Europa

Franziska Schutzbach über angebliches Intellektuellen-Bashing – oder wie man vollständig an einer Sache vorbeireden kann

Bild zeigt Donald Trump
geschrieben von: Mark Smith

Im Zusammenhang der Trump-Wahl und zunehmendem Rechtspopulismus wurde insbesondere auch die intellektuelle und politische Elite kritisiert. Die Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach kann diese Kritik offenbar nur als Intellektuellen-Bashing einordnen und zeigt damit nur auf, dass sie kaum etwas von dieser Kritik verstanden hat.

In der schweizerischen Wochenzeitung (WoZ) hat sich die Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach in einem Artikel (WoZ – Nr. 49/2016 vom 08.12.2016) mit der Überschrift „INTELLEKTUELLEN-BASHING – Gesellschaftliche Verhältnisse zu analysieren ist nicht primär Elfenbeinturmbillard“ mit der Kritik an der politischen und intellektuellen Elite im Zusammenhang der Trump-Wahl in den USA sowie einem zunehmenden Rechtspopulismus in Europa auseinandergesetzt. Offenbar zählt sich Schutzbach zur intellektuellen und politischen Elite in der Schweiz und fühlt sich somit von der Kritik massiv angegriffen, sonst könnte sie vermutlich ein bisschen entspannter mit der Kritik umgehen.  Viel lieber baut Schutzbach eine Vielzahl von Strohmännern auf, damit sie die eigenen Unzulänglichkeiten der postmodernen Linksintellektuellen (hier vor allem der Vorrang der Identitätspolitik vor sozialen und ökonomischen Verwerfungen) nicht thematisieren muss. Der eigentliche Strohmann, den Schutzbach aufbaut, ist der, dass sie Kritik an politischen und intellektuellen Eliten mit Kritik an kritischem und intellektuellem Denken gleichsetzt. Kritik an der politischen und intellektuellen Elite kam aus allen Richtungen: von links, der Mitte und rechts. Schutzbach bezieht sich in ihrem Artikel insbesondere auch auf den früheren sozialdemokratischen Parlamentarier, Preisüberwacher der Schweiz und Ökonomen Rudolf Strahm.

images-2

Donald Trump

Kritik = Beschimpfung

Schutzbach schreibt:

Intellektuelle müssen sich zurzeit als weltfremd und arrogant beschimpfen lassen. Dabei verkennen viele, die den verbalen Zweihänder schwingen, was Intellektualität und kritisches Denken überhaupt ausmacht. Und zeigen so ihre eigene Arroganz gegenüber denen, für die sie zu sprechen behaupten.

Interessant finde ich bei Schutzbach, dass sie Kritik oder Tadel (weltfremd, arrogant) bereits unter Beschimpfung subsumiert – im Sinne von: „wenn der Andersdenkende mich kritisiert, dann kann dies nur eine Beschimpfung sein (also nicht bloss Kritik). Im Gegenzug wirft sie dann ihren Kritikern desgleichen Arroganz vor, so im Sinne von: „wie Du mir, so ich Dir!“ Weshalb die Kritiker verkennen würden, was kritisches Denken und Intellektualität ausmacht, wird einfach mal unterstellt, ohne zu merken, dass sie selbst am Kern der Sache vorbei argumentiert.

Abstraktes Gerede – kleine Leute – echte Probleme

Schutzbach schreibt:

Wie oft mussten wir das in den vergangenen Wochen hören: Die ‚intellektuelle Elite‘ habe mit ihrem abstrakten Gerede die ‚kleinen Leute‘ nicht erreicht und deren ‚echte Probleme‘ nicht verstanden. Man habe über die Köpfe der breiten Bevölkerung hinwegtheoretisiert und sie dadurch in die Arme der Trumps, Blochers und Le Pens getrieben (und auch für Norbert Hofer stimmten schliesslich über 48 Prozent).

Tatsache dürfte jedenfalls sein, dass viele rechtspopulistische Parteien von Bürgern, die insbesondere wenig kulturelles Kapital besitzen, überdurchschnittlich zahlreich gewählt wurden. Sie dürften ebenfalls überdurchschnittlich von Leuten gewählt worden sein, die sogenannt zu der Arbeiterschicht gehören, infolgedessen zusätzlich überdurchschnittlich wenig ökonomisches und politisches Kapital besitzen.

Franziska Schutzbach schreibt:

In der NZZ schrieb René Scheu, die Intellektuellen hätten kein Verständnis für die Probleme der Trump-WählerInnen, wenn diesen ‚am Ende des Monats aufgrund steigender Lebenskosten immer weniger Geld bleibt‘. Stattdessen versuchten die intellektuellen Eliten, die Probleme ‚wegzuerklären‘.“

René Scheu kritisiert an dieser Stelle nicht die Intellektualität oder das kritische Denken, wie Schutzbach fälschlicherweise insinuiert, sondern er weist darauf hin, dass die intellektuelle Elite kein Verständnis für die Trump-Wähler hätte und deren Probleme nicht ernst nehme. Folglich keine Kritik an kritischem oder intellektuellem Denken, sondern Kritik an einer intellektuellen Elite, die kein Verständnis für die Trump-Wähler hat.

Schutzbach schreibt:

Ähnlich klang es bei Rudolf Strahm (SP) im ‚Tages-Anzeiger‘: Die politische und intellektuelle Elite habe sich eine herablassende Meinung über unerwünschte Volksentscheide gebildet, sich dabei aber auf Unwesentliches konzentriert und übersehen, dass Trump ‚zutiefst existenzielle Erfahrungen von Millionen Amerikanern ansprach‘, etwa die Arbeitsplatzverluste oder die erlebte ‚Arroganz der globalisierten Eliten und der Wallstreet-Banker‘.

Desgleichen haben wir bei Strahm keine Kritik am intellektuellen bzw. kritischen Denken, sondern eine Kritik, wie die politische und intellektuelle Elite mit unerwünschten Volksentscheiden umgeht (herablassend) sowie existenzielle Erfahrungen dieser Wähler (Arbeitsplatzverlust, erlebte Arroganz der globalisierten Elite und Wallstreet-Banker) nicht hinreichend aufnimmt und repräsentiert.

Franziska Schutzbach schreibt:

Strahm folgerte, der Rechtsrutsch sei ‚ein Aufstand von unten‘, und Scheu machte sich dafür stark, den US-Wahlausgang als Zeichen von Vernunft zu sehen, denn ‚auch wenn manche Trump-Anhänger keinen Ph D-Abschluss haben, so heisst dies nicht, dass es ihnen an Verstand gebricht‘.

Ebenso geht es bei diesen Aussagen von Scheu und Strahm um keine Kritik am kritischen bzw. intellektuellen Denken. Man kann dies sicherlich so wie Strahm interpretieren, dass es sich hier um primär um einen Aufstand von unten gegen die intellektuelle und politische Elite handelt. Obwohl ich eher sagen würde, es handelt sich um eine Verteilungs- Repräsentations- und Identitätskrise.

Wird hier ein Normalbürger oder sogar das Volk konstruiert?

