Familie

Vom Fortbestehen des Faschismus

Bild zeigt Mutter mit ihrem Kind Adolf Hitler
geschrieben von: Lucas Schoppe

Die Störenfriedas propagieren eine rechtsradikale Familienpolitik – und niemanden stört es

Wer unvorbereitet in unsere heutigen politischen Debatten stolpert, der wird zwangsläufig den irrigen Eindruck gewinnen, unsere Zeit wäre eine sehr schlechte Zeit für Faschisten. Jedenfalls wird er schnell merken, dass Menschen aller politischen Richtungen Menschen anderer Richtungen als „Faschisten“, „Faschos“ oder wahlweise auch als „Nazis“ beschimpfen: Linke bezeichnen die Rechten ohnehin schon aus Gründen der Traditionssicherung so, Rechte die Linken als „Linksfaschisten“, Feministinnen werden als „Feminazis“, Gegner des Feminismus als „Masku-Nazis“ hingestellt.

Der unvorbereitete Stolperer wird aber wohl auch nach einiger Zeit glauben, „Faschismus“ sei überhaupt keine irgendwie definierbare politische Richtung, sondern ein ganz allgemeines Synonym für „Geht gar nicht“. Das hat Folgen. Würden wir uns beispielsweise genauer mit verschiedenen Aspekten faschistischer Politik befassen, und würden wir verstehen, wie sich die durchgehende Anti-Humanität dieser Politik in ganz unterschiedlichen Bereichen ausgeprägt hat – dann würden wir einige unserer heutigen Positionen wiedererkennen und sie kritischer sehen.

bis-heute-vorbild

„Bis heute Vorbild“, untertitelt die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung diese Abbildung einer Zeitung der NS-Frauenschaft.

Das gilt auch für Positionen der Familienpolitik, die zwar nicht spektakulär die große Politik geprägt, dafür aber einen immensen Einfluss auf das Alltagsleben Hunderttausender genommen haben. Wer sich beispielweise schon einmal mit der Familienpolitik der Nationalsozialisten beschäftigt hat, wird erschrocken feststellen, wie zäh diese Politik weiter wirkt.

Bis heute.

 

Warum Gleichberechtigung ein trojanisches Pferd ist und Kinder vom Meer gezeugt werden

Die feministische Webseite der Störenfriedas hat gerade erläutert, warum „Gleichberechtigung“ aus feministischer Perspektive ein höchst fragwürdiger Begriff ist. Die Autorinnen nämlich treibt die Ahnung um, das

„Gleichberechtigung, wenn es um das Kinderkriegen und die Kindererziehung geht, eine Art trojanisches Pferd ist, das uralte patriachale Ansprüche als Fortschritt tarnt.“

Wenn Väter an der Kindessorge interessiert sind, dann also keineswegs an der Sorge für das Kind – sondern allein an der Möglichkeit, das Kind als Instrument zur Machtsicherung über die Mutter zu verwenden. Wer schon einmal nebenbei Diskussionen über das Sorgerecht geführt hat, wird wohl auch dieser Position begegnet sein – und wohl niemals Belegen dafür.

Belege führen auch die Störenfriedas nicht an – als wäre Belege zu fordern ohnehin nur ein Trick, um Machtstrukturen zu verschleiern. Statt dessen präsentiert der Text eine historische Fantasie:

„Männer brauchen Frauenkörper, denn diese tragen ihre Nachkommen aus. Diese Abhängigkeit ist eine der Urwurzeln des Frauenhasses, denn sie macht dem Mann klar, dass ganz gleich, wie sehr er sich über die Frau erhebt, ohne sie ist die Menschheit dem Untergang geweiht.“

Genau genommen wäre die Menschheit wohl auch ohne Männer nicht allzu weit gekommen – aber da Frauen sich nicht über Männer erheben, können sie das allgemein wohl schulterzuckend akzeptieren, ohne deswegen gleich Hassgefühle zu entwickeln.

Insgesamt ist auch diese Äußerung für die Störenfriedas wohl so selbsterklärend, dass kein Beleg dafür nötig ist. Es reicht als Beweis, dass „indigene Gesellschaften“ es mit der Elternschaft ganz anders halten.

