-weg-blieben-uns-noch-die-restlichen-neunzig-prozent-junger-mannlicher

  9. pufaxx sagt:

    Putzig finde ich immer wieder die von westlichen Feministinnen herbeiphantasierte „Rape Culture“. An der grundsätzlich die priviligierten, weißen Männer schuld sind. Und zwar ALLE. Das darf verallgemeinert werden, kein Problem.

    Wer in einem Land, in dem Man(n) wegen Grapschen seinen Job verlieren kann, in dem die Unschuldsvermutung quasi ausgehebelt ist (siehe Fall Kachelmann und alle anderen, die wegen Fehlanschuldigungen ruiniert wurden), in dem verdiente Wissenschaftler Schwierigkeiten bekommen, weil sie auf ner Pressekonferenz ein geschmackloses Hemd an hatten, eine „Rape Culture“ beschwört … verhöhnt alle Frauen, die sich tatsächlich in einer Rape Culture durchschlagen müssen – und dabei nicht den Hauch einer Chance haben.

    Was wirkliche „Rape Culture“ ist, sieht man u.a. in Saudi Arabien.

    http://www.nytimes.com/…/o…/29iht-edeltahawy.1.8528543.html…

    Nur ein Beispiel von vielen – eine 19-Jährige wurde entführt und vergewaltigt. Klar, dafür gibt’s harte Strafen. Nämlich für das Opfer. Wurde ausgepeitscht. Weil sie mit den nicht verwandten Entführern Auto gefahren ist.

    „To understand the heinous double standards at play, look no further than the case of a 19-year-old Saudi woman who was gang-raped last year.

    Despite being abducted and raped by seven men, a court in Saudi Arabia sentenced her to 90 lashes because she was in a car with an unrelated man before she was abducted. Saudi Arabia’s ultra-orthodox interpretation of Islamic law preaches a strict segregation of the sexes.“

    Darauf darf bloß nicht hingewiesen werden, wäre rassistisch. Nur wie will man Probleme in den Griff kriegen, die nicht benannt werden dürfen?

    • Schoppe sagt:

      @ pufaxx Es ist nicht rassistisch, darauf hinzuweisen. Verbindungen zwischen den massiven sexuellen Übergriffen in Köln und, z.B. den systematischen sexuellen Übergriffen auf dem Tahir-Platz werden ja schon häufig hergestellt. Es wäre auch idiotisch, solche möglichen Erklärungen aus Gründen politischer Korrektheit von Vornherein zu ignorieren.

      Christian Pfeiffer hatte ja gerade berichtet, dass ihm vor einem Fernsehinterview zum Kölner Silvester ein Redakteur untersagen wollte, die Taten mit Flüchtlingen in Verbindung zu bringen. Dann werde das Interview sofort abgebrochen. Das ist verrückt, weil solche Zusammenhänge natürlich zumindest erwogen werden müssen (mittlerweile ist ja offenbar deutlich, dass sie bestehen).

      Ich finde solch ein Verschwiegen sogar fatal. Auch deshalb: Wenn die großen Medien den Eindruck erwecken, dass sie die Bevölkerung gezielt fehlinformieren (und dazu gehört ja auch das gezielte Auslassen wesentlicher Informationen), dann werden viele ihre Informationen nur noch aus den Filterblasen des Netzes ziehen. Damit wird dann aber jede beliebige Hetze erleichtert.

      Rassistisch oder auf andere Weise gruppenbezogen menschenfeindlich ist es hingegen natürlich, solche Verallgemeinerungen wie „Alle X sind potenzielle Vergewaltiger“ zu verwenden. Das ist aber etwas ganz anderes als der Abgleich überprüfbarer, relevanter Informationen.

  10. […] Der Kommentator crumar erklärt bei Schoppe sehr eingänglich, wie es dazu kommt, dass Feministinnen wie Anne Wizorek und […]

  11. lotosritter sagt:

