Feindbild Mann Gewalt

Männer, Muslime und das absolute Böse

Bild zeigt eine Faust und ein Mädchen im Hintergrund.
geschrieben von: Lucas Schoppe
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„Es herrscht ein Krieg der Männer gegen die Frauen. Scheinbar wahllos bewegen sich Männer wie Wahnsinnige durch die Landschaft um an nichtsahnenden, wehrlosen Frauen die grausamsten Verbrechen zu verüben. Manchmal sind es Beziehungstaten, bei denen wenigstens noch das Fünkchen eines Motives aufblitzt, ein winziger Anhaltspunkt der es dem fassungslosen Beobachter ermöglicht, sich das Unerklärbare zu erklären.

Manchmal sind es keine Beziehungstaten. Übrig bleibt der pure Hass auf Frauen, gepaart mit einer Blutrünstigkeit, einer Willkür, einer rasenden Mordlust, die rational nicht erklärbar ist.“

Der Text, aus dem dieses Zitat stammt, wurde vom Blogaggregator rivva der Süddeutschen Zeitung sogleich als „Neu und lesenswert“ empfohlen: „Der Krieg der Männer gegen die Frauen“,  den der Journalist Martin Niewendick (Tagesspiegel, Zeit) beim angesehenen Blog der Ruhrbarone veröffentlicht hat.

Männliche Gewalt ist hier kaum noch einmal motiviert, scheint grundlos und allgegenwärtig. Der Begriff „Männer“ steht so nicht einmal mehr für Rücksichtslosigkeit, für bedenkenlosen Egoismus oder Machtgier, sondern wird zu einer Chiffre des absoluten Bösen: Das Böse hat hier gar keinen anderen Zweck mehr als sich selbst.

faust

Eigentlich gar kein Mensch mehr, so ein Mann, nur noch ein Körperteil, das Gewalt ausübt…

Niewendicks Text ist gleich in doppelter Hinsicht radikal verkorkst, damit aber auch interessant. Erstens, und das ist offensichtlich, ist er ein Beispiel für eine Geschlechterdebatte, die sich an die Wand gefahren hat. Zweitens – und das wird auf den zweiten Blick deutlich – ist er ein Beispiel dafür, dass eine postmoderne identitäre Linke vollkommen die Fähigkeit verloren hat, auf Ressentiments von rechts angemessen und klar zu reagieren.

 

Er ist ein irrationaler Gegner, dieser Mann

Arne Hofmann kommentiert Niewendicks Text:

„Man stelle sich vor, dass mit derselben Demagogie gegen Zuwanderer Stimmung gemacht werden würde und hätte einen lupenrein rechtsradikalen Text.“  

Trotz ihrer Härte geht diese Kritik noch sanft und abgewogen mit dem Text um.

Niewendick beginnt ihn mit einer Liste von sieben verrückt wirkenden Gewalttaten von Männern gegen Frauen. Allen, die schon einmal über diese Taten gelesen haben, wird an der Zusammenstellung vermutlich schnell etwas auffallen: Der weitaus meisten der aufgeführten Täter, fünf von sieben, sind offenbar Muslime oder Migranten aus Nordafrika bzw. arabischen Staaten.

Die einzige eindeutige Ausnahme ist offenbar ein Mann, der im Jobcenter in Hamburg seine Frau mit Säure übergossen hatte und dessen Name mit Arnim B. angegeben wird.  Bei einem weiteren Mann, der in Berlin von einem Fahrrad aus Frauen mit einer offenbar säurehaltigen Flüssigkeit besprühte, ist die Identität nicht bekannt. Abgesehen davon hat Niewendick eine Liste zusammengestellt, die jederzeit auf jeder rechten Webseite erscheinen könnte.

Der Mann, der in Kronshagen bei Kiel seine Frau mit Benzin übergoss und anzündete, stammt aus Nordafrika. 

Der – übrigens ebenfalls psychisch kranke – Mann, der in Berlin eine junge Frau vor die U-Bahn stieß, ist der Sohn von Migranten aus dem Iran.

Der Mann, der in Hameln seine Frau niederstach, ihr einen Strick um den Hals band, den Strick am Auto befestigte und sie über 250 Meter weiter schleifte, ist kurdischer Abstammung.

Der Name des Mannes, der in einer Hamburger Bäckerei seine Frau niederstach und mit kochendem Wasser überschüttete, wird als „Mustafa A.“ angegeben.

Der Mann schließlich, der in der Berliner U-Bahn offenbar wahllos eine junge Frau eine Treppe hinuntertrat, passt nach Ansicht des Videos ebenfalls gut in das Bild des südländischen Täters. 

Niewendicks Liste wirkt so gleich doppelt zwanghaft. Ihre Zusammenstellung legt zunächst den Gedanken nahe, dass muslimische Männer weit überproportional häufig schwere und schwerste Gewalttaten an Frauen begehen – um dann aber in der Darstellung sorgfältig jeden Hinweis auf einen muslimischen und/oder Migrations-Hintergrund zu löschen.

Hätte Niewendick etwas Arbeit investiert, dann hätte er seine Liste in religiöser oder ethnischer Hinsicht gewiss auch weniger tendenziös zusammenstellen können. Stattdessen bestätigt das Ende des Textes diese Tendenz noch.

„Die Gewalt ist allgegenwärtig. Erschreckend ist die Abgebrühtheit, mit der die Männer ihre Taten begehen. Sie lächeln. Gehen weg, aber flüchten nicht. Bleiben ruhig. Er ist ein irrationaler Gegner, dieser Mann. Er hat keine Forderungen, die man erfüllen könnte. Mit ihm ist nicht zu verhandeln. Hilflose Maßnahmen bleiben. Selbstschutz. Zivilcourage. Bald ist Silvester.“

Die Täter – das sind hier die ganz Anderen, Fremden, deren Gewalt für normale zivilisierte Menschen nicht nachvollziehbar ist. Dieser Mann. Aber welcher denn nun eigentlich?

Die Silvester-Pointe im letzten Satz des Textes ist unschwer als Anspielung auf die massenhaften sexuellen Übergriffe durch Flüchtlinge in der vergangenen Silvesternacht zu verstehen. Auch diese Anspielung aber ist nicht einfach auf Männer generell fokussiert, sondern auf muslimische männliche Migranten.

Würde ich zum Psychologisieren neigen, dann würde ich Niewendick unterstellen, dass sich in seinem Text eine starke Angst vor muslimischen Männern ausdrückt – dass er die öffentliche Darstellung dieser Angst aber in politisch korrekte Bahnen lenkt, indem er sie auf Männer allgemein projiziert.

Weil uns aber ja die Psyche von Herrn Niewendick eigentlich gar nichts angeht, sind die politischen Schlussfolgerungen viel interessanter, die sich aus diesem Text und seiner seltsamen Verkorkstheit ziehen lassen.

 

Von guten und von bösen Ressentiments

Denn wie ist es eigentlich möglich, dass es als politisch korrekt durchgeht, wenn einfach ein bösartiges Ressentiment durch ein anderes ersetzt wird?

Niewendick reiht sich damit bereits in einer längeren Tradition ein, in denen Sexual- und Gewaltklischees vom muslimischen Mann schlicht durch Sexual- und Gewaltklischees vom Mann im Allgemeinen ausgetauscht wurden.

Dazu gehört der willkürliche und durch Zahlen nicht belegbare Vergleich der Übergriffe vom Kölner Hauptbahnhof mit dem Oktoberfest – dazu gehört auch die ausnahmslos-Kampagne, die von Massenmedien und Regierungsmitgliedern gefördert wurde.

Ein neueres Beispiel lieferte Margarete Stokowski im Spiegel. Um die Vergewaltigung und Ermordung einer neunzehnjährigen Freiburgerin durch einen syrischen Flüchtling zu relativieren, stellte sie fest, dass im Jahr 2015 „in Deutschland 331 Frauen von ihrem Partner getötet“ worden seien. Erst nach geduldigen Protesten aus der Leserschaft  änderte Spiegel-Online seine Darstellung:  Stokowski hatte der Einfachheit halber versuchte und vollendete Tötungen zusammengezählt und so die Zahl der getöteten Frauen nach oben getrieben.

Diese Beispiele machen schon deutlich, warum eine heutige postmoderne und identitäre Linke so große Schwierigkeiten damit hat, angemessen und selbstbewusst auf Ressentiments von rechts zu reagieren: Diese Linke hat sich selbst ganz auf die Arbeit mit Ressentiments verlegt.

Anstatt sich der Politik mit Klischees in den Weg zu stellen, bestehen ihre Vertreter darauf, dass doch – bitteschön – nur die richtigen Klischees verwendet werden sollten. Als ob böswillige Ressentiments immer schon ganz in Ordnung wären, solange sie sich nur die Richtigen träfen.

Wer politische Auseinandersetzungen auf Auseinandersetzungen von Gruppenidentitäten reduziert, wer Frauen gegen Männer, People of Color gegen Weiße, Homo- und Transsexuelle gegen Heterosexuelle, Migranten gegen „Biodeutsche“ und schließlich die Vertreter der Liebe gegen die des Hasses ausspielt: Der agiert eben zwangsläufig selbst mit Klischees und verliert die Fähigkeit zu ihrer Kritik.

 

Fakten ansprechen, Ressentiments vermeiden – und einfach weniger bescheuert sein

Dabei liegt es eigentlich nahe, wie die Auseinandersetzung mit den moslemfeindlichen Klischees aussehen könnte, die unterschwellig auch Niewendicks Text prägen. Sinnvoll wäre es, Fakten offen anzusprechen, sich aber Ressentiments entgegenzustellen: Also eben das Gegenteil dessen zu tun, was Niewendick tut.

Als die Tagesschau vor einigen Tagen die Meldung von der möglichen Aufklärung des Freiburger Verbrechens nicht sendete, wurden ihr „politische Gründe“ unterstellt. Der Gedanke lag nahe, dass die Meldung nur deshalb nicht gebracht wurde, um keine weitere Feindseligkeit gegen Flüchtlinge zu bedienen.

Der Pressekodex, der die Nennung der Herkunft oder Religion bei Straftätern als irrelevant kategorisiert, hat heute den gravierenden Nachteil, dass eben diese Informationen für viele Leser und Zuschauer sehr relevant sind.

Im Jahr 2015 sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts etwa zwei Millionen Zuwanderer nach Deutschland gekommen, bei etwa 800 000, die das Land verließen.  Es ist einfach erwartbar, dass eine so große Zuwanderung – zudem zu einem großen Teil aus Gebieten, in denen Krieg, Gewalt und Terror herrschen – auch mit der Angst verbunden ist, Unsicherheit oder gar Kriminalität zu importieren.

Ob diese Angst Realitäten trifft oder nicht, sie selbst ist nun einmal real. Reale Ängste aber verschwinden nicht einfach schon dadurch, dass sie als politisch unkorrekt gekennzeichnet werden. Die massiven Übergriffe von Köln wirkten zudem als eine fatale Bestätigung dieser Befürchtungen. Es ist nicht hinreichend, aber notwendig, in einer solchen Situation mit offenen Karten zu spielen und den Eindruck zu vermeiden, dass Menschen wesentliche Informationen vorenthalten werden.

Mir kam es schon mehrfach so vor, als setzte mittlerweile bei jeder öffentlich bekannt gewordenen Straftat irgendjemand bei Twitter oder Facebook die Vermutung in die Welt, sie sei von einem Moslem begangen worden. Diese Verbreitung von Gerüchten legitimiert sich eben durch das Gefühl, dass Regierungen, staatliche Organisationen und etablierte Medien wichtige Informationen verschweigen würden.

Das Problem aber sind nicht die Informationen selbst: Was Linken ebenso fehlt wie Rechten, ist die Fähigkeit, mit ihnen auch seriös umzugehen. Es ist kein selbstverständlich geteiltes Wissen mehr, dass einzelne Taten – auch mehrere ähnliche Taten – sinnvoll nicht einfach verallgemeinert werden und auf alle Angehörigen einer Gruppe bezogen werden können.

Wer zu Recht erwartet, dass ein Verbrechen durch einen Flüchtling nicht auf alle Flüchtlinge projiziert werden sollte – der muss dann eben auch darauf verzichten, alle Männer als potenzielle Vergewaltiger zu bezeichnen.

Wer sich Überfremdungsphantasien entgegenstellt, macht sich unglaubwürdig, wenn er zugleich von Patriarchat und Männerherrschaft fabuliert.

Wer Sensibilität für Diskriminierungen von Zuwanderern einfordert, aber zugleich verkündet, dass es keinen Sexismus gegen Männer und keinen Rassismus gegen Weiße geben könne – der formuliert Slogans für seine eigene Filterblase, verzichtet aber darauf, irgend jemanden außerhalb davon überzeugen zu können.

Niewendicks Text führt in seiner tiefen Verkorkstheit mit dankenswerter und aufopferungsvoller Deutlichkeit vor, in welchen bescheuerten Widersprüchen diese Positionen münden.

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54 Comments

  • Man kann die ganze Multikulti-Rassenvermischungs-DieganzeWeltnachDeutschland-Allefarbigensindheiligundvielbesseralsweisse noch so toll und gut finden und behaupten, das es bei uns früher auch so war und das das jetzt halt zu Deutschland gehört.

    Tatsache ist, das das, was man hier illegal reinholt und gewähren lässt, nicht bestraft und noch aufmuntert, Mittel und Methoden aus ihrer Heimat mitbringt, denen wir nicht gewachsen sind, weder mental noch physisch. Und wenn wir uns dem nicht anpassen und alles an Errungenschaften der Aufklärung aufgenben und und in die selbe Steinzeit begeben, die jetzt hier langsam üblich wird, gehen wir drauf. Danke linksgrünversifftes ….(Ausdruck der Abscheu eintragen) und Danke Kanzlerin.

    • @ Gereon Naja, eben solchen Positionen wollte ich ja gerade widersprechen: Allgemeine Ressentiments zu formulieren, für die sich dann immer irgendwelche Belege finden lassen.

      „Rassenvermischung“ ist ein Begriff, der nun tatsächlich vergiftet ist.

      „Mulitkulti“ ist vielleicht naiv, und seine Vertreter haben oft die Arbeit überschätzt, die damit verbunden ist – aber bösartig ist der Begriff nicht.

      Dass Migranten grundsätzlich nicht bestraft würden, stimmt ja nicht – auch wenn es bestimmte Strukturen gibt (z.B. Großfamilien), die Ermittlungsbehörden tatsächlich vor extreme Schwierigkeiten stellen.

      Den Begriff „linksgrünversifft“ benutze ich überhaupt nicht. Meines Wissens kommt er vom Begriff „Syphilis“, und ich hab zwar einige Kritikpunkte an roter und grüner Politik, aber die haben mit Syphilis eigentlich gar nichts zu tun.

