Gewalt

Aufschrei und Gewalt

Bild zeigt Plakat mit Schrei von Munch
geschrieben von: Lucas Schoppe

Im Text über Anne Wizorek habe ich einen kurzen Nachtrag zu Shit-Storms im Zusammenhang mit dem #Aufschrei angekündigt. Nun aber passt eine aktuelle Geschichte so gut in den Zusammenhang, dass ich mit ihr beginne.

Unter dem Hashtag #TeamGinaLisa, dem Wizorek sich hier demonstrativ anschließt, wird Gina-Lisa Lohfink in einer Gerichtsverhandlung unterstützt – sie muss sich mit dem Vorwurf der Falschbeschuldigung auseinandersetzen. Wizorek  setzt diesen Fall in ihrem verlinkten Text sogleich mit allgemeinen Statistiken in einen Zusammenhang.

„In Deutschland ist jede 3. Frau von sexualisierter und/oder körperlicher Gewalt betroffen.“  

Damit bezieht sie sich auf eine EU-Studie aus dem Jahr 2014. Dass sich die Zahl nicht auf Frauen in Deutschland, sondern auf Frauen in Europa allgemein bezieht, ist ein geringes Problem.

Deutlich gravierender ist es schon, dass bei den Befragungen der Studie – was Wizorek natürlich nicht ausweist – eine enorme Spannbreite von Handlungen als „Gewalt“ gewertet wurde: vom Schubsen oder Stoßen bis hin zum Angriff mit einer Schusswaffe.  Nach diesen Kriterien ist es verwunderlich, dass nicht jede oder fast Frau irgendwann einmal zum Opfer von Gewalt wurde – so wie vermutlich auch jeder oder fast jeder Mann angegeben hätte, zum Opfer von Gewalt geworden zu sein. Männer aber wurden in der Studie überhaupt nicht gefragt.

meme

Das Muster, dass sich auch im #aufschrei ausbildet, findet sich hier schon in einer EU-Studie: Der Eindruck einer weit verbreiteten, spezifisch frauenfeindlichen Gewalt wird durch zwei simple Entscheidungen begünstigt. Einerseits werden ganz unterschiedliche und unterschiedlich schwerwiegende Handlungen gleichermaßen als Gewalt gewertet, so dass die Zahl der Gewalthandlungen schließlich sehr hoch angesetzt werden kann. Andererseits werden Männer schlicht nicht nach ihren Erfahrungen gefragt – so dass der Eindruck entsteht, die Erfahrung der Gewalt sei ein spezifisches Problem von Frauen.

Ein wesentliches Problem dieses Umgangs mit Gewalt aber ist, dass er Gewalt nicht verhindert, sondern begünstigt.

 

Warum die Wahrheitssuche vor Gericht ein Akt der Gewalt ist

„Im Jahr 2012 kam es lediglich bei 8,4 Prozent von allen angezeigten Vergewaltigungen zu einer Verurteilung. Wobei 85 bis 95 Prozent aller Menschen, die vergewaltigt wurden, erst gar keine Anzeige erstatten.“

So Wizorek weiter in ihrem Text. Wenn aber Angeklagte nicht verurteilt wurden, oder wenn die Beschuldigungen gegen sie überhaupt nicht erst zu einer Anklage führten – dann ist den Beschuldigten offensichtlich eine Vergewaltigung nicht nachgewiesen worden. Wizorek hingegen zweifelt nicht daran, dass eine Frau tatsächlich vergewaltigt wurde, wenn sie Anzeige erstattet hat – und erweckt den Eindruck einer allgemein frauenfeindlichen, gewaltfördenden Justiz, die nicht einmal bei einem Zehntel der angezeigten Vergewaltigungen zu einer Verurteilung bereit sei.

„Das Vorgehen der Richterin und Staatsanwältin im Fall Gina-Lisa Lohfink zeigt, wie tief verwurzelt Vergewaltigungsmythen eben auch im Justizsystem selber sind.“

Die Angabe schließlich, dass die reale Zahl ohnehin bis zu zwanzig Mal höher sei als die Zahl der Anzeigen, ist offenbar eine Dunkelzifferschätzung, bei der Wizorek nicht einmal den Versuch macht, sie zu begründen.

Der Artikel endet mit einem faktischen Aufruf, Druck auf die als korrupt und frauenfeindlich präsentierte Justiz auszuüben:

„Wie wäre es denn, wenn Menschen aller Geschlechter am 27. Juni beim Amtsgericht auftauchen und einfach ihre Solidarität zeigen würden? Laut, leise, sichtbar?“

Nicht nur Justiz, auch Medien sieht Wizorek auf der Seite der Vergewaltiger – und dies, obwohl Stern, taz oder die EditionF offen für Lohfink Partei ergreifen, das Missy Magazin sie sogar zu seiner „Heldin“ kürt, jeweils ohne Näheres über ihren Fall zu wissen.

Der Spiegel immerhin schreibt darüber, wie sehr die harte öffentliche Kritik der verantwortlichen Staatsanwältin – die tatsächlich keineswegs für Milde gegenüber Sexualtätern bekannt sei – zusetze. (Bei Genderama, Punkt 2)

Dass diese Staatsanwältin gute Gründe für ihre Entscheidung haben könnte, die nichts mit einer Vergewaltigungskultur zu tun haben, wird von Wizorek und anderen nicht einmal erwogen. Dabei entsteht offenbar – so wiederum Der Spiegel – anhand der über die fragliche Situation verfügbaren Videos der deutliche Eindruck, dass Lohfink keineswegs von K.O.-Tropfen betäubt gewesen sei, wie sie das selbst angibt. Ihr immer wieder zitierter Ruf „Hör auf“ hingegen habe sich offenkundig auf das Filmen der sexualisierten Situation mit der Kamera bezogen, nicht auf die Annäherung selbst.

Wenn tatsächlich die Auswertung des Materials in dieser Weise die Behauptung einer Vergewaltigung entkräftet, schmälert das den Spielraum für eine Anklage erheblich, und der Fall ist dann denkbar ungeeignet, um ihn zum Beleg einer Vergewaltigungskultur zu machen.

Worauf aber begründet sich der Strafbefehl wegen falscher Verdächtigung?

 

Eine Ministerin macht aus einem Vergewaltigungsprozess ein sportliches Ereignis

„Man kann nicht einfach rumlaufen und jedem, der es nicht hören will, verklickern, dass man von dem oder jenem vergewaltigt wurde, ohne dass man es beweisen kann“,

schreibt aranxo bei Geschlechterallerlei. Das stimmt so allerdings nicht. Es ist sehr wichtig, dass eine Frau, die vergewaltigt wurde, den Fall auch zur Anzeige bringt – es ist aber nicht ihre Aufgabe, die Vergewaltigung zu beweisen. Das ist die Arbeit der Ermittlungsbehörden und der Staatsanwaltschaft.  Wäre es anders, dann wäre die Befürchtung der Verteidiger Lohfinks völlig gerechtfertigt, dass das Verfahren gegen sie Frauen von einer Anzeige abschreckt.

Der Bericht im Spiegel suggeriert allerdings, ohne es deutlich zu benennen, dass Lohfink den Vergewaltigungsvorwurf benutzt hat, um einen anderen Zweck zu erreichen: Erst dadurch nämlich sei die Polizei zu einer Beschlagnahmung der Videos bewegt worden, deren Veröffentlichung Lohfink dringlich verhindern wollte. Stimmt das, dann ist der Vorwurf der falschen Verdächtigung richtig.

Solche Details aber interessieren Wizorek nicht, und dasselbe gilt für eine Bundesministerin: Familienministerin Schwesig „schlägt sich auf die Seite von #TeamGinaLisa“.

Mit dieser Bezeichnung als „Team“ aber wird eine ungeheuer ernsthafte Situation ins Spielerische und Sportive gezogen. Das ist absurd unangemessen. In jedem Fall geht es hier schließlich um die Anwendung massiver Gewalt: wenn Lohfink tatsächlich vergewaltigt wurde, aber auch, wenn die von ihr beschuldigten Männer verurteilt und für mehrere Jahre eingesperrt worden wären.

Dass solch eine solche Ausübung von Staatsgewalt in einem Rechtsstaat legitimiert werden muss – dass dem Angeklagten seine Schuld bewiesen werden muss und sie nicht einfach vorausgesetzt werden kann: Das spielt für das Team Gina Lisa an keiner Stelle eine Rolle. Für sie ist nicht die Frage wichtig, ob und wie staatliche Gewalt eingehegt werden kann, damit sie nicht total und totalitär wird – sondern die Frage, wo die staatliche Gewalt lückenhaft ausgeübt wird, eine „Schutzlücke“ offen lässt. Kritik an staatlicher Gewalt wird vom Team nur in dem Sinne geübt, dass diese Gewalt nicht umfassender exekutiert wird.

Da es hier aber um Gewalt staatlicher Institutionen gegen Einzelne geht, ist es ein erhebliches Problem, dass über Aktivistinnen, Medien und aus der Politik erheblicher Druck auf Staatsanwaltschaft und Gericht ausgeübt wird, zu politisch genehmen Urteilen zu gelangen. Dass sich sogar die Bundesministerin Schwesig offen in das Verfahren einschaltet, ist – so Thomas Fischer in der Zeit  – wohl eine

„schwer erträgliche Missachtung der Gewaltenteilung, eine Verhöhnung der Gerechtigkeit und mindestens ein Angriff gegen die Unabhängigkeit der Justiz“,

aber eben noch mehr als das.

Als Ministerin ist Schwesig der gesamten Bevölkerung gegenüber verantwortlich, sie trägt diese Verantwortung nicht nur für bestimmte Gruppen. Wenn sie nun aber als Ministerin offenen Druck auf die Justiz ausübt, dann schadet das womöglich nicht nur diesem Verfahren, sondern ganz erheblich auch den Menschen, die dort der Vergewaltigung beschuldigt werden und für die Schwesig prinzipiell ebenso verantwortlich ist wie für Lohfink oder Wizorek.

Dass deren Schuld für Wizorek, Schwesig und andere erwiesen scheint, ohne dass sie ihnen nachgewiesen wurde, lässt sich schon mit dem unangemessen verspielt anmutenden Hashtag #TeamGinaLisa erklären. Wesentlich ist hier nicht, was tatsächlich passiert ist, was unabhängig von aller Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen bewiesen und begründet werden kann, in einer gemeinsamen und  allen zugänglichen Wirklichkeit. Wesentlich ist, zu welchem Team jemand gehört.

So zeigen sich auch in diesem Fall wieder die Eigenschaften, die den #aufschrei von Beginn an prägen: Die Aufspaltung der sozialen Wirklichkeit in verschiedene Gruppen und die Ablehnung der so wichtigen Grundüberzeugung, dass es eine allen gemeinsame Wirklichkeit gäbe, zu deren Beurteilung alle gleichermaßen beitragen können.

Es zeigt sich zudem auch hier die starke institutionelle Verknüpfung dieses Aktivismus, seine Verankerung in den Medien bis hin in politische oder andere Spitzenpositionen in öffentlichen Institutionen. Schon vor einigen Jahren, 2013, war deutlich geworden, wie sehr dieses Muster Gewalt fördern kann.

 

Wie der #aufschrei Gewalt eher fördert als aufdeckt

Auf die Geschichte ochdominos habe ich im Text über Wizorek nur kurz angespielt – im Zusammenhang lohnt es sich, noch einmal etwas intensiver auf sie zurückzublicken. Jasna Strick, Mit-Initiatorin des Aufschrei, hatte die Bloggerin ochdomino („Kleines Scheusal“), ein  neunzehnjähriges Model, bei einem im Netz übertragenen Vortrag auf der Open Mind 13 von der damals noch wichtigen Piratenpartei als Feindin des Feminismus präsentiert. Zusammen mit tatsächlich sehr gewaltsamen Äußerungen zweier Männer präsentiert sie z.B. eine Äußerung ochdominos über „Hipster-Feministinnen“, die ein „widerliches Volk“ seien, und wirft ihr vor, Hass gegen Feministinnen zu organisieren.