„Zahlreiche indigene Gesellschaften matrilinearer Ausrichtung schenken dem biologischen Vater überhaupt keine Bedeutung, vielmehr sind es das Meer oder Gottheiten, die die Frau schwängern, das Kind gehört automatisch zur Familie der Mutter und wird von ihren Brüdern miterzogen. Die Natur hat biologisch den Akt der Zeugung vorgesehen – nicht aber der Vaterschaft.“

Welche indigenen Gesellschaften das nun eigentlich sind, ist hier gar nicht wichtig. Wichtig ist allein die Beziehung zwischen Mutter und Kind – der Vater hat zwar irgendwann mal kurz etwas damit zu tun gehabt, aber im ideellen Sinne mit dem Kind keine Verbindung mehr. Weniger jedenfalls als das Meer und die Gottheiten.

Deswegen also brauchen die Störenfriedas nirgends Belege für ihre Behauptungen. Sie imaginieren eine friedliche, natürliche matriarchale Welt, die erst durch den patriarchalen Besitzwahn nebst zugehörigem Frauenhass verdrängt worden wäre. Angesichts dieser großen, umfassenden Geschichtserzählung wirkt die Erwartung von Belegen kleinlich und uninspiriert.

 

Göttinnen im Schwenk nach rechts

Es ist allerdings kein Zufall, dass sich gerade die sogenannte Matriarchatsforschung notorisch anfällig für rechtsradikale Positionen gezeigt hat. Im Antisemitismus der feministischen Theologinnen Christa Mulack und Gerda Weiler zum Beispiel, die beide den jüdischen Glauben als patriarchalen Bruch einer ursprünglichen matriarchalen Harmonie beschreiben.  Wenn für Mulack  „auch nationalsozialistische Exekutoren des Judenmords wie Adolf Eichmann (…) letztlich in der Tradition jüdisch-patriarchaler Gesetzesmoral“ stünden – dann weist sie Juden damit die grundsätzliche Schuld am Holocaust zu.

Auch die Euthanasiefantasien der feministischen Theologin Mary Daly, auf die sich die Störenfriedas ausdrücklich berufen, stehen in faschistischen Traditionen – in Traditionen der Fantasien von einem harmonischen Volkskörper, der nur sehr begrenzt Fremdes ertragen könne. Bei Daly ist die Harmonie weiblich und das ewig Fremde männlich.

Das Familienideal des Nationalsozialismus war eben nicht die bürgerliche Kleinfamilie, in der Kinder in einer gewissen Autonomie gegenüber den Zurichtungen des totalen Staats hätten aufwachsen können. Männer wurden ohnehin anderweitig gebraucht, an der Front nämlich. Nicht die Kleinfamilie, sondern die Mutter-Kind-Beziehung steht im Mittelpunkt nationalsozialistischer Familienbilder.

„Dem Führer ein Kind schenken“: In dieser Fantasie ist zwar nicht das Meer oder eine Gottheit, aber dafür Adolf Hitler der eigentliche Vater des Kindes.

Damit verschwindet imaginativ nicht nur der leibliche Vater, sondern am Ende auch das Kind – zumindest, soweit es männlich ist. Dem Führer das Kind zu schenken bedeutete schließlich, es ganz der Verwendung für das imaginative Volksganze zur Verfügung zu stellen – und das bedeute für Mädchen die Mutterschaft, für Jungen den Opfertod auf den Schlachtfeldern.

Dass das Bild der Mutter-Kind-Beziehung für eine faschistische Politik so interessant ist, lässt sich leicht erklären. Das Kind ist vor der Geburt eben ganz von der Mutter umhüllt, hat keine Chance auf Eigenständigkeit, lebt mit ihr in einer innigen Einheit – so wie eine faschistische Politik auch den von ihr umhüllten Volkskörper als Einheit fantasiert, als innere Einheit und als Einheit zwischen Volk, Staat und Führer.

Mit der Idee der ganz ungetrübten Harmonie ist auch eine ungehemmte Selbstüberhöhung verbunden. Ignoriert die Frau den störenden Anteil des Mannes, dann kann sie sich als Schöpferin und Göttin fühlen. Eine Kommentatorin des Störenfriedas-Artikels mahnt dann auch: „Reminder: Frauen, ihr seid Göttinnen! Euer Körper erschafft neues Leben!“

Auch dieses Bild der Mutter ist interessant für einen faschistischen Staat, bei dem eben nicht die Staatsgewalt vom Volke ausgeht, sondern der einzelne Mensch in dem, was er ist, durch Volk und Staat eigentlich erst erschaffen wird.