      Darum geht es mir insgesamt: Konkret zu sein, anstatt einzelne Sachverhalte zu einer breiten, feindlichen, fremdartigen Front aufzubauen. An der Flüchtlingspolitik stört mich zum Beispiel überhaupt nicht die Bereitschaft, für Flüchtlinge Sorge tragen zu wollen, das finde ich sehr gut. Mich störte eher, dass die Bundesregierung – zumindest zwischenzeitlich – so getan hat, als wäre es ganz in Ordnung, wenn Regierungsorgane und staatliche Institutionen über Monate die Kontrolle über die Lage verlieren.

      Das Gefühl der Überforderung – Wir schaffen das nicht! – hingegen würde ich ernst nehmen. Aber der Ausdruck dieses Gefühls ist nicht mehr sonderlich glaubwürdig, wenn er mit beliebigen Angriffen auf Regierung, Migranten und politische Gegner verbunden ist.

      • „aber bösartig ist der Begriff nicht.“

        Ok, das ist ne Ansage.

        Denn Multikulturalismus impliziert ohne WENN und ABER den Kulturrelativismus und ist daher unabweisbar Teil des Paradigmas der Postmoderne.

        Und der Poststrukturalismus als treibende Kraft der Postmoderne ist gefährlicher als Feminismus und Biologsmus zusammen, denn er nimmt uns die Fähigkeit zur Problemlösung und verstößt gegen den moralischen Universalismus

        So langsam zeichnet sich das wahre Bild des linken Maskulismus ab, der inzwischen folgende Elemente enthält:

        Multikulturalismus
        Kulturrelatiismus
        Intersektionalität
        moralischer Relativismus
        epistemischer Relativismus
        Anti-Antifeminismus
        Anflüge von Biologismus (aber wohl eher aus Verlegenheit)

        … und Leszek ist der einzige linke Maskulist, der sich konsequent zu Aufklärung und Humanismus bekennt. Auch wenn er nicht genau weiß, was er darunter verstehen will.

        Mir kommt linker Maskulismus irgendwie wie Popkultur vor: ein lustiges Potpourri aus „Hab ich mal gehört“-Binsenweisheiten, über die aber nie wirklich nachgedacht wurde.

        Ganz ehrlich: Damit werdet ihr nicht weit kommen, denn wir haben ja noch nicht mal angefangen, die soziale Realität zwischen den Geschlechter zu analysieren, nachdem Feminismus und Biologismus bei dieser Aufgabe versagt haben.

        Und ich kann nicht verstehen, daß ihr das alles nicht ernst nehmt.

        Na ja ….. ist ja auch egal. Dann ist das wohl meine Aufgabe.

      • @Mark E. Smith

        „Kannst Du mal die Problematik beim Multikulralismus kurz und knapp beschrieben?“

        Multikulturalismus ist eine politische (i.e. Staat vs. Bürger) Lösung i.S.d. Slogans „Gleichheit ist gleiche Freiheit“ für einen normativen Konflikt zwischen den liberalen Werten von Freiheit und Gleichheit, der sich einstellt genau dann, wenn man zusätzlich zu einem Kulturrelativismus die antibiologistische These akzepiert, daß nicht die biologische Konstitution eines Individuums, sondern primär die Kultur Basis der Herausbildung von personaler Identität und der Ausübung personaler Autonomie ist. Denn daß ein Staat oder eine staatliche Ordnung in Bezug auf Gruppen unparteiisch und neutral und damit gegenüber verschiedenen Kulturen gleich fair wäre, wird als unmöglich angesehen. Daher muß es Gruppenrechte geben und der Staat muß Gruppen exxplizit privilegieren oder benachteiligen, um sein eigenes parteiisches Handeln auszugleichen.

        Damit bricht der Multikulturalismus mit dem bis in die 1970iger vorherrschenden, liberalen Egalitarismus nach Rawls, der Gerechtigkeit primär durch Gleichheit bestimmt sieht und Freiheit lediglich als Mittel versteht, das Ideal der Gerechtigkeit unter Gleichen herzustellen. Freiheiten und Rechte sind im liberalen Egalitarismus immer individuell, denn der Staat ist liberalen Egalitarismus kulturneutral, so daß Gruppenrechte immer ungerecht sind.

        Das Grundprinzip des parteiischen Handelns (z.B. durch Vokabeln) und der insofern ausgleichend gerechten Gruppenrechte wurde vom postmodernen, politischen Diskurs wie auch vom Feminismus gekapert. Und zwar in dem Sinne als es für einen Kullturkampf benutzt wird i.e. „Bürger gegen Bürger“, anstatt sich auf den Konflikt „Staat gegen Bürger“ zu beschränken. Die Neo-Linken oder auch sog. postmodernen Linken beteiligen sich hieran kräftig. Und der linke Maskulismus – wenn man Hoffmanns Buch als definierende Referenz benutzen will – hat das mitgemacht und ist ins Paradigma der Postmoderne gewechselt. Einige Linke aber wie Leszek, djadmoros und crumar favorisieren eine kritische Linke, die dem Paradigma der Moderne anhängt. Insofern müßte der linke Maskulismus intern eine Art Diskussion über den eigenen Standpunkt führen, was aber kaum geschieht.

        Wenn über Multikulturalismus ausführlicher was wissen willst, dann kannst du auch das hier weiterlesen:

        https://jungsundmaedchen.wordpress.com/2016/11/12/was-ist-multikulturalismus/

      • @elmar

        Ich habe den Link kurz überflogen. Das ist ein sehr, sehr weites Feld und Du wirst hier m.E nie und nimmer einen Konsens erreichen können: weder innerhalb der Linken noch innerhalb eines linken Maskulismus. Aus rein logischen Gründen glaube ich übrigens auch nicht an eine universalistische Ethik, weil es m.E. eine sogenannte Letztbegründung nicht geben kann und damit implodiert der ethische Universalismus sozusagen. Anders sehe ich es bei epistemologischen Fragen, da sehe ich zwar auch einen gewissen Relativismus bzw. Sozialkonstruktivismus als berechtigt an, aber immer mit der Möglichkeit auf realistische Positionen und Positionen der Wahrheit.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Letztbegründung

      • @Mark E. Smith

        „Aus rein logischen Gründen glaube ich übrigens auch nicht an eine universalistische Ethik, weil es m.E. eine sogenannte Letztbegründung nicht geben kann und damit implodiert der ethische Universalismus sozusagen.“

        Eine Katastrophe diesen Ausmaßes hatte ich in etwa erwartet: Letztbegründung und ethischer Universalismus haben nichts miteinander zu tun und logische Probleme hat das Ganze auch nicht.
        Wir können das in den Kommentaren nicht klären, wir sollten das vertagen.

        Aber deine Antwort bestärkt mich in meinem Entschluß so eine Art Ethik-Aufbaukurs zu schreiben, wo man dann versuchen kann, von einem analytischen Standpunkt aus die Sache anzugehen.

      • @Elmar

        „Denn Multikulturalismus impliziert ohne WENN und ABER den Kulturrelativismus und ist daher unabweisbar Teil des Paradigmas der Postmoderne.“

        So gerne ich dich mag, aber das ist einfach BLÖDSINN.

        In den USA ist die Idee, dass eine spezifische Gruppe von Einwanderern, die den Grund und Boden von der indigenen Bevölkerung durch Mord, Betrug und Diebstahl errungen hat und darauf per Mord, Betrug und Diebstahl ein naturwüchsiges ANRECHT hat an ihre Grenzen gekommen.

        Wer auch immer mordet, betrügt und stiehlt, sollte gleichermaßen ein Anrecht haben auf diesen Besitz.
        Das ist die Weisheit von Mördern, Dieben und Betrügern.
        Wenn demnächst bspw. die hispanische Mehrheit gegenüber der weißen (dann) Minderheit auftritt, sollte sie sich stolz der Frage entledigen können: WEM gehört eigentlich dieses Land – das mir NICHT gehört?

        Demzufolge haben die Mörder, Diebe und Betrüger die Frage in eine moralische verwandelt.
        Weil, wisse, Elmar: Shame is cheaper than guilt.
        Scham ist billiger als Schuld.

        Schuld ist, für ZWANGSARBEIT Entschädigung leisten zu müssen, in realem Geld, Scham ist „black lives matter!“!
        Schuld ist, für jeden acre pro Jahr x-Dollar an Pacht zu bezahlen, Scham ist die indigene Bevölkerung zu bedauern (und marginal zu entschädigen).

        Der Transport – also das copy&paste – der denkfaulen Linken muss zwangsläufig scheitern, weil wir kein Einwanderungsland auf dieser Basis sind.
        Die indigene Bevölkerung sind wir (weitgehend) selbst.
        Es gab in diesem Land eine Geschichte des Faschismus, es gab niemals eine der Sklaverei.

        Es gibt so gut wie nichts, was uns mit der Geschichte der USA verbindet und irgendwann sollte dies in den Hirnen der Pseudo-Linken auftauchen.
        Das ist die US-Version von „Kulturrelativismus“ und wir haben mit dieser nichts zu tun.
        Es wäre (ökonomischer) Selbstmord dem nachzueifern.

        Gruß crumar

      • @Elmar

        Du schreibst:

        Eine Katastrophe diesen Ausmaßes hatte ich in etwa erwartet: Letztbegründung und ethischer Universalismus haben nichts miteinander zu tun und logische Probleme hat das Ganze auch nicht.
        Wir können das in den Kommentaren nicht klären, wir sollten das vertagen.

        Aber deine Antwort bestärkt mich in meinem Entschluß so eine Art Ethik-Aufbaukurs zu schreiben, wo man dann versuchen kann, von einem analytischen Standpunkt aus die Sache anzugehen.“

        Blödsinn! 🙂
        Letztbegründung meint eine Rechtfertigung, z,b. für eine ethische These, die keiner weiteren Begründung mehr bedarf und somit quasi absolut und universal verbindlich ist oder ihren Geltungsanspruch quasi universal proklamiert. Die Frage würde sich sonst stellen, wie willst Du eine ethische Norm z.B. aufstellen, an die sich quasi alle Menschen auf der gesamten Welt halten sollen?

      • @crumar

        Blödsinn kommt immer mal wieder vor, auch wenn ich viel Zeit einsetze, ihn wegzuschaufeln. 😉

        Gucken wir mal:

        „In den USA ist die Idee, dass eine spezifische Gruppe von Einwanderern, die den Grund und Boden von der indigenen Bevölkerung durch Mord, Betrug und Diebstahl errungen hat und darauf per Mord, Betrug und Diebstahl ein naturwüchsiges ANRECHT hat an ihre Grenzen gekommen.“

        Was praktisch wie funktioniert ist eine Sache. Man kann die soziale Realität in den USA „gelebten Multikulturalismus“ nennen, aber das ist nicht dasselbe wie die Strömung in der politischen Philosophe mit dem Namen „Multikulturalismus“. Und letztere sagt wirklich aus, daß es keine für alle Kulturen in gleicher Weise verbindliche Normen gäbe, die es erlauben würden, eine Kultur als besser oder zivilisirter als die andere zu bezeichnen.

        Bist du sicher, daß wir von derselben Sache reden?

      • @Mark E. Smith

        „Blödsinn!🙂“

        Ich wünschte, es wäre so einfach, aber leider ….

        „Letztbegründung meint eine Rechtfertigung, z,b. für eine ethische These, die keiner weiteren Begründung mehr bedarf und somit quasi absolut und universal verbindlich ist oder ihren Geltungsanspruch quasi universal proklamiert.“

        Richtig. Aber das brauchen wir hier doch gar nicht.

        Was wir wirklich brauchen, sind zwei Dinge:

        die These, daß wenigistens EINIGE Normen für ALLE gelten
        die These, daß die Begründung dieser Normen in einem brauchbaren Sinne objektiv ist.

        Letzteres nennt man moralischen Realismus und der Feminismus benutzt das ständig, wenn er behauptet, die Männer hätten die moralische Pflicht, sich zu ändern.

        Moralischer Realismus ist durchaus eine anspruchsvolle Position, aber sie hat nichts mit Letztbegründung zu tun.

        „Die Frage würde sich sonst stellen, wie willst Du eine ethische Norm z.B. aufstellen, an die sich quasi alle Menschen auf der gesamten Welt halten sollen?“

        Erst mal machen das bereits alle z.B. indem sie die Menschenrechte für verbindlich halten. Bei dem von mir vertretenen analytischen Humanismus folgen die aus der Menschenwürde und die folgt aus einem Demütigungsverbot.

        Diese moralische Norm muß man in der Tat für alle begründen und im Islam gilt sie gerade nicht für alle Menschen.

        Du hast in einem Punkt recht: Darum muß man sich kümmern. Aber das ist kein Problem der Letztbegründung, sondern der Haltbarkeit eines moralischen Realismus

        Ich versuch den Quatsch gerade selbst zu verstehen. Ich konnte praktische Philosophie noch nie leiden!

      • @Elmar @Mark

        Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
        Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948

        ist ohne die historische Erfahrung von Faschismus und Holocaust nicht zu haben.

        Insofern universelle Erklärung eines Menschenrechts „die keiner weiteren Begründung mehr bedarf und somit quasi absolut und universal verbindlich ist oder ihren Geltungsanspruch quasi universal proklamiert.“, wie Mark richtig ausführt.

        Das ist (insofern) praktische Ethik, da dies eine Reaktion auf den faschistischen Relativismus war, der es unternahm, noch einmal neu zu definieren, wer Staatsbürger ist und wem staatsbürgerliche Rechte zustehen und wem nicht. Und die Redefinition von „Staatsbürger“ so auszuweiten, dass die Aberkennung von Rechten von Bürgern gleicher Nationalität in diesem neuen nationalen Rechtssystem völlig legitim erschien.
        Auf der nationalen Basis der bspw. „Nürnberger Rassegesetze“ ist es völlig unmöglich, die Rassegesetze selbst zu verurteilen.

        Wenn ich mich ideologisch auf der Ebene des faschistischen Nationalstaats bewege, dann ist UNRECHT Recht.

        Deshalb hier in vollem Wortlaut zitiert die Präambel und die ersten drei Artikel:

        „Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,

        da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, daß einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt,

        da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen,

        da es notwendig ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern,

        da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen in größerer Freiheit zu fördern,

        da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf die allgemeine Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten hinzuwirken,

        da ein gemeinsames Verständnis dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist,

        verkündet die Generalversammlung

        diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.

        Artikel 1
        Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

        Artikel 2
        Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

        Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebiets, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

        Artikel 3
        Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.“

        D.h. erst auf der Anerkennung dieser universellen Menschenrechte ist der Verstoß gegen diese eine Straftat.