Ochdomino bittet nun flehentlich darum, zumindest ihr Bild in dem Stream des Vortrags zu verpixeln, weil sie in dessen Folge erheblichen Beschimpfungen und Bedrohungen ausgesetzt sei – das aber wird von vielen Unterstützerinnen Stricks schicht bezweifelt. Hier ist nichts zu spüren davon, dass das Opfer von Gewalt die Definitionsmacht über die Situation haben müsse: Da ochdomino in diesem Denken als Repräsentantin von Herrschaftsstrukturen wahrgenommen wird, wird Gewalt gegen sie heruntergespielt oder bestenfalls als Gegenwehr gegen gewalttätige Strukturen interpretiert.

Ein feministischer Linguistik-Professor der Freien Universität Berlin, Anatol Stefanowitsch, macht sich auf Twitter offen über die junge Frau lustig und freut sich darauf, dass ihr Blog aus dem Netz genommen wird:

Hier tritt also ein älterer, gut abgesicherter und etablierter Mann von einer institutionellen Herrschhaftsposition aus offen gegen eine sehr junge Frau, die nichts anderes getan hatte, als offen und zugespitzt ihre Meinung zu äußern: Aus feministischer Perspektive müsste  sich diese Situation eigentlich als Musterbeispiel für männliche, strukturell abgesicherte Ausübung frauenfeindlicher Gewalt eignen. Doch natürlich schreiten Feministinnen hier nicht ein. Ihre Frontlinie verläuft eben nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen Menschen, die ihre Grundannahmen stützen (wie Professor Stefanowitsch), und denen, die sie bezweifeln (wie ochdomino).

Kurz darauf wendet sich die Situation erheblich. Ein Inhaber einer Werbeagentur, der sich zuvor schon als Vater ochdominos ausgegeben und der um Schonung für sie gebeten hatte, erklärt, dass die junge Frau gar nicht existiere, sondern bloß eine von ihm erfundene Kunstfigur sei. Er habe sie erfunden, mit einem Blog und einem Twitter-Account ausgestattet, um schließlich das so gewonnene Publikum auf einen Fashion-Blog zu führen.

Wieso aber sollte eine sehr aufwändige Kunstfigur entwickelt werden, nur um feminismuskritische Männer für eine Modeseite zu interessieren? Die Absurdität dieser Erklärung spielt wohl vor allem deswegen keine Rolle, weil sie Vorannahmen perfekt bestätigt: Die feminismuskritische Frau sei gar keine Frau, sondern eigentlich ein Mann – und Gewalt sei hier ganz gewiss nicht von Feministinnen ausgegangen, da das Opfer dieser Gewalt ja tatsächlich gar nicht existierte.

Nach aller ruhigen Überlegung ist aus heutiger Sicht eine andere Version wahrscheinlicher: Der Druck auf die junge Frau war möglicherweise so groß geworden, dass sie nur durch die Erfindung eines Fakes – durch einen doppelten Fake also – aus der Schusslinie zu nehmen war. Doch ganz unabhängig davon, ob das stimmt: Entscheidend ist, dass Strick, Stefanowisch und viele andere, die sich an dem Druck auf ochdomino beteiligten, selbstverständlich davon ausgegangen waren, es mit einem realen Menschen zu tun zu haben. Die Skrupellosigkeit, die sie dabei zeigten, verschwindet nicht durch die Behauptung, ochdomino sei nur ein Fake gewesen.

Mit derselben Skrupellosigkeit versucht Strick später, einen Shit-Storm gegen die – zweifelsfrei reale – Bloggerin, Comic-Zeicherin und Autorin Nadja Hermann, auch bekannt als Erzählmirnix, auszulösen. Die schreibt über die Wirkung der Hetze:

„Das ist er Beginn einer Panikattacke, denn wenn man nicht gerade zufällig Psychotherapeutin ist und weiß was passiert, neigt man in so einer Situation dazu, zu versuchen schneller zu atmen, hyperventiliert, der Puls rast und Schwindelgefühl kommt dazu, was zum Gefühl von einer Herzattacke führt. Und nach einem solchen Anfall passiert es schnell, dass die Angst vor einem erneuten Anfall wie diesem, zu einer ausgwachsenen Panikstörung führt, denn dieses Nicht-Tief-einatmen-können kommt von Stress, bzw. Verspannungen.“

Warum aber der #aufschrei und die Überzeugungen, die ihn prägen, Gewalt gegen andere begünstigen, lässt sich erklären. Die Spaltung der sozialen Wirklichkeit, die Leugnung eines gemeinsamen Orientierungsrahmens aller Beteiligten schafft eine gute Grundlage für Akte der Gewalt.

Dieselbe gewaltsame Handlung kann nun bei einem Privilegierten als Ausdruck von Herrschaftsstrukturen gewertet werden, bei einem Marginalisierten als Notwehr gegen diese Strukturen. Das Leid von Menschen erscheint entsprechend bei dem einen als Jammern auf hohem Niveau, bei dem anderen als Ausdruck tiefer, ernsthafter, unbedingt zu beseitigender sozialer Verwerfungen.

Solche scharfen Freund-Feind-Strukturen aber laden zu Projektionen ein: Was nicht in das eigene, idealisierte Selbstbild passt, wird dann als Teil des Feindes wahrgenommen und dort bekämpft. In solchen Strukturen ist es überhaupt nicht mehr wichtig, im Rahmen einer gemeinsamen, von allen geteilten Wirklichkeit zu fragen, wie eine Situation sich tatsächlich verhält. Es ist ganz gleichgültig, dass Erzählmirnix sich als Comic-Autorin über Maskus ebenso lustig macht wie über Feministinnen: Wichtig ist lediglich, dass Strick und andere ihr eben die Feindseligkeit unterstellen können, die sie an sich selbst nicht wahrhaben wollen.

Unterstützt wird dies durch eine institutionelle Einbettung, die zugleich beständig geleugnet wird. Wer das eigene idealisierte Selbstbild, wie die Initiatorinnen des #aufschrei das erlebten, durch distanzlose Medien unvermittelt gespiegelt und millionenfach verbreitet sieht – der hat wenig Anlass, die Selbstkritik zu entwickeln, die zum Wahrnehmen eigener Gewaltpotenziale nötig ist.

Wer die kritiklose Unterstützung selbst durch Bundesministerien erfährt, sich aber zugleich als Kämpfer gegen strukturelle Gewalt inszeniert – der hat tatsächlich kein Interesse daran, Herrschaftsstrukturen kritisch zu analysieren, von denen er bzw. sie doch zugleich profitiert.

So zeigt sich denn in zwei ganz unterschiedlichen Situationen, in der aktuellen Debatte um Gina-Lisa Lohfink wie in der schon weitgehend vergessenen Aufregung um ochdomino, dass das Denken, das den #aufschrei prägt, zur Analyse von Gewalt nicht nur schlecht geeignet ist.

Es ist geeignet, Gewalt zu fördern.

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44 Comments

  • Schöner Text. Ich glaube, an diesem Thema sollte man immer wieder ein bisschen dran bleiben und sich grundlegend und vertieft auseinandersetzen.
    Weil m.E. ist das, was hier der Feminismus betreibt, populistische Kriminalpolitik. Es gibt ja ein schönes Buch darüber mit dem Titel:

    Straflust und Repression: Zur Kritik der populistischen Kriminologie
    https://www.amazon.de/Straflust-Repression-populistischen-Kriminologie-Einstiege/dp/3896916807
    Die gleichen Mechanismen, die hier die Feminstinnen gegenüber Männer betreiben, wird m.E. insbesondere gegenüber Ausländer und Asylsuchende gemacht, teilweise auch gegen die Unterschicht mit Schlagwörtern wie zero tolerance etc.
    Einen wichtigen Punkt hast Du ja bereits angesprochen und zwar den Gewaltbegriff und die Studien darüber:

    Auf Telepolis ist gerade erst kürzlich ein Artikel erschienen mit dem Titel: „Strafverschärfung für Gewalt gegen Polizisten: nächster Versuch“.

    Hier will man gemäss eigenen Verlautbarungen die Polizisten gegen zunehmende Gewalt schützen, indem auch Strafverschärfungen verlangt werden. Interessant ist nun, dass hier m.E. sie selben Mechanismen ablaufen, die auch der Feminismus einsetzt, wenn es gegen sogenannte Gewalt gegen Frauen geht. Es kommt zu einem „entgrenzten Gewaltbegriff“.

    Im Artikel heisst es diesbezüglich:

    „Der entgrenzte Gewaltbegriff
    Dieses Klagen liegt im Gewaltbegriff von Polizisten begründet. Einen schönen Einblick bietet hier eine Studie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel1: Beleidigen, bedrängen und Distanzunterschreitung hatte die Studie den Polizisten in ihren 2014 veröffentlichten Befragungsergebnissen genauso als Kategorien zur Schilderung erlebter Gewalt angeboten wie üble Nachrede, das Miterleben von Gewalt gegenüber Dritten, die Verleumdung oder gar foto- und videografiert zu werden.
    Ein derart entgrenzter Gewaltbegriff führt naturgemäß schnell ins Uferlose und geradezu idealtypisch im Sinne symbolischer Kriminalpolitik folgte den Ergebnissen der Studie eine prominente Forderung nach Strafverschärfung. In diesem Fall war es mit Torsten Albig gleich der Ministerpräsident eines Landes, der im Angesicht des Schreckens eine härtere Bestrafung der Täter forderte.
    „Dreimal pro Tag werden Polizisten im Norden statisch gesehen Opfer von Gewalttaten“, hatte ihm die Studie offenbar die Augen geöffnet – was doch sehr schön zeigt, dass man sich auch mit weit geöffneten Augen durchaus im Blindflug befinden kann, denn die Studie misst gar keine Gewalt, sondern macht vielmehr problematische Einstellungen und einen aus dem Ruder laufenden Gewaltbegriff in den Reihen der Polizei offensichtlich.“
    http://www.heise.de/tp/artikel/48/48520/2.html

  • Sehr guter Text. Es hat mich ehrlich gesagt fassungslos gemacht, wie Teile der politischen Szene (Schwesig, aber auch die Grünen) sich in dem Fall von Frau Lohfink positioniert haben, ohne auch nur den Versuch unternommen zu haben, ein halbwegs vollständiges Bild der Faktenlage zu bekommen. Gerade Schwesigs Verhalten als Bundesministerin erscheint mir schwer erklärlich. Ich sehe eigentlich nur zwei Erklärungsansätze:

    1.) Die beteiligten Personen sind wirklich überzeugt, dass die behaupteten Schutzlücken im Strafrecht existieren und diese im Fall Lohfink zum Freispruch eines Vergewaltigers und der Anklage eines Vergewaltigungsopfers geführt haben. Die Möglichkeit, dass sich die Ereignisse später als signifikant anders herausstellen und der damit verbundene Gesichtsverlust werden als unwahrscheinlich betrachtet. Erscheint mir bei Teilen der Presse (Missy Magazine z.B.) als wahrscheinlich, bei Schwesig, falls sie den Fall auch nur mit einer juristisch vorgebildeten Person intern diskutiert hat, eher nicht.
    2.) Den beteiligten Personen ist bewusst, dass sie die Rechtslage und die Prozesssituation falsch wiedergeben. Sie nutzen die Situation aber gezielt, um ihr Anliegen (Verschärfung des Strafrechts) durchzusetzen. Sie setzen auf eine schnelle, intensive Kampagne und hoffen, dass die kompliziertere Realität erst dann in die Diskussion kommt, wenn die Änderungen bereits durchgesetzt sind bzw. dass nur die erste Kampagne im Gedächtnis bleibt. Das Themenfeld Sexualstraftaten ist sowieso so vermint, dass viele ihre abweichende Meinung zurückhalten, um nicht der Unterstützung von Sexualverbrechen bezichtigt zu werden. Diese Strategie hat im Fall Köln sehr gut funktioniert – der Gesetzesentwurf hätte bezogen auf Schutz und Strafverfolgung nichts geändert, ist aber trotzdem auf der Welle der Empörung mitgeschwommen.

    Ich halte 2.) für die wahrscheinlichere Variante. Und leider scheint sie wieder zu funktionieren. So offensichtlich falsch die Argumentation in diesem Fall auch ist. Auch wenn es zu einem kafkaesken Sexualstrafrecht führt. Und auch wenn einer der fatalen Kollateralschäden sein dürfte, dass jetzt tatsächliche Opfer sexueller Gewalt von einer Anzeige absehen, weil ihnen eingeredet wird, es bestände die signifikante Gefahr einer Verurteilung wegen falscher Verdächtigung, wenn der Tathergang nicht beweisbar ist, oder wenn sie wirklich Opfer von K.O.-Tropfen geworden sind, dies aber nicht mehr nachweisbar ist. Nichts davon ist zutreffend, wie ein Blick in §164 StGB zeigt, der eine Beschuldigung wider besseres Wissen voraussetzt.

