Wie Gina-Lisa mich zum Feministen machte

Der Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink war noch vor ein paar Tagen Anlass für eine aufgeregte Debatte. Auf der einen Seite das #TeamGinaLisa, das die Angeklagte unabhängig von den Vorwürfen gegen sie wütend und offensiv verteidigte, und auf der anderen Seite ein TeamRechtsstaat, das darauf beharrte, ein Gericht müsse unbeeinflusst von medialem und politischem Druck seine Entscheidungen treffen können.

Doch einige Stimmen fehlten spürbar, obwohl sie gerade hier besonders wichtig gewesen wären: die Stimmen von Feministinnen nämlich. Dass sie stumm blieben, ist gerade in diesem Fall besonders schade – schließlich geht es hier nicht allein um die Sexualität von Frauen und Männern, um gegenseitige Vorwürfe, sondern auch darum, wie Frauen in der Öffentlichkeit repräsentiert werden.

Diese Repräsentation durch Lohfink und ihr Team aber war so abwertend, so böswillig, so unterstellend, ja insgesamt so katastrophal, dass eine feministische Gegenwehr unbedingt nötig gewesen wäre.

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Heute ist die Bedeutung dieses Symbols klar: Eine Hand, die nach einem Rettungsring greift. Ob es aber früher einmal etwas anderes bedeutete, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.

Nun ist es aber immer besser, etwas selbst zu tun, als einfach nur zu klagen und zu appellieren. Daher formuliere ich diese feministische Gegenwehr hier einfach einmal selbst – irgendjemand muss es ja machen, auch wenn ich gerade eigentlich anderes zu tun hätte (ich hab nämlich den neuen Harry Potter gelesen und möchte gern etwas über die sehr auffälligen Väterfiguren schreiben). Aber das kann ich aufgrund der Dringlichkeit des Falles gern ein wenig zurückstellen.

Wir wissen ja, dass feministische Arbeit an der Geschlechterordnung ohnehin immer unter undankbaren Umständen erledigt werden muss – von Menschen, die eigentlich gerade vieles andere zu tun hätten – und ohne Gegenliebe zu erfahren, mediales Interesse zu erwecken oder institutionelle Unterstützung zu bekommen, dafür aber gegen viele verbissene Widerstände. Da kann ich natürlich nicht erwarten, dass für mich eine Ausnahme gemacht wird.

 

Wo Maschinengewehre niedlich sind

Warum aber hat sich noch keine Feministin darüber beschwert, dass Frau Lohfink und ihr Team Frauen als Wesen hinstellen, die eigentlich nicht so recht verantwortlich sind für das, was sie tun? Als Wesen, von denen keinesfalls erwartet werden kann, sich mit Realitäten außerhalb ihrer eng begrenzten gewohnten Wahrnehmung länger als 2 bis 3 Sekunden auseinanderzusetzen?

Diese gehässige Darstellung von Frauen ist altbekannt – als kleine realitätsuntüchtige Weibchen, die verloren sind ohne entschlossene, männliche Unterstützung. Ibsens Nora ist zu Beginn eine solche Frau – von ihrem Mann als „Lerche“, als „Eichhörnchen“ oder als „Zeisiglein“ liebevoll verspottet, weil sie ohne Überblick über das von ihm erarbeitete Geld zu Weihnachten deutlich zu viel ausgegeben hat.

Gina-Lisa Lohfink hatte einen Strafbefehl wegen Falscher Verdächtigung erhalten, und in der Verhandlung gegen sie stellte das Gericht noch einmal fest, dass sie offenkundig die Unwahrheit gesagt hatte. Mit dieser Unwahrheit hätte sie immerhin einige Männer für mehrere Jahre hinter Gitter bringen können, wenn es für die schlecht gelaufen wäre. Staatliche Institutionen wären dabei Instrument ihrer Aggression gegen diese Männer gewesen.

Selbst eine Ministerin aber trat ihrem Team bei, dem all dies ganz egal ist. Als ob eine Frau selbst dann noch ein niedliches und liebenswertes Eichhörnchen und Zeisiglein wäre, wenn sie gerade versucht hat, anderen Menschen eine erheblichen Schaden zuzufügen.

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Die #TeamGinaLisa-Demonstrantinnen vor dem Gericht bestätigen dieses Bild. Hass Hass Hass auf die Justiz verkünden sie auf einem großen Plakat, auf dem das alte Symbol der Terrorgruppe RAF abgebildet ist – ein fünfzackiger Stern mit einem Maschinengewehr. Das Gewehr aber hält hier das niedliche Disney-Schneewittchen, eine Märchenprinzessin aus einem Kinderfilm. Als ob ein Maschinengewehr, sobald eine zarte Frau es bedient, flugs nur noch liebliche Blümelein und kleine leckere Glückskekse verschießen würde.

Eben in diesem Sinn reagieren dann auch die Besucher auf das Plakat und die jungen Frauen, die es hochhalten.  Obwohl unübersehbar von Hass auf die Justiz die Rede ist – und für die wenigen, die es nicht gleich beim ersten Mal merken, gleich noch zwei Mal hinterher – und obwohl hier mit dem Symbol einer terroristischen Vereinigung operiert wird, kommt niemand auf die Idee, hier würde Gewaltpropaganda gegen Angehörige des Gerichts betrieben. Die Passanten schauen sich auf einigen Bildern das Plakat so großzügig-interessiert an, als würden hier stolze junge Mütter Bilder ihrer Kinder herumzeigen.

 

Die harmlose Heilige und der Gentleman

Noch schlimmer als diese offenbar gezielte Infantilisierung von Frauen aber ist die Unterstellung, von ihnen könnte nicht erwartet werden, sich mit Realitäten auseinanderzusetzen. Der Anwalt Lohfinks erklärt selbst zu ihrer Verteidigung, sie

„habe die beiden Männer nie der Vergewaltigung bezichtigt. Also nicht explizit jedenfalls (…).“

Deshalb müsse sie auch freigesprochen werden. Das aber hindert die Bloggerin und Autorin Anne Wizorek, die sich perfiderweise selbst als Feministin bezeichnet, nicht daran, noch nach dem Urteil festzustellen, „Gina-Lisa“ sei „nach wie vor der richtige Fall, um über Vergewaltigungen zu reden“.

In ihrem Text macht Wizorek den Kritikern Lohfinks heftige Vorwürfe:

„Dass ihr Frauen nicht glaubt, vergewaltigt worden zu sein, weil sie offen mit ihrer Sexualität umgehen, sich die Haare blondieren, eine Brust-OP hatten und im Reality-TV zu sehen waren?“

Darum allerdings ging es gar nicht. Lohfink wurde deshalb nicht geglaubt, weil ihre Aussagen durch ein medizinisches Gutachten und durch eine Filmaufnahme, welche die beiden Männer zu ihrem Glück gemacht hatten, offenkundig widerlegt wurde.

Wizorek weiter:

„Wie grotesk ist es außerdem, dass nun gerade Medienmenschen Gina-Lisa Lohfink auch noch einen daraus Vorwurf machen, weil diese mit Medien geredet hat?“

Genau genommen lautete der Vorwurf, dass Lohfink zwar ausgiebig mit den Medien geredet, sich aber vor Gericht nicht geäußert habe, und dieses Verhalten erscheint mir gerichtstaktisch durchaus recht unklug. Auch das ist also perfide: Dass Wizorek gezielt den Eindruck erweckt, von einer Feministin könne keineswegs erwartet werden, einfache Argumente gegen ihre Position nachzuvollziehen.