In politischer Perspektive sind diese Fantasien faschistisch, in psychologischer tief narzisstisch. Ein anwesender, realer Vater könnte immer nur ein Störfaktor in der fantasierten Einheit zwischen Mutter und Kind auf der einen sowie Mutter und dem Ganzen auf der anderen Seite sein.

 

Pippi Langstrumpf meets Faschismus

Wer sich imaginativ so absolut setzt, wird allerdings kaum realitätsgerecht agieren können – eine Realität außerhalb der eigenen Fantasien wäre ja in jedem Fall eine Störung der tiefen inneren Harmonie. So echauffieren sich die Störenfriedas dann zum Beispiel über „die Straffreiheit von Vergewaltigungern, die Strafbarkeit von Abtreibungen“, die ihre Wurzeln jeweils „im misogynen Denken des Patriarchats“ hätten.  Dass es für den naiven Betrachter deutscher Gesetze so aussieht, als ob es genau andersherum wäre, ist dann leicht erklärt:

„da wir alle in diesem Denken aufwachsen, können wir gar nicht anders, als diesen Denkmustern zu folgen.“

So kann denn die Realität – die eigentliche Realität – ganz den eigenen Wünschen entsprechend entworfen werden. Was diesen Wünschen nicht entspricht, sei schließlich Ergebnis gesellschaftlicher Konstruktionen, die allesamt im Dienste der Menschheitsfeinde entworfen würden.

Der geübte Blick aber kann sie enttarnen. Väter zum Beispiel seien überhaupt nicht notwendig – da aber „patriarchales Recht nicht mehr mit der Überlegenheit des Mannes gerechtfertigt werden kann“, müssten nun Falschinformationen zur Bedeutung des Vaters für das Kind zur Patriarchats-Sicherung herhalten.

Ehemänner hätten seit 1975 „keine absolute Macht mehr“ über die Frau, die sie ja bekanntlich vorher allezeit hatten.

Dass Kinderkriegen „bis in die jüngste Geschichte und unsere Gegenwart für Frauen lebensgefährlich ist“, liegt natürlich irgendwie am Patriarchat – dass gerade die erzpatriarchale moderne Medizin die Risiken für Kinder und Mütter extrem gesenkt hat, kann dabei keine Rolle spielen.

Auch die Kommentatorinnen durchschauen im Anschluss daran geübt, wie trügerisch die sogenannte Realität ist. Wenn Kinder ihre Väter vermissen, seien das halt „Kinder, die patriarchal konditioniert aufwachsen“. Eine Frau hingegen, die ihre Träume eines Lebens in einer Frauenkommune entnervt aufgegeben hat, weiß:

„Frauen sind einfach nicht mehr ‚gruppengeeignet‘, da aberzogen, durch allerlei Spalt- und gegeneinander Ausspielen -Kämpfe.“

Wenn Kinder ihre Väter vermissen, ist das nur ein Beweis für die destruktive Allmacht des Patriarchats und erst recht ein Grund, Väter von den Kindern fernzuhalten. Selbst wenn alle Männer verschwunden und Frauen ganz unter sich sind, dann sind die Männer für die internen Streitigkeiten der Frauen verantwortlich – wer auch sonst?

So verbindet sich hier die Allmachtsfantasie einer völligen Herrschaft über das, was als real zu gelten hat, mit einer kindlichen Verantwortungsfreiheit. Pipi Langstrumpf meets Faschismus: Ich mach mir meine Welt, widde widde wie sie mir gefällt.

Störend ist hier nicht allen das Männliche, sondern auch die Eigenständigkeit des Kindes. Die Ausgrenzung dieses Störenden ist Bedingung und Konsequenz der eigenen Selbst-Vergottung.

schuetze

Der Vater ist nicht mit im Bild – er ist verantwortlich für Schutz und Versorgung, aber gehört nicht wirklich dazu.

Angeheizt durch den Text, überbieten sich sie Kommentatorinnen in ihren Fantasien einer „Mutterschaft völlig ohne leiblichen Vater!“ Frauen sollten eben den Vater des Kindes nie angeben und auf Unterhalt verzichten – stillschweigend natürlich mit dem Kalkül, dass ersatzweise ja der Staat  als abstrakter Über-Vater einspringt. Sie müsse „angeben, dass sie es nicht mehr weiß, weil sie betrunken war oder K.O.Tropfen bekommen hat“.