    • PS: Zu der ochdomino-Sache: Ich hatte damals ein wenig recherchiert und bin mir recht sicher, dass es sich um eine Kunstfigur handelte. Der Lebenslauf von ochdomino (Herkunft, Beruf) zeigte Parallelen zu dem seiner Ehefrau, Themen von ochdominos Blog tauchten teilweise in älteren Projekten von Michael S. auf. Die Person auf dem bekannten Profilfoto ist jedenfalls mit Sicherheit nicht die Autorin. Zur seiner Motivation kann ich natürlich nichts sagen, aber das Wort Kunstfigur trifft es m.E. ganz gut: Der Mann ist nach meinem Eindruck von Werdegang und Mentalität her Künstler (ganz brauchbarer Maler übrigens), PR war/ist eher einer seiner Broterwerbe. Vielleicht war es einfach Kunstprojekt, eine Lust am Rollenspiel, oder ein Eskapismus, aus denen heraus er die Figuren ausgebaut hat. Es gab übrigens auch noch andere, anders angelegte Kunstfiguren von ihm, z.B. Lisbeth Salander nachmodelliert.

      Ändert natürlich nichts an der berechtigten Kritik der Art des Umgangs mit dieser Figur (da wurde ja davon ausgegangen, dass sie real ist).

    • @ krams „Und auch wenn einer der fatalen Kollateralschäden sein dürfte, dass jetzt tatsächliche Opfer sexueller Gewalt von einer Anzeige absehen, weil ihnen eingeredet wird, es bestände die signifikante Gefahr einer Verurteilung wegen falscher Verdächtigung,(…)“ Danke für die Einordnung und den entsprechenden Paragraphen.

      Wie verrückt das ist, was Schwesig da macht, würde vielen vermutlich erst deutlich werden, wenn sie es sich einmal andersherum vorstellten.

      Angenommen, ein männlicher B- oder C-Prominenter würde wegen Vergewaltigung verurteilt – und weiter angenommen, ein Bundesminister würde sich, ohne die Einzelheiten zu kennen und allein aus politischen Gründen, auf seine Seite schlagen und sich zum, sagen wir mal, „Team Dieter“ bekennen – dies erkennbar mit dem Ziel, Druck auf Gerichte auszuüben, damit die möglichst so nicht noch einmal entscheiden, wenn sie schon die aktuelle Entscheidung nicht mehr ändern können – das alles ganz ohne Kenntnis des Falls, allein auf der Basis von ressentimentgeladenen Klischees, etwa der Vorstellung, das Frauen ohnehin grundsätzlich nicht zu trauen sei – und mit dem Ziel, den Vergewaltigungsparagraphen demenstprechend zu ändern: Solch ein Politiker würde sich selbst erledigen, und er wäre – völlig zurecht – schnell weg vom Fenster. Nicht einmal die größten Wirrköpfe der AfD würden so bekloppt agieren.

      Bei Schwesig aber ist es – irgendwie okay. Völlig unabhängig davon, dass ein Gericht offenbar zu dem Schluss gekommen ist, dass Lohfink bewusst die Unwahrheit gesagt hat, um andere zu belasten. Mag ja sein, dass diese Einschätzung falsch ist – aber es ist verrückt, das aus dem hohlen Bauch und ohne Kenntnis der Einzelheiten einfach mal eben so offen zu behaupten. Und zum „Team Gina Lisa“: Wenn es stimmt, dass Lohfink absichtlich die Unwahrheit gesagt hat, dann hat sie damit den Gang der Ermittlungen nachhaltig gestört – sie hat andere erheblich belastet – und sie hätte, wenn sie Erfolg gehabt hätte, zwei Menschen für Jahre in den Knast gebracht, die einfach nur so blöd gewesen waren, mit ihr Sex zu haben.

      Wie können denn Leute auf die Idee kommen, sich zum „Team“ einer solchen Frau zu erklären, ohne überhaupt zu wissen, was los war? Wie kann noch dazu eine Bundesministerin offen diesem „Team“ beitreten – als ob sie für die Menschen, denen hier offenbar geschadet wurde, keinerlei Verantwortung trüge, und als ob ihr Amt mit Seriosität nichts zu tun haben müsste?

      Natürlich – es kann alles immer noch anders sein, aber das Skizzierte ist offenbar die Version, die dem Gericht belegbar erschien. Schwesig, Wizorek und andere müssen also davon ausgehen, dass es mit einiger Wahrscheinlichkeit tatsächlich so war – und dann schlagen sie sich, einfach aus politischem Kalkül und auf der Basis von Geschlechterressentiments, auf die Seite einer Frau, die zum Schaden anderer durchaus kriminell agiert hat.

      • Mag ja sein, dass diese Einschätzung falsch ist – aber es ist verrückt, das aus dem hohlen Bauch und ohne Kenntnis der Einzelheiten einfach mal eben so offen zu behaupten.

        Schwesig, Wizorek und andere müssen also davon ausgehen, dass es mit einiger Wahrscheinlichkeit tatsächlich so war – und dann schlagen sie sich, einfach aus politischem Kalkül und auf der Basis von Geschlechterressentiments, auf die Seite einer Frau, die zum Schaden anderer durchaus kriminell agiert hat.

        Das ist meiner Ansicht nach der Knackpunkt: Für uns mag es völlig verrückt erscheinen – aber zumindest Schwesig und einige andere Beteiligte werden durchaus rational denken. Die #TeamGinaLisa-Aktion dient dazu, immensen öffentlichen Druck aufzubauen, um lange geforderte (und sehr umstrittene, m.E. zurecht) Änderungen im Sexualstrafrecht durchzubringen. Das hat ja auch funktioniert – selbst wenn die Vorwürfe schon nach zwei Wochen zerbröseln. Wenn der Zug erst mal in die Spur gesetzt ist, rollt er weiter, auch wenn der Anlass später in einem völlig anderen Licht erscheint. Denn niemand stellt sich ihm gerne in den Weg, um ihn aufzuhalten – es gibt einfach nichts dabei zu gewinnen. Ich will mir nicht vorstellen, wie viel Druck z.B. Thomas Fischer in letzter Zeit so abbekommen hat (ich nehme allerdings an, er kann das ab).
        Das dabei ev. Unschuldige (in Sachen Vergewaltigung, wegen des Filmens wurde einer der beiden ja bestraft) in den Knast wandern und auch Frau Lohfink aufgrund der erheblich gestiegen Fallhöhe vielleicht mal nicht mehr ganz glücklich mit der Unterstützung sein wird, scheint ausgeblendet zu werden.

        Mich hat dabei anfangs überrascht, wie leichtfertig Schwesig & Co den möglichen Schaden in Kauf nehmen – aber vermutlich sind sie zu der Einschätzung gekommen, dass dieser Schaden begrenzt ist, da die Öffentlichkeit schnell vergisst, sie „irgendwie trotzdem auf der richtigen Seite“ standen und die Strategie in der Vergangenheit auch funktioniert hat.* Und vermutlich schätzen sie das sogar richtig ein. Das ist es, was mich wirklich erschreckt: Dass sie vermutlich damit durchkommen. Deshalb Danke für Deine Blogbeiträge zu der Debatte!

        *z.B. hier:

        „Jedes vierte Mädchen vom Vater mißbraucht! Das haben wir damals als politische Zahl benutzt“, sagt die Diplompädagogin Katharina Larondelle von der Beratungsstelle Wildwasser Berlin. „Wir haben Pionierarbeit geleistet, da macht man Fehler.“ Und man lernt dazu. „Wir wissen jetzt, daß ein Mann auch fälschlich beschuldigt werden kann“, kommt es mühsam. „Wir gestehen uns ein, daß auch Frauen Täterinnen sind. Wir müssen den Feminismus neu definieren.“

        http://www.zeit.de/1995/15/Die_Keimzelle_der_Gewalt/seite-9
        Das Interview ist von 1995, die Zahlen aus der aktuellen Mikado-Studie legen eher nahe, das 2-3 Prozent der Mädchen von biologischem oder Stiefvater missbraucht wurden. Weiblicher Täteranteil laut Studie ca. ein Drittel. http://www.mikado-studie.de/index.php/103.htm#DOHaeufigkeit . Ich finde es anerkennenswert, das zumindest Teile der Szene das retrospektiv kritisch sehen, kann allerdings nicht feststellen, dass ihnen irgendein Schaden daraus entstanden ist, dass ihre Zahlen bewusst zehnfach überhöht waren.

  • Kürzlich hatte ich eine Diskussion zum Thema Vergewaltigung die sehr Beispielhaft für die beschriebene Diskussionskultur ist (https://www.fischundfleisch.com/livia/vergewaltigung-wieso-es-immer-noch-kein-verbrechen-wie-jedes-andere-ist-22046):
    Ich schrieb: „Ich habe auch schon mal mit einer wildfremden Frau sex in einem Park in Paris gehabt. Es war kein Alkohol involviert und war komplett einvernehmlich (auch wenn ich nicht noch einmal nach einem expliziten „Ja“ gefragt habe). Wenn sie aber beleidigt gewesen wäre, dass ich sie danach nicht nach der Telefonnummer oder Adresse gefragt habe, und sie mich einen Tag später bei der Polizei wegen Vergewaltigung angezeigt hätte, dann hätte ich mir schon etwas mehr Gründlichkeit in der Ermittlungsarbeit gewünscht, als dass sie meinen Samen analysieren und sagen „Stimmt, der war’s“. Wenn die Polizei mich mit ihrer Handtasche erwischt hätte, könnte ich es hingegen gut verstehen, dass sie erstmal nicht nach meiner Geschichte fragen, bevor sie mich verhaften.“

    Die klassich Feministische Victim Blaming antwort war:
    „Wenn einem das Risiko angezeigt zu werden zu hoch ist, muss man es ja nicht machen. Besser man hat im Zweifel mal auf Sex verzichtet und ist dafür nicht zum Vergewaltiger geworden.“

    Ich meine ich wäre auch bei einer Anzeige einer beleidigten Frau nicht zum Vergewaltiger geworden, aber das sind natürlich Details, die in der feministischen Diskussionskultur keine Rolle spielt.

  • “ es ist aber nicht ihre Aufgabe, die Vergewaltigung zu beweisen. “
    Die Aufgabe der Staatsanwaltschaft (in Deutschland !) ist die Ermitttlung der „Wahrheit“, also des mutmaßlich tatsächlichen Vorganges. D.h. die Staatsanwaltschaft muß auch entlastende Elemente ermitteln.

  • @Schoppe:

    Mit dieser Bezeichnung als „Team“ aber wird eine ungeheuer ernsthafte Situation ins Spielerische und Sportive gezogen. Das ist absurd unangemessen.

    Darin sehe ich die Quintessenz Deines Blogposts – und der Affäre selbst.

    Man kann es auf die kaum überspitzte These bringen: Im Zeitalter des Male Tears-Mems ist die soziale Hinrichtung von Männern ein feministischer Sport geworden. Männer sind ohne Schonzeit zum Abschuss freigegeben, und die Mädels wetteifern um den Blattschuss. Für diese Frauen existiert die Welt der Männer genau dazu, um in ihr Beute zu machen: vom Quotenposten übers Gender-Budget bis zur individuellen Jagdtrophäe. Ist alles gerechtfertigt, weil wenn Mann nicht Diener, dann Feind! Selbständiges Erschaffen von Werten ist nicht vorgesehen, denn frau holt sich ja vom »Patriarchat« nur, was ihr zusteht und vorenthalten wurde.

    Und erst, wenn das letzte Budget geplündert, der letzte Posten besetzt und der letzte Ally zugrundegerichtet wurde, werden sie feststellen, dass man Männer nicht essen und Pudel nicht ficken kann.

