Feindbild Mann

Franziska Schutzbach: Über männliche Abwehr feministischer Kritik (Teil I)

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geschrieben von: Mark Smith
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In einem sehr langen Interview mit der Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach im Online-Magazin FICKO geht es insbesondere über männliche Abwehr feministischer Kritik. Die nachfolgende Auseinandersetzung mit dem Interview gibt einen guten Einblick in die Widersprüche und Schwächen der Schutzbachschen Argumentation.

Das Interview im Online-Magazin FICKO ist wirklich sehr, sehr lang und wurde deshalb bei diversen Stellen gekürzt, die für eine thematische Auseinandersetzung nicht sonderlich fruchtbar sind. Publiziert wird die Auseinandersetzung mit dem Interview in drei Teilen.

Welches Geschlecht die Täter haben, ist für Schutzbach interessant

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Weshalb ist das Geschlecht bei Tätern so wichtig?

FS schreibt im Zusammenhang der Aufschrei-Kampagne:

Ja, es kamen Argumente wie, wir würden die Probleme der Männer vergessen und sie pauschal zu Tätern machen. Oder wir würden lügen. Aber nicht nur, es gab auch viel Solidarität von Männern, Bereitschaft zu kritischer Selbstreflexion. Es sind auch neue Verbindungen entstanden.

Die Kritik dürfte m.E. richtig sein, zumal Männer durch den „Aufschrei“ mehr oder weniger pauschal zu Tätern gestempelt wurden. Wie würde FS reagieren, wenn man pauschal erzählen würde, sämtliche Ausländer seien potentiell oder überdurchschnittlich kriminell oder alle Menschen darüber hinaus auffordern würde, über ihre Erlebnisse mit Ausländerkriminalität in den sozialen Medien zu berichten? Oder wie wäre es, wenn man über Kindstötungen einen Aufschrei lancieren würde und alle Menschen über das Internet einladen würde, sie sollten doch über Vorkommnisse und Erfahrungen berichten, zumal Frauen hier wohl zu 2/3 bis ¾ der Täter ausmachen? Wenn möglich noch sehr emotional, moralisierend und auf Empörungsbewirtschaftung aus.

Außerdem wurde ebenfalls Kritik an diesem Aufschrei dahingehend geäußert, dass er populistisch ist, demnach dasselbe gemacht wird, wie wenn die Rechtspopulisten Ausländerkriminalität thematisieren: vornehmlich mit viel Emotionalität, Moralisierung und Empörungsbewirtschaftung. Der Mediensoziologe Kurt Imhof hätte möglicherweise von Bauchstalinismus gesprochen. Außerdem: Die Rolle der Frauen als Täterinnen und Männer als Opfer wurde vermutlich überhaupt nicht thematisiert. Obschon man weiß, dass neuere Studien darauf hinweisen, dass Männer annähernd so zahlreich Opfer von sexueller Gewalt werden wie Frauen oder dass Männer gleichermaßen häufig Opfer von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz werden wie Frauen. Das wird von Feministinnen wie FS schlichtweg nicht thematisiert, dass Frauen ebenfalls Täterinnen sind.

FS schreibt:

Und ja, auch Männer sind von sexualisierter Gewalt betroffen, keine Frage, aber das ändert noch nichts daran, dass auch die Gewalt an Männern meistens von anderen Männern ausgeht. Täter sind zu einem hohen Prozentsatz Männer.

Was hilft es den männlichen und weiblichen Opfern, wenn man weiß, dass, falls das überhaupt richtig sein sollte, Männer größtenteils die Täter sind? Was hilft das einem Opfer von Gewalt, wenn es weiß, dass der Täter eine Frau oder ein Mann gewesen ist? Gewiss: Für die Prävention von Straftaten mag das eine Rolle spielen, aber sicherlich nicht für die Opfer. Und abermals: weshalb eskamotiert FS Frauen als Täterinnen? Weshalb ist es kein Thema, dass Frauen wahrscheinlich genauso zahlreich Gewalt gegenüber Kindern und alten Menschen ausüben wie Männer? Oder die häusliche Gewalt! Wenn wir auf die Quantität fokussieren: weshalb werden Frauen als Täterinnen häufig außen vor gelassen? Ich verweise einmal auf die Dissertation von Bastian Schwithal: „Weibliche Gewalt in Partnerschaften. Eine syntologische Untersuchung“.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz geht vielfach ebenfalls von Frauen gegenüber Männern aus. Zudem, wenn wir die neueren Studien einbeziehen, bei denen Männer fast gleich häufig wie Frauen von sexueller Gewalt betroffen sind, dann dürfte hier ein erheblicher Anteil der Täterinnen Frauen sein. Es dürfte demnach ein erhebliches Tabu geben, dass Männer überhaupt als Opfer und Frauen als Täterinnen wahrgenommen werden.

FS schreibt:

Männer müssen akzeptieren, dass das strukturell ist, und dass sie daran arbeiten müssen. Männliche Gewalt ist ein Problem, das man nicht anderen in die Schuhe schieben kann. Sie hat unter anderem mit bestimmten Männlichkeitsidealen zu tun. Oft wenden Männer Gewalt an, wenn sie diese Ideale nicht erreichen, sie versuchen, ihre real erlebte Schwäche mit Gewalt auszugleichen.

Das ist eine interessante Aussage: Wenn z.B. von gewissen Feministinnen darauf hingewiesen wird, Frauen würden in bestimmten Bereichen benachteiligt bzw. diskriminiert (Gläserne Decke, Care-Arbeit, Gender Pay Gap), dann sind das vielfach Benachteiligungen, die strukturell erklärt werden und folglich müssen die Maßnahmen, die Abhilfe schaffen sollen, auf die Strukturen wirken und nicht bloß am einzelnen Individuum ansetzen. Es wird folglich nicht gesagt, dass Frauen individuell selbst schuld sind, an dem beanstandeten Zustand, sondern strukturelle Begebenheiten werden ins Feld geführt und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation müssen an den Strukturen ansetzen.

Wenn aber Männer offenbar strukturell vermehrt Täter bei Straftaten sind, dann wird freilich anerkannt, dass wir hier bekanntermaßen ebenfalls ein strukturelles Problem haben, aber die Lösung des Problems wird individualisiert und die Schuld einzig und alleine dem individuellen Mann aufgebürdet oder ergänzend der Gesamtpopulation der Männer, obwohl es nicht intelligibel ist, weswegen nicht ebenfalls Frauen, gleichermaßen wie Männer, diese Strukturen aufrechterhalten. Wer sagt beispielshalber, dass nicht ebenso Frauen und Mütter dafür verantwortlich sind, zumal sie massgeblich zur Sozialisation und Erziehung der Männer beitragen?

Eine solche widersprüchliche Argumentation müsste eigentlich auch FS stutzig machen: Wo Frauen Probleme haben oder machen, sind vielfach Strukturen verantwortlich und schuld und vereinzelt bis nie die individuelle Frau selbst; bei den Männern gilt der umgekehrte Fall.

Sexualisierte Gewalt eine Form von Machtausübung?

FS schreibt:

Sexualisierte Gewalt ist aber auch eine Form der Machtausübung, bei der es gezielt um Herabsetzung und Demütigung von Frauen (manchmal anderen Männern) geht, und nicht um Sex.

Das mag sein, dass es bei sexualisierter Gewalt in gewissen Fällen um eine Form von Machtausübung gehen kann, aber ich halte es für einen Mythos, dass dies in den meisten Fällen so ist. Herabsetzung und Demütigung können demnach ohne Sex durchgeführt werden, dazu braucht es keine Vergewaltigung. Abgesehen davon, dass Herabsetzung und Demütigung ebenfalls mittels psychischer Gewalt vollzogen werden und sich die Frage stellen würde, wie oft Frauen hier Täterinnen sind.

 Gibt es eine Kollektivschuld?

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Gibt es eine Kollektivschuld?

FS schreibt:

Männer sind dafür verantwortlich, sich zu fragen, was hier eigentlich abgeht. Klar geht es auch um die Frauen und ihre Rolle. Und auch darum, dass Männer sich als Opfer (einer bestimmten Männlichkeit) begreifen. Aber erstmal geht es um eine klare Übernahme von Verantwortung, ohne Wenn und Aber, darum, dass Männer selbstkritisch fragen: Was ist da los bei uns? Warum wird Männlichkeit und männliches Selbstbewusstsein oftmals über die Herabsetzung von anderen hergestellt?

Leider geht es hier abermals bloß um Frauen als Opfer und Männer als Täter und Frauen als Täterinnen und Männer als Opfer werden gleichsam gänzlich ausgeblendet. Es ist indes richtig, dass sich ein Mann oder eine Frau, wenn sie eine Straftat begangen haben, fragen sollten, was ihre individuelle Verantwortung dabei ist. Gleichzeitig kann es für Täter sinnvoll sein, wenn man schaut, was sind gesellschaftliche Strukturen, die ein solches Tatverhalten begünstigen oder eher hemmen. Und es kann freilich ebenso sinnvoll sein, wenn Männer und Frauen, die keine Straftat begangen haben, darüber nachdenken, welches die gesellschaftlichen Ursachen für derartige Straftaten sind. Aber: Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb bei Straftaten, die vermehrt von Männern begangen werden, bloss Männer darüber reflektieren sollen, welche gesellschaftlichen Strukturen dafür verantwortlich sind, dass gewisse Männer vermehrt Straftaten begehen im Vergleich zu Frauen. Oder Männer hier quasi alleine in Sippenhaft genommen werden. Wer sagt, dass nicht Mütter und Erzieherinnen zu einem beträchtlichen Teil dafür verantwortlich sind, dass Männer im Vergleich zu Frauen überdurchschnittlich gewisse Straftaten begehen? Man weiss aus der Kriminologie, dass die Faktoren Alter, Geschlecht, soziale Schicht/Klasse/Milieu, sowie Wohnort und bei gewissen Delikten auch soziokulturelle Faktoren (z.B. relative Deprivation) eine zentrale Rolle spielen, die sich hemmend oder fördernd auf die Kriminalitätsbelastung auswirken können. Es ist nicht einsehbar, dass allein Jugendliche und junge Erwachsene, die überproportional in die Kriminalität verstrickt sind, gleichsam alleine reflektieren sollen, welche Strukturen und Interaktionen zu einer grösseren Kriminalitätsbelastung führen oder die unteren Schichten nun vor allem die Aufgabe erhalten, zu reflektieren, welche Strukturen und Interaktionen dafür verantwortlich sind, dass ihre Kriminalitätsbelastung überdurchschnittlich hoch ist. Wer sagt, dass nicht vielfältigste Faktoren dafür verantwortlich sind, dass schlussendlich Männer bei gewissen Straftaten überdurchschnittlich involviert sind im Vergleich zu Frauen und Frauen mithilfe ihres Verhaltens bzw. ihrer Interaktionen mit Männern derartige Strukturen mithelfen zu reproduzieren?!

