Feindbild Mann

Hanna Herbst erklärt die Welt

Bild zeigt einen Einbrecher in einer Comic-Figur
geschrieben von: Mark Smith

Die 1990 geborene Journalistin Hanna Herbst hat in einem Artikel im Online-Magazin Vice (30. September 2016) über den weißen Heteromann geschrieben – und sie meint es gut mit ihm; also: eine fast maternalistische „weißer Heteromann“-Versteherin.

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Das Übel der Welt: der weisse Heteromann

Der Titel Ihres Artikels lautet wie folgt:

Wir sollten nicht den weißen Heteromann bekämpfen, sondern seine Strukturen

Das würde demzufolge heißen: Hanna Herbst et al. bekämpfen den weißen Heteromann und freilich die gesamte Population der weißen Heteromänner. Das könnte man indessen bereits als Eingeständnis werten, dass demnach doch ein Kampf gegen die weißen Heteromänner stattfindet; ein Kampf, der möglicherweise häufig mit Hass einhergeht, obgleich dies ja fortwährend von gewissen Feministinnen abgestritten wird.

Die Frage würde sich sodann stellen; was sind eigentlich Strukturen? Und welche Strukturen besitzt der weiße Heteromann? Und lassen sich solche gesellschaftlichen Strukturen akkurat trennen: Hier die Strukturen der weißen Heterofrau, da die Strukturen des weißen Heteromanns usw., usf.?

HH schreibt im Vorspann des Artikels weiter:

Viele Männer haben aufgehört, mitzudiskutieren. Bevor sie etwas Falsches sagen, sagen sie lieber nichts. Oder sie sagen, dass sie dafür schämen, ein Mann zu sein.

Also doch: Weiße Heteromänner werden offenbar dämonisiert, und es wird ein Feindbild geschaffen, wenn sie scheinbar nichts mehr sagen und sich dafür schämen, dass sie ein Mann sind. Das finde ich interessant: Das wird ja von gewissen Feministinnen andauernd bestritten.

Dämonisierung der Männer mittels Kriminalitätsbelastung

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HH schreibt:

Was haben Mord, Steuerhinterziehung, Körperverletzung, rechtsextremistische Gewalttaten, Vergewaltigungen, Raub und Sachbeschädigung gemeinsam? Die Verursacher sind zum Großteil Männer. Im vergangenen Jahr wurden in Österreich laut Statistik Austria 29.511 Personen rechtskräftig verurteilt. 85,5 Prozent davon waren männlich.

Bloß frage ich mich, weshalb bringt die Autorin gleich zu Beginn ihres Textes die Kriminalbelastung (Verurteilungsquote) ins Spiel und außerdem aufgeschlüsselt nach dem Geschlecht? Weshalb nicht auch nach Alter, Wohnort, soziale Schicht/Klasse/Milieu, Nationalität, Konfession etc.? Bei Nationalität und Konfession könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass dies für die Autorin mutmaßlich ein Tabu ist – dementsprechend politisch außerordentlich unredlich. Wenn wir mit einer Verfremdung arbeiten und die Population der Männer durch „Ausländer“ ersetzen, dann sieht es wie folgt aus.

Was haben Mord, Steuerhinterziehung, Körperverletzung, rechtsextremistische Gewalttaten, Vergewaltigungen, Raub und Sachbeschädigung gemeinsam? Die Verursacher sind zum Großteil Ausländer. Im vergangenen Jahr wurden in Österreich laut Statistik Austria 29.511 Personen rechtskräftig verurteilt. 85,5 Prozent davon waren Ausländer.

Würde Hanna Herbst eine solche Aussagen tätigen? Oder hätte sie Angst, dass sie ev. als Rechtspopulistin oder als fremdenfeindlich taxiert würde?

Aber sehen wir uns an, was diese Zahlen exakt aussagen:

Von den 29‘511 Personen, die in Österreich verurteilt wurden, sind 85,5% Männer, das heißt: 25‘100 Männer. In Österreich gibt es insgesamt ca. 4‘350‘000 Männer, das bedeutet, dass 0.6% aller Männer verurteilt wurden; 99.4% der Männer wurden infolgedessen nicht verurteilt.

Frauen machen 14.5% der Verurteilten aus: folglich ca. 4‘279 Personen. Die Gesamtzahl der Frauen in Österreich beträgt ebenfalls ca. 4‘350‘000. Das heißt: 0.1% der Frauen wurden verurteilt oder 99.9% wurden folglich nicht verurteilt. Frauen und Männer sind somit mit über 99% nicht verurteilt worden.

Es dürfte unverkennbar sein: Die Autorin Hanna Herbst möchte mit ihrem Beispiel der Verurteilungsquote eine Verknüpfung (Konnotation?) von der gesamtgesellschaftlichen Kriminalität zu der Population der Männer schaffen. Wenn die Autorin dasselbe Prozedere bei der Population der Ausländer oder bei einer Konfession machen würde, würde ihr in ihrem gesellschaftlichen Milieu wahrscheinlich der Vorwurf der Fremdenfeindlilchkeit und des Rechtspopulismus gemacht. Bemerkenswert ist jedoch folgendes: Wenn sie bei Männern eine Dämonisierung vornimmt, dann muss sie keineswegs mit einem derartigen Vorwurf rechnen.

Ich habe nichts gegen Ausländer, aber …

HH schreibt:

Versteht mich nicht falsch: Ich habe Freunde, die Männer sind. Auch mein Nachbar ist ein Mann und der ist eigentlich ganz nett. Ich habe nichts gegen Männer. Und ich gehe sogar einen Schritt weiter: Ich denke, dass wir einigen von ihnen ab und zu Unrecht tun, ohne es bewusst zu merken.

Selbstverständlich verstehen wir die Autorin nicht falsch, zumal wir die Wörter „Mann“ und „Männer“ mit anderen Populationen austauschen (Verfremdung), sodass unverkennbar wird, was Hanna Herbst gewissermaßen meinen könnte – also:

Versteht mich nicht falsch: Ich habe Freunde, die Ausländer/Juden/Moslems sind. Auch mein Nachbar ist ein Ausländer/Jude/Moslem und der ist eigentlich ganz nett. Ich habe nichts gegen Ausländer/Juden/Moslems. Und ich gehe sogar einen Schritt weiter: Ich denke, dass wir einigen von ihnen ab und zu Unrecht tun, ohne es bewusst zu merken.

Demzufolge – die Verfremdung weiter gesponnen: „Hannah Herbst hat nichts gegen Ausländer, Juden oder Moslems, zumal die eigentlich ganz nett sind. Aber offenbar bloß eigentlich und ab und zu könnte es sein, dass sie einigen (natürlich bloß einigen, zu großzügig will sie jetzt auch wieder nicht sein) Unrecht tut.“

Ich könnte mir gut vorstellen, dass, wenn Hannah Herbst derlei Aussagen in ihrem angestammten sozialen Milieu machen würde, sie als Rassistin, Antisemitin oder Moslemhasserin bezeichnet würde; weshalb dies jedoch bloß bei gewissen Populationen der Fall ist und bei anderen nicht, ist irgendwie unverständlich.

Das neue Feindbild: alte, weiße Männer und Männerrechtler

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Der weisse Heteromann als neues Feindbild

HH schreibt:

Nicht den Hasspostern dieser Welt, nicht den rückwärts gewandten, alten (oder unverständlicherweise auch jungen), nach außen hin verklemmten, weißen Heteros, die glauben, Diskriminierung gebe es nicht, nur weil sie diese selbst noch nie gespürt haben. Nicht den paranoiden und in Selbstmitleid badenden Männerrechtlern, die in Gleichberechtigung eine Bedrohung für ihre Vormacht und Männlichkeit sehen.

Gibt es beispielsweise keine Hassposter, die Frauen sind? Oder People of Color oder Homosexuelle? Sind die ausnahmslos anständig, freundlich, angenehm und liebenswürdig?

Und woher weiß die Autorin, dass alte, weiße Männer rückwärtsgewandt sind? Gibt es keine rückwärtsgewandten Frauen oder Homosexuelle etc.? Woher weiß die Autorin, dass es weiße Heteros gibt, die glauben, Diskriminierungen gebe es nicht? Wie viele sind das wohl? Hat sie darüber hinaus empirisch repräsentative Untersuchungen, die allesamt zum selben Ergebnis kommen? Und gewisse Frauen und Feministinnen sind demzufolge nicht paranoid, wenn sie offenbar eine gesamte Population, demnach die weißen Heteromänner dämonisieren und eine Bedrohung in Männerrechtlern sehen, wenn diese sich für Benachteiligungen, Diskriminierungen und Problemlagen von Männern einsetzen?

HH schreibt:

Aber weil es genau diese Männer gibt und weil viele von ihnen laut sind, scheren wir manchmal alle weißen, privilegierten, heterosexuellen, im Westen sozialisierten Männer über einen Kamm. Und damit schaden wir (für Gleichberechtigung Kämpfenden) uns schlussendlich selbst.

Und wie viele Männer gibt es derzeitig von diesen Männern genau? Und weshalb sind außerdem allein weiße heterosexuelle Männer im Westen privilegiert? Gibt es keine weißen heterosexuellen Frauen, die privilegiert sind? Gibt es keine weißen homosexuellen Frauen, die privilegiert sind? Haben Frauen kein kulturelles, soziales, ökonomisches oder z.B. politisches Kapital? Ist ein weißer, heterosexueller obdachloser Mann privilegiert? Oder ein weißer, heterosexueller Mann, der Harz 4 bekommt oder psychisch oder körperlich krank oder behindert ist oder sonst kaum ökonomisches, kulturelles oder politisches Kapital besitzt?

Nicht weiße Heteromänner sind das Feindbild, sondern ihre Strukturen

HH schreibt:

Wir kämpfen nicht gegen den weißen, westlichen Heteromann und manchmal kommt mir vor, vergessen wir das. Wir kämpfen gegen die Strukturen, die er (sich) geschaffen hat und gegen die, die nicht bereit sind, etwas an diesen Strukturen zu ändern. Wir kämpfen gegen die, die eine Gleichberechtigung nicht tolerieren wollen oder ihr aktiv entgegenwirken und ja, das sind zu einem großen Teil weiße Heteromänner.