  • Schwesig is schon extrem, noch schlimmer ist:

    Grünen-Rechtsexpertin Canan Bayram (50): „Herr Heilmann [Justizsenator von Berlin] bleibt den Nachweis schuldig, dass er es ernst meint. Die Staatsanwaltschaft ist weisungsgebunden, der Senator könnte die Ermittlungen einstellen lassen und damit ein Signal an Frauen senden.“

    Mir fällt da irgendwie sofort ein, Aufruf zu einer Straftat, denn im richtigen Leben hat die Weisungsbefugnis dort Grenzen wo §258 (Strafvereitelung im Amt) aufhört und §344 (Verfolgung Unschuldiger) anfängt. Doch was soll die Kleinlichkeit, sie ist ja nur ne Frau, äh ne Rechtsexpertin. Nach der Lügenpresse der AfD erfinden die Grünen jetzt die Lügengesetzgebung. Rechtsstaat, wozu?

    Bei Kachelmann haben noch alle Politiker die Einmischung der Presse kritisiert, und nu?

    • @ djadmoros Ein Aspekt der Rede vom „Team“ ist wohl – neben der Betonung eines eigenen inneren Zusammenhalts – die Unterstellung, dass diejenigen, die die Situation anders betrachten, dafür nur einen einzigen Grund haben können: Sie gehören eben zum anderen TEAM, zum Team von Vergewaltigern, und daher können sie schon aus moralischen Gründen nicht im Recht sein.

      Dass es tatsächlich anders sein könnte – dass Staatsanwaltschaft (darauf hat hier Dummerjan ja nochmal hingewiesen) und Gericht ergebnisoffen und ohne Teamzugehörigkeit zu dem Schluss gekommen sein könnten, dass ein hinreichender Tatverdacht für eine falsche Beschuldigung bestünde; das wird weder von der Bundesministerin Schwesig, noch von der „Rechtsexpertin“ Bayram auch nur ein einziges Mal erwogen. Das heißt: Schwesig, Wizorek u.a. unterstellen die eigene Voreingemommenheit so selbstverständlich anderen, dass sie sich gar nicht mehr vorstellen können, diese anderen könnten seriös agiert haben.

      „Abspaltung und Projektion“ nennt man das psychoanalytisch – die Anteile, die jemand an sich selbst nicht wahrhaben möchte, entdeckt er dann bei anderen.

      @ Kai Dass die „Rechtsexpertin“ Bayram zum Begehen einer Straftat aufruft, ja sogar das Nichtbegehen einer Straftat hier als Zeichen fehlender Ernsthaftigkeit wertet: Das setzt einer verrückten Situation tatsächlich noch einen drauf. Ich hab mich allerdings gefragt, was sie, Schwesig, Wizorek und ihr Team eigentlich wirklich erreichen wollen.

      Denn es geht ihnen nicht darum, die Situation vergewaltigter Frauen zu verbessern oder Vergewaltigungen zu verhindern. Ganz im Gegenteil: Sie erwecken den irreführenden Eindruck, eine vergewaltigte Frau, die die Straftat anzeigt, müsse mit einem Strafbefehl wegen falscher Verdächtigung rechnen – wenn sie denn die tat nicht auch beweisen kann. Hier im Strang hat ja „krams“ schon gezeigt, wie falsch das ist: Für den Strafbefehl ist es Voraussetzung, dass eine Falschaussage wider besseres Wissen erfolgt.

      Schwesig, Wizorek und ihr Team Gina Lisa nehmen also – um politischen Druck und Druck auf das Gericht erzeugen zu können – billigend in Kauf, dass sie Falschinformationen verbreiten, mit denen Frauen von der Anzeige einer Vergewaltigung ABGESCHRECKT werden.

      Statt dessen unterstützen sie eine Frau, bei der zumindest Staatsanwaltschaft und Gericht einen hinreichenden Tatverdacht für eine wissentlich begangene Falschaussage festgestellt hatten – sonst hätte es nämlich (so zumindest mein juristisches Laienwissen) keinen Strafbefehl gegen sie gegeben. Lohfink hätte also damit zwei Männer für ein paar Jahre hinter Gitter bringen können – de facto eine Freiheitsberaubung, die manipulativ staatliche Gewalten zum Instrument eigener Gewaltbedürfnisse macht.

      Ob das den Akteurinnen nun klar ist oder nicht: Was sie tun, trägt nicht dazu bei, vergewaltigten Frauen die Situation zu erleichtern oder Vergewaltigungen zu verhindern. Eher im Gegenteil. Die Zielrichtung ist, ganz im Unterschied dazu, eine Straffreiheit für fasche Verdächtigungen zu ertrotzen. Daher ist dann auch solch ein Druck auf Staatsanwaltschaft und Gericht notwendig – denn zu deren Aufgabe gehört es ja gerade zu überprüfen, ob eine Beschuldigung oder Verdächtigung falsch ist oder nicht.

      Nur so jedenfalls ist es vernünftig zu erklären, warum Aktivistinnen und Politkerinnen ausgerechnet am Beispiel von Gina Lisa Lohfink, deren Aussagen für Staatsanwaltschaft und Gericht offenbar unglaubwürdig waren, ein Exempel für Verschärfungen des Sexualstrafrechts statuieren wollen.

      • @Lucas

        Lasst die politische Männerbewegung (international) politisch werden!

        Wir haben den Fall Turner in den USA und wir haben Lohfink in Deutschland.
        Was haben diese Fälle gemeinsam?
        Zunächst einmal hat der mediale Mainstream-Feminismus eine Reihe von politischen Niederlagen einstecken müssen.

        Und zwar bei der Verankerung der These „listen and believe!“ – „Höre zu und glaube!“ bei den Massen.
        Diese These ist die komplette Umkehr der Unschuldsvermutung: Nicht einem Mann muss dessen Schuld nachgewiesen werden, sondern er muss seine Unschuld beweisen.

        Um den Fall „Emma“ heranzuziehen – erst in der medialen Veröffentlichung seiner Kommunikation in den sozialen Medien mit dem vermeintlichen Opfer durch eine Zeitung online ist als Beweismittel seiner Unschuld dieser Austausch zulässig geworden.
        Im Rahmen des universitären kangaroo courts war es das nicht.

        Was heißt, wenn das vermeintliche Opfer dir eine Nachricht zukommen lässt: „Ich will, dass du mich in den Arsch fickst!“, heißt noch lange nicht, dass exakt dieser, gewünschte Arschfick ex post von diesem „Opfer“ nicht komplett anders „empfunden“ werden kann. Nämlich als Vergewaltigung.

        Nach den medial herausgestellten Fällen „Jackie“ und „Emma“ in den USA und Arnold und Kachelmann in Deutschland, die auf spektakuläre Art und Weise gescheitert sind, ist es jetzt notwendig, den Glaubwürdigkeitsverlust feministischer Theorie zu konterkarieren.

        Sie brauchen Fälle für den Beweis der Existenz von „rape culture“ in den Universitäten der USA und für die Begründung der weiteren Verschärfung des Sexualstrafrechts in Deutschlands.

        Damit möchte ich sagen, die „Teambildung“ ist kein politischer Zufall, sondern er ist notwendig geworden.

        Sie setzen alles auf EINE Karte, um ihre Ausgangsthese zu retten. JETZT zuschlagen.
        Vereint.

        Gruß crumar

      • @crumar:

        Damit möchte ich sagen, die „Teambildung“ ist kein politischer Zufall, sondern er ist notwendig geworden.

        Teambildung ist für den institutionalisierten Feminismus sozusagen konstitutiv, im großen Maßstab wie im kleinen, und diese Organisationsstrukturen sind der Hauptgrund für die heutige feministische Macht, nach einer lange zurückliegenden Phase, in der vor allem Einzelkämpfer in die Medien kamen. Absolut entscheidend ist nach meinem Eindruck die mediale Macht. Die SZ, ZEIT, Spiegel usw. sind reine Propagandaschleudern geworden, die jährlich tausende Artikel mit immer wieder den gleichen Wahrheitsverdrehungen auf die Öffentlichkeit abschießen. Irgendwann glaubt die Öffentlichkeit alles (Woozle-Effekt), die Journalistinnen sowieso, denn es werden fast nur linientreue Schreiberinnen eingestellt.

        Nach den medial herausgestellten Fälle … die auf spektakuläre Art und Weise gescheitert sind,

        Der Fall Lohfink entwickelt sich zu einem ähnlichen Desaster, wobei Bundesrichter Thomas Fischer eine zentrale Rolle spielt. Hast Du schon seinen letzten Text gelesen? dazu unten mehr, es wird sonst zu lang hier.

      • @crumar

        “ …. bei der Verankerung der These „listen and believe!“ – „Höre zu und glaube!“ bei den Massen.“

        Man kann keinen Zweifel haben, dass sie das selbst glauben. Und genau deshalb setzen sie regelmässig „auf´s falsche Pferd“ und gehen daher plan- und kopflos vor. Das kommt davon, dass man sich selbst der Rationalität beraubt hat. Das ist natürlich eine grosse Schwäche. Andererseits ist der unbekümmerte Fanatismus beachtlich, mit dem immer wieder die gleiche Leier aufgelegt wird und immer wieder die gleichen Unwahrheiten verbreitet werden sollen.

        Um den Fall Schwesig sollte es einen Untersuchungsausschuss geben, ihren Ministerposten sollte sie sowie räumen. Ein Mitglied der Regierung kann Justiz und Rechtsstaatlichkeit einfach nicht angreifen, in einer so destruktiven Weise.

      • @mitm @djadmoros @Alex

        „Teambildung ist für den institutionalisierten Feminismus sozusagen konstitutiv,“

        ich fürchte, es reicht noch wesentlich länger zurück als „Feminismus“.
        Bürgerlicher Feminismus IST m.E. Feminin-ismus. 🙁

        Es gibt – nach meinen Erfahrungen der letzten Jahre – wenige Genossen und Genossinnen, denen ich noch traue, das hier ist einer von ihnen:
        http://www.chrisknight.co.uk/the-science-of-solidarity/

        „Die SZ, ZEIT, Spiegel usw. sind reine Propagandaschleudern geworden, die jährlich tausende Artikel mit immer wieder den gleichen Wahrheitsverdrehungen auf die Öffentlichkeit abschießen. Irgendwann glaubt die Öffentlichkeit alles (Woozle-Effekt), die Journalistinnen sowieso, denn es werden fast nur linientreue Schreiberinnen eingestellt.“

        Völlig richtig.

        Das nächste Ziel der linientreuen Schreiberinnen hat Lucas korrekt benannt:
        „Die Zielrichtung ist, ganz im Unterschied dazu, eine Straffreiheit für fasche Verdächtigungen zu ertrotzen.“

        Die Konsequenz ist, die nächste Reform des Sexualstrafrechts wird den radikalen Subjektivismus zum Maßstab aller Anklagen machen. Eine von Frauen empfundene Vergewaltigung IST eine Vergewaltigung.
        Die Intention ist, es gibt „falsch“ nicht mehr – listen and believe.

        Das „enthusiastische Ja“, das in Kalifornien eingefordert wird bedeutet, jeder sexuelle Akt steht unter dem Generalverdacht NICHT einvernehmlich zu sein.
        Das neue „default“ ist Vergewaltigung und mann hat zu „beweisen“, kein Vergewaltiger zu sein.
        Das – von Frauen gegenüber Männern – eingeforderte JA ist die Legalisierung einer sexuellen Handlung, von der ausgegangen wird, sie entspräche weder dem sexuellen Interesse, noch den sexuellen Bedürfnissen der Frau.

        DAS ist der eigentliche Sieg von Dworkin und von MacKinnon:

        „Male dominance is sexual. The male sexual role, this information and analysis taken together suggest, centers on aggressive intrusion on those with less power. Such acts of dominance are experienced as sexually arousing, as sex itself. They therefore are.“

        Physisch einen Penis und Phallus zu haben ist KEINE männliche Rolle, es ist ganz einfach Biologie. Mit einem Phallus in eine Vagina einzudringen, ist auch kein „aggressiver Akt“, es ist keine „Dominanz“, es ist simple Biologie.
        Aus der Biologie eines Mannes „männliche Dominanz“ herzuleiten ist demzufolge Biologismus.
        Radikaler Feminismus IST Biologismus, demzufolge ist, was jetzt gerade versucht wird m.E. der Versuch, Biologismus Gesetz werden zu lassen (ohne es Biologismus zu nennen).

