Liebe Feministinnen,

In ihrem Blog gleichheitunddifferenz stellt die Feministin Margret die Frage, warum sich eigentlich Männerrechtler nicht für „nicht-konforme Männer“ einsetzen. Ich wurde darauf über das Blog Alles Evolution aufmerksam. Unglücklicherweise aber wurde mein eigener Kommentar dazu aus mir selbst noch unklaren Gründen so lang, dass ich mich aus lauter Höflichkeit – ich möchte schließlich meinen Mitmenschen nicht die Kommentarspalten zuschütten –  schließlich entschloss, einen eigenen Text daraus zu machen.

„Betrachtet man sich die aktuelle Männrechtsbewegung, fällt immer wieder eines auf: Es gibt kaum Unterstützung oder Rückhalt für nicht-konforme Männer. Seien es Hausmänner; schwule Männer; Männer, die für die Familie Arbeitszeit reduzieren; alleinerziehende Männer; Männer, die lange Elternzeit nehmen; Männer, die “weibliche” Berufe ergreifen oder ergreifen möchten; Männer und Jungen, die gerne Rosa oder “weibliche” Kleidung tragen oder ansonsten als “weiblich” definiertes Verhalten zeigen oder zeigen möchten;  Männer, die einen Angehörigen pflegen; männliche Transvestiten oder gar Sub-Männer.“ (Hervorhebung im Original)

Statt auf Unterstützung und Rückhalt werde, so Margret, eher auf Antifeminismus und Traditionalismus gesetzt, und „Aufbrechung traditioneller Vorstellungen von Männlichkeit“ sei „nur bei sehr wenigen Maskulisten Thema.“

Nun trage ich öfter einmal rosa Hemden oder Pullover, wenn auch keine rosa Hosen, bin aber tatsächlich noch nie auf die Idee gekommen, dafür von anderen Männern Unterstützung und Rückhalt einzufordern. Ich war mir nicht einmal so recht darüber klar, dass ich das brauche.

Unterstützung und Rückhalt brauche ich allerdings als Trennungsvater, der – und ich hoffe, dass mich das für die Position einen nicht-konformen Mannes einigermaßen qualifiziert – nicht allein Zahlvater sein, sondern auch für das gemeinsame Kind sorgen möchte. Dieser Rückhalt für entsorgte Väter ist ein Kern der heutigen Männerbewegung.

Dass Feindschaft gegen homosexuelle Männer im Lichte männerpolitischer Anliegen absurd und schädlich ist, haben längst alle halbwegs vernünftigen Männer eingesehen, die sich geschlechterpolitisch äußern – ich kenne, um ehrlich zu sein, kaum jemanden, der das jemals anders gesehen hätte. Ein wesentlicher Unterschied zur feministischen Unterstützung homosexueller Männer ist aber natürlich, dass Hetero-Männer Homosexuelle unterstützen, ohne sie zugleich gegen die angeblich so traditionellen heterosexuellen Männer auszuspielen.

Was den Antifeminismus betrifft, bin ich jedoch ganz wie Margret der Meinung, dass eine Fixierung auf die Ablehnung feministischer Positionen eine Sackgasse ist. Allerdings glaube ich ohnehin, dass maskulistisch-feministische Auseinandersetzungen deutlich weniger wichtig sind, als sie den Beteiligten manchmal erscheinen. Besser ist es, freundlich miteinander ins Gespräch zu kommen.

Durchaus mit Freude lese ich daher bei Margret, dass es Feministinnen wichtig sei, traditionelle Geschlechtervorstellungen zu öffnen. Das bedeutet nun natürlich nicht, dass alle Menschen anders leben müssten, als sie es bislang tun – aber dass sie die Möglichkeit dazu haben, ohne einen unnötig hohen Preis dafür zahlen zu müssen.

Allerdings habe ich manchmal den verwirrenden Eindruck, Feministinnen würden sich – ganz gegen die eigene Absicht, natürlich – so verhalten, dass sie traditionelle Geschlechterrollen eher zementieren als öffnen. Als einer der davon Betroffenen, als Mann nämlich, möchte ich dazu gern einen freundlichen Brief schreiben.

Do not disturb

Schon falsch – es müsste natürlich „Gender – Do not disturb“ heißen. Ich störe aber einfach trotzdem mal – welchen Sinn hat es schließlich, wenn alle Menschen unabhängig voneinander vor sich hin gendern und darüber ganz vergessen, dass man auch ab und zu miteinander reden kann? Oder eben Briefe schreiben… (Quelle)

Ich bin mir natürlich bewusst, dass einige politisch aktive und engagierte Menschen Texte von mehr als 140 Zeichen als strukturelle Gewalt erfahren, und dass ein solcher Text, wenn er zudem auch noch von einem Mann geschrieben wurde, nur als schwer erträgliches Mansplaining empfunden werden kann. Ich möchte daher ganz ohne alle Ironie versichern, dass ich keine anderen als allerbeste Absichten bei diesem Text habe – ich will, ganz ehrlich, der feministischen Sache nur helfen. Also:

 

Liebe Feministinnen,

mit Freude erfahre ich, dass Ihr, wie ich, traditionelle Geschlechterrollen öffnen wollt. Da ich weiß, dass Ihr zu diesem Zweck gern und oft an die Veränderungsbereitschaft von Männern appelliert, möchte ich mir daran ein Beispiel nehmen und an dieser Stelle einfach einmal zurückappellieren.

Wir sind schließlich manchmal in den alltäglichen Routinen befangen und merken gar nicht, dass wir beständig etwas tun, das unseren eigentlichen Absichten ganz und gar abträglich ist. Da kann ein Blick von außen nur sehr hilfreich sein. Also, liebe Feministinnen, da Ihr für die Öffnung der Geschlechterrollen eintretet, habe ich ein paar Vorschläge, was Ihr dafür noch tun könntet und bisher noch nicht in restloser Konsequenz getan habt.

1. Setzt Euch für Gleichberechtigung ein 

Während das Reden von „Geschlechterrollen“ oder der „tatsächlichen Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern“ (wohl im Unterschied zur nicht-tatsächlichen bzw. bloß virtuellen Durchsetzung der Gleichberechtigung, vermute ich) unglücklicherweise etwas diffus bleibt, gibt es in Deutschland noch immer einige deutliche gesetzliche Benachteiligungen – nicht für Frauen, aber für Männer. Das ist nicht nur ein Männerproblem.

Gesetzliche oder institutionelle Benachteiligungen in einem Bereich des Lebens haben schließlich Auswirkungen auf andere Bereiche und schaffen dort andere Ungleichheiten. Wer zum Beispiel – wie das leider gerade feministische Frauen mit hohem Nachdruck tun – dafür eintritt, dass Männer im Familienrecht weiter benachteiligt bleiben, der sorgt zugleich dafür, dass diese Männer sich stärker als Frauen auf das Berufsleben konzentrieren müssen.

Wer also möchte, dass sich Frauen in gleichem Maße im Berufsleben etablieren wie Männer, hat zwei Möglichkeiten. Er oder sie könnte erstens fordern, dass die Bevorzugung von Frauen im Familienrecht durch eine Bevorzugung im Arbeitsrecht ergänzt werden müsse, da sonst ein Ungleichgewicht entstünde. Dieser Ansatz hat allerdings den ärgerlichen Beigeschmack, dass es dabei um die Sicherung von Privilegien ginge, der Zusammenhang mit dem Ziel der Gleichberechtigung hingegen nicht ganz deutlich werde.

Wesentlich schlüssiger und praktischer, und im Sinne der erstrebten Öffnung der Geschlechterrollen wesentlich günstiger wäre es, wenn sich zweitens auch Feministinnen ausnahmslos für die Gleichberechtigung der Geschlechter stark machen würden.

2. Setzt Euch in den Stand, eine Familie finanziell versorgen zu können

Wenn der Mann die Chance haben soll, aus der traditionellen Rolle des finanziellen Versorgers der Familie herauszukommen, muss eine Partnerin in der Lage sein, diese Rolle auszufüllen oder zumindest zu gleichen Teilen zu tragen. Wer sich als Frau darauf einstellt, lediglich dazuzuverdienen, braucht einen Mann in der traditionellen Rolle – oder einen Staat, der dessen Rolle übernimmt. Auch die öffentlichen Kassen allerdings werden zum weit überwiegenden Teil von Männern finanziert.

Ich weiß natürlich, dass ich damit nur Selbstverständliches wiederhole: Wer sich versorgen lässt, begibt sich in Abhängigkeiten. Wer diese Abhängigkeiten nicht will, muss sich selbst versorgen können. Wer eine Familie ohne solche Abhängigkeiten will, muss mehr als nur sich allein versorgen können.

Allerdings ist es heute nach einer Untersuchung der – übrigens feministischen – Jutta Allmendinger über siebzig Prozent der jungen Frauen wichtig, dass der Partner reich ist, und die Teilzeitquote ist nach Angaben der gewerkschaftlichen Böckler-Stiftung bei kinderlosen Frauen etwa vier Mal so hoch wie bei kinderlosen Männern. Tendenziell bereiten sich Männer also in deutlich höherem Maße als Frauen schon früh darauf vor, eine Familie finanzieren zu können.

Heutige Feministinnen sind nicht etwa anders – sie übertreiben dieses Muster noch, möglicherweise in der guten Absicht, es in all seiner Sinnlosigkeit sichtbar zu machen. Unter den Initiatorinnen der #ausnahmslos-Kampagne, die sich als Crème des heutigen deutschsprachigen Feminismus präsentieren, gibt es beispielweise kaum Frauen, die einen sicheren, nicht-präkären Beruf haben.
https://twitter.com/TwitterDE/status/703901446929031168?lang=de

Zu den wenigen Ausnahmen gehören Gesine Agena als frauenpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen und Redakteurinnen des Missy-Magazins oder der Zeitung Evangelisches Frankfurt – auch dies Positionen, die eher auf Glück und Gelegenheit als auf eine sorgfältige Berufsplanung bauen. Die Österreicherin Dudu Küçükgöl, immerhin, ist interne Revisorin in einem Unternehmen.

Ich mache es niemandem zum Vorwurf, sich einen eher prekären Beruf zu suchen, wenn er oder sie nur die Konsequenzen selbst trägt. Die Pointe hier ist: Keine oder fast keine dieser wichtigsten Feministinnen im deutschsprachigen Raum hat bei ihrer Berufswahl irgendeinen Wert darauf gelegt, später einmal einem Partner bei einer möglichen Familiengründung die Funktion des finanziellen Versorgers abnehmen zu können.

Wer als Mann mit einer solchen Frau eine Familie gründet, der muss sich darauf einstellen, in einer traditionellen Männerrolle festgetackert zu werden. Er muss vermutlich zudem noch damit rechnen, öfter einmal Diskussionen darüber zu führen, warum er nicht stärker im Haushalt hilft oder mehr Distanz zu einer traditionellen Männerrolle aufbaut.

Wer nicht kalkuliert, welche Konsequenzen die eigenen Entscheidungen für die Spielräume anderer haben, handelt eben nicht nur egoistisch oder kurzsichtig, sondern blockiert auch genau die Veränderungen, die er – bzw. natürlich: sie – doch so dringlich anstrebt.

3. Hört auf, Frauen gegen Männer auszuspielen

Seit Jahrzehnten sind Männer und Frauen im Wechselspiel miteinander damit beschäftigt, Geschlechterrollen zu öffnen – ganz unabhängig von maskulistischen oder feministischen Selbstzuschreibungen. An Männerbildern aus der Pop-Kultur der Fünfziger Jahre wird beispielsweise schnell deutlich, wie groß der Veränderungswunsch schon damals war.

Das ist nicht verwunderlich: Nachdem auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs das Ideal des disposable male, des sich selbst opfernden Wegwerf-Mannes bis in ein offen perverses Extrem getrieben worden war, hatten verständlicherweise viele Männer ein großes Bedürfnis nach Veränderungen.

Veränderungen aber werden nicht dadurch möglich, dass plötzlich etwas ganz Neues auf die Welt kommt, das vorher noch nie dagewesen wäre – sondern dadurch, dass das, was schon da ist, auf eine neue Weise kombiniert wird. Dadurch, dass neue Arten des Bezugs aufeinander möglich werden.

Dazu aber gehören natürlich alle Beteiligten, nicht nur einige. Wer Frauen gegen Männer ausspielt, blockiert Veränderungen also gleich auf doppelte Weise. Er oder sie nivelliert individuelle Unterschiede in der Unterordnung Einzelner unter Gruppen. Er oder sie betoniert Freund-Feind-Muster, richtet sich in Schützengräben ein und verhindert damit gerade die neuen Bezugnahmen aufeinander, die für Veränderungen unerlässlich sind.