Männer erleben auch Sexismus – trotzdem keine strukturelle Benachteiligung

 FS schreibt:

Sicher erfahren Männer Sexismus, werden teilweise auf ihr Geschlecht reduziert, erleben Benachteiligung. Aber dass ihnen daraus als Gruppe ein gesellschaftlicher und struktureller Nachteil entsteht (zum bsp. ökonomisch, beruflich), stimmt nicht. Es ist einfach nicht so, dass dadurch ein gesamtgesellschaftliches Ungleichgewicht zuungunsten der Männer entsteht.

Selbstverständlich gibt es auch bei Männern Benachteiligungen die gesamtgesellschaftlich zu einem Ungleichgewicht führen:

Zumal Männer in der Regel viel härtere und gesundheitsschädlichere Arbeiten durchführen „müssen“ im Vergleich zu Frauen: Arbeiten (Strassenbau, vermutlich ein grosser Teil des Bausektors und industrielle wie handwerkliche Berufe), bei denen Männer in der Regel bereits mit 50-55 Jahren in die Frühpensionierung gehen müssen, weil sie invalid sind. Oder Männer eben 3x häufiger Selbstmord begehen oder 90% der tödlichen Berufsunfälle erleiden oder 4-5 Jahre früher sterben als Frauen, viel häufiger obdachlos sind als Frauen sind etc.  Hier haben wir ein gesamtgesellschaftliches Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen und weshalb das nicht relevant sein soll, ist wahrlich nicht einsehbar.

Das Männlichkeits-Ideal ist schuld, dass Männer Benachteiligungen haben

 FS schreibt:

Weiter ist es so, dass Benachteiligung von Männern oft aus dem vorherrschenden Männlichkeits-Ideals resultiert (sterben in Kriegen, werden krank und gehen nicht zum Arzt). Was ich sagen will: es ist nicht die Schuld der Frauen oder Feministinnen, dass Männer Schlachten führen. Oder sich als Manager zu Tode arbeiten. Oder zu schnell Auto fahren.

Woher weiss FS, dass Benachteiligungen von Männern oft aus dem vorherrschenden Männlichkeits-Ideal resultieren. Gibt es darüber vielfältige repräsentative empirische Studien, die alle zum gleichen Ergebnis gekommen sind? Und was ist ein Männlichkeits-Ideal genau? Und wer bestimmt, was ein Männlichkeits-Ideal ist? Gibt es nur ein Männlichkeits-Ideal oder mehrere? Wenn Präventionsmassnahmen gegen Unfälle im Strassenverkehr durchgeführt werden, spielt es da eine Rolle, ob die Autofahrer selbst Schuld sind oder nicht? Und werden solche Präventionsmassnahmen nur durchgeführt, wenn die Autofahrer nicht selbst Schuld sind und sonst ist es egal?

Wer ist schuld daran, dass Männer Schlachten führen? Frauen haben seit Jahrzehnten das Wahlrecht in den meisten Ländern Europas. Deutschland und viele andere Länder in Westeuropa sind repräsentative Demokratien, somit bestimmen auch die Frauen (sind mehr als 50% des Souveräns), was in der Politik geht und was nicht. Frauen sind also genau gleich mitverantwortlich dafür wie Männer, dass primär Männer in den Krieg ziehen müssen und nicht Frauen. Auch Frauen sind mehrheitlich dafür, dass es eine Armee gibt und dass offenbar vor allem Männer eine Militärdienstpflicht haben. Es ist schon interessant: Wenn Männer Benachteiligungen haben, dann sind Frauen absolut unschuldig daran und wenn Frauen Benachteiligungen haben, sind Frauen auch absolut unschuldig, aber die Männer sind schuld daran, wenn Frauen Nachteile haben und auch Schuld daran, wenn sie selbst Nachteile haben. Frauen sind immer Opfer und nie Täterinnen und Männer immer Täter und nie Opfer oder dann selbstverschuldete Opfer. FS soll doch mal diese Argumentationskette mit repräsentativ empirischen Studien belegen, sonst muss davon ausgegangen werden, dass dies leere Behauptungen sind.

Männer erfahren keine Unterdrückung, sondern nur Frauen

 FS schreibt:

Männer müssten sich nicht aus weiblicher Unterdrückung befreien, ihr Befreiungskampf ist ein anderer, vor allem von eigenen Identitätskonzepten der Stärke und Überlegenheit.. Und das macht es vermutlich für Männer komplexer, sie können keine Unterdrückung beklagen durch eine weibliche Herrschaft. Weil sie sind es ja selbst, die mehrheitlich an den so genannten Schaltstellen der Macht agieren (die These von der angeblichen Feminisierung der Gesellschaft ist ein Mythos). Sie müssen also ein Stück weit an ihrem eigenen Ast sägen. Ein schwieriges Unterfangen. Weil sie ja auch immer wieder viele Credits bekommen in diesen Positionen.

Aus welcher männlichen Unterdrückung müssen sich heute Frauen befreien? Frauen stellen seit Jahrzehnten mehr als 50% des wahl- und stimmberechtigten Souveräns und sie können somit ganz legal und demokratisch alle Gesetze ändern, die dafür sorgen, dass Benachteiligungen aufgehoben werden, sollten sie irgendwo benachteiligt sein. Wenn sie das nicht machen, dann ist es kein Problem der Männer, sondern ein Problem der Männer und Frauen. Das Gleiche gilt für männliche Geschlechtsrollen und -identitäten und sonstige strukturelle Bedingungen, die die Sozialisation der Männer steuern. Frauen sind durch ihre Interaktionen und Handlungen mitbeteiligt an der Reproduktion von männlicher Identität, männlichen Geschlechterrollen und sonstigen Strukturen. Eine fein säuberliche Trennung von gesellschaftlichen Veränderungen ist, solange nicht eine vollständige Apartheid zwischen Männern und Frauen herrscht, ein Ding der Unmöglichkeit. Sollten alle Männer getrennt von Frauen leben, dann wäre ein solches Ansinnen von FS berechtigt, nicht aber, wenn sie auf Mikro-, Meso- und Makroebene mit den Männern in Interaktionen, Institutionen und überindividuellen Strukturen verbunden sind.

Strukturell können auch Frauen in Westeuropa keine Unterdrückung durch Männer mehr beklagen, weil sie politisch alle Möglichkeiten dazu haben, irgendwelche Unterdrückungsverhältnisse, sollte es diese geben, zu verändern, weil sie ja mehr als 50% des wahl- und stimmberechtigten Souveräns ausmachen.

Weshalb sind denn die Männer vermehrt an den Schaltstellen der Macht als Frauen? Und überproportional an den Schaltstellen der Macht zu sein, heisst noch lange nicht, dass diese Leute zum Vor- bzw. Nachteil eines Geschlechts agieren. Noch einmal: Die Frauen stellen mehr als 50% des wahl- und stimmberechtigten Souveräns dar. Das heisst, wenn Frauen nur Frauen in die Legislative wählen (Bund, Kanton [Länder], Gemeinde [Kommune]), dann haben sie innert kürzester Zeit eine satte Mehrheit von Frauen in der Legislative. Das Gleiche gilt für die Exekutive und Judikative: Entweder wird die Exekutive und Judikative direkt durch den Souverän gewählt oder durch die Legislative. Und wenn wir in Legislative, Judikative und Exekutive innert kürzester Zeit eine satte Frauenmehrheit haben, dann kann diese Frauenmehrheit auch in allen Politikfelder intervenieren: Sie kann Quoten im privaten wie im staatlichen Sektor festlegen für Führungspersonen usw. usf. Weshalb passiert das nicht: Weil dies offenbar nicht alle Frauen so wollen oder wünschen. Das heisst: Wenn die Schaltstellen der Macht vermehrt durch Männer besetzt sind, dann ist dies nun einmal Ausdruck der Mehrheit des Souveräns, bei dem Frauen mehr als 50% stellen und somit folglich vollständig mitverantwortlich an Unterdrückungen sind, sollte es irgendwelche Unterdrückungen geben.

Militärdienstpflicht der Männer ergibt kaum Nachteile

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Militärdienstpflicht eher mit Privilegien verbunden?

FS schreibt:

Die Wehrpflicht in der Schweiz für Männer kann man zum Beispiel durchaus als Sexismus sehen. Gleichwohl sind damit ja auch Karrieren und gesellschaftliches Prestige möglich. Es erwachsen einem keine schwerwiegenden Nachteile, im Militär gewesen zu sein, während man das eben als Frau ökonomische und andere Nachteile erfährt, wenn man 10 Jahre lang auf die Kinder aufgepasst hat.