        Kulturrelativismus: „Und letztere sagt wirklich aus, daß es keine für alle Kulturen in gleicher Weise verbindliche Normen gäbe, die es erlauben würden, eine Kultur als besser oder zivilisierter als die andere zu bezeichnen.

        Ist der hilflose und dumme Versuch, auf ein Etappenmodell von Geschichtsschreibung zu reagieren, welches historisch die Legitimationsideologie von zivilisierten Völkern darstellte, um nach diesem Entwicklungsmodell die unzivilisierten Völker zu unterdrücken.

        Hier ist die – geradezu übliche, denkfaule, dumme – postmodern-Linke am Werk, alles als „Ideologie“ zu „entlarven“ und statt bessere Kriterien für individuelle und/oder kollektive Freiheitsrechte und/oder Schutzrechte zu entwickeln folgendes zu setzen: Es GIBT GAR KEINE Kriterien, an denen sich dieser Fortschritt bemisst.
        Amen.
        Statt den internationalen Diskurs um ein Fortschrittsmodell zu führen, in dem zum Beispiel in Frage stünde, ob bestimmte Individualisierungsformen ein Fortschritt oder Rückschritt in Sachen Humanität SIND (die Frage z.B., wie wir national in unserem Land mit alten Menschen umgehen) hat man sich darauf kapriziert, den Fortschritt generell in Frage zu stellen.

        Also die Frage nach einem besseren Entwicklungsmodell so zu umgehen, dass es keine Antwort geben, weil die Frage sich erst gar nicht stellen kann.
        „Kulturrelativismus“ ist demzufolge eine Diskursbremse, geschaffen aus der Ignoranz gegenüber realen Fragestellungen aus der realen Welt.

        Meine Meinung als Linker, als Marxist, als MGTOW, als Maskulist: Dieses PACK müssen wir ganz entschieden loswerden.

        Gruß crumar

      • @crumar

        Wir sind inzwischen völlig OT, aber da das niemanden zu stören scheint, nehm ich den Faden mal auf:

        „ist ohne die historische Erfahrung von Faschismus und Holocaust nicht zu haben.“

        Mir ist schon klar, daß du aus einer historischen Perspektive und von einem politischen Standpunkt aus argumentierst – was ich bisher nicht getan habe, nun aber meinerseits tun werde.

        here we go:

        Von einem anthropologischen Standpunt aus halte ich – hier erst mal ohne Begründung – die Geschichte der Zivilisation seit Aristoteles (also nicht die der Menschheit) sehr grob approximiert für eine Geschichte der Sklaverei, bei der nur Erscheinungsformen und Pseudorechtfertigungen wechseln, von denen der Rassismus eine ist. (Die meisten Linken glauben, der Rassismus sei die Ursache für die neuzeitliche Sklaverei gewesen, was aber historisch falsch ist.) Insofern geb ich dir recht, daß das Ereignis der Erklärung der Menschenrechtscharta einerseits nicht ohne die Schrecken des Faschismus/Nationalsozialismus zu erklären ist.

        Andererseits nehme ich sie nur als Forderung, die erhoben wird, um zu verdecken, daß neue Formen der Sklaverei die Bühne der Realität betreten haben, die mit eisernen Ketten nichts mehr zu tun haben. Der Neoliberalismus ist momentan die dominanteste Plage, die durchaus wirtschaftliche Formen wie Zins und Bankenwirtschaft oder zivilrechtliche Formen wie die Gläubigerstellung im BGB hat. Auch die repräsentative Demokratie halte ich mehr für ein Instrument politischer Entmündigung, obwohl man uns nicht wirklich und direkt als Sklaven bezeichnen kann, weil wir einige Freiheiten ja wirklich haben. Der typische Sklave sieht sich eben mit personalisierter hard power konfrontiert, was Widerstand und Instabilität der Ausbeutung bedeutet. Daher versucht man, die Macht zu entpersonalisieren und zu dezentralisieren, man geht von hard power zu soft power, damit die Menschen ihre relative Unfreiheit akzeptieren.

        Auch das Geschlechterverhältnis würde ich – nicht komplett, aber über weite Strecken – so analysieren. Die Frauen haben Macht über Männer, aber sie beruht auf Normen – die zum Teil zu Rechtsvorschriften zur Familie kondensierten. Der einzige post, den ich zu MACHT gemacht habe, sagt im Grunde aus, daß Macht auf dem Vermögen beruht, den Raum der Rechtfertigungen für andere beeinflussen, zu bestimmen und eventuell verschließen zu können. Normen zu erzeugen, ist dafür eine Möglichkeit.

        Das Geschlechterverhältnis wird dadurch charakterisiert, daß primär Frauen durch ihr Verhalten Normativitität erzeugen. Ich habe bereits eine ziemlich präzise Idee zur allgemeinen Erzeugung von Normativität und wie man das begründen kann.

        Und wer versteht, wie menschliches Handeln zu analysieren ist – mein post zum humanistischen Handlungsbegriff kämpft gerade mit meinem post zur Postmoderne und der Rezension von Ulfigs Buch darum, als Erstes fertig zu werden – der merkt auch, daß Normativität Freiheiten, zu handeln, nicht nur verbieten, sondern auch verdecken kann.

        Und – nebenbei bemerkt – besteht (neben Reduktionismus und Determinismus) eine meiner ganz wesentlichen Punkte gegen den Biologismus darin, daß er all das nicht nur nicht versteht, sondern auch für unwichtig erklärt und damit de facto die überlegene Macht der Frauen zementiert.

        Ich hoffe, du liest das wenigstens, daß jemand mal meiner Meinung ist, erhoffe ich mir hier nicht mehr.

        „Insofern universelle Erklärung eines Menschenrechts „die keiner weiteren Begründung mehr bedarf und somit quasi absolut und universal verbindlich ist oder ihren Geltungsanspruch quasi universal proklamiert.“, wie Mark richtig ausführt.“

        Nein, das ist falsch. Menschenrechte sind nicht nicht-begründungsbedürftig, sie müssen begründet werden, aber durch Argumente, die für alle gelten und für alle verbindlich sind. (moralischer Realismus)

        „Das ist (insofern) praktische Ethik, da dies eine Reaktion auf den faschistischen Relativismus war, der es unternahm, noch einmal neu zu definieren, wer Staatsbürger ist und wem staatsbürgerliche Rechte zustehen und wem nicht.“

        Ja, das ist die politische Reaktion auf diese Phase. An sich ist das eine schöne Sache, aber in der Realität ist sie bloß Augenwischerei. Oder was glaubst du, wo die Krise der Massenmedien sonst herkommt? Schau dir mal an, wie sich die Kommunikations- und Sozialwissenschaften entwickelt haben, da gibt es ganz interessante Parallelen mit dem Bedürfnis der Regierungen, massenweise Falschinformation zu verbreiten, um auf diese Weise die politische Zustimmung der Massen zu bekommen zur Entscheidungen, die den Massen selbst schaden.

        „Deshalb hier in vollem Wortlaut zitiert die Präambel und die ersten drei Artikel:“

        Völlig unnötig.

        „Ist der hilflose und dumme Versuch, auf ein Etappenmodell von Geschichtsschreibung zu reagieren, welches historisch die Legitimationsideologie von zivilisierten Völkern darstellte, um nach diesem Entwicklungsmodell die unzivilisierten Völker zu unterdrücken.“

        Mag politisch so rüberkommen, aber als philosophischer Entwurf stehen dahinter stehen durchaus Argumente, die man nicht einfach ignorieren kann. Du mußt mal beides trennen.

        „Hier ist die – geradezu übliche, denkfaule, dumme – postmodern-Linke am Werk, alles als „Ideologie“ zu „entlarven“ und statt bessere Kriterien für individuelle und/oder kollektive Freiheitsrechte und/oder Schutzrechte zu entwickeln folgendes zu setzen: Es GIBT GAR KEINE Kriterien, an denen sich dieser Fortschritt bemisst.“

        Ja, deshalb zähle ich dich ja wie djadmoros auch nicht zu den linken Maskulisten. Du stehst zum Paradigma der Moderne. Leszek windet sich gerade, aber das wird schon noch.

        „Also die Frage nach einem besseren Entwicklungsmodell so zu umgehen, dass es keine Antwort geben, weil die Frage sich erst gar nicht stellen kann.“

        Ich glaube, der Trick war mehr der, daß man behauptete, Aufklärung würde dialektisch in Totalitarismus umschlagen. Adorno und Horkheimer haben das wohl verfochten. Und angesichts dessen kam ihnen das zeitgleiche Feuer aus der Philosophie durch Rorty (Relativismus), Taylor und Kymlicka (Multikulturalismus) gerade recht: Das Zeitalter der Postmoderne begann, weil sich die großen Theoretiker, die ja alle angeblich nichs bewirken, mal alle zum halbwegs selben Zeitpunkt (approximativ) einig waren.

        „„Kulturrelativismus“ ist demzufolge eine Diskursbremse, geschaffen aus der Ignoranz gegenüber realen Fragestellungen aus der realen Welt.“

        Klar. Aber von sich selbst behauptet er, gut begründet und ein Garant gegen Totalitarismus und Imperialismus zu sein, insofern er angeblich das Motiv der Unterdrückung, die eingebildete Überlegenheit jedweder Provenienz, zerstöre – was aber historisch belegbar nie das Motiv der Unterdrückung war. Das Motiv war stattdessen immer dasselbe: Habgier.

        „Meine Meinung als Linker, als Marxist, als MGTOW, als Maskulist: Dieses PACK müssen wir ganz entschieden loswerden.“

        Na dann … good bye, linker Maskulismus: Du warst eine kluge Taktik, solange man Maskulisten glaubhaft als Nazi bezeichnen konnte. Leider warst du nie mehr als das.

        Und ich wette in ein paar Wochen oder Monaten wird Arne Hoffmann behaupten, daß das hier schon immer sein Standpunkt war. Aber was soll’s … Hauptsache ist, es stimmt mal irgendwas, sonst kommen wir ja nie weiter.


      • Das scheint mir wesentlich eher der Realität zu entsprechen.
        Kleiner Hinweis Herr Schoppe, Menschen lügen gegenüber Lehren häufiger als gegenüber dem Rest der Bevölkerung.
        Ich wette mir gegenüber würden eine Menge ihrer Schüler sie als nen typischen deutschen Kinderf****er bezeichnen, so wie das halt üblich ist unter den entsprechenden Jugendlichen.
        Hängt vielleicht auch etwas von der Schulform ab.

      • Hmmm, auf die Gefahr hin, dass mein Kommentar doppelt erscheint, veröffentliche ich ihn noch einmal in zwei teilen und bitte Lucas, den redundanten Teil zu entfernen.
        Ich bin morgen den ganzen Tag unterwegs.

        Teil 1/2

        @Elmar

        Ich habe es aufgegeben, eine lange Antwort zu formulieren, sondern nutze die Zeit zwischen dem Import zweier Datenbanken (die mich in den Wahnsinn treiben) für eine kurze Antwort.
        Nach Weihnachten habe ich mehr Zeit – bis dahin ist es eine Pest.

        „Mir ist schon klar, daß du aus einer historischen Perspektive und von einem politischen Standpunkt aus argumentierst – was ich bisher nicht getan habe, nun aber meinerseits tun werde. here we go:“

        Ok, verschiebe ich hiermit und sage gleich, dass mir das Bild zu groß ist und der Pinsel zu grob.

        „Andererseits nehme ich sie nur als Forderung, die erhoben wird, um zu verdecken, daß neue Formen der Sklaverei die Bühne der Realität betreten haben, die mit eisernen Ketten nichts mehr zu tun haben.“

        Ack. Zugleich muss mit der Entwicklung jedoch auch die Ideologie erneuert reproduziert werden, die diese „Sklaverei“ (du merkst, hier stört mich der Begriff an sich) als Unfreiheit legitimiert und die Unterwerfung unter die Unfreiheit individuell notwendig oder gar wünschenswert erscheinen lässt.

        „Daher versucht man, die Macht zu entpersonalisieren und zu dezentralisieren, man geht von hard power zu soft power, damit die Menschen ihre relative Unfreiheit akzeptieren.“

        Teilweise ack und ich meine: Beides gleichzeitig.
        Politisch gesehen existieren immer noch die Notstandsgesetze und wird der Einsatz der Bundeswehr im Innern diskutiert.
        Geht Kontrolle via soft power verloren, gibt es immer wieder die Möglichkeit, harte Repressionsmaßnahmen zu ergreifen, bzw. beide miteinander zu verzahnen. Wobei es m.E. durchaus diskussionswürdig ist, ob nicht bereits die Zensurwünsche a la „hate speech“ und „fake news“ in diese Richtung gehen.

        „Auch das Geschlechterverhältnis würde ich – nicht komplett, aber über weite Strecken – so analysieren. Die Frauen haben Macht über Männer, aber sie beruht auf Normen – die zum Teil zu Rechtsvorschriften zur Familie kondensierten“

        Auch das ist ein ganz weites Feld. Wo wir einer Meinung sind ist offensichtlich, dass die rechtliche Stellung der Frau, basierend auf ihrer Rolle in der Familie und die rechtlichen boni, die sie auf dieser Grundlage besitzt es fraglich machen, wie ein Frauen chronisch benachteiligendes, rechtlos stellendes Patriarchat auf diese alberne Idee kommen konnte.
        Es sei denn, diese Position wäre von Anfang an als Kompensation und Würdigung gedacht gewesen für diese Rolle und Stellung.

        „Das Geschlechterverhältnis wird dadurch charakterisiert, daß primär Frauen durch ihr Verhalten Normativitität erzeugen. Ich habe bereits eine ziemlich präzise Idee zur allgemeinen Erzeugung von Normativität und wie man das begründen kann.
        Und wer versteht, wie menschliches Handeln zu analysieren ist (…) der merkt auch, daß Normativität Freiheiten, zu handeln, nicht nur verbieten, sondern auch verdecken kann.“

        Stimme ich teilweise zu. Besonders, wenn historisch ein „Geflecht“ von „Normativitäten“ zur Grundlage der nächsten und neuesten werden und verdrängt wird, dass diese Basis existiert.
        Aber in einem „Verhältnis“ agieren zwei Geschlechter wechselseitig.

        „Und – nebenbei bemerkt – besteht (neben Reduktionismus und Determinismus) eine meiner ganz wesentlichen Punkte gegen den Biologismus darin, daß er all das nicht nur nicht versteht, sondern auch für unwichtig erklärt und damit de facto die überlegene Macht der Frauen
        zementiert.“

        Ich verstehe deine Kritik am Reduktionismus einiger evolutionsbiologischer und -psychologischer Erklärungsansätze, finde die in der Vehemenz jedoch komplett überzogen.
        An der Stelle würde ich mir wünschen, dass ein „agree to disagree“ ausreicht – gerade in deinem Dauerstreit mit Christian.