Schutzbach schreibt

Ein solch pauschalisierender Fokus auf die ‚echten Probleme‘ der ‚kleinen Leute‘ suggeriert, diese hätten nichts mit Kultur, nichts mit Bewusstsein oder Ideologie zu tun. Als wäre ökonomische Prekarität eine von Rassismus oder Sexismus getrennte Angelegenheit, als könnte nicht auch ‚der kleine Mann‘, der ‚Arbeiter‘ schwul, migrantisch, schwarz oder weiblich sein. Der ‚Normalbürger‘ wird konstruiert als eine bestimmte, angeblich homogene Gruppe (das ‚Volk‘), zu der viele offensichtlich nicht gehören.

Was genau Schutzbach mit dem ersten Satz genau aussagen will, ist mir unklar: Die echten Probleme der ‚kleinen Leute‘ haben ihrer Ansicht nach also etwas mit Kultur, Bewusstsein und Ideologie zu tun; nur was genau, das erklärt sie leider nicht?! Ich gehe nicht davon aus, dass Scheu und Strahm davon ausgehen, dass diese kleinen Leute nicht sogenannt mehrfach diskriminiert sein können (Klassismus, Rassismus oder Homophobie etc.), aber Scheu und Strahm wollen offenbar damit sagen, dass die politische und intellektuelle Elite, wie sie u.a. Clinton verkörpert, für Probleme wie Arbeitslosigkeit, Abstiegsängste, prekäre Beschäftigungsverhältnisse der weissen Unterschicht bzw.  der weissen unteren Mittelschicht etc. zu wenig Feingefühl aufbrachte und diese deshalb in Trump den Heilsbringer sahen. Scheu und Strahm konstruieren außerdem keinen „Normalbürger“, gleichsam eine homogene Gruppe (das ‚Volk), der gewissermaßen aus der weißen Unterschicht bzw. weißen, unteren Mittelschicht besteht; diese zwei Populationen haben jedoch überdurchschnittlich Trump gewählt und sind nun einmal nummerisch eine größere Population als die der Afroamerikaner, Hispanics, Homosexuellen etc. und somit für die US-Präsidentschaftswahl von enormer Bedeutung; mit der Unterstellung der Konstruktion eines Normalbürgers bzw. einer homogenen Gruppe (‚Volk‘) baut Schutzbach einen Strohmann auf.

Um Situationen zu verstehen, braucht es komplexe Gedanken und Theorien?

Franziska Schutzbach schreibt:

Vor allem aber unterstellt die Gegenüberstellung von Intellektuellen und ‚kleinen Leuten‘, Wissen werde ausschliesslich an Universitäten produziert und top-down dem ‚Volk‘ – wider dessen Vernunft und Erfahrung – übergestülpt. Nicht nur, dass man damit ‚kleine Leute‘ tatsächlich für dumm erklärt. Unterschlagen wird auch, dass kritisches Denken – und das ist eines der zentralen Merkmale von Intellektualität – eng verzahnt ist mit sozialen Bewegungen. Viele herrschaftskritische und emanzipatorische Impulse kommen von Minorisierten, von Prekarisierten und Ausgebeuteten. Diese können sehr wohl komplex und theoretisch denken – das müssen sie sogar, um ihre Situation zu verstehen, um zu überleben.

Strahm unterstellt keine Gegenüberstellung von Intellektuellen und ‚kleinen Leuten‘, wie dies Schutzbach insinuiert, sondern eine Gegenüberstellung von intellektuellen und politischen Eliten mit „kleinen Leuten‘. Strahm kritisiert folglich nicht kritisches bzw. intellektuelles Denken, wie Schutzbach unterstellt, sondern er kritisiert die Population bzw. Gruppe der politischen und intellektuellen Elite. Zudem behauptet Strahm auch nicht, dass Wissen gewissermaßen ausschliesslich von den Universitäten produziert und top-down dem ‚Volk‘ appliziert wird; das sind alles Erdichtungen von Schutzbach, die sie Strahm quasi in den Mund legt und die Strahm so nie explizit gesagt hat; was Strahm diesbezüglich denkt, kann Schutzbach nicht wissen., weil er sich dazu nicht geäussert hat. Ob kritisches Denken bzw. Intellektualität eng mit sozialen Bewegungen verzahnt ist oder herrschaftskritische bzw. emanzipatorische Impulse vielfach von Prekarisierten bzw. Minorisierten kommen, ist möglich, wäre jedoch eine empirische Fragestellung und müsste durch empirische Untersuchungen beantwortet und nicht einfach proklamiert werden, wie dies Schutzbach tut. Strahm und Scheu haben auch niemals behauptet, die „kleinen Leute“ könnten nicht komplex denken; alles Strohmänner, die Schutzbach hier aufbaut!

Wissen fliesst weder von unten nach oben noch von oben nach unten?

Schutzbach schreibt:

Es geht darum zu verstehen, dass Wissen weder von unten nach oben noch von oben nach unten fliesst. Solche Unterscheidungen gilt es in Bezug auf die Entstehung und Verbreitung von Wissen aufzubrechen. Gesellschaftliche Verhältnisse zu hinterfragen und zu analysieren, ist nicht primär Elfenbeinturmbillard privilegierter Intellektueller, sondern ist ebenso eine Denkleistung des ‚kleinen Mannes‘.

Vorab wäre einmal zu klären bzw. zu definieren, was unter Wissen verstanden wird und erst dann könnte man der Frage nachgehen, von wo aus Wissen produziert wird; auch dies wäre jedoch eine empirische Frage und wird nicht valider, wenn man einfach „freihändig“ Behauptungen aufstellt.

Schutzbach schreibt:

Anders ausgedrückt: Das Entstehen von Theorie ist ein komplexer Prozess, an dem ganz unterschiedliche AkteurInnen beteiligt sind. Erfahrungen und Perspektiven der kleinen Leute sind an den Universitäten sehr wohl vertreten und gerade in Theorietraditionen zunehmend verankert, denen das Wechselverhältnis von sozialer Bewegung, Betroffenheit und Theorie besonders wichtig ist: in feministischen, materialistischen, queeren und postkolonialen Perspektiven auf die Gesellschaft.

Auch diese Behauptungen können schlussendlich nur mithilfe umfangreicher empirischer Untersuchungen beantwortet werden und nicht einfach dadurch, dass man gleichsam „freihändig“ Behauptungen aufstellt. Welche „kleinen Leute“ sind denn an den Universitäten vertreten? Diejenigen Personen,  die im Bereich der Lehre und Forschung eine Stelle besitzen bzw. tätig sind, müssen zumindest über entsprechende Bildungstitel (kulturelles Kapital) verfügen, sonst ist eine Arbeit im akademischen Bereich der Universität ein Ding der Unmöglichkeit.

Wahrheit ist immer relativ. Ist das eine wahre Aussage?

images-6

Schutzbach schreibt:

Und es bedeutet zu akzeptieren, dass Wahrheit immer relativ ist und der wissenschaftliche Blick nicht universell und schon gar nicht unschuldig oder neutral.

Jetzt muss man die Autorin fragen, ob ihre Aussage, dass Wahrheit immer relativ ist, eine wahre Aussage ist, folglich unabhängig von bestimmten Bedingungen?! Sollte sie der Auffassung sein, dass es sich um eine wahre Aussage handelt, die absolut ist, dann könnte man dies wohl performativer Widerspruch nennen. Wenn sie der Auffassung ist, dass diese Aussage ebenfalls nur relativ ist, also quasi kontingent, infolgedessen einmal wahr und ein andermal wieder unwahr, demnach relativ, dann ist diese Aussage nicht viel mehr als Nonsens. Und es würde sich dann die Frage stellen, was Nonsens von Wissenschaft unterscheidet?!