Welche Konsequenz aber hätte es denn, wenn Lohfink, Wizorek und ihr Team sich durchsetzen würden? Wenn einer Frau in jedem Fall geglaubt würde, ohne den Wahrheitsgehalt ihrer Aussage oder ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen, womöglich gar kritisch?

Bei Lohfink spielt die Frage, ob eine Frau tatsächlich vergewaltigt worden ist, überhaupt keine Rolle mehr. Es kommt nicht darauf an, was tatsächlich geschehen ist – sondern darauf, was sie sagt.

Angeklagte werden dann aber nicht dafür verurteilt, dass sie etwas getan haben, sondern dafür, dass sie von einer Frau beschuldigt werden. Eine Verurteilung auf Zuruf. Was aber einer Frau einerseits viel Macht verleiht, entwirft andererseits ein furchtbares Bild von ihr. Sie wird behandelt wie jemand, dem auf gar keinen Fall abverlangt werden kann, die eigene Wahrnehmung einer Situation mit der Wahrnehmung anderer abzugleichen. Oder gar mir allseits überprüfbaren Sachverhalten, den sogenannten „Tatsachen“.

Da sie aber als ein Wesen dasteht, von dem Realitätstüchtigkeit gar nicht erwartet werden kann, braucht sie andere, realitätstauglich agierende und schützende Instanzen, die für sie einstehen. Mit einer „Schutzlücke“ im Gesetz ist denn auch das neue Sexualstrafrecht begründet worden. Die taz hat Tatjana Hörnle, Jura-Professorin an der Berliner Humboldt Universität und Expertin für Sexualstrafrecht, dazu interviewt und nach der Bewertung eines alltäglichen Fallbeispiels gefragt.

taz: „Ein Paar liegt im Bett, sie will Sex. Er sagt, er sei zu müde. Sie gibt nicht auf und streichelt seinen Penis, bis er doch Lust hat. Ist das künftig strafbar, weil sie sein Nein ignoriert hat?“

Hörnle: „Das Verhalten der Frau mag zwar den Tatbestand des neuen Gesetzes erfüllen. Aber ich bitte Sie, welcher Mann zeigt seine Partnerin nach einer solchen Situation an?“

Und welcher Jurist hätte schon jemals davon gehört, dass Menschen mitten in Beziehungsstreitigkeiten oder nach Trennungen alles Mögliche nutzen, um es gegen Partner oder Partnerin auszuspielen? Ich bitte Sie.

Da schafft ein Gesetz also haufenweise neuer Straftatbestände, nach denen ein Gericht dann einen Menschen übrigens im vorgegebenen Strafmaß verurteilen muss. Es hat dann nicht die Wahl, von einer Verurteilung abzusehen, weil die Anzeige irgendwie albern aussieht. Offenbar kamen die Verfasser der Gesetzes bei aller Konzentration auf den Schutz von Frauen gar nicht auf die Idee, dass natürlich auch Männer nach dem neuen Gesetz ihre Frauen anzeigen könnten. Oder sie verließen sich eben darauf, dass ein Gentleman so etwas Stilloses wie eine Vergewaltigungsanzeige ganz gewiss nie einer Frau antun würde.

Die Frau wiederum hat in diesem Weltbild gewiss immer gute Gründe, wenn sie den Mann anzeigt. Entweder ist sie dazu fähig das Gesetz auszunutzen, würde es aber nie tun – dann ist sie grundsätzlich eine Heilige. Oder sie ist zum Ausnutzen eines solchen Gesetzes gar nicht in der Lage – dann ist sie fundamental harmlos. Frauen sind hier also entweder harmlos oder heilig, und damit sie dabei nicht zu Schaden kommen, werden sie an die Galanterie der Männer verwiesen.

Es mag ja sein, dass mir meine männlichen Privilegien dabei den Blick verstellen – aber ich verstehe durchaus nicht recht, was diese Haltung eigentlich mit „Feminismus“ zu tun hat.

 

Ein Geistesblitz des Patriarchats

In diesem Feminismus, der eigentlich ein verkappter Antifeminismus ist, geht es eben nicht um Freiheit, oder um faire Chancen, oder um Solidarität – denn das würde ja jeweils eine gleichrangige, symmetrische Beziehung voraussetzen. Hier geht es um Schutz – und den gibt es nur im Rahmen einer asymmetrischen Beziehung zwischen denen, die Schutz brauchen, und denen, die ihn bieten.

Skandalös ist aus dieser Sicht nicht die Fixierung auf Ängste und Schutzbedürftigkeiten – skandalös ist lediglich, dass der Schutz nicht total ist, dass der allgute Vater Staat noch Lücken in seinem schützenden Mantel toleriert.

Damit wird Frauen dann der verrückte Eindruck erweckt, sie könnten sich eine Erfahrung ersparen, die für Männer – zu deren Vorteil, übrigens – ganz selbstverständlich ist: Dass es keinen absoluten Schutz gibt, und dass Menschen daher auf sich selbst und aufeinander aufpassen müssen.

Die antifeministische Familien- und Frauenministerin Manuela Schwesig kultiviert dieses Bild der Frau als Eichhörnchen und Zeisiglin besonders entschlossen. Zunächst unterstützt sie offen das #TeamGinaLisa und damit eine Straftat – möchte sich dann aber, nach deren Verurteilung, auf Nachfrage einfach nicht mehr dazu äußern.

„Es gab mal Zeiten da mussten in Deutschland Minister gehen weil sie den Hersteller eines Einkaufchips erwähnt hatten, auf Ministerpapier“,

schreibt hier Kai V. in einem Kommentar. Von einer Familien- und Frauenministerin kann aber wie selbstverständlich keine politische Verantwortung erwartet werden.

Ähnlich die von Schwesig finanzierte Kampagne zur Hate Speech im Netz. In der Welt der Ministerin kommt der Hass von Männern, die Opfer sind Frauen – Frauen selbst sind hier zu Hass gar nicht fähig, schlimmstenfalls zu niedlichen kleinen Aggressiönchen. Ebenso in der häuslichen Gewalt: Was der Mann der Frau tut, ist schrecklich und gewalttätig, was aber die Frau dem Mann tun kann, ist allezeit nicht der Rede Wert.

Wer einen anderen Menschen als Erwachsenen ernst nimmt, weiß allerdings immer auch, dass dieser Mensch ihm potenziell Schaden zufügen kann. Wer das Menschen  nicht zutraut, nimmt sie als Erwachsene nicht ernst.

Die Ministerin entwirft eine Welt, die für Frauen allezeit bedrohlich ist und die ihnen keine Möglichkeit des Schutzes und der Gegenwehr lässt – als wären sie existenziell hilflose Wesen, ausgesetzt in einer feindseligen Welt wie Vögelchen, die zu früh aus dem Nest gefallen sind.