        „Ja, deshalb zähle ich dich ja wie djadmoros auch nicht zu den linken Maskulisten. Du stehst zum Paradigma der Moderne. Leszek windet sich gerade, aber das wird schon noch.“

        Da haben wir ein anscheinend ausschließlich ein Problem mit dem label „linker Maskulismus“ in deinem Verständnis.
        Denn ich meine, alle genannten plus Lucas haben sich sehr deutlich zum Poststrukturalismus geäußert und gegen diesen bzw. gegen den epistemologischen und moralischen Relativismus positioniert.

        Zu deinen nächsten Absätzen könnte man mehrere Artikel verfassen!!!
        Soviel Zeit habe ich nicht mal im nächsten Jahr. 😉

      • Teil 2/2

        „Na dann … good bye, linker Maskulismus: Du warst eine kluge Taktik, solange man Maskulisten glaubhaft als Nazi bezeichnen konnte. Leider warst du nie mehr als das.“

        Ich glaube, es hat noch keiner ernsthaft versucht zu definieren, was eigentlich „linker Maskulismus“ ist. „Wir“ haben keine Statuten und kein Programm. Von daher trifft deine – mir nicht richtig nachvollziehbare – Aversion nichts und jeden.

        Wenn du jedoch die Artikel von Lucas gelesen hast und unsere Kommentare, dann hoffe ich das Gefühl der Irritation richtig auszudrücken, dass hier sehr hartnäckig an dem festgehalten wird, was einmal als links galt und bei mir das „Verstandesgefühl“ vorherrscht, nicht ich habe die Linke verlassen, sondern die Linke mich.

        „Und ich wette in ein paar Wochen oder Monaten wird Arne Hoffmann behaupten, daß das hier schon immer sein Standpunkt war. Aber was soll’s … Hauptsache ist, es stimmt mal irgendwas, sonst kommen wir ja nie weiter.“

        Ich bin der Meinung, du hast eine völlig falsche Vorstellung von den Personen, die sich unter Klarnamen in der Debatte befinden und politisch in der derzeitigen politischen Landschaft etwas bewegen wollen.
        Wir beide können bspw. argumentativ richtig die Sau rauslassen, das können die nicht.
        Diese Männer lesen die gleichen Artikel wie wir, werden mit den identischen männerfeindlichen Klischees, Stereotypen und Vorurteilen bombardiert und sind gezwungen, trotzdem im moderaten Tonfall überhaupt um Verständnis für ihre Position zu werben.
        Ich beneide sie nicht. Das ist tägliches Scheiße fressen für die Sache.

        Zu einer erhellenden Perspektive von Arne Hoffmann aus Sicht der Presse (mit Hervorhebungen von mir):

        „Und dann ist da noch der Journalist und Buchautor Arne Hoffmann, vielleicht einer der umstrittensten Teilnehmer (!!!) des Genderkongresses. Sein Buch „Not am Mann – Sexismus gegen Männer“ gilt als Standardwerk der radikaleren unter den bewegten Männern. Aus dem Inhaltsverzeichnis: (…)
        Wenn es um die Radikalen in den eigenen Reihen (!!!) geht, erinnern Männerrechtler immer gern an die Sturm- und-Drang-Jahre der Frauenbewegung – als auch unter Feministinnen mit harten Bandagen gekämpft wurde (…).“

        Er endet demzufolge: „Ist ja gut, Arne Hoffmann.“
        http://www.deutschlandradiokultur.de/nicht-maechtig-aber-stark-ringen-um-ein-neues-maennerbild.976.de.html?dram:article_id=341925

        D.h. dein Bild auf Arne Hoffmann ist nicht deckungsgleich mit der Wahrnehmung der Mainstreampresse – da gilt er bereits als Vertreter der Radikalen und markiert also das Äußerste, was überhaupt geschrieben bzw. zumutbar gelesen werden kann.
        Auch wenn du mit dieser Einschätzung persönlich nicht übereinstimmst, das ist m.E. die faktische Lage.

        Dass Arne etwas politisch verändern will und gerne Resultate sehen würde, ist Angesichts des Zeitraums, in dem er (selbstausbeuterisch) gegen die feministische Hegemonie anschreibt (das erste Buch ist erschienen 2001) mehr als verständlich.

        Womit ich übrigens zum Endjahres-Spendenaufruf für „Genderama“ überleite!
        Niemand muss mit Arne Hoffmann einer Meinung zu sein um anzuerkennen, welche unschätzbare Arbeit er Jahr für Jahr geleistet hat.
        Praktische Solidarität – was auch immer in euren finanziellen Möglichkeiten liegt.

        Gruß crumar

      • Teil 2/2 und es folgt ein Teil 3 – so langsam verstehe ich, wohin meine Kommentare verschwunden sind…

        „Na dann … good bye, linker Maskulismus: Du warst eine kluge Taktik, solange man Maskulisten glaubhaft als Nazi bezeichnen konnte. Leider warst du nie mehr als das.“

        Ich glaube, es hat noch keiner ernsthaft versucht zu definieren, was eigentlich „linker Maskulismus“ ist. „Wir“ haben keine Statuten und kein Programm. Von daher trifft deine – mir nicht richtig nachvollziehbare – Aversion nichts und jeden.

        Wenn du jedoch die Artikel von Lucas gelesen hast und unsere Kommentare, dann hoffe ich das Gefühl der Irritation richtig auszudrücken, dass hier sehr hartnäckig an dem festgehalten wird, was einmal als links galt und bei mir das „Verstandesgefühl“ vorherrscht, nicht ich habe die Linke verlassen, sondern die Linke mich.

        „Und ich wette in ein paar Wochen oder Monaten wird Arne Hoffmann behaupten, daß das hier schon immer sein Standpunkt war. Aber was soll’s … Hauptsache ist, es stimmt mal irgendwas, sonst kommen wir ja nie weiter.“

        Ich bin der Meinung, du hast eine völlig falsche Vorstellung von den Personen, die sich unter Klarnamen in der Debatte befinden und politisch in der derzeitigen politischen Landschaft etwas bewegen wollen.
        Wir beide können bspw. argumentativ richtig die Sau rauslassen, das können die nicht.
        Diese Männer lesen die gleichen Artikel wie wir, werden mit den identischen männerfeindlichen Klischees, Stereotypen und Vorurteilen bombardiert und sind gezwungen, trotzdem im moderaten Tonfall überhaupt um Verständnis für ihre Position zu werben.
        Ich beneide sie nicht. Das ist tägliches Scheiße fressen für die Sache.

      • Teil 3 von 2/2 – ok?!

        Zu einer erhellenden Perspektive von Arne Hoffmann aus Sicht der Presse (mit Hervorhebungen von mir):

        „Und dann ist da noch der Journalist und Buchautor Arne Hoffmann, vielleicht einer der umstrittensten Teilnehmer (!!!) des Genderkongresses. Sein Buch „Not am Mann – Sexismus gegen Männer“ gilt als Standardwerk der radikaleren unter den bewegten Männern. Aus dem Inhaltsverzeichnis: (…)
        Wenn es um die Radikalen in den eigenen Reihen (!!!) geht, erinnern Männerrechtler immer gern an die Sturm- und-Drang-Jahre der Frauenbewegung – als auch unter Feministinnen mit harten Bandagen gekämpft wurde (…).“

        Er endet demzufolge: „Ist ja gut, Arne Hoffmann.“
        http://www.deutschlandradiokultur.de/nicht-maechtig-aber-stark-ringen-um-ein-neues-maennerbild.976.de.html?dram:article_id=341925

        D.h. dein Bild auf Arne Hoffmann ist nicht deckungsgleich mit der Wahrnehmung der Mainstreampresse – da gilt er bereits als Vertreter der Radikalen und markiert also das Äußerste, was überhaupt geschrieben bzw. zumutbar gelesen werden kann.
        Auch wenn du mit dieser Einschätzung persönlich nicht übereinstimmst, das ist m.E. die faktische Lage.

        Dass Arne etwas politisch verändern will und gerne Resultate sehen würde, ist Angesichts des Zeitraums, in dem er (selbstausbeuterisch) gegen die feministische Hegemonie anschreibt (das erste Buch zur Thematik ist erschienen 2001) mehr als verständlich.

        Womit ich übrigens zum Endjahres-Spendenaufruf für „Genderama“ überleite!
        Niemand muss mit Arne Hoffmann einer Meinung zu sein um anzuerkennen, welche unschätzbare Arbeit er Jahr für Jahr geleistet hat.
        Praktische Solidarität – was auch immer in euren finanziellen Möglichkeiten liegt.
        SPENDET!

        Gruß crumar

      • Teil 3 von 2/2

        Zu einer erhellenden Perspektive von Arne Hoffmann aus Sicht der Presse (mit Hervorhebungen von mir):

        „Und dann ist da noch der Journalist und Buchautor Arne Hoffmann, vielleicht einer der umstrittensten Teilnehmer (!!!) des Genderkongresses. Sein Buch „Not am Mann – Sexismus gegen Männer“ gilt als Standardwerk der radikaleren unter den bewegten Männern. Aus dem Inhaltsverzeichnis: (…)
        Wenn es um die Radikalen in den eigenen Reihen (!!!) geht, erinnern Männerrechtler immer gern an die Sturm- und-Drang-Jahre der Frauenbewegung – als auch unter Feministinnen mit harten Bandagen gekämpft wurde (…).“

        Er endet demzufolge: „Ist ja gut, Arne Hoffmann.“
        http://www.deutschlandradiokultur.de/nicht-maechtig-aber-stark-ringen-um-ein-neues-maennerbild.976.de.html?dram:article_id=341925

        D.h. dein Bild auf Arne Hoffmann ist nicht deckungsgleich mit der Wahrnehmung der Mainstreampresse – da gilt er bereits als Vertreter der Radikalen und markiert also das Äußerste, was überhaupt geschrieben bzw. zumutbar gelesen werden kann.
        Auch wenn du mit dieser Einschätzung persönlich nicht übereinstimmst, das ist m.E. die faktische Lage.

        Dass Arne etwas politisch verändern will und gerne Resultate sehen würde, ist Angesichts des Zeitraums, in dem er (selbstausbeuterisch) gegen die feministische Hegemonie anschreibt (das erste Buch ist erschienen 2001) mehr als verständlich.

        Womit ich übrigens zum Endjahres-Spendenaufruf für „Genderama“ überleite!
        Niemand muss mit Arne Hoffmann einer Meinung zu sein um anzuerkennen, welche unschätzbare Arbeit er Jahr für Jahr geleistet hat.
        Praktische Solidarität – was auch immer in euren finanziellen Möglichkeiten liegt.
        SPENDET!

        Gruß crumar

      • @crumar

        „Denn ich meine, alle genannten plus Lucas haben sich sehr deutlich zum Poststrukturalismus geäußert und gegen diesen bzw. gegen den epistemologischen und moralischen Relativismus positioniert.“

        Es kann natürlich leicht sein, daß mir das entgangen ist, aber von dem her, was ich so lese, kann ich das nicht bestätigen.

        Über das Prinzip „die Linke hat mich verlassen“ haben wir ja schon vor einiger Zeit Einigkeit hergestellt, Und gerade weil linker Maskulismus keine Lust hat, sich selbst zu labeln, muß man ihn um so schärfer beobachten, denn es steht zu befürchten, daß das seine Gründe hat. Wie EvoChris auch, werden von den sog. Gegenannten in meinen Augen ziemlich fragwürdige Thesen vertreten – je nachdem bei wem sie sich gerade einschleimen wollen.

        Ich kann da natürlich auch falsch liegen. Daher werde ich eine weitere Rezension von Hoffmanns Standardbuch schreiben – von einem anti-postmodernen Standpunkt aus. Ich hoffe, dir ist klar, wie langweilig das für mich ist.

      • @ Elmar, crumar, Mark
        Ich bin jetzt erst wieder in der Lage, mitdiskutieren zu können, nachdem ich ansonsten in den letzten Tagen in Korrekturen für die Schule versunken bin.

        Erst einmal zum linken Maskulismus. Ich finde es ziemlich offensichtlich, dass das mehr ist als ein Label. Die Abgrenzung von rechts war nicht nur ein Publicity-Stunt, um der Kategorisierung Männerpolitik=rechts zu entgehen. Der Unterscheid zu rechten Männern lässt sich in einer anderen Art der Kritik am Feminismus deutlich machen. Während Rechte eher eine Auflösung der traditionellen Männer- und Frauenbilder kritisierten, kritisieren linke Männerrechtler, dass die Auflösung nicht konsequent genug ist. Das heißt: Sie nehmen die Forderung nach einer Gleichberechtigung der Geschlechter ernst, unterstützen sie – und werfen Feministinnen vor, dass für sie Gleichberechtigung in eben dem Moment keine Rolle mehr spielt. in dem es um rechtliche Benachteiligungen von Männern geht.

        Daraus ergibt sich noch mehr – aber für den Moment reicht es ja vielleicht, um deutlich zu machen, dass das Label nicht nur einen PR-Charakter hat.

        Kurz noch (@ Elmar) zu Rorty und zum Relativismus: Rortys Idee der „Ironikerin“, die zu jeder erzählten Geschichte Distanz aufbauen und sie noch einmal neu und anders erzählen kann, finde ich sehr gut. In meinen Augen ist das sogar eine DER zentralen Ideen der Moderne: Jede Geschichte kann noch einmal neu und anders erzählt werden, keine ist jemals völlig auserzählt (es sei denn, sie wäre unwichtig).

        Für Rorty stellt sich dann die Frage, wo dabei noch das Verbindende bleibt – und er findet es eigentlich in der Empathie, in dem Bestreben, Leid zu vermeiden. Das ist etwas dünn, aber trotzdem weit weg von dem, was heute an Postmodernität rumgeistert.

        Da muss nämlich gar keine Geschichte mehr erzählt werden – die inneren Zusammenhänge, die Kohärenz von Positionen ist eher gleichgültig. Darin spiegelt sich u.a. die Auflösung einer basalen gemeinsamen Perspektive in einer Gruppenperspektive. Wir brauchen so – hurra – gar keine gemeinsame Perspektive mehr, sondern „wahr“ ist jeweils die Position, die von denen bezogen wird, deren Perspektive maßgeblich ist. Mit Rorty hat das eigentlich nicht mehr viel zu tun.

        In DIESEM Zusammenhang stimmt es dann tatsächlich, dass Frauen – einfach, weil sie Frauen sind – normative Macht haben. In der Perspektive einer postmodernen, identitären Linken sind die Positionen von Frauen, von People of Color, von Hetero- und Transsexuellen deswegen überlegen, weil es keine Herrschaftsperspektiven seien.

        Das ist eine offenkundige Reinheitsethik: Wer nicht durch die „Macht“ verunreinigt ist, hat recht. Egal, was er sagt.