Wiederum: was sind weiße, westliche Strukturen der Heteromänner? Und was genau sind Strukturen? Und haben dementsprechend die weißen Heteromänner andere Strukturen als die weißen Heterofrauen? Haben alle nach Geschlecht getrennt ihre eigenen Strukturen? Österreich ist eine repräsentative Demokratie (politische Strukturen) und die wahlberechtigten Frauen machen über 50% des Souveräns aus: Das heißt, die Frauen haben sämtliche politischen Möglichkeiten/Mittel in der Hand, die Strukturen, die ihnen nicht behagen, zu modifizieren. Wenn sie hier keine Mehrheit erhalten, dann sind insbesondere ebenso die Frauen an der Aufrechterhaltung dieser Strukturen verantwortlich! Die Frauen müssten sich folglich vorab einmal selbst an der Nase nehmen, wenn sie nicht wählen gehen oder Personen wählen, die keine Veränderung der Strukturen wollen.

Auch weiße, männliche Hetero sollten ein Mitspracherecht haben

HH schreibt:

Aber wenn wir allen, die weiß, männlich und hetero sind, jegliches Mitspracherecht verweigern, schließen wir damit Leute aus der Diskussion aus, die dasselbe Recht haben sollten, an ihr teilzunehmen wie jede andere.“

Richtig, das wäre dann sonst Sexismus mit umgekehrten Vorzeichen. Aber dass man das überhaupt extra erwähnen muss?! Weil der Feminismus will ja Geschlechtergerechtigkeit – oder?

Verständnis entgegenbringen, damit sie nicht zu den Männerrechtlern abwandern

HH schreibt:

Wahrscheinlich werden wir diejenigen, die sich trotzdem noch mit Feminismus auseinandersetzen und am Diskurs teilhaben wollen, nicht an Männerrechtler verlieren. Aber wir verlieren sie im Kampf um die Unterstützung. Ja, mit manchen muss man gar nicht diskutieren. Ja, manchen kann mit voller Kraft entgegentreten, manchen muss man nicht zuhören, über manche kann man drüberfahren—und zwar mit Freude und Inbrunst, weil ihr Verhalten viel zu lange toleriert wurde.

Was ist außerdem daran so übel, wenn Männer sich für Menschenrechte oder Gleichberechtigung einsetzen, bei denen sie bislang diskriminiert wurden im Vergleich zu den Frauen? Man weiß z.B., dass Männer für dasselbe Delikt härter bestraft werden als Frauen oder Männer vielfach Zwangsdienste wie beispielsweise Militärdienst leisten müssen im Gegensatz zu Frauen oder dass Frauen früher pensioniert werden als Männer usw., usf.

HH schreibt:

Aber denen, die dabei sein wollen, sollten wir vielleicht manchmal mit ein wenig Verständnis begegnen. Damit wir die Gräben nicht tiefer machen, sondern zuschütten.

Ich würde ergänzend ein bisschen weitergehen: Ich würde insbesondere ebenfalls den Männerrechtlern Verständnis entgegenbringen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen, die sich jedoch ebenso für Benachteiligungen, Diskriminierungen und Problemlagen von Männern stark machen; es dürfte gegebenenfalls mit der Gleichberechtigung für alle schneller vorangehen, wenn man sich nicht gegenseitig bekämpft.

Fazit

Hanna Herbst versucht zu Beginn ihres Artikels die gesamte Männerpopulation in Verbindung mit Kriminalität zu bringen (Verurteilungsquote) und sie demzufolge zu dämonisieren. Ein bekanntes politisch-rhetorisches Stilmittel, wie es insbesondere der Rechtspopulismus fortwährend handhabt, um die Migration oder die Asylgesuche zu begrenzen.

Des Weiteren trachtet sie danach, pauschal Frauen als Opfer, Diskriminierte und Benachteiligte zu framen, wenngleich die Frauen mit über 50% des wahlberechtigten Souveräns seit vielen Jahrzehnten sämtliche politischen Mittel in der Hand haben, um alle Benachteiligungen bzw. Diskriminierungen mittels politischer Steuerung bzw. Intervention aufzuheben, sollten Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern auf Diskriminierung beruhen. Das heißt: Frauen sind wie die Männer allesamt an der Konservierung der bestehenden gesellschaftlichen Strukturen mitverantwortlich. Und sollten Homosexuelle und beispielsweise People of Color rechtliche diskriminiert sein, dann sind Frauen wie Männer gleichermaßen dafür verantwortlich.

Es ist ein rhetorisch-politischer Trick, wenn sich Frauen wie Hanna Herbst aus ihrer Verantwortung exkulpieren wollen, indem sie sich symbolisch auf die Seite der People of Color oder der Homosexuellen stellen und gleichzeitig die weißen Heteromänner für sämtliches Übel der Welt verantwortlich machen, obschon ihre Population, die Frauen, sämtliche politischen Mittel in der Hand haben, alle Diskriminierungen, falls dergleichen vorhanden sind, aus der Welt zu schaffen und sie demzufolge ebenso wie die Männer die gesellschaftlichen Strukturen konservieren und reproduzieren.

Ich werde diesen Text Hanna Herbst zukommen lassen, und es würde mich selbstverständlich freuen, wenn eine Debatte diesbezüglich zustande kommen würde.

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63 Comments

  • »›Nicht den paranoiden und in Selbstmitleid badenden Männerrechtlern, die in Gleichberechtigung eine Bedrohung für ihre Vormacht und Männlichkeit sehen.‹«

    Ich finde ja dieses notorische Herumrutschen auf dem angeblichen »Selbstmitleid« der Männerrechtler bezeichnend: dieser Vorwurf kommt von jemandem, der sich damit bestens auskennt, denn das für das »Baden in Selbstmitleid« vorgesehene Becken ist schon rappelvoll mit Feministinnen besetzt. Und vor dem Becken steht ein Schild: »Hunde und Männer müssen draußen bleiben!«

    • „das für das »Baden in Selbstmitleid« vorgesehene Becken ist schon rappelvoll mit Feministinnen besetzt.“

      :-)) Wenn Du Dein kommendes Buch alle paar Seiten mit Sottisen dieses Kalibers anreicherst, wird das ein Bestseller!

    • So, zweiter Versuch:
      Ebenfalls bezeichnend ist, wenn man dein Zitat:
      Nicht den paranoiden und in Selbstmitleid badenden Männerrechtlern, die in Gleichberechtigung eine Bedrohung für ihre Vormacht und Männlichkeit sehen

      einem anderen gegenüberstellt:
      Viele Männer haben aufgehört, mitzudiskutieren. Bevor sie etwas Falsches sagen, sagen sie lieber nichts. Oder sie sagen, dass sie dafür schämen, ein Mann zu sein

      Wenn Männer gar nicht mehr am Diskurs teilnehmen, weil sie dort sowieso nur verlieren, kann man schwerlich darüber sprechen, dass sie eine „Vormachtstellung“ innehaben, die sie gefährdet sehen. Anhand des zweiten Zitates lässt sich sagen, dass Feministinnen wie Herbst die Vormachtstellung innehaben, und das bereits seit Jahrzehnten. Ist es vielleicht genau umgekehrt? Ist es vielleicht so, dass Frau Herbst um ihre diskursive Vormachtstellung fürchtet, wenn Männerrechtler aufräumen mit der Verschwörungstheorie über die unterdrückte, benachteiligte Frau?

      • @uepsilonniks:

        »Anhand des zweiten Zitates lässt sich sagen, dass Feministinnen wie Herbst die Vormachtstellung innehaben, und das bereits seit Jahrzehnten.«

        Genau so ist es, aber das können sich Mädels wie Hanna vermutlich nicht mal versuchsweise vorstellen. Da die Autorin zu einer Generation gehört, die die Erfolge und Diskurse des Feminismus praktisch anstrengungslos geerbt hat, sind die zugrundeliegenden Mythen für sie selbstverständliche Prämissen – d.h. um sich im Koordinatensystem dieser Prämissen zu bewegen, muss sie weder berechnend noch bösartig sein. »Männerrechtler« existieren für sie daher auch nur als nebelhaftes Zerrbild am Rande ihres Blickfelds (»irgendwas mit PUA und Selbstmitleid«).

        Wenn wir solche Überzeugungen unter Wasser setzen wollen, müssen wir noch eine ganze Weile beharrlich am Deich nagen. Insofern hat – vermutlich – Elmar recht, wenn er glaubt, dass es nichts bringt, der Autorin den Text zu mailen.

  • »›Wir sollten nicht den weißen Heteromann bekämpfen, sondern seine Strukturen‹«

    »Strukturen« sind nicht männlich, sondern gesellschaftlich, was wiederum nahezu tautologisch ist. Sie als »männlich« zu bezeichnen, ist aber genau das, was Christoph Kucklick in seinem umständlichen Luhmann-Jargon als die »Supercodierung der Differenz von Interaktion und Gesellschaft durch Geschlecht« bezeichnet. Das läuft darauf hinaus, alle »abstrakten«, »anonymen«, »mechanischen«, »entfremdeten« und »unmoralischen« Beziehungen und Verhältnisse der Gesellschaft als »männlich« zu etikettieren und alle »konkreten«, »kommunikativen«, »organischen«, »authentischen« und »moralischen« Beziehungen und Verhältnisse als »weiblich«.

    Und das ist ein zentraler Teil des großen feministischen Selbstmißverständnisses: nicht zu sehen, dass sie mit ihrer ganzen vermeintlich »kritischen« und »alte Strukturen überwindenden« Ideologie in Wirklichkeit bis zur Halskrause in konventioneller »bürgerlicher Ideologie« stecken, die sie eben mitnichten überwunden, sondern im Gegenteil konsequent beerbt haben. Wobei die Konsequenz darin besteht, dass die zutiefst bürgerliche Idee einer moralischen Überlegenheit der Frau unter den heutigen Bedingungen über den Umschlagspunkt von der Komplementarität in einen Suprematismus hinaus vorangetrieben wird.

    Im Zusammenhang mit Hanna Herbsts Artikel ist die eigentlich bemerkenswerte »Struktur« daher jene ideologische Struktur, die Feministinnen dazu zwingt, sich auch bei subjektivem Wohlmeinen in Bezug auf Männer notwendig immer wieder in dieselben sexistischen Kurzschlüsse zu verrennen, die dieser Blogpost so konsequent herausarbeitet.