Auch eine berufliche Karriere lohnt sich hier natürlich nicht. Da die Ministerin mitsamt ihrer Partei ausdauernd verkündet, Frauen würden 23% weniger verdienen als Männer, müsste eigentlich jedem jungen Paar klar sein, wer im Zweifelsfall daheim bleibt: Wie verrückt wäre es, wenn es der Mann wäre, der doch in der rauen Wirtschaft dort draußen jederzeit um ein Viertel mehr verdient als die Frau.

Dass das Gerede vom Gender Pay Gap schon vielfach widerlegt worden ist, ändert nichts an seiner Langlebigkeit. Es bedient Bedürfnisse, schürt Ängste und Schutzansprüche – und kann daher lästige Quälgeister wie Tatsachen und sachliche Analysen recht leicht beiseite legen.

Welche Arbeitgeber würde, andererseits, auch gern Menschen einstellen, die davon überzeugt sind, die Erwartung eines realitätsgerechten Verhaltens sei ein übler Trick einer böswilligen Umwelt?

Warum aber kommen antifeministische Akteurinnen wie Wizorek, Schwesig oder Lohfink so leicht durch damit, Frauen als Eichhörnchen und Zeisiglein darzustellen, hilflos einer feindlichen Umwelt ausgeliefert und existenziell angewiesen auf den Schutz eines allanwesenden, gütigen Staats?

Warum fällt linken Feministinnen nicht auf, dass solche Positionen geschlechterpolitisch frauenfeindlich sind und allgemein politisch reaktionär und autoritär?

Wie wäre es zur Abwechslung einmal mit einem feministischen Aufschrei?

Meine einzige Erklärung ist: Diese Akteurinnen haben Erfolg, weil sie viele Menschen ansprechen, Frauen UND Männer, die vor den Konsequenzen gleicher Rechte Angst haben. Die Angst vor einer Welt haben, in der Frauen prinzipiell dieselben Möglichkeiten haben wie Männer, Männer prinzipiell dieselben Möglichkeiten wie Frauen – und in der sie alle gemeinsam dieselbe Verantwortung tragen.

Sie sprechen Männer an, die den Glauben brauchen, sie hätten eine ganz besondere Macht und einzigartige Privilegien, nur weil sie Männer sind – auch und gerade dann, wenn sie abhängig sind von einem beschissenen Arbeitsplatz, ihre Kinder kaum noch sehen und ein paar Jahre eher sterben als ihre Frauen.

Sie sprechen Frauen an, die von der alten Forderung der sozialdemokratischen Frauenbewegung – „Gleiche Rechte, gleiche Pflichten“ – den Begriff Pflichten gestrichen haben, weil er ihnen irgendwie Angst machte und unbequem war, und die von gleichen Rechten auch nur dort etwas wissen wollen, wo Männer rechtliche Vorteile haben.

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Gäbe es ein Zentralkomitee des Patriarchats, das sich eines Tages mit der drängenden Frage beschäftigte, wie sich eigentlich selbstbewusste Frauen weiter in Abhängigkeiten halten lassen – dann wäre es, wenn es klug wäre, zu einem einfachen Schluss gekommen. Es hätte eine Politik entworfen, die Frauen wieder und wieder erklärt, dass sie beständig existenzielle Angst haben müssten, sei es in der Öffentlichkeit oder daheim – dass sie auch vor Gerichten keine Chance auf Hilfe hätten – dass sich ihre Erwerbsarbeit kaum lohne, weil sie ohnehin immer weniger verdienen würden als ihre Männer – und dass sie Schutz nur im Vertrauen auf mächtige väterliche Instanzen finden würden.

Diese Politik allerdings auch noch als „Feminismus“ zu bezeichnen, wäre ein ganz besonders gewagter Geistesblitz. Aber wenn er erfolgreich wäre, würden sich selbst Feministinnen nicht mehr gegen diese Politik wehren können, ohne Angst haben zu müssen, sogleich als antifeministisch dazustehen.

So würden dann vermutlich irgendwann die einzigen Menschen, die sich überhaupt noch trauen, feministisch zu argumentieren – ein paar Männerrechtler sein.

22 Kommentare zu “Wie Gina-Lisa mich zum Feministen machte

  1. Hannes sagt:

    Danke für den Artikel. Ein Gedanke: ist “ und die von gleichen Rechten auch nur dort etwas wissen wollen, wo Männer rechtliche Vorteile haben.“ die richtige, beabsichtigte Formulierung? Dass Frauen dort, wo Männer (und gemeint ist im Text wohl die gegenwärtige Lebenswelt und Rechtslage) „rechtliche Vorteile“ haben, Interesse an „gleichen Rechten“ haben, dürfte ja als wenig verwerflich gelten, ganz im Gegenteil.

    • aranxo sagt:

      Das ist ganz und gar nicht verwerflich. Verwerflich ist die Rosinenpickerei, was durch die Worte „nur dort“ ausgedrückt wird. Verwerflich ist, dort für gleiche Rechte zu sein, wo Männer rechtliche Vorteile haben, aber gleichzeitig sich dort, wo Frauen rechtliche Vorteile haben, sich vehement gegen die Implementierung von gleichen Rechten zu wehren.

  2. luisman sagt:

    Der heutige Feminismus ist eine Gegen-Emanzipation. Emanzipatorisch war das Einfordern gleicher Rechte, unabhängig von den Pflichten. Das wurde aber bereits vor 100 Jahren erreicht; das ein oder andere Überbleibsel war spätestens in den 70’ern auch in Deutschland erledigt. Die Entlassung aus der väterlichen bzw. (Ehe-)männlichen Gewalt (emancipatio) war damit erreicht. Womit der Feminismus kämpft ist die Selbstbefreiung, die Befreiung aus der eigenen Unmündigkeit, der Schwierigkeit der individuellen Selbstemanzipation. Der heutige Feminismus fordert immer wieder den Staat auf etwas für die Frauen zu tun, um angeblich zu fördern dass Frauen sich selbst emanzipieren. Damit fördern sie aber zum einen nur die Unmündigkeit von Frauen, zum anderen diskriminieren sie dadurch Männer; es ist also regressiv für die Freiheit aller.

    Feministen ersetzen den Vater oder Ehemann durch den Staat als Rundumversorger und Garant ihrer Sicherheit, ohne jegliche Gegenleistung erbringen zu wollen und unter Ablehnung eigener Verantwortung. Es ist ein kindliches Weltbild und Anti-Emanzipatorisch. Kein Wunder dass die sich dann auch oft kindisch und unverantwortlich verhalten. Deshalb stimme ich Dir, Schoppe, nicht zu. Was Du beschreibst ist alles sehr feministisch, es ist aber nicht emanzipatorisch.

    Ein Aspekt kommt mir in der Diskussion des Falles aber immer zu kurz. Die Richterin erwähnte ja, dass sie auch Männer verurteilt hat, nur auf Grund der „glaubhaften“ Aussage der angeblich vergewaltigten Frau. Wer glauben will soll in die Kirche gehen. Diese Übervölkerung der Gerichte durch Psychologen macht mir Bauchschmerzen, insbesondere in der Strafjustiz. Beweise durch Fakten sind irgendwie unmodern geworden. „Beyond a reasonable doubt“ und „in dubio pro reo“ werden schon oft genug von Politik, Polizei und Staatsanwälten ignoriert. Wenn Richter das teilweise auch schon ignorieren, Zweifel mit feministischer Ideologie beiseite wischen, dann haben wir Willkür-Justiz.