Oder noch besser:

„Sich einen hutaussehenden, gesunden Typ suchen, ihn für einen ONS gewinnen, natürlich zum richtigen Zeitpunkt (Eisprung-technisch) und im natürlich nix verraten, weder Namen noch Adresse – der hat seinen Spaß und fragt nie mehr nach irgendwelchen möglichen Kindern.“

 

Der Mann als Leinwand und Erzeuger

So wird denn auch klar, warum keine einzige Aussage über Männer an irgendeiner Stelle belegt wird. Als reale Personen kommen Männer hier gar nicht vor – und wenn sie doch ausnahmsweise einmal nötig sind, nämlich als Erzeuger oder Bezahler, dann mögen sie bitte möglichst schnell wieder gehen.

Was die Störenfriedas und ihre Kommentatorinnen über Männer schreiben, ist rein projektiv. Männer sind hier schlichtweg eine Leinwand, auf der sie die Destruktivität ihrer eigenen Positionen abbilden können, ohne sie sich selbst zurechnen zu müssen.

Die eigene wahnhafte Absolutsetzung – die inzestuös anmutende Gier auf das Kind – die Überzeugung, das Kind gehöre ihnen, da es von ihnen geschaffen worden sei – die verrohte  Instrumentalisierung des anderen Elternteils – die Fantasie, dass alles, was die eigene Bestimmungsgewalt bedrohe, notwendig tief destruktiv sein müsse: Alles, was hier Männern beleglos untergeschoben wird, führen die Störenfriedas zugleich in ihren eigenen Positionen vor.

Ohne es zu merken, allerdings.

Dieser projektive Charakter wird möglich allein durch einen Abschied von der Idee, dass es eine gemeinsame, auch gemeinsam zugängliche soziale Realität gäbe – und durch die schroffe Unterteilung der Welt in Gut und Böse, in uns und die Feinde. Die Welt nicht als gemeinsamer Lebensraum, sondern als Schlachtfeld des permanenten Entscheidungskampfes zwischen den (allzu) Guten und den (skrupellosen) Bösen: Eben das ist auch das Weltbild faschistischer Politik.

Selbst wenn dann der Text einmal soziale Realitäten trifft, liegt er immer noch weit daneben. Die Störenfriedas erregen sich darüber, dass die Mutter Verantwortung tragen muss, „während der Vater ‚wählt’ ob er daran teilhat“. Das ist nicht einmal falsch und auch einer meiner zentralen Kritikpunkte am neuen Kindschaftsrecht.

Nichtverheiratete Mütter und Väter haben darin keineswegs von Geburt des Kindes an das gemeinsame Sorgerecht – sondern der Vater erhält das Sorgerecht erst auf Antrag. Tatsächlich kann das Vätern signalisieren, dass sie nur dann Verantwortung für ihre Kinder übernehmen müssten, wenn sie das wollen.

Allerdings vergessen die Störenfriedas, darauf hinzuweisen, dass nicht etwa patriarchale Verantwortungsverweigerer diese Regelung installiert haben – sondern dass sie gegen den entschiedenen Widerstand von Vätergruppen durch Mütterlobbyistinnen durchgesetzt wurde, denen die gemeinsame Sorge ein Graus ist.

Ebenso ein Graus wie den Störenfriedas, die im Unterschied zu Väterverbänden verbissen auf die alleinige Sorge setzen, die dabei Menschenrechte und Kindeswohl ignorieren – und die zugleich Männern vorwerfen, es ginge ihnen allzeit um Alleinherrschaft.

„Spannend und auf den Punkt“ findet jedoch die Bloggerin und Buchautorin Christine Finke (Mama arbeitet) den Text, und in den Kommentaren gibt es – mit der Ausnahme zweier verloren wirkender Kommentare von Vätern – nirgendwo Kritik.

Dafür ist der Kommentarstrang voller Fortsetzungen des Hasses auf Väter, des unverblümten projektiven Neids, der Fantasien einer ungetrübten Verfügungsgewalt über Kinder – und, natürlich, des Desinteresses an realen rechtlichen und sozialen Bedingungen.

„(W)enn schon Frauen wegen ihrer Selbstbestimmungsrechte in Verhütung und Abtreibung mit Sanktionen bedacht werden, warum nicht AUCH ENDLICH mal die Väter ?“

Könnte es vielleicht damit zusammenhängen, dass Väter keine Selbstbestimungsrechte im Hinblick auf Abtreibungen haben? Und auch damit, dass Verhütung überhaupt keine Sanktionen nach sich zieht, auch für Frauen nicht?