    Ich schrieb im Sommer im Forum von Karin Jäckel über eine Sendung des BR, in der Amelie Fried die in eine in Frage gekleidete Behaupung aufstellte, dass alle Männer potentielle Vergewaltiger seien, folgendes:
    Ein trauriges Beispiel für die Missachtung männlicher Opfer ist unter vielen anderen stereotypen Berichten die noch online stehende Diskussion im BR unter dem Titel: „Sexuelle Gewalt als Waffe – Warum diese Aggression gegen Frauen?“ Für die sich auch der führende Traumatologe Prof. Will Butollo zur Verfügung stellte und dabei der irren These, die die Moderatorin Amelie Fried in eine Frage an ihn kleidete„alle Männer sind potentielle Vergewaltiger?“, mit den Worten zustimmte: „Potentiell, natürlich, potentiell ja …“ (siehe ab 10:55), und weiter sagte er: „Wer selbst missbraucht wird, richtet sich vordergründig schneller wieder auf, wenn er anderen dasselbe wieder antut … er schüttelt seine eigene posttraumatische Belastung schneller wieder ab.“
    Danke, kann ich da als Opfer weiblicher sexueller Gewalt nur sagen, solche Traumatologen sind für jeden sexuell missbrauchten Mann der seelische Knock out.
    Diesen Beitrag ergänzte ich heute noch thematisch aus aktuellem Anlass an anderer Stelle, im gleichen Forum im gleichen Forum unter dem Titel. “Vorsitzender der Hamburger Grünen outet sich als potentieller Vergewaltiger”

    • Schoppe sagt:

      @ Lotosritter Danke für den Link, ich finde den Kommentar sehr gut. „Alle Menschen sind potenziell gewalttätig“ – dieser Satz wäre völlig in Ordnung, sogar wichtig. Er sagt etwas aus über Bedingungen unseres Lebens, die wir alle gemeinsam haben.

      „Alle Männer sind potenziell gewalttätig“ – das ist (logisch nicht zwingend, aber in der Interpretation sehr naheliegend) etwas ganz anderes. Es suggeriert nämlich, dass es nicht um die zweifellos bestehende theoretische Möglichkeit aller zur Gewalt geht – sondern um eine spezifische Gewaltneigung, die Männer haben, Frauen aber nicht. Jungen z.B. wird damit beigebracht: Weil Du Junge bist, hast Du eine Tendenz zur Gewalt.

      Geht es dann nicht allgemein um Gewalt, sondern spezifisch um Vergewaltigungen, dann wird die Belastung noch größer: Wenn Du Dich nicht zusammenreißt, wenn Du Dir nicht misstraust, wenn Du Deine Vergewaltigungsneigung nicht zugibst und sie kontrollierst – dann wirst Du den Frauen in deinem Leben eine ungeheuer schlimme Gewalt antun.

      Hier passt das Wort „menschenverachtend“ wirklich mal. Was die Grünen insgesamt betrifft, nicht nur Gwosdz: Wenn seine Aussage nicht die Position der Partei wiedergibt, dann muss er zurücktreten. Dazu ist das zu gravierend. Wenn er nicht zurücktreten muss, dann hat er die Position seiner Partei formuliert.

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass die zweite Variante zutrifft.

  12. Peter sagt:

    Dem feministischen Narrativ der allgegenwärtigen Vergewaltigungskultur folgend stelle ich fest, dass sich die Täter von Köln bestens in unsere Wertegemeinschaft integriert und unsere Leitkultur vollständig verinnerlicht haben – oder hab ich da was falsch verstanden?

    Tut mir leid, aber ich kann dem feministischen Unsinn nur noch mit Zynismus begegnen.

  13. […] frei erfundenen Zahlen zu Sexualdelikten auf dem jährlichen Oktoberfest in München kleinzureden, damit das in den letzten Jahren sorgfätig aufgebaute feministische Weltbild vom bösen, permanent […]

  14. El_Mocho sagt:

    Das interessanteste an den Kölner Vorkommnissen ist aus meiner Sicht, dass hier der Mythos vom bösen weißen hetersexuellen Europäer krachend zusammengebrochen ist, oder zumindest einen kräftigen Knacks bekommen hat. Und im Gegenzug versucht man nun, das ganze auf eine höhere Ebene zu heben: Alle Männer sind Schweine, nicht nur die Araber.

    Es herrscht ja in Kreisen von Leuten, die ihr Weltbild aus Büchern anstatt aus der Realität beziehen die Vorstellung vor, die Menschen aus der III. Welt seien irgendwie moralisch besser als die Westler, Opfer von Ausbeutung und Kolonialismus, und hätten ein Recht auf eine Entschädigung, die sie jetzt als Flüchtlinge einfordern.