      • @djad @Elmar

        „Das läuft darauf hinaus, alle »abstrakten«, »anonymen«, »mechanischen«, »entfremdeten« und »unmoralischen« Beziehungen und Verhältnisse der Gesellschaft als »männlich« zu etikettieren und alle »konkreten«, »kommunikativen«, »organischen«, »authentischen« und »moralischen« Beziehungen und Verhältnisse als »weiblich«.“

        Und an dem Etikett ist insofern etwas dran, weil es das historische Privileg der bürgerlichen Frau (nicht der proletarischen) war, vor allen diesen als „männlich“ etikettierten Beziehungen und Verhältnissen verschont zu werden – das ist die gemeine Dialektik des „Patriarchats“.
        Neu ist lediglich die revisionistische Tendenz des bürgerlichen Feminismus, eine „Klasse von Frauen“ zu erfinden, in der alle Frauen gleichermaßen in „weiblichen“ Beziehungen und Verhältnissen gelebt haben.
        D.h. der bürgerliche Feminismus – als Fortsetzung bürgerlicher Ideologie – betreibt auch die Fortsetzung bürgerlicher Geschichtsschreibung, indem nun die spezifischen historischen Erfahrungen bürgerlicher Frauen die Erfahrung aller Frauen sind.
        Weil nun alle Frauen gleichermaßen unter dem gleichen Patriarchat gelitten haben, sind intersektionale Korrekturen das Gebot der Stunde, weil man partout nicht erklären kann, welche Merkmale Frauen überhaupt als (einheitliche) soziale Schicht charakterisieren (von Klasse ganz zu schweigen).

        Wenn Elmar schreibt: „Normative Geschlechterrollen sind Mengen von negativen Freiheiten=Abwehrrechte und positiven Freiheitsrechte=Gestaltungsrechten, deren Zusammensetzung von Geschlecht abhängt.“
        Dann sind die „konkreten«, »kommunikativen«, »organischen«, »authentischen« und »moralischen« Beziehungen und Verhältnisse“ bereits Resultat der unmittelbaren „Abwehrrechte“, die Frauen gar nicht selber erkämpfen mussten, sondern die ihnen seitens der bürgerlichen Gesellschaft zugestanden worden sind.

        Was ihnen als genuin „weiblich“ erscheint, ist das eine Resultat der „normativen Geschlechterrolle“ und das andere „die Erwartung, im Falle alles Unangenehmen, Stinkenden, Primitiven, Hässlichen, Groben, Anstrengenden, Gefährlichen anzunehmen, daß da schon ein – auch völlig unbekannter Mann willfähig als Ausführungsorgane für die Interesse von Frauen verfügbar ist.“

        Aus der bürgerlich-weiblichen Perspektive sind das also und aber ihre mittelbaren Gestaltungsrechte, nämlich im Umweg über „Mann“.
        Deshalb haben m.E. so gut wie alle feministischen Artikel den nervigen Tonfall des moralischen Appells an das „amoralische Geschlecht“ (selbstverständlich ein Widerspruch in sich).
        „Die Welt ist gemein zu mir, weil Männer so gemein zu mir sind! Und jetzt ändere das, Elmar! Aber erst mal machst du die Spinne tot und trägst den Müll raus.“

        Djad schreibt: „Wobei die Konsequenz darin besteht, dass die zutiefst bürgerliche Idee einer moralischen Überlegenheit der Frau unter den heutigen Bedingungen über den Umschlagspunkt von der Komplementarität in einen Suprematismus hinaus vorangetrieben wird.“

        Wenn wir die Perspektive drehen, dann ist die Produktion bürgerlicher Elite-Theorie in ihrer Funktion zur Legitimation von Herrschaft durch prädisponiertes Personal längst entlarvt worden.
        Der feministische Suprematismus ist haargenau die Selbe bürgerliche Elite-Theorie und (nicht nur bürgerlicher) Feminismus besorgt die Reproduktion der Ideologie selbst.
        Die Idee, ein Geschlecht hätte „essentiell“ – und damit ist (verdruckst) biologisch gemeint – eine überlegene XXX, welches es auserwählt habe, diese Herrschaft auszuüben, hat sich historisch gründlich blamiert.
        Nur das feministische Personal macht sich mit dem nachplappern dieser Ideologie noch unverdient unverdächtig.

        Gruß crumar

      • @crumar

        „D.h. der bürgerliche Feminismus – als Fortsetzung bürgerlicher Ideologie – betreibt auch die Fortsetzung bürgerlicher Geschichtsschreibung, indem nun die spezifischen historischen Erfahrungen bürgerlicher Frauen die Erfahrung aller Frauen sind.“

        Ja, diese spezielle Art von Geschichtsrevisionismus ist mir schon lange ein Dorn im Auge.

        „Dann sind die „konkreten«, »kommunikativen«, »organischen«, »authentischen« und »moralischen« Beziehungen und Verhältnisse“ bereits Resultat der unmittelbaren „Abwehrrechte“, die Frauen gar nicht selber erkämpfen mussten, sondern die ihnen seitens der bürgerlichen Gesellschaft zugestanden worden sind.“

        Volle Zustimmung.

      • @crumar
        „Der feministische Suprematismus ist haargenau die Selbe bürgerliche Elite-Theorie und (nicht nur bürgerlicher) Feminismus besorgt die Reproduktion der Ideologie selbst.“

        Unter dem Strich geht es nur um die Bekämpfung der Idee der Gleichheit der Menschen. Die konkrete Ideologie, die dafür gebastelt und in Stellung gebracht wird, ist völlig sekundär und im Grunde belanglos, austauschbar. Hauptsache man kann die „Überlegenheit“ irgendeiner Gruppe zuschieben und man hat seinen Götzen, Fetisch oder goldenes Kalb. Hier handelt es sich nicht nur um eine „bürgerliche Elite-Theorie“, sondern es scheint eher ein allgemeiner Ausdruck menschlichen Machtimponiergehabes zum Verteidigen und Rechtfertigen der gesellschaftlichen Privilegiertheit zu sein. Genau dazu dient die Idee menschlicher Ungleichheit.

        „Die Idee, ein Geschlecht hätte „essentiell“ – und damit ist (verdruckst) biologisch gemeint ….hat sich historisch gründlich blamiert.“

        Es ist wirklich ausserordentlich witzig zu erkennen, dass auch die neuen feministischen Theorien insgeheim auf einem Evolutionsgedanken (Darwinismus, Lamarck) gründen, diesen Ursprung aber konsequent verleugnen. Wohl, um um die „historische Blamage“ zu umschiffen. Statt auf die Biologie beruft man sich deshalb jetzt auf „die Gesellschaft“ und unterstellt ihr all die phantastischen Möglichkeiten, die man einst in der „Zuchtwahl“ meinte vor Augen zu haben.

      • @Alex

        „Unter dem Strich geht es nur um die Bekämpfung der Idee der Gleichheit der Menschen. Die konkrete Ideologie, die dafür gebastelt und in Stellung gebracht wird, ist völlig sekundär und im Grunde belanglos, austauschbar.“

        Ja. Sehe ich auch so.
        Auf dieser Ebene der Abstraktion ist es völlig egal.
        Alle XXX sind gleich – einige sind gleicher.

        Auf der konkret historisch eingrenzbaren Ebene genau dieses Jahres ist es dies jedoch nicht.
        Sondern es ist die infame Wiederkehr der legitimierten Ungleichheit der Menschen in den Körper, den ihnen – und mir und dir – die Biologie eben mitgegeben hat.

        Die „fall back“ Option der Rettung der Ungleichheit durch ein biologisch auserwähltes Geschlechts ist ein biologisch auserwähltes Geschlecht.
        Der Feminismus ist gezwungen, seine eigene Historie als Gewölle immer wieder auszukotzen.
        Und das ausgekotzte zu essen.

        Der Clou ist m.E., das „verteidigen und Rechtfertigen der gesellschaftlichen Privilegiertheit“ namens Feminismus ist in dieser Funktion noch nicht bei der Mehrheitsgesellschaft angekommen.
        Sorgen wir dafür.

        Gruß crumar

      • @crumar
        „noch nicht bei der Mehrheitsgesellschaft angekommen.“

        Das soll und brauch auch gar nicht „ankommen“, da es eine Ideologie ist, die beherrschen soll und auch nicht überzeugen kann. Sie zwingt dich. Entweder stellst du dich auf ihre Seite oder du bist der „Feind“. Die Begründungen dafür sind im Nachherein zu liefern und unter den Eingeweihten auszumachen.

        Durch nichts kann man seine absolute Macht doch besser etablieren und unter Beweis stellen, als wenn man unsinnige Dinge zum Dogma erhebt und die bedingungslose Gefolgschaft einfordert. Aus diesem Grund hat es der Feminismus auch gar nicht nötig, irgendein überzeugendes Denkgebäude vorzulegen – je absurder, desdo besser. Aus diesem Grund entwickelt er sich zum grösstmöglichen Irrationalismus hin.

        Der Feminismus heute lebt nur deshalb in der Öffentlichkeit, weil er Bestandteil einer politischen Agenda der Medien geworden ist. Seine Popularität dürfte gegen Null gegen, eine ganz elitäre Veranstaltung, eine der elitärsten überhaupt derzeit.

        Der Feminismus ist in der Situation, dass er von einem auf den anderen Tag abgelegt werden könnte. Im Grunde ist das schon geschehen. Artikel wie der hier besprochene lenken ja unter viel Lärm schon auf „das neue Ding“ über….

    • „dass die zutiefst bürgerliche Idee einer moralischen Überlegenheit der Frau“
      Diese Aussage halte ich fuer ‚zutiefst‘ falsch.
      Ich wuerde mich freuen, wenn Du das aus Deiner ideologischen Sicht mal ausfuehrlich begruendest und mit moeglichst vielen (historischen) Fakten untermauerst. Meine Aufgabe saehe ich dann darin, jedes Deiner Argumente zu falsifizieren oder zu widerlegen.

      • @luisman:

        »Ich wuerde mich freuen, wenn Du das aus Deiner ideologischen Sicht mal ausfuehrlich begruendest«

        Ich arbeite an einem Buch, in dem ich unter anderem auch das thematisiere. Möglicherweise stelle ich die These, wenn ich beim Schreiben an diesen Punkt komme, dann in Kurzform als Blogpost zur Debatte.