Nun kann man sich fragen, weshalb Frauen 10 Jahre lang auf ihre Kinder aufpassen. Es ist keine Frau dazu gezwungen, Kinder auf die Welt zu stellen, ist vollständig freiwillig. Außerdem könnte die Frau sagen, der Mann solle zu Hause bleiben oder der Mann soll genau gleich viel Arbeit in die Care-Arbeit investieren wie die Frau selbst auch. Wenn dies der Mann nicht macht, dann sollten Frauen halt vorher schauen, dass sie nicht mit einem solchen Mann ein Kind haben oder eine Familie gründen. Des Weiteren gilt das Gleiche wie oben: Frauen haben politisch alle Mittel in der Hand, um Änderungen einzuleiten, sollten sie irgendwo benachteiligt sein.

Auch beim Militärdienst fehlt leider bei FS die Empathie für Männer, die sie sonst immer bei Frauen aufbringt: Es gibt Männer, die wollen aus unterschiedlichsten Gründen keinen Militärdienst leisten: das können ethische, religiöse, politische oder psychische Gründe sein. Als es in der Schweiz noch keinen Zivildienst gab, mussten Männer entweder schauen, dass ein Arzt sie untauglich für den Militärdienst schreibt oder sie mussten den Militärdienst verweigern, was jedoch hiess, dass sie in der Regel eine unbedingte Gefängnisstrafe von ca. 5-9 Monaten erhielten. Sie waren also nachher vorbestraft und waren in der bürgerlichen Welt geächtet oder bekamen teilweise auch keinen Job mehr. Es ist auch heute noch so, wer keinen Zwangsdienst leisten will (Militärdienst, Zivildienst, Zivilschutz) etc,, bekommt eine Gefängnisstrafe. Für eine bestimmte Anzahl von Männern hat somit die Dienstpflicht sehr einschneidende Auswirkungen auf ihr Leben, die die Frauen eben nicht haben. Und selbstverständlich tragen auch Frauen dazu bei, dass Männer weiterhin Zwangsdienste leisten müssen, von denen Frauen befreit sind.

Männer sind das Allgemeine – Partikularität ist nicht ihr Ding

FS schreibt:

Es fällt Männern viel schwerer, sich als partikular zu begreifen, kulturgeschichtlich hat der Mann kein Geschlecht. Die Rolle der Partikularität haben Frauen, sie sind der Körper, das Geschlecht, der Mann steht für Geist, für Vernunft, Objektivität und Neutralität. Der Mann steht für das Allgemeine, die Frau für das Partikulare, das Andere. Deshalb waren ja Frauen auch bei der Deklaration der Menschenrechte nicht mit gemeint. Mit Mensch war der Mann gemeint. Der Mann als Mensch hat kein Geschlecht, das ist, was viele Männer bis heute empfinden, sie erleben sich als geschlechtlos, ihre Position als unmarkiert. Nur die anderen sind markiert. Und sie erleben es als Degradierung, wenn sie über ihre Geschlechtlichkeit nachdenken sollen, über ihre eigene Partikularität. Über die eigene Geschlechtlichkeit nachzudenken bedeutet, zu realisieren, dass unsere Wahrnehmung von der Welt eben gerade nicht neutral oder allgemein ist.

Es stellt sich schon einmal die Frage, ob diese Kulturgeschichte überhaupt richtig ist. Wenn man das Buch „Das unmoralische Geschlecht. Zur Geburt der Negativen Andrologie“ von Christoph Kucklick heranzieht, ergibt sich eben eine andere Kulturgeschichte und der Mann ist sehr wohl markiert:

„Hinter der Gender-Debatte steht die Überzeugung: In der Moderne inszeniert sich der Mann als rationales Alphatier, die Frau gilt als seine andere: als emotional und minderwertig. Diesen Mythos dekonstruiert Christoph Kucklick mit einem systemtheoretischen close reading kanonischer Texte zum Geschlechterverhältnis aus der Zeit um 1800. Er bringt eine ganz andere Redeordnung ans Licht: die negative Andrologie, in der der Mann als abschreckendes Produkt der Modernisierung erscheint: als gewalttätig, unmoralisch und triebgesteuert. Sogar Fichtes Deduktion der Ehe – bislang gelesen als Manifest des Machismo – kann so neu verstanden werden: als Anleitung zur Zivilisierung der „bösen Männer“.“

Abgesehen davon, dass es im Mittelalter und Neuzeit die Ständegesellschaft sowie später Klassen und Schichten gab, sodass auch hier wohl jedem Mann klar werden musste, dass seine Sichtweise (des jeweiligen Standes oder der jeweiligen Schicht und Klasse) nur eine partikulare sein konnte und nicht Allgemeingültigkeit beanspruchen konnte. Des Weiteren ist fraglich, ob die Kulturgeschichte der Moderne überhaupt die unteren und mittleren Klassen ausreichend repräsentiert, zumal diese nur rudimentär schreiben und lesen konnten und noch viel weniger Zeit hatten, dicke Bücher zu schreiben, sodass die Kulturgeschichte eben vor allem eine Kulturgeschichte des Adels, des Klerus oder des Bürgertums ist, aber sicherlich nicht primär die der Bauern, Arbeiter, Handwerker etc. Ferner ist es fraglich, eine diskursive Ordnung, die im 18., 19. und 20. Jh. vielleicht eine gewisse Wirkmächtigkeit hatte, einfach „freihändig“ auf die heutige Zeit zu übertragen und zu sagen, diese Geschlechterordnung würde auch heute noch die Sozialisation der Geschlechter nachhaltig bestimmen. Um hier überhaupt valide Aussagen machen zu können, müssten empirische Untersuchungen getätigt werden.

Viel wirkmächtiger scheint mir der auch heute noch dominante Sozialisationsmodus der Externalisierung bei Männern zu sein: Das heisst, das „Innen“ wie Gefühle, Emotionen, Hilflosigkeit, Trauer etc. sind für den Mann eher gefährlich, er holt sein Selbstvertrauen, seine Selbstbestätigung, sein Selbstbewusstsein also nicht aus dem „Innen“, sondern aus äusseren Tätigkeiten wie Berufserfolg, Schulerfolg, materielle Symbole wie Auto, Motorrad, Immobilien, Besitz, Sport etc.

FS schreibt:

Als Mann oder männlich sozialisierte Person entwickelt man spezifische Perspektiven auf die Welt, das einzugestehen, fällt nicht leicht, wenn man sich gewöhnt ist, die eigene Sicht für neutral und allgemein zu halten.

Wie gesagt, halte ich bereits die Prämissen dieser Aussagen für nicht zutreffend oder zumindest ohne jegliche empirische Absicherung und ad hoc ist nicht nachvollziehbar, weshalb es schwierig sein sollte, die eigene Sichtweise als eine partikulare anzusehen.

FS schreibt:

Ich halte es aber für einen entscheidenden Schritt, die Begrenztheit, Partikularität und auch Gewordenheit der eigenen Perspektive zu reflektieren. Ich glaube, man kann sich nur auf andere wirklich einlassen, andere verstehen, wenn man die eigene Sicht nicht für universell hält. Wenn man also den Radius öffnet, indem man die eigene Begrenztheit erkennt.

Ja, man kann die andere Sicht der Menschen verstehen, wenn man eine gewisse Empathie hat, die nicht nur eine kognitive Perspektiveübernahme impliziert, sondern desgleichen eine emotionale etc. Aber wie gesagt: Empathie heisst hier das Losungswort und wer keine Empathie für sich selbst aufbringen kann/darf, der wird ebenfalls Schwierigkeiten haben, Empathie bei anderen Menschen für deren Perspektive zu zeigen.

Weitere Texte zu Franziska Schutzbach:

 

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32 Comments

  • „Als Frau oder weiblich sozialisierte Person entwickelt man spezifische Perspektiven auf die Welt, das einzugestehen, fällt nicht leicht, wenn man sich gewöhnt ist, die eigene Sicht für neutral und allgemein zu halten.“

    Solange sie nicht versteht oder nicht verstehen will, was ein Mann ist und warum Männer sind, wie Männer eben sind, ist jedes „Männer sollten…“ so einfältig, als würde man als Mann sagen „jetzt hör schon auf rumzubluten“.

  • „Ich halte es aber für einen entscheidenden Schritt, die Begrenztheit, Partikularität und auch Gewordenheit der eigenen Perspektive zu reflektieren. Ich glaube, man kann sich nur auf andere wirklich einlassen, andere verstehen, wenn man die eigene Sicht nicht für universell hält. Wenn man also den Radius öffnet, indem man die eigene Begrenztheit erkennt.“

    Selbstverständlich gilt diese Aussage nur für 3,5 Mrd. Männer, 3,5 Mrd Frauen….oder zumindestens Frau Schutzbach ist von diesem Reflexionszwang nicht betroffen. Erstaunliche Aussage im Gesamtkontext ihrer Ausführungen.

    • Im therapeutischen/psychologischen Bereich gibt es den Begriff des „blinden Flecks“. Wenn man Feministinnen wie Frau Schutzbach vielleicht nicht Scheinheiligkeit und Bigotterie vorhalten kann, dann aber zumindest besagten „blinden Fleck“. Im persönlichen Bereich wird man durch Depressionen, Psychosen, Angstzustände, psychosomatische Beschwerden von Körper oder Seele dazu gezwungen, sich mit seinen „blinden Flecken“ zu beschäftigen. Leider haben die gesellschaftlich/politisch/publizistisch hegemonialen Feministinnen es nicht nötig, sich mit ihrem „blinden Fleck“ zu beschäftigen. Was muss ihnen widerfahren, damit sie ihren „blinden Fleck“ wahrnehmen?

      • @Klaus T.