    • Schoppe sagt:

      @ El Mocho „in Kreisen von Leuten, die ihr Weltbild aus Büchern anstatt aus der Realität beziehen“ Das lässt sich noch weiter führen. Die Vorstellung des „edlen Wilden“ konnte sich ja nur im Rahmen des Kolonialismus entwickeln – bei der Begegnung europäischer Kultur, die sich selbst mit guten oder schlechten Gründen als zivilisiert wahrnahm, und den „Wilden“. So wohlmeinend das auch gewesen sein mag: Es ging dabei niemals darum, die Perspektive der „Wilden“ nachzuvollziehen – oder ihnen im Rahmen gleicher Rechte zu begegnen. Sie waren einfach ein Spiegel, in dem die Europäer sich selbst betrachten und ein Wunschbild von sich formen konnten.

      Die heutige Rede über Flüchtlinge ist davon nicht weit entfernt. Es geht immer wieder darum, wie „wir“ sein wollen (hilfreich, gutmütig, offen, und keine Nazis) – wie „unser Land“ oder „mein Land“ (Merkel) aussehen soll. Aber ansonsten wissen wir wenig über die Menschen, die kommen – und manche beunruhigende Informationen werden auch ausgeblendet.

      Das ist eine Wahrnehmung, die bei aller – auch ernsthaft, nicht nur bigott – wohlmeinenden Haltung stillschweigend immer davon ausgeht, dass „wir“ oben und „die“ unten sind. Wie helfen ihnen. Wir haben die Situation in der Hand (auch wenn es bei denen, die vor Ort Probleme lösen müssen, längst viele Signale der Überlastung gibt). Und vor allem: Wenn WIR nur gut und hilfreich agieren, dann kann sich eigentlich alles nur zum Guten wenden.

      Wenn es sich als wahr herausstellt, dass tatsächlich Flüchtlinge in Köln verabredet und in großer Zahl sexuelle Übergriffe an Passantinnen begangen (und wohl auch Männer körperlich angegriffen) haben, dann kommt der Schrecken darüber auch daher: Wir merken plötzlich, dass diese Menschen eigenständig agieren – dass sie nicht vollständig von UNS abhängig sind und nicht einfach alles tun, was wir erwarten. Sie sind plötzlich eben nicht mehr einfach nur unser Spiegel, sondern andere Menschen, mit denen wir eher schlecht als gut interagieren – und die natürlich ggfs. auch gefährlich werden können.

      Das nun wieder auf das herkömmliche Schreckensbild des weißen heterosexuellen Mannes zu beziehen, auf den originär „biodeutschen“ Alltagsrassismus, hat damit vor allem eine nützliche Konsequenz: Wer so redet, kann sich die Illusion bewahren, dass „wir“ herrschen, dass „wir“ die Situation völlig in der Hand haben – und dass die Migranten, die zu uns kommen, eigentlich nur „uns“ spiegeln würden.

      Das gibt sich antirassistisch, ist aber eigentlich Resultat einer rassistischen Haltung, die Migranten nur von oben herab betrachtet, aber nicht als Menschen, die im Alltag mit „uns“ und miteinander interagieren.

      • El_Mocho sagt:

        Bin da ganz bei dir. ich halte diese Haltung, nach der wir denen helfen müssen weil sie es selber nicht können auch für tendenziell rassistisch. Die Migranten treten niemals ab selbständig handelnde Menschen auf, nur als Objekte des Bemutterns, beschützens usw. Unfähigkeit, das eigene Leben in die Hand zu nehmen gilt gewissermaßen als Teil ihrer kulturellen Identität.

        Und dabei würden die Refugees-Freunde sich gewaltig wundern, wenn sie mit denen mal über Religion, Homosexualität oder die Stellung der Frauen sprechen würden.

  15. […] Silvestermorgen in Köln). Anne Wizorek findet noch einen besseren Weg, um die Opfer von Köln ein zweites Mal zu mißbrauchen, indem sie diese Frauen auf eine Stufe mit ihrem Kunstprojekt #Aufschrei stellt und so die Frauen, […]