        Ansonsten steht es Dir jederzeit frei, Dich mit Christoph Kucklicks Das unmoralische Geschlecht auseinanderzusetzen, der diese These bereits ziemlich ausführlich begründet hat.

      • @djadmoros
        Ach so, das Buch von Kucklick, der „Bestseller“ mit sage und schreibe 5 Rezensionen, wobei ich aus einer zitieren moechte:
        „Jedenfalls wird es nix mit transparenten (Kern-)Aussagen, so lange man sie hinter den wildwuchernden Dornhecken akademischer Insiderverbalisierung und prätentiöser Abstrahierung suchen muss.“
        Der Gutste ist fast so alt wie ich und hat promoviert kurz bevor ich in den selbstfinanzierten Ruhestand ging. Ach nee, das muss ich mir nicht antun. Falls Du in seinem Buch ausser Soziologen-Geschwafel auch beweisbare Fakten findest kannst Du sie in Deinen Ausfuehrungen ja verwenden. Ansonsten warte ich mal auf Deinen Blogpost…oder Godot?

      • @luisman:

        Wenn Du nicht mal im »selbstfinanzierten Ruhestand« mehr zuwege bringst als flaches Kulturmarxismus-Geschwafel, solltest Du lieber nicht andere zu Arbeiten auffordern, für die Du selbst zu faul bist.

      • @luisman:

        »Challenges« akzeptiere ich nur von intellektuell satisfaktionsfähigen Zeitgenossen, zu denen zählst Du leider nicht.

  • Tja, am besten nach Chicago in ein nettes Schwarzenghetto exportieren, oder nach Mossul, da ist es grade sehr gemütlich mit nichtweissen, wahlweise auch Saudi-Arabien, Katar oder Afghanistan, da sind die Segnungen des nichtweissen Mannes besonders ausgeprägt.
    In Südafrika ist das verachtetste übrigens seit neuerem die weisse Frau, das empfiehlt sich auch noch.

  • @ Mark_Smith: volle Zustimmung.

    Insb. die völlig absurde Verallgemeinerung von 0.6% aller Männer auf die restlichen 99.4% kann man nicht oft genug anprangern. Auch wenn manche Leute mathematisch damit überfordert sind, denn Unsinn zu erkennen.

    Neben den genannten Übertragungen dieses Denkfehlers auf Ausländer hätte ich noch einen anderen Transfer zu bieten, der eventuell sogar eingefleischte Feministinnen überzeugt. Laut https://de.wikipedia.org/wiki/Kindst%C3%B6tung#Statistik_und_Motive werden zwischen zwei Drittel und drei Viertel der Kindstötungen durch die leiblichen Mütter verübt. also: Die Täter sind zum Großteil Frauen!

    Um das Risiko von Kindstötungen zu reduzieren, wäre es offensichtlich sinnvoll, die Kinder gleich nach der Geburt der Mutter wegzunehmen und dem Vater zu geben. Und überhaupt, Frage an alle Frauen: was unternehmt ihr eigentlich dagegen, daß von Euch(!) so viele Kinder umgebracht werden, übernehmt doch endlich mal die Verantwortung dafür! [Ende Sarkasmus]

    „Ich werde diesen Text Hanna Herbst zukommen lassen, und es würde mich selbstverständlich freuen, wenn eine Debatte diesbezüglich zustande kommen würde.“

    Naja, der Text erschien am 30.9.2016, den hat sie wahrscheinlich schon vergessen, zumal sie eine preisgekönte Vielschreiberin ist. Außerdem hat Vice im September 2016 die Kommentarfunktion abgeschaltet, das kann man als programmatisches Statement werten.

    • @ mitm

      Du schreibst:

      „Naja, der Text erschien am 30.9.2016, den hat sie wahrscheinlich schon vergessen, zumal sie eine preisgekönte Vielschreiberin ist. Außerdem hat Vice im September 2016 die Kommentarfunktion abgeschaltet, das kann man als programmatisches Statement werten.“

      Ich bin der Ansicht, man sollte, wenn man solche Texte schreibt, diese immer auch den besprochenen/kritisierten Autoren zukommen lassen. Ist natürlich möglich, dass gewisse Leute immer wieder mal nach sich selbst googlen, was so alles im Internet steht, aber falls sie das nicht machen, dann ist es der beste Weg, damit sie von der Kritik Kenntnis erhalten. Und Ich glaube zwar nicht ,dass es zu einer Debatte kommt, was sicherlich auch ein Fortschritt wäre, aber ich erhoffe mir zumindest, dass sie in der Zukunft vorsichtiger werden, wenn sie als Journalisten das Privileg haben, ihre Ansichten einem grösseren Publikum zu unterbreiten. Weil ich gehe davon aus, dass Hanna Herbst keine Freude daran hat, wenn sie in die Nähe des Rechtspopulismus gestellt wird oder dass sie eben Dämonisierung betreibt etc. Klar, es gibt Personen wie Schwarzer, denen ist das so ziemlich egal, aber es sind nicht alle so „Schlachtrösser“ wie die Alice.

    • „Ich werde diesen Text Hanna Herbst zukommen lassen, und es würde mich selbstverständlich freuen, wenn eine Debatte diesbezüglich zustande kommen würde.“

      Ich glaube ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte das Frau Herbst an keiner echten Debatte interesiert ist.

      • @ Elmo

        Du schreibst:

        „Ich glaube ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte das Frau Herbst an keiner echten Debatte interesiert ist.“

        Ja, das sehe ich auch so! Dies aus mehreren Gründen:

        1. aus logisch und empirischer Sicht dürfte sie einen schweren Stand haben und deshalb lässt sie es lieber.

        2. aus „narzisstischer“ Sicht, also Kritik und ev. berechtigte Kritik ist immer ein bisschen verletzend oder sie würde vielleicht sagen „unter meiner Würde“ und

        3. aus politisch strategischer Sicht, weil Personen, die sich für Männerrechte einsetzen, gehören ausgegrenzt im Sinne von: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“. 🙂

  • Und als Ergänzung, wenn Feministen wie Frau Herbst schon Hautfarbe ins Spiel bringen: Schauen wir uns doch mal die Ansichten von Männern zur Gleichberechtigung aufgeschlüsselt nach Hautfarbe in Deutschland an.

  • „Ich werde diesen Text Hanna Herbst zukommen lassen, und es würde mich selbstverständlich freuen, wenn eine Debatte diesbezüglich zustande kommen würde.“

    Würde ich nicht machen. Denn – so meine Hypothese – im Grunde demonstriert das nur, daß die Männerrechtler weder die Frauen, noch die Feministen verstehen.

    Denn – und hier ist es klug, einer Idee von crumar zu folgen – dieser post ist eventuell nur die mänliche Perspektive auf das Tun feministischer Frauen und hat vielleicht gar keinen Nährwert.

    Da ich keine Zeit für einen eigenen post habe, setze ich hier mal eine Folge von Kommentaren und hoffe, daß jemand die Idee aufgreift.

    Strukturelles Vorbild dieser Idee ist dieser post:

    https://jungsundmaedchen.wordpress.com/2016/09/26/geschlechterrollen-doktorant-vs-suzie-grime/

    und die zentralen Konzepte sind „strategische Kommunikation“ und „normative Geschlechterrollen“.

    Warning: this is something between a brief sketch and a first guess.

    here we go:

    • Strategische Kommunikation liegt vor, wenn Worte nicht danach gewählt werden, ob sie wahre Aussagesätze bilden, sondern danach, welchen psychologischen Effekt sie (vermutlich) beim Hörer auslösen.

      Normative Geschlechterrollen sind Mengen von negativen Freiheiten=Abwehrrechte und positiven Freiheitsrechte=Gestaltungsrechten, deren Zusammensetzung von Geschlecht abhängt. Sie beruhen auf – nicht unbedingt moralischen – Normen und Aussagen über sie sind wahr oder falsch im Sinne des lokalen relativen Tatsachenkonstruktivismus.

      Der lokale relative Tatsachenkonstruktivismus besagt Folgendes:

      Sei P eine Aussage über eine Tatsache. Für einige, aber nicht alle kontingenten Tatsachen gilt: Wenn es gemäß der Theorie T1 der Person A wahr ist, daß P, dann steht das nicht im Widerspruch dazu, daß es gemäß der Theorie T2 von B wahr ist, daß nicht-P. Es gibt einige, universelle i.e. nicht theorieabhängige, kontingente Tatsachen.

      https://jungsundmaedchen.wordpress.com/2016/11/18/synopsis-angst-vor-der-wahrheit/

      Eine normative Theorie darüber, was ein Geschlecht darf und was für ein Geschlecht ein guter Grund ist, x zu tun, erzeugt demnach (theorieabhängige) Tatsachen über Geschlechter und über die Erklärung des Handelns der beiden Geschlechter und damit eine intuitive Alltagsauffassung darüber, „wie Geschlechter so sind“.

      Das benutzen wir jetzt.

    • Strategische Perspektive:

      Was Schoppe macht, ist ungefähr das, was der Doktorant bei Suzie Grime gemacht hat: Er fragt sich, ob das alles wahr ist und welche Konsequenzen das hat. Und ich nehme der Einfachheit halber an, daß alles was er gesagt hat, stimmt, denn diese Annahme ist für meine Ausführungen eigentlich egal.

      Stattdessen gehe ich zum Originaltext von Hanna Herbst, denn die hat ein Problem: Eines schönen Tages trieb sie sich auf Twitter herum und bemerkte, daß der Feminismus – für sie überraschend – dafür gesorgt hat, daß bisher Selbstverständliches nicht mehr selbstverständlich ist. Und das ist für Feministen ein spezielles Problem.

      Daher – so meine These – entschließt sie sich einen Artikel zu schreiben, die anderen Feministen einen guten Grund geben soll, NICHT WEITER WIE BISHER dafür zu sorgen, daß Selbstverständliches nicht mehr selbstverständlich ist (strategische Kommunikation). Und dafür nimmt Frau die besten Mittel und nicht unbedingt wahre Aussagen. Die Wahrheit von Aussagen ist ihr dabei völlig scheißegal.

      Der Adressat des Artikel sind feministische Frauen. Sonstige Menschen interessieren nicht. Und das steht im Grunde auch ganz klar da:

      „WIR sollten nicht den weißen Heteromann bekämpfen, sondern seine Strukturen.“

      Denn – so füge ich aus meiner Perspektive hinzu – tun wir es nicht, dann ändern wir das soziologische Kooperationsgewicht zu unserem Nachteil.