        Das Problem der postmodernen identitären Linken ist also gar nicht, dass sie kulturrelativistisch wäre (obwohl das an sich schon dämlich genug ist). Ihr Problem ist, dass sie mit verschiedenen Perspektiven, mit argumentativer „Diversity“ eben gerade – gar nichts anfangen kann. Statt am Relativismus leidet sie eher am entgegengesetzten Problem, der Sakralisierung bestimmter Positionen.

        Das wird auch an ihrem Biologismus deutlich: Es geht ja nicht mal mehr um politische Unterschiede, sondern um biologische, um Geschlecht, um Rasse, also um lauter Eigenschaften, an denen Menschen fast nichts ändern können.

      • @Schoppe

        „Während Rechte eher eine Auflösung der traditionellen Männer- und Frauenbilder kritisierten, kritisieren linke Männerrechtler, dass die Auflösung nicht konsequent genug ist.“

        Ich kenne ehrlich gesagt keine Quelle des linken Maskulismus, die eine vom Feminismus unabhängige Vorstellung der Geschlechterrollen vorschagen würde. Oder teilt der linke Maskulismus die feministische Vorstellung davon?

        Und wenn es schon so ist, daß die Auflösung nicht konsequent genug ist (was ist natürlich eine anti-biologistische Position ist), von was soll dann die soziale Organisationsleisstung, die die Geschlechterrollen – wie immer sie aussehen mögen – bisher übernommern haben, danach (nach der Auflösung) erbracht werden?

        „Daraus ergibt sich noch mehr – aber für den Moment reicht es ja vielleicht, um deutlich zu machen, dass das Label nicht nur einen PR-Charakter hat.“

        Ich bin da noch nicht überzeugt: Integraler Antisexismus ist ja nichts genuin Neues, sondern einfach nur eine Umformulierung des Gleichheitsgrundsatzes. Würde der linke Maskulismus eine eigene Sozialanalyse anbieten oder vielleicht eine Konzeption reproduktiver Rechte für Männer erarbeiten, würde ich ihn sehr viel ernster nehmen. Im Moment sehe ich nur, daß Menschenrechte gepusht werden – was ja auch gut ist – und ein wenig postmodernes Linkssein wiederholt wird – was definitiv schädlich ist. Aber nicht mal aus den Menschenrechten wird irgendwas gemacht, was als Humanismus durchgehen würde.

        „Rortys Idee der „Ironikerin“, die zu jeder erzählten Geschichte Distanz aufbauen und sie noch einmal neu und anders erzählen kann, finde ich sehr gut.“

        Dann kennen wir jetzt sehr präzise einen Punkt, in dem wir nicht übereinstimmen.

        „In meinen Augen ist das sogar eine DER zentralen Ideen der Moderne:“

        Dann verwenden wir den Begriff der Moderne verschieden. Denn Rorty ist zweifellos DER analytische Theoretiker der Postmoderne, insofern er sich vom Paradigma der Moderne, wie die analytischen Philosophen sie zuvor vertraten, mit „In the Mirror of Natur“ abwandte. „Moderne“ bedeutet nicht „die gegenwärtigen Zeiten“

        „Für Rorty stellt sich dann die Frage, wo dabei noch das Verbindende bleibt – und er findet es eigentlich in der Empathie, in dem Bestreben, Leid zu vermeiden. Das ist etwas dünn, aber trotzdem weit weg von dem, was heute an Postmodernität rumgeistert.“

        In meinen Augen gibt stattdessen einfach verschiedene Versuche, die Postmoderne auszubuchstabieren. Einige bemühen sich, nett zu sein (Rorty), andere tun das nicht.

        „In DIESEM Zusammenhang stimmt es dann tatsächlich, dass Frauen – einfach, weil sie Frauen sind – normative Macht haben.“

        Die Frage ist, wie die Frauen das anstellen. Denn nur wenn wir das wissen, können die Männer etwas dagegen tun. Was schlägt denn der linke Maskulismus hier vor?

        „In der Perspektive einer postmodernen, identitären Linken sind die Positionen von Frauen, von People of Color, von Hetero- und Transsexuellen deswegen überlegen, weil es keine Herrschaftsperspektiven seien.“

        Diese Begründung habe ich noch nie gelesen. Wer vertritt diese Position sonst noch?

        „Das Problem der postmodernen identitären Linken ist also gar nicht, dass sie kulturrelativistisch wäre“

        Meiner Auffassung nach SIND sie kulturrelativistisch.

        „(obwohl das an sich schon dämlich genug ist).“

        AHA! Das ist ja schon mal was.

        „Ihr Problem ist, dass sie mit verschiedenen Perspektiven, mit argumentativer „Diversity“ eben gerade – gar nichts anfangen kann. Statt am Relativismus leidet sie eher am entgegengesetzten Problem, der Sakralisierung bestimmter Positionen.“

        Sehe ich nicht so: So wie die Tatsache, daß man antidemokratische Positionen verurteilt nicht impliziert, daß man kein Demokrat ist, so bedeutet die Tatsache, daß die postmodernen identitären Linken nicht alle Perspektiven zulassen – weil die nämlich nicht-kulturrelativistischer Positionen ablehnen – keineswegs, daß se selbst nicht kulturrelativistisch wären.

        „Das wird auch an ihrem Biologismus deutlich: Es geht ja nicht mal mehr um politische Unterschiede, sondern um biologische, um Geschlecht, um Rasse, also um lauter Eigenschaften, an denen Menschen fast nichts ändern können.“

        Eigentlich demonstriert das weniger einen Biologismus, der ja im Kern immer ein Reduktionismus ist, sondern daß die Position der postmodernen identitären Linken inkonsistent ist: Sie benötigt feste Vorstellungen von Geschlecht und sie kommt eben mit der Auflösung des Geschlechterbegriffs wie auch des Rassebegriffs konzeptionell nicht zurecht: Man kann eben keine Politik für Minderheiten machen, wenn man die Begriffe, die diese Minderheiten als Mengen bilden, zersetzen will.

      • @Elmar

        Deine Kritik:

        „Eigentlich demonstriert das weniger einen Biologismus, der ja im Kern immer ein Reduktionismus ist, sondern daß die Position der postmodernen identitären Linken inkonsistent ist: Sie benötigt feste Vorstellungen von Geschlecht und sie kommt eben mit der Auflösung des Geschlechterbegriffs wie auch des Rassebegriffs konzeptionell nicht zurecht: Man kann eben keine Politik für Minderheiten machen, wenn man die Begriffe, die diese Minderheiten als Mengen bilden, zersetzen will.“

        ist im Ansatz richtig, doch den KERN und unsere Kritik der postmodernen Linken verfehlst du.

        Erstens ist der Begriff des „Essentialismus“ auf die Quelle des „Biologismus“ zurückzuführen und beide meinen identisches – nur hat der Feminismus für sich in Anspruch genommen, einen Begriff zu erfinden, der harmloser klingt, als der an andere gerichtete Vorwurf.

        Wer auch immer meint, die weiße Hautfarbe, in die ich hineingeboren bin, diktiere mein Denken, insofern es mich mit mystischen Wesenheiten eines weißen Denkens füttert, hat die stillschweigende Voraussetzung, es gäbe so etwas wie „whiteness“ basierend auf meiner Hautfarbe, in die ich hineingeboren bin und die ich auch nicht ändern kann.

        Das IST Biologismus und es ist Rassismus.

        Wer auch immer meint, das männliche Geschlecht, in das ich hineingeboren bin, diktiere mein Denken, insofern es mich mit mystischen Wesenheiten eines männlichen Denkens füttert, hat die stillschweigende Voraussetzung, es gäbe so etwas wie „maleness“ basierend auf meinem Geschlecht, in das ich hineingeboren bin und das ich auch nicht ändern kann.

        Das IST Biologismus und es ist Sexismus.

        Wer auch immer meint, die Hautfarbe und Geschlecht, in die man hineingeboren ist, diktiere die soziale Position in einer Gesellschaft, hat die stillschweigende Voraussetzung, es gäbe Rassismus und Sexismus in einer Gesellschaft, die auf einer biologischen Basis existiert.

        Wer Rassismus und Sexismus auf einer biologischen Basis reproduziert und subjektiv der Überzeugung ist, es wäre ein gerechtfertigter Rassismus und Sexismus, wenn dieser sich gegen Männer und besonders weiße Männer richtet, wird für eines NICHT sorgen:
        Für die Überwindung von Rassismus und Sexismus.

        Es ist völlig unmöglich, ja zu sagen zu der biologischen Basis von Überlegenheit über eine andere „Rasse“ oder ein Geschlecht und sich von einer bürgerlichen Elite-Theorie zu verabschieden, die auf dieser Basis existiert.

        Das ist also nicht inkonsistent, sondern es ist verräterisch.
        Es ist eine bürgerliche Elite-Theorie auf einer qualitativ neuen Stufe, opportunistisch formuliert von einer Pseudo-Linken..
        Sie zeigt dir deinen Platz in der Gesellschaft auf der Basis von Merkmalen, die du nicht ändern kannst, sondern in die du hineingeboren worden bist.

        Sie werden nicht hofiert, weil sie „inkonsistent“ sind, sondern weil sie zu 100% herrschaftskompatibel sind.
        Sie formulieren den gleichen Schmutz der alten Gesellschaft in schmutzigen neuen Glaubenssätzen.

        Gruß crumar

      • @crumar „sondern in die du hineingeboren worden bist“

        Das ist die eigentliche message, ganz modern rübergebracht. Mit einer Art „negativer Dialektik“, die genau das heraufbeschwört, was sie zu ändern vorgibt. Und diese Art der dialektischen Umkehrung ist dabei noch so durchsichtig selbstwidersprüchlich…. Eine Art Gift fürs Denken, ideal zum Menschen gleichzuschalten und nach wessen´s Pfeife tanzen zu lassen. Religionen stehen heute doch auch wieder hoch im Kurs!

  • Werter Herr Schoppe,
    ich wusste, daß Ihnen das nicht schmeckt und finde es bwundernswert, daß Sie es stehen lassen.
    Das mit der Rassenvermischung steht da bewusst und ist ein von mir wahrgenommenes Programm, das von Coudenhov Kalergii in den 20ern ersonnen wurde und meiner Wahr nehmung nach hier konsequen umgesetzt wird.

    Auf subtile Weise durch positivistische Darstellung und Film, Funk, Fernsehen, Presse und Werbung, genauso wie brachial, ndem man den Einwanderern suggeriert, die deutschen Frauen warteten nur auf ihre Potenz.

    Diese Aufforderungen gibt es durch Websites, die denen auch einiges mehr versprechen (kann man googln) und die Tatsache, daß Übergriffe der Klientel nicht oder kaum geahndet werden sorgt für entsprechenden Handlungssielraum.

    Die Hooton, Kaufmann und wwas weiss ich für Pläne, die sich explicit mit der Abschaffung der deutschen beschäftigen wurden wohl nie Aufgegeben. Das mögen Sie wieder sehr eloquent wegerklären, ich beobachte, was passiert und was für Auswirkungen es hat und wenn es dem lange vorher geplanten entspricht, sehe ich keinen Zufall.

    Das Problem aber ist, und darauf hätte ich gerne eine auf eine Lösung zielende Antwort, das wir den Methoden, die hier angekommen sind, weder mental noch physisch nichts entgegenzusetzen haben und wir uns wieder auf Steinzeitniveau begeben müssen um dem etwas entgegensetzen zu können.

    Die nette zierliche Polizistin von nebenan, die drohend mit dem Anzeigenblock wedelt, wirds nicht bringen, und dreimal so gut gebaute Männer schlagen die nur im Gender-Umerziehungs-Ichweisswieduzudenkenhast-Film zusammen. Der aber ist nur Wunschbild einiger selbsternannter Volkspädagogen.

    • @ Gereon Den Begriff „Rassenvermischung“ halte ich tatsächlich für einen sehr gefährlichen Begriff, weil ich der Überzeugung bin, dass Reinheitsvorstellungen in der Politik notwendig nur Schaden anrichten. Der Bereich des Politischen ist ja, wenn er demokratisch verstanden wird, grundsätzlich ein Bereich der Vermittlung – verschiedener Interessen, verschiedener Positionen, verschiedener Erfahrungen, etc. Reinheitsideologien aber richten sich nun einmal radikal gegen solche Vermittlungen, beschreiben sie als Verschmutzungen des Reinen, als Beeinträchtigungen des Guten, etc.

      Es gibt keinen demokratischen Rassismus.

      Auch mit der Vorstellung, dass die Deutschen, die Europäer, die Weißen ausgelöscht werden sollten, kann ich nichts anfangen. Ich glaube sogar, dass es Islamisten gibt, die solche Phantasien hegen – die haben halt ihrerseits Reinheitsideologien kultiviert. Aber der Vorwurf richtet sich ja an europäische Regierungen – und denen sind vielleicht Desinteresse, Überforderung, Fehleinschätzungen etc. vorzuwerfen, aber nicht die boshafte Ansicht, das eigene Volk auszutauschen. Das ist paranoid.

      Ich selbst unterrichte übrigens an einer großen Schule, in der Menschen (Kinder und Jugendliche ebenso wie Lehrer) aus der ganzen Welt arbeiten, und das geht ausgesprochen gut. Es kostet halt Arbeit und läuft nicht von allein, aber es ist kein Modell, vor dem dringend gewarnt werden müsste.

      Etwas anderes ist der Hinweis, dass Ermittlungsbehörden, Gerichte, Instititutionen etc. überhaupt nicht vorbereitet sind auf manche Aspekte der Migration – etwa das Beispiel krimineller Großfamilien. Den Eindruck habe ich auch. Nur betrifft das eben bei weitem nicht „die“ Muslime. Es sind zudem Probleme, die pragmatische Lösungen brauchen – und zu denen tragen Phantasien über die Abschaffung der europäischen Völker nun gar nichts bei.

      • Werter Herr Schoppe,
        zunächstmal möchte ich feststellen, daß ich mir keinen Buchstaben der deutschen Sprache verbieten oder versauern lassen, nur weil der Schiclgruber auch deutsch gesprochen hat. Dann müsten Sie jeses Wort verbieten und die lateinische Schrift gleich dazu, weil die von den Nazis eingeführt wurde. Ich kann Sütterlin und fraktur lesen, aber nicht viele, ein anderes Zeichensystem werde ich mit nicht mehr angewöhnen.

        Die deutsche Sprache ist eine für Analyse und Denken sehr geeignete und die Wortschöpfungsmöglichkeiten ermöglichen eine Exaktheit und Komplexität, die ich für einen Teil eines Grundes unserer Kulturschöpfungen ansehe.