        „Juden“ und „Neger“ fallen leider aus – nehmt Männer!
        „Jewish dominance is sexual. The jewish sexual role, this information and analysis taken together suggest, centers on aggressive intrusion on those with less power“

        Där Jode, chrchr, där Jode! 😉

        Das Ziel einer „medialen Sommeroffensive mit dem Ziel einer Hysterisierung der Debatte“ – absolut einverstanden.
        Die feministischen Zuckermäulchen unternehmen m.E. keine „Sommeroffensive“, das ist Unternehmen Barbarossa.

        „Um den Fall Schwesig sollte es einen Untersuchungsausschuss geben, ihren Ministerposten sollte sie sowie räumen. Ein Mitglied der Regierung kann Justiz und Rechtsstaatlichkeit einfach nicht angreifen, in einer so destruktiven Weise.“

        Ganz meiner Meinung – dann müssen wir aber dafür sorgen.

        Gruß, crumar

      • @crumar

        „Radikaler Feminismus IST Biologismus, demzufolge ist, was jetzt gerade versucht wird m.E. der Versuch, Biologismus Gesetz werden zu lassen (ohne es Biologismus zu nennen).“

        Das stimmt, eine biologistische Erklärung, eine Art Evolution, ist implizit mitgedacht.

        Die Biologie wird nur vordergründig negiert, insofern als sie Wissenschaft ist. Das mit dem reinen „sozialen Konstrukt“ ist eine Art Magiertrick, um sich der Biologie bemächtigen zu können und um pseudowissenschaftliche „Narrative“ an die Stelle der Wissenschaft rücken zu können.

  • Ich fand ihren Text grundsätzlich gut und kann auch allen genannten Punkten zustimmen. Ich persönlich muss allerdings sagen, dass der Punkt einer ausufernden Definition von Gewalt in der EU-Studie gar nicht das ist was mich am meisten stört. So stört mich natürlich genau wie sie auch, dass eine vergleichbare Studie der EU über männliche Gewalterfahrungen nicht existiert. Was aus meiner Sicht aber oft zu kurz kommt ist folgendes: Selbst wenn die Gewaltzahlen komplett richtig sind, taugen sie noch immer nicht als Argument für viele feministische Forderungen. Denn egal ob jetzt 5, 10, 30 oder 90 Prozent aller Frauen schon einmal Gewalt erfahren haben: Ein Beleg für eine frauenfeindliche Gesellschaft ist damit noch nicht erbracht, da es dafür auf die Ursachen der Gewalterfahrungen ankommt. Diese werden aber nicht untersucht sondern einfach pauschal angenommen.
    Das wiederum stört auch die Vergleichbarkeit verschiedener Länder, da es ja plausibel ist, dass es genau wie bei Männern nicht die eine Ursache gibt sondern viele verschiedene und diese verschiedenen Ursachen wiederum auch je nach Nation einen unterschiedlichen Anteil am Gewaltausmaß haben. So kann man z.B. auch die hohen Zahlen von Finnland damit erlären, dass die Finnen ein im Vergleich mit anderen EU-Ländern hohes Problem mit Gewalt unter Alkoholeinfluss haben. Aber in den auf die Studie folgenden Diskussionen wurde einfach pauschal Sexismus für 100 Prozent aller Taten angenommen.
    Auch wenn also die Zahlen insgesamt stimmen würden, müsste man für eine Diskussion über Frauenfeindlichkeit erst einmal alle Taten herausrechnen die nichts mit Sexismus zu tun haben. Schon allein damit man die einzelnen Nationen überhaupt vergleichen kann. Und hier ist auch ein Punkt, wo man mit Kritik am vorherrschenden Feminismus auch bei Frauen punkten könnte: Ein enstprechend gründlicheres Analysieren würde ja im Endeffekt auch den Frauen zugutekommen, da ja erst dadurch die Ursachen richtig erforscht und erst dann Maßnahmen ergriffen werden die auch tatsächlich wirken.

    • @ Marcus Frank „Ein entsprechend gründlicheres Analysieren würde ja im Endeffekt auch den Frauen zugutekommen, da ja erst dadurch die Ursachen richtig erforscht und erst dann Maßnahmen ergriffen werden die auch tatsächlich wirken.“ Das ist ein wichtiger Punkt. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der EMPIRISCHEN Wirklichkeit wird potenziell ALLEN zugutekommen, weil sie die Möglichkeiten des Handelns vergrößert und das Verständnis dessen, was uns geschieht und welche Konsequenzen unser Handeln hat, vertieft.

      Wer könnte also ein Interesse daran haben, eine Auseinandersetzung mit der gemeinsamen empirischen Wirklichkeit zu diskreditieren und stattdessen als“wahr“ nur das anzuerkennen, was vom richtigen „Team“ geäußert wurde?

      Die einige plausible Erklärung, die mir einfällt, ist, dass das ein Herrschaftsverhalten ist. Diejenigen, die von gegebenen Bedingungen profitieren, haben am wenigsten Interesse daran, dass sie sich verändern – und am meisten Interesse daran, dass sich für andere die Möglichkeiten sinnvollen Handelns nicht vergrößern.

    • @Marcus Frank

      „Auch wenn also die Zahlen insgesamt stimmen würden, müsste man für eine Diskussion über Frauenfeindlichkeit erst einmal alle Taten herausrechnen die nichts mit Sexismus zu tun haben.“

      Jede feministische Strömung ist darauf ausgerichtet, häusliche Gewalt ausschließlich Männern als Tätern und Frauen als Opfern zuzuschreiben.
      Aus dem einfachen Grund, da für den Feminismus männliche Dominanz – die Grundsäule des Patriarchats – auf physischer und sexueller Gewalt basiert, die von Männern ausgeht und deren Opfer Frauen sind.

      D.h. Sexismus und Frauenfeindlichkeit gehen Hand in Hand zur Stabilisierung der männlichen, patriarchalen Herrschaft – das ist die theoretische Vorannahme und mehr: Es ist ein Glaubensbekenntnis.

      Jedem einzelnen männlichen Akteur wird daher zwangsläufig unterstellt, Exekutive kollektiven männlichen Herrschaftswillens zu sein, von daher basiert jeder Akt physischer Gewalt gegen Frauen notwendig auf einer allgegenwärtigen Frauenfeindlichkeit.

      PUNKT
      Und jetzt muss das nur noch „bewiesen“ werden > Studie.

      (Bei feministischer „Wissenschaft“ kann man kurz das Vorwort lesen, den Rest überspringen und schnell zum Nachwort übergehen, wo der politische Forderungskatalog steht.)

      Dabei bedient man sich ironischerweise der Conflict Tactics Scale, die von dem unlängst verstorbenen Wissenschaftler Murray Straus entwickelt worden ist, der schon vor Jahrzehnten nachwies, dass häusliche Gewalt annähernd gleich verteilt ist zwischen den Geschlechtern (was in hunderten weiterer Studien nachgewiesen worden ist).

      Die entscheidende Modifikation – man kann auch sagen Pervertierung – der Feministinnen war, die Skala aufzulösen in ein Set einzelner Gewalthandlungen unterschiedlichen Schweregrades.
      Und die völlig willkürliche Zuweisung von leichten, mittleren oder schweren Gewalthandlungen mit dem Ziel, möglichst viele Gewalthandlungen (von Männern begangen an Frauen) zu finden.

      Ursprünglich war die theoretische Vorannahme von Straus, es gibt eine auf Konflikten basierende Gewaltdynamik in partnerschaftlichen Beziehungen, die sich allmählich von psychischer zu physischer Gewalt immer schwereren Ausmaßes wechselseitig hochschaukelt.

      Aus dieser wissenschaftlichen Tradition heraus kann aus der Art und Schwere der vorgefundenen Gewalthandlungen die Eskalationsstufe häuslicher Gewalt bestimmt und – ist der (politische) Wille vorhanden – durch Intervention dafür gesorgt werden, die Spirale der Gewalt zu stoppen oder sogar dafür Sorge zu tragen, dass sie gar nicht erst in Gang kommt, weil partnerschaftliche Konflikte anders bewältigt werden können.

      Für echte Gewaltforschung und ebenso für eine wirksame Gewaltprävention in der wirklichen Welt, die prügelnde Ehefrauen und Mütter kennt, ist die feministische Ideologie natürlich sinnlos.
      Denn ist die Rolle von Opfer und Täter erst einmal festgeschrieben, so auch die Richtung der Gewalt – sie geht immer vom Mann aus und richtet sich immer gegen die Frau.

      Hier wird sofort sichtbar, warum Feministinnen zwei ideologische Probleme mit dieser Theorie haben müssen.
      Erstens bedeutet Gewaltdynamik zwischen zwei Parteien, hier Geschlechtern, dass Frauen keinesfalls nur Opfer und Männer nicht nur Täter sein können.
      Diese politisch-ideologische Zementierung der Sichtweise wäre damit hinfällig.

      Was zweitens in direkter Rückwirkung auf die feministische Theorie heißt, die theoretische Vorannahme ist falsch, wonach männliche Herrschaft auf physischer Gewalt basiert, die ausschließlich von Männern ausgeht und deren Opfer ausschließlich Frauen sind.
      Da aber ganze Berufskarrieren auf diesem Glauben basieren darf das nicht sein.

      Gesellschaftlich haben wir mit dieser durch Feministinnen und Feministen korrumpierten Forschung nach meiner Schätzung drei Jahrzehnte verloren.

      Gruß crumar

  • Telepolis bringt übrigens heute gleich untereinander zwei Artikel, die sich einerseits mit dem Thema Loh-Fink auseinandersetzen und einmal mit dem Thema Jo Cox und ihre Ermordung durch einen Mann. Das Framing könnte nicht gegensätzlicher sein. Hier Bettina Hammer, die aus einer rechtsstaatlichen Perspektive heraus argumentiert und da eine stramm radikalfeministische Position.
    http://www.heise.de/tp/artikel/48/48587/1.html
    http://www.heise.de/tp/artikel/48/48595/1.html

  • Sensationeller Artikel von Bundesrichter Thomas Fischer:

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/rechtspolitik-sexualstrafrecht-vergewaltigung-taeter-opfer-fischer-im-recht/komplettansicht
    Fischer im Recht / Rechtspolitik: Frauenfilme zu Frauenwahrheiten und Frauenfragen
    Eine Kolumne von Thomas Fischer

    So einen Frontalangriff habe ich selten erlebt. Einige Auszüge:

    In diesen Zeilen [ein Artikel in der Brigitte über den Lohfink] purer Kenntnisfreiheit findet sich alles, was beim an Bürgerrechte, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und journalistische Kompetenz glaubenden Menschen einen Brechreiz auslöst. Weder gibt es „160.000 Vergewaltigungen pro Jahr“ noch „unfassbar wenige Verurteilungen“: Beides ist frei erfunden. Dasselbe gilt für das angeblich „jetzt (!) Hinzukommende (!)“: Dass Menschen, die andere Personen einer Straftat beschuldigen, allein deswegen selbst strafbar sein könnten. …

    Das ist die Karikatur von seriösem Journalismus. Es ist das Betätigen einer polemisch-suggestiven Verdrehungsmaschine (wie sie auch von Pegida und der AfD betrieben wird) und der glatte Missbrauch von journalistischer Macht: Schuld und Unschuld, Täter und Opfer stehen für diese Art von Presse schon lange vor der Ermittlung fest. Woraus sich das der Journalistin mit solcher Evidenz erschließt, dass die primitivsten Regeln ihres Berufs und die simpelsten Einsichten des Verstands bei ihr nicht mehr wirken, ist unbekannt. Ich fürchte: irgendwie aus den Hormonen.

    Man mag das kaum „Journalismus“ nennen. Es sollte heißen, was es ist: Hetze

    Fischer benennt das zentrale heutige Problem wörtlich: „Missbrauch von journalistischer Macht“. Und das auf einem Medium (ZEIT), das selber ständig diesen Machtmißbrauch betreibt, irgendwie eine gespenstische Situation. Mal sehen, wie lange es bis zu einer Konterattacke aus der ZEIT dauert und wie lange die Fischer-Kolumne noch existiert. Er attackiert übrigens auch den politischen Filz_

    Die Behauptungen der Rechtsanwältin Christina Clemm aus Berlin, die hier wie auch sonst total uneigennützig unter dem Label „Opferanwältin“ für sich warb und als Sachverständige aufzutreten pflegt, zur angeblichen Rechtslage im Sexualstrafrecht – und erst Recht zur angeblichen Rechtsprechungspraxis – waren einmal wieder nicht ganz zutreffend. ….