        Zum blinden Fleck: Ich vermute, je mehr man sich mit einer Sache identifiziert, desto schwieriger wird es, unterschiedlichste Perspektiven einzunehmen. Weil unterschiedliche Perspektiven bzw. andere Perspektiven werden dann eben sehr schnell bedrohlich, weil es an die eigene Identität geht. Und bei Schutzbach vermute ich, dass sie sich sehr stark mit dem Feminismus identifiziert (Identifikation also).

  • @Mark, statt sich faktisch mit den Behauptungen Schutzbachs auseinanderzusetzen, kann man auch den allgegenwärtigen doppelten Standard herausstellen, den Schutzbach für Männer und Frauen hat, ihre dogmatisch-sexistische Sichtweise auf eine angebliche Verschiedenheit der Geschlechter und wie sie ihre Dichotomie der Geschlechter dann ausspinnt.
    Besonders schön ist dies bei dieser Textpassage zu sehen:

    „Es fällt Männern viel schwerer, sich als partikular zu begreifen, kulturgeschichtlich hat der Mann kein Geschlecht. Die Rolle der Partikularität haben Frauen, sie sind der Körper, das Geschlecht, der Mann steht für Geist, für Vernunft, Objektivität und Neutralität.“

    Hier schmuggelt sie ihr Dogma von der grundsätzlichen Verschiedenheit der Geschlechter mit der Behauptung ein, Männer hätten ein bestimmtes Selbstverständnis von sich, während Frauen ein ganz anderes hätten. Dabei wären beide angeblichen Selbstverständnisse als ebenso „partikular“ zu begreifen — beidesmal werden ja spezielle Rollen angenommen und nicht nur im Fall der Frauen. Der rhetorische Kunstgriff von Schutzbach besteht nun darin, die angebliche Rolle des Mannes als geschlechtlos und allgemein festzulegen, während sie nach ihrer eigenen Logik hier nur eine andere partikulare Geschlechterrolle sehen müsste.

    Und so kommt Schutzbach zu einer Überhöhung des Mannes und zu einer Erniedrigung der Frau, weil sie ihren eigens entworfenen Rollen eine verschiedene Wertigkeit beimisst:

    „Der Mann steht für das Allgemeine, die Frau für das Partikulare, das Andere.“

    Dass der Mann für „das Allgemeine“ stünde, ist genau so gut als „Partikulares“ und „Anderes“ hinzustellen wie Schutzbachs Frauenrolle. So könnte man aber keine künstliche Dichotomie aufbauen, die Darstellung derselben einfach das Dogma Schutzbachs ist.

    „Deshalb waren ja Frauen auch bei der Deklaration der Menschenrechte nicht mit gemeint.“

    Schutzbach meint jetzt, die Männer hätten immer nur sich gemeint und sich auf sich bezogen, in ihrer „Vernunft, Objektivität und Neutralität“. Hier unterstellt sie auf einmal einen rein männlichen Partikularismus, was völlig konträr zur vorher behaupteten männlichen Rolle der „Geschlechtslosigkeit“ ist. Nähme Schutzbach ihre eigene Logik erst, müsste sie hier zum Schluss gelangen, dass die Idee des Menschenrecht „geschlechtslos“ ist und damit wie selbstverständlich Mann und Frau meint.

    Damit verleugnet Schutzbach die Idee des Menschrechts wider die Logik ihres eigenen Denkens als partikularistisch. Sie will nicht zur Kenntnis nehmen, dass diese Idee (ihrer eigenen Logik folgend) zwar wegen der „männlichen“ Geschlechterrolle zustandekam, aber eben nicht von irgendwelchen Rollen oder anderen Begrenztheiten eingeschränkt ist.

    Damit erklärt Schutzbach das Menschenrecht als irrelevant und bedingt, nur weil Männer sich das ausgedacht haben.

    „Mit Mensch war der Mann gemeint.“

    Eben nicht. Der Begriff „Mensch“ schliesst beide Geschlechter gleichermassen ein, nur Frau Schutzbach hat offenbar ein anderes Verständnis von „Menschsein“.

    „Der Mann als Mensch hat kein Geschlecht, das ist, was viele Männer bis heute empfinden, sie erleben sich als geschlechtlos, ihre Position als unmarkiert.“

    Nachdem Schutzbach „out of her way“ ging das Menschenrecht zu denunzieren, kehrt sie wieder zu ihrer Ausgangsposition zurück, die Männerrolle sei neutral, um im nächsten Satz wieder das Gegenteil zu behaupten:

    „Nur die anderen sind markiert.“

    Dabei vergisst sie geflissentlich, dass es die Männer sind, die seitens ihrer feministischen Weltanschauung immer als „das Andere“ „markiert“ werden, als „sexistisch“, „toxisch“ usw., immer als un-menschlich. Es ist genau diese Selbstdegradierung, „die Anderen“, „die Männer“ würden einen unterdrücken wollen, die die „Markierung“ der Männer im Gegenzug rechtfertigen soll.

    „Und sie erleben es als Degradierung, wenn sie über ihre Geschlechtlichkeit nachdenken sollen, über ihre eigene Partikularität.“

    Weil damit nicht mehr ihre Geschlechterrolle gemeint ist (die natürlich auch nach Belieben Frauen offensteht), sondern ihr Geschlecht selbst, welches „strukturell toxisch“ sei. Dies ist ja tatsächliche Dehumanisierung bzw „Degradierung“, die bei Schutzbach so weit geht, das Menschenrecht als irrelevant und partikularistisch zu erklären, weil es ein Produkt der männlichen Geschlechterrolle ist.

    „Über die eigene Geschlechtlichkeit nachzudenken bedeutet, zu realisieren, dass unsere Wahrnehmung von der Welt eben gerade nicht neutral oder allgemein ist.““

    Damit bezeichnet sie nur ihre eigene feministisch – suprematistisch – triumphalistische „Wahrnehmung der Welt“, die nicht „neutral oder allgemein“ ist, sondern fundamental partikularistisch und zu ihrer Rechtfertigung das imaginierte „Andere“ der Männlichkeit benötigt.

    • @ Alex

      Du schreibst:

      „Hier schmuggelt sie ihr Dogma von der grundsätzlichen Verschiedenheit der Geschlechter mit der Behauptung ein, Männer hätten ein bestimmtes Selbstverständnis von sich, während Frauen ein ganz anderes hätten. Dabei wären beide angeblichen Selbstverständnisse als ebenso „partikular“ zu begreifen — beidesmal werden ja spezielle Rollen angenommen und nicht nur im Fall der Frauen. Der rhetorische Kunstgriff von Schutzbach besteht nun darin, die angebliche Rolle des Mannes als geschlechtlos und allgemein festzulegen, während sie nach ihrer eigenen Logik hier nur eine andere partikulare Geschlechterrolle sehen müsste.“

      Nun, vielleicht können wir es ein bisschen abkürzen. FS will offenbar sagen, dass Mann normativ das Normale ist und somit eben der Mensch symbolisiert und Frau das Abnormale = weder Mann noch Mensch. Es geht hier also eher um das „Normale“ und „Abnormale“.

      Du schreibst:

      „Und so kommt Schutzbach zu einer Überhöhung des Mannes und zu einer Erniedrigung der Frau, weil sie ihren eigens entworfenen Rollen eine verschiedene Wertigkeit beimisst:“

      Sie meint natürlich, dass nicht sie die Wertigkeit vornimmt, sondern die Wertigkeit in der hegemonialen symbolischen Ordnung enthalten ist.

      Du schreibst:

      „Dass der Mann für „das Allgemeine“ stünde, ist genau so gut als „Partikulares“ und „Anderes“ hinzustellen wie Schutzbachs Frauenrolle. So könnte man aber keine künstliche Dichotomie aufbauen, die Darstellung derselben einfach das Dogma Schutzbachs ist.“
      Wie gesagt: Der Mann steht bei ihr für das Normale und die Frau für die Abweichung.

      Du schreibst:

      „Schutzbach meint jetzt, die Männer hätten immer nur sich gemeint und sich auf sich bezogen, in ihrer „Vernunft, Objektivität und Neutralität“. Hier unterstellt sie auf einmal einen rein männlichen Partikularismus, was völlig konträr zur vorher behaupteten männlichen Rolle der „Geschlechtslosigkeit“ ist. Nähme Schutzbach ihre eigene Logik erst, müsste sie hier zum Schluss gelangen, dass die Idee des Menschenrecht „geschlechtslos“ ist und damit wie selbstverständlich Mann und Frau meint.“

      Wie gesagt: Sie meint, Mann ist das Normale und Frau das Abweichende. Das Normale verbindet sie mit Vernunft, Objektivität und Neutralität, also mit Universalismus und Frau eben das Anormale, Partikulare.

      Du schreibst:

      „Damit verleugnet Schutzbach die Idee des Menschrechts wider die Logik ihres eigenen Denkens als partikularistisch. Sie will nicht zur Kenntnis nehmen, dass diese Idee (ihrer eigenen Logik folgend) zwar wegen der „männlichen“ Geschlechterrolle zustandekam, aber eben nicht von irgendwelchen Rollen oder anderen Begrenztheiten eingeschränkt ist.“

      Sie meint: weil Mann = Mensch = das Normale = das Universale = die Menschenrechte seien, wären Frauen nicht eingeschlossen.

      Du schreibst:

      „Damit erklärt Schutzbach das Menschenrecht als irrelevant und bedingt, nur weil Männer sich das ausgedacht haben.“

      Ich vermute, dass sie eher einer relativistischen Position bei den Menschenrechten zuneigt, aber das ist eine reine Vermutung.

      Du schreibst:

      Eben nicht. Der Begriff „Mensch“ schliesst beide Geschlechter gleichermassen ein, nur Frau Schutzbach hat offenbar ein anderes Verständnis von „Menschsein“.