        Daß Sie mit dem Konzept der rassenvermischung schwierigkeiten haben und das V-Wort bemühen, sehe ich zum Teil in ihrer Eingebundenheit in die bestehende Bewusstseinmatrix begründet, zum Teil wollen Sie einfach nicht, das es das Konzept gibt und niedergeschrieben wurde. Wurde es aber, ist deutschsprachig bestellbar und abrufbar. Die angewandten Mechanismen und die kriminelle energie, die aufgewendet wird, um diese zur Anwendung zu bringen , sind einfach da und geschene vor unseren Augen.

        Zufälle gibt es nicht in dieser Häufung. Nichtregierungsorganisationen betreiben websites die man aufrufen kann und Schiffsbewegugen sind online ensehbar, und es wird daran systematisch gearbeitet. Das bilde ich mir nicht ein.

        Paranoid denken heisst, komplexe Gedankengebäude aufgrund eingebildeter , nichtexistierender angenommener Grundlagen zu errichten, wenn ich die Bücher hierzu bestellen und lesen kann, ist etwas existent.

        Wir streiten uns hier um die Absicht. Die kann man feststellen, wenn man nicht Teile des abrufbaren und einsehbaren ausblendet.

        Ich bin nicht per se gegen alles Fremde, einiges goutiere ich, schätze ich, geniesse ich, aber alles an seinem Platze.

        Rassen und Kulturen sind gewachsene Konstrukte, trotz einer 12-jährigen Entgleisung, die aus dem Ausland finanziert und gesteuert wurde,

        Der Grund für Hitler heisst Stalin, weil der nicht vorgesehen war. ( Bei Lenins Tod war Trotzki sehr krank un d konnte nicht, was Stalin nutzte, das aber war von den Finanzierds der Oktoberrevolution nicht geplant, weswegen er ausgeschaltet werden sollte, was man tat, indem man Deutschland nochmal erlaubte, hochzukommen und sich an Stalin aufzureiben)

        Rassen und Kulturen sind etwas natürlich gewachsenes und warum das dekonstruiert (=kaputtgemacht) werden soll hat man nie zufriedenstellend erklärt, genauso wie bei Geschlechterrollen oder Familie. Die Resultate hierbei sind ähnlich verherend, beim einem wie beim anderen. Ohne Aufwiegelung und wirtschaftliche Interessen einer kleinen skrupellosen Minderheit würde das alles relativ friedlich koexistieren können und sich gegenseitig bereichern.

        Ich sehe auch, das kulturen ab und zu einen Impuls von Außen brauchen um diese Bereicherung zu erfahren und nicht in Starre zu verfallen, und wir Deutschen, als Mitte Europas haben diese Breicherung zu allen Zeiten aufgenommen, assimiliert und positiv umgesetzt. Es hat uns immer weiter gebracht.

        Das es an Ihrer Schule gut funktioniert, hängt wahrscheinlich im Wesentlichen von Ihnen, Ihrer Leistung und dem Willen ab, gerade das zu schaffen, und sie wissen ganz genau, das es zu dem einen positiven Fall hunderte nicht ganz so positive gibt.

        Was grade passiert,ist ein Verbrechen,an den Eingewanderten, genauso wie an den Angestammten,die ein recht auf Heimat udn Sicherheit haben,und die Lügen,die notwendig sind,um das Bild der legitimation aufrecht zu erhalten sind grotesken Ausmaßes. Merkelund ihre Regierung brach definitiy geltendes Recht unjd die Aktivitäten, die notwendig waren,um dieses Ausmaß herzustellen sind und waren enorm und sehr kostspielig.

        Hierzu gehört ein Wille. Ob der böse oder gut zu werten ist, lass ich dahingestellt.

        Ich sehe,und betrachte das,was ist, welche Absichten geäussert werden und welche Auswirkungen das hat. Ich betrachte Muster, die nicht mehr zufällig seinkönnen , weil keine Abweichungen nach der Gaussschen Verteilungskurve feststellbar sind. Und ziehe Schlüsse daraus.Und frage mich,warum einige Elemente soviel Wert auf Dekonstruktion legen und was damit zu erreichen ist.

        Für uns Bürger dieses Landes und für die Einwanderer nichts Gutes.
        Das endet im Bürgerkrieg. Und den gewinnen die,die dem Land gewachsen sind, die von der Pigmentierung hier mit der vorhandenen Sonneneinstrahlung klarkommen und mit dem kalten klima. Auch wenn sich andere gerade sehr siegesgewiss geben wollen und sollen.

        Nehmen Sie daß, was gesagt wird ernst. Es gibt Videos auf Youtube, auf denen Europapolitiker genau das (Rassenvermischung) ankündigen und als unabweichlich darstellen, wie von dem niederändischen Regierungschef aus 2014 (Youtube einsehbar). Die Frage ist, wohin führt es, ist es konstuktiv, was macht es mit unserem Leben.
        Versuche Sie einfach 2+2 zusammenzuzählen als wüssten Sie nichts vom Schicklgruber und wären Indianer. (Die können ein Lied dazu singen).

        Die Linke versucht immer alles als konstruierbar hinzustellen und ebenso dekonstruierbar. Sie verweigern die Biologie und gewachsene Strukturen, die verwurzelung eines Menschen und eines Volkes mit dem Land, auf dem sie gewachsen sind oder sich in vielen Generationen angepasst haben.

        Diese Verwurzelung gibt es aber, sie ist Wirklichkeit in vielen einfachen Menschen, die nicht herumklügeln, wie wir es grade tun. Das passt den Linken nicht, aber ihre Konzepte gehen nie auf. Planwirtschaft funktioniert nicht, Frauenquote funktioniert nicht, Männer in Frauen umzuerziehen funktioniert nicht. Es gibt Realitäten, die kann man nicht mit Willen beliebig ändern . Deshalb haben Völker Schicksale und Eigenarten.

        Die können sich in Generationen und Jahrtausenden ändern, aber nicht in einer Gemneration. Roms Untergang begann, als 5% der Bevölkerung von Aussen kam, und obwohl die den lebensstil und die Segnungen guthiessen, lebten und verteidigten, ist es untergegangen. Und weil die Warmzeit zuende ging.

        Wir haben beides. Eine Warmphase geht zuende und wir haben 25% Fremde im Land, die uns zum grossen Teil ablehnen, die Verhältnisse ihrer Heimat herstellen wollen (hören Sie ihnen zu) und eine beginnende Kaltphase. Das geht nicht gut aus.

        Das ist nicht paranoid, das ist das, was passiert. Und es wird für alle Beteiligten schäbig.
        Ein wahrer Menschenfreund würde die Hergekommenen (Hierhergelockten) zurückschicken und ihnen sagen, baut das in Eurer Heimat, was ihr hier gut findet.

      • Hast mdu denn irgendwelche Belege für die unterstellte Schädlichkeit der Rassenmischung? Es gibt ja Länder, in denen diese seit Jahrhunderten stattfindet, z.B. Kolumbien, wo ich mich aus familiären Gründen gelegentlich aufhalte. Dort gibt es alles von blonden, europäisch aussehnden Menschen über Indigene, die aussehen wie Indonesier, bis hin zu tiefschwarzen, afrokolumbianischen Nachfahren von Sklaven. Und die entsrpechenden Mischformen. Glaub mir, es ist dort keinerlei Mangel an Vitalität oder Intelligenz festzustellen, eher im Gegenteil. Natürlich ist Kolumbine ein III. Welt-land mit den enstprechenden Problemen: Armut, Korruption, Kriminalität, aber diese Probleme verteilen sich über alle Rassen und haben historische Gründe.

        Es ist recht beeindrucken zu erleben, wie ein schwarzer Afrokolumbianer spricht, sich bewegt und verhält wie ein typischer Latino. Seine Kultur ist viel mehr von Spanien als von Afrika geprägt; oder wenn ein schwarzäugiger Indigener sich mit dir über die Bundesliga unterhalten will.

        Das Problem der Migration ist aus meiner Sicht keines der Rassenmischung, sondern ein kulturell/ideologisches. Muslime lehnen halt alle nichtmuslimischen Kulturen strikt ab und wollen in den Aufnahmeländern haargenau nach ihrer traditionellen Kultur leben ohne Anpassungsbereitschaft zu zeigen; das kann auf Dauer nicht gut gehen. Was die (nichtmuslimischen) Afrikaner betrifft, bin ich da viel optimistischer.

      • Ich hab die letzten Tage durchkorrigiert, hatte also viel für die Schule zu tun – und muss gestehen, dass es mir absolut nicht recht ist, zu sehen, dass hier ernsthaft über das Für und Wider des Begriffs „Rassenvermischung“ diskutiert wird. Warum ich den Begriff absolut ablehne, hab ich ja oben schon geschrieben. Ich würde es da mit Iggy Pop halten:

        „Das Problem der Migration ist aus meiner Sicht keines der Rassenmischung, sondern ein kulturell/ideologisches.“ Es ist auch einfach ein pragmatisches Problem – WIE bekommt man es zustande, dass Menschen ganz unterschiedlicher Hintergründe trotzdem friedlich zusammenleben können. Es braucht dafür, da bin ich sicher, ein gemeinsames Set an Werten – Achtung vor Menschenrechten – und auch gemeinsame Foren, damit Diskussionen nicht in abgeschotteten Gruppen geführt werden, sondern zumindest immer mal wieder auch miteinander.

        DAS Problem der deutschen Einwanderungspolitik ist in meinen Augen, dass solche pragmatischen Aspekte bei allen politischen Seiten übersehen wurden. Bei Konservativen, weil die in der Illusion lebten, Deutschland sei kein Einwanderungsland – und bei Rot-Grün, weil die in der Illusion lebten, die multikulturelle Gesellschaft sei ohne größere Anstrengungen realisierbar, solange nur die Nazis die Klappe halten.

    • Immer wieder schön, dafür tituliert zu werden, daß man sich traut, eigenständig zu denken und auf die Realität jenseits vorgegebener Denkschablonen einzugehen.

      Ihr Beitrag spricht aber auch sehr deutlich über die Kampfstrukturen der linken Linken, die sich offensichtlich nicht vorstellen können, dass es Individuen gibt, die nicht organisiert versuchen, Andere und Andersdenkende organisiert umzukrempeln. Danke für den Einblick. Ob Joseph Goebbels oder Maybrit Goebbels, Euer Feind heisst sapere aude.

  • @Lotusritter

    Danke für das Kompliment (freundscher Verschreiber), aber der freudsche Verschreiber war nur eine Antwort auf das Wort Patriarsch und hier weiss ich nicht, ob der Verfasser dies intentional oder unbewusst gemacht hat.
    Zur Duldsamkeit und den Argumenten. Das Problem ist dies, dass das feministische Narrativ in den Leitmedien und sonstigen Medien sozusagen hegemonial ist. Man kann nun quasi auch mit Dämonisierung arbeiten, was jedoch dazu führt, dass man als Wutbürger etc. wiederum ins Abseits gestellt wird. Bei einer rationalen Argumentation, die ja an die Aufklärung anschliesst, wird das schon viel schwieriger. Populismus und Dämonisierung würden dann erfolgreich sein, wenn man wie z.B. Berlusconi in Italien über ein Medienimperium verfügt und somit selbst das Agenda Setting und Framing bestimmen kann. Aber die Idee mit Slogans zu arbeiten, wäre sicherlich auch noch eine mögliche Variante.

  • Seine politische Verkorkstheit ist ohne seine psychische nicht zu verstehen. Hier scheint ein Mann gegen Mann zu schreiben, um zumindest gedachte Bonuspunkte bei einer ebenso von ihm fantasierten Weiblichkeit zu erhalten. Denn an Mann ist sein Text ja nicht gerichtet. Derlei Geschwätz geht keinen Mann was an. Er hat mit männlicher Lebenswirklichkeit nichts zu tun. Allenfalls mit der Lebenswirklichkeit grüner Männchen, die von sich behaupten (fantasieren), sie wären potentielle Vergewaltiger. Jedenfalls scheint Niewendick sich selbst nicht der von ihm umrissenen Kategorie Mann zugehörig zu fühlen; dann wohl eher dem Geschlecht 777 (Brunzdumm mit Auslass) – oder wäre die Kategorie Dreckschleuder treffender für das Mann Niewendick?

    Man kann auch Seifenblasen in Seifenblasen hineinblasen und so in der Blase eine eigene Blase erzeugen. Gedanklich scheint dies offensichtlich leichter zu sein, andernfalls würde Niewendick & Co. sich nicht schreibend darin üben.

    Freundlich Ihr Versuch, Herr Schoppe, derlei Gedankenschwäche noch im Links- Rechtsschema zu verorten. Da geben Sie der Sudelei des Suderers freilich zuviel der Ehre.

  • Es ist wirklich deprimierend… da geschehen schlimme Verbrechen, die Leute sind entsprechend geschockt und sehnen sich nach einer einfachen Erklärung. Da ist es völlig richtig, vor falschem Gruppendenken zu warnen und zu verhindern, dass daraus Vorurteile entstehen, die dem friedlichen Miteinander schaden.

    Aber statt das wirklich konsequent zu machen, greift man auf genau das Gruppendenken zurück, was man zu verurteilen behauptet und tauscht nur die Gruppe aus. – Klar, ein komplettes Geschlecht ist zu groß, als dass es Pogrome o.ä. zu befürchten hätte, aber das heißt nicht, dass eine solche Ungerechtigkeit keine Folgen hat.

    Ich selbst habe in Kiel studiert, entsprechend kriege ich übers Netz das Entsetzen Bekannter dort über den Feuer-Mord mit. Aber es wird immer geframed als „Gewalt gegen Frauen (von Männern) und ich bin damit automatisch „the other“. Da wundert es mich nicht, wenn viele Leute, überrumpelt davon, mit einem Verbrechen, mit dem sie nichts zu tun haben in Verbindung gebracht zu werden, verzweifelt versuchen, einer anderen Gruppe den Schwarzen Peter zuzuschieben. So lebt und gedeiht das Gruppendenken und der Rassismus, den man durch Sexismus zu bekämpfen versucht, kriegt hintenrum dann doch wieder seinen Zulauf. – Und wenn dann rechte Parteien trotz weiblicher Spitze mehr männliche Anhänter haben, scherzt man ach so lustig darüber, dass Männer kein Wahlrecht haben dürfen, um so noch weiter um sich zu schlagen.

    Es frustriert mich so.

  • Bemerkenswert das eine Straf- bzw. Gewalttat von einem Mann gegen eine Frau automatisch ein Hassverbrechen ist.

    Aber passt ja schon… wenn Frauen Männer in der Öffentlichkeit verhauen ist das ja witizg…

    Gibt es da überhaupt noch eine Abstufung – die Beispiele hier sind zweifelsohne brutal – aber heute ist es ja schon Frauenhass wenn man eine Frau nicht wählt, obwohl sie doch eine Frau ist, es ist Frauenhass wenn Produkte für Männer mit schönen jungen Frauen beworben werden und es gibt wahrscheinlich noch anderen Beispiel aus dem feministen Emopferment-Katalog.