4. Versucht, ohne das Wort Patriarchat auszukommen

Und ohne das Wort „Männerherrschaft“. Oder „heterosexuelle Matrix“. Wer eine hochkomplexe moderne Gesellschaft als Männerherrschaft hinstellt, kann dies ohnehin nur dadurch tun, dass er oder sie sich auf geschätzt 0,03 % der verfügbaren sozialen Daten konzentriert („Fast alle MACHTPOSITIONEN sind von MÄNNERN besetzt!!“), diese aber immer wieder wiederholt und den ganzen Rest souverän ignoriert.

Die Rede von patriarchalen Strukturen erfüllt lediglich die Funktion, Frauen – oder Trans*personen, oder homosexuellen Männern, soweit sie pro-feministisch sind – den Eindruck zu vermitteln, dass sie für die vorgefundenen sozialen Bedingungen keine Verantwortung trügen. Ich würde es ja gern ganz anders machen – wenn man mich nur ließe! Das zementiert traditionelle Geschlechterbilder, nach denen allein Männer wirklich aktiv, Frauen aber machtlos und inaktiv wären.

Es verhindert zudem Empathie für Männer und für Jungen, die als Herrscher im Wartestand erlebt werden. Auch das zementiert die traditionelle Vorstellung, dass ein Mann nicht klagen oder um Mitgefühl bitten sollte.

5. Seid zur Abwechslung auch mal selbstkritisch. Es lohnt sich!

Wenn die Gesellschaft nicht rundweg als korruptes Patriarchat beschrieben werden kann, dann verschwindet auch der Glaube, feministische Frauen würden in einer nicht-korrupten Blase agieren oder ein richtiges Leben im falschen repräsentieren. Feministische Positionen erlauben dann nicht einfach eine kritischen, emanzipatorischen Blick auf die bestehende Ordnung, sondern sie sind selbst Teil dieser Ordnung und selbst Gegenstand von Kritik.

Emma Watson, die einen HeForShe-Feminismus propagiert, könnte dann schnell merken, dass sie eigentlich bloß die vertraute Rolle des Mannes als Versorger und Beschützer von Frauen einfordert. Dasselbe gilt für Frauen, die Frauenquoten in Parteien oder Betrieben verlangen. Bei allen deutschen Parteien, auch bei den Grünen, wird schließlich der weitaus größte Teil der Parteiarbeit von Männern erledigt – Quoten sorgen lediglich dafür, dass Männer mit ihrer Arbeit Positionen von Frauen gewährleisten.

6. Setzt Euch für gerechte Institutionen ein

Es hat keinen Sinn, Geschlechterrollen pauschal auf Herrschaftsinteressen zurückzuführen und zu ignorieren, welche Funktionen durch sie erfüllt werden. Wer sie ändern möchte, muss erklären können, wie diese Funktionen – wenn sie denn  weiterhin wichtig sind – auf andere Weise erfüllt werden können.

Das pauschalisierende Reden von Herrschaftsstrukturen hat zudem den weiteren Nachteil, Strukturen zu kaschieren, in denen tatsächlich Herrschaft ausgeübt wird. Das sind beispielweise staatliche Institutionen. Dass es ein eigenes Frauenministerium gibt, ist an sich schon seltsam – dass es zugleich das Familienministerium ist, ist eine offenkundige Fehlkonstruktion. Schließlich ist die Familie für die meisten Menschen zentraler Bestandteil ihres Lebens – es müsste eigentlich auffallen, dass irgendetwas nicht stimmt, wenn Männer institutionell daraus ausgeschlossen werden und dies auch noch als Beitrag zur Gleichberechtigung verkauft wird.

Auch unterhalb der oben erwähnten gesetzlichen Benachteiligungen gibt es in den Institutionen noch viel Spielraum für mehr Gleichberechtigung – sei es bei den Posten der Gleichstellungsbeauftragten, die wie in einem schlechten Scherz allein von Frauen besetzt werden dürfen, oder in Familienberatungsstellen, in Kindergärten oder in Schulen der unteren Jahrgänge, die fast durchweg männerfreie Zonen sind.

7. Werdet erwachsen

Von erwachsenen Menschen kann erwartet werden, dass sie die Welt nicht bloß moralisierend in gut und böse oder Herrscher und Beherrschte einteilen, sondern sie als Zusammenspiel von jeweils mehr oder weniger legitimen Interessen verstehen. Zudem kann von ihnen erwartet werden, die eigenen Interessen im Lichte der Interessen anderer wahrzunehmen – oder sich selbst aus der Perspektive anderer zu sehen, ohne diese Perspektive zu diffamieren. Ein Zusammenspiel vieler, ohne das wiederum sinnvolle und bleibende soziale Veränderungen ja gar nicht möglich wäre, ist ohne solche erwachsenen Haltungen gar nicht denkbar.

Im heutigen Feminismus findet sich davon allerdings fast nichts. Listen-and-Learn-Haltungen, die dialogische durch monologische Strukturen ersetzen – extreme Empfindsamkeiten (Safe Spaces! Trigger warnings!) – die pauschale Wahrnehmung von Kritik, und sei es polemischer Kritik, als Ausdruck von „Hass“:

Der heutige Feminismus wirkt wie ein Jugendzimmer, das innen mit Kuscheltieren vollgestopft, an dessen verschlossener Tür aber ein großes „Do not disturb! Enter at own risk!“-Schild aufgehängt ist. Wer allerdings als erwachsener Mensch noch immer damit beschäftigt ist, sich sein Jugendzimmer einzurichten, hat vermutlich uneingestandene Schwierigkeiten mit Veränderungen.

 

Soweit erst einmal. Ich weiß natürlich nicht, ob ich alles, was ich schreiben wollte, auch deutlich ausdrücken konnte – bin mir aber sicher, bei Feministinnen faire und wohlwollende Leserinnen zu finden. Schließlich wollen wir alle dasselbe: Gleichberechtigung und Freiheit für alle Menschen. Oder?

In diesem Sinne mit solidarischen und emanzipatorischen Grüßen,

Lucas Schoppe

  1. Es gibt einen Punkt, der mir immer wieder durch den Kopf ging und gestern schon danach verlangte, als Kommentar geäußert zu werden: solange Männer ihre Rechte nicht aktiv einfordern und also in der politischen Waagschale sichtbar werden, wird sich nichts ändern. Das bedeutet aber eben auch, aus alten bisherigen Rollen auszubrechen. Aus meiner Sicht greifen diese Theman – Rollen und Aktivismus – direkt ineinander über.

    Antwort

    1. @Tristan

      Jein.
      Wenn Männer unter nicknames hier und in anderen Blogs und Foren schreiben, dann weil sie berechtigt davon ausgehen, entweder berufliche oder private Nachteile zu erfahren, sollten sie sich entscheiden, ihren Klarnamen zu verwenden.

      Wie Arne immer wieder betont, sind diese, unsere Ängste ein Indiz für die Allmacht des Patriarchats und Beweis für unsere männliche Herrschaft. 😉
      Ich finde es falsch von dir, den politischen Aktivismus, den du (ebenfalls) berechtigt forderst ohne das „Preisschild“ zu sehen, welches für uns jedoch deutlich sichtbar ist.

      Ein moralischer Appell: „Seid mutig und kämpft politisch für eure Rechte!“ appelliert wunderschön an uns als Männer (aus einem nicht unbedingt nicht-traditionellen Verständnis von „Mann“, übrigens).
      Es wäre jedoch fair, unsere, meine Ängste ebenfalls zu berücksichtigen, denn „Mut“ gibt es nicht voraussetzungslos, sondern Mut – als Anerkennung eigener und Überwindung von Angst – muss erst erlernt werden.

      Ich bitte weiterhin zu berücksichtigen, dass die meisten von uns sich zunächst als vereinzelte Einzelne in ihrer Umgebung erfahren und sich über die Blogs und Foren zunächst einmal zwanglos austauschen.
      Oder einfach nur mit Gegen-Information versorgt werden, denn das feministische Narrativ ist das herrschende.
      Und sie sind „Einzelne“, weil in ihrer unmittelbaren Umgebung sehr wahrscheinlich isoliert.
      Deshalb hat unsere Bewegung m.E. auch diesen extrem individualistischen touch.
      Von realer Vereinzelung zu einer solidarischen Handlung ist es m.E. kein Katzensprung.

      Durch die Blogs und die Diskussionen in den Foren werden viele Männer mit Gedanken konfrontiert oder können Gedanken entwickeln, die sie vor 5 lausigen Jahren eventuell nicht artikulieren konnten oder aber nicht einmal hatten.
      Aber in diesen Blogs oder Foren können sie dies tun – das sind unsere „safe spaces“ (mit der Gefahr, eigene Filterwelten zu werden).
      Und sich in diesen mit feministischen Positionen argumentativ und kritisch auseinandersetzen – das ist ein wenig Probehandeln für den gewöhnlichen Alltag.

      Es wäre ebenfalls schön, wenn du die Entstehungsgeschichte, die Entwicklung und den Zuspruch der meisten Blogs berücksichtigen würdest.
      Die meisten sind jünger als 6 Jahre, mit einem deutlichen quantitativen und qualitativen Sprung seit 2012.
      Wenn das in einem längeren Zeitraum gestellt wird (erstes Buch von Farrell und von Arne), dann zeichnet sich eine exponentielle Entwicklung ab, der du einfach ein wenig mehr Zeit geben solltest.

      Schönen Gruß, crumar

      Antwort

      1. Lieber Crumar, ich gebe mit dieser Aussage (Waagschale) lediglich weiter, was uns an Reaktionen seitens der Politik immer wieder angetragen wurde: „Wo sind sie denn, all die bedürftigen Männer?“ – ermüdend oft gehörte Frage. Leider Realität.

    2. @Lieber Tristan

      Das kann ich mir vorstellen.
      Aber es wird passieren.
      Da bin ich mir eigentlich sicher.

      Schönen Gruß, crumar

      Antwort

      1. Die Hoffnung stirbt nie 🙂

  2. Du machst aber einen gedanklichen Fehler: Nur weil ich als Feministin möchte, dass jedes Lebensmodell, jede freie Wahl gleichermaßen akzeptiert wird, bedeutet das nicht, dass ich jetzt unbedingt das neue bzw. nicht-konforme Modell für mich selbst präferiere.
    Ich kann sagen, ich möchte, dass ein Hausmann gleichermaßen akzeptiert wirf wie diejenigen, die Vollzeit arbeiten.
    Das bedeutet noch lange nicht, dass ich mit diese Konstellation fit mein eigenes Leben wünsche. Insofern ist deine Forderung, dass man als Feministin eine Familie versorgen sollte etwas fehlgegriffen.

    Antwort

    1. @Miria: Aus meiner Sicht ist das genau diese kurzsichtige und egoistische Einstellung die Schoppe in seinem Text herausarbeitet.
      „Ich habe für mich die Entscheidung getroffen einen Beruf zu ergreifen mit dem ich keine Familie erhalten kann, aber ich möchte bitteschön dass gesamtgesellschaftlich Männer die ein nicht-konformes Modell leben genauso akzeptiert werden.“

      Diese Einstellung verkennt eben, dass „Gesellschaft“ mehr ist als völlig voneinander unabhängige, individuell agierende Entitäten. Was jeder einzelne tut und welche Entscheidungen er trifft hat Auswirkungen auf andere. Zu sagen „Welchen Beruf ich wähle geht nur mich an und betrifft dich nicht“ mag im ersten Moment einleuchtend klingen und es liegt auch eine gewisse Wahrheit darin. So wie es in der Diskussion verwendet wird ist es aber aus meiner Sicht nichts anderes als die totale Ablehnung von Verantwortung, ein Freibrief alles zu tun was ich will. Soziales Zusammenleben besteht zu einem wesentlichen Teil darin die eigenen Wünsche mit den Bedürfnissen anderer abzugleichen, das ist ein ständiges austarieren, eingehen auf andere, eingehen auf sich selbst.
      Es ist völlig in Ordnung wenn jemand die Forderung vertritt Hausmänner sollten mehr Akzeptanz erfahren. Problematisch ist diese Forderung dann, wenn er selbst in seinem Leben Entscheidungen trifft die dieser Forderung zuwiderlaufen. Eine Familie ernährt sich nicht von alleine. Realität schlägt frommen Wunsch, und solange Frauen zu einem großen Teil ihre Berufsentscheidung so treffen wie sie es tun, wird die große Welle an Hausmännern nicht kommen. Wer sich auch nur ein bisschen mit der Lebenswirklichkeit in den Familien beschäftigt den kann das nicht überraschen.