      Nöööö, sie hat kein anderes Verständnis von Menschsein, sie behauptet nur, dass man im 18., 19. Und 20 Jh. ein anderes Verständnis von Menschsein hatte.

      Du schreibst:

      „Dabei vergisst sie geflissentlich, dass es die Männer sind, die seitens ihrer feministischen Weltanschauung immer als „das Andere“ „markiert“ werden, als „sexistisch“, „toxisch“ usw., immer als un-menschlich. Es ist genau diese Selbstdegradierung, „die Anderen“, „die Männer“ würden einen unterdrücken wollen, die die „Markierung“ der Männer im Gegenzug rechtfertigen soll.“

      Ja, sehe ich auch so. Nur würde sie sagen, hier sei nicht der konkrete Mann gemeint, sondern nur die „phallische symbolische Ordnung“.
      Aber ist allgemein schwierig, hier tiefer zu gehen, weil wir nicht genau wissen, wie sie alles gemeint hat.

    • @Mark
      „Sie meint natürlich, dass nicht sie die Wertigkeit vornimmt, sondern die Wertigkeit in der hegemonialen symbolischen Ordnung enthalten ist.“

      Da diese „hegemoniale Ordnung“ ihr Phantasieprodukt ist, ist es Schutzbach, die diese Bewertung vornimmt, mit ihrem Phantasieprodukt als Vorwand. So lenkt man davon ab, dass man nicht selbst es ist, diese Wertung abzugeben.

      „Wie gesagt: Sie meint, Mann ist das Normale und Frau das Abweichende. Das Normale verbindet sie mit Vernunft, Objektivität und Neutralität, also mit Universalismus und Frau eben das Anormale, Partikulare.“

      Genau. Und statt den Universalismus anzuerkennen, lehnt sie ihn als „männlich“ ab.

      „Ich vermute, dass sie eher einer relativistischen Position bei den Menschenrechten zuneigt, aber das ist eine reine Vermutung.“

      Nein, das ist eine Position klarer Ablehnung. Das Menschenrecht ist individualistisch und daher hasst ua der Feminismus es.

      „Nöööö, sie hat kein anderes Verständnis von Menschsein, sie behauptet nur, dass man im 18., 19. Und 20 Jh. ein anderes Verständnis von Menschsein hatte.“

      Schutzbach argumentiert ahistorisch und bezieht sich eben nicht auf angebliche Fakten der Geschichte. Sie, wie alle Exponenten des Feminismus, greift sich aus der Grabbelkiste der feministischen Geschichtsschreibung das heraus, womit sie vor allem das Hier und Heute charakterisieren will.

      „Aber ist allgemein schwierig, hier tiefer zu gehen, weil wir nicht genau wissen, wie sie alles gemeint hat.“

      Das ist einfach zu verstehen, da alle Feministinnen im Prinzip gleich funktionieren. Nur die Wahl der Begriffe steht im kontinuierlichen Wandel, wohl weil man damit über das eigentlich Gesagte möglichst gut hinwegtäuschen kann. Feminismus ist eine esoterische Lehre, die beständig nach einer neuen Form sucht. Sie kann nicht auf der Stelle treten, da sie rein irrational ist.

  • Dieses Gefasel von FS ist dermaßen dumm und schon vordergründig leicht identifizierbar, daß man es in einem Satz locker zusammenfassen kann.
    Schutzbach labert absoluten, selbstwidersprüchlichen Unfug am Fließband und lügt dabei, daß sich die Balken biegen ( was sie sich selbst von dem Schwachfug glauben mag, ihr v.dh. als „mildernde Umschläge“ anzurechnen wäre, ist dabei zunächst unerheblich ).

    Mir fiel an den paar Zitaten auf, daß ich sofort und spontan das Facepalmen kriegte. Beim Lesen von Schoppe’s Zeilen dazu bemerkte ich dann, daß der ausnahmsweise auf ganz andere Punkte abhob, als mir geradezu in’s Gesicht gesprungen sind. Darauf, den ganzen Schutzbachtext zu lesen und ihn auch ( nochmal ) quasi Satz für Satz zu frikassieren, konnte ich dann locker verzichten, die wesentlichen Aspekte werden hier sicherlich noch ausgiebig zerkrümelt werden.

    Tenor ihrer Gesamtaussage ist klar: „Die Männer sind Schuld Punkt!!!“
    Begründung null.
    Eigenwiderspruch in praktisch jeder Aussage, sofern sie nicht einfach glatt und vollständig gelogen ist.
    Niveau weit niedriger als die Ebene der Halbwahrheiten ( die übrigens mal ganz offiziell als Unterlassungslügen bezeichnet wurden ), man könnte für sie die Lügenhierarchie mindestens bis zur Achtel- o. sogar Sechzehntelwahrheit aufteilen.
    Problem wäre höchstens die korrekte Bewertung der genauen Anteile von Minifacts zu absolutely Bullshit.

    Ich beschränke mich also auf einen Lacher, der Dank Sarkasmus recht herzlich wurde, sonst hätte ich stinkensauer werden und quer über die Tasten kotzen müssen:

    „Es erwachsen einem keine schwerwiegenden Nachteile, im Militär gewesen zu sein, während man das eben als Frau ökonomische und andere Nachteile erfährt, wenn man 10 Jahre lang auf die Kinder aufgepasst hat.““

    Nö, nä? Das kann auch die willkürliche Unordnung der Zeiten nicht flicken ( einfach alles in die Vergangenheit schieben und dann sagen, daß es doch jeweils entweder „nicht so schlimm“ wäre, resp. sogar „ernorm schlimm“ ):
    Was sagt die da?
    Sich für andere – mindestens zur Hälfte Frauen – totschießen zu lassen, ist eher als Vorteil, jedenfalls garantiert nicht als Nachteil zu werten.
    Sich aber durch den Totzuschießenden 10 Jahre lang beschützen und zuhause versorgen zu lassen, um sein Leben mit Kindern zu genießen ist eine Form von schuldhaft durch Männer angerichteter Unterdrückung?
    Bei solchen Krampfformeln kann ich den Frust einiger MGTOWs immer mal ganz gut nachvollziehen.

    Um es mal am praktischen Beispiel leicht zu überspitzen:
    Da kommt er, nach Jahren am Hindukusch, mit Löchern im Körper wieder nachhause und sie sagt:
    „Du Arsch hast Dich jahrelang nicht um mich gekümmert, warst nie für mich da, also habe ich mir einen anderen genommen, will mich jetzt selbst verwirklichen und zahlst gefälligst mit der Hälfte des gemeinsamen ( von Dir ) erwirtschafteten Vermögens plus einer monatlichen Rente, weil Du bist Schuld, sagt Frau Schmutzbach.“

    Und dann darf er eine Extrarunde reflektieren gehen, da sie das ja nicht nötig hat, sie ist ja sein Opfer. Sagt Frau Schmutzbach.

    @Schoppe:
    Ist es jetzt offizielle Lehrmeinung, daß wir in D. neuerdings drei echte – also voneinander unabhängige – Gewalten haben?
    Ich las derartiges schon öfter in den letzten Jahren, sogar in ( allerdings nicht gerade höchstwertigen ) juristischen Texten.
    Also ich habe ( übrigens von unserem derzeitigen Schulleiter – Oberstudienrat – Geschichte, Politik und Sozialkunde ) gelernt, daß es lediglich drei „sogenannte Gewalten“ gibt, zur sprachlichen Vereinfachung. Daß es aber tatsächlich nur zwei+ wären, Nämlich:
    Legislative, Exekutive und Jurisdiktion.
    Wobei letztere sich praktisch vollständig in den ersten beiden aufteilt. ( Genaue Anteile und Abgrenzung hängen von verschiedenen Betrachtungsweisen ab )
    Was zwei wesentliche Aspekte mit sich bringt, erstens, sie ist politisch gesteuert und steuert die Politk mit ( Richter-„Wahl“ nach Parteiproporz, Beeinflussung der Legislative durch Gerichte u.s.w. ). Zweitens ein überhöhtes Richterrecht ( lernt angebl. jeder Jurastudent schon spätestens im ersten Sylvester: Was der Richter spricht, wird – eben dadurch – zu Recht – sog. juristische Tatsachen; und steht somit über Gesetz und Recht, sofern es nicht erfolgreich angegriffen werden kann, was aber nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist und oft durch willkürliche Wagenburgmenthalität abgeblockt wird ).
    Anders gesagt: die Anwendung, resp. Umsetzung von Recht ( im Sinne der höheren Rechte ) macht nur einen relativ geringen Anteil der Jurisdiktion aus, wesentlicher sind politische Strömungen und „gefühltes Recht“ ( also nicht zuletzt reine Titelhierarchie ).
    Deshalb ja auch „Spruchrecht“, nicht Gesetz und Recht bestimmen das Ergebnis, sondern überwiegend der Spruch selbst, welcher von anderen Einflüssen ( Karriere, Ideologie, Profit in Nebengeschäften u.s.w. ) maßgeblich abhängig ist. ( Ganz so deutlich hat unser Direx das seinerzeit natürlich nicht formuliert, eher so im Schoppe-Stil 😉 , aber wohin die Reise geht, war ab 7. – 8. Klasse schon recht klar erkennbar )

    ( Ob ich mir das Interview jetzt doch noch ganz antue? Hmmm? )

  • eskamotiert? Wieder was gelernt. Danke Herr Lehrer! ^^

    „Feministinnen müssen akzeptieren, dass das Männerhass im Feminismus strukturell ist, und dass sie daran arbeiten müssen. Männerhass ist ein Problem, das Feministinnen nicht anderen in die Schuhe schieben können. Männerhass im Feminismus hat unter anderem mit dem ausschließlich negativen Männlichkeitsbild im Feminimus zu tun. Oft nehmen Feministen Männerhass als Grundlage für ihre Theorien, wenn sie gesellschafltiche Zustände zu erklären versuchen und rechtfertigen Gewalt gegen Männer dann mit diesen auf Männerhass basierenden Theorien.