Schutzbach schreibt:

Denn das denkende Subjekt steht nicht jenseits von Herkunft, Sozialisation, Sexualität oder Hautfarbe. Und schon gar nicht jenseits von Machtverhältnissen. Wissensproduktion geschieht von einem Standpunkt aus, und dieser muss mitbedacht werden. ‚Wessen Blut wird vergossen, damit meine Augen sehen können?‘, fragte die feministische Erkenntnistheoretikerin Donna Haraway. Anders ausgedrückt: Welche Stimmen oder Erkenntnisse werden ignoriert, damit sich eine bestimmte Sicht durchsetzt? Haraway und vielen anderen geht es darum, eine Kultur des Zuhörens, des Aufnehmens zu etablieren; darum, durch Offenheit gegenüber vielfältigen Einflüssen die eigenen Positionen immer wieder zu überdenken. Kurzum: Das Verständnis eines neutralen, distanzierten und abgehobenen Forschers – einer «intellektuellen Elite» – kann nicht länger aufrechterhalten werden.

Ist die Aussage, dass sich Schutzbach mit Strahm und Scheu in einem Text auseinandergesetzt hat eine wahre Aussage oder ebenfalls bloß eine Aussage, die eine relative Wahrheit besitzt? Was hat beispielsweise die Aussage „ein Buch ist vom Tisch gefallen“ mit Machtverhältnissen, Sozialisation, Herkunft, Sexualität, Hautfarbe zu tun, wenn es darum geht, eine wahre Aussage zu tätigen?

Könnte es nicht sein, dass Schutzbach die Erkenntnistheoretikerin Donna Haraway ein bisschen missverstanden hat? Ich selbst bin z.B. der Auffassung, dass Haraway zwischen Entdeckungs-, Begründungs- und Verwertungszusammenhang unterscheidet und sie beim Begründungszusammenhang keine Relativität zulässt, weil sonst Wissenschaft kaum noch von Nonsens zu unterscheiden ist.

Identifikationsangebot führt zu Faschismus?

Schutzbach schreibt:

Wenn Leute von links – wie Rudolf Strahm – gegen „intellektuelle Eliten“ schiessen, mag das mit einer eingeschränkten Vorstellung von Intellektualität zu tun haben.

Noch einmal: Kritisches Denken bzw. Intellektualität und „intellektuelle und politische Elite“ sind zwei verschiedene Dinge. Schutzbach kann offensichtlich nicht zwischen eigener Dichtung (man legt Strahm einfach mal Sachen in den Mund, die er nicht gesagt hat) und Wahrheit (was Strahm tatsächlich gesagt hat) unterscheiden.

Schutzbach schreibt:

Die verbreitete Erzählung, das Volk werde automatisch faschistisch, wenn man ihm den Traum vom Einfamilienhaus wegnehme, ist ein Identifikationsangebot, das genau dies will: Menschen faschistisch machen. Oder neoliberal. Oder beides.

Es dürfte um Einiges zu kurz greifen, die Ursachen von Populismus oder Faschismus einfach auf kulturelle bzw. diskursive oder symbolische Praktiken zu reduzieren, im Sinne von: „Man muss dem Volk nur ein gewisses Narrativ immer wieder erzählen, und dann wird es populistisch oder faschistisch.“

Populismus steht nicht nur im Zusammenhang einer Identitätskrise, sondern vielfach im Kontext einer Repräsentations- und Verteilungskrise.

Müssen Bücher und Theorien kompliziert sein?

Schutzbach schreibt:

Die Meinung, keine ‚gescheiten Bücher‘ zu brauchen, keine ‚komplizierten Theorien‘, beinhaltet die Vorstellung, die eigene Perspektive sei vollkommen ausreichend. Man müsse anderen nicht zuhören, nichts Neues lernen. Besonders deutlich zeigt sich dies, wenn auf Alltagserfahrungen oder den «gesunden Menschenverstand» gepocht wird und Theorie nur dann akzeptiert wird, wenn sie die Vertrautheit des Anekdotischen, das unmittelbar Nachvollziehbare und bereits Gewusste bestätigt.

Wie bereits weiter oben wiederholt dargelegt, redet Schutzbach größtenteils an der Sache vorbei. Dennoch kann es sinnvoll sein, sich mit ihrer Argumentation auseinanderzusetzen:

Strahm hat vermutlich nichts gegen gescheite Bücher. Ich könnte mir jedoch gut vorstellen, dass er etwas gegen unnötig komplizierte Bücher hat. Auch ein Buch, das lesefreundlich geschrieben ist, kann neue Perspektiven vermitteln, kann eigene Alltagserfahrungen hinterfragen oder reflektieren oder den „gesunden Menschenverstand“ in Frage stellen, dazu braucht es jedoch keinen unnötig komplizierten Satzbau oder unzählige Fremdwörter.

In diesem Zusammenhang ist Noam Chomsky sehr interessant, der u.a. wie folgt rezipiert und zitiert wird:

Komplizierte und unverständliche Theorien über die Gesellschaft und Politik haben für Chomsky nicht die Aufgabe, die politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse besser zu erklären. Vielmehr dienen sie den Intellektuellen dazu, sich einen Namen als Experten zu machen, damit sie sich im Wissenschaftsbetrieb eine berufliche Stellung erobern und sichern können, die Prestige, Privilegien, Zugang zu Macht, Einfluss und ein hohes Einkommen ermöglicht.[26] Für diesen Zweck muss man sich als Intellektueller „seine Unverständlichkeit hart erarbeiten“.[27]

Antiintellektualismus als Wegbereiter für Fremdenfeindlichkeit?

Schutzbach schreibt:

In einer solchen Selbstreferenzialität liegt aber die eigentliche Arroganz, das eigentlich Elitäre. Denn sie weist alles Fremde und nicht unmittelbar Verstehbare zurück. Die Vermutung drängt sich auf, der in der Schweiz besonders ausgeprägte Antiintellektualismus stehe in einem engen Zusammenhang mit der Verweigerung gegenüber dem ‚Fremden‘.

Fremdenfeindlichkeit hat viele Ursachen wie z.B.:

  • Einflüsse sozialer Bedingungen;
  • relative Deprivation;
  • wenig Kontakte mit anderen ethnischen Minderheiten (Kontakthypothese)
  • und das eigene mittels Sozialisation und aktiver Aneignung erworbene Überzeugungssystem.

Wir sehen: Antiintellektualismus ist nicht dabei; ausser man würde es unter das eigene Überzeugungssystem subsumieren.

Ein zusätzlich spezifischer Faktor für Populismus in der Schweiz dürfte allerdings die halbdirekte Demokratie sowie die Konsensdemokratie sein.

Sind die Macher starrsinnig?

Schutzbach schreibt:

Der viel beschworene Schweizer Sonderweg ist vom Starrsinn geprägt, sich nichts von anderen sagen zu lassen. Ein Starrsinn, der sich nicht zuletzt mit einer stark idealisierten Vorstellung vom «Machen» verbindet, von der Idee also, Taten seien besser als Worte, es brauche keine komplizierten Reflexionen, sondern vor allem konkretes und beherztes Handeln.