      Antwort

      1. @pingpong:
        „Es ist völlig in Ordnung wenn jemand die Forderung vertritt Hausmänner sollten mehr Akzeptanz erfahren. Problematisch ist diese Forderung dann, wenn er selbst in seinem Leben Entscheidungen trifft die dieser Forderung zuwiderlaufen.“

        Nein, das ist nicht problematisch. Ich habe als Einzelperson keine Verantwortung dafür die Gesellschaft zu ändern, dass sie sich einem höheren moralisch bessserem fügt. Denn ich weiß ja hat nicht, wie viele andere Menschen eben dies überhaupt als für sich selbst wirklich besser betrachten.
        Ein Verhalten wie du es hier indirekt forderst wäre nach meinem Empfinden direkt überheblich.
        So zu handeln, dass für einen selbst die günstigste Konstellation herauskommt und man nicht bewusst anderen schadet, scheint im ersten Moment egoistisch zu sein. Aber im Endeffekt ist es das einzig Richtige. Denn alle Menschen können nur glücklich sein, wenn sie selbst so handeln. Ich bin nicht diejenige, die über Köpfe anderer entscheidet und sie zum richtigen „erziehen“ muss. Einzig, was ich fordere ist, dass jeder Mensch in seiner Wahl akzeptiert wird.

        Die einzige Person, die ich bei der Entscheidung, ob ich eine Familie versorge oder nicht, berücksichtigen muss, ist der Mann, mit dem ich eine Familie gründen möchte. Nur wenn dieser eine Mann gerne Hausmann werden möchte, muss ich mir selbst die Frage stellen, ob ich so leben möchte. Falls nicht ist es nicht der richtige Partner für mich – ganz einfach.
        Aber wie sagt man so schön: es gibt für jeden Topf einen Deckel. Und gerade in der heutigen Zeit, sollte es den entsprechende Männer nicht allzu schwer sein, eine „Karrierefrau“ zu finden.

      2. Ich habe als Einzelperson keine Verantwortung dafür die Gesellschaft zu ändern, dass sie sich einem höheren moralisch bessserem fügt.

        Was soll man darauf antworten? Dieses Problem ist so alt wie die Philosophie. Ich fürchte eine tiefergehende Auseinandersetzung mit diesem Themenkomplex würde den Rahmen hier erheblich sprengen. Von daher lasse ich es, möchte aber doch darauf hinweisen, dass die Frage die du hier aufwirfst aus meiner Sicht keineswegs so einfach zu beantworten ist.

        Die einzige Person, die ich bei der Entscheidung, ob ich eine Familie versorge oder nicht, berücksichtigen muss, ist der Mann, mit dem ich eine Familie gründen möchte. Nur wenn dieser eine Mann gerne Hausmann werden möchte, muss ich mir selbst die Frage stellen, ob ich so leben möchte. Falls nicht ist es nicht der richtige Partner für mich – ganz einfach.

        Ich habe in meinem letzten Kommentar versucht darauf hinzuweisen, und auch Schoppe hat es in seiner Antwort präzisiert: Es geht weniger um die indivuduelle Ebene, wie du als Miria dich mit deinem Partner entscheidest will euch niemand vorschreiben.

        Wenn gesamtgesellschaftlich über eine Vielzahl von Kanälen immer wieder lautstark (um nicht zu sagen penetrant) der Wunsch nach dem „neuen Mann“ transportiert wird, dann ist es notwendig diesen Wunsch auch aus einer Gesamtgesellschaftlichen Perspektive zu diskutieren. Und hier gibt es erhebliche Widersprüche zwischen Anspruch und Realität. Darum geht es mir. Schoppes Antwort unten bringt es auf den Punkt.

      3. @pingpong:
        Was die gesamtgesellschaftliche Betrachtung angeht, so habe ich im ersten Teil meines Kommentars versucht zu erklären, warum ich hier mich nicht in der Verantwortung sehe!

        Und damit, dass das vermutlich zu einer sehr umfangreichen philosophischen Diskussion führen würde, gebe ich dir Recht.

        Aber anscheinend hast du nicht komplett verstanden, worauf ich hinaus wollte, sonst hättest du dich hier nicht nochmal wiederholt…
        Ich versuche es nochmal: Ich fordere keinen „neuen Mann“ (zu mir passt ein solcher vermutlich nicht), aber ich fordere, dass jeder so akzeptiert wird, wie er leben möchte! Wenn ein Paar sich entscheidet, dass er Zuhause bleibt und sich um Kinder kümmert während sie das Geld verdient, dann möchte ich, dass dies problemlos möglich ist, sich ohne, dass der Mann als „Weichei“, „Waschlappen“ oder ähnliches bezeichnet wird!

        Und auch in dem Artikel, auf den sich dieser Post bezieht wird nicht mehr gefordert als das: Unterstützung für non-konforme Männer. (und nicht, dass jetzt alle Männer zu solchen werden!)

        Und meine Vermutung geht auch in die Richtung, dass die Frauen, die tatsächlich eine Art neuen Mann fordern, sich auch einen solchen für sich selbst wünschen. Bei diesen ist ein konservativer Mann, der dir traditionelle Rollenverteilung bevorzugt wohl der Falsche.

    2. @ Miria Ich habe es ganz ernst gemeint, als ich geschrieben habe, dass ich es überhaupt nicht verurteile, wenn sich Menschen prekäre Berufe suchen. Es ist nur dann nicht in Ordnung, wenn sie dafür andere bezahlen lassen. Und ich habe auch geschrieben: „Das bedeutet nun natürlich nicht, dass alle Menschen anders leben müssten, als sie es bislang tun – aber dass sie die Möglichkeit dazu haben, ohne einen unnötig hohen Preis dafür zahlen zu müssen.“

      Diese Möglichkeit werden Männer aber nur dann haben, wenn es genügend Frauen gibt, die sich in die Lage versetzen UND bereit sind, gleichermaßen zur finanziellen Versorgung einer Familie beizutragen. Wenn eine Frau das nicht will und eine Familie mit einem Mann gründet, der ebenfalls in der traditionellen Rolle (hier: des Versorgers) agieren möchte, dann verurteile ich das nicht. Es muss nur klar sein: Je mehr Frauen so agieren, desto geringer sind die Spielräume von Männern, die angestammte Rolle des finanziellen Versorgers zu verlassen oder wenigstens zu variieren.

      Wenn aber feministische Frauen verkünden, Geschlechterrollen verändern und öffnen zu wollen – sich aber zugleich so verhalten, dass Männern Möglichkeiten der Veränderung blockiert werden – dann ist das nicht mehr legitim. Diese Frauen ignorieren die Widersprüche der eigenen Position, lassen andere dafür zahlen und verkaufen das auch noch als Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit. Eben auf diese Widersprüche weist ja auch pingpong hin.

      Antwort

    3. „Einzig, was ich fordere ist, dass jeder Mensch in seiner Wahl akzeptiert wird.“
      Liebe @Miria
      Du selbst möchtest die Entscheidung für Dein Leben treffen wie Du es für richtig hälst, warum auch nicht. Doch genau hier sehe ich den Feminismus (nicht Dich) als Schizophren an. Er fordert das alles gleich verteilt ist (GenderPrayGap (extra mit r) – Quoten in Parteien und Vorständen etc.), wie oben gesehen überwiegend von Frauen die eine prekäre Berufswahl treffen und die nun von sich sagen, ich möchte aber so leben wie ich möchte und die Entscheidungen treffen wie ich es für richtig halte. Trotzdem sollen am besten alle gut dotierten Jobs 50/50 verteilt werden… Ich empfinde das als komisch, denn genau so verhindert man doch die Entscheidung des Individuums, oder nicht? Feminismus arbeitet doch so genau gegen die Wahlfreiheit. Natürlich kann und soll man für Frauen im Maschinenbau werben, doch warum müssen Quoten her wenn diese doch die Wahlfreiheit verhindern?

      Noch etwas stört mich an Deiner Forderung wenn Du sagst
      „Nur wenn dieser eine Mann gerne Hausmann werden möchte, muss ich mir selbst die Frage stellen, ob ich so leben möchte. Falls nicht ist es nicht der richtige Partner für mich – ganz einfach.“
      Bitte nimm es mir nicht übel wenn ich den Feminismus als lieblos bezeichne, denn diese kommt in Deiner Partnerwahl nicht vor. Für Dich als Frau scheint es ganz normal zu sein einen solchen Traumprinzen der Dir Dein Lebensmodell finanziert zu finden und der Glücklich und zufrieden seiner Karriere, zumindest seiner Erwerbsarbeit nachgeht. Hierdurch setzt Du aber zum einen den Partner sehr stark unter Druck, eben den Druck so viel heranzuschaffen das es für Zwei + Kinder ausreicht. Zum anderen gehst Du davon aus das der andere Mensch mit dieser Teilung auch zufrieden und glücklich ist und diese nicht nur deshalb macht um auf dem Partnermarkt bessere Karten zu haben. Für Männer ist die Wahl immer noch schwer bis unmöglich, weil sich das Gros der Frauen, übrigens auch gutverdienende Frauen, bei der Partnerwahl immer noch nach oben schlafen wollen… Ein kurzer Blick in die Partnerbörsen reicht hier.

      Und wenn sich gerade bei Wahlfreiheit feministische Parteien und Verbände darin überbieten z. B. beim Sorgerecht, trotz Urteil eines Menschenrechtsgerichtshofes, Vätern so wenig wie möglich an Mitsprache- und vor allem Auskunftsrechten zu geben, es keine Forderungen zu Wechselmodellen etc. etc. etc. gibt, dann weiß ich, der in der Politik vorherrschende Feminismus hat nichts mit Gleich und Wahlfreiheit für alle zu tun…

      Antwort

      1. @Kai:
        „Du selbst möchtest die Entscheidung für Dein Leben treffen wie Du es für richtig hälst, warum auch nicht. Doch genau hier sehe ich den Feminismus (nicht Dich) als Schizophren an.“

        Ich weiß, dass du das vermutlich oft gehört hast, aber genau hier passt es einfach: Es gibt nicht den einen Feminismus!
        Du klammerst mich ja sogar extra aus, obwohl ich doch auch Feministin bin…

        „Für Dich als Frau scheint es ganz normal zu sein einen solchen Traumprinzen der Dir Dein Lebensmodell finanziert zu finden und der Glücklich und zufrieden seiner Karriere, zumindest seiner Erwerbsarbeit nachgeht.“

        Nein, ich gehe nicht davon aus, dass ich mir mein Leben finanzieren lasse! Ich bin sehr gut in der Lage für mich selbst zu sorgen. Es geht nur um den Fall der Familiengründung. Und du tust hier gerade so als ob Haushalt und Kindererziehung mal so nebenbei laufen, während die Frau das Zuhause rumliegt.

        Und willst du etwa abstreiten, dass es Männer gibt, die sich genau so ein Lebensmodell wünschen? Wo Isuzu also das Problem wenn ich nach eben einem solchen Ausschau halte?

        „Zum anderen gehst Du davon aus das der andere Mensch mit dieser Teilung auch zufrieden und glücklich ist und diese nicht nur deshalb macht um auf dem Partnermarkt bessere Karten zu haben. “

        Natürlich, denn innerhalb einer Beziehung kann ich doch wühlen davon ausgehen, dass man solche Entscheidungen gemeinsam bespricht und dabei ehrlich zueinander ist!

      2. @ Miria Ich hatte nirgends vor, die Legitimität eines Modelles in Frage zu stellen, wie Du es vertrittst. Das gehört natürlich zu einer freien Gesellschaft dazu: Dass Menschen unterschiedliche Lebensplanungen entwickeln können, ohne dass ihnen andere dabei beständig reinreden.

        Mir – und auch anderen hier, glaube ich – ging es vor allem darum, auf den Widerspruch hinzuweisen zwischen der (mittlerweile selbst klischeehaft gewordenen) Forderung nach einer Öffnung der Geschlechterrollen und einem Verhalten, bei dem Frauen völlig selbstverständlich mit dem Mann bzw. Männern als Versorger kalkuliert.

        Und in dieser Hinsicht ist es sehr wohl wichtig, den heutigen Feminismus zu kritisieren. Natürlich gibt es andere Feministinnen als Wizorek oder Manuela Schwesig – und es gibt auch Feministinnen, die eine Kooperation mit Männern und keine Freund-Feind-Haltung anstreben. Entscheidend sind die aber nicht. In den Institutionen und in den Medien vorherrschend sind Feministinnen, die einerseits eine Öffnung der Geschlechterrollen dringlich einfordern, zugleich aber Sorge tragen, dass Männer in der Rolle der Versorger festgetackert bleiben.