    Frau Clemm ist zweitens auch Mitglied der „Expertenkommission“ zur Reform des Sexualstrafrechts. Das trifft sich gut, denn so kann sie in ihrer dritten Rolle als Wiederkehrende Sachverständige des Rechtsausschusses gleich kompetente Gutachten zur Bewertung der Vorschläge dieser Kommission einbringen. …

    Es wurden ausschließlich solche Sachverständige gehört, die schon lange im Vorfeld dezidiert die Meinung vertreten hatten, es bestünden „gravierende Schutzlücken“ und „erheblicher Reformbedarf“. Man darf sie als „eingespieltes Team“ bezeichnen. Sie treffen sich bei fast jeder Anhörung wieder und kennen ihre Gutachten vermutlich gegenseitig auswendig.

    usw. Ich nominiere den Text zu einem der 10 wichtigsten des Jahres 2016. Fischer ist nämlich nicht irgendwer. Fachlich ist er uns weit überlegen, d.h. man hat hier eine zitierfähige Quelle erster Güte, und den feministischen Clans, die sich Gutachter kaufen können, zumindest ebenbürtig.

  • Nun: Fischer hat die besten Aussichten darauf, dass er zukünftig als vollständig „plemplem“, als durchgeknallt, als Frauenhasser, als Querfrontler, als Rechtsextremer, als Opferverhöhner, als Täterversteher, als Rape-Culture-Wegbereiter, als Macho, als letztes Relikt des Patriarchats etc. gebrandmarkt wird. Warten wir es ab. 🙂

    • Derartige Anwürfe dürften ihn aber ziemlich kalt lassen. Zum einen ist er nach meiner Wahrnehmung ein ziemlich harter Bursche, der zudem durch Angriffe eher noch „auflebt“, und zum anderen ist er 63 Jahre alt, karrieremäßig kann man ihm keine Steine mehr in den Weg legen!

    • Die Brandmarkung ist ja schon seit einiger Zeit (genauer: seit er sich kritisch mit der Reform des Sexualstrafrechts auseinandersetzt) in Gang. Man muss allerdings auch feststellen, dass sein oft sehr polemischer Stil auch Angriffsfläche bietet. Wenn er in der aktuellen Kolumne Frau Lohfink als „Mensch mit dem Beruf „Vorzeigen-von-dicken-Silikonbrüsten““ bezeichnet, ist das zwar nicht ganz falsch, für eine sachliche Auseinandersetzung aber auch nicht unbedingt förderlich. Fischer ist intellektuell und stilistisch mit Sicherheit brillant, aber manchmal steht ihm sein Bewusstsein dieser Brillanz (vulgo: seine Eitelkeit) dabei im Wege, die maximale Wirkung seiner Kolumnen zu erzielen. Etwas weniger gekonnte polemische Verschnörkelung würde seine Texte zwar weniger unterhaltsam, aber wahrscheinlich effektiver machen.

      • @ krams „sein oft sehr polemischer Stil auch Angriffsfläche bietet“… für eine sachliche Auseinandersetzung aber auch nicht unbedingt förderlich“

        Bei der Berufsbezeichnung von Lohfink mußte ich auch ziemlich schlucken und ich dachte, das war jetzt nicht nötig und ein Eigentor. Später mußte ich dann an Schwarzer in ihren besseren Jahren denken, in denen sie es mit derartigen Provokationen vom Nichts aus in die Presse und in die allgemeine Meinungsbildung geschafft hat.

        Fischers verbale Entgleisungen sind in Relation zu seinem sehr langen Text die Ausnahme und inhaltlich nicht relevant (er sattelt übrigens in den Kommentaren noch drauf, z.B. hier). Wenn ich mir das Vokabular von manchen 18 bis 25 Jahre alten jungen Frauen anhöre, redet Fischer übrigens völlig normal 😉 Zweitens ist er als Richter vermutlich dahingehend abgebrüht, sich nicht mehr von einer scheinbar vornehmen, in Wirklichkeit verlogenen und korrupten Mittelklasseschicht bluffen bzw. beeindrucken zu lassen. Er hält den Leuten knallhart den Spiegel vors Gesicht.

        Mir fällt gerade das häufige Jammern ein, damals bei Strauß und Wehner hätte es noch richtige Debatten gegeben und heute würde nicht mehr richtig diskutiert. Fischer diskutiert richtig, es ist bloß keiner mehr gewohnt.

        Fischers Stärke liegt neben seiner juristischen Sattelfestigkeit in seinem klaren ethischen Standpunkt eines

        … an Bürgerrechte, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und journalistische Kompetenz glaubenden Menschen …

        wie er sich ausdrückt. Den Standpunkt hält er auch ziemlich gut durch, denn seine Kritik ist durchweg sachlich klar begründet. Ich glaube sogar, daß er seinen oft bissigen Ton (oder beißenden Sarkasmus) sogar ganz bewußt einsetzt, denn wenn ihn jemand nur deswegen angreift, in der juristischen Problematik aber nicht mithalten kann, steht derjenige noch angreifbarer da.

        In der Kinderabteilung (ze.tt) kopiert die Zeit übrigens unverdrossen einen Text des missy-magazine.de von einer gelernten Kulturwissenschaftlerin: Weshalb Gina-Lisa Lohfink unsere Heldin ist.

        (Fast gleichzeitig veröffentlicht die Zeit in der Rubrik Jung und links einen Artikel Politisches Engagement: „Junge Linke haben Bezug zur Unterschicht verloren“. Finde den Fehler!)

      • „Wehe, einer sagt, die Berufstätigkeit einer Prostituierten bestehe darin, sich ficken zu lassen!“

        Puh, dieser Fischer ist echt durch…

        Er scheint sogar vergessen zu haben, dass die Täter als Täter verurteilt wurden, weil sie ein Video, das sie selbst zu Verkaufszwecken als „Vergewaltigungsvideo“ bezeichnet haben sollen, unerlaubt filmten wie auch veröffentlichten.

        Mitm oder Schoppe, Euch zwei schätz ich an sich ja (höher als den Schnitt^^), verratet mir doch mal was ihr denkt, warum die sich selbst belastet haben.

        Warum sie den Clip „Vergewaltigungsvideo“ hätten taufen sollen, wenn sie nicht davon ausgegangen wären nach der Tatnacht wahrscheinlich einer Vergewaltigung angeklagt zu werden.

        Und warum man das nicht als Schuld-Indiz werten sollte.

        btw:

        Ich kenn die Frau ja mal so überhaupt gar nicht, aber als ich mir jetzt Fotos anschaute fiel mir auf, dass sie die längste Zeit völlig untätowiert war, und inzwischen ist aber ihr halber Körper übersäht mit mehr oder weniger bunten Bildchen.
        Ich las, ihr erstes Tattoo hätte sie sich 2012 stechen lassen, also im Jahr der Tat.

        Außerdem las ich, dass das für sie nichtmal der erste gegen ihren Willen veröffentlichte Privatporno war, der Unterschied ist nur: beim ersten Mal wollte sie wenigstens den abgebildeten Sex.

        Nach eigener Aussage wusste sie damals nicht, was sie gegen die Verbreitung tun sollte, und auch dieses Mal scheint ihre Rechtsvertretung Alles Andere als optimal zu sein, nachdem ihr Anwalt immerhin ein paar Mal behauptet haben soll, sie hätte den Sex genossen.

        Eigentlich ein Grund ihn sofort seiner Funktion zu entheben, wenn ich sie wäre und es mir leisten könnte (z.B. weil ich besseren Ersatz wüsste). DAS hat sie nämlich mit Sicherheit noch nie über das Tatgeschehen gesagt in den ganzen vier Jahren.

        Ein Anwalt, der Dich im laufenden Verfahren auch noch verleumdet… Manche Leute haben echt Pech.

      • @Semikolon:

        Es gibt auf den leicht zu ergoogelnden Pornoportalen (Kurz-)Filme aller Spielarten – u.a. auch jede Menge gespielter(!) Vergewaltigungen. Das bedient gewisse sexuelle Phantasien (nicht nur von Männern, wie Klickstatistiken zeigen, wenn ich mich recht erinnere), und eben deswegen haben es die Herren als „Vergewaltigungsvideo“ online gestellt. Vermutlich weil das Video unter diesem Label die besten Klickraten generiert.

        [Als Einschub: Selbstverständlich ist es eine Sauerei, daß sie das Video ohne Einwilligung von GLL online gestellt haben, und dafür wurden sie ja auch zu Recht bestraft]

        Daß sie das Video allerdings so bezeichnet haben ist kein Beweis dafür, daß es in Wirklichkeit eine Vergewaltigung war. Es ist nicht mal ein Hinweis darauf. Ganz im Gegenteil: wer wirklich jemand vergewaltigt hat und das gefilmt hat, wird das eben nicht online stellen.

        „nachdem ihr Anwalt immerhin ein paar Mal behauptet haben soll, sie hätte den Sex genossen.[…] DAS hat sie nämlich mit Sicherheit noch nie über das Tatgeschehen gesagt in den ganzen vier Jahren.“

        Du kennst sie offenbar sehr gut und hast Zugriff auf alle Vernehmungsprotokolle? Welchen Grund hast du, anzunehmen, daß sie dies nie gesagt hat? Tatsächlich hat sie das bei der ersten Vernehmung wohl durchaus gesagt, was – wenn man dem glaubt, was so langsam jenseits der Empörung an die Öffentlichkeit tröpfelt – u.a. ein Grund war, warum sie tatsächlich wegen „Falscher Verdächtigung“ belangt wurde. Das ist ja sehr unüblich, i.a. stellt die Staatsanwaltschaft ja bei unbegründeten Vorwürfen das Verfahren ein, ohne ein verfahren in die andere Richtung in die Wege zu leiten.

      • „Vermutlich weil das Video unter diesem Label die besten Klickraten generiert.“

        Unter diesem Namen sollen sie es aber auch den Medienunternehmen angeboten haben.

        „Daß sie das Video allerdings so bezeichnet haben ist kein Beweis dafür, daß es in Wirklichkeit eine Vergewaltigung war. Es ist nicht mal ein Hinweis darauf. Ganz im Gegenteil: wer wirklich jemand vergewaltigt hat und das gefilmt hat, wird das eben nicht online stellen.“

        Doch natürlich. Wenn er bzw. sie sich durch die Veröffentlichung eines besonders vorteilhaften Zusammenschnitts, den sie „ironisch“ dann als Vergewaltigung bezeichnen, Chancen ausrechnen, dass die Geschädigte
        a. öffentlich breit vorverurteilt wird
        b. dadurch evtl. von einer Anzeige bereits absieht, weil eben schlicht persönlich bereits zu stark angegriffen

        Was wär denn jetzt Deine Theorie?

        „Welchen Grund hast du, anzunehmen, daß sie dies nie gesagt hat? Tatsächlich hat sie das bei der ersten Vernehmung wohl durchaus gesagt,“

        Du meinst die Passage, wo sie gefragt wurde bei der Erstvernehmung (bevor sie das Video aus der Tatnacht selbst gesehen hatte!), ob sie vergewaltigt wurde und sie geantwortet haben soll: „Vergewaltigung? Das ist so ein großes Wort…“

        Das ist Meilenweit entfernt von einem: „ich habe den Sex genossen“, meinste nicht auch?

        (natürlich kenne ich nur eine handvoll Medienberichte. Wie wir Alle)

      • Unter diesem Namen sollen sie es aber auch den Medienunternehmen angeboten haben.

        Zusatz: irgendwo las ich, dass DAS auch der Grund war, weshalb das Verfahren überhaupt ins Rollen kam. Nicht SIE hat als Erstes eine Anzeige gestellt, sondern irgendein Mediaanbieter, dem die Sache angeboten war und das doch etwas sehr seltsam vorkam…

        Ich mein, ernsthaft Leute:
        Wer von Euch hält sie denn wirklich und echt (noch) für ne Falschbeschuldigerin?