    • Die Mikroperspektive des Textes:

      Hanna Herbst muß sich zunächst das Wohlwollen der feministischen community besorgen. Also benutzt sie eine Vor-und-Zurück-Strategie

      Erst mal VOR – das Männer-bashing: „Die Verursacher sind Männer“ … wurde korrigiert, um sich nicht angreibar zu machen zu „Die Verursacher sind zum großen Teil Männer“. Denn sonst gibt es Schelte. Dann bißchen Statistik-blabla, um seriös zu wirken.

      Dann ZURÜCK: „Versteht mich nicht falsch … ich mag Männer.“ .. was wieder einige in den falschen Hals bekommen dürften, so daß sich Hanna Herbst erst mal von den üblichen Verdächtigen distanziert, die gerade so en vogue sind, die Hassposter und Männerrechtler.

      Damit hat sie die Eintrittskarte zum feministischen Aufmerksamkeitsraum erworben und legt mit dem eigentlichen Problem los:

    • Und das Problem ist folgendes:

      Als Frau kennt sie das so, daß sie das Recht hat, sich von allem Unangenehmen fernzuhalten, sich aus allen Konfrontationen herauszuhalten und das sie insbesondere kein Adressat von verbaler oder körperlicher Gewalt ist. Und zwar unabhängig davon, was sie getan hat, wenn als Frau hat sie das Recht (negative Freiheiit), ihre zarte und edle Natur damit zu verschonen.

      Zur Erklärung: Nicht daß ich verbale oder körperliche Gewalt rechtfertigen würde, aber selbstverständlich ist es ein guter Grund, einer Frau auf die Fresse zu hauen, wenn sie z.B. dem Vater ihrer Tochter sein Kind entfremdet und ihm z.B. sexuellen Mißbrauch durch den Vater einredet, der nie stattfand. Zwar sollte der Vater der Mutter dennoch nicht auf die Schnauze hauen, aber ein guter Grund wäre es dennoch.

      Das Nachfolgeproblem diese weiblichen Abwehrrechts besteht darin, daß die Frau ihre Interessen nicht mehr selbst wahrnimmt. Und es gehört zu den Pflichten eines Mannes, daß für eine Frau zu tun, wenn ihre weibliche Natur, ihr die Geltendmachung ihrer Interessen nicht erlaubt. Das ist für Hanna Herbst in ihrem Leben bisher in völlig normaler Mechanismus, denn sie – nach eigener Aussage – auch mit einer gewissen Dankbarkeit bemerkt.

      Was ihr nicht auffällt, ist die Tatsache der Abwertung der Männer, die in der Befolgung dieser Norm durch sie liegt: Denn die Erwartung, im Falle alles Unangenehmen, Stinkenden, Primitiven, Hässlichen, Groben, Anstrengenden, Gefährlichen anzunehmen, daß da schon ein – auch völlig unbekannter Mann willfähig als Ausführungsorgane für die Interesse von Frauen verfügbar ist. basiert auf der Ansicht, daß Männer für alles Beschissene im Leben gerade mal gut genug und die Frau dafür viel zu gut, viel zu schade ist.

      Und das waar bisher einfach immer so, ganz normal, ganz selbstverständlich und alles war gut.

      Doch nun – ups – merkt sie, daß die Männer ihr männlichen Pflichten gegenüber den Frauen gar nicht mehr selbstveständlich werden.

      Und das bringt die Gefahr mit sich, daß die weiblichen Abwehrrechte sozial dysfunktional (Schoppe-Deutsch) werden.

      Was tun? Denn Feminismus schadet offenbar Frauen, weil er die Männer davon abschreckt, ihren auf Normen beruhenden Pflichten gegenüber Frauen nachzukommen: Der Typ auf Twitter hat sich nämlich entschuldigt.

    • Hanna Herbst intendiert, den feministischen Frauen keine Lösung, sondern eine Sprachregelung vorzuschlagen:

      „Wir kämpfen nicht gegen den weißen, westlichen Heteromann und manchmal kommt mir vor, vergessen wir das. Wir kämpfen gegen die Strukturen, die er (sich) geschaffen hat und gegen die, die nicht bereit sind, etwas an diesen Strukturen zu ändern.“

      Der Standpunkt, die Hilfe von Männern willlkommen zu heißen, klingt natürlich erst mal schwach und wenig emanzipiert, da ist gleich der feministische Schulterschluß in Gefahr, denn schließlich kann Frau ja alles besser … blablabla. Also versucht Hanna Herbst, ihren Vorschlag, Männer nicht davon abzuschrecken, ihren männlichen (normbasierten) Pflichten gegenüber den Frauen nachzukommen, hinter einem ganz generellen Prinzip zu verstecken:

      „Aber wir brauchen die, die auch für unsere Ziele einstehen, auf unserer Seite—ob sie finnische Pensionisten oder zypriotische Büroangestellte sind, trans, inter, schwul, bi, lesbisch, hetero, nichts oder alles davon.“

      Ob das alles stimmt, ist völlig scheißegal, denn es geht nur darum, ein WIR-Gefühl zu erzeugen, daß die psychologische Wirkung der Worte fördern soll.

      Nachdem das geschafft ist, kommt die eigentlich Pointe:

      „Oder sie sagen, dass sie sich dafür schämen, ein Mann zu sein. Das müssen sie nicht. Oder sie sollten es zumindest nicht müssen. Genauso wenig wie ich mich dafür schäme, eine Frau zu sein.“

      Hier geht es ganz klar darum, daß ein guter Mann derjenige Mann ist, der seinen traditionellen Pflichten gegenüber den Frauen nachkommt: Männlich ist, was im Ergebnis Frauen nützt, und Feministen sollen sich dafür einsetzen, daß Männer auf diese Art der Männlichkeit auch weiterhin stolz sind. Denn:

      „Das ist super, es macht meistens Spaß“

      Na – was für eine Überraschung.

      Und das Hannalein denkt am Ende auch darüber nach, wie das praktisch umzusetzen sei – für feministische Frauen, die eigentlichen Adressaten dieses Artikels:

      1.) „Diejenigen, die nichts davon wollen und am liebsten zu klassischen Rollenbildern zurückkehren würden, können wir natürlich zu überzeugen versuchen.“ Das bedeutet: Weiter wie bisher bei allen, die sich nicht unterordnen wollen.

      ) „Oder wir überzeugen sie nicht und zeigen ihnen einfach, dass wir besser sind in dem Job, den sie gerne hätten; dass wir mit der Welt besser zurecht kommen, die sie nicht mehr verstehen wollen.“ Das bedeutet: Wer immer noch renitent ist, der wird aus der Gesellschaft ausgeschlossen.

      3.) „Aber wenn wir allen, die weiß, männlich und hetero sind, jegliches Mitspracherecht verweigern, schließen wir damit Leute aus der Diskussion aus, die dasselbe Recht haben sollten, an ihr teilzunehmen wie jede andere.“ Wer sich aber brav unterordnet, soll das Gefühl bekommen, in seiner Männlichkeit (und männlich ist, was Frauen nützt) bestätigt zu werden. Wirklich entscheiden darf er nicht, aber wenigstens zuhören und Verständnisfragen beantwortet bekommen – das wird ja wohl reichen.

      Und sie rechtfertigt diese Kursänderung auch, wenn sie sieht durchaus reale Gefahren:

      „Wenn uns Männer nicht fragen dürfen, ob sie Konzepte wie Feminismus, Sexismus oder Mansplaining richtig verstehen—wenn wir sie nicht auch manchmal die selbstverständlichsten Fragen stellen lassen, dann überlassen wir sie damit denen, bei denen sie diese Fragen stellen können: zwielichten Foren, in denen man über matriachale Dystopien fantasiert; Männermagazinen, die Mansplaining als Erfindung von Feministinnen abstempeln; Parteien, die darüber abstimmen wollen, was Frauen tragen dürfen und was nicht. Dort werden sie Antworten bekommen.“

      Die psychologische Wirkung dieses Strategiewechsels beschreibt Hannalein auch ganz konkret:

      „Aber denen, die dabei sein wollen, sollten wir vielleicht manchmal mit ein wenig Verständnis begegnen. Damit wir die Gräben nicht tiefer machen, sondern zuschütten.“

      Wie gesagt: Bestimmt ist das alles richtig, was Schoppe sagt. Nur mit der Autorenintention hat es vermutlich wenig zu tun.

      • @Elmar:

        Was Du da – wie ich meine, treffend – untersuchst, sind die sprachpragmatischen Funktionen ihres Blogposts. Ich würde aber Inhalt und Pragmatik nicht gegeneinander ausspielen. Zumal ich der Autorin eines tatsächlich abkaufe: sie will – wie Suzie Grime in dem von Dir über den Doktoranten verlinkten Clip – keine »Männerhasserin« sein.

        Diese Sorge (oder der Ärger darüber), man könne so wahrgenommen werden, verletzt offenbar das Selbstbild einer ganzen Reihe von Nicht-Radikalfeministinnen, insofern sie sich als »weiblich« und »stark« zugleich wahrnehmen möchten. Das ist vermutlich eine der ganz wenigen echten – »authentischen« – kognitiven Dissonanzen, die die öffentliche Auseinandersetzung um den Feminismus bei Feministinnen hervorruft.

        Das reicht natürlich nicht für eine Selbstkritik der Art »unsere ganze Weltwahrnehmung ist von Grund auf schief konstruiert«, sondern nur für die Idee, dass man einigen Männern (faktisch den potentiellen Allies) Unrecht tut. Sarkastisch formuliert ist das eine im Vergleich zu Wizorek und Konsorten moderate »Parteilinie«, die man als »Kekse für Allies« im Unterschied zu »keine Kekse für Allies« bezeichnen könnte.

        Dass ihr Hauptadressat die eigene In-Group ist, ist da nur folgerichtig. Aber »strategische Kommunikation« muss darum nichts Kalkuliertes sein – es genügt ein Gespür für den Verlauf des »Kraftfeldes« im eigenen Diskursuniversum.