      3. @Miria
        ich habe mehrere Frauen in meinem Verwandten und Bekanntenkreis die mir sagen, 8h ohne mein Kind, das kann ich nicht… Da wird nichts gefragt, da wurde auch nichts gefragt, da wurde dann nach Geburt vor vollendete Tatsachen gestellt. Und da haben Männer nun einmal keine Wahlfreiheit. Wenn ich als Mann dann sage, ich lass mich scheiden oder Du gehst arbeiten, dann ist beim Richter Schluss. Eine Frau hat diese Wahl, sie kann sagen, Du Schatz ich bin schwanger, ich nehme den Mutterschutz und dann bleib ich Zuhause, friss oder stirb. Entweder Scheidung und Unterhalt für mind. 3 Jahre oder er ist gefangen. Umgekehrt kriegt die Frau nen Lachkrampf wenn ein Mann sagt, ich bleib dann mal Zuhause, ich nehme das Babyjahr, friss oder stirb. Da ist dann beim Richter Schluss, der dann Papa zu einem Wochenendvater mit Vollzeitjob umbaut…

        Natürlich weiß ich das sich jede ihren eigenen Wohlfühlfeminismus zusammenbaut. Doch wie sieht es denn aus in der Politik? Und sein wir ehrlich, die Feministinnen die auch bereit sind Rollen für Männer zu verändern, die für eine Gleichberechtigung sind, die sind sehr rar und nicht in politischen Parteien an der Macht. Was wir dort haben sind die Feministinnen die bei Männern von Unterhaltsdrückebergern reden, die davon reden das Männer keinen Bock auf Kinder haben etc. Und deshalb habe ich Dich persönlich (wie alle anderen als Personen) da auch rausgenommen. Aber die Forderungen der Grünen und SPD zum Wechselmodel waren nun mal keine Öffnung zu neuen Rollen, sondern eher ein Tür vor der Nase zuschlagen. Männer sollen mehr machen, vor allem in der Carearbeit, aber bitte keine minimalen Menschenrechte erhalten.

        „Nein, ich gehe nicht davon aus, dass ich mir mein Leben finanzieren lasse! Ich bin sehr gut in der Lage für mich selbst zu sorgen. Es geht nur um den Fall der Familiengründung…“

        Genau, darum geht es mir auch. Wie ist es denn wenn Du und Dein Partner sich nach ein paar Jahren trennen? Ist dann Wechselmodell oder muss es so bleiben wie vorher?

      4. „Und du tust hier gerade so als ob Haushalt und Kindererziehung mal so nebenbei laufen, während die Frau das Zuhause rumliegt.“

        Dazu nur mal, ich habe offiziell einen Tag pro Woche weniger meinen Sohn. Trotzdem erhält meine Frau vollen Unterhalt, mehr wie DD Tabelle, obwohl der Unterhalt da wo ich lebe geteilt wird.

        Ich hole ihn trotz längerem Anfahrtsweg von der Schule ab und bringe ihn morgens hin… Nebenbei braucht er bei mir ein Kinderzimmer und isst bei mir genau so wie bei seiner Mutter etc. (nur mal . Er hat bei mir Anziehsachen etc. etc. etc. Zusätzlich darf ich noch diverse andere Dinge kaufen, damit Mama beruhigt ist und das nicht aufkündigt was ich mir erkämpft habe. Ich lebe allein (ich habe keine Bock mehr auf Frauen) und mache auch meinen Haushalt und die Dinge für meinen Sohn. Und eines kann ich sagen, der Haushalt geht so nebenbei, klar kein Problem. Mein Sohn ist immer Hauptperson wenn er da ist (deshalb auch keine Frau)…

        Ich weiss nicht was Frauen machen wenn Sie den ganzen Tag zuhause sind, doch bei mir läuft der Haushalt so nebenbei… So what?

    4. Miria, Du bezeichnest Dich zwar als Feministin, aber hier ist Dein Label doch recht irreführend. Auf Deinem Blog hast Du vor kurzem Deine Einstellung zum Feminismus dargelegt und nach der bin ich auch Feminist. Und die anderen alle auch. Allerdings ist Deine Definition die einzige, nach der ich auch Feminist bin.

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  3. Danke für diesen wie immer großartigen Text!

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    1. Danke für den Kommentar, freut mich. 🙂

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    2. Ich schließe mich vollumfänglich an!

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  4. Da Sie an der Küste leben, haben Sie ja Übung darin, gegen den Wind zu sprechen. Im Grunde entsteht so auch eine Art von Echoraum. Außer sie verfügen über einen ausreichenden Resonanzkörper, so dass die Töne auch ein Stück weit tragen, ehe sie verblasen werden. – So meine generelle Anmutung Ihres Briefes an die Feministenden, denn im Gegensatz zu den gegenderten Studierenden, sind Feministen ständig im Dienst also anhaltend Feministenden, während Studierende in der Studentenkneipe nicht studieren und folglich wieder zu Studenten werden. Aber das sind sprachliche Fertigkeiten, die im 140-Zeilen-Universum bedeutungslos geworden sind.

    Darüberhinaus gilt wie sonst auch bei jeder Blasen-, Gang- oder Bandenbildung, ohne äußeren Feind kein innerer Zusammenhalt. Und da Feministenden es sich so gemütlich in ihrer Blase eingerichtet haben und dazu noch so schön an der Steuerdrainage hängen, wird man keinen Deut auf eine menschlichere Gesellschaft zugehen, sondern sich weiterhin an das Motto der SPD halten: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“ – Ein Witz, angesichts der von Ihnen skizzierten Einschränkungen für Männer.

    Und dass der überwiegende Teil der Medien, die von Ihnen benannten Probleme überhaupt nicht bemerkt und folglich nicht einmal ansatzweise rezipiert, liegt an deren eindimensionalen Weltsicht und der Ghettobildung in publizistischen Echoräumen. – Dennoch: Steter Tropfen … führt entweder zum Korsakow oder höhlt den Stein.

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    1. „Dennoch: Steter Tropfen … führt entweder zum Korsakow oder höhlt den Stein.“ Korsakow musste ich ich erstmal nachschlagen….Aber das mit der Höhlung des Steines finde ich nicht einmal ein schlechtes Bild. Oder: Wie wäre es mit dem Umschlag von Quantität in Qualität, von Hegel oder von Marx geklaut?

      Tristan und Crumar führen ja oben die Diskussion über einen größeren Einsatz außerhalb des Netzes weiter. Das finde ich auch wichtig, obwohl ich dabei notorisch das Gefühl habe, dass beide Seiten im Recht sind. Politisches Agieren wird kaum etwas bewirken, solange nicht eine gewisse Anzahl von Menschen dahinter steht, die Aktive im Zweifelsfall bestätigen können. Dafür braucht es Vorbereitungen, Informationen, ausformulierte Positionen oder Argumentationen. Diskussionen allein allerdings bringen auch nichts – das ist, glaube ich, allen klar.

      In meinen Augen hat sich das Engagement für eine gerechtere Geschlechterpolitik, die Positionen von Männern und Jungen nicht mehr ausschließt, in den letzten Jahren sehr gut entwickelt – ich sehe das bei weitem nicht so pessimistisch, wie das in manchen Diskussionen formuliert wird. Schwierig ist die Frage, wie es nun weiter geht – und welche Ressourcen dafür vorhanden sind. Ich selbst z.B. ersticke im Moment so sehr in Arbeit, dass ich froh bin, wenigstens das Blog am Leben zu halten. Dazu habe ich, zum Glück, einen regelmäßigen Umgang mit unserem Kind – aber unter Bedingungen, die konstant enorm aufwändig und aufreibend sind.

      Ich glaube also, dass es gerade eher auf die Höhlung des Steines als auf eine Aushöhlung des Gedächtnisses à la Korswakow (Was wollten wir eigentlich nochmal?) hinausläuft. Zentrales Problem ist dabei in meinen Augen, dass es an Ressourcen mangelt – so wird kein Fluss (oder zumindest Bach) aus den Tropfen.

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  5. Hat dies auf emannzer rebloggt und kommentierte:

    Ich reblogge ja selten, aber dieser kritische Artikel von Man-Tau ist es grundsätzlich wert, weiterverbreitet zu werden.

    Warum? Einfach mal lesen:

    Antwort

  6. Ergänzend zu diesem großartigen Artikel und einer Replik an den Feminismus vielleicht noch der Hinweis, das sich in diesem #ausnahmslos am Feminismus orientierten ‚Damen‘ auch eine Jasna Strick befindet, die nun lauthals über ihre Perspektivlosigkeit jammert.

    Crumar hatte dazu einen sehr schönen Kommentar geschrieben, den ich mit seiner Zustimmung zu einem Artikel machte: https://emannzer.wordpress.com/2015/03/01/jasna-und-der-strick-der-faser/

    Es ist schon erstaunlich, dass Feministinnen nur fordern & fordern kennen und können. Natürlich nicht bei sich selbst, da hängt man ja in der tradierten Frauenrolle fest, sondern ausschließlich ihre Ansprüche an andere, zumeist Männer oder ‚Vater Staat‘ stellen.

    Irgendwoher muss ja die Alimentierung ihrer 140 Zeichen-Duftnoten auch herkommen, wenn sie selbst schon nicht in der Lage sind, dieses zu schaffen.

    Insofern wäre es mal an der Zeit, dass sich diese Ideologie mal mit sich selbst beschäftigt und überlegt, was sie im Sinne einer Gemeinschaft an sich selbst ändern könnten.

    Aber das wird wohl nie passieren.

    Antwort

  7. Ein bisschen VIELE Themen in einem Blogpost!

    Nur zum Thema Arbeit:

    Du siehst das m.E. zu eindimensional. Weder Männer noch Frauen noch Paare sind allein auf der Welt und bestimmen nur aus eigenen Bedürfnissen heraus wie sie arbeiten und ihre Elternschaft gestalten. Gerade das Thema Erwerbsarbeit (und heute auch verstärkt Carearbeit) sind in der Geschichte der Frauenbewegung Mega-Themen, die immer auch kontrovers diskutiert wurden, die aber mehr Einflussfaktoren unterliegen als nur das individuelle Wollen.

    Allein schon das Thema Kinderbetreung! Noch heute sind viele Kitas und Schulen so organisiert, dass es gar nicht möglich ist, dass beide Elternteile Vollzeit arbeiten (besser geht das bei den Besserverdienenden, die sich individuell passende Kinderbetreutung leisten können). Kitas machen nachmittags dicht und gönnen sich „Ferien“ entlang der Schulferien.

    Bei den Unternehmen wurden sehr viele Vollzeitstellen in Teilzeitstellen umgewandelt, von denen man nicht mehr leben kann, die für die Unternehmen aber sehr bequem zu handeln sind. „Mehr Teilzeit“ war einst eine feministische Forderung, um die Arbeitswelt familienfreundlicher zu gestalten – das hat sich zu großen Teilen als kontraproduktive Sackgasse erwiesen, denn diese Teilzeitstellen, oft sogar unterhalb halbtags, sind allermeist sehr schlecht bezahlt und bieten keinerlei Aufstiegschancen.

    Lies mal hier die Kritik einer Gewerkschafterin, die verschiedene Aspekte der Teilzeitarbeit beleuchtet (Ausschnitt bei GoogleBooks). Zitat eines ihrer 10 Kitikpunkte:

    „Teilzeitarbeit wird formal allen angeboten, in der praktischen Wirklichkeit aber nur Frauen. Männer sind die berühmte Vorzeigeausnahme und damit wird Teilzeitarbeit zu einer geschlechtsspezifischen Arbeitsform, die das traditionelle Rollenverhalten zementiert.“

    Es gibt auch immer noch die insbesondere in DE verbreitete Einstellung, eine Frau sei eine „Rabenmutter“ und für alle möglichen Schwierigkeiten und Defizite der Kinder verantwortlich, wenn sie vollzeit arbeitet – nicht etwa der Mann ein Rabenvater oder entsprechend verantwortlich.