Ich finde den Spruch „ausser man tut es“ genial. Worte können natürlich auch Taten sein. Aber wenn ich wählen müsste, dann würde ich den Taten den Vorrang vor den Worten geben. Wie bereits bei Chomsky gesehen, braucht es keine komplizierten Reflexionen, demnach Reflexionen mit unnötig kompliziertem Satzbau, gespickt mit unzähligen Fremdwörtern.

Jegliche Praxis von Theorie geleitet?

Schutzbach schreibt:

Gegen Praxis ist im Prinzip nichts einzuwenden. Aber Fakt ist auch, dass jegliche Praxis von Theorie geleitet ist. Sich dem zu verschliessen, heisst, Reflexion als etwas zu sehen, das dem Handeln entgegensteht, angeblich weltfremd, ja unnütz ist, Handeln gar verhindert. Eine solche Trennung von Theorie und Praxis bemisst Reflexion daran, ob sie einen unmittelbaren Dienst an der Praxis leistet. Wenn aber die bereits bekannte und vorherrschende Praxis festlegt, was gedacht werden darf, was nützlich ist und was nicht, dann wird es unmöglich, die Praxis einer kritischen Analyse zu unterziehen. Anders gesagt: Der vorherrschende Istzustand erscheint damit als nicht hinterfragbar.

Da haben wir noch einmal Glück gehabt, dass gegen Praxis nichts einzuwenden ist, sonst würde gegebenenfalls alles still stehen auf dieser Welt. Vielleicht könnte es auch so sein, dass es eine praktische Praxis und eine theoretische Praxis gibt und sich diese beiden Praxen doch grundlegend unterscheiden. Was für Theorien hat wohl ein fünfjähriges Kind im Kopf, wenn es seinen Alltag praktisch bewältigt? Den Historischen Materialismus, die Strukturationstheorie, die Systemtheorie, die Praxistheorie, den methodischen Individualismus, eine Handlungstheorie? Für die praktische Praxis (Handeln unter Zeitdruck) reicht es vielfach vollständig aus, wenn wir das gelernte Wissen gleichsam im impliziten Handlungsmodus, gewissermaßen automatisch, anwenden

Ebenso sind Reflexion und Theorie zwei verschiedene Dinge: Bei Theorien geht es um Abstraktionen, um Erklärungen, um Modelle, also um eine Komplexitätsreduktion, um Verallgemeinerungen, Regelmäßigkeiten etc. Bei der Reflexion geht es um das Nachdenken, Überprüfen, Überlegen, ohne dass explizit auf Theorien zurückgegriffen werden muss oder Theorien entworfen werden.

Schutzbach schreibt:

Der Jurist und Publizist Matthias Bertschinger hat darauf hingewiesen, dass das Problem nicht abgehobene Intellektuelle seien, sondern vielmehr, dass kritisches und auch utopisches Denken nicht als ein Recht für alle betrachtet werde. Gekämpft werden müsse wieder für einen Bildungsbegriff, der mehr als betriebswirtschaftliche Logiken bediene, der Reflexion nicht auf technokratische Anwendbarkeit verkürze.

Die politische und intellektuelle Elite wird dann zum Problem, wenn sie gewisse Bevölkerungsteile nicht mehr genügend repräsentiert bzw. diese sich nicht mehr genügend repräsentiert fühlen im politischen System: Ihre Bedürfnisse, Sorgen, Ängste und Nöten etc. nicht mehr wahrgenommen werden oder Politik nur noch von oben herab proklamiert und kein Dialog mehr geführt wird etc.  Wie gesagt: Schutzbach argumentiert größtenteils an den Kernthesen von Strahm vorbei.

Fazit

Anstatt sich substanziell mit der Kritik von Strahm an der intellektuellen und politischen Elite auseinanderzusetzen, die besagt, dass diese Elite versagt hat und deshalb mitverantwortlich ist für einen erstarkten Rechtspopulismus, zumal sie für soziale und ökonomische Verwerfungen der „kleinen Leute“ kein Gehör mehr hat, zündet Schutzbach Nebelkerzen und baut eine Vielzahl von Strohmännern auf, um nicht auf diese Kritik eingehen zu müssen. Was hilft es wohl diesen Menschen, die kaum ökonomisches, politische und kulturelles Kapital besitzen, wenn Schutzbach davon spricht, dass Wahrheit relativ, sämtliche Praxis theoriegeleitet und jegliche Wissensproduktion mit Machtverhältnissen gekoppelt ist und es ihr primär darum geht, ihre postmoderne Weltsicht zu rechtfertigen?! Vermutlich nicht viel und vor allem geht es vollständig am Kern der Sache vorbei und bestätigt so gleichsam die These von Strahm.

Weitere Texte zu Franziska Schutzbach:

RSS
Follow by Email
Google+
https://man-tau.com/2016/12/27/franziska-schutzbach-ueber-angebliches-intellektuellen-bashing-oder-wie-man-vollstaendig-an-einer-sache-vorbeireden-kann/
PINTEREST
LINKEDIN
Whatsapp
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann verpassen Sie keine Artikel mehr! Drücken sie auf den folgenden Link/Button und geben Sie Ihre Email-Adresse an, um über neue Artikel informiert zu werden.

24 Comments

  • Haben wir wirklich ein großes Problem mit den Intellektuellen, oder nicht doch viel mehr mit der „intellektuellen“ Elite? Ich würde diese Elite als eine Gruppe bezeichnen, die einfach den Willen zur Macht hat (nach Nietzsche), teilweise nihilistisch, nur im Eigeninteresse, aber immer mehr im religiösen Glauben geprägt (sei es die marxistische Religion, die christliche, islamische, oder die Bachblüten-Therapie u.a.).

    Was eine Diskussion mit Schutzbach et al fast unmöglich macht ist deren falsch verstandener Relativismus, was auch zu den inneren Widersprüchen in deren Texten führt. Die haben den Relativismus einfach auf den Kopf gestellt. Das was ist, das Sein und Dasein, kann man rational erklären und ist absolut wahr oder falsch – in den Grenzen in denen wir es derzeit verstehen. Der Handlungsantrieb, das was wir (tun) wollen, ist teilweise biologisch geprägt, aber wesentlich durch Religion, Kultur, Ideologie geprägt und das ist eben frei interpretierbar. Möchtegern Relativisten wie Schutzbach behaupten dass die rational verstehbare Realität, die Beschreibung des Istzustandes interpretierbar ist – meist weil sie von Physik, Biologie usw. keine Ahnung haben. Andererseits erheben sie aber einen Absolutheitsanspruch auf ihre zusammen-phantasierten Ideologien und Utopien.

    Wir haben kein Problem mit den Intellektuellen, die Krebs-Medikamente erfinden oder die Physik vorantreiben (aber auch dort gibt es schwarze Schafe). Wir haben ein Problem mit der religiösen Elite, die ihren Marxismus, Genderismus, Anti-Rassismus usw. uns als absolut wahr verkaufen wollen, obwohl sie keine rationalen Beweise ihrer Theorien haben.

    Man darf ihren Satz eben nicht akzeptieren, weil er ganz einfach FALSCH ist:
    „Und es bedeutet zu akzeptieren, dass Wahrheit immer relativ ist und der wissenschaftliche Blick nicht universell und schon gar nicht unschuldig oder neutral.“

    Der Utopismus dieser Leute scheitert regelmäßig an der Biologie, der Psychologie, den empirischen Sozialwissenschaften usw. d.h. die scheitern an der Realität der Welt und des Lebens, können das in ihrem religiösen Wahn aber nicht wahrhaben

  • Ok, ich lese den post mal als Bekenntnis zum Paradigma der Moderne – passend zur Ablehnung des Kulturrelativismus in einem der vorangegangenen posts.