    Einfach alles ist Frauenhass, keine Abstufung.

  • @ Schoppe

    Du schreibst:

    „Sinnvoll wäre es, Fakten offen anzusprechen, sich aber Ressentiments entgegenzustellen: Also eben das Gegenteil dessen zu tun, was Niewendick tut.
    Als die Tagesschau vor einigen Tagen die Meldung von der möglichen Aufklärung des Freiburger Verbrechens nicht sendete, wurden ihr „politische Gründe“ unterstellt. Der Gedanke lag nahe, dass die Meldung nur deshalb nicht gebracht wurde, um keine weitere Feindseligkeit gegen Flüchtlinge zu bedienen.
    Der Pressekodex, der die Nennung der Herkunft oder Religion bei Straftätern als irrelevant kategorisiert, hat heute den gravierenden Nachteil, dass eben diese Informationen für viele Leser und Zuschauer sehr relevant sind.“

    Man weiss, dass ein grosser Teil der Bevölkerung gewisse Delikte bzw. Kriminalität hinsichtlich der Häufigkeit extrem überschätzt. Die subjektive Einschätzung ist somit nicht kongruent mit den objektiven Statistiken. Es gibt hier insbesondere eine hohe Korrelation zum Medienkonsum. Wer gewisse Medien vermehrt konsumiert, der überschätzt die reale Kriminalität erheblich. Daraus kann dann eben auch ein unrealistisches Bedrohungsgefühl entstehen: natürlich ist die Angst real, aber diese Angst ist vielfach durch die objektiven Fakten nicht gedeckt.
    Zur Relevanz der Nennung der Nationalität. Das kann gut sein, dass für viele Menschen diese Nennung relevant ist, aber auch hier wird eben mehr verschleiert als geklärt. Nationalität spielt als Faktor bzw. unabhängige Variable, wenn man die Faktoren Alter, Geschlecht, Schicht/Klasse, subjektive Deprivation und Wohnort (Stadt vs. Land) herausrechnet, kaum mehr eine Rolle als Einflussgrösse. Der identitätspolitische Faktor (Nationalität) reduziert sich vollständig auf soziale Faktoren.
    Und noch einmal zur Relevanz: Relevanz kann ein Kriterium sein, um eine Nachricht bzw. Meldung zu bringen, aber man weiss ganz genau, dass sogenannte Softnews viel öfters gelesen werden als Hardnews, aber für eine Demokratie kann dies Gift sein.

    • @ Mark „Zur Relevanz der Nennung der Nationalität.“ Ja, es muss nicht zwanghaft in jeder Situation darauf hingewiesen werden, welcher Nationalität ein Täter ist, oder welchen Migrationshintergrund er hat, falls er einen hat. Es gibt aber Situationen, die ohne solche Nennungen einfach komisch sind.

      Ich hatte z.B. mal einen Bericht über eine Krawalle durch eine aggressive Großfamilie (ich glaube, in Hameln) gelesen. Damit hatte ich überhaupt nichts anfangen können und hatte gedacht, dass die Hamelner offenbar ziemlich seltsame Großamilien hätten. Bis ich dann in einem anderen Bericht las, dass die Familie aus dem Libanon stammt.

      In solchen Fällen halte ich es für schlecht, die Hintergründe nicht zu nennen. Die Einwanderung von Millionen schafft auch Ängste – und ich sehe keinen anderen Weg, mit solchen Ängsten vernünftig umzugehen, als dadurch, dass man offen und klar agiert. Wenn der Eindruck entsteht, etwas würde vertuscht, oder Menschen würden für dumm verkauft – dann entsteht ein Freiraum für Leute, die alle möglichen Ressentiments verbreiten.

      Das heißt nicht, dass bei jeder Straftat der ethnische Hintergrund mitgenannt werden muss. Aber verlässliche Zahlen dazu, ob und – wenn ja – inwieweit die große Einwanderung mit einem Anstieg von Straftaten verbunden war, sollte es schon geben.

  • Nun ja, da wir schon bei dem Beispiel Tagesshow sind….
    Daß dieselbe immer noch in weiten Kreisen der Bevölkerung als eine Art pseudoseriöslicher BILDzeitungsersatz gilt, wird wohl kaum ein Mitleser hier noch ernsthaft bezweifeln, denke ich.
    Und, daß sie mittlerweile ein Brüllorgan jenseits der Papierpresse geworden ist, das langsam stürmerhafte Züge aufweist, wird wohl auch langsam deutlich, oder?
    Mir kommt es so vor, als ob die Parteien, die im ÖR-Bereich den Trend vorgeben, erkannt haben, daß die Blogs von HBS, Gundi Werner, FES & Co höchstens für ein paar hochengagierte sichtbar sind.
    Warum also nicht den vorhandenen Einfluss nutzen und die entsprechenden Inhalte gleich Millionen von Zuschauern regelmäßig und massiv um die Ohren zu kloppen?
    Verschwörung? Quatsch! Das ist einfach so naheliegend, daß man noch nicht mal Murphy’s Law dazu braucht. Solche Leute wissen auch so was sie zu tun haben.

    Also Rosenbrock, Gesterkamp und Kemper rein und nach den ersten geplanten Hurrarufen die Kommentarfunktion ausschalten.
    Also nach Sylvster erstmal fast garnix bringen und zitternd abwarten, bis sich der Klüngel zwischen Gabriel und Wizorek zu Wort meldet und das dann aufblasen bis es knallt.

    Irgendwie verstehe ich nicht so recht, warum darüber immer noch Grundsatzdebatten geführt werden müssen.
    Wenn man seine Kotzgefühle im konkreten Beispiel gern rein sachlich und en Detail analytisch wie rhetorisch hübsch zusammengefasst heben möchte, reicht es meisten doch schon aus, einmal bei Man Tau reinzuschauen.

    Sicher, es ist bestimmt nicht verkehrt, sich mit Positionen, wie denen von Gereon dialogisch zu befassen. Wenn auch vermutlich nicht sonderlich effektiv.

    Bei Rosowski, Schwesig, Hornscheidt u.s.w. geht das ja nicht, die diskutieren nicht.

    Bei manchen Femibloggern, wie z.B. die Schruppsche, oder Margarete ( die mit der Differenz und so) geht zwar scheinbar, aber sie reagieren psychopathisch, w.h. egal was man da schreibt, es bestätigt sie immer vollumfänglich, extrem selektive Wahrnehmung eben.

    V.dh. ist es auch klar, daß recht regelmäßig Spinner wie Kimmel, Voss, oder jetzt eben dieser Journalist ( ähem ) sich kaum weit abseits von ihren „normalen“ Arbeitgeber produzieren, um noch ’ne Schippe nachzulegen.

    Insofern finde ich die ewigen Nazivergleiche übrigens durchaus nachvollziehbar. Die Methodik passt jedenfalls, allerdings passt sie sicherlich auch auf jede Menge andere Vergleichsmöglichkeiten.

    Aber war es das denn auch schon?
    Hat nicht mal wer ’ne Idee, wie man das olle Circel Game mal ein wenig aufbrechen könnte?

    • Nun ja, die Nazivergleiche finde ich ohnehin dümmlich, denn wenn alles Nazi ist, ist nichts mehr Nazi. Was speziell Kimmel und andere misandrine Mannsbilder angeht, so sind sie m.E. zwar ultrarechts – obgleich Linke sie für links halten – doch Nazis sind sie nicht, da fehlt noch etwas, nämlich die legalistische Attitüde. Im Grunde verhalten sie sich wie Esoteriker, die ebenfalls selektieren und ein gnostisches Weltbild pflegen; zu diesem zählen Untergangspropheten und Erlösergestalten. Und dass sich Männer diese Rollen anmaßen hat auch etwas mit den allen Weltverbesserern immanenten Ominpotenzphantasien zu tun – in dem Sinne: wenn man schon unter Männern nichts wird, will man wenigstens unter Frauen was gelten.

  • „…legalistische Attitüde“
    In der ÖR-Darstellung haben sie die aber m.E. schon.
    Deswegen ja auch das Beispiel mit der Tagesshow….
    Der Unterschied ist z.Zt. noch, daß es gelegentlich ( wenn auch scheinbar relativ quotenabhängig ) noch ein paar vorsichtige Gegenstimmen gibt. Die allerdings dann superzurückhaltend und an nicht so prominenten Sendeplätzen, resp. zu ungünstigeren Zeiten. Eher so in den Magazinen für spezielle Zuschauer.

    Ansonsten ist es natürlich schon irgendwie doof, immer die Nazis als Vergleichsgröße heranzuziehen, aber dummerweise auch naheliegend.
    Einfach weil die, die jeden Kritiker in die ultrarechte Ecke schieben es ja so schön vorgeben.
    Wobei mir immer die Diskussion mit und über Charlotte Knobloch anlässlich der MGM-Debatte einfällt. Das war einfach bilderbuchartig, wie die Dame jeden, der Kindern ihre Vorhaut gönnt und das frecherweise auch noch mit Grundgesetz und UNkrk rechtfertigt, zum Holocaustfanatiker ganz unmittelbar erklärt hat.
    Das ist es einfach auf den allerersten Blick schon sehr verführerisch, ihr den Spiegel vorzuhalten und so voll in die Antisemitismusfalle zu tappen.

    Genau wie die z.Zt. sehr beliebten „Kauft nicht bei Ju“…, äh, ich meine natürlich „Sprecht nicht mit weißen alten rechten Maskus“-Kampagnen….
    Und mal ehrlich, Stalin, Big-Brother, oder irgendein Ayatollah, würden weder am Inhalt noch am Effekt etwas wesentliches ändern. Der den Vergleich Bringende würde mit der gleichen Antwort trotzdem zum Nazi erklärt werden.

    Irgendwo las ich letztens was über „Die Schweigespirale“ von Nölle-Neumann, das mußte ich glatt kopieren ( hab natürlich vergessen den Link zu übernehmen und vergessen auf wessen Blog das war – möglich, daß das derjenige hier gerade mitliest ).
    Das kam mir sehr vertraut vor, nur wesentlich besser formuliert als ich es je gekonnt hätte. Mir schwant, wir sind auch dieser Schiene schon ganz schön weit …..

    Ich paste mal..:

    Schweigespirale – ein kleiner Ausflug in die Medienwissenschaft

    Der zuvor genannte Effekt wird auch sehr gut erklärt durch die Theorie der Schweigespirale, Teil der Theorie der öffentlichen Meinung, in den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Elisabeth Noelle-Neumann formuliert.
    Wikipedia schrieb über die zentralen Annahmen der Schweigespirale Folgendes:

    „Die allermeisten Menschen empfinden ‚Isolationsfurcht‘, wollen nicht sozial isoliert sein.

    Menschen machen sich ständig ein Bild von der Verteilung der Meinungen in der Öffentlichkeit und von der Entwicklung dieser Verteilungen.

    Die Bereitschaft, seine Ansichten öffentlich darzustellen, ist unterschiedlich stark ausgeprägt, je nach der vom Individuum wahrgenommenen Verteilung der Meinungen und der erwarteten Entwicklung der Meinungen in der Gesellschaft. Menschen, die den Eindruck haben, ihre Meinung sei im Aufsteigen begriffen oder schon in der Mehrheit, äußern sich bereitwilliger in der Öffentlichkeit, bekennen sich eher öffentlich durch Meinungsäußerungen, Verhalten oder Symbole zu ihrer Meinung, als diejenigen, die glauben, mit ihrer Meinung zu den Verlierern oder zur Minderheit zu gehören. Die Minderheitsfraktion verfällt in Schweigen aus Furcht, sich sozial zu isolieren. Dadurch erscheint die Gruppe der ersteren noch stärker und in einem Spiralprozess scheint diese Meinung die alles Beherrschende zu werden – ohne es tatsächlich sein zu müssen.

    Die Wahrnehmung der Menschen, welche Meinungen vorherrschend sind (oder in Zukunft sein werden), wird maßgeblich durch die in den Massenmedien vertretenenMeinungen und Argumente bestimmt.

    Voraussetzung für das Auftreten einer Schweigespirale ist, dass der Gegenstand, das Thema des Meinungskampfes ‚moralisch geladen‘ ist, also das emotionale Potenzial hat, die Meinung der Minderheit nicht als rational falsch, sondern als moralisch schlecht erscheinen zu lassen. Eine Funktion der Massenmedien in diesem Prozess besteht darin, dass (im Falle der klassischen Schweigespiral-Situation, in der eine tatsächliche Minderheit öffentlich als Mehrheit erscheint) die faktische Minoritätsmeinung (Minderheitsmeinung) durch Medien parallel und gehäuft als Mehrheitsmeinung dargestellt wird. Aus Angst isoliert zu werden, unterlassen es in der Folge Anhänger der eigentlichen Mehrheitsmeinung, ihre Meinung öffentlich zu äußern.

    Dies führt Noelle-Neumann auf die soziale Natur des Menschen zurück, die ihn Isolation fürchten lässt und jeden einzelnen einem Konformitätsdruck, das heißt einem Anpassungsdruck, unterwirft. Aus diesem Grund ist jeder Mensch ständig damit beschäftigt, seine Umwelt zu beobachten (‚Prozess der quasi-statistischen Wahrnehmung der öffentlichen Meinung‘). Dadurch erfährt er, welche Meinungen und Einstellungen öffentlich geäußert werden können, ohne Sanktionen befürchten zumüssen (Konsonanzstreben). Für den Prozess der Schweigespirale bedeutet das, dass die vermeintliche Minderheitsmeinung (also die echte Mehrheitsmeinung) mit der Zeit zur tatsächlichen Minderheitsmeinung wird, da in dem Maße, wie die Anhänger der eigentlichen Mehrheitsmeinung verstummen, die Anhänger der eigentlichen Minderheitsmeinung ermutigt werden, ihre Ansichten öffentlich zu äußern, ohne Isolation fürchten zu müssen. Auf diese Weise kann sich letztlich tatsächlich ein Umschwung der öffentlichen Meinung einstellen.1. nach Donsbach, Wolfgang/Stevenson, Robert L. (1986): Herausforderungen, Probleme und empirische Evidenzen der Theorie der Schweigespirale.

    In: Publizistik 31, S. 7 – 34.; Noelle-Neumann, Elisabeth/Petersen, Thomas (2004): The Spiral of Silence and the Social Nature of Man. In: Lynda Lee Kaid (Hrsg.): Handbook of Political Communication.Mahwah, London. S. 339 – 356.“
    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schweigespirale)

  • Nun ja. Um die Kluft zwischen dem linken und feministischen Gutfinden von Multikulti und dem Hass auf alles, was weißer Mann heißt, zu schließen, ballert man der Einfachheit halber auf Alles, was da XY-Gene in sich trägt.