    Weiter: Dass sich in der Berufswahl bei Frauen nichts verändere, ist eine selektive Wahrnehmung. So berichten die VDI-Nachrichten 2008 auf ingenieur.de

    http://www.ingenieur.de/Arbeit-Beruf/Arbeitsmarkt/Die-neue-Frauenbewegung

    Zitat: „Doppelt so viele junge Frauen wie vor zehn Jahren starteten zum Wintersemester das Studium in Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Um die späteren Ingenieurinnen aber in eine Welt zu entlassen, in der Männer und Frauen auf Augenhöhe arbeiten, müssen noch einige Hebel umgelegt werden. Und auch die Elektrotechnik verzeichnet einen gewaltigen Zuwachs. 16,7 % mehr Frauen als 2007 wagten sich in die (einstige?) Männerdomäne.
    ……..
    Die Zahl der in Teilzeit oder Minijobs arbeitenden Frauen wachse laut Studie stetig an. Trotz aller öffentlichen Debatten über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe sich der Einfluss von Ehe und Kindern in den vergangenen Jahren verstärkt, erklären die Wissenschaftler. Frauen, die eigentlich mehr arbeiten wollten, beschränkten sich aus familiären und persönlichen Gründen auf Minijobs und Teilzeitarbeit. Daher kämen viele Ehefrauen und Mütter noch immer nicht über die Rolle der Hinzuverdienerin hinaus.

    Die IAQ-Wissenschaftler weisen der Politik die Verantwortung zu. Während mit dem Ausbau von Kinderbetreuung und Elterngeld die weibliche Beschäftigung gefördert werden sollte, bildeten die vom Ehegatten abgeleiteten Ansprüche in der Sozialversicherung, das Ehegattensplitting und Minijobs entgegengesetzte Anreize.“

    Die Arbeitskultur in den Unternehmen muss sich ändern, um Vätern und Müttern gleiche Chancen auf Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Ebenso die Rahmenbedingungen, die die Politik setzt. Aber auch in den Köpfen muss sich noch viel ändern, wenn gleiche Teilhabe realisiert werden soll: Offenhait für mehr Carearbeit der Männer und für mehr eigenständige Erwerbsarbeit der Frauen.

    Antwort

    1. @Claudia Berlin
      Den Vorwurf der Rabenmutter habe ich bislang immer nur von Frauen jenseits der 50 gehört, da scheint einfach noch ein gewaltiger Riss zwischen in der Gesellschaft zwischen Wunschdenken und Pragmatischem handeln zu diesem Thema zu bestehen.
      Solange ich noch im Osten der Republik gearbeitet habe, war das kein Thema oder ist mir nicht bewusst geworden, erst später im Ruhrgebiet und jetzt in Bayern habe ich viele entrüstetet Frauen erlebt die, die Lebenswirklichkeit ihrer Töchter, Schwiegertöchter oder Nachbarinnen Grundweg ablehnen, da sie ja selber noch das Versorger Hausfrauen Modell gelebt haben.

      Antwort

    2. “Rabenmutter”

      Immer, wirklich IMMER wenn ich diesen Begriff höre (auch hier wieder), ist er Teil einer Argumentation einer Feministin oder Mutter, die sich über den „gesellschaftlichen Druck“ beschwert hat, den dieser Begriff auslösen würde.
      Wenn nach Erklärungen/Rechtfertigungen gesucht wird, warum eine Mutter ihre Kinder betreut, anstatt Vollzeit arbeiten zu gehen, ist die Rede von der Drohkulisse „Rabenmutter“.

      In einem Kontext, wo der Begriff ernsthaft auf eine Frau angewendet wurde, habe ich ihn in meinem gesamten Leben kein einziges Mal gehört. Wirklich nicht.

      Dieser Begriff ist, zumindest mittlerweile, nur noch reine Projektion. Die eigene Ambivalenz wird den bösen Nachbarn, ach was, gleich der gesamten Gesellschaft untergeschoben, die nicht wisse, was sie (!) will.

      Frauen können in diesem freien Land ihre eigenen Entscheidungen treffen. Das sollen sie doch bitte tun und die Verantwortung, die positiven wie die negativen Konsequenzen tragen. Und nicht via Feminismus an alle anderen auslagern. Sie brauchen ihr Leben nicht zu führen, wie es die Nachbarn angeblich von ihnen erwarten.

      Antwort

    3. @Claudia

      Bei den Unternehmen wurden sehr viele Vollzeitstellen in Teilzeitstellen umgewandelt, von denen man nicht mehr leben kann, die für die Unternehmen aber sehr bequem zu handeln sind.

      Wie kommst du darauf? Es liegt normalerweise nicht im Interesse der Unternehmen, Teilzeitstellen statt Vollzeitstellen anzubieten (einzelne Branchen mögen Ausnahmen darstellen).

      Jeder einzelne Arbeitsplatz erzeugt einen Offset, so dass es zweckmäßiger ist, die anfallende Arbeit auf möglichst wenige Beschäftigte aufzuteilen.
      Viele Jobs lassen sich gar nicht in deutlich weniger Zeit ausführen. Die Mitarbeiter müssen zeitlich verfügbar sein, und sich auch in ihre Arbeit eindenken (dies gilt insbesondere für die von dir selbst weiter unten genannten Ingenieurstellen) können, ohne dass gleich Feierabend ist.

      Es funktioniert i.A. auch nicht, dass sich zwei Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz teilen.
      Sehr beliebt sind Teilzeitjobs nur am Vormittag. Für den Nachmittag aber findet sich kaum jemand für Teilzeit.
      Außerdem ergibt das Reibungsverluste bei der Übergabe.

      Fazit: Ein Unternehmen wird zwar versuchen, einem Mitarbeiter, der von Vollzeit auf Teilzeit umstellen will, dies zu ermöglichen.
      Dies geht aber nicht in allen Fällen. Und – von denkbaren Ausnahmefällen abgesehen – wird ein Unternehmen den Mitarbeitern bestimmt nicht nahelegen, von Vollzeit auf Teilzeit zu wechseln.

      Die Arbeitskultur in den Unternehmen muss sich ändern

      Diese Forderung kommt mir bekannt vor.

      um Vätern und Müttern gleiche Chancen auf Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.

      Solange Väter und Mütter unterschiedlich agieren, ist es vermessen, den Unternehmen einseitig den Schwarzen Peter zuzuschieben.

      Antwort

    4. Liebe @Claudia Berlin,
      Sie sprechen vom Gender Pay Gap und glauben dieses mit Krippen etc. beheben zu können, das wird nicht passieren. Bei mir ist es selten vorgekommen das ich unseren Sohn um 19:30 aus der Krippe geholt habe, und es ist selten vorgekommen das ich ihn um 7:30 dorthin gebracht habe. Diese Möglichkeiten gibt es hier wo ich lebe, alles kein Problem. Frauen können arbeiten gehen, sie können die Kinder nach dem Frühstück in die Krippe bringen und Abends zum ins Bett bringen abholen. Nicht nur in der Krippe, auch in der Schule ist das so möglich. So, nun raten Sie mal wie hoch das GenderPrayGap (extra mit r) hier wo ich lebe ist. 0%, 9% oder sogar 15%… Nein es ist 19%!
      http://www.insee.fr/fr/themes/tableau.asp?reg_id=0&ref_id=NATTEF04154
      (Zahlen bezogen auf ein Monatseinkommen). Eine Feministin hat einmal behauptet wenn Frauen sich zwischen Kindern und Karriere entscheiden könnten würden sie die Kinder wählen…

      Diese Wahl treffen Frauen jeden Tag tausendfach, auch vor Familiengerichten. Dort kann man die emanzipierten Frauen dann sehen. Frauen wollen Kinder, Karriere und Kindsunterhalt, nicht mehr und nicht weniger. Doch, solche Entscheidungen kosten nun einmal Geld, das Geld der Frauen die diese Entscheidungen getroffen haben und die Gerichte geben genau diesen Frauen dann auch das Aufenthaltsrecht für das Kind.

      Weiterhin sprechen Sie von einem Gender Care Gap und nehmen hier z. B. die Kindererziehung mit ein. Für mich ist Kindererziehung eine Freude und keine Carearbeit, zum anderen kann ich hier wo ich lebe beobachten dass Männer in der Familie dazu gedrängt werden zu reisen. Ich musste jeden Tag 1,5h und mehr zu meiner Arbeit reisen, die am anderen Ende der Stadt ist. Das ganze weil nun mal die Jobs nicht vom Himmel fallen und zweitens meine Exfrau nicht umziehen wollte und drittens sie meinte für die Erziehung der Kinder zuständig zu sein. Trotzdem kam sie mit der Utopischen Forderung einer Gleichverteilung der Hausarbeit…

      Als ich dann einmal gerechnet habe, hatte ich mehr Zeit mit der Erziehung unseres Sohnes verbracht wie sie, trotzdem erhielt Sie das Recht auf Unterhalt und Erziehung unseres Kindes (also gibt es neben dem GenderReiseGap noch das GenderUnterhaltsGap). Wenn ich mich auf der Arbeit so umsehe, scheint es durchaus ein Genderreisegap zu geben, bei dem die Männer dazu gezwungen werden zu reisen, tagtäglich oder einmal wöchentlich (unter anderem auch, weil die Kinder nun einmal in einem besseren Stadtteil zur Schule gehen sollen, nur das dort zwar Parks aber keine Industrie ansässig ist). Welche aktuellen Zahlen haben den Gewerkschaftlerinnen hierzu, also zum GenderReiseGap und zum GenderUnterhaltsGap?

      Falls Sie einmal in Paris über die Peripherie fahren, zählen Sie einfach die Anzahl der Motoradfahrerinnen, evtl. 5%, der Rest sind Männer die das Moto nehmen um die weiten Distanzen schneller (und gefährlicher) zu überbrücken, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Trotz Reisegap habe ich jeden Morgen meinen Sohn in die Kita gebracht. Doch wenn es ein solches Gap gibt, mit dem Risiko der Verspätung, dann holt wer die Kinder abends ab? Wer kann dann keine Überstunden wegen ihnen machen? Wer ist dann mit seinem Job an einen Ort gebunden?

      Was mich an Ihrer Argumentation stört ist das Caregap, denn die Zeit mit den Kindern zu verbringen ist eben auch eine Lebenserfüllung und kann grosse Freude sein! In Frankreich sagt man, sie wollen die Butter und das Geld für die Butter, zu Deutsch Sie wollen alles!

      Interessant wird das Ganze dann vor einem Richter, so gibt es den Fall das eine Tochter zwar ganztätig zur Schule geht, die Mutter aber nur 22h arbeitet. Diese Mutter kann vom Gericht nicht zur Mehrarbeit verpflichtet werden, der Vater kann aber zum Unterhaltsesel, der bereits mit Eigenbehalt lebt, noch dazu verpflichten mehr zu arbeiten (Fiktives Einkommen) und so neben seinem Vollzeitjob noch weiter arbeiten zu gehen… Selbst wenn dies den Umgang mit einer Tochter aus einer anderen Ehe durchkreuzt.
      https://www.fischundfleisch.com/thomas-friedrichs/unterhalt-wichtiger-als-kindeswohl-ein-urteil-vom-olg-koblenz-16876

      Entschuldigung Frau Claudia Berlin, aber zum einen wird eben nicht der gesamte Geldtransfer von Mann Richtung Frau gesehen, aber auch nicht, dass Männer höhere Steuern zahlen aber trotzdem z. B. an den Besuchswochenenden ein Kinderzimmer benötigen dass sie im Gegensatz zur Mutter und zum Arbeitszimmer aber nicht steuerlich gelten machen können. Welche Vorschläge gibt es Seitens der Gewerkschaften zu diesen Problemen? Ich sehe den heutigen Feminismus als Kindergartenveranstaltung an, der nicht bereit oder in der Lage ist Probleme GANZHEITLICH zu betrachten, sondern sich ein „Benachteiligungsfeld“ herausgreift und dann laut schreit DISKRIMINIERUNG ohne das Problem in seiner Gänze zu betrachten.

      Nicht das wir uns falsch verstehen, die Forderung nach Kindergärten und Müttern die arbeiten gehen halte ich für durchaus Wichtig, nur der Ansatz mit Care Arbeit etc. geht so dermaßen an der Realität von Familien vorbei… Und in wie Weit wiederspricht Ihr Konzept dem von der obigen Feministin, die gerne Wahlfreiheit möchte, also auch die Wahlfreiheit sich einen Ernährer zu suchen?