Klar ist: Es ist völlig aussichtslos, mit Menschen zu diskutieren, die solche Positionen vertreten. Jede Gegenposition wird ihnen Futter für projektive Mechanismen sein und wird ihnen schließlich zur Bestätigung dessen dienen, was sie irgendwie immer schon wussten. Mit Akteuren, die solche Positionen vertreten, ist das Gespräch sinnlos – wichtig ist allein, dass sie damit möglichst wenig Macht und Einfluss haben.

Auch das haben sie mit Faschisten gemeinsam.

 

Danke an den Kommentator Gerhard bei Alles Evolution für den Hinweis auf den Text und seine Empfehlung durch Mama arbeitet.

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62 Comments

  • Tja, der Typ aus Braunau mit dem Nasenbart hat nicht nur damals mit seinem Wahn von 1000-Jahren ein ganzes Land verwüstet und hernach die halbe Welt.

    Nein, seine kranke Hinterlassenschaft wirkt bis heute an, wie du gut in deinem (etwas langem) Artikel dargelegt hast.

    Auch, wenn man Frauen nicht mehr die Wahlfreiheit lassen möchte, ob nun Arbeit oder Kirche, so hängt das Stigma oder Paradigma des Mutterkultes (damalig: ‚Produziermaschinen‘) und der Väterentwertung, die außer zum Zeugen nur noch für die Produktion oder als Soldatenmaterial taugen, bis heute noch immer in den Köpfen fest. Nach über 70 Jahren.

    Man kann also, nicht ohne Übertreibung sagen, dass diese Schneise der Verwüstung immer noch durch die Gesellschaft geschlagen wird. Eine eigentlich ziemlich bittere Erkenntnis, die manche Leute schon allein aus ideologischen Gründen überhaupt nicht in ihre Köpfe bekommen wollen.

  • Es ist nicht richtig, dass die Mutter die Verantwortung für das Kind übernehmen muss, während der Vater wählen kann. Allein die Mutter entscheidet darüber, ob der Vater benannt wird und dann ggf. finanzielle Verantwortung tragen muss, und dann ggf. Umgang und elterliche Sorge bekommen kann. Vorher aber entscheidet die Mutter, ob sie selbst Verantwortung für das Kind übernehmen möchte oder nicht. Möglichkeiten diese Verantwortung abzugeben sind: Abtreibung, Babyklappe, anonyme Geburt, Freigabe zur Adoption, den Ehemann mit dem Kind sitzen lassen. Die Fantasie, dass die Mutter Verantwortung für das Kind übernehmen müsse, ist ebenfalls faschistoid, wenn man dem sonstigen Argumentationsstrang des Artikels folgen möchte.
    Erst nachdem die Mutter ihre Entscheidung getroffen hat, hat der Vater gewisse Wahlmöglichkeiten, allerdings weniger als die Mutter, denn wenn die Mutter den Vater benennt und die Vaterschaft feststellen lässt, so kann der Vater seine Elternschaft nicht zur Adoption freigeben (außer die Mutter stimmt VORHER zu) oder eine juristische Abtreibung vornehmen oder die finanzielle Verantwortung durch Zahlung von Barunterhalt ablehnen.

      • „Für die Männer sieht die Auswahl mehr als mau aus“

        Alle erwähnten „Möglichkeiten diese Verantwortung abzugeben“ (Abtreibung, Babyklappe, anonyme Geburt, Freigabe zur Adoption, den Anderen mit dem Kind sitzen lassen) entbinden auch die jeweiligen Erzeuger von ihrer Verantwortung oder stehen diesen ebenso frei – nur ohne, dass es sie etwas kostet.

      • Naja gut, ok. Wer seine Familie sitzenlassen will, muss i.A. wohl auswandern, was man schon als Kosten beschreiben könnte… Viele Menschen wollen das aber auch freiwillig tun, insofern…

    • „wenn die Mutter den Vater benennt und die Vaterschaft feststellen lässt, so kann der Vater seine Elternschaft nicht zur Adoption freigeben (außer die Mutter stimmt VORHER zu)“

      oder nachher. Weil sie einen neuen Partner an ihrer Seite hat, der die Vaterschaft übernehmen möchte. Was übrigens der häufigste Fall von Adoption ist m.W.n.