    „Was hat beispielsweise die Aussage „ein Buch ist vom Tisch gefallen“ mit Machtverhältnissen, Sozialisation, Herkunft, Sexualität, Hautfarbe zu tun, wenn es darum geht, eine wahre Aussage zu tätigen?“

    Nichts natürlich, aber – mal abgesehen davon, daß Schutzbach die feministische Standpunkttheorie nicht vom feministischen Postmodernismus Haraway’s unterscheiden kann, der in der Tat einen Begründungskonstruktivismus ablehnt – eine der möglichen Realisationen des Sozialkonstruktivismus, der Tatsachenrelativismus,

    https://jungsundmaedchen.wordpress.com/2016/11/18/synopsis-angst-vor-der-wahrheit/

    ist damit noch nicht vom Tisch – jedenfalls was mein Verständnis von Sozialkonstruktivismus angeht. Denn:

    i) Eine Tatsache ist sozial konstruiert genau dann, wenn es notwendig i.e. in allen möglichen Welten wahr ist, daß sie ihr Bestehen allein den kontingenten Handlungen einer sozialen Gruppe gemäß ihren Wünschen oder Bedürfnissen verdankt. Triviales Beispiel: Geld.

    ii) Es geht im Sozialkonstruktivismus immer nur um solche kontingenten Tatsachen, die nicht anders als durch soziale Konstruktion entstehen konnten, i.e. deren Konstruktion für diese Tatsachen konstitutiv ist und die wir daher im Prinzip auch nicht entstehen lassen könnten, wenn wir das nur wollten.

    Und wenn wir zugeben, daß Geld sozial konstruiert ist – darum kommen wir gar nicht herum – dann kommen wir auch um einen relativen, lokalen Tatsachenkonstruktivismus nicht herum – der da lautet:

    „Für einige, aber nicht alle kontingenten Tatsachen gilt: Wenn es gemäß der Theorie T1 der Person A wahr ist, daß P, dann steht das nicht im Widerspruch dazu, daß es gemäß der Theorie T2 von B wahr ist, daß nicht-P. Dabei steht P für eine Aussage. Es gibt aber einige, universelle und kontingente Tatsachen.“

    Die Pointe daran ist Folgende: Schutzbach möchte eine bestimmte Gruppe – zu der sie sich selbst zählt – und damit bestimmte feministische Meinungen schützen, von denen Schutzbach behauptet, daß sie im Interesse des Volkes wären. Solche völkischen Meinungen könnten dem relativen, lokalen Tatsachenkonstruktivismus zufolge durchaus auf einer Theorie T1 beruhen, die anderen Theorien T2 widerspricht, und deren Theorienkonkurrenz nicht so leicht zu entscheiden ist.

    Daß diese völkischen Meinungen objektiv wahr oder falsch sind, steht also noch nicht fest, die ganze Diskussion wurde nur vertagt und zwar auch dann, wenn wir sagen, daß universell feststeht, ob das Buch wirklich vom Tisch gefallen ist.

    Wenn wir die Sache aber nur vertagen konnten, dann müssen wir – wenigstens auf lange Sicht – im Detail diskutieren, welche Tatsachen über Geschlechter oder auch über Meinungen über Geschlechter nun sozial konstruiert sind und welche nicht (z.B. weil uns die Biologie keine Wahl läßt) und was hier eigentlich mit „Theorie“ gemeint ist.

    Also: Ich bin zwar nicht der Meinung von Schutzbach, aber so einfach wird man sie nun auch wieder nicht los. Denn wir haben bisher nur gelernt, welche Diskussionen wir nicht zu führen brauchen – z.B. eine um den Begründungs- oder Erklärungskonstruktivismus – nicht aber, jede praktische Diskussion um den Tatsachenkonstruktivismus auch effektiv zu entscheiden.

    Zweitens: Ein gewisses Maß von Antirealismus werden wir schon brauchen, wenn wir zugunsten des Humanismus die Angriffe des Determinismus abwehren wollen. Es wird uns also nichts anderes übrig bleiben, einen eigenen Sozialkonstruktivismus zu formulieren, von dem wir aber von vornherein wissen, daß er nur die Form eines relativen, lokalen Tatsachenkonstruktivismus annehmen kann.

    Und hoffen wir mal, daß er dann auch ausreichend anti-feministisch sein wird.

    • @Elmar

      Du schreibst:

      „Wenn wir die Sache aber nur vertagen konnten, dann müssen wir – wenigstens auf lange Sicht – im Detail diskutieren, welche Tatsachen über Geschlechter oder auch über Meinungen über Geschlechter nun sozial konstruiert sind und welche nicht (z.B. weil uns die Biologie keine Wahl läßt) und was hier eigentlich mit „Theorie“ gemeint ist.“

      Ich würde mich hier mal Lothar Böhnisch anschliessen, der das mal wie folgt formuliert hat:

      „Die Kritik an der radikalkonstruktivistischen Position bedeutet nicht, dass dieses Buch keine konstruktivistische Perspektive hat. Diese aber ist von jener dahingehend klar abgesetzt, dass sie die vorsprachliche Eigenständigkeit ontogenetischer Strukturen und die Strukturkraft der Geschichte in soziogenetischen Prozessen unterstellt und in der Relation zu diesen die gesellschaftliche Wirkung sozialer Interaktionen – also als menschliche Praxis – sieht und bestimmt. Sie folgt damit einem durchaus tradierten konstruktivistischen Verständnis in der Soziologie, für das ‚die Sozialwelt nicht nur von uns gemeinsam, sozial, gesellschaftlich oder wie auch immer konstruiert (wird), sondern sie ist Konstruktion. Die Sozialwelt wird ‚als gegeben vorausgesetzt‘ und sie ist dennoch ein Konstrukt. Indem soziale Akteure interagieren, wird eine Sozialwelt ebenso (ko)konstruiert, wie die Interaktion durch die Konstruktion der sozialen Welt bestimmt ist‘ (…).“ (Böhnisch 2004: 17)

      • @MES

        Na ja … die Frage ist, was wir aus dieser nur sehr grob charakteriierten Idee machen. Zumal hier keine Definition des Radikalkonstruktivismus angegben ist.

        Zweitens spricht Böhnisch von einer gemeinsamen, sozialen Konstruktion – was ich als alter Sprachphilosoph schon sehr viel symapthischer finde, als den Mythos des privaten Erfindens in voller Beliebigkeit. Nur – wie geht das? Vielleicht gibt Böhnisch alle benötigten Antworten selbst, aber ich müßte das erst nachlesen.

        Und drittens stellt uns ein kollektiver Sozialkonstruktivismus vor das Problem, uns wenigstens grob und im Prinzip vorstellen zu müssen, wie die sozialen Phänomene mit der Biologie zusammenhängen z.B. mit der Tatsache, daß die menschliche Sexualität grundsätzlich promiskuitiv angelegt ist und zwar für alle Geschlechter. (Das sieht der Biologismus übrigens ganz anders.)