      Antwort

    5. @ Claudia Berlin Dass doppelt so viele Frauen Maschinenbau und Verfahrenstechnik studieren, wird durch zwei weitere Sachverhalte relativiert: Der Anteil von Frauen ist insgesamt sehr gering, so dass eine Verdoppelung nicht viel bewirkt – und die Gesamtzahl von Männern ist auch gestiegen. Hier dazu ein paar Statistiken:
      https://www.uni-due.de/isa/fg_ingenieurwiss/maschinenbau/maschinenbau_mw_frm.htm

      Aber das ist ohnehin nur ein Teil dessen, was sich ändern müsste, wenn die Appelle an die Öffnung von Geschlechterrollen nicht ganz hohl sein sollen. MANNdat hat ja mal ein Gender Budgeting durchgeführt – wobei natürlich klar ist, dass MANNdat nicht unparteiisch ist (es wäre also gut, mal ein solches Gender Budgeting von einer neutralen Institution zu bekommen). Laut den Hochrechnungen dort ist das Steueraufkommen von Männern 3,5mal so hoch wie das von Frauen. In den Krankenkassen liegt der Beitragsanteil der Männer demnach bei 61,1%, der Anteil an der Inanspruchnahme von Leistungen bei 42,7 %. Macht allein in den Krankenkassen laut MANNdat eine jährliche Umverteilung von 28 Milliarden Euro von Männern zu Frauen, bei den Steuern geschätzt von über 40 Milliarden.
      http://manndat.de/wp-content/uploads/2010/04/Analyse_Gender-Budgeting.pdf

      Die Beispiele ließen sich fortsetzen, aber der Sinn wird schon klar, glaube ich: Die Funktion von Männern als finanzielle Versorger ist tief in die staatlichen Institutionen eingelassen und geht weit über die Rollenaufteilung in einer Partnerschaft hinaus.

      In meinen Augen ist der gängige feministische Kernfehler bein Reden über „Geschlechterkonstruktionen“, dass Feministinnen sie allein als Reproduktion von Herrschaftsformen verstehen und nicht einräumen, dass diese Konstruktionen reale Funktionen erfüllen. Als ob sich diese Konstruktionen beliebig ändern ließen, wenn nur der Herrschaftsanspruch wegfiele.

      Und das ist einfach falsch. Wesentlicher Bestantdteil der Konstruktionen von Männlichkeit – im Familiären wie im Politischen – ist die Funktion des Mannes als finanzieller Versorger, als Versorger durch Arbeit: nicht allein für Kinder, sondern auch (und mehr noch) für Frauen. Wer als Frau diese Konstruktion ändern möchte, muss auf Versorgungsansprüche verzichten – und dabei geht es nicht um „Herrschaftsansprüche“ o.ä., sondern um Funktionen, die für das Leben wesentlich sind. Das ist eben (und das zeigen ja auch die Beispiele, die Du anführst) nicht durch guten Willen allein zu gestalten, ohne guten Willen allerdings gar nicht.

      Dazu aber sind Feministinnen in aller Regel nicht bereit, es spielt für sie meist nicht einmal eine Rolle. Gerade das ärgert mich auch an Margrets Text: Sie möchte bitteschön als feministische Frau schon selbst entscheiden, in welche Richtung Männlichkeitskonstruktionen verändert werden können und sollen – und sie führt dabei zwar rosa Kleidung auf, die für die meisten Männer völlig unspektakulär ist, aber sie lässt eben den Punkt völlig aus, der für unsere Konstruktionen von Männlichkeit zentral ist: den des Mannes als Versorger.

      Eben deshalb hat die Vaterbewegung auch einen so hohen Stellenwert in der Männerbewegung. In den enormen Aggressionen gegen Väter wird eben deutlich, wie wichtig und wie zementiert der Versorgungsanspruch an Männer gerade für feministische Frauen ist. Der entsorgte Vater hat als Mitmensch zu verschwinden, er hat als Ex-Partner zu verschwinden, er hat als VATER zu verschwinden – als Finanzier hat er aber gefälligst ganz da zu sein (und wenn nicht, dann droht ihm gar Gefängnis). Es ist eine uneingestandene Koalition aus konservativen Familienpolitikern und Feministinnen, die diese kranken Ansprüche mit allen Mitteln verteidigt und sie durchsetzungsfähig hält.

      Darum geht es mir hier also: Ich erwarte gar nicht, dass alle Frauen plötzlich Maschinenbau studieren oder nur darauf warten, Väter zu finanzieren, die daheim bleiben wollen. Das wäre unrealistisch (auch wenn es natürlich fair wäre, das zur Abwechslung mal so zu gestalten). Es wäre aber wichtig, endlich Diskussionen über Geschlechter fairer und sachlicher zu führen, anstatt nur mit Slogans. Dazu würde gehören, dass Feministinnen einräumen, dass sie tatsächlich an einer „Öffnung“ der Geschlechterrollen deutlich weniger interessiert sind als an einer Zementierung männlicher Versorgerfunktionen.

      Antwort

    6. „Dass sich in der Berufswahl bei Frauen nichts verändere, ist eine selektive Wahrnehmung. “
      Das Beispiel ist unsinnig – natürlich hat man, wenn statt einer zwei Frauen Maschinenbau studieren hat man einen Zuwachs von hundert Prozent – aber praktisch ändert sich nichts.

      Bezüglich der Frage der Care-Arbeit verweise ich gern auf die Zeitbudgetstatistik des Destatis. Rechnet mand as nach, so stellt man fest daß bereits vor dem ersten Kind Frauen weniger Erwerbsarbeit als Männer leisten. Und nach dem ersten Kind erst erreichen Frauen in Summer annähernd die Familienarbeit (also Erwerbsarbeit und Familienarbeit) von Männern!

      Und bei Frage der Angehörigenpflege (was ja auch Care-Arbeit ist) geistern absolut irrige Vorstellungen herum: ca 40% (je nachdem wie man zählt) aller pflegenden Angehörigen sind Männer. Daß es nicht mehr sind liegt oft daran, daß Männer in der Familie oft die ältesten Personen waren: Sprich, sie sind bereits tot.

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      1. „Daß es nicht mehr sind liegt oft daran, daß Männer in der Familie oft die ältesten Personen waren: Sprich, sie sind bereits tot.“

        Daran erkennt man doch mal wieder die Perfidie des Patriarchats: Dessen Angehörige sterben sogar, nur um sich der Hausarbeit zu entziehen! 11 Einelf

      2. @Lomi

        Meine Rede.
        Die care-Arbeit in dieser Gesellschaft muss überwiegend durch Frauen (TM) verrichtet werden, weil sich die feigen Männer einfach durch ihren Tod der Pflege entziehen!

        Natürlich könnten manche einwenden, eine Altenpflegerin wird immerhin dafür entlohnt, diese Pflege zu erbringen.
        Ich bin jedoch dafür, sie ist unterprivilegiert und unterbezahlt gegenüber dem weißen (!!!) Ehemann, der diese Pflege unentgeltlich verrichtet.
        Angesichts der Hautfarbe dieses Mannes kann „Liebe“ einfach kein Argument sein.

        Es wäre viel sinnvoller, wir gäben dieser „care-Arbeit“ einen Wert.
        Insofern natürlich, wenn sie nicht männliche, weiße Ehemänner aus selbstloser Liebe verrichten.
        Also eher Frauen (TM), denen das Patriarchat diktiert, selbstlose, unbezahlte Arbeit aus Liebe zu verrichten, die aber einen Wert hat.

        Ich frage mich jedes Mal, warum mein Vater so mies gelaunt ist, wenn ich ihm die Abschlussrechnung für meinen Besuch in seinem Altersheim überreiche.
        Es liegt vermutlich daran, er ist viel zu alt und patriarchal strukturiert für diese bestechende Logik.

        Wir sollten alle unseren Taxameter anwerfen bei der Frage: „Wie geht es dir?“
        Wenn ich mein allerliebsten Freundin einmal im Monat am Telefon bei ihren Problemen zuhöre ist meine Miete fast gesichert.

        So (!!!) stelle ich mir eine zukünftige menschliche Gesellschaft vor.
        Und der Feminismus liefert diesen Grundriss bzw. den Quittungsblock.

        Gruß, crumar

      3. Um mal eine kleine, eigenhändig erlebte Anekdote zur Senkung der Care-Arbeits-Moral beizusteuern: Ich hatte mal einer Freundin naiv und (aus meiner damaligen Sicht zumindest) ehrlich gesagt, dass im Rückblick die Zeiten, in denen ich allein war, eigentlich glücklicher waren als die Zeiten, in denen ich in einer Beziehung mit einer Frau gelebt hatte. Ihre Reaktion überraschte mich – sie war weder verwirrt, interessiert, geschockt, sondern einfach nur: empört. Als ob so etwas einfach nicht statthaft sei.

        Ich glaube, diese Reaktion ist zumindest in einer Hinsicht recht typisch. Die Rede von der Care-Arbeit, gerade in ihrer Ausweitung hin auf die emotionale Arbeit, die Frauen angeblich beständig leisteten – diese Rede geht mit erstaunlicher Selbstgewissheit davon aus, dass das, was Frauen Männern gegenüber tun, für Männer ganz gewiss gut ist. Und wenn nicht, dann stimmt irgendwas mit den Männern nicht.

        Natürlich ist es oft gut, so wie aber eben auch das, was Männer gegenüber Frauen tun, oft gut ist. Aber damit entfällt der Grund, nach einer Bezahlung zu verlangen – oder man müsste eben beständig Geld hin- und herschieben, um sich beständig gegenseitig zu bezahlen.

        Die Vorstellung, Frauen würden wertvolle emotionale Arbeit an Männern leisten, basiert also vor allem auf einem: Auf der Vorstellung, von den Männern ihrerseits käme eigentlich kaum etwas, was an sich schon für Frauen gut sei. Dass Männer beständig mit ihrem Saldo im Minus seien, könnten sie nur mit Geld ausgleichen…

        Insofern hat die Rede von der Care-Arbeit der Frauen etwas durchaus Verachtungsvolles.

      4. Der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann hat in einem seiner Bücher beschrieben, wie Frauen in der Partnerschaft teilweise selbst die traditionelle Frauenrolle wählen. Das geschieht z.B. dadurch, dass sie ihre Maßstäbe der Haushaltsführung durchsetzen, indem sie versuchen sie zu erfüllen und von sich aus etwa die herumliegenden Socken ihres Mannes wegräumen. Im Grunde setzen sie damit Standards, an denen sie dann den Beitrag des Mannes zur Hausarbeit messen.

        Das hat meinen entsprechenden Eindruck bestätigt. Die Klage über die unterschiedlichen Anteile an der Hausarbeit müsste also zurückgeführt werden auf die jeweiligen Maßstäbe von Mann und Frau. Sonst läuft die Klage bloß darauf hinaus, einen eher weiblichen Haushaltsstandard unzulässig zu verallgemeinern.

        Ich schätze, die Care-Anekdote kann man ähnlich einordnen: Auch hier urteilen die Frauen offenbar allein auf Basis ihrer eigenen Vorstellungen, was gut sei und was emotionale Arbeit sei und warum sie nötig sei. Ein Abgleich mit den Erwartungen und Maßstäben des Mannes würde hier sicherlich helfen.

        Kulturell haben wir aber ein Klima, dass weibliche Maßstäbe unterstützt und männliche Vorstellungen als defizitär einstuft.

      5. @Lomi Ich weiss eigentlich nicht, was es den Staat und die Politik angeht, wie die Geschlechter ihren Haushalt führen. Es ist ja keine Frau gezwungen, mit einem Mann zusammenzuleben, wenn ihr die Hausarbeitsaufteilung nicht passt. Prinzipiell gilt dies auch für die Kinderbetreuung sowie für die Altenpflege. Der Staat kommt er dann zum Zuge, wenn bei den Kindern oder den alten Menschen Verwahrlosung drohen würde, aber der Rest ist m.E. nicht die Aufgabe der Politik oder des Staates, sich hier einzumischen.

      6. @Mark

        “ Ich weiss eigentlich nicht, was es den Staat und die Politik angeht, wie die Geschlechter ihren Haushalt führen.“

        Ich weiß das auch nicht. Es ist in gewisser Hinsicht kein echtes politisches Problem, weil es keine Frage der Gesetzgebung ist.

      7. @Lucas @Lomi

        „Die Rede von der Care-Arbeit, gerade in ihrer Ausweitung hin auf die emotionale Arbeit, die Frauen angeblich beständig leisteten – diese Rede geht mit erstaunlicher Selbstgewissheit davon aus, dass das, was Frauen Männern gegenüber tun, für Männer ganz gewiss gut ist. Und wenn nicht, dann stimmt irgendwas mit den Männern nicht.“

        Es ist genau das, nämlich die Konstruktion, der Mann an sich bedürfe der fürsorglichen Pflege, besser Aufsicht der Frau.
        Und erst diese und ihr Einfluss bringe ihn auf zivilisatorische Höhen – mit der, dieser Job-Beschreibung wird es aber erst zu einem Job.