  3. lh sagt:

    Du nimmst an, dass Schwesig, Wiezorek und die ganzen Feministas in Wirklichkeit ernstzunehmende Akteure mit der Fähigkeit zur sinnvollen und souveränen Beurteilung und Darstellung sind und wunderst Dich, warum sie eine Darstellung wählen, die sie wie Zeisiglein aussehen lässt. Aber was, wenn diese Frauen in Wirklichkeit tatsächlich „Zeisiglein“ sind, die zur Erfassung ihrer Widersprüchlichkeiten und überhaupt nur einer zielgerichteten Zweckverfolgung gar nicht geistig in der Lage sind?

  4. ich bin schon länger zu der Auffassung geangt, dass Feministinnen die Gesellschaft garnicht verändern wollen, sondern dass es ihnen nur darum geht, sich persönliche Vorteile (auch ganz materieller Art) zu verschaffen. Die Mehrheit der Frauen ist ihnen dabei auch gleichgültig.

  5. Adrian sagt:

    „Warum aber hat sich noch keine Feministin darüber beschwert, dass Frau Lohfink und ihr Team Frauen als Wesen hinstellen, die eigentlich nicht so recht verantwortlich sind für das, was sie tun? Als Wesen, von denen keinesfalls erwartet werden kann, sich mit Realitäten außerhalb ihrer eng begrenzten gewohnten Wahrnehmung länger als 2 bis 3 Sekunden auseinanderzusetzen?“

    Weil das der Wesenskern des Feminismus ist.

    • crumar sagt:

      @Adrian

      Der Wesenskern dieses Feminismus ist feminine Impotenz und fiktionale Realität – man kann es nicht oft und deutlich genug sagen.
      Alles, was sie verkünden ist ein fake, nichts davon ist ernst zu nehmen.

      Lucas, du irrst dich, wenn du schreibst, sie: „verkünden sie auf einem großen Plakat, auf dem das alte Symbol der Terrorgruppe RAF abgebildet ist – ein fünfzackiger Stern mit einem Maschinengewehr.“ Erst einmal eine Vorbemerkung, weil Äußerungen zu diesem Thema lecht misszuverstehen sind: Ich hatte natürlich mit Terrorismus nie in meinem Leben etwas am Hut und habe die RAF immer abgelehnt.

      Im RAF Logo war der Stern rot und es gab nur den Stern und die Waffe und keine symbolische Figur, die diese geführt hätte.
      Es gab vor allem nie eine KINO-Figur, die diese Waffe geführt hätte – im Gegensatz zum Entwurf dieses albernen Feminismus, der Walt Disney und „Aschenputtel“ (Cinderella) bemüht.

      Um den märchenhaft irrealen Charakter einer Hollywood-Figur aus dem kalten Krieg (!) noch zu steigern – die verwendete (schlecht identifizierbare) Waffe hat noch nicht einmal ein Magazin.
      D.h. sie ist gar nicht geladen.

      Du könntest dieser Traumfigur also satt und lang auf die Nase hauen, weil du nichts zu befürchten hättest.
      Hinter dem „Hass, Hass, Hass“ steckt keinerlei Bedrohungspotential.
      Und dieser Feminismus ist zu dumm das zu bemerken.
      Feminismus ist die 1950er Version von Aschenputtel aus den USA mit einer Waffe ausgestattet, die nicht schießen kann.
      Es fällt mir richtig schwer, eine NOCH bessere Beleidigung zu formulieren.

      Schönen Gruß crumar

      Editiert 1.9.2016. 13:39

      • djadmoros sagt:

        @crumar:

        »Feminismus ist die 1950er Version von Aschenputtel aus den USA mit einer Waffe ausgestattet, die nicht schießen kann.«

        Das ist eine sehr treffende Beobachtung und eine sehr schöne Formulierung! In solchem Auftreten wird, wie ich finde, sehr schön das auf einer Fortsetzung »female hypoagency«, der Unterverantwortlichkeit, beruhende narzisstische Kokettieren mit Gewalt deutlich: solange sie andere mit ihren Drohgebärden einschüchtern können, treten sie entsprechend auf, aber sobald jemand versuchen sollte, sie dafür zur Rechenschaft zu ziehen, verantwortlich zu halten, ziehen sie sich auf plausible deniability zurück: war ja nur Spaß. Oder »Satire«. Nicht wirklich ernst gemeint. Konnte man sehr schön auch bei diesem Youtube-Dementi von Julia Schramm zu ihren »Bomber Harris«-Sprüchen sehen, das Christian mal verlinkt hatte.

        So wie bei dem Typus von Falschbeschuldigung, auf den junge Frauen »ganz harmlos« verfallen, weil sie gerade keine bessere Ausrede für eine Peinlichkeit oder eigene Verfehlung finden.

        Aber gegen »richtige« Gegner – also solche mit tatsächlicher und nicht bloß imaginierter Macht wie ein autoritärer Staat oder solche mit echter und nicht bloß imaginierter Gewaltbereitschaft wie ein Trupp Neonazis oder Islamisten – ist dieser Feminismus dann völlig zahnlos: nicht, weil »Zähne zeigen« notwendig mit Gewalt einhergehen müsste, sondern weil sie auf diese Weise für nichts einstehen, für das sie auch ein echtes persönliches Risiko tragen oder auch nur bloß Konsequenzen wie die Erfahrung, dass ihnen inhaltlich öffentlich widersprochen wird, aushalten müssten.

        Solange sie ihren postmodernen Luxustörtchen-Lifestyle mit den Accessoires des politischen »Engagements« ausstaffieren können, posieren sie als mutige, tabubrechende, nonkonforme Dissidenten. Vielleicht feiern sie auch mal eine bewaffnete kurdische Kämpferin gegen den IS – aber von Berlin aus, nicht in Rojava. Aber wenn sie auf offenen Widerspruch stoßen, der ihnen den Teint verbrennt – also ihr narzisstisches Selbstbild infrage stellt – dann brechen sie innerlich zusammen und sind tief verletzt wegen des »Hate Speech«, der ihnen entgegenschlägt. Weil sie sich dann mit ihrer inneren Unaufrichtigkeit und Oberflächlichkeit konfrontiert sehen und reagieren wie jeder Narziss, der an das Elend der tiefen Selbstzweifel in seinem Inneren erinnert wird: panisch und rasend.

        Das Schneewittchen-Transparent, dass dreimal »Hass« hinausschreit, ist beides zugleich: eine Reaktion auf die narzisstische Kränkung durch das Lohfink-Urteil und eine erneute Inszenierung dieses Narzissmus.

      • crumar sagt:

        @djadmoros

        Für dies, es handle sich um: „eine Reaktion auf die narzisstische Kränkung durch das Lohfink-Urteil und eine erneute Inszenierung dieses Narzissmus.“ meine volle Zustimmung.

        Ich habe aber den Eindruck, dass der „postmodernen Luxustörtchen-Lifestyle“ inzwischen über diese soziale Klientel hinausgewachsen ist.