    „Feministinnen sind dafür verantwortlich, sich zu fragen, was hier eigentlich abgeht. Klar geht es auch um die Männer und ihre Rolle. Und auch darum, dass Frauen sich als Opfer (einer bestimmten Weiblichkeit) begreifen. Aber erstmal geht es um eine klare Übernahme von Verantwortung, ohne Wenn und Aber, darum, dass Feministinnen selbstkritisch fragen: Was ist da los bei uns? Warum wird weibliches Empowerment oftmals über die Herabsetzung von Männern hergestellt?““

    • Ich halte „Hass“ für ein zu starkes Wort wenn es doch sehr oft (fast immer) lediglich Neid und Ohnmachtsgefühl ist.

      „Warum wird weibliches Empowerment oftmals über die Herabsetzung von Männern hergestellt?“

      Zur Überwindung des eigenen Ohnmachtsgefühls und der damit verbundenen Angststarre? Es ist ein uraltes Mittel des Menschen den Gegner zu schmähen um sich selber zu ermutigen.

  • „dann dürfte hier ein erheblicher Anteil der Täterinnen Frauen sein“

    Ja, nämlich genau 100%. Eine Täterin ist nämlich immer eine Frau. Im Gegensatz zu den Tätern, die sowohl männlich als auch weiblich sein können. Korrekt muß der Satz daher „dann dürfte hier ein erheblicher Anteil der Täter Frauen sein“ lauten.

    Warum ich hier sprachnörgle? Weil sowas leider mittlerweile Programm ist, nicht nur auf dieser Seite sondern vor allem bei den sogenannten Mainstreammedien.

  • Es ist oft unbequem, aber lohnend,eigenes Denken in Frage stellen, und so offen zu bleiben auch für Widersprüche.
    Neckisch finde ich zum Beispiel, wie Frau Schutzbach sich äussert zur Männerwehrpflicht in der Schweiz.Diese zementierte Männer-Rollen-Dressur stellt sie nicht etwa in Frage,sondern verweist auf „Karriere“ oder „Ansehen“,welche dadurch gefördert werden.Tja.Vielen Frauen gefallen halt Offiziersuniformen, auch heute noch, und der Major kann dem Oberleutnant eine einträgliche Stelle vermitteln, wenn die Uniform wieder versorgt ist.
    Anders geht es jungen Männern in der Schweiz, wenn sie sich um eine Stelle bewerben und dann dummerweise sagen, dass sie noch in die Rekrutenschule müssen.
    Da sind Frauen sofort uneingeschränkt einsatzfähig.
    (Freiwillig sind gerade mal 0.06% der Frauen im wehrfähigen Alter Soldatinnen.)

    Unverständlich ist mir in diesem Zusammenhang Schutzbachs Hinleitung zu Frauen, die „10 Jahre lang“ auf Kinder aufgepasst haben.
    Doch stets wenn in der Schweiz die Männerwehrpflicht hochgelobt wird, taucht wie ein siamesischer Zwilling das Bild der treusorgenden Mutter auf, die ganz viele Nachteile erleidet,nur weil sie Mutter ist.
    Ein 10jähriges Jammermartyrium, wo doch Kinder so wunderbare Wesen sind..äh wären.
    Ist das Opfersymmetrie?
    (Schliesslich hätten wir Männer bei Bedarf zu kämpfen und womöglich zu „fallen“.)

    Hausmänner? Väter? Männer und Frauen mit eigenen Lebensentwürfen?
    Die tauchen in Ideologien nie auf, weil jedes Eigenleben subversiv ist.
    „Was auch immer er sich ausgemalt hatte – die Banalität der Wirklichkeit verspottete die Fantasie.“
    Juli Zeh, Unterleuten

  • Ein paar zufällige Zitate aus diesem Interview „“, die bemerkenswert sind 🙂

    „Aber auch real schwache Männer stützen das Patriarchat, weil sie sich am Phallischen als gesellschaftlicher Maßstab orientieren.“

    Der Spruch ist zum Lachen! Der reine Trash.

    „Die Unterwerfung unter das taxierende männliche Urteil ist für mich eine ewige narzisstische Kränkung“ (Zitat von Elfriede Jelinek)

    Welch ein Urteil über sich selbst….

    „Hustvedt schreibt: „Die Leute hören erst zu, wenn sie einen Schwanz dahinter wissen“. Ich selber kenne das ja, als Frau, Urteile, Kritiken, Einschätzungen usw. ernster zu nehmen, wenn sie von einem Mann kommen.“

    Dass die intellektuelle Öde ihrer verinnerlichten Ideologie dran schuld sein mag, kann natürlich nicht sein.

    “ … Sexismus. Wenn Männer als erstes rufen: Aber doch nicht alle Männer! Dann haben sie das Problem nicht verstanden.“

    Weil der Feminismus gezielt an ihnen vorbeiredet, überheblich und verachtend …. Seine Kunst besteht nur darin, für die in dieser Rhetorik bewanderten, ergötzliche Haken zu schlagen und über die Argumente nur zu spotten. Es ist ein permanenter Angriff, der alles meint und sich dann immer darauf beruft nichts zu meinen. Alle Männer werden unter Kollektivverdacht gestellt und einer endlosen Gewissensprüfung unterzogen. Ein Ausreden führt dann mit Sicherheit nur noch zu mehr Bedrängnis.
    Daher sind diese Praktiken als menschenverachtend anzusehen, wenn irgendeine Art von Menschen kollektiv angegriffen werden, wie die Männer hier. Und dann Lösegeld fordern .. genauer .. kollektives Lösegeld

    „Feministische Kritik „persönlich“ zu nehmen, als „männerfeindlich“ zu bezeichnen, zeigt eine Weigerung, strukturelle Machtungleichheit zu sehen“

    Weigerung wird hier unterstellt. Das ist ein unbedingter Befehl. Das ist der totalitäre Befehlston des Feminismus… Genau das, was sie so verhasst macht. Denn die Unterstellung einer Verweigerung ist ein Frontalangriff auf jeden Einzelnen (es trifft natürlich längst nicht jeden, ist aber in Aussicht gestellt).

    „Männerfeindschaft“ ist da noch ein verniedlichender Begriff. Diese „Kritik“ ist nur ein bedingungsloser Befehl zur Unterordnung. Genau deshalb erscheint Feminismus faschistisch.

    „nicht die Personen gemeint sind, sondern deren Positionalität“

    Das ist das ausweichende, abtuende Nachspiel. Man relativiert die eigenen Begriffe. Mit einem selbst eingeführten einer „Positionalität“ soll von der Person abgelenkt werden, die eben im Fokus des Angriffs stand.

    „damit diese Machthierarchien nicht immer weiter reproduziert werden.“

    Der Feminismus sollte nicht mehr reproduziert werden. Solche Machthierarchien gehen einfach nicht, die einem per Befehl irgendetwas vorschreiben sollen.

    „Vielen Dank für das Gespräch!“

  • Ich finde, es gibt eine verblüffend einfache Antwort auf diese ständigen Forderungen, Männer sollten sich gefälligst mit Männergewalt auseinandersetzen, nämlich: das haben Männer immer schon getan, und das Resultat nennt sich – Trommelwirbel – Zivilisation! Weil Männer durchaus ein Eigeninteresse und als Familienbeschützer auch ein – Trommelwirbel – soziales Interesse daran haben, die Gewalt anderer Männer einzudämmen. Da der Feminismus aber Zivilisation nun mal zu patriarchalem Rotz erklärt hat, müssen Feministinnen immer von neuem behaupten, dass man das Rad neu erfinden müsse.

      • Ein Beispiel (weil ich gerade wieder Georges Dubys Die drei Ordnungen durchgesehen habe): die Bewegung des »Gottesfriedens« gegen Ende des frühmittelalterlichen Frankreichs, ein zunächst in Südfrankreich entstandenes »Projekt«:

        »Sein Ziel: die Verteidigung der zeitlichen Rechte der Kirchen innerhalb dieser Region, in der die Habgier der Mächtigen nicht mehr vom Herrscher gebremst wurde, in der die Kriegsleute anfingen, das ›waffenlose Volk‹ vollständig zugrunde zu richten, und zwar bis ins Innere der Kirchendomänen hinein. Der Gottesfrieden war nur ein oberflächliches Heilmittel. Er trat an die Stelle des Königsfriedens. Schlicht und einfach (…) es wurde verboten, die Immunität der Heiligtümer zu verletzen, die Männer des clerus zu überfallen, das Hab und Gut der Armen zu plündern, ihr Vieh und die Arbeit ihrer Hände zu konfiszieren. (…) Diese Vorschriften instituierten eine Moral der zeitlichen Macht, zu verstehen als eine Moral des Waffengebrauchs. Arma secularia: schärfer als alle anderen tritt hinfort die Trennungslinie zwischen jenen Männern zutage, welche die Werkzeuge des Krieges, des Zwangs und der Plünderung bedienen, und auf der anderen Seite all den Waffenlosen, den ›Schutzverwandten‹ und den Männern der Kirche.« (S. 201 ff.)