        Aus humanistischer Perspektive arbeite ich an einem Handlungsbegriff, der dem analytischen Humanismus (hoffentlich) einige der benötigten Freiheiten an die Hand geben wird. Aber das wird auf keinen Fall reichen und ein kleiner Anfang sein.

      • @Elmar
        Das sind sicherlich interessante Fragen, aber wie schon oft gesagt, ich bin der Meinung, dass solche Fragen für 95% der Bevölkerung irrelevant sind. Ich beschäftige mich nur mit Schutzbach, weil sie gegenwärtig in der Schweiz quasi die Schnittstelle zwischen dem Spezialdiskurs (Wissenschaft) und dem Interdiskurs (Medien) ist. Mir geht es quasi darum, dass so viel wie möglich im Netz über sie gelesen werden kann, wenn man nach ihr googelt und man dann sieht, dass sie auch viel Schrott erzählt. 🙂
        Warum beschäftigst Du Dich nicht einmal ernsthaft damit, weshalb die Männerrechtsbewegung noch immer auf der Stelle tritt und keinen Zentimeter vorankommt? Und dann noch gute Lösungsansätze präsentieren würdest? Z.B., wie man viel häufiger in die Leitmedien gelangt (Spiegel, FAZ, FR, Zeit, Welt, TV, Hörfunk etc.)? M.E. ist das ein wesentlicher Grund, dass es nicht vorwärts geht. Daneben kannst Du ja noch immer einen Handlungsbegriff für den analytischen Humanismus ausarbeiten. 🙂

      • @MES

        „aber wie schon oft gesagt, ich bin der Meinung, dass solche Fragen für 95% der Bevölkerung irrelevant sind.“

        Kein Problem. Wenn du das als Grund ansiehst, solche Fragen zu ignorieren – ok, dafür bin ich ja da. Und solange ihr am Ende vertretet, was ich rausgefunden habe, braucht niemand zu wissen, von wem die Idee ursprünglich mal stammt, ich bin da völlig pragmatisch.

        „Mir geht es quasi darum, dass so viel wie möglich im Netz über sie gelesen werden kann, wenn man nach ihr googelt und man dann sieht, dass sie auch viel Schrott erzählt.“

        Nichts gegen einzuwenden.

        „Warum beschäftigst Du Dich nicht einmal ernsthaft damit, weshalb die Männerrechtsbewegung noch immer auf der Stelle tritt und keinen Zentimeter vorankommt?“

        Das tue ich von Anfang an, mein Bester … von Anfang an. 🙂 Nur gehen die Meinungen über die Mißerfolgsgründe eben weit auseinander und meine gegenwärtige Strategie als Antwort auf das Versagen der Männerbewegung lautet ja gerade:

        analytischer Maskulismus = analytischer Humanismus + normative Geschlechterrollen

        Ist leider nur nicht so furchtbar trivial das Ganze.

        1) Da war zunächst mal der linke Maskulismus – meine Fresse, was für ein unterbelichteter Scheiss: viel zu viel Postmodernismus, Multikulturalismus, Intersektionalität und Neoliberalismus drin. Aber wie du selbst beobachtest, hat sich die Lage gebessert: Leszek, djadmoros, crumar und sogar Schoppe sind inzwschen durchaus kritisch geworden und bemühen sich, eine moderne Version des linken Maskulismus zu entwickeln. Hat leider ein Jahr bedauert das Ganze – aber … es läuft. Ich denke, ein weiteres Jahr und wir haben eine verbesserte Version mit der man leben kann.

        2) Dann ist da der Biologismus – OMG: Da werden Theorien zur Philosophie des Geistes, zu biologischer Anthropologie und Genetik geschwungen, die vor 40 Jahren mal populär waren, heute aber längst nicht mehr ausreichen. Dennoch ist er im Moment die einzige, entwickelte Theorie zu geschlechtsspezifischem Verhalten, die wir haben. Angesichts dessen ist es kein Wunder, daß sich alle nur totlachen über uns. Denn ich bin noch nicht soweit mit meiner normativen Theorie. Aber auch hier gibt es Lichtblicke: djadmoros z.B. hat in den letzten Monaten gewaltig aufgerüstet und auf AllesEvokution gibt es inzwischen ein kleines Kollektiv, daß die Vollpfosten dort ohne mich in Schach hält – und die Geduld hat, alles wieder und wieder zu erklären. Denn das Bildzeitungsniveau müssen wir auf jeden Fall loswerden.

        3) Dann ist da die PR des Feminismus, die wirklich ziemlich gut ist: Denn obwohl er im Grunde eine politische Theorie des Geschlechterrevanchismus ist, die in der Praxis faschistische Methoden benutzt, schafft sie es, sich als einzig erfolgreiche Kulturevolution zu verkaufen, die nur durch elementare Gerechtigkeitsempfinden und die Idee der Freiheit getrieben wird. Was haben wir im Vergleich dazu anzubieten? Schauen wir mal:

        a) Gibt es jemanden, der versucht, moderne Propagandamethoden zu verstehen und für uns verfügbar zu machen – z.B. wie sie im Fall der Politik deutlich sichtbar sind? Nein?

        b) Gibt es jemanden, der versucht, eine eigene Konzeption der Gerechtigkeit zu entwickeln, die eine Geschlechtergerechtigkeit umfaßt? Das könnte man z.B. so machen, daß man sich das Problem der Generationengerechtigkeit ansieht. Wer macht das? Na? Eben. Ansonsten pochen alle auf die Gleichheitsforderung. Und was hat das in 20 Jahren gebracht? Fast nichts. Wer macht durch sein Handeln deutlich, daß er daraus gelernt hat? Wer?

        c) Gibt es jemanden, der versucht, dem Maskulismus ein moralisches, statt eines politischen Image als Gegengewicht zur Kulturevolution der Gerechtigkeit zu geben? Poltik ist nämlich gerade nicht so der Bringer. Wer diskutiert die Menschenwürde oder reproduktive Rechte der Männer? Wer versucht eine eigenständige Version des Humanismus zu entwickeln – was dringend nötig ist, weil nicht mal die humanistische Partei in Deutschland genau weiß, was sie darunter verstehen will? Wer macht das? Das machen gerade mal die Nicht-Feministen, emannzer und ich.

        Aber weil wir die Parier der Bewegung sind, wird das vom Rest ignoriert. Nur die Nicht-Feministen, denen es chronisch an Leuten fehlt, versuchen, da was aufzubauen. Und mit dran hängen die einzigen Schwergewichte, die sich noch für Männer interessieren wie Ulfig, Buchholz, Lassahn und Kunz. Aber auch die werden totgeschwiegen, weil sie sich dem mainstream nicht unterordnen wollen. Denn natürlich muß die Männerbewegung wie jede andere soziale Bewegung auch, Selbstreinigungsprozesse durchlaufen: Es gibt auch bei uns Verrückte, die wir loswerden müssen. Aber obwohl die Hälte der blogs, die noch 2014 aktiv waren, inzwischen im Tiefschlaf vor sich hindämmern, weil sie das Gefühl haben, daß da nichts Neues mehr kommen kann, wird nichts gemacht und stattdessen Einigkeit beschworen – als wären wir schon eine große Volkspartei und kein unorganisierter Haufen, die höchstens durch Argumente geeint werden kann. Ich frage dich: Ist das klug?