        Wenn du schreibst: „So wie bei dem Typus von Falschbeschuldigung, auf den junge Frauen »ganz harmlos« verfallen, weil sie gerade keine bessere Ausrede für eine Peinlichkeit oder eigene Verfehlung finden.“, dann hat sich in Sachen Opfer-Narzissmus und weiblicher Unterverantwortlichkeit eine völlig neue Stufe der Eskalation ergeben, die mich für die männliche Jugend schwarz sehen lässt.

        Auf Genderama der Fall mit der Wildwasserrutsche und der sexuellen Belästigung, die sich inzwischen als Falschbeschuldigung herausgestellt hat (Herv. von mir):

        „Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Viele Medien berichteten ausführlich über den angeblichen Zwischenfall und stellten ihn direkt in Zusammenhang mit der damals aktuellen Diskussion, inwieweit Flüchtlinge für mehr Kriminalität verantwortlich sind.

        (…) Jetzt zeichnet sich ab, dass die Tat an der Wildwasserrutsche sich möglicherweise nicht, wie von den Mädchen geschildert, zugetragen hat und zwei Männer möglicherweise unschuldig in Haft (!!!) gesessen haben.

        [Der Anwalt eines der Beklagten,] Jacob Schwieger, richtete schwere Vorwürfe an die Staatsanwaltschaft und sprach von einer „offensichtlich lügenden Zeugin“. Damit meinte er das vermeintliche, 14 Jahre alte Opfer (!!! selbst eine Lügnerin ist, wider besseren Wissens, Opfer), das bereits sechs (!!!) nahezu identische Anzeigen gegen andere Männer erstattet habe, ohne dass es zu Verurteilungen gekommen sei.“

        http://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article208149437/Ueberraschung-im-Prozess-um-Missbrauch-im-Arriba-Bad.html

        Wenn eine 14-jährige keinerlei Unrechtsbewusstsein entwickelt, beliebig Männer ans Messer zu liefern, dann ist das eine Lektion die sie von älteren Frauen gelernt hat.
        Nicht diese Generation ist aber das ursprüngliche Problem, sondern die ihrer Mutter und der Geschlechtsgenossinnen ihres Alters – die narzisstischste Generation aller Zeiten.

        Die Re-Traditionalisierung von Geschlechterrollen, die Preisgabe emanzipativer Vorstellungen – das ist kein direkter Effekt des Neoliberalismus.
        Um mit Warren Farrell zu sprechen, die sexuelle Revolution war in dem Augenblick vorbei, als den Frauen im Westen klar geworden ist, Emanzipation im Sinne der Sicherung der eigenen ökonomischen Existenz ist keine Option, sondern verpflichtend.
        Die empfundene Drohung ist demnach die eigene Verpflichtung.

        Hier wird also m.E. stellvertretend mit Sex bestraft.

        Gruß crumar

  6. Alex sagt:

    „Warum fällt linken Feministinnen nicht auf, dass solche Positionen geschlechterpolitisch frauenfeindlich sind und allgemein politisch reaktionär und autoritär?“

    Weil es keine linken Feministinnen geben kann, die Zusammensetzung des Begriffs ist eine Paradoxie.

    Die linke Fundamentalposition ist unverrückbar: gleiche Rechte für alle Menschen. Der Fokus auf irgendeine Teilgruppe der Menschen, jegliche Besserstellung, vor allem rechtlich ist mit Links vollkommen unvereinbar und schlicht rechts.

    Der real existierende Feminismus ist nicht nur einfach rechts, sondern sogar rechtsextrem. Er greift unverhohlen die demokratisch-rechtsstaatlichen Institutionen an, mit „der Frau“ als Geisel. Nach dem gleichen Schema wird mit dem Islam verfahren, dessen fundamentale Misogynie als „emanzipatorisch“ umgedeutet wird.

    Das Ganze ist so ungeheuerlich, dass man es am liebsten gar nicht glauben will. Und das ist der beste Schutzschild des Feminismus, die völlig durchgedrehte Infamie und Unwahrheit, die jeden rationalen, beiläufigen Betrachter mit dem Vorurteil zurücklässt, dass das ja gar nicht so gemeint sein kann und dass „etwas dran“ sein muss.

    Ein überaus passendes Sinnbild dafür ist, wie sich das Plakat „Hass, Hass, Hass, wie noch nie, gegen Justiz und Misogynie“ gerade durch den völlig extremen Ausdruck sich eine Tarnkappe überstülpen, natürlich unterstützt durch eine Pseudoironie (Schneewittchen mit der Automatikwaffe).

    Die Leute von der Plakataktion gehörten mE vor Gericht angeklagt. Und die jetzige SPD, die das Ganze unterstützt und trägt, gehört unter die 5 % Marke.

    • luisman sagt:

      Der heutige Feminismus ist weder rechts noch links. Er ist postmodern, theologisch und vor allem Machtpolitik. Der rationale machtpolitische Anteil kommt eben wirklich allen Frauen zugute, indem die Versorgerrolle von Männern zementiert wird. Das geht über Kindesunterhalt, Alimente und alle möglichen Förderungen, die Männer direkt oder über Steuern zahlen müssen.

      Den Feminismus vor den 70’ern kann man als links bezeichnen, aber ich bezeichne alles was radikale Änderungen hervorruft als links; meist wird der ursprüngliche Feminismus der gleiche Rechte forderte als liberal bezeichnet. Relativ offen und ehrlich war der konservative Feminismus von Phyllis Schlafly, die das ERA mit dem Slogan „Stop Taking Our Privileges“ verhinderte. In diesem Sinne wäre die Machtpolitik der heutigen Feministinnen konservativ und rechts. Da seit den 70’ern aber die Gleichberechtigung erreicht und die Privilegien der Frauen erhalten wurde, ist linker, liberaler oder rechter Feminismus eigentlich obsolet.

      Der feministische Aktivismus heute beschränkt sich auf seinen postmodernen Anteil; mit irrationalen Theorien wird für eine noch weitere Privilegierung von Frauen gestritten. Das ist nicht rechts oder konservativ, sondern steigert das Risiko, dass Frauen ihre bisherigen Privilegien verlieren (backlash). Die konservative (rechte) Position, die Männern die alleinige Versorgerrolle zuschreibt kritisiere ich ja auch. Meine Begründung ist, dass sich die Arbeitsverhältnisse für Frauen durch die Automatisierung des Haushalts massiv geändert haben. Die haben als Hausfrau und Mutter viel mehr Freizeit als noch vor 100 Jahren. Deshalb sollte man diese Privilegierung langsam abschaffen. Ich würde einen Feminismus begrüßen, der die echte Emanzipierung von Frauen fördert, ihre neue Rolle realistisch definiert und auf ein harmonisches Miteinander der Geschlechter zielt. Den gibt es aber überhaupt nicht.

      Die heutigen Feministinnen können nur existieren, weil die Parteipolitik der SPD, Linken, Grünen und teilweise auch der CDU postmodern wurde. Der von denen geliebte Neoliberalismus ist zwar weltweit an der Macht, aber ist weitgehend an den Wachstumsgrenzen angelangt. Um ihn aufrecht zu erhalten muss man Konsumenten importieren, denen man per Sozialsystem die selbe Kaufkraft wie einem Europäer zuteilt. Rational kann man das uns Westlern nicht mehr verkaufen, das geht nur irrational, mit der Dämonisierung der rational Denkenden (Nazi, Islamophob, Sexist, hate speech usw.).