      • @djad

        „Ich würde aber Inhalt und Pragmatik nicht gegeneinander ausspielen.“

        Wird es gar nicht: Denn natürlich kommt es darauf, an, WAS gesagt wird und von WEM: Nur eine Frau kann geltend (gültig, Norm) machen, daß ihr die Kraft fehle, Kämpfe auszutragen, nur für eine Frau ist das ein guter Grund. Damit will ich darauf hinaus, daß die Verwendungsregeln der bedeutungstragenden Ausdrücke geschlechtsabhängig sind – ich bin da ganz Wittgensteinianer. Daher: darauf zu bestehen, die Wahrheit (nicht die Wahrheitsbedingungen) der Aussagen zu untersuchen, wird eben der linguistischen Bedeutung nicht gerecht.

        „sie will – wie Suzie Grime in dem von Dir über den Doktoranten verlinkten Clip – keine »Männerhasserin« sein.“

        Das kann sein und schließt sich auch nicht aus. Wer aber WIRKSAM antworten will, der darf die geschlechtsspezifischen und Bedeutung erzeugenden Verwendungsregeln nicht ignorieren.

        „Diese Sorge (oder der Ärger darüber), man könne so wahrgenommen werden, verletzt offenbar das Selbstbild einer ganzen Reihe von Nicht-Radikalfeministinnen, insofern sie sich als »weiblich« und »stark« zugleich wahrnehmen möchten.“

        … was aber ein Widerspruch ist.

        „Sarkastisch formuliert ist das eine im Vergleich zu Wizorek und Konsorten moderate »Parteilinie«, “

        Ja, und zwar durchaus eigennützig.

        „Aber »strategische Kommunikation« muss darum nichts Kalkuliertes sein – es genügt ein Gespür für den Verlauf des »Kraftfeldes« im eigenen Diskursuniversum.“

        Volle Zustimmung.

        Mark hat eine Replik für Männer geschrieben, die Männer überzeugt, die die ganze normative Sphäre, in der die weibliche Welt primär lokalisiert ist, kaum bemerken – außer als Arroganz der Frauen gegenüber Männern und die das dann gerne a la „eggs are expensive“ deuten.

        Aber auf Frauen wirkt Marks Text überhaupt nicht. Und das ist der Punkt.

      • @Elmar

        Du schreibst sooo viel, dass es vielfach unmöglich ist, alles so genau zu lesen. Aber ich erkläre Dir mal kurz meine Strategie:

        Ich bin der Auffassung, dass Du Recht hast, wenn Du sagst, dass der Adressat von Hanna Herbst die Feministinnen sind. Nur habe ich das überhaupt nicht berücksichtigt, das war mir egal.
        Will ich einerseits tatsächlich auf einer logischen und einer empirischen Ebene agieren, das ist die Position der Aufklärung.
        Nur wissen wir, dass die Position der Aufklärung es immer schwer hat, gegenüber den lebensweltlichen Sinnbezügen der Menschen. Also: man muss ein bisschen populistisch vorgehen, also der Text müsste tatsächlich auch eigene lebensweltliche Narrative einbringen, mit Emotion, Betroffenheit, Emotionalisierung, Moralisierung, Personalisierung etc. Das ist jedoch nicht sooo mein Ding, das können andere bessere – z.B. Schoppe macht das m.E. sehr gut, weil er vielfach lebensweltliche Bezüge einbringt. Das ist m.E. übrigens Dein Problem, dass Du vor allem auf der Aufklärungsebene arbeitest, also versuchst, die Leute mit Logik zu überzeugen. 🙂
        Man muss versuchen, den Gegner selbst ins „Abseits“ zu stellen, ihm quasi zu sagen, was Du machst, ist eigentlich böse (Vorwurf des Rechtspopulismus).
        Und dann wäre es ab und zu noch sinnvoll, einen Metadiskurs über Medien zu führen: Also medienethisch zu argumentieren, was ist guter Journalismus und was ist schlechter Journalismus.

      • @MES

        Ja, ich versteh schon.

        Ich kann im Moment nicht sagen, was die beste Strategie ist.

        Ich bin voll damit ausgelastet, zu verstehen, wie das alles (die feministische Praxis) wirklich funktioniert, wie Psyche, Ideal der Weiblichkeit und feministische Ideologie dynamisch und durchaus unlogisch ineinander verhakt sind.

        Und ich gebe gerne zu, daß ich im Moment in keiner Weise öffentlichkeitswirksam bin.

        Wenn du denkst, du hast da einen Weg gefunden … super, go, make it so.

        Das Beste was ich im Moment tun kann, ist, mir neue Sachen auszudenken a la „Wie funktioniert eine normative Geschlechterrolle?“. Denn Rest muß ich verschieben. Oder du machst es – ist völlig ok für mich.

      • @djad

        Eben! Deshalb ist es auch so idiotisch, Männern Homophobie und Rassismus als tragende Säule der Konstruktion von Männlichkeit zu unterstellen, während die Wahrheit doch kerzengerade vor uns steht:

        Kein Schwuler hat uns jemals eine blonde Frau weggenommen.
        Und die Neger nur die dicken blonden Frauen!

        Aus diesem Grunde erweisen sich „Neger“ und „Schwule“ m.E. als soziale Konstruktionen des Patriarchats, um uns intersexuelle Konkurrenz vom Halse zu schaffen, bzw. den Sexualmarkt zu bereinigen oder, wie es Eva Illouz trefflich formulierte „den Männern (zu) erlauben, die Bedingungen des sexuellen Tauschs zu diktieren.“

        Lang leben also alle Schwulen, Neger und das Patriarchat! 🙂

        Gruß crumar

      • @Elmar

        Vielen Dank! Unter dieser Losung werden wir unseren Kreuzzug stellen und zweifellos siegen.

        Und ich meine latürnich die intrasexuelle Konkurrenz!

        Gruß crumar

    • Dennoch benutzt auch Mark Smith dieses Denkmodell, indem er es auf alle „Rechtspopulisten“ als „Gott-sei-bei-uns“ verallgemeinert: „würde ihr in ihrem gesellschaftlichen Milieu wahrscheinlich der Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit und des Rechtspopulismus gemacht.“ Oder lese ich das falsch? Dämonisierung und Verfremdung sind keine Spezialität des Feminismus, sondern allein medienwissenschaftlich ein stetes Stilmittel linksliberaler Selbstverortung im Diskurs – sei es die repressive Toleranz der Frankfurter Schule, sei es die gegenwärtige Reaktion der Altparteien auf die AfD.

      Meine Ergänzung wäre somit, dass sich die binären Denkstrukturen der Feministinnen, die sich historisch aus der linksliberalen bis salonsozialistischen, bürgerlichen Welt speisen, eben keine offensichtliche Zwiedenke erlauben, wenn sich diese gegen Juden, Schwarze, Muslime oder Frauen richtet. Als Ventil, und dafür benötigt es keine tiefenpsychologische Analyse, muss ein äquivalentes Hass- oder Verachtungsobjekt gefunden werden – als sei das Hassen wie das Lieben eingeboren. Erst in der Folge wird diese wahrscheinlich allen Menschen eingeborene Hasslust (vornehmlich mit den Werkzeugen des und eigenen Bildungs- und Sozialkorridors ) rationalisiert und zwar so, dass nicht ein oder der Krieg gewonnen wird, sondern dass das Denken, Reden und Schreiben in unzähligen, lebenslangen Scharmützeln ohne tatsächliche Sieger und Besiegte andauert. Der Anwurf von dieser Hanna Herbst, welche man sicher nicht kennen muss, hat also welchen Impakt? Wo, außerhalb der Männer- und Frauensekten der Bewegten der letzten Tage, liest, achtet und bedenkt man solche (eher Tagebucheinträge) „Anna-Liese“?

      Ansichtig wird die Klagemauer in aller Größe erst dadurch, sobald man sich als Linker in den Parteitagsdebatten, in den Gremien, in der täglichen Arbeit mit diesem Nebenwiderspruch auseinandersetzen muss. Und da ist das Dilemma: Was man will, muss man mögen. Auch Hanna Herbst. Das ist die Inklusion, die die Linke entweder nicht mehr stemmen kann oder weiterhin gegen alle Logik und Vernunft protegiert. Geben ist ein guter Kerl, er wird halt nur schnell müde. Sagt man in Schottland. Damit zurück zu den „Rechtspopulisten“. Wahrscheinlich sind es eben diese, die progressiv genug sind, zwischen Jane Snowflake und John Bitterbeard einen Burgfrieden zu erzwingen- ob diese wollen oder nicht.

      • „Dennoch benutzt auch Mark Smith dieses Denkmodell, indem er es auf alle „Rechtspopulisten“ als „Gott-sei-bei-uns“ verallgemeinert:…“
        Na immerhin, einem ist das auch aufgefallen und aufgestossen.
        Splitter, Auge, Balken, lieber Mark Smith.

  • Immer wieder lese und höre ich, dass es bei Männerrechtlern um den Rückkehr zu traditionellen Rollen und um die Rechte WEISSER Männer gehe.

    Wenn ich den Eindruck hätte, dass das stimmen würde, würde meine Sympathie für die Bewegung verschwinden. Als Schwuler liegt mir die Befreiung von Geschlechterrollen (ohne sie dafür zu verleumden) sehr nah am Herzen, denn lediglich vor ein paar Jahrzehnten und immer noch in Teilen der Welt erleiden deswegen schwule Männer Hass und Diskriminierung, die andere Formen im Schatten lassen.

    Und obwohl ich die Exzessen von Black Lives Matter keineswegs unterstütze, kann ich sie zum Teil verstehen. Dass die wachsende weiße Unterschicht ein Problem ist, das Aufmerksamkeit verdient, stimmt natürlich auch.

    Doch ich sehe keine logische Verbindung zwischen Hautfarbe und Geschlecht – und wenn, geht es eher um andersfarbige. Lebensdauer, Gesundheit, Gewalt (allgemein, sexuell, häuslich, und Väterrechte nach Scheidungen – bei fast allen MRA Angelegenheiten tragen gesellschaftlich schwacher Rassen mehr leid, als Weiße oder eventuell Asiaten. Die mögliche Ausnahme ist Opfer von Quotenregelungen, doch sich für Leute einsetzen, die sowieso zu den 1% gehören, ist keine Priorität: Männer mit solchen Qualifikationen und Aktieninhaber können sich ausgezeichnet selber verteidigen, und eine angemessene Geschlechterverteilung in der Politik ist zumindest ein Ziel, das Beachtung verdient.