        d) Und weiter: Gibt es jemanden, der sich mit dem Freiheitsbegriff beschäftigt, mit sozialen Gestaltungsrechten von Männern, mit Machtverhältnissen zwischen Geschlechtern? Der Einzige, der bisher nicht-biologische Geschlechterrollen als kommunikative Geschlechterrollen skizziert hat, die die Chance haben, auf Normen zurückgeführt werden zu können, bin ich – oder ist da sonst noch wer?

        e) Wie steht es mit moralischer Kompetenz? Wer beschäftigt sich mit dem vom Feminismus praktizierten, moralischen Paternalismus? Wer diskutiert den moralischen Relativismus, die feministische Ethik oder den moralischen Realismus? Wer problematisiert das fortschreitende Eingreifen des Staates in das Privatleben seiner Bürger aus moralischer Sicht? Wer beleuchtet politische Theorien wie Postkolonialismus oder Multikulturalismus? Das sind alles aktuelle Fragen der philosophischen Ethik bzw. der politischen Philosophie, die unmittelbar politische Konsequenzen haben. Wer macht das? Und erzähl mir nicht, daß das 95% der Bevölkerung egal wäre.

        f) Feminismus ist vor allem eine politische Bewegung, weshalb sie keine Skrupel hat, soziologische und philosophische Theorien zu kapern und zu instrumentalisieren, wenn es ihren Zwecken dient. Wer analysiert diese feministische Praxis, die sich von der feministischen Theorie drastisch unterscheidet? Der Einzige, er das systematisch macht, ist Schoppe. Und wie macht er das? Bemüht er sich um Anschluß an bestehende Theorien oder Bewegungen wie die free-speech- Bewegung oder geht das irgendwie aus dem Bauch heraus mit Mäßigung ud Zivilität? Ich frage dich: Ist das klug? Wird das andere Intellektuelle überzeugen und mobilisieren oder muß man die vielleicht auf den Äckern ihrer theoretischen Überlegungen abholen, die sie schon seit Jahren bewirtschaften?

        ber vielleicht meinst du ja, daß das alles egal, bullshit und nicht massenkompatibel ist, so daß das alles nichts bringen wird? In dem kann ich dir versichern: Die Feministen haben das von Anfang an anders gesehen und sie sitzen momententan am Drücker. Also – wie ist es? Bist du bereit, vom Feind zu lernen oder nicht?

        g) Und was bewegt die Aktivisten stattdessen? Z.B. daß wir „Maskulismus“ sagen – obwohl wir eigentlich keine Sonderrechte für Männer einfordern. Ich frage dich: Wer springt da auf das Schlachtfeld, um überall zu wiederholen, daß die reproduktiven Rechte der Geschlechter schon deshalb nicht symmetrisch sein können, weil Männer nicht schwanger werden, so daß es sehr wohl gerechtfertigt ist, vom Maskulismus zu reden? Na? Wer ist so klug?

        h) Und wer nimmt dem Feminismus den Wind aus den Segeln? Wer stellt sich z.B. der Abtreibungsdiskussion? Wer argumentiert, daß sich mit der gegenwärtigen Lösung der Gesetzgeber um eine Entscheidung in Wahrheit gedrückt hat? Welcher Maskulist übernimmt das Mandat der Mehrheit der Frauen, die gegen das Abtreibungsrecht ist? Wer?

        Stattdessen soll ich sagen, wie wir in die Medien kommen … pfff … ehrlich, ich hab andere Sachen zu tun.

        „Und dann noch gute Lösungsansätze präsentieren würdest?“

        😀 … genau, ich bin der Einzige, der für all das verantwortlich ist, der ultimative Projektmanager. Das Lied hör ich schon seit fast 3 Jahren. Ist übrigens ne Superidee, wenn man Engagement bestrafen will. Weiter so. 😉

        „Z.B., wie man viel häufiger in die Leitmedien gelangt (Spiegel, FAZ, FR, Zeit, Welt, TV, Hörfunk etc.)?“

        Kann ich dir ganz genau sagen, WIE: Indem man was Kluges zu sagen hat. Und das ist ein guter Hinweis darauf, daß es an Klugem in unserer Bewegung an allen Ecken und Enden fehlt. Denn Bedarf gäbe es genug – z.B. bei der Analyse von Geschlechterrollen, weil der Feminismus da versagt hat. Allerdings dürften sich 95% der Bevölkerung für die Entwicklung von Klugem nicht interessieren. 😉

        „M.E. ist das ein wesentlicher Grund, dass es nicht vorwärts geht.“

        Oh …. ich bin ein wesentlicher Grund dafür, daß es nicht vorwärts geht? So so …. na dann … 😀

        „Daneben kannst Du ja noch immer einen Handlungsbegriff für den analytischen Humanismus ausarbeiten“

        Danke für deine Erlaubnis, mein Schatz. Vielleicht kannst du ja noch ein paar Formulare für Themengenehmigungen in der Zukunft bereitstellen? Danke.

        Aber schön, daß sich immer einer findet, der sich zum Horst macht … super.

      • @Elmar

        Lies doch mal das folgende Interview! Ich sage übrigens nicht, dass dies die ganze Miete ist, aber die hälfte der Miete ist es mindestens, wenn man politischen Erfolg haben will. Ich bleibe dabei: Für 95% der Menschen sind Deine Ideen vollständig irrelevant. Relevant werden sie, wenn sie die gesellschaftlichen Eliten überzeugen könnten, aber das wäre dann das nächste Problem, wie sie überhaupt zu diesen gelangen. 🙂

        http://www.zeit.de/campus/2016/06/sprache-politiker-hillary-clinton-linguistik-elisabeth-wehling

      • @MES

        Hab ich – hat nichts genützt, wie erwartet, und zwar deshalb nicht, weil ich nie behauptet habe, daß all die Fragen und Themen, die ich erwähnte, zu beackern, HINREICHEND seien, um der Männerbewegung zum Erfolg zu verhelfen. Aus irgendeinem Grund, den ich nicht kenne, scheinst du das aber anzunehmen.

        Ich hingegen sage, daß meine Arbeit eine NOTWENDIGE Bedingung ist und ich hab nie geglaubt, für die Massen zu schreiben. Das ist nicht mal meine Intention. Und das hättest du schon daran ablesen können, daß ich von Propagandamethoden sprach.

        Wenn du nun der Meinung sein solltest, daß diese allein hinreichend sind, um wirklich etwas zu verändern, dann kann ich dich auf diesem Weg leider nicht begleiten.

        Am Ende sehe ich hier nur deinen Vesuch, einen Schuldigen zu finden. Das Motiv dafür kann ich nicht erknnen. Dieser Versuch ist in meinen Augen nur aussichtslos und kontraproduktiv. Auch dein Wunsch, alles so einfach wie möglich zu machen, und Theorien zu unterdrücken, ist in meinen Augen sinnlos: Versuch mal wirksame Propaganda zu machen, ohne dabei etwas zu sagen – viel Spaß damit.

        Aber ich will dich nicht davon abhalten, auf diesem blog ein alternatives Projekt zu starten. Mach nur, leg los. Nur erwarte nicht, daß ich dabei bin.