  7. Miria sagt:

    „In diesem Feminismus, der eigentlich ein verkappter Antifeminismus ist, geht es eben nicht um Freiheit, oder um faire Chancen, oder um Solidarität – denn das würde ja jeweils eine gleichrangige, symmetrische Beziehung voraussetzen. Hier geht es um Schutz – und den gibt es nur im Rahmen einer asymmetrischen Beziehung zwischen denen, die Schutz brauchen, und denen, die ihn bieten.“

    Genau das ist es! Das ist ja das Traurige, dass sich so viele Menschen hinstellen, (tatsächlich antifeministischen) Unsinn reden und dann auch noch behaupten, es wäre Feminismus.

    Ich als Feministin habe mich übrigens sehr wohl zum Thema geäußert:

    http://nur-miria.blogspot.it/2016/08/hetze.html

  8. Fx sagt:

    Als ihr die Arbeiterklasse immer mehr am Arsch vorbei ging, brauchte die bildungsbürgerliche Mittelstandslinke neue Identifikationsobjekte. Anfangs war das v.a. die Ökologie, später konzentrierte sie sich immer mehr auf „Frauen“ und „Nazis“. Die einen als Ikonen, die anderen Boogeyman.

    Wenn man am Wochenende z.B. auf einer Friedensdemo nach „Neurechten“ sucht und kurzerhand die Demo als „Naziveranstaltung“ brandmarkt, kann sich enorm links fühlen. Damit einem der linke Kick unter der Woche nicht zu sehr abgeht, kann man sich wochentags auch noch für „Frauen“ und „gegen Hass“ engagieren.

    Mit „links“ hat das alles leider reichlich wenig zu tun.

  9. Unlängst blätterte ich in einem Wartezimmer in einer Vogue. Sie ist von vorne bis hinten mit Werbung überfrachtet Selbst redaktionelle Artikel sind Promotion. Frau gibt für dieses Bündel Werbung gar Geld aus. Und Frau findet die ihr hier offerierten Produkte gar geldwert. Ja, mehr noch Frau folgt in ihrem Äußeren den abgelichteten Frauenbildern. – Und nicht anders ist es mit dem Feminismus, er ist ein Produkt, dass eine Oberfläche bietet über die sich Frau als solche wahrnimmt. Es ist also eine narzisstische Veranstaltung.

    Nur anders als die Vogue, die ihr Geld selbst verdient, ist der Feminismus allüberall auf staatliche Alimentation angewiesen, weil Frauen offensichtlich eher die beworbenen Produkte der Vogue kaufen, als die des Feminismus. Insofern ist der Feminismus wie so viele Ismen parasitär …

  10. Billy Coen sagt:

    Wo hier schon mehrmals auf die im Artikel gestellten Fragen an die „wahren Feministinnen“ oder die „linken Feministinnen“ in aller Ernsthaftigkeit geantwortet wurde: Vielleicht liege ich auch völlig falsch, aber mir erschien das alles als ziemlich doppelbödige Ironisierung der üblichen Feminismus-Relativierungen, mit denen man verlässlich immer wieder konfrontiert wird, wenn man mal deutlich auf Verrücktheiten und totalitäre bis faschistoide Züge dieser Ideologie hinweist.

    Dann wird immer wieder etwas von einer „lauten Minderheit“ gefaselt, ungeachtet der Tatsache, dass offen männerfeindliche Hashtags wie #killallmen oder #mackergohome binnen kürzester Zeit zehntausende von Tweets sammeln. Und angeblich sehen das „wahre Feministinnen“ ja auch alles ganz anders, obwohl sich kaum mal ein Statement besagter „wahrer Feministinnen“ finden lässt, dass sich von derlei Auswüchsen offen distanziert (vor allem nicht im deutschsprachigen Raum).

    Der letzte Rettungsanker ist dann immer die Schwachmatenaussage schlechthin: „Es gibt ja auch nicht DEN Feminismus!“. Ist eigentlich im Zuge einer Diskussion über das dritte Reich und dessen Verbrechen (ohne hier den Feminismus qualitativ auf dasselbe Level heben zu wollen; das erschiene selbst mir als Feminismuskritiker als etwas ungerecht) schon mal ernsthaft jemand auf die Idee gekommen zu sagen, es habe ja auch nicht DEN Nationalsozialismus gegeben?

    Und, tadaaa, ja, im Prinzip hat man das getan. In den 60ern entbrannte um Albert Speer nach dessen Haftentlassung geradezu ein Medienhype. Die Deutschen (besonders die einstig von nationalsozialistischen Thesen zumindest teilweise angetanen) liebten seine Erzählungen, seine Lebensgeschichte, war es doch die Geschichte des „anständig gebliebenen Nazis“ und das, obwohl er zu den wichtigsten Männern im Staat gehört hatte (er sagte von sich selbst: „Hätte Hitler einen Freund gehabt, wäre ich es gewesen.“). Man fokussierte sich auf dessen angeblich von Verbrechen unbefleckte Vita, um sich so, als ideologisch einst oder immer noch zumindest teilbefleckter einreden zu können, wenn selbst ein hoher Vertreter der Nazis im Grunde stets sauber geblieben ist, so muss es doch auch an dieser Ideologie Aspekte gegeben haben, die nicht menschenverachtend waren. Und natürlich hat man selbst, als kleiner Mann von der Straße, ausschließlich diesen Teilen dieser Ideologie nachgehangen. Man nutzte die Geschichte von Albert Speer um sich, äquivalent zum heutigen Feminismus, eine Art „Mein-Nationalsozialismus-Nationalsozialismus“ zusammenzustricken, der einen vermeintlich automatisch von allem reinwaschen sollte, was im Namen dieser Ideologie alles verbrochen worden war.

    Ich erkenne in diesem Verhalten deutliche Parallelen zu der Art, wie gegenwärtig oft der Feminismus gegen Kritik immunisiert werden soll. Man hängt seit vielen Jahren einer Weltanschauung nach und wird dann aber immer wieder und in zunehmender Häufigkeit mit Äußerungen und Aktionen von Menschen, die derselben Ideologie verfallen sind, konfrontiert, die so offen ungerecht oder gar menschenverachtend sind, dass man sich selbst nicht eingestehen kann (weil man es nicht will), dass eben genau diese Aussagen und Aktionen nicht nur typisch sondern geradezu konstituierend dafür sind und man am Ende eventuell gar für lange Zeit, aus vorrangig guter Gesinnung, einer „bösen“ Sache dienlich gewesen ist. Diesen vorprogrammierten, massiven kognitiven Dissonanzen muss natürlich vorgebeugt werden.

    Man sucht sich also quasi seine feministischen Albert Speers, sollte sich dabei aber, um beim Gleichnis zu bleiben, immer vor Augen halten, dass kurz nach Speers Tod von ihm unterzeichnete Dokumente aufgetaucht sind, die seine eigene Geschichte vom „anständig gebliebenen Nazi“ stark in Frage stellten.