        Das war am Ende des 10. Jahrhunderts, und die zentrale Autorität der karolingischen Könige hatte sich im Westfrankenreich nahezu vollständig aufgelöst. Dort und damals hatten die Leute recht offensichtlich ein Problem mit »Männergewalt«. Und da sie damals leider noch keine Feministinnen hatten, sondern bloß patriarchale Pfaffen, mussten sie das Problem ganz ohne die Segnungen des Feminismus lösen. Man nötigte die waffentragende Gruppe der Gesellschaft dazu, sich durch heilige Eide auf den inneren Frieden zu verpflichten. Diese moralische Bindung des Kriegerstandes ist ein zivilisatorischer Akt. Er ist einer der historischen Gründe, die schließllich dazu führen, den kriegerischen Erwerb von Reichtümern nicht mehr für ein selbstverständliches Recht aller Freien zu halten. (»Die Gesellschaften des frühen Mittelalters hatten den Krieg für eine normale Aktivität gehalten, in der die juristische Freiheit ihren höchsten Ausdruck fand. Es gab keinen redlicheren Gewinn als den Kriegsgewinn.« (Duby 1984, S. 212 f.) )

        Und nun meine Frage: wieso eigentlich brauchen wir gegen »Männergewalt« Feminismus? Weil Feminismus der einzige ethische Leuchtturm in finsterster patriarchaler Nacht ist? So würden es die Feministinnen sicher gerne sehen, allein es trifft nicht zu! An der feministischen Perspektive ist erstens schief, dass »Männergewalt« keinem Defizit der männlichen Psyche als solcher entspringt, sondern eine gesellschaftlich delegierte Funktion ist. Wenn die Not groß ist und den Mann der Mut zu verlassen droht, wird sein Eheweib ihm sagen: »Ermanne Dich! Sei kein Schlappschwanz! Mach‘ was, die Kinder hungern!« Falls der Mann es also ohnehin nicht von alleine tut, wird er spätestens jetzt (oder aus Angst vor einer solchen Szene) sein Schiff besteigen, über die Nordsee fahren und Northumbria ausplündern.

        Und zweitens ist schief an der feministischen Perspektive, dass die Feministinnen sich einbilden, sie hätten den Kampf gegen »Männergewalt« erfunden und seien unerläßlich sowie den rechten Weg weisend (hier bitte Lenin mit ausgestrecktem Arm vor dem inneren Auge erstehen lassen), damit er erfolgreich geführt werden kann, etwa indem man das Duluth-Modell einführt und jeden in wechselseitige Gewaltbeziehungen verstrickten Mann zum patriarchalen Terroristen erklärt.

        Erstens: ja, es stimmt, »Männergewalt« ist ein spezifisches Problem – denn Männer sind nicht nur evolutionär, sondern auch institutionell zur Gewaltausübung vorgesehen. Und wenn ein paar von ihnen dabei kaputt gehen, ist das nicht so schlimm, denn die dann unbemannten Frauen können sich immer noch beim überlebenden, lendenstarken Recken unters Bärenfell (und unter den Recken) legen, damit der Stamm nicht erlischt.

        Zweitens: die Domestizierung, Einhegung, Pazifizierung von »Männergewalt« ist einer der großen roten Fäden, die sich durch die gesamte Weltgeschichte ziehen. Wo immer das gelingt, hat die Zivilisation einen Schritt voran getan. Ganz ohne Feministinnen. Es ist nur einmal mehr ein Thema, das sie in der öffentlichen Debatte usurpiert haben, indem sie eine Frage von Machtmonopolen, Regelbindungen und »checks-and-balances« in ein sexistisches Stück Psychokacke verwandelt haben. Denn etwas anderes können sie ganz offensichtlich nicht.

  • Schutzbach schreibt:
    „Männer müssten sich nicht aus weiblicher Unterdrückung befreien, ihr Befreiungskampf ist ein anderer, vor allem von eigenen Identitätskonzepten der Stärke und Überlegenheit.. Und das macht es vermutlich für Männer komplexer, sie können keine Unterdrückung beklagen durch eine weibliche Herrschaft.“

    Andersrum wird doch ein Schuh draus. Die Tatsache, dass Frauen historisch einmal benachteiligt waren (oder, dass es zumindest so gesehen wird), ermöglicht ihnen, es sich einfacher zu machen: Wann auch immer die Rede auf ihre Verantwortung an den gegenwärtigen Verhältnissen kommt, können sie sich darauf rausreden, sie seien ja historisch (und deshalb irgendwie wohl noch immer) auf irgendeine Weise unterdrückt und deshalb unschuldig.
    Das können Feministinnen wie Schutzbach bis zum Sanktnimmerleinstag beklagen. Aber durch diese Klage kann sich an den gegenwärtigen Verhältnissen gar nichts ändern, weil es ihnen eben nicht gerecht wird. Das hast du richtig dargestellt. Es sind leere Worthülsen. Nur, wer sich seiner Verantwortung stellt, kann auch etwas ändern. Wenn Schutzbach die gegenwärtigen Verhältnisse beibehalten wollte, dann könnte sie sich nicht effektiver dafür einsetzen, als sie es mit diesen Nebelkerzen tut. Wer Frauen als macht- und verantwortungslos darstellt, produziert dadurch erst die Realtität, die er vorgeblich bekämpfen will. Be the change you want to see!

    Darüber hinaus:
    „Sie müssen also ein Stück weit an ihrem eigenen Ast sägen. Ein schwieriges Unterfangen. Weil sie ja auch immer wieder viele Credits bekommen in diesen Positionen.“
    Es stellt sich die Frage: Wenn es tatsächlich so ist, dass Männer von den Verhältnissen profitieren – warum sollten sie ein Interesse daran haben, sie zu ändern? Dass Schutzbach es nicht einmal für nötig hält, von ihrem ungeheuer langen Text auch nur ein Wort darauf zu verwenden, uns inhaltlich davon zu überzeugen, lässt erahnen, wie hoch das Ross ist, auf dem sie sitzt.
    Aber der Schuss geht halt nach hinten los. Auch da wieder: Wer sich zu Schade ist, für seine Ideen zu werben, der wird seine Kritiker auch nicht überzeugen und wiederum nichts an den Verhältnissen ändern können.
    Man fragt sich irgendwann wirklich, ob sie das überhaupt will, oder ob sie sich nicht in ihrer Rolle eigentlich sehr gut gefällt.

    • @DNM

      Du schreibst:

      „Andersrum wird doch ein Schuh draus. Die Tatsache, dass Frauen historisch einmal benachteiligt waren (oder, dass es zumindest so gesehen wird), ermöglicht ihnen, es sich einfacher zu machen: Wann auch immer die Rede auf ihre Verantwortung an den gegenwärtigen Verhältnissen kommt, können sie sich darauf rausreden, sie seien ja historisch (und deshalb irgendwie wohl noch immer) auf irgendeine Weise unterdrückt und deshalb unschuldig.“

      Die Frage stellt sich eben, ob diese historische Benachteiligung wirklich so eine Einbahnstrasse war, wie dies die feministische Geschichtsschreibung erzählt?! Zum einen gab es ja auch im Mittelalter Stände und später Klassen und je nach Stand und Klasse waren ja auch Männer wie Frauen nicht privilegiert. Ausserdem: wenn wir z.B. die Kulturgeschichte von Kucklick mit der hegemonialen feministischen Kulturgeschichte vergleichen, gibt es ja hier extreme Unterschiede, wie diese Kulturgeschichte der Geschlechter zu interpretieren ist, also was wirklich Sache war. Ich denke, wie die heutigen Feministinnen sehen vermutlich auch die feministischen Geschichtwissenschaftlerinnen viele Benachteiligungen der Männer nicht, die es vermutlich auch gab. Wer natürlich vor allem nach Benachteiligungen bei Frauen sucht und alles irgendwie als Benachteiligung interpretiert, wird sicherlich viel finden.

      Du schreibst:

      „Das können Feministinnen wie Schutzbach bis zum Sanktnimmerleinstag beklagen. Aber durch diese Klage kann sich an den gegenwärtigen Verhältnissen gar nichts ändern, weil es ihnen eben nicht gerecht wird. Das hast du richtig dargestellt. Es sind leere Worthülsen. Nur, wer sich seiner Verantwortung stellt, kann auch etwas ändern. Wenn Schutzbach die gegenwärtigen Verhältnisse beibehalten wollte, dann könnte sie sich nicht effektiver dafür einsetzen, als sie es mit diesen Nebelkerzen tut. Wer Frauen als macht- und verantwortungslos darstellt, produziert dadurch erst die Realtität, die er vorgeblich bekämpfen will. Be the change you want to see!“

      Ich frage mich ja eh: Wenn die Frauen ja hunderte bzw. tausende von Jahren das benachteiligte Geschlecht war, weshalb die nicht schon längst eine Revolution oder Aufstände gestartet haben. Aufstände gab es doch seit Menschengedenken, vermutlich meistens durch Männer angezettelt, die Frauen kamen offenbar nicht auf die Idee, selbst Aufstände oder Revolutionen anzuzetteln.

      Du schreibst:

      „Man fragt sich irgendwann wirklich, ob sie das überhaupt will, oder ob sie sich nicht in ihrer Rolle eigentlich sehr gut gefällt.“

      Ich habe schon den Eindruck, dass gewisse Feministinnen sich sehr gut in der Opferrolle gefallen. Also jammern, klagen, Sündenböcke und Verantwortliche suchen, die an ihrem Elend schuld sind, scheint offenbar sehr befriedigend zu sein.

      • Deshalb meine Anmerkung in Klammern: „(oder, dass es zumindest so gesehen wird)“. Ich denke schon, dass man, bei neutraler Beobachtung, durchaus Belege dafür finden kann, dass Frauen lange Zeit nicht gleichberechtigt waren.
        Allerdings ist das Feld viel komplizierter, als es in der Regel von der sogenannten „feministischen Forschung“ dargestellt wird. Gleichberechtigung gleich welcher Art war über die längste Zeit der Menschheitsgeschichte kein angestrebtes Ziel. Das gilt für die Geschlechter genauso wie es für allerlei andere demographischen Merkmale gilt. Heutige Wertmaßstäbe aber an gänzlich andere Epochen anzulegene, das hat mit seriöser historischer Forschung nichts zu tun. Ein seriöser Wissenschaftler wird sich immer der Begrenztheit des gegenwärtigen Augenblicks und der historischen Subjektivität der darin geltenden Wertmaßstäbe bewusst sein. Soll heißen: Künftige Epochen werden auf unsere Maßstäbe genauso geringschätzig herabblicken wie wir auf vergangene. Daher kann eine Epoche nur in ihrer Zeit beurteilt werden. Es gibt für alles gute Gründe, so schwer das auch manchmal einzusehen fällt.