      • Wie immer mal wieder voll am Kern der Aussagen vorbei.

        Dass auch der „Erzeuger“ (schön, wie immer wieder verlässlich mit herablassenden Zuschreibungen über Väter geredet wird) davon „profitiert“ hat nichts mit dem beklagten Umstand zu tun, denn der zielt darauf ab, dass stets die Mutter (die Brutstation, um mal deine Rhetorik zu spiegeln) die Entscheidung für sich, das Kind und den Kindsvater trifft. Dass ihm diese Möglichkeiten zur Verfügung stehen, ist davon ab schlichter Blödsinn.

        Selbst im Fall der späteren Adoption durch einen anderen Mann ist er da raus. Er kann lediglich bei einem minderjährigen Kind die volle Adoption (also an Kindesstatt) ablehnen. Er kann aber nicht, um sich aus den unter Umständen für ihn ohnehin nur noch auf monetäres beschränkten Verpflichtungen zu winden, auf derlei Juristereien hinwirken. Ist der Neue finanziell deutlich schlechter situiert, wäre die Frau mit dem Klammerbeutel gepudert, von sich aus eine Adoption durch diesen anzustreben, verliert sie dadurch doch die Unterhaltsansprüche dem besser betuchten Ex gegenüber. Der Ex kann aber weder sie noch ihren Neuen dazu verpflichten.

        In der Reproduktion sieht es schlicht so aus, dass Frauen alle Möglichkeiten haben, darüber zu entscheiden, ob sie Mutter sein wollen oder nicht. Der Mann ist, egal wie er zu der Frau steht, selbst wenn es nur ein flüchtiger One-Night-Stand war, umfänglich von der Entscheidung der Frau betroffen und abhängig.

        Erwartbar kommt natürlich immer wieder, wenn man dieses rechtliche Ungleichgewicht kritisiert, das schon fast Züge von Lehensherrschaftsverhältnissen hat, von feministisch sozialisierten Personen das rotzige Totschlagargument, er hätte halt beim Vögeln ein Wenig aufpassen müssen. Dies finde ich immer sehr erhellend im Hinblick auf die dadurch offenbar werdenden kognitiven Leistungsfähigkeiten dieser Leute, denn sie merken sehr deutlich nicht, dass dasselbe Argument auch gegen jegliche Rechte von Frauen, sich gegen Schwangerschaft oder Mutterschaft entscheiden zu können anwendbar ist. Auch die hätten schließlich nur beim Rumvögeln halt mal ein Bissel besser aufpassen müssen.

        Aber Verantwortung für eigenes Handeln wird bekanntlich nur von Männern erwartet. Das zeigt ja auch die skandalöse Rechtslage im Bereich der Kuckucksvaterschaft. Auch da hält der Gesetzgeber beständig die Frauen raus aus jeder Verantwortung und verlagert sie auf die Schultern des Kuckucksvaters und des (in nicht seltenen Fällen bis zum Eingang des ersten Anwaltsschreibens völlig ahnungslosen) biologischen Vaters.

        Aber mach ruhig weiter so. Es ist wirklich sehr amüsant, mit welch bemühten Hirnverdrehungen Feministinnen versuchen, selbst in Bereichen, in denen Frauen nahezu aristokratische Privilegien genießen, in abgrundtiefe Frauenunterdrückungen umzuphantasieren… 😉

      • „Selbst im Fall der späteren Adoption durch einen anderen Mann ist er da raus. Er kann lediglich bei einem minderjährigen Kind die volle Adoption (also an Kindesstatt) ablehnen. Er kann aber nicht, um sich aus den unter Umständen für ihn ohnehin nur noch auf monetäres beschränkten Verpflichtungen zu winden, auf derlei Juristereien hinwirken.“

        Wie gesagt: er kann aber auswandern.

        Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was hier der Vorschlag sein soll… möchtest Du, dass ein Mann (1) juristisch erzwingen können sollte, dass der neue Partner (2) einer Frau (wenn er im Rahmen einer „Bedarfsgemeinschaft“ ohnehin unterhaltspflichtig würde oder auch sonst?), mit der er (1) ein Kind hat, die juristische Vaterschaft übernehmen muss selbst wenn er (2) das nicht will?

        Oder willst Du wider besseren Wissens so eine Art unbefleckte Empfängnis ins deutsche Recht implementieren?