    Trotzdem lese ich immer in den einschlägigen Foren Sachen, die leicht als Selbstmitleid der Priviligierten verstanden werden kann. Ich bin dafür, gezielt Rasse aus der Debatte zu halten und klar deutlich machen, dass wir die systemische Diskriminierung historisch und zum Teil heute noch anerkennen. Sogar Intersektionalität sagt zu Recht voraus, dass ein Schwarzer Opfer eine Falschanklage deutlich schlechtere Chancen hat als eine Weiße.

    Außerdem müssen wir eine Allianz mit traditionellen Konservativen vermeiden. Das Einzige, was MRA dadurch gewinnen könnte ist bessere Anerkennung der traditionellen männlichen Rolle, aber die selbe Gruppe werden sich gegen die Befreiung des Mannes von der Versorgerrolle, gegen Adoption für schwule Väter, und gegen gemeinsames Sorgerecht wehren, und das Thema von Frauen ausgeübter häuslicher Gewalt allenfalls mit Skepsis betrachten.

    MRA ist im Grunde eine progressive Bewegung. Wenn das immer noch so unklar ist, dass infame Behauptungen von Rassismus und Misogynie Anklang finden, müssen wir dies erst mal klar zeigen. In einer Sache haben unsere feministischen Gegner zum Teil recht: es kommt so rüber, als würde uns der Widerstand gegen den Feminismus näher am Herzen liegen, als die Anliegen von Männern.

    in meinem persönlichen Umfeld, habe ich gemerkt, dass Leute sehr viel Verstädnis haben, so lange man es nicht so hinstellt, als würde man Feminismus oder Frauen angreifen. Ein Beispiel: Behaupte, dass 50% der Anschuldigungen der Vergewaltigung falsch sind, und man sieht dich als Frauenhasser. Doch fange mit einer persönlichen Geschichte an und erzähle, dass es nur ums ganz wenige handelt, die das mit guten Absichten aufgebauten System missbrauchen – so wie viele das System missbrauchen. Selbst wenn es 50% der Anschuldigungen sind: die meisten Vorfälle werden überhaupt nicht gemeldet, vor allem der Fall für männliche Opfer, so dass die Anzahl von Frauen, die so was machen würden, niedriger liegt als 1 in 1000. Doch der Schaden, den sie anstellen können, wird nicht anerkannt.

    • @Anders Jonsson

      „Doch ich sehe keine logische Verbindung zwischen Hautfarbe und Geschlecht – und wenn, geht es eher um andersfarbige.“

      Ich persönlich kenne keinen Aktivisten, der so eine Verbindung sieht.

      „Trotzdem lese ich immer in den einschlägigen Foren Sachen, die leicht als Selbstmitleid der Priviligierten verstanden werden kann.“

      Beispiel?

      „Ich bin dafür, gezielt Rasse aus der Debatte zu halten und klar deutlich machen, dass wir die systemische Diskriminierung historisch und zum Teil heute noch anerkennen.“

      Ich seh nicht, welchen Unterschied das machen soll. Daß Schwarze mal diskriminiert wurden, wird durch keine MRA-Position geleugnet oder bestätigt.

      „Sogar Intersektionalität sagt zu Recht voraus, dass ein Schwarzer Opfer eine Falschanklage deutlich schlechtere Chancen hat als eine Weiße.“

      Was die Idee der Intersektionalität angeht, wirst du im traditionellen linken Maskulismus und im Feminismus sicher offene Ohren finden. Doch in letzter Zeit gibt es erhebliche Zweifel unter den Aktiven daran, ob das Konzept der Intersektionalität sinnvoll und moralisch vertretbar ist. Gibt es aus deiner Sicht irgendwas Vorteilhaftes daran? Denn immerhin ist Intersektionalität nicht ohne Gruppenrechte definierbar. Und Gruppenrechte sind antihumanistisch.

      „Außerdem müssen wir eine Allianz mit traditionellen Konservativen vermeiden.“

      Warum? Sollten wir nicht eher pragmatisch sein? Warum sollen die divergierenden Ansichten der Aktivisten über z.B. Wirtschaft ein Grund dafür sein, in Männerangelegenheiten nicht zusammen zu arbeiten? Ichc persönlich kann mir nicht vorstellen, jemandem wegen seiner politischen Ansichten die Freundschaften zu kündigen. Denn es sind schließlich nur Meinungen, keine Straftaten.

      „Das Einzige, was MRA dadurch gewinnen könnte ist bessere Anerkennung der traditionellen männlichen Rolle, aber die selbe Gruppe werden sich gegen die Befreiung des Mannes von der Versorgerrolle, gegen Adoption für schwule Väter, und gegen gemeinsames Sorgerecht wehren, und das Thema von Frauen ausgeübter häuslicher Gewalt allenfalls mit Skepsis betrachten.“

      Das scheint mir auf ein sehr spezielles Verständnis von „konservativ“ zu sein. Ich persönlich kenne niemanden, der diese Ansichten vertritt. Kannst du Beispiele bringen?

      „Wenn das immer noch so unklar ist, dass infame Behauptungen von Rassismus und Misogynie Anklang finden, müssen wir dies erst mal klar zeigen.“

      Nein. Warum? Wenn Feministen mit der Behauptung, Männerrechtler seien frauenfeindlich, politische Propaganda machen, warum sollte mir als Aktivist dann vorschreiben, was zuerst auf meiner politischen Agenda steht?

      „es kommt so rüber, als würde uns der Widerstand gegen den Feminismus näher am Herzen liegen, als die Anliegen von Männern.“

      Bist du selbst ein MRA oder ein Feminist? Der Feminismus attakiert Männer fortwährend, Antifeminismus ist ein Anliegen der Männer.

      „in meinem persönlichen Umfeld, habe ich gemerkt, dass Leute sehr viel Verstädnis haben, so lange man es nicht so hinstellt, als würde man Feminismus oder Frauen angreifen.“

      Damit rennst du bei der Bildzeitung des Maskulismus, dem blog ALLESEVOLUTION, und einigen anderen wir z.B. Arne Hoffmann auf GENDERAMA offene Türen ein. Die meisten sind aber nicht gewillt, aufgrund des öfffentlichen Rufes Kompromisse in der Sache zu machen. Und das ist auch gut so.

      „Ein Beispiel: Behaupte, dass 50% der Anschuldigungen der Vergewaltigung falsch sind, und man sieht dich als Frauenhasser.“

      Dann solltest du für diese Behauptung Belege liefern. Wenn du das kannst und du wirst immer noh diffamiert, dann kannst du klar die Männerhasser erkennen.

      „Doch fange mit einer persönlichen Geschichte an und erzähle, dass es nur ums ganz wenige handelt, die das mit guten Absichten aufgebauten System missbrauchen – so wie viele das System missbrauchen.“

      Wäre es nicht besser, gleich die Meinungen zu sagen, für die man Belege hat?

    • @ Anders:
      Es macht auf mich ein wenig den Eindruck, als ob Du Dich von feministischen Propagandalügen hast einlullen lassen.
      Daß es einzelne Vertreter jedes Extremismus gibt, ist natürlich unbenommen, aber das, was Du an Gruppendynamik vorauszusetzen scheinst, trifft z.T. m.E. einfach nicht zu.

      En Detail:

      „Außerdem müssen wir eine Allianz mit traditionellen Konservativen vermeiden. Das Einzige, was MRA dadurch gewinnen könnte ist bessere Anerkennung der traditionellen männlichen Rolle, aber die selbe Gruppe werden sich gegen die Befreiung des Mannes von der Versorgerrolle, gegen Adoption für schwule Väter, und gegen gemeinsames Sorgerecht wehren, und das Thema von Frauen ausgeübter häuslicher Gewalt allenfalls mit Skepsis betrachten.“

      Moment mal, was sind denn traditionelle Konservative?

      Ist das eine klar definierte gesellschaftliche Gruppe?
      Und falls ja, welche Ansichten zu was vertritt sie genau?
      Laut Femis ist das klar, es sind die WHMs, die nicht den Feminismus anbeten.
      Denen wird einfach alles angedichtet, was nicht in’s feministische Konzept passt, zumindest offiziell nicht. Wenn man sie aber braucht, gelten sie als bestes Mittel der Wahl, denn es sind ( nach jener Definition ) ja auch die Mächtigen, welche unbedingt notwendig sind, um Gesetze und Rechtsprechung gegen die Feminismuskritiker zu positionieren. Denn „die Frauen“, oder „die Schwulen“ sind weder in der Position dazu, noch würden sie derart gleichberechtigungsfeindlichen Mist je als Gruppe aktiv vertreten.

      Der Witz ist, daß es diese Gruppe der traditionellen Konservativen als solche orgenisierte Gruppe nicht gibt.
      Denn es gibt linke Konservative, rechte Konservative, moderne Konservative, traditionelle Progressive, ja sogar traditionell konservative Feministen.
      Um wen geht es also?

      “ … Befreiung des Mannes von der Versorgerrolle …“
      Ähm, Du meinst vermutlich, den einseitigen Zwang dazu, nicht die Rolle selbst, denn die ist im Einzelfall privat und obliegt der persönlichen Entscheidung. Nebenbei sind beide Eltern verpflichtet Versorger des Kindes zu sein und das ist gut so.

      “ …gegen Adoption für schwule Väter …“
      Darüber wurde u.a. auch hier schon dermaßen viel gesagt, daß ich mich knapp fassen kann.
      Ein Gruppenrecht auf Adoption, genau wie auf Schwangerschaft, kann und darf es nicht geben. Weder für Schwule, noch sonstige Menschen. Selbst ein Individualrecht auf Kindererhalt, würde Kinderrechten jede Basis entziehen.
      Das Recht adoptiert zu werden liegt eindeutig beim Kind und zwar ausschließlich im akuten Bedarfsfall. Und es gilt zunächst ggü. den nächsten und am besten geeigneten Verwandten. Und das vollkommen unabhängig von deren erotischen Vorlieben ( solange sie eben im Rahmen der Kinderrechte bleiben ).
      Dazu braucht es auch kein Spezialgesetz, wie die Fälle beweisen, in denen Schwule o. Lesben nahe Verwandte adoptiert haben und das schon lange vor diesen kinderverachtenden Kampagnen, mit denen Schwule und Lesben zum Propagandawerkzeug der Feministen gemacht wurden.
      Mein Lieblingsbeispiel ist immer der Fall Bobby Brederlow, der zwar erwachsen ist, aber aufgrund seiner Trisomie 21 einen Vormund braucht. Die Eltern standen nicht mehr zur Verfügung, also wurde er von seinem Bruder adoptiert, welcher schwul ist und mit seinem Partner zusammenlebt. Ganz ohne „neue“ Rechte u ä. Blödsinn. Es gab den Bedarf, es war keine günstigere Konstellation im direkten Umfeld vorhanden, das Mitspracherecht wurde berücksichtigt und es gab ( soweit bekannt ) kein unlösbares Problem.