    So gesehen ist der Einwanderer, gleich welcher Art auch schon mal fein aus der Schusslinie gebracht und dem weißen Mann mal wieder ordentlich etwas auf die Zwölf gegeben worden. Man stelle sich das nur mal andersherum vor.

    Nicht nur die „Süddeutsche“ agiert so, sondern aktuell auch die „Welt“, in einem Artikel zum Schutz der künftigen Dom-Nacht zu Silvester in Köln. Die umschreiben es aber gar nicht so verschwurbelt wie die SZ, sondern sprechen mehrmals im Artikel von u.a. „bestialischen Männern“ etc.pp.

    Dagegen gab es in den Kommentarspalten massive Proteste, welche aber wohl achselzuckend zur Kenntnis genommen werden. Und die Feministinnen, nun, die sagen ja schon seit 12 Monaten aus Prinzip nichts mehr:

    „Das Schweigen der Lämmer*innen“
    https://emannzer.wordpress.com/2016/12/09/das-schweigen-der-laemmerinnen/

    Die Linke (nicht nur die Partei) hat in meinen Augen mittlerweile komplett versagt und übt sich nur noch in einer bigotten Demagogie, die ihre kognitiven Dissonanzen wohl sonst schwerlich aushaltbar machen dürfte. Das ist definitiv nicht mehr meine Politik, selbst wenn ich es früher anders gesehen habe.

    Auch, wenn es einige Linke gibt, die ich gerade in unseren Kreisen sehr schätze – Aber was nützt das schon noch, bei dieser Übermacht.

    Selbst Arne Hoffmann sagte sinngemäß neulich, dass man solche Gruppen einfach nicht mehr wählen kann. Das sehe ich momentan genau so!

    • Die Wahlfrage wird zur Qualfrage: Schoppe wird das sicher vor der Wahl noch mal thematisieren. Kann man als Linker mit männerrechtlichem „Einschlag“ zZ noch Die Linke wählen? Wenn nicht, bleibt noch FDP oder Nicht wählen. FDP? Eigentlich „bäh!“, aber männerrechtlich jenseits der indiskutablen AfD noch am offensten für männerrechtliche Themen, insbes. die NRW-FDP.

  • Der extrem dünne Text von Niewendick konstatiert mit diesem „Beweismaterial“ einen Kriegzustand der Geschechter?

    Es muss eine extrem zynische Satire sein. Ist das nicht auch eher zu erwarten, als ein extrem-feministischer Text bei den „Ruhrbaronen“? Kenne aber den Kontext nicht, in dem der Niewendick sonst unterwegs ist. Schätze mal, das übliche mit „Postmoderne“ und Philosophie als Quasselei (Nietzsche/Sloterdijk-Typen).

    „Ruhrbarone“? Eine Fake-News-Site, wie man heute sagen würde.

    „Krieg gegen die Frauen durch die Männer?“ Oder läuft gerade die Invasion der Marsmännchen?

  • @Elmar

    Habe da mal einen neuen Strang angefangen, weil sonst wird es langsam unübersichtlich.
    Aber noch kurz zum Label des linken Maskulismus.
    Also ich zähle mich ja weder zu den Feministen noch zu den Maskulisten, weil mir Labels schlichtweg auf den Wecker gehen.
    Aber wenn ich mich noch am ehesten einem linken Maskulismus zugehörig fühlen kann, dann ist es das, dass ich tatsächlich nicht mit irgendwelchen Leuten in einen Topf geschmissen werden möchte, die einen Neoliberalismus frönen, Ausgrenzung proklamieren etc. Von daher ist das Label linker Maskulismus schon mal strategisch guuuuuuuud. Weil damit haben die Leute a la Kemper und wie sie alle heissen, tatsächlich ein Problem bekommen. 🙂 Aber sonst weiss ich nicht, ob es wahnsinnig viel Sinn macht, einen linken Maskulismus inhaltlich zu definieren. Ich gehe da eher pragmatisch vor: Mir geht beim Feminismus vielfach die Dämonisierung der Männer vollständig auf den Wecker, dann, dass dieser quasi nur Benachteiligungen etc. von Frauen sichtet jedoch nicht von Männern etc. und somit eben schlussendlich identitätspolitisch agiert und quasi Interessenspolitik für eine bestimmte Gruppe macht. Aber ob die nun einen ethischen oder epistemologischen Relativismus propagieren, finde ich nun selbst nicht sooo wesentlich, weil das spielt zumindest in der praktischen Politik (Polity, Politics, Policy) und dann insbesondere auch in der zivilgesellschaftlichen und medialen Öffentlichkeit (Interdiskurs) eine geringe Rolle. Ich sehe meine Rolle eher in einer Gegenöffentlichkeit (wie z.B. die Nachdenkseiten), um die kulturelle Hegemonie des Feminismus ein bisschen zu brechen.

    • „Also ich zähle mich ja weder zu den Feministen noch zu den Maskulisten, weil mir Labels schlichtweg auf den Wecker gehen.

      Für mich ist eher wichtig, was behauptet wird, nicht wie es das nennt. Warum labels so böse sind gefährlich sind, kann ich nicht sehen – es sei denn ich nehme die Perspektive des Poststrukturalisten ein.

      „Aber wenn ich mich noch am ehesten einem linken Maskulismus zugehörig fühlen kann, dann ist es das, dass ich tatsächlich nicht mit irgendwelchen Leuten in einen Topf geschmissen werden möchte, die einen Neoliberalismus frönen.“

      Soweit ich sehen kann, gibt es kein explizites statement der linken Maskulisten zum Neoliberalismus. Die kritischen Linken, zu denen ich am ehesten Leszek, crumar und djadmoros zählen kann, lehnen ihn ab – ebenso wie der analytische Maskulismus.

      „Ausgrenzung proklamieren etc. Von daher ist das Label linker Maskulismus schon mal strategisch guuuuuuuud.“

      Das habe ich auch mal gedacht. Aber man kann nicht abstreiten, daß die Männerbewegung in jeder Form ziemlich unerfolgreich ist, weshalb ich mich auf Fehlersuche begeben habe. Es kann daher nicht ausbleiben, daß ich den mainstream kritisiere. Wenn du selbst versuchen würdest, die Männerbewegug erfolgreicher zu machen, wäre ich schon zufrieden.

      „Weil damit haben die Leute a la Kemper und wie sie alle heissen, tatsächlich ein Problem bekommen.“

      Das streite ich nicht ab. Aber ich frage mich, ob dieser Effekt eher groß oder klein ist.

      „Aber sonst weiss ich nicht, ob es wahnsinnig viel Sinn macht, einen linken Maskulismus inhaltlich zu definieren.“

      Falls dir wichtig ist, anderen Männern zu erklären, wofür wir stehen, sollte dir das nicht egal sein.

      „Mir geht beim Feminismus vielfach die Dämonisierung der Männer vollständig auf den Wecker, dann, dass dieser quasi nur Benachteiligungen etc. von Frauen sichtet jedoch nicht von Männern etc. und somit eben schlussendlich identitätspolitisch agiert und quasi Interessenspolitik für eine bestimmte Gruppe macht.“

      Wenn man die feministische Reden im politischen Diskurs als assertorische Aussagen betrachtet – und viele Männer tun das – dann ist das vermutlich eine vernünftige Beschreibung.

      Die Frage ist aber, ob aus feministischer Sicht das ebenfalls assertorische Aussagen sind, oder ob es sich nicht vielmehr um Überlegenheitspropaganda handelt. In letzterem Fall wird deine Kritik keine Frau überzeugen. Und wenn du dir im Ernst um den Erfolg der Männerbewegung sorgen machst, dann sollte dich das interessieren.

      „insbesondere auch in der zivilgesellschaftlichen und medialen Öffentlichkeit (Interdiskurs) eine geringe Rolle.“

      Woher weißt du das?

      „Ich sehe meine Rolle eher in einer Gegenöffentlichkeit (wie z.B. die Nachdenkseiten), um die kulturelle Hegemonie des Feminismus ein bisschen zu brechen.“

      Ok. Aber ich dachte, du wolltest mir erklären, warum ich den linken Maskulismus nicht kritisieren darf?

      • @Elmar

        Du schreibst:

        „Das habe ich auch mal gedacht. Aber man kann nicht abstreiten, daß die Männerbewegung in jeder Form ziemlich unerfolgreich ist, weshalb ich mich auf Fehlersuche begeben habe. Es kann daher nicht ausbleiben, daß ich den mainstream kritisiere. Wenn du selbst versuchen würdest, die Männerbewegug erfolgreicher zu machen, wäre ich schon zufrieden.“

        Was wäre für Dich ein Erfolg der Männerbewegung? Und weshalb ist er Deiner Meinung nach ziemlich erfolglos?
        Aber zum Erfolg des Feminismus – weshalb?

        Makrosoziologisch:

        Individualisierungsschub, wie ihn Ulrich Beck beschrieben hat.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Individualisierung

        Ökonomie braucht die Frauen, insbesondere die gut ausgebildeten Frauen. Neo-Liberalismus hat den Feminismus gekapert.

        Top-town-Implementierung durch UNO, EU und Gender-Mainstreaming.

        Gutes Narrativ: Frauen unterdrückt, Frauen Opfer, Männer Täter, Männer für alles Schlechte auf der Welt verantwortlich; mit dem Feminismus wird alles guuud. Grosse Werte wie: Gerechtigkeit, Gleichheit etc.

        Kulturelle Hegemonie: Alle Leitmedien, quasi alle Parteien, alle Verwaltungen etc. sind quasi durchseucht von Gender-Mainstreaming. 🙂

        Du schreibst:

        „Falls dir wichtig ist, anderen Männern zu erklären, wofür wir stehen, sollte dir das nicht egal sein.“

        Das kann man ja bei Manndat abschreiben! Ev. noch ein bisschen mit Schlagwörtern, Redewendungen, PR-Sprache aufgemotzt.

        Du schreibst:

        „Die Frage ist aber, ob aus feministischer Sicht das ebenfalls assertorische Aussagen sind, oder ob es sich nicht vielmehr um Überlegenheitspropaganda handelt. In letzterem Fall wird deine Kritik keine Frau überzeugen. Und wenn du dir im Ernst um den Erfolg der Männerbewegung sorgen machst, dann sollte dich das interessieren.“
        Verstehe ich nicht! Erklär es doch mal an einem Bespiel und begründe es.

        Du schreibst:

        „Woher weißt du das?“

        Ich habe gestern auf Cuncti etwas über Postmoderne und Universalismus gelesen. Ich konsumiere eigentlich noch viele unterschiedliche Medien, insbesondere Leitmedien, da höre ich quasi nix über die Dialektik der Aufklärung und Postmoderne. 80% der Bevölkerung werden vermutlich sagen, dass sie noch nie etwas von Adorno, Horkheimer, epistemologischer Relativismus etc. gehört haben. Und für die 20%, die bereits mal etwas davon gehört haben, ist es vermutlich für 19% vollständig irrelevant im alltäglichen Leben und in der Politik.

        Du schreibst:

        „Ok. Aber ich dachte, du wolltest mir erklären, warum ich den linken Maskulismus nicht kritisieren darf?“

        Nö, Du darfst gerne den linken Maskulismus kritisieren.

      • @MES

        „Was wäre für Dich ein Erfolg der Männerbewegung?“

        Ich könnte einige Teilerfolge beschreiben. Aber vielleicht ist es fruchtbarer, wenn ich das in einem eigenen post mache.

        „Und weshalb ist er Deiner Meinung nach ziemlich erfolglos?“

        Na ja …. Männer haben immer noch nicht die gleichen Rechte wie Frauen, Maskulisten werden immer noch als Nazis verunglimpft, die Empathie für Männer ist nicht vorhanden und im Vergleich zu Frauen geht es ihnen deutlich schlechter. Wäre es nicht Aufgabe der Männerbewegung, daran was zu verbessern?

        „Aber zum Erfolg des Feminismus – weshalb?“

        Das weiß ich noch nicht genau.

        „Individualisierungsschub, wie ihn Ulrich Beck beschrieben hat.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Individualisierung

        Vielleicht solltest du darüber mal posten.

        „Ökonomie braucht die Frauen, insbesondere die gut ausgebildeten Frauen. Neo-Liberalismus hat den Feminismus gekapert.“

        Zustimmung.

        „Top-town-Implementierung durch UNO, EU und Gender-Mainstreaming.“

        Zustimmung.

        „Gutes Narrativ: Frauen unterdrückt, Frauen Opfer, Männer Täter, Männer für alles Schlechte auf der Welt verantwortlich; mit dem Feminismus wird alles guuud. Grosse Werte wie: Gerechtigkeit, Gleichheit etc.“

        Da bin ich mir noch nicht sicher.

        „Kulturelle Hegemonie: Alle Leitmedien, quasi alle Parteien, alle Verwaltungen etc. sind quasi durchseucht von Gender-Mainstreaming.“

        Zustimmung.

        „Das kann man ja bei Manndat abschreiben!“

        Oh, Manndat macht linken Maskulismus?

        „Ev. noch ein bisschen mit Schlagwörtern, Redewendungen, PR-Sprache aufgemotzt.“

        Na, dann mach mal. Ich werde was anderes machen.

        „Verstehe ich nicht! Erklär es doch mal an einem Bespiel und begründe es.“

        Das war ein Testballon. Ich bin noch dabei die Idee zu entwickeln.

  • Das eigentliche fake Narrativ von 2016 war tatsächlich:

    ‘White men’: the most dehumanising insult of our times
    http://blogs.spectator.co.uk/2016/12/white-men-dehumanising-insult-times/

    Bei den „Ruhrbaronen“ ist man somit noch behind the curve.

    Diese Narrative sind wie von der Stange und variieren einfach. Gestern waren es „Männer“, jetzt „Weisse Männer“.

    Es ist unbedingt zu vermuten, dass als Nächstes eine Rechtfertigung der Taten eben dieser Vorfälle wie im besprochenen „Artikel“ beschrieben erfolgt. Denn als Erstes muss immer erst eine Gleichsetzung und Relativierung erfolgen, dass man zur offenen „Bessermachung“ übergehen kann.

    Das ist einfach ein neuer moderner Rassismus, der nicht die Biologie, sondern die Soziologie zum Vorwand nimmt, um politische Repressalien zu rechtfertigen und Verbrechen ver-banalisieren.

    Es ist ein sehr trauriger Beweis für die Binse, dass „Geschichte sich wiederholt“ und Ideologie, sei sie auch noch so dumm, sich reproduzieren kann. Das, was der „Journalist Martin Niewendick“ hier liefert ist seit Jahrzehnten ein Ladenhüter, der regelmässig neu aufgegossen wird.

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