    Ich denke, dass Schoppe diese geradezu groteske Art, eine Ideologie gegen Kritik zu immunisieren, indem man für sich selbst alles von dieser Ideologie abkoppelt, was einem nicht daran gefällt, karikieren wollte. Das empfand ich besonders deutlich dadurch, dass er etwa Anne Wizorek, um deren Hochgehype zur neuen Grande Dame des deutschen Feminismus unsere „Qualitätsmedien“ schon geradezu verkrampft bemüht waren, als „sich selbst feministisch bezeichnend“ darstellt und Schwesig gar als „Antifeministin“.

    Die von ihm gestellten Fragen an die „linken Feministinnen“ erachte ich entsprechend auch nur als rhetorisch, weil der Blogger selbst sehr sicher weiß, dass derlei Feministinnen erstens in marginaler Minderheit existieren und zweitens keinerlei öffentliche, mediale oder gar politische Wirkmacht haben.

    So habe ich zumindest den Text (wie immer mit großem Genuss) gelesen: Einige populäre Aushängeschilder des deutschen Feminismus werden ob ihrer Ausflüsse als nicht „wirklich“ feministisch dargestellt und Fragen an die „wahren“ und „linken“ Feministinnen formuliert, wohlwissend dass die angesprochene Zielgruppe, im Gegensatz zu der, in der man sich aus angeblich feministischer Sicht distanziert, quasi nonexistent ist. Es stellt quasi die Realitäten des Feminismus mit dem gegenüber, als was ihn viele seiner Anhänger (männlich wie weiblich) gerne sehen möchten.

    • Alex sagt:

      @Billy

      „karikieren wollte“

      In der Weimarer Zeit hat man sich über die NSler auch weidlich lustig gemacht und ihnen nachgewiesen, dass ihre Denke völlig konfus sei und absolut selbstbezüglich. Das ist halt die erste Reaktion, die einem einfällt…

      „dass derlei Feministinnen erstens in marginaler Minderheit existieren und zweitens keinerlei öffentliche, mediale oder gar politische Wirkmacht haben.“

      Erstens ist wohl wahr. Aber zweitens? Liest du Spon oder die Zeit, nur mal so als Beispiel?

      • Billy Coen sagt:

        „Aber zweitens? Liest du Spon oder die Zeit, nur mal so als Beispiel?“

        War vielleicht ungeschickt formuliert. Ich meinte diese Aussage vor dem Hintergrund dessen, was auch du in deinem Eingangspost hier über „links“ und „Feminismus“ geschrieben hast. Diese feministischen Autoren verstehen sich als links und können so in, auch der Mehrheit ihrer Artikel nach, klar links positionierten Zeitungen (aber bei weitem nicht nur dort) schreiben, weil irgendwann mal auf den Feminismus das Label „Links“ geklatscht worden war, obwohl eigentlich schon immer einige Ansichten und Forderungen von Feministinnen mit traditionell linken (und erst recht linksliberalen) Weltanschauungen inkompatibel waren. Das hat sich in der Gegenwart meines Erachtens nur noch verschärft.

        Schreiben tun dann diese angeblich linken Feministen aber auch alle das gleiche. Quoten sind zum Beispiel ganz suuuuuupie. Also natürlich nur die Quoten, die Frauen in bereits privilegierten Positionen, nur aufgrund ihres Geschlechtes, zu noch privilegierteren Positionen verhelfen soll.

        Der Einsatz dafür, dass Privilegierte noch privilegierter werden, galt ja schon immer als typisches Wesensmerkmal linker Politik… 😉

        Es wurde ja schon öfter gemutmaßt, dass die Linke speziell für ihre Vorliebe für Gerechtigkeit ein leichtes Opfer für diese Ideologie war. Denn wir wissen ja alle, was im Wörterbuch über Feminismus steht…

      • Alex sagt:

        @Billy, ok das war jetzt etwas fies von mir, dich da kielzuholen 😉

        Ich glaube ja eigentlich, dass der Mist in den Medien keinen Hund hinter dem Ofen hervorlockt, das wird alles nur von den schon Gläubigen gelesen. Denn zum Feminimus muss man mMn nach persönlich geführt werden, ein abstraktes Medium ist dazu gar nicht in der Lage. Vor allem wenn man als Zielgruppe die älteren hat, weswegen wohl diese ganzen Jugendableger gegründet wurden.

        „Der Einsatz dafür, dass Privilegierte noch privilegierter werden, galt ja schon immer als typisches Wesensmerkmal linker Politik…“

        auch 😉
        Jetzt aber wird das sogar noch ganz offen betrieben, Dax-Vorstände, Oskars, Hollywood-Stars-Paygaps, surreal.

        „Es wurde ja schon öfter gemutmaßt, dass die Linke speziell für ihre Vorliebe für Gerechtigkeit ein leichtes Opfer für diese Ideologie war. Denn wir wissen ja alle, was im Wörterbuch über Feminismus steht…“

        „Geschlechtergerechtigkeit“ ist da auch schon reineditiet worden? Ich dachte, da stünde noch was von wegen „Gleichberechtigung“…. 😉
        Aber sicher ist das ein wichtiges Problem. Gerechtigkeit für sich einfordern ist immer alszu billig und verdeckt auf die nobelste Weise, dass es vielleicht schlicht um ein ganz egoistisches Intresse geht.

    • @ Billy Coen „Ich denke, dass Schoppe diese geradezu groteske Art, eine Ideologie gegen Kritik zu immunisieren, indem man für sich selbst alles von dieser Ideologie abkoppelt, was einem nicht daran gefällt, karikieren wollte.“ Natürlich sind einige Teile Karikatur – zum Beispiel die Klage darüber, wie sehr Feministinnen medial gegen Widerstände anzukämpfen hätten. Dass es unterschiedliche Spielarten von Feminismus gibt, und auch Spielarten, denen ich jederzeit zustimmen würde – das meine ich allerdings so.

      Nur glaube ich eben, dass diese Spielarten heute praktisch keine Rolle spielen und auch vor Jahrzehnten wesentlich einflussloser waren, als es im Rückblick aussieht. Ich hab deshalb extra das alte SPD-Plakat dabei – den Slogan „Gleiche Rechte, gleiche Pflichten“ würde ich jederzeit unterschreiben. Allerdings sind Positionen wie diese für die Außendarstellung des Feminismus immer sehr praktisch gewesen, weil sie das Gerechtigkeitsempfinden vieler ansprechen – aber intern einflussreich waren ganz andere Positionen.

      Das ist wohl auch der Grund dafür, warum die von Dir erwähnten Exzesse – #killallmen, auch SCUM und andere faschistische Phantasien – niemals ernsthaft Gegenstand einer feministischen Selbstkritik gewesen sind. Der massive Unterschied zwischen einer überzeugenden Oberfläche – Gleichberechtigung, gleiche Pflichten und Verantwortung, Bereitschaft zur Anpassung traditioneller Geschlechterrollen an moderne Entwicklungen – und einer von Ressentiments geprägten, zum Teil gar ins Faschistoide abdriftenden Substanz sollte wohl gar nicht zum Thema werden. Wer hätte daran auch ein Interesse gehabt?

      Abgesehen davon weiß ich aber, dass es Frauen gab, die in von Männern geprägten Umfeldern erheblich zu kämpfen hatten und die ziemlich allein dastanden. Ich hab selbst in meinem Germanistik-Studium noch erlebt, wie herablassend selbst manche Studenten über Professorinnen redeten – oder wie selbstverständlich es war, dass auch grandiose Texte von Frauen eben nicht zum Kanon dessen gehörten, was gelesen werden musste.