      Gäbe es ein Gruppenprivileg auf Kinder, so müßten diese bei Bedarf notfalls aus einer Familie entnommen werden, um den Bedarf zu befriedigen, also einen niederen Egoismus zu bedienen.
      Was für sich genommen schon unmöglich ist, da die Kinderrechte ggü. den Erwachsenenrechten vorrangig zu beachten sind. Bei einer sauberen Abwägung wäre das privilegierende Gesetz also null und nichtig.

      Okay, daß unsere Medien z.Zt. die Sache ganz anders darstellen, stimmt natürlich und vermutlich glauben das viele, auch nichtfeministische Menschen. Dadurch wird es aber keineswegs sinnvoll.

      Ganz nebenbei: „Schwule Väter“ als solche gibt es ebenfalls nicht, das geht nun mal mit unserer Biologie nicht.
      Wenn ein Vater schwul wird, so ändert das überhaupt nichts an seiner Vaterrolle, er braucht sein Kind nicht adoptieren, er muß „lediglich“ die Sorge anerkannt bekommen und da ist er in der gleichen Position wie heterosexuelle Väter. Bei sich links gerierenden Richtern in D. dürfte er oftmals sogar einen gewissen Bonus zugesprochen bekommen, von wg. „Diversity“ und so.

      “ … und gegen gemeinsames Sorgerecht … “
      Hä?
      Sicher, es gibt noch ein paar Leute, die meinen ein Kind gehört unbedingt zur Mutter, aber nicht zum Vater. Aber das sind heutzutage überwiegend Feministen, „Links“-Radikale u.s.w.
      Die meisten traditionellen Konservativen ( nach dem was ich als solche kennengelernt habe, bspw. durch Blogs wie diesen ) sind Unterstützer der Kernfamilie und somit der gemeinsamen Sorge. Man könnte sagen, in dem Punkte bin ich selbst traditioneller Konservativer ( was für mich recht schräge klingt, da links sozialisiert, lange Zeit Grünwähler etc. ).
      Was ist gegen einen evolutionären Vorgang, der seit mindestens hunderttausenden Jahren recht linear und stabil vor sich hin funktioniert, denn genau einzuwenden?
      Daß ein paar Leute, sich dadurch benachteiligt fühlen?
      Ich bin kein Boybuilder, aber muß ich deshalb für ein „Recht auf Schwarzeneggerfigur“ kämpfen?

      Was den konservativen Traditionalisten da an „ungerechter Geisteshaltung“ angehängt wird, ist einfach Unfug, der nur dem Zweck dient, einen Dämon in den Raum zu stellen.
      Und dabei wird von sich auf andere geschlossen. Da Feministen ganz opffenbar meinen, ein Feminist muß die offiziellen feministischen Feindbilder relativ unkritisch nachplappern ( er darf sie höchstens ein wenig verbiegen, um sie an sein Spezialweltbild – Stichwort „Meinfeminismus“ – anzunähern ), wird vorausgesetzt, daß das bei allen anderen gesellschaftlichen Gruppen auch der Fall sein muß. Das wird dann einfach mal als gegebenes Faktum in den Raum gestellt.
      Gerade die letzten paar Blogposts von Schoppe haben das m.E. sehr eindrücklich verdeutlicht.
      Anders gesagt: es wird in Inquisitionsmanier jede Schuld konstruiert, die man irgendwem anhängen möchte, um ihn zu stigmatisieren und dann z.T. wild herumgeschwafelt ( und oft radikaler Bullshit abgesondert ), um sie zu scheinrationalisieren.

      „In einer Sache haben unsere feministischen Gegner zum Teil recht: es kommt so rüber, als würde uns der Widerstand gegen den Feminismus näher am Herzen liegen, als die Anliegen von Männern.“
      Nein, haben sie nicht ( s.o. ). Es geht einfach nur darum, den Feind als per se unglaubwürdig darzustellen, eine traditionelle und erzkonservativ-feministische Praxis übrigens.
      Beispiel wären die Väter, die die gemeinsame Sorge angebl. nur vertreten, um sich vor Barunterhalt zu drücken. In sich schon widersprüchlich, das Konstrukt, da die gS keinesfalls vor entsprechenden Forderungen schützt.
      Es geht einfach darum, eine moralische Geringwertigkeit zu konstruieren, um den Vätern die Fähigkeit Kinder großzuziehen abzusprechen.

      Trotzdem gefällt mir Dein Fazit, also daß im Einzelfall viele Mitbürger, welcher Couleur auch immer, durchaus menschliches Verständnis haben, wenn jemand übervorteilt wird, daß dieselben Leute aber vor nackten Zahlen die Augen verschließen, da sie ansonsten ihre populistischen Gruppenfeindbilder nicht aufrecht erhalten könnten.

      Da liegt ein allerdings echtes Problem vor.

  • Der Titel muss unbedingt richtig korrigiert werden:

    „Wir sollten weniger den weißen Heteromann bekämpfen, sondern vor allem seine Strukturen“

    Nichts ist ja lästiger als diese ganzen Verbündeten der „weissen Kultur“, die von ihrem angestammten Glauben oder dem, der ihrer biologischen Identität ensprechen muss, abweichen …..

    Das ist hier eigentlich gemeint.

  • Soll der Text eine Versöhnung mit weiße Heteromännern sein?

    Hat Hanna auch ein Beispiel für nicht-weiße, nicht-hetero Strukturen, die man sich als Vorbild nehmen kann? Etwa die feministische Mythe von Matriarchat vor 3000 Jahren?

    Vielleicht sollte Hanna sich dem ISIS anschließen. Irgendwie bekämpfen die ja auch weiße Strukturen..

  • „“„Was haben Mord, Steuerhinterziehung, Körperverletzung, rechtsextremistische Gewalttaten, Vergewaltigungen, Raub und Sachbeschädigung gemeinsam? Die Verursacher sind zum Großteil Ausländer. Im vergangenen Jahr wurden in Österreich laut Statistik Austria 29.511 Personen rechtskräftig verurteilt. 85,5 Prozent davon waren Ausländer.“

    Würde Hanna Herbst eine solche Aussagen tätigen? Oder hätte sie Angst, dass sie ev. als Rechtspopulistin oder als fremdenfeindlich taxiert würde?““

    In diesem Fall würde man, etwas Empathie vorausgesetzt, auf den Umstand verweisen, dass in der genannten Gruppe der Anteil junger Männer grösser ist als in der Gesamtpopulation, was die Zahlen etwas relativiert. In einem zweiten Schritt würden mögliche soziale Umstände erörtert, die als Ursachen für die grössere Kriminalitätsrate in Frage kommen könnten. Der Rassist allerdings wird sich mit der Antwort begnügen, dass es den Ausländern nun mal „im Blut liegt“.

    „“Aber wenn wir allen, die weiß, männlich und hetero sind, jegliches Mitspracherecht verweigern, schließen wir damit Leute aus der Diskussion aus, die dasselbe Recht haben sollten, an ihr teilzunehmen wie jede andere.““

    Leidet die Tussi unter Omnipotenzphantasien? Das Mitspracherecht verweigern? Die hat doch einen gewaltigen Sprung in der Schüssel.

    Tatsächlich neigen Männer mehr zu Gewalttätigkeit und Verbrechen im Allgemeinen. Das lässt sich als Universalie identifizieren. Die Überschreitung von Grenzen, die Missachtung von Regeln hat aber zwei Seiten, eine positive wie eine negative. Darum ist gesellschaftlicher Fortschritt genau so wie Krieg männlich konnotiert.

    • Wenn es um Rassismus geht, dann checken sie es ganz schnell, aber bei Männern, da heißt es dann:

      Und ich gehe sogar einen Schritt weiter: Ich denke, dass wir einigen von ihnen ab und zu Unrecht tun, ohne es bewusst zu merken.

      „Nicht alle Männer sind Vergewaltiger, einige tun es nicht“ – Wenn Feministinnen sowas schreiben, denken die wahrscheinlich wirklich das war jetzt männerfreundlich. Einige… einige sind 15 von 100 oder so.

      Na gut, man könnte den zitierten Satz natürlich auch als Geständnis ansehen, bei dem der wichtige Teil er am Ende kommt („ohne es bewusst zu merken“) – ein Geständnis das sie sich selbst für merkbefreit hält.

      • @ Matze:
        Ich sehe da ein ganz anderes, viel näher liegendes Geständnis, nämlich:
        „Natürlich sind Männer Schweine, ein paar Ausnahmen bestätigen die Regel.“
        W.h.: „Auch wenn es ein paar ganz liebe potentielle Vergewaltiger gibt, so müssen sie doch verbrannt werden, auch wenn das für den einen oder anderen etwas ungerecht ist, denn sonst wäre mein Glaube an die grundsätzliche Überfrau ( als potentielle Eigenschaft praktisch jeder Frau, die bloß befreit werden muß, um zur vollen Blüte zu erwachsen ) leicht als inquisitorischer Hexenwahn erkennbar.“

        Ergo: An den Götzen des Feminismus darf nicht nur nicht gerüttelt werden, sie sind täglich rituell und mehrfach lautstark zu verherrlichen!

  • „…welche Strukturen besitzt der weiße Heteromann?“

    Dieser tweet von Code Pink drückt in aller Offenheit mal aus, was unter „weisse Strukturen“ zu verstehen ist: „Putin, Trump, & Netanyahu“, die eine „Koalition der white supremacy formen würden“ und „uns Schaden zufügen würden“:

    https://twitter.com/codepink/status/820788756215111680

    Wobei Putin sicherlich nur dem taktischen Manövrieren der letzten Zeit geschuldet ist.

    • Endlich wissen wir, wer die Vorstandsvorsitzenden der Weltverschwörung-Patriarchat-AG sind.
      Wurde aber auch Zeit, es nervt ja etwas, seine eigenen Chefs nicht benennen zu können, gell?

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