      • @Elmar

        Mir geht es nicht darum, Theorien zu unterdrücken oder Schuldige zu suchen. Ich schaue, was am ehesten die Sache weiterbringen könnte. Ich habe ziemlich viel qualitative Inhaltsanalysen und Diskursanalysen gemacht, einfach weil ich der Überzeugung bin, dass schlussendlich für Krieg oder Frieden, für Sozialabbau oder Sozalstaatlichkeit, die öffentliche Meinung relevant ist. Deshalb finde ich bei den Linken momentan, wenn es um die Medien geht, die Nachdenkseiten am sinnvollsten. Relativ einfache Sprache, jedoch trotzdem reflexiv und kritisch. Mich hat immer Öffentlichkeit, Medien, PR, politische Kommunikation, Framing, Narrative, Diskurse, kulturelle Hegemonie etc. interessiert, weil ich wie gesagt, das Gefühl habe, dass dies die halbe Miete für politischen Erfolg ist. Du siehst die Sache anders als ich und wirst dort Dich einbringen, wo Du das Gefühl hast, dass es richtig ist. Und das ist ja auch gut so. 😉

      • @MES

        „Ich schaue, was am ehesten die Sache weiterbringen könnte.“

        Dann mach. Erfolg hat Recht. Mir ist übrigens nicht entgangen, daß du meinen langen Kommentar ignoriert hast. Ich werde sowas daher für dich nicht noch mal schreiben – ist offenbar Zeitverschwendung.

        „Deshalb finde ich bei den Linken momentan, wenn es um die Medien geht, die Nachdenkseiten am sinnvollsten. Relativ einfache Sprache, jedoch trotzdem reflexiv und kritisch.“

        Was natürlich als Bemerkung nicht ausreicht, weil man anfangen müßte, zu fragen, was sie denn inhaltlich leisten.

        „Mich hat immer Öffentlichkeit, Medien, PR, politische Kommunikation, Framing, Narrative, Diskurse, kulturelle Hegemonie etc. interessiert, weil ich wie gesagt, das Gefühl habe, dass dies die halbe Miete für politischen Erfolg ist.“

        Ja, das ist zweifellos wichtig.

        „wirst dort Dich einbringen, wo Du das Gefühl hast, dass es richtig ist.“

        Nö, mit Gefühl hat das nichts zu tun. Die meisten meiner Themen finde ich kotzlangweilig. Aber einer muß es machen. Und da alle anderen andere Gefühle haben, bleibt es an mir hängen.

      • @Elmar

        Ich habe mir noch überlegt, ob ich wirklich auf Deinen langen Kommentar eingehen will und dachte dann, dass es zumindest für mich nix bringt, weil ich die Sache momentan vollständig anders sehe als Du, also ich lege die Prioritäten anders als Du. Aber trotzdem natürlich vielen Dank für Deine Mühe! Und vielfach finde ich Deine Kommentare sehr anregend!
        Ich finde die Fragen, die Du bearbeiten möchtest, übrigens nicht langweilig. Ich denke einfach nur, dass ein Mensch, der nicht gerade in der Theorie tätig ist (ab Gymnasiallehrer aufwärts), schlichtweg keine Zeit hat, sich mit solchen Fragen intensiv zu beschäftigen, sollte diese Person noch einen mindestens 80% Job haben und/oder noch Familie und Kinder etc.

      • @Elmar

        Danke! Ich habe es mal „überflogen“, muss es dann mal bei Zeit noch in Ruhe gründlich lesen, aber, was mir in der Schnelle so in den Sinn gekommen ist: Ohne empirische Unterfütterung Deiner Aussagen, die empirisch geprüft werden können, bringt das Ganze auch nicht viel. Und: bei den negativen Abwehrrechten werden die Feministinnen insbesondere auf die sexuelle Gewalt aufmerksam machen, die ubiquitär ist.

  • Schutzbach ist antiintellektuell, was wiederholt aus ihrem Text spricht, in aller Klarheit aus ihrem Satz:

    „Das Verständnis eines neutralen, distanzierten und abgehobenen Forschers – einer «intellektuellen Elite» – kann nicht länger aufrechterhalten werden.“

    Der Intellektuelle denkt nicht nur „kritisch“, sondern zeichnet sich vor allem durch seine Haltung aus, die Wahrheit und Gerechtigkeit als die obersten Ideale setzt, Werte, deren Existenz Schutzbach ausdrücklich negiert. Für sie scheint „Intellektueller“ gleichbedeutend mit „Ideologe“ zu sein. Sie selbst ist klare Gefolgsfrau dieser postmodernen linken Ideologie der „sozialen Gerechtigkeit“, die nichts anderes ist als eine pseudoreligiöse, irrationale und antiintellektuelle Weltanschauung.

    Der Begriff des „Intellektuellen“ geht auf Zolas „Anklage“ der französischen Gesellschaft zurück, deren Vorurteile in Bezug auf den Fall Deyfus angeprangert wurden. Seitdem wurde der Begriff immer wieder für politische Agitation missbraucht, Frau Schutzbach befindet sich also in einer langen Tradition.

    Immerhin: Im originalen Geist Zolas prangert eine kleine Schar heutiger Intellektueller die UN (die sogenannnte „Weltgemeinschaft“) und die die Obama-Regierung als Drahtzieher der weihnachtlichen perfiden Sicherheits-Resolution an. Es gibt sie also noch. Und ich würde unbedingt darauf wetten, dass Schutzbach und ihre MitideologInnnen diesem Intellektualismus absolut spinnefeind gegenüberstehen.

    Im übrigen ist der Intellektuelle notgedrungen von seiner Haltung her „weltfremd“ und „über den Dingen stehend“. Dies wird ihm allerdings weniger von der Allgemeinheit, dem Publikum, dem Volk böse ausgelegt, sondern von den sophistischen, pharisäerhaften Pseudo- und Antiintellektuellen, die heute insbesondere um die Doktrin der „sozialen Gerechtigkeit“ sich scharen. Und die den Intellektuellen von vorne herein jede Daseinsberechtigung abstreiten und ihren angeblich schädlichen Einfluss auf ein unmündiges Publikum hervorheben. Diese Art von politischer Polemik ist sicherlich älter und hat damit einen viel längeren Bart als jegliches „Patriarchat“.

  • Tja, in ganz kurzen Worten:
    Wir haben keinen Rechtsruck, wir haben eine Linksflucht.
    Das geht nur in Richtung Mitte, die natürlich von Linksaussen betrachtet Rechts ist.
    Rechtspopulismus ist doch nur ein diffamierend gemeintes Wort für Bürgerliche Mitte.
    Und Kompliziert sind Fragen und Antworten nur, wenn man bestimmte Lösungen nicht sehen und verfolgen will und sich dreht und windet, um trotz der in die Sackasse führenden Ideologie Lösungen suchen möchte, die der Ideologie entsprechen. Ohne diese innere Barriere wären Antworten und Lösungen sehr einfach. Man müsste nur das Recht wieder in Kraft setzen und anwenden.
    Alles linksideologisch gesteuerte hat immer (IMMER) zu Leid, Elend, Diktatur und Zerstörung geführt. Jedes Linksgeführte Land ist (spätesten) nach 2-3 Jahrzehnten bankrott, ausgeplündert, verwahrlost , mit einer kleinen , begünstigten Elite , einem prosperierenden Kriminalitätssektor , vielen vielen verarmten und vielen politischen Grefangenen und Eingeschüchterten.
    Wieso wird Nichtlernfähigen Ideologen mit dem Willen zur Zerstörung immer wieder Macht in die Hand gegeben und das Bürgerlich-Bodenständige verteufelt?

Leave a Comment