      Erstens hat sich das aber erheblich geändert in den letzten zwei Jahrzehnten – und zweitens waren die feministischen Einzelkämpferinnen eben nicht nur in einer desinteressierten Männerwelt, sondern auch unter Frauen ziemlich isoliert.

      Viele Frauen hatten eben überhaupt kein Interesse an einer grundsätzlichen Neuverhandlung der Geschlechterrollen, weil sie mit ihren eigenen Positionen ganz gut leben konnten. Wer als Frau z.B. einen Ehemann im mittleren Management oder vergleichbaren Positionen hatte, konnte denselben Lebensstandard genießen wie er, viel mehr Zeit mit den eigenen Kindern verbringen und hatte zugleich wesentlich weniger Arbeit und Stress und deutlich mehr Freizeit. Warum hätten Frauen das ändern sollen? Wenn Feminismus dadurch definiert ist, dass er irgendwie „gut für Frauen“ ist – dann bedeutet Feminismus eben, solche Zustände möglichst beibehalten zu können.

      Insofern ist der Punkt gar nicht, dass es verschiedene Feminismen gibt sondern dass der Anspruch, „die Frauen“ zu vertreten, immer schon absurd war. Soziale Situationen von Frauen – und von Männern – sind viel zu unterschiedlich, als dass sie durch eine einzige politische Richtung vertreten werden könnten.

      Was aber Feministinnen vorzuwerfen ist: Dass sie das niemals ernsthaft eingeräumt haben, weil es immer viel bequemer – und für das Requirieren öffentlicher Mittel auch viel praktischer – war, so zu tun, als würde der Feminismus allgemein für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern eintreten. Auch und gerade dann, wenn seine Vertreterinnen eigentlich das Gegenteil davon getan haben, und tun.

      • nouse sagt:

        Nicole Schöndorfer hat neulich zum Thema Gina Lisa Lohfink getweeted, daß sie sich als Feministin erlaube, sich ungeachtet der Faktenlage mit Frau Lohfink zu solidarisieren.

        Das ist natürlich selbstentlarvend. Jedem normal denkendem Menschen würde das sofort auffallen, wenn man „Gina Lisa Lohfink“ beispielsweise mit „OJ SImpson“ ersetzen würde, und „Feministin“ mit „Civil Rights Aktivistin“. Warum nur fiel das Frau Schöndorfer nicht selber auf?

        Es ist Kennzeichen vieler totalitärer Positionen, bestimmte Eigenschaften quasi-religiös überzubetonen, hier die Eigenschaft „Frau sein“. Nach dem Motto, mir sind kriminelle Deutsche lieber als gesetzestreue Türken oder Salafisten immer noch lieber als Ungläubige oder Alice Schwarzer immer noch näher als Anton Hofreiter. Gefangen in ihrem durchkategorisierten Denkgefängnis, können diese Menschen gar nicht anders als diese Dissonanzen zu ignorieren, instinktiv wohl wissend, daß ihr sorgfältig gehegter Glaube einen Faktencheck nicht überstehen würde.
        Für diese Menschen wurde die Filterblase erfunden. Es ist eine Tragik unserer Zeit, daß wir den FanatikerInnen soviel Raum geben.

      • Billy Coen sagt:

        @ Lucas Schoppe

        Dass es unterschiedliche Spielarten des Feminismus‘ gibt, würde ich auch nicht bezweifeln. Wir kennen doch alle gerade die durchaus sehr liberal eingestellten Frauen wie Cathy Young oder Christina Hoff-Sommers. Das sind Menschen, bei denen ich mir sehr sicher bin, dass ich mit den beiden auch nicht überall einer Meinung wäre (das wäre ja auch schon beängstigend, wenn man bei einem anderen Menschen bei wirklichen keinem Thema einen zumindest kleinen Dissens finden würde). Aber sie machen in der Art, wie sie schreiben auf mich den Eindruck, dass man mit ihnen wenigstens darüber diskutieren könnte und das vor allen Dingen auf Augenhöhe.

        Was mich an der Verteidigungsstrategie „es gibt nicht DEN Feminismus“ so stört, ist, dass jemand, der sich so äußert, von vornherein jeglicher kritischer Auseinandersetzung mit dieser Ideologie aus dem Weg geht. Jede Ideologie wird vor allem an dem gemessen, was die meisten und natürlich die wirkmächtigsten aus diesen Reihen so praktizieren.

        Man darf eine Ideologie nicht nur an dem bemessen, für was sie rein theoretisch stehen möchte, sondern vor allem an dem, was sie aus vielen – wenn nicht gar der erdrückenden Mehrheit – ihrer Anhänger macht. Man darf das nicht abtun als die Verwirrung einzelner Spinner, sondern muss sich stets die Frage stellen, ob diese Entwicklungen innerhalb einer Gesellschaft nicht unumgänglich sind, wenn diese mit Theorien konfrontiert wird, die Dichotomien durch das Benennen klarer Feindbilder aufbaut (das Kapital, das internationale Finanzjudentum, das Patriarchat).

        Man stellt bei derlei umfassenden Weltanschauungen immer fest, dass sich große Diskrepanzen entwickeln, zwischen dem, was mutmaßlich angestrebt war und was von den davon Überzeugten letztlich betrieben wird (gewiss bildet der Nationalsozialismus da eine Ausnahme; da ist ziemlich genau das rausgekommen, was seine Vordenker angestrebt haben – vom Ausgang des Krieges mal abgesehen). Da kollidieren Theorien mit Wirklichkeiten und müssen sich dann am Ende vor allem der Komponente Mensch, vor allem im Zusammenhang mit auch noch Gruppendynamiken, unterordnen.

        Für mich ist es, unter dem Gesichtspunkt der Gruppendynamik, auch kein Zufall, dass der auch schon vorher eher schräge Feminismus gänzlich ins Gaga-Land hinübergeschwirrt ist, als soziale Medien populär wurden. Haben sich Feministinnen vorher eher im kleinen Rahmen mit anderen Überzeugten getroffen und sich gegenseitig ob der Richtig- und Wichtigkeit ihrer Weltanschauung bestätigt, so weitete sich das plötzlich aus auf Echo Chambers, die mal eben gleich aus mehreren tausend Leuten bestanden, die sich alle fast nur von ihren Profilbildern kannten. Dadurch bekam die gegenseitige Hochschaukelei gleich noch mal einen Turbo eingebaut. Und als dann Twitter begann, Diskussionen auf Kurzbeiträge von maximal 140 Zeichen zusammen zu dampfen, wurde innerhalb dieser Echo Chambers auch noch dem letzten Rest Intellektualität der Todesstoß versetzt. Das Ergebnis sind „Vorreiterinnen“ dieser Ideologie vom Schlage einer Wizorek oder Schrupp.

        Dies ist selbstredend nicht nur ein Problem des Feminismus‘. Auch andere, sogar noch weit destruktivere Ideologien haben durch das Internet, meinem Gefühl nach, erheblich an Radikalisierungspotential gewonnen.

  11. […] Lucas Schoppe stellt die negative Sicht auf Frauen in dem gegenwärtigen Feminismus dar: […]

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