  16. ThFuegner sagt:

    Es ist ja nicht nur Anne, leider: Wenn mir langweilig ist, frage ich Frauen, ob sie schon mal Unrecht hatten. Hier, zB. Gutmenschin Antonia Baum, ihre
    Feministischen Gedanken zur Willkommenskultur:
    Das Dümmste, das menschlich Verkrüppelste dieses linken, herzenskranken „Gut“menschen zeigt sich etwa in der Mitte des Artikels. Sie spricht mit einer an die Kälte von KZ- Aufsehern erinnernden Gleichmut und Selbstverständlichkeit davon, sich und ihrer Schwester eine „Demut“ abzuverlangen, angesichts entgegenkommender Arabergangs besser auf den Boden zu schauen. Sich, sein Gesicht nicht zu zeigen. Um die Barbarei, ,,frauenfeindliche Gewalt“ nicht zu provozieren.
    Sie sollten auch vorsichtshalber die Strassenseite wechseln, (viele tun das schon heute!!!) mindestens vom Gehweg in den Rinnstein.
    Das hatten wir schonmal. Und schonmal glaubten einge, dass Sie dafür von den neuen Herrenmenschen Respekt bekämen, Duldung, mindestens. War aber ein Irrtum, 6 millionenfach.
    Diese Herzenskälte selbst ist schon erschreckend genug, diese kranke innere Zustimmung der eigenen Erniedrigung gegenüber nicht zu spüren- das ist die individuelle und gesellschaftliche Krankheit in Medien, Bildung, Politik und Justiz. Das Nazi- Deutsche „Du sollst nicht [mit-] fühlen!“ (Alice Miller), die heute wie damals herzlose Überhöhung der Ideologie gegenüber dem individuellen Gefühl, Gewissen, die buchstäblich gnadenlose Unterwerfung des „fühlenden Ich“ unter den Zeitgeist, die charakterlose Attitüde des „autoritären Charakters“ (Erich Fromm)- hier feiert er fröhliche Urständ‘.

    Nebenbei zeigt sich hierin auch, dass die explizit feministisch denkende Autorin eben NICHT ein besonderes (feministisches) Selbstvertrauen hat aufbauen können, denn eine auf-„rechte“ Frau würde dieser Selbsterniedrigung nicht nur nicht zustimmen, sie käme gar nicht auf diese Idee.
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-angriffe-von-koeln-waeren-sie-nur-nicht-so-dumm-14004681.html

    • Schoppe sagt:

      @ ThFuegner Naja, aber wenn ich im Netz Statements von „Rechten“ lese, habe ich auch nicht unbedingt den Endruck, dass von denen die Fähigkeit des Mit-Fühlens sorgfältig gepflegt wird.

      Dass Gefühle in der von Ihnen zitierten Textstelle geleugnet werden, sehe ich auch so. Ich finde gerade den mittleren Teil des Artikels, den Sie ansprechen, gut und eindrücklich – der Rest kam mir seltsam vor, unsicher. Als ob die Autorin die Erzählung darüber, welches Unbehagen ihr die Begegnung mit (offenbar) arabischen Männergruppen bereitet, durch rahmende Erklärungen legitimieren müsste.

      Aber mit „rechts“ und „links“ hat das nichts was zu tun. Was von Rechten kommt, wenn zum Beispiel über Flüchtlinge geredet wird, ist oft so mitleidlos, so böswillig, so verallgemeinernd, auch so höhnisch – das eignet sich nicht als positives Gegenbild. Eher als ein weiteres Beispiel dafür, wie das Festgetackertsein in politischen Freund-Feind-Mustern die Wahrnehmung der einzelnen Situation völlig dominiert und abweichende Informationen gar nicht mehr durchlässt.

      Das betrifft auch emotionale Impulse, wenn die nicht ins Konzept passen: Sei es das Mitgefühl mit einem anderen Menschen – sei es möglicherweise die Freundlichkeit eines Menschen, den man eigentlich als Feind wahrnimmt – oder sei es (wie im Beispiel) das Gefühl eigener Angst oder auch des Abgestoßenseins in einer Situation, in der man das Gefühl hat, solche Gefühle könnten nur die „Feinde“ haben.

      Dass der Nationalsozialismus so etwas systematisch produziert hat, steht auch für mich außer Frage. Obwohl er natürlich Emotionen massiv angesprochen hat – aber eben immer nur diejenigen, die zu seinen Freund-Feind-Mustern passten. Das heißt aber ja nicht im Umkehrschluss, dass jede Politik, die solche Strukturen ausbildet, irgendwie eine Nazi-Politik ist. Und neue Herrenmenschen sind die Flüchtlinge nun wirklich nicht – eher haben wir eine Situation, in der sich unterschiedliche Gruppen gegenseitig Herrenmenschentum vorwerfen.

  17. […] Männer (Sexuelle) Gewalt verharmlosen – eine Anleitung in 5 Schritten, gleichheitunddifferenz Wie Anne Wizorek sexuelle Gewalt verharmlost, man tau Warum wird #ausnahmslos so hart getrollt?, asemann Die Welt war noch nie ein Paradies!, […]

  18. […] Wizorek behauptet im heute-Journal, neu sei an den Kölner Taten lediglich, dass nun Betroffenen die Übergriffe auch geglaubt […]

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