        „Erwartbar kommt natürlich immer wieder, wenn man dieses rechtliche Ungleichgewicht kritisiert, das schon fast Züge von Lehensherrschaftsverhältnissen hat, von feministisch sozialisierten Personen das rotzige Totschlagargument, er hätte halt beim Vögeln ein Wenig aufpassen müssen.“

        Ihr wisst mich jedenfalls mit aller gebotenen Konsequenz an Eurer Seite, wo es darum geht die Hindernisse, die (junge) Männer von der Vasektomie abhalten, abzubauen.

      • War klar, dass wieder nur Menschenverachtung kommt. Woher kommt eigentlich deine schon pathologisch anmutende Besessenheit von der Vasektomie? Dir wurde schon dutzendfach nachgewiesen, dass diese in nicht wenigen Fällen irreversibel ist. Bei einer Vasektomie besteht stets ein nicht geringes Risiko, dass die Fruchtbarkeit nicht wieder hergestellt werden kann. Der menschliche Körper, ja sogar der männliche, was für dich ja scheinbar ohnehin zwei unterschiedliche Dinge zu sein scheinen, hat nicht da drin irgendwo einen Ein- / Ausschalter, den man beliebig betätigen kann. Und überhaupt fände ich deine krude Plärrerei ganz interessant, die verlässlich erschallte, wäre die einzige Möglichkeit zur Schwangerschaftskontrolle für Frauen ein operativer Eingriff, der, wie alle Eingriffe, mit nicht unerheblichen Risiken verbunden ist. Das wäre dann sicher ein weiterer Beweis, wie schrecklich unsere Gesellschaft auf Frauen, ihrer Gesundheit und ihren Grundrechten überhaupt herumtrampelt.

        Tja und dann noch…

        Die männliche Alternative zu Pille danach, Abtreibung, Freigabe zur Adoption (anonym auf Wunsch), Babyklappe (was alles darüber hinaus keine Veränderungen für das Leben der Frau bewirkt) soll also Auswanderung sein??? Ernsthaft jetzt??? Zumal auswandern auch sehr weit weg bedeutet. Mal eben in ein anderes EU-Land hilft da nicht viel. Man muss schon sehr weit wegfliehen und vorher prüfen, welche Länder keine Sonderabkommen mit Deutschland haben, die unter Umständen die Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen beinhalten. Oder um es kurz zu machen oder das Kind beim Namen zu nennen: den mannigfaltigen, legalen Möglichkeiten für Frauen stellst du für den Mann die Flucht in die Kriminalität gegenüber, denn nichts anderes ist es, was du da rumschwadronierst.

        Und was man als Alternativen rechtlich umsetzen könnte, das wurde auch schon in Foren x-fach durchgekaut. Etwa die Möglichkeit für Männer, sich gegen eine Vaterschaft zu entscheiden, also nicht für einen Ausrutscher mit einer weitgehend Fremden mindestens 18 Jahre zum Zahlesel zu werden. Dies kann dann auch alles schön zwischen beiden Parteien abgeklärt werden. Wenn er sagt, er hat an einer Vaterschaft kein Interesse und lehnt sowohl Kindessorge als auch finanzielle Verpflichtungen ab, weiß die Frau woran sie ist und kann das auch in ihre Entscheidung für oder gegen eine Mutterschaft mit einfließen lassen, müsste nur eben damit rechnen, diese komplett selbst zu finanzieren. Das wäre dann aber auch tatsächlich mal so etwas wie Eigenverantwortung und auch das konsequente Geradestehen für selbst getroffene Entscheidungen und nicht, wie bisher, alle Entscheidungen in der Hand zu haben ohne jede Gefahr langwieriger Konsequenzen ausgesetzt zu sein.

        Meine Aussagen zur Adoption sollten nur deine unsinnigen Behauptungen dazu geraderücken; aber das wusstest du wahrscheinlich und versuchtest bei der Nachfrage, ob ich so etwas fordern würde, nur einen Strohmann aufzubauen.