      • „Wer von Euch hält sie denn wirklich und echt (noch) für ne Falschbeschuldigerin?“
        Ist glaube ich irrelevant, wer das persönlich glaubt, da kaum einer von uns die Akte gesehen hat, aber dass eine Staatsanwältin leichterfertig mit dieser Anschuldigung umgeht mag ich mir nicht vorstellen, und da der Rest der Videodateien wohl eindeutig gezeigt, dass weder K.O.-Tropfen noch eine Vergewaltigung abgelaufen ist wäre GLL Unterstellung (auch wenn sie diese vielleicht aus dem verständlichen Grund geäußert hat, weil sie das Video aus dem Internet entfernt haben wollte) eine Falschaussage.

      • @ mitm: Du hast völlig Recht, Fischers Polemik macht nur einen kleinen Teil seiner Texte aus, und ist auch zu fast allen Themen zu finden, also nicht spezifisch. Ich finde allerdings, dass er in diesem Text und in dem Kommentar mit den Bemerkungen zu Lohfink („dummes Mädchen aus der Unterschicht“,„Vorzeigen-von-dicken-Silikonbrüsten“) sich einem Bereich nähert, der ihre Würde tangiert. Sie hat zwar mit ihrem Verhalten, nach allem was wahrscheinlich ist, versucht, zwei (für diesen Tatvorwurf) Unschuldige auf Jahre in den Knast zu bringen, die Justiz schwer beschädigt, sowie dies noch medial ausgeschlachtet („Stiftung für Opfer sexueller Gewalt gründen“, my ass… da würde ich mich aber bei ihr bedanken) und ich kann verstehen, wenn sich in Fischer daher eine erhebliche Wut aufgebaut hat. Trotzdem, sie ist noch nicht rechtskräftig verurteilt, und seine Äußerungen sind unprofessionell. Nicht vom Inhalt, aber von der Wortwahl her.

        Ich bin mir übrigens nicht sicher, ob ich Wehner und speziell Strauß in der Politik wirklich vermisse (bzw. vermissen würde, habe sie nicht mehr erlebt). Beide haben ja auch schlussendlich den Kürzeren gezogen gegenüber nicht so stark polarisierenden Alternativen (Brandt bzw. Kohl).

        In der Printausgabe der Zeit von heute findet sich übrigens ein Artikel von Dagmar Rosenfeld mit (für mich) neuen Informationen (S.10). Danach haben beide Männer einen Strafbefehl wegen Filmens erhalten, und Lohfink sagte bei der Poilzei aus, sie hätte Verletzungen (u.a. an Hals und Backe) gehabt, sie hätte den Hausarzt und einer Frauenärztin aufgesucht, diese sei auch „total geschockt“ gewesen, Atteste würden existieren. Datum der Besuche und sogar der Name der Frauenärztin seien ihr aber nicht bekannt, die Atteste wurden der Staatsanwaltschaft trotz Nachfrage nie vorgelegt – der Anwalt will sie jetzt aber „gegebenenfalls vorlegen“. Warum das nicht schon im Verfahren gegen die Männer. wegen Vergewaltigung passiert ist, ist schwer zu erklären…Ihrer Managerin, die sie am Tag danach getroffen hatte, sind diese Verletzungen allerdings nicht aufgefallen.

        @ semikolon:
        „Unter diesem Namen sollen sie es aber auch den Medienunternehmen angeboten haben.

        Zusatz: irgendwo las ich, dass DAS auch der Grund war, weshalb das Verfahren überhaupt ins Rollen kam. Nicht SIE hat als Erstes eine Anzeige gestellt, sondern irgendein Mediaanbieter, dem die Sache angeboten war und das doch etwas sehr seltsam vorkam…“

        Quelle? Widerspricht allen Informationen, die ich bisher in der Presse gelesen habe. Warum Täter ein Video veröffentlichen sollten, auf denen Opfer und Täter identifizierbar sind und das eine mit 2* bis 15(!) Jahren Haft bedrohte Straftat zeigt, ist auch kaum erklärbar. Deine diesbezügliche Theorie ist komplett hanebüchen – Vergewaltigung ist ein Offizialdelikt, dass die Staatsanwaltschaft verfolgen muss, sobald sie von einem Anfangsverdacht Kenntnis erhält. Auf die Anzeige des Opfers kommt es dabei nicht an, die kann jeder stellen, der das Video gesehen hat.

        Sollte das Gericht feststellen, dass durch KO-Tropfen das Opfer „in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung“ gebracht wurde (und meines Wissens ist die Gefahr bei diesen Substanzen vor allem bei Mischkonsum mit Alkohol sehr hoch!), beträgt die Mindeststrafe 3 Jahre. Dazu noch Verstöße gegen BtMG etc.

      • @ krams Juni 23, 2016 um 2:37 pm „sich einem Bereich nähert, der ihre Würde tangiert.“

        Das ungefähr war mein Bauchgefühl, warum „ich ziemlich schlucken [mußte]“, das ich nicht richtig in Worte fassen konnte. Ich hatte vor dieser Affaire noch nie von Frau Lohfink gehört (GNTM etc. interessiert mich nicht) und kenne sie, ihre Oberweite und ihre öffentliche Selbstdarstellung nicht. Wie auch immer Frau Lohfink sein mag, mir selber wird hoffentlich nie so eine Verbalentgleisung über die Lippen kommen, auch wenn ich noch so wütend bin.

        Allerdings scheint ein rüder Tonfall in diesen Kreisen (GNTM, Trash-TV, …) fast normal zu sein, mit einigermaßen höflichen Umgangsformen hört einem gar keiner mehr zu.

        Und um ehrlich zu sein: die feministische Propaganda und der Kampf gegen die Verfassung von SZ, ZEIT, Tagesspiegel, Spiegel usw. bringen mich nach jahrelanger Beobachtung inzwischen dermaßen auf die Palme, daß auch ein punktueller Stilbruch wie der von Fischer ausnahmsweise durchgehen kann, wenn er irgendwie eine Gegenöffentlichkeit schafft. Und das hat er wirklich: aktuell über 1300 Kommentare. Das ist selbst für seine Kolumne enorm. Aber er hat auch in ein Wespennest gestochen.

        Fun fact am Rande: auf http://www.zeit.de/index wird unter den „Meist­kommentiert“ ein Artikel „Mit dem Säbel rasselt eher Putin“ mit gut 500 Kommentaren angezeigt, der Fischer-Text ist seit Erscheinen der mit Abstand am meisten kommentierte, aber in dieser Liste nie gezeigt worden. So ein Zufall 😉 Leider erscheint er auch nicht in der Liste der meistgelesenen Artikel, grob geschätzt dürften das weit über 100.000 Zugriffe sein, die wiederum von mehreren 10.000 unterschiedlichen Personen verursacht sein dürften.

        Damit hat dieser eine Text mehr Reichweite gemessen in der Zahl der Personen erzielt als alle Masku-Blogs in einem Jahr zusammen. Und er vertritt ganz zentrale maskulistische Anliegen, nämlich die Wahrheitsverdrehung der feministischen Presse und die Unterwanderung demokratischer Strukturen durch feministische mafiöse Frauenbünde zu beenden. Deswegen bin ich Fischer extrem dankbar dafür, mehr Gegenöffentlichkeit gegen die feministische Propaganda geschaffen zu haben.

      • @Semikolon Juni 23, 2016 um 10:40 am „… verratet mir doch mal was ihr denkt, warum die sich selbst belastet haben.“

        Zu den beiden strafrechtlichen Fällen (mögliche Vergewaltigung durch die beiden Männer und mögliche Falschaussage vor Gericht und bewußte Falschbeschuldigung durch die Frau) kann ich nicht vernünftig Stellung beziehen, wenn ich nur einen Bruchteil der Beweismittel kenne, die Personen nicht einschätzen kann usw. In solchen Fällen habe ich keine Meinung, man kann nicht zu allem eine qualifizierte Meinung haben.

        Grundsätzlich sehe ich aber keinen Grund, an der Arbeit des Gerichts und der Staatsanwaltschaft bzw. an den Urteilen zu zweifeln. Das eine veröffentlichte Video und dessen Etikettierung durch die Männer reichen auf keinen Fall, dem Gericht derartige Vorwürfe zu machen. Im übrigen kann Lohfink ja in die nächste Instanz gehen und den Fall erneut durchleuchten lassen. Sie ist aber nach meinem Eindruck sehr billig davongekommen. Wenn die nächste Instanz noch deutlicher zum Befund kommt, sie hätte das Gericht angelogen und die Männer falsch beschuldigt, dann kann aus der Geldstrafe auch schnell eine Haftstrafe (vermutlich zur Bewährung) werden. Zumindest solange die Richter noch auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Wenn es nach Frau Schwesig und Herrn Maas geht, wird die Gerichtsbarkeit ja demnächst durch eine Art feministische Scharia ersetzt, bei der die Männer immer automatisch schuld sind …

      • »Wer von Euch hält sie denn wirklich und echt (noch) für ne Falschbeschuldigerin?«

        Fürs Protokoll: auch ich – weil auch ich keinen Anlass sehe, die Argumentation des Gerichts in Frage zu stellen. Eine Beweiswürdigung ist erfolgt, und zwar auf einer weit vollständigeren Materialgrundlage als der Öffentlichkeit zugänglich war (es sei denn vielleicht, man hat rechtzeitig diesen kompletten Clip gegoogelt).

        Und fürs Filmen und Veröffentlichen hat das Gericht die beiden ja verknackt.

        Alles Wesentliche wurde in den Kommentaren bereits zur Genüge argumentiert. Der eigentliche Skandal ist die politische Einmischung in die Justiz. Als ob wir in Putins Russland lebten.

        »Da bleibt imho wirklich NULL Raum für die Annahme einer vorsätzlichen falschen Verdächtigung…«

        Liebe Semikolon! Mach mal ’nen Punkt. Ausrufezeichen!

  • „Der Bericht im Spiegel suggeriert allerdings, ohne es deutlich zu benennen, dass Lohfink den Vergewaltigungsvorwurf benutzt hat, um einen anderen Zweck zu erreichen: Erst dadurch nämlich sei die Polizei zu einer Beschlagnahmung der Videos bewegt worden, deren Veröffentlichung Lohfink dringlich verhindern wollte. Stimmt das, dann ist der Vorwurf der falschen Verdächtigung richtig.“

    Die Reihenfolge war m.W.n. also:

    die Anzeige wegen des Videos wurde nicht von ihr getätigt, sondern von einem „unabhängigen Dritten“
    als sie ihre erste Aussage tätigte nahm sie aufgrund ihrer Erinnerungslücken zunächst dezent Abstand von dem Wort „Vergewaltigung“
    nachdem sie das Material sah erinnerte sie plötzlich auch Dinge wie dass sie um Hilfe und nach der Polizei gerufen hätte
    und erst als sie mehrere Puzzleteile für sich zusammenhatte stellte sie die Vergewaltigungs-Anzeige

    Da bleibt imho wirklich NULL Raum für die Annahme einer vorsätzlichen falschen Verdächtigung…

    • @Semikolion,
      bei aller Liebe:
      „Zusatz: irgendwo las ich, dass DAS auch der Grund war, weshalb das Verfahren überhaupt ins Rollen kam. Nicht SIE hat als Erstes eine Anzeige gestellt, sondern irgendein Mediaanbieter, dem die Sache angeboten war und das doch etwas sehr seltsam vorkam…“
      Von der Geschichte mit dem als Vergewaltigungsvideo anbieten weiß ich nichts, fänd aber mal ne Quelle interessant. Das Video was ich dann mal gesucht habe war, bei kurzer Übersicht über die enthaltene Site, nicht unter Vergewaltigung gelabelt, evtl. war es in der Kategorie, aber kein Label. Das es in der Kategorie war, aber ohne Label, kann aber auch ganz andere Gründe haben. Nun zu obigem Zitat, da kommt ein Mediendingsbums und informiert die Polizei weil es eine Vergewaltigung gegeben haben soll, GL Lohfink ist da nicht mit drin, hängt sich dann an die Anzeige ran und dann, schwups kriegt sie einen Strafbefehl weil Sie eine Falschanzeige gemacht haben soll? Was kommt als nächstes, das es Marsmenschen waren?
      Wie darf man sich das vorstellen, da kommt ein Mediendingsbums zur Polizei, oder informiert die, die machen was? Rufen dann einfach mal bei GL Lohfink an? Ich will ja nix sagen, aber mir hat man ein Vergewaltigungsvideo von Schleswig angeboten. Was mach die Polizei da? Genau eine Anzeige aufnehmen, Lohfink als Zeugin befragen und dann… ist sie keine Falschbeschuldigerin mehr. Können wir uns noch an den Fall Kai Pflaume erinnern? Da hat die Gute das einem Freund am Telefon gesteckt, die Polizei hat den Freund überwacht und mitgehört, die Polizei hat daraufhin ermittelt, die Frau auch befragt, und was war? Keine Anzeige wegen Falschbeschuldigung…

      Es geht hier aber nicht darum ob sie schuldig ist oder nicht, sondern wie sich die lieben Damen in der Politik verhalten. Wenn sich Erdogan in die Justiz einmischt ist großes Kino, der Sultan der Türkei ist das mindeste was unsere Presse tittelt. Wenn die Presse bei Kachelmann jegliche Neutralität vermissen lässt, dann ist Schicht im Schacht und Untergang des Abendlandes. Wenn aber Politikerinnen hier rumrennen wie aufgescheuchte Hühner (Achtung Sexismus!), dann ist das alles kein Problem…

      Was wäre denn die Konsequenz dieses Verhaltens? Zutreffendes ankreuzen:
      [ ] Wir machen, damit sich die Bevölkerung (und um die geht es hier ja bei der Überwachung der Justiz) ein Bild machen kann, die gesamte Verhandlung öffentlich. Opferschutz Ade!
      [ ] Wir schaffen mal den Rechtsstaat ab, denn eine Trennung von Judikative und Legislative ist nicht mehr gegeben wenn die Politik Richter und Staatsanwälte öffentlich angreift ohne den Fall zu kennen.
      [ ] Wir spielen mal ein wenig Türkei und den Eingriff der Politik in die Autonomie der Staatsanwaltschaften (Stichwort weisungsgebunden und Grünen-Rechtsexpertin Canan Bayram ) und suchen eine Kalifantin.
      Kleiner Tipp, Mehrfachnennungen sind möglich!