        Dadurch aber, dass die „feministische Forschung“ das Thema so reduziert darstellt, erweckt sie intellektuellen Widerstand und sorgt durch ihre Parteilichkeit gleichsam dafür, dass man gegen sie Partei bezieht. Das hat den unschönen Nebeneffekt, dass man verleitet ist, alles abzulehnen, was sie behauptet. Aber auch damit macht man es sich zu einfach. Es ist nicht alles falsch und Mist. Es gilt, die Spreu vom Weizen zu trennen.

    • @Der nachdenkliche Mann:

      »Es sind leere Worthülsen.«

      Das ganze Interview ist ein Florileg feministischer Scholastik.

      »Wer Frauen als macht- und verantwortungslos darstellt, produziert dadurch erst die Realtität, die er vorgeblich bekämpfen will.«

      Die Pointe daran: das feministische Establishment muss diese Realität produzieren, weil allein damit der eigene Zuständigkeits- und Alimentierungsanspruch aufrechterhalten werden kann. Wenn es kein Proletariat mehr gibt, braucht man auch keine Partei des Proletariats mehr.

      »Dass Schutzbach es nicht einmal für nötig hält, von ihrem ungeheuer langen Text auch nur ein Wort darauf zu verwenden, uns inhaltlich davon zu überzeugen, lässt erahnen, wie hoch das Ross ist, auf dem sie sitzt.«

      In dem Augenblick, in dem der Feminismus sich auf Argumente einlässt, wird offenbar werden, dass er keine mehr hat, sondern nur noch auf moralischer Erpressung beruht. Daher ist das »hohe Ross« ist ein notwendiger Bluff, der Unangreifbarkeit vortäuscht.

      »Man fragt sich irgendwann wirklich, ob sie das überhaupt will, oder ob sie sich nicht in ihrer Rolle eigentlich sehr gut gefällt.«

      Sie hat ja sonst keine Rolle, die sie spielen könnte. »Seriöse Wissenschaft?« »Ehrliche Arbeit« (TM)? Die einzige Rolle, die Schutzbach glaubwürdig vermitteln kann, ist die der Gouvernante. Und das ist auch ihr Feminismus: die Fortsetzung des Gouvernantentums mit anderen Mitteln.

      • @djad

        „Florileg“ musste ich erst einmal nachschlagen – du machst dich also verdient um den Erhalt aussterbender Wörter?! Respekt! 😉

        „Und das ist auch ihr Feminismus: die Fortsetzung des Gouvernantentums mit anderen Mitteln.“
        YMMD!

        Gruß crumar

  • @Der nachdenkliche Mann

    „Es stellt sich die Frage: Wenn es tatsächlich so ist, dass Männer von den Verhältnissen profitieren – warum sollten sie ein Interesse daran haben, sie zu ändern?“

    Ja, das ist in der Tat eine gute Frage.
    Sie denkt, es sind Männer „ja selbst, die mehrheitlich an den so genannten Schaltstellen der Macht agieren“, die wiederum Verhältnisse schaffen, die diese Machtverhältnisse sichern.

    Wenn sie also meint: „Sie müssen also ein Stück weit an ihrem eigenen Ast sägen.“, dann wird sich jeder vernünftige Mann weiterhin die Frage stellen: „Wieso sollte ich?“
    Denn jeder Mann, der nicht „ein Stück weit“ bekloppt ist wird antizipieren können, dass wenn man den Ast absägt, auf den einen Feministinnen haben sitzen lassen, wird Mann wohl vom Baum fallen. Die Vernunft (eine patriarchale Erfindung, mit der Frauen daher spontan fremdeln) wird einem Mann raten, mit dem sägen gar nicht erst anzufangen.

    Nachdem mir also eine Feministin quasi bewiesen hat, dass es unprofitabel und ungesund für Männer ist die Verhältnisse zu verändern stellt sich die Frage, an wen sich eigentlich ihr Appell richtet, die Verhältnisse zu verändern.

    Zunächst scheint jeder Appell an das „unmoralische Geschlecht“ im Grunde sinnlos.
    Aber weiter: Das „unmoralische Geschlecht“ hat selbstverständlich universelle Moral- und Gerechtigkeitsvorstellungen entwickelt, die erst einmal falsch sind, weil nicht partikular.
    D.h. in diesen sind Frauen natürlich nicht enthalten.
    Insofern sind alle weiblichen Appelle, die sich auf Gerechtigkeit und Moral im universalistischen Sinne berufen nichts anderes als eine Reproduktion patriarchaler Gerechtigkeits- und Moralvorstellungen.

    Und Frau Schutzbach, das prangere ich an!
    Sie täten gut daran, sich vorher zu überlegen, was sie da in den Mund nehmen.

    Gruß crumar

  • Überaus lächerlich ist auch das Manöver von Schutzbach, wie sie versucht das dem Feminismus zentrale Opfernarrativ zu verschleiern und den Feminismus sogar noch als emanzipative Selbstbestimmung hinzustellen:

    „Frauen haben auch Handlungsmacht und sie gestalten ihr Leben und die Geschichte mit, sie nur als Opfer zu sehen, halte ich für kurzsichtig, ja unfeministisch.“

    Ihr Beleg dafür folgt gleich im nächsten Satz:

    „Frauen sind nicht einfach kollektiv Leidtragende, zudem haben sie auch kollaboriert, hier wurde der Begriff der ‚Mittäterschaft’ wichtig (zum Beispiel im Nationalsozialismus).“

    Das wäre ja sensationell, wenn eine Feministin Frauen als gleichberechtigt Schuldfähige neben Männer stellt! Aber nicht so schnell, denn gleich im nächsten Satz kommt die grosse Relativierung:

    „Patriarchale Logik stützt sich auf diese Mittäterschaft, wie Thürmer-Rohr schreibt:“

    Also ist es doch wieder mal das „Patriarchat“, welches eigentlich hinter der Mittäterschaft (die ja vorher schon in Anführungszeichen gesetzt wurde, um diesen Begriff abzuschwächen) der Frauen steht. Und so geht die Argumentation von Thürmer-Rohr natürlich von den Frauen als dem „untergeordneten anderen Geschlecht“ aus, das nur zur Aufgabe hätte „das männliche Individuum schützen und abschirmen“ zu müssen. Eine „menschliche Logik“, also Schuldfähigkeit im eigentlichen Sinn, kann das also nicht sein.

    Andere Feministinnen reden derzeit immer von „internalisiertem Sexismus“, was genau das Gleiche meint, keine Schuldfähigkeit.

    Den „Intersektionalismus“ benutzte Schutzbach ganz kurz vorher auch schon, um das kollektivistische Opfernarrativ des Feminismus zu verschleiern.
    Auf die Frage „Frauen haben also allen Grund, wütend zu sein?“ antwortet sie „Ich bin der Meinung, Frauen haben eine Art Wut-Bonus.“, also alle Frauen gegenüber der phallokratischen Männerwelt. Dann scheint ihr allerdings aufzufallen, dass ihre Argumenation sich an eine anders geartete kollektivistische anlehnt, so dass sie sich eifrig abgrenzt: „Ich meine hier nicht im Sinne von Wutbürgertum, beim Wutbürgertum geht es ja stark darum, als völkisch einheitliche Gruppe in Erscheinung zu treten ….“ In dieser Situation hilft der Intersektionalismus weiter, nach dem kann Schutzbach behaupten: „Es gibt aber gerade nicht die „Wut-Frauen“, weil es eben keine einheitliche Kategorie Frau gibt, sondern sehr unterschiedliche Erfahrungen und Probleme.“ Dass trotz allem Intersektionalismus das Grundthema gilt, dass Frauen grundsätzlich und immer von Männern unterdrückt werden, wird natürlich nicht erwähnt, genau das soll ja vertuscht werden. Nachdem Schutzbach sich vom „Wutbürgertum“ derart distanziert hat, verherrlicht sie „Wut“, sie können „eine visionäre Kraft haben“, was natürlich komisch ist, da Wut und Wahrsager allgemein als blind imaginiert werden. Diese doppelte Blindheit rechtfertigt dann nach Schutzbach: „persönliche(n) Verletzungen können politisiert und in die Gesellschaft getragen werden“.

    Nur darauf ist zu achten:

    „Das heisst aber auch, dass Frauen untereinander Verletzungen, Konflikte und Differenzen austragen, und eben klar sein muss, dass wir feministische Wut intersektional denken müssen.“

    Das bedeutet, dass die grösstmögliche Benachteiligung anderer zur eigenen Sache gemacht werden darf und derart munitioniert darf man gleich mit der grössten Selbstgerechtigkeit gegen die ganze „weisse“ Zivilisation vorgehen.

  • „Männer müssen akzeptieren, dass das strukturell ist, und dass sie daran arbeiten müssen. Männliche Gewalt ist ein Problem, das man nicht anderen in die Schuhe schieben kann.

    Genau das tut die gute Frau doch. Sie schiebt allen Männern und somit auch mir die Verantwortung für Gewalttaten in die Schuhe, Gewalttaten, die von Männern verübt wurden (aka. „männliche Gewalt“). Nein Frau Schutzbach, den Schuh zieh ich mir nicht an. ,

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