        Unter der Voraussetzung, diese Aufsicht und die Durchsetzung, die Lomi hier so beschreibt: „ihre Maßstäbe der Haushaltsführung durch(zu)setzen, indem sie versuchen sie zu erfüllen und von sich aus etwa die herumliegenden Socken ihres Mannes wegräumen. Im Grunde setzen sie damit Standards, an denen sie dann den Beitrag des Mannes zur Hausarbeit messen.“

        Ergäbe den Sinn, den Maßstab für die Hausarbeit zu setzen, an denen sich der Beitrag des Mannes am Anteil an der Hausarbeit zu messen hätte.
        In diesem Fall kann der Anteil der notwendigen Arbeit im Haushalt beliebig redefiniert, also ausgedehnt werden.
        D.h. das Äquivalent von Haus- zur Erwerbsarbeit zu bestimmen ist damit Frauensache.

        Hier wäre es spannend zu fragen, wie sich Single-Frauen in Sachen Hausarbeit verhalten und Frauen ohne Kinder in einer Beziehung.
        Daraufhin müssten wir m.E. den „gender time gap“ untersuchen.
        Denn auffällig ist, Frauen reduzieren in einer Beziehung auf Teilzeit lange bevor das erste Kind kommt.
        Du sagst, Lomi, auffällig sei „wie Frauen in der Partnerschaft teilweise selbst die traditionelle Frauenrolle wählen“ und eben nicht hineingezwungen werden.
        Wo sind die benefits?

        Lucas: „Insofern hat die Rede von der Care-Arbeit der Frauen etwas durchaus Verachtungsvolles.“
        Durchaus ist die Untertreibung des Jahres.
        Dieser Feminismus ruiniert wirklich ALLES.
        Auch meinen sehr geschätzten Marxismus – die haben keinerlei Hemmungen jedwede Theorie zu verhunzen.

        Aus einer Schrift der „Rosa Luxemburg Stiftung“, New York Office „Who cares?“ von Nancy Folbre, steht bereits auf S.4, Fußnote 4 alles, worum es eigentlich geht: „Writing about motherhood, a prototypical form of care, (…)“ und wir können uns entspannt zurücklehnen.

        Weil wenn „motherhood“ exklusiv weiblich ist, brauchen wir für Emanzipation auch keinen zweiten Gedanken zu verwenden.

        Aber wir sollten das Einfallstor begutachten, in dem konservatives Gedankengut zurückwirkt auf den „linken“ Feminismus: „results of the weakened patriarchal social family contract lead to increased risks of poverty among mothers and children (Nota bene: Vätern natürlich nicht). The prospect of fertility decilining below replacement levels creates political pressure to provide more direct public support for parental commitments.“

        D.h. der gesamte Nutzen der „fertility rate“ – sie argumentiert biopolitisch – ist ihr eigener Hebel, diese „care-Logik* durchzusetzen.
        Und der ist bestechend: ich, Frau deklariere für meine Taten einen völlig voraussetzungslosen Wert und den musst du, Mann, Steuerzahler bezahlen.

        Das ist so grotesk, darauf muss man/frau erst einmal kommen
        Als wäre dieses weibliche Handeln ohne männliche Alimentierung vorstellbar.

        Schönen Gruß, crumar

    7. @ Claudia,
      a) Studium starten ist nicht Studium beenden.

      b) 16% mehr Frauen
      Bei den Üblchen 44 Männer und 6 Frauen Ingenieursstudiengänge sind 16% dann exakt 1 Frau mehr.

      Antwort

  8. Danke Lucas für die interessante Zusammenfassung, habe bei deinem Text mehrfach schmunzeln müssen, da mir einige der Argumente sehr bekannt vorkommen.

    Antwort

  9. „Und auch “ganz simple” Dinge wie die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden von anderen gesellschaftlichen Gruppierungen, darunter feministischen vorangetrieben und eben gerade nicht von maskulistischen.“
    Bis hierhin und nicht weiter habe ich es geschafft diesen Mist zu lesen… So ein unlogischer Scheissdreck. Aber bei aller Liebe kann man das nicht anders nennen, denn so einen Schmarrn habe ich noch nie gelesen.

    Die Männerrechtsbewegung speisst sich aus der was, liebe Feministinnen? Genau, der Väterrechtsbewegung, hier unter anderem dem VAfK. Diese fordern eine Gleiche Beteiligung an der Carearbeit, die wollen das Wechselmodell, die wollen das, die möchten das und die sind sowas von erpicht darauf genau diese Arbeit zu machen, das die dafür nicht mal Unterhalt wollen.
    http://www.vaeteraufbruch.de/index.php?id=startseite (scan 07/03/16 11:30)
    Dort : Am „Equal Care Day“ auch die Väter fördern
    und Trennungskinder können auch zwei zu Hause haben
    Und nochmals „Zu Hause bei Mama, zu Hause bei Papa“

    Also allein auf der Hauptseite des VAfK hätte man sofort sehen können wie dumm obige Aussage ist.

    Und warum wollen die das? Damit Mama endlich Arbeit und Baby unter einen Hut kriegt und Papa die Kidis mehr sieht etc. Wo ist denn hier der Anschluss unserer weiblich/feministischen Wellnesstruppe die da schreit, nun gebt den Männern doch endlich die Dreckscarearbeit?

    Und nun mal was ganz schlimmes liebe Fems, wir (ein Franz. Verein) haben auch schon mal zwei Schwule unterstütz, die mit zwei Lesben ein Kind gezeugt hatten (also ein Schwuler und eine Lesbe). Uns ist es schnurze wer, was oder wie diese Menschen ihre Männlichkeit leben, uns interessiert wie sie ihre Elternschaft leben können. Doch auch hier, Unterstützung von Fems? Nein, wozu?

    Feminismus ist wenn man kaum Ahnung hat aber sich als Expertin hinstellt… 🙂

    Antwort

  10. Die Gretchenfrage lautet: Weshalb sollen sich Männerrechtler für nicht-konforme Männer einsetzen?

    Vielleicht können Männerrechtler diese Frage mal beantworten.

    Ansonsten:

    Margret schränkt den Begriff ’nicht-konforme Männer‘ auf ganz bestimmte Stereotypen ein – und zwar exakt auf jene Stereotypen, die derzeit politisch en vogue sind und deswegen medial gefeiert werden.

    Der Mgtow scheint dieser erlauchten Truppe von feminismuskonformen Nonkonformisten hingegen ebenso wenig anzugehören wie der Antifeminist, der Pegidist oder meinetwegen der Unterhaltspreller und viele andere Individuen, die sich nicht den vorherrschenden Dogmen unterwerfen wollen.

    Wie auch immer. Als staatskritischer Liberaler bin ich explizit kein Männerrechtler, weshalb mich die Margretchenfrage auch nicht betrifft. Mögen die Männerrechtler und Feministen das unter sich ausmachen…

    Antwort

    1. @ Maesi „Die Gretchenfrage lautet: Weshalb sollen sich Männerrechtler für nicht-konforme Männer einsetzen? Vielleicht können Männerrechtler diese Frage mal beantworten.“ Grundsätzlich finde ich das richtig. Sich für Männer einzusetzen, die nicht konform sind, würde ggfs. für alle Männer bedeuten, dass sich ihre Möglichkeiten vergrößern. Wenn die Erwartungen, sich auf eine bestimmte Weise verhalten zu müssen, geringer werden, dann vergrößern sich die Handlungsoptionen.

      Allerdings hat das mindestens zwei erhebliche Seltsamkeiten. Warum sollen sich Männer für nicht-konforme Männer einsetzen? Warum reicht es nicht, sich allgemein dafür stark machen, dass der Konformitätsdruck geringer wird? Es ist widersprüchlich, einerseits zu verkünden, dass Menschen vom Konformitätsdruck der Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen befreit werden sollen – und zugleich darauf zu bestehen, dass die Zuständigkeiten dafür bitteschön immer genau bei eben diesen Gruppen liegen soll.

      Außerdem geht es Feministinnen nicht einfach um die Befreiung von Konformitätsdruck – Deine Beispiele zeigen ja, dass bestimmte Konformitäten auf jeden Fall einzuhalten sind. Ist ja auch verständlich – Normen und Normalitätserwartungen haben nun einmal ab und zu auch einen Sinn.

      Was bei feministischen Appellen im Mittelpunkt steht, ich nach meinem Endruck nicht etwa der Einsatz für Außenseiter, sondern das Ressentiment gegen die herkömmliche, nicht-schwule, nicht-transidente Männlichkeit. Und an solchen Ressentiments sollte sich natürlich überhaupt niemand beteiligen, ob nun Männerrechtler oder nicht.

      Antwort

      1. Du hast Teile der Problematik dieses Einsatzes für nicht-konforme Männer ja selbst schon erkannt, Lucas. Es reicht ja eigentlich aus, den Konformitätsdruck zu verringern. Aber wer hält denn nun den Konformitätsdruck überhaupt hoch?

        Früher war es die Gesellschaft insgesamt, wobei der Konformitätsdruck v.a. über das konkrete Miteinander, das Zusammenleben von Individuen und über die elterliche Erziehung ausgeübt wurde. Es gab gesellschaftliche Konventionen, aber diese waren weder kodifiziert noch für alle Zeit unveränderlich; und die einzige Sanktionsmöglichkeit gegenüber Abweichlern war soziale Ausgrenzung, welche wiederum nur funktionierte, wenn die grosse Masse dabei mitmachte. Wir hatten somit eine Selbstorganisation der Gesellschaft, und jeder konnte Einfluss auf deren Weiterentwicklung nehmen.

        Heute ist es anders. Konformitätsdruck wird je länger, je mehr über gesetzliche Regelungen, mediale Proklamationen und schriftlich niedergelegte Verhaltensregeln (etwa in Personalreglements im Rahmen von Anstellungsverträgen) ausgeübt. Typisches Beispiel dafür ist die Political Correctness. Ohne umtriebige politische Drahtzieher und willfährige Medien wäre diese nicht zu halten. Die demokratische Selbstorganisation wurde ersetzt durch eine kleine politisch-mediale Elite, welche darüber entscheidet, was gesellschaftlich akzeptiert zu sein hat oder nicht und nicht selten diese Entscheidungen kodifiziert.

        Über die Motive der überwältigenden Mehrheit der Feministen sind wir uns wohl einig. Sie ist getrieben von deren Eigeninteresse, was ja durchaus legitim ist. Ebenso legitim ist es, wenn Männer den Feministen sagen, dass sie sich viele ihrer Forderungen gegenüber Männern sonst wohin stecken können. Gewissen Männern (etwa vom Bundesforum Männer) bleibt es ja unbenommen, aus freien Stücken nach der Pfeife der Feministen oder des Staates zu tanzen; das ist deren eigene individuell getroffene Entscheidung – aber es ist halt nicht die Entscheidung vieler anderer Männer.

        Wie bekommen wir nun den Konformitätsdruck gegenüber Männern herunter? Die Antwort ist verblüffend einfach: durch eine Ausweitung der Freiheit.
        Mehr Freiheit bedeutet, dass das Individuum selbst über wesentliche Aspekte seines Lebens entscheidet; das nennt man übrigens auch Emanzipation. Nur so bekommt man alle unterschiedlichen Männer mit ihren jeweiligen teilweise stark voneinander abweichenden Lebenskonzepten unter einen Hut.

        Mehr Freiheit bedeutet aber gleichzeitig eine Einschränkung der (staatlichen) Verrechtlichung und damit auch der Gleichberechtigung. Denn nur dort, wo bereits ganze Lebensbereiche verrechtlicht (also dem Gesetzgeber unterworfen) wurden und die Ordnungsmacht einem monopolistischen Regulator zugewiesen wurde, kann dieser eine Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung erzwingen. In allen Bereichen, wo Freiheit herrscht, kann er das nicht. Freiheit ist also ein Antagonismus zu (Gleich-)Berechtigung(Verpflichtung. Aus genau diesem Grund stehe ich der Männerrechtsbewegung kritisch gegenüber. Egal, ob die Männerrechtler das wollen oder nicht; sie stehen unweigerlich für eine Ausweitung der staatlichen Regulation, ansonsten wären sie nämlich gar keine Männerrechtler.

        Für mich hat der Staat in viel zu vielen Bereichen seine Pfoten drin. Er gehört zurückgebunden auf seine Kernaufgaben. Als Liberaler habe ich auch ganz konkrete Vorstellungen davon, was diese Kernaufgaben sind. Erziehung und Gleichschaltung der Untertanen im Sinne von politisch fabrizierten Rollenmodellen gehören definitiv nicht dazu. Wer das unbedingt will, soll eine Sekte gründen, in der solch weitgehende Einmischungen in das Privatleben der Sektenmitglieder akzeptiert sind; wer die Schnauze voll davon hat, kann dann jederzeit wieder aus der Sekte austreten. Dass der Staat selbst zu einer solchen Sekte wird, ist allerdings mit der freiheitlichen Grundordnung nicht vereinbar.