    • @ Semikolon „verratet mir doch mal was ihr denkt, warum die sich selbst belastet haben.“ Dass sie kommerzielle Interessen hatten und sich zusätzlich womöglich als tolle Typen darstellen wollten, die mit Gina Lisa Lohfink Sex hatten – davon kann man wohl ziemlich sicher ausgehen. Was sie als Menschen sehr unsympathisch macht, um das vorsichtig auszudrücken. Nur sind sie deshalb eben noch keine Vergewaltiger.

      Ich hab ja auch im Text zu der Darstellung im „Spiegel“, die für Lohfink durchaus belastend ist, Distanz bewahrt – und nur überlegt, was der Fall wäre, wenn diese Darstellung stimmt. Denn das ist es, was mich ungeheuer stört an der medialen Verwertung des Falles: Da wird immer wieder ein Wissen simuliert, das irgendwelche Leute bei Twitter rechtmäßigerweise ebenso wenig haben können wie die Familienministerin, und das bestenfalls Staatsanwaltschaft, Gericht und Anwälten zugänglich ist, die Einsicht in die Akten haben. Und möglicherweise selbst denen nicht.

      Die Kritik an Wizorek, Schwesig & co. ist ja nicht, dass Lohfink ganz gewiss schuldig wäre und sie das einfach nicht zu Kenntnis nehmen wollten. Ich hab auch noch von niemandem gelesen, der die beiden Männer nicht – zumindest wegen der Veröffentlichung des Videos, denn die steht ja außer Zweifel – für Arschlöcher gehalten hätte. Es geht nur darum, dass hier über Medien und sogar aus der Regierungspolitik massiver Druck auf Staatsanwaltschaft und Gericht aufgebaut wird. Selbst wenn dieser Druck in diesem Fall nicht erfolgreich ist – Staatsanwälte und Richter wissen nun ganz genau, dass sie ohne Skrupel medial vorgeführt werden, wenn sie politisch inopportune Entscheidungen treffen. Und, noch schlimmer: Niemand der Angreifer fragt danach, ob sie diese Entscheidungen nicht möglicherweise nach bestem Wissen getroffen haben.

      In einer halbwegs intakten politischen Landschaft würde Schwesig damit nicht durchkommen, Mit ihrer offenen Missachtung der Gewaltenteilung hat sie sich als Ministerin disqualifiziert. Und was noch schlimmer ist: Der einzige Grund, den das „Team Gina Lisa“ für die Unterstützung Lohfinks angibt, ist – dass sie eine Frau ist. Stell Dir mal vor, die Gegenseite würde sich genauso simpel positionieren und behaupten, die Männer wären im Recht, weil sie nunmal Männer sind – irgendjemandem würde schon auffallen, dass das Argument bescheuert ist.

      Aber auf der anderen Seite steht als Gegenstück zum „Team Gina Lisa“ eben überhaupt kein Team, das die Männer unterstützen würde – sondern einfach nur die Überzeugung, dass Gerichte ihre Entscheidungen unabhängig treffen müssen. Es ist eben diese rechtsstaatliche Überzeugung, die von Schwesig, Wizorek und co. angegriffen wird – und das ist falsch, unabhängig davon, wie sich der Fall tatsächlich im Einzelnen zugetragen hat (was wir ja alle nicht wissen).

      • @Schoppe

        Du schreibst:

        „Es geht nur darum, dass hier über Medien und sogar aus der Regierungspolitik massiver Druck auf Staatsanwaltschaft und Gericht aufgebaut wird.“

        Gut, dass Medien über den Fall berichten, ist m.E. in Ordnung. Die Frage stellt sich einfach, wie sie darüber berichten. Berichten sie möglichst ausgewogen und objektiv oder eben moralisierend und emotionalisierend – also schlussendlich populistisch.

    • @Semikolon:
      Um deine obige Frage zu beantworten:
      Ich halte sie für eine Falschbeschuldigerin. Nach dem, was in die Öffentlichkeit dringt, ist das ziemlich offensichtlich. Grund scheint zu sein, daß ihr die Bestrafung wegen des nicht genehmigten Online-Stellens nicht genug war, sie wollte den Typen anscheinend richtig weh tun.

      Und viel wichtiger: die Staatsanwaltschaft, die den Vorfall im Detail kennt und gründlich untersucht hat, hält sie ebenfalls dafür. Im Moment gibt es wirklich keinen ersichtlichen Grund anzunehmen, daß GLL in der Frage „Vergewaltigung oder nicht?“ nicht lügt.

      Und nochmal: es gibt Tausende Videos, die uner dem Label „Vergewaltigung“ veröffentlicht werden. Deiner Meinung nach sollte man langsam mal ein paar Prozesse beginnen, oder? Die ganze Empörung ist und bleibt grenzenlos albern.

    • Nachtrag:
      Sie hat sich angeblich nicht mehr erinnert, und dann anhand des Videos ihre „Erinnerungslücken“ gefüllt? Jetzt wird es wirklich langsam albern. Zumal die Geschichte mit den KO-Tropfen (die evtl irgendwelche Erinnerungslücken erklären könnten) ja ziemlich sicher erfunden war. Im vollständigen Video ist – laut Medienberichten – wohl zu sehen, daß sie durchaus bei vollem Bewußtsein war.

      Sorry, es läßt sich nicht alles in die Opferschiene hinbiegen – ein bisserl Konsistenz in der Darstellung sollte schon bleiben. Die Frau lügt, genauso wie „Jackie“ in den USA, genauso wie die Dame mit der Matratze. Und anstatt das immer wieder zu negieren und mit absurden Konstrukten zu rechtfertigen, wird es vielleicht mal Zeit, dieses Phänomen anzuerkennen und zu untersuchen. Sprich: Merkmale von Falschbeschuldigungen zu analysieren. Das würde es nämlich auch einfacher machen, wirkliche Vergewaltigungen zu erkennen und zu bestrafen.

  • Erstmal muss ich eine Korrektur anbringen:

    es war anscheinend nicht ihr Anwalt (wär ja auch ein Hammer gewesen!), sondern der der Verteidigung, der davon sprach, sie hätte den Sex genossen.
    Das ist zwar eine nichtige, anmaßende Falschaussage, aber erwartbar für seine Fraktion.

    Das hier:

    „Dabei hatte ursprünglich gar nicht Gina-Lisa Lohfink die Polizei eingeschaltet, sondern die Redaktionen, denen das „Vergewaltigungsvideo“ angeboten worden war, und die es – das muss lobend erwähnt werden – nicht gekauft hatten.“

    stand im von mitm verlinkten Beitrag:

    http://ze.tt/warum-gina-lisa-lohfink-unsere-heldin-ist/?utm_campaign=zonparkett&utm_medium=parkett&utm_source=zon

    Allerdings gebe ich zu, dass die Darstellung, auch die Erst-Anzeige wär wenigstens über ihr Management gelaufen, häufiger ist (was nicht bedeuten muss, dass sie deshalb wahr sein muss).

    Was glauben wir denn eigentlich, wie hoch die Geldstrafe ausgefallen wäre, wenn die Erst-Veröffentlichung direkt via BILD oder so erfolgt wäre? (ohne gesucht zu haben schätze ich, dass die Medien Standbilder oder Ausschnitte aus dem illegalen Material straflos veröffentlichen durften nach der Anzeige und das Manche vermutlich auch taten … Alles für die Quote)

    „Aber auf der anderen Seite steht als Gegenstück zum „Team Gina Lisa“ eben überhaupt kein Team, das die Männer unterstützen würde“

    Lass mal überlegen, wen wir da so neben der Staatsanwaltschaft und der Richterin Alles haben: die drei Männer im Gerichtssaal, die sie filmten und beleidigten und dafür nicht belangt wurden. Alle männlichen Artikelschreiber und Kommentatoren, wenn ich nichts übersehe. Jeder, der meint, als Geschädigte würde sie mit 24.000 Euro Strafzahlung „billig wegkommen“, während gleichzeitig zu Protokoll gegeben wird, dass die Täter ja schon hinreichend bestraft worden wären mit 1350 Euro bzw. nix. Jeder, der – zum Mittäter geworden durch das Aufrufen des illegalen Materials – meint, er oder sie hätte durch die direkte Übernahme der Tätersicht (die mit Sicherheit nicht Alles Wesentliche festhielten) den Überblick über die Einvernehmlichkeit des Geschehens in der Tatnacht. Jeder, der darauf verzichtet, die Männer als Straftäter zu bezeichnen. Der lieber von „unsympathischen“ „Arschlöchern“ oder sowas spricht, anstatt anzuerkennen, dass sie – zweifellos – eine Tat gegen die sexuelle Selbstbestimmung dieser Frau verübt haben, sprich Sexualstraftäter sind.

    Einer der Täter soll sich (vor der Video-Veröffentlichung) übrigens per SMS bei Gina Lisa entschuldigt haben mit der Aussage „ich war ein Arschloch“.
    Auch das ein ziemlich belastendes Schuld-Indiz in meinen Augen.

    Den Männern war vor der Tat für die sie verurteilt wurden schon bewusst, dass sie mit einem Bein im Knast stehen. Die Veröffentlichung war sowas wie eine Verzweiflungstat. Sie hatten fast keine Chance mehr, also nutzten sie sie…

    Stellt Euch doch mal vor, sie hätte Anzeige gestellt und man hätte das Material dann erst bei ihnen gefunden. Das wäre ihnen sicherlich stärker zur Last gelegt worden, vor allem aber hätten sie die Öffentlichkeit nicht mehr so leicht hinter sich gekriegt.

    Eigentlich ists ja sinnlos weiterzudiskutieren, so Bombenfest wie hier die Ansicht vorherrscht, sie hätte wissentlich und willentlich jemand „Unschuldigen“ falsch verdächtigt, aber ich will doch wenigstens eins noch fragen:

    an welcher Stelle hätte die Story (wie?) anders laufen müssen, damit sie für Euch glaubwürdig geworden wäre?

  • Und Gewalt gegen Jungen?

    Hadmut wies in einem Blogeintrag auf diesen Artikel hin:
    http://www.welt.de/vermischtes/article156754226/New-York-ist-besessener-vom-Geld-als-je-zuvor.html

    Dort wurde Luka als „Mädchen“ bezeichnet.

    Meine Hinweiskommentar (mit Nachweis-Quelle) wurde gar nicht erst veröffentlicht.

    Nach einem zweiten (oder mehreren) änderter die WELT still und heimlich in

    TATATA

    „ein Kind“.

    Sexistische Kackscheisse!

    Grüße
    Andreas Kuhn

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