        Ob und inwieweit die Individuen das weite Gefäss der Freiheit mit engeren Regeln einschränken wollen, ist Gegenstand von Verhandlungen und eventuell von verbindlichen Verträgen zwischen Individuen. Die Vertragsfreiheit ist eine der Schlüsselfreiheiten des Liberalismus. Wer beispielsweise welche Aufgaben in einer Ehe übernehmen soll und will, ist Sache der Ehegatten. Der Staat hat hierzu überhaupt nichts zu sagen; er hat auch keine Empfehlungen abzugeben oder gar Subventionen zugunsten präferierter Rollenmodelle zu zahlen. Nur so kann man verhindern, dass der freiheitliche Staat zur Beute von irgendwelchen Ideologen und von diesen in einen gängelnden Nannystaat umgewandelt wird.

        Um nochmals auf die Gretchenfrage zurückzukommen: Ich glaube nicht, dass es dafür eine allgemeingültige Antwort gibt. Vielmehr sollen Individuen selbst entscheiden, ob und für welche nicht-konforme Männer sie sich einsetzen. Die Gründe, warum sie das tun (oder nicht tun) sind wohl recht unterschiedlich.

      2. @Maesi

        „Konformitätsdruck wird je länger, je mehr über gesetzliche Regelungen, mediale Proklamationen und schriftlich niedergelegte Verhaltensregeln (etwa in Personalreglements im Rahmen von Anstellungsverträgen) ausgeübt. Typisches Beispiel dafür ist die Political Correctness. Ohne umtriebige politische Drahtzieher und willfährige Medien wäre diese nicht zu halten. Die demokratische Selbstorganisation wurde ersetzt durch eine kleine politisch-mediale Elite, welche darüber entscheidet, was gesellschaftlich akzeptiert zu sein hat oder nicht und nicht selten diese Entscheidungen kodifiziert“

        Ich kann Dir da nicht ganz zustimmen.

        1) Konformitätsdruck kommt aus unterschiedlichen Richtungen. Als Hauptstädter würde ich auf dem ersten Blick natürlich sagen, dass es ganz wesentlich der Staat ist, der hier normierend wirkt. Aber wenn ich zurückblicke auf meine provinzielle Herkunft, dann sind es in den ländlichen Gebieten eben schon hartnäckige Traditionen und althergebrachte Vorstellungen, wie man zu leben hat, die Konformitätsdruck erzeugen. Wenn das noch religiös durchsetzt ist, wird es ziemlich anstrengend. Nicht von ungefähr fühlen sich z.B. Schwule in der liberalen Millionenstadt freier als in der Kleinstadt in der Provinz.

        2) Der Arm der politisch-medialen Elite reicht nicht unbegrenzt weit. Der Staat macht eigentlich nur im Öffentlichen Dienst dezidiert Vorschriften hinsichtlich der PC. Das betrifft z.B. Universitäten. Vielleicht auch Schulen. Aber sonst? Zugegeben, mit dem Antidiskriminierungsgesetz versucht der Staat, gesamtgesellschaftlich einzugreifen, mit Frauenquoten auch. Aber letztlich gibt es weite Bereiche, wo es auf PC nicht ankommt und wo PC auch nicht durchgesetzt wird. Selbst an einer Universität, wenn ich mal eigene Erfahrungen bemühe, hat man eher am Rande mit PC zu tun.

        3) Medien: Den Medien, die sich um PC bemühen, stehen andererseits Konkurrenzmedien gegenüber, die jegliche PC ablehnen, z.B. „BILD“ oder „B.Z.“ und ähnliches. Gut, das ist keine echte Alternative. Aber angesichts der Millionenauflagen dieser Blätter darf man davon ausgehen, dass die PC-affinen Medien kein Monopol haben. Bekanntlich ist BILD durchaus bedeutsam für die Meinungsbildung im Lande. Ich bin dagegen, hier eine monokratische Herrschaft zu illusionieren, die so nicht existiert.

        4) Es gibt auch so etwas wie konservative PC: christliche Werte, Familie als Keimzelle der Gesellschaft, die gute alte Zeit und vieles mehr, was dort hochgehalten und mit gleicher Vehemenz und Intoleranz vertreten wird, gehören letztlich zum selben Phänomen. „Linksliberale“ PC ist schlicht eine Ideologie und die steht in Konkurrenz zu anderen Ideologien, die es gleichwohl gibt und die gleichwohl auch kein Minderheitendasein führen. In diesem Sinne gehören auch viele neoliberale Floskeln zu einer Art PC. Warum ist diese Gleichsetzung möglich? Einfach, weil Kritik daran oft als Verletzung des Heiligen, als pathologisch begründet oder als moralisch verwerflich abgeurteilt wird. Bzw. genau dann, wenn das passiert, wird es zu einer Form des PC. Angesichts von staatlich subventionierter Genderei verstehe ich natürlich, warum man sich lieber der linksliberalen PC zuwendet. Aber ich denke da ein bisschen in die Zukunft mit der Frage: Durch was wird das ersetzt, wenn der Gendertrend einst gebrochen ist?

        Ansonsten gilt, was Schoppe schrieb:
        „Was bei feministischen Appellen im Mittelpunkt steht, ich nach meinem Endruck nicht etwa der Einsatz für Außenseiter, sondern das Ressentiment gegen die herkömmliche, nicht-schwule, nicht-transidente Männlichkeit.“

        Daraus folgt meiner Meinung nach, dass besagte Dame mit ihrer Kritik am Maskuslismus letztlich dem Maskulismus bloß die feministische Agenda aufschwatzen möchte.

  11. @Lomi

    1) Dass Konformitätsdruck aus unterschiedlichen Richtungen kommt, ist eine Binsenweisheit und habe ich auch nicht bestritten. Jedoch nimmt hier der Staat zunehmend eine gängelnde Rolle ein, und die staatliche Einflussnahme ufert auch immer mehr aus. Das entspricht nicht der Idee einer sogenannt freiheitlich-demokratischen Grundordnung sondern einer freiheitsfeindlich-diktatorischen Grundordnung.

    2) Was den Staat anbelangt, verniedlichst Du dessen Einflussmöglichkeiten gewaltig. Eine der wichtigsten Methoden Konformitätsdruck auf Männer auszuüben unterschlägst Du völlig: nämlich die ganze Justizindustrie in Bezug auf die Scheidungsfolgen. Scheidungsväter werden von Staates wegen auf einen Status als Unterhaltszahler reduziert; selbstverständlich ist das ein sehr starker Konformitätsdruck, der auch mit erheblichen staatlichen Sanktionsmitteln bewehrt ist. Erstaunlich, dass Du diesen offensichtlichen gesellschaftsformenden Einfluss des Staates unterschlägst. Immerhin ist die (Scheidungs-)Väterrechtsbewegung einer der wichtigsten Pfeiler der Männerrechtsbewegung. Der zweiten starken staatlichen Einflussnahme gestehst Du lediglich ein ‚vielleicht auch Schulen‘ zu. Die Schulpflicht gilt in Deutschland absolut und für jedes Kind. Durch eine Ideologisierung der Schulen (wie sie sich momentan in Baden-Württemberg abzeichnet) können sämtliche Kinder während mehrerer Jahre ideologisch indoktriniert werden. Grundgesetzlich ist das dem Staat eigentlich verboten, denn die Schulen haben lediglich einen Bildungsauftrag aber keinen Erziehungsauftrag und schon gar keine Erziehungshoheit; letztere liegt vielmehr gemäss Grundgesetz bei den Eltern. Aber dass der Staat das Grundgesetz bricht ist ja nichts neues.

    3) Interessant, dass Du Dich so auf die PC konzentrierst. Diese habe ich lediglich als ein konkretes Beispiel staatlicher Einflussnahme aufgeführt. Selbstverständlich ist auch die BILD der PC unterworfen, wenn auch weniger stark als etwa die SZ oder gar die TAZ. Auch die BILD würde nicht von ‚Negern‘ schreiben, wenn sie dunkelhäutige Menschen meint. Von einer monokratischen Herrschaft der Medien habe nicht ich illusioniert, sondern Du unterstellst mir solche Illusionen; Du bekämpfst hier Deine eigenen Phantasien über mich anstatt meine Argumente. Was ich in den Massenmedien aber feststelle, ist, dass gewisse Themen medial zunehmend nicht mehr wirklich kontrovers diskutiert sondern nur noch aus einer einzigen Perspektive betrachtet werden; abweichlerische Perspektiven werden diffamiert. Die Diskussionen um die AfD während der letzten Wochen war recht aufschlussreich. Eine sachliche Auseinandersetzung findet nur noch in Nischenmedien statt; ähnliches ist über Pegida, Donald Trump, Victor Orban, gewisse feministische Mythen (Gender-Pay-Gap, Häusliche Gewalt etc.) oder auch die Migrationsproblematik insgesamt und viele andere Themen zu sagen. Wir begegnen hier zunehmend einer bestimmten medialen Einheitsmeinung, die aber nicht etwa sachlich begründet ist sondern lediglich emotional vorgetragen wird. Es wird an die Affekte der Leser appelliert anstatt an deren Vernunft.

    4) Es dürfte Dir relativ schwer fallen ein gesellschaftlich relevantes Medium (Zeitung oder Rundfunk) zu finden, das sogenannt christliche Werte vertritt. Wie fies beispielsweise Frau Eva Herman, welche traditionelle Familienwerte propagiert, von den Medien in die Pfanne gehauen wurde, war ja recht interessant. Bestrafe einen und erziehe Tausende; dieses Exempel wurde an Frau Herman mustergültig statuiert. Desweiteren: was sind eigentlich ’neoliberale Floskeln‘? Bitte um eine Erklärung, was Du darunter verstehst. Der Liberalismus (auch in Form des Neoliberalismus) ist in Deutschland weitgehend inexistent. Du baust hier Popanze auf. Ebensowenig verstehe ich Deine Frage, was da wodurch ersetzt werden soll, wenn der Gendertrend einst gebrochen sei.

    Den Kern meines Postings hast Du aber offensichtlich nicht verstanden (oder ignoriert?). Nämlich, dass der Staat zunehmend die Bürger bevormundet, ihnen bestimmte Gesinnungen anerziehen und sie gängeln will. Vor unser aller Augen entsteht ein autoritärer Staat, der immer mehr Bereiche seiner Regelungshoheit unterwirft. Und diese Tendenz zum Totalitarismus hin, werter Lomi, ist wirklich beunruhigend.

    Eine Väterrechtsbewegung, die diesem Staat noch weitere Kompetenzen zuschanzen und dadurch gleichzeitig die eigene Freiheit reduzieren will, um im Gegenzug ein paar windige Väterrechte zu erhaschen, unterstützt diese totalitäre Tendenz. Deswegen stehe ich einer solchen Väterrechtsbewegung sehr kritisch gegenüber. Nicht irgendwelche Rechte von irgendwem sollten ausgebaut werden sondern die Freiheit des Individuums, während der Staat auf seine Kernkompetenzen zu reduzieren ist. Das ist mein (liberales) Gegenkonzept.

    Antwort

    1. Zwei kurze Entgegnungen:

      1) Ja, ich sehe auch, dass der Staat dazu tendiert, die Bürger zu gängeln. Er tut das auch dadurch, dass er versucht, seine Bürger zu „erziehen“. Durch die Anhebung von Zigarettenpreisen, dem Rauchverbot und durch Kampagnen versucht der Staat beispielsweise, das Verhalten seiner Bürger zu beeinflussen und dies mit offen zugestandener pädagogischer Absicht. Die Tabakgeschichte ist dafür auch nur ein Beispiel von vielen. Ich halte diesen Trend auch für sehr bedenklich, selbst dann, wenn man dem Staat noch eine eher beschränkte Macht zuerkennt.

      2) Deine Kritik an politischen Bewegungen, die am Ende durch mehr Rechte letztlich dem Staat mehr Kompetenzen zuschanzen, teile ich ebenfalls. Auch das ist ein grundsätzliches Problem. Im Grunde müsste man immer versuchen, die meisten Probleme ohne gesetzliche Intervention zu lösen. Vieles, was an neuen Rechten im Gesetz verankert wird, erzeugt Bürokratie und neue Zuständigkeiten des Staates. Der Kompetenzgewinn des Staates kann schnell den persönlichen Rechtegewinn übersteigen.

      Will sagen: Unser Dissenz ist weniger groß als er erscheint.

      Antwort

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