        Tja, bei all diesen Dingen tritt nun natürlich eines gewaltig in den Hintergrund: die Rechte des Kindes. Weil ich, wie wohl die erdrückende Mehrheit derer die der Männer- / Väterrechtsbewegung zumindest nahestehen, im Gegensatz zu gewissen anderen Lobbygruppen nicht völlig schnuppe sind, wären solche Regelungen nicht wirklich meine favorisierte Wahl. Aber sie scheinen die einzigen Mittel zu sein, um der völligen Rechtlosigkeit von Männern in diesem Bereich entgegenwirken zu können. Denn auf der anderen Seite steht eine Phalanx narzisstischer Egomaninnen, die das Füllhorn voller Privilegien, ohne Rücksicht auf die Rechte der Väter und das Wohl der Kinder, wie Pitbulls bis aufs Blut verteidigen (quod erat demonstrandum).

      • „Bei einer Vasektomie besteht stets ein nicht geringes Risiko, dass die Fruchtbarkeit nicht wieder hergestellt werden kann.“

        Wie hoch ist denn dieses „Risiko“ (für beide gängige Wiederherstellungs-Methoden zusammengenommen) genau gemäß der Quellen, denen Du vertraust?
        Inwiefern sollte das überhaupt relevant sein angesichts der Tatsachen, dass auch bei einem vasektomierten Manne lebenslang Samenzellen einzeln entnommen werden könnten um mithilfe der IVF Nachwuchs zu erzeugen (was als Methode den Körper der beteiligten Frauen – nicht den der Männer – belasten würde) bzw. bei (vor der Verhütungsmaßnahme, also) rechtzeitig-entnommenen Spermaproben die lebenslange Gewissheit bestünde (>80 %ig und damit so hoch sie überhaut sein kann), auch ohne weiteren medizinischen Eingriff leiblichen Nachwuchs auf Wunsch erzeugen zu können?

      • Naja, gerade erst letzte Woche, als ich im Wartezimmer einer Chirurgie gesessen habe, wurden dort zahlreiche angebotene Eingriffe in Filmchen vorgestellt. Unter anderem auch die Vasektomiemethode, bei der die Samenleiter an je zwei Punkten durchtrennt werden. Diese Methode ist etwas weitgehend irreversibel, weshalb sie auch in dem Film darauf hinwiesen, dass dieser Eingriff nur nach vorheriger, vertrauensvoller Rücksprache mit der Lebensgefährtin durchgeführt werden sollte.

        Aber mal davon ab: Warum derailst du eigentlich schon wieder selbst bei diesem Thema auf deinen Fetisch, zu dem du ja auch schon auf „alles evolution“ wie bescheuert immer wieder gegen die Wand rennst.

        Es geht hier um Rechte auf Anerkennung oder auch Ablehnung von Elternschaft nach erfolgter Befruchtung. Aber du kannst mir sicher erklären, was da eine Vasektomie dem Mann dann noch bringen soll, außer dass es natürlich empathielosen Feministinnen immer ein feuchtes Höschen verschafft, bei der Vorstellung, dass Männern ohne medizinische Indikation an ihren Geschlechtsorganen rumgeschnippelt wird.

        Um besagtes Thema eierst du hier ja erkennbar herum, wohl weil sogar du bemerkst, was du hier für Quark dazu absonderst.

      • „Diese Methode ist etwas weitgehend irreversibel“

        Nein.

        Nicht einmal mehr die Sterilisation der Frau (die einen erheblich gravierenderen Eingriff darstellt) gilt noch als irreversibel.

        „weshalb sie auch in dem Film darauf hinwiesen, dass dieser Eingriff nur nach vorheriger, vertrauensvoller Rücksprache mit der Lebensgefährtin durchgeführt werden sollte.“

        Und genau das ist eine Entmündigung bzw. unzulässige Einmischung in die Selbstbestimmungsrechte von Männern, über die Ihr Euch völlig zurecht empören könntet!

        Bestimmten Frauen- oder Mädchengruppen kann die Dreimonatsspritze von Staatswegen aus gar vorgeschrieben werden, finanziert werden die hormonellen Lösungen eh mal komplett allen (bis Anfang 20) – aber die Vasektomie wird nicht gefördert von dieser Gesellschaft, im Gegenteil.
        Das ist doch mal wirklich ungerecht!

        „Es geht hier um Rechte auf Anerkennung oder auch Ablehnung von Elternschaft nach erfolgter Befruchtung.“

        Und dass ihr das in vertretbarem Umfange bereits besitzt. Alles, was über das IST hinausginge, müsste sich zwingend zum Nachteil der Parteien Mutter und Kind auswirken und ist daher – mit Verweis aufs GG Art. 6 (4) – strikt abzulehnen.

        Period.

      • „Und dass ihr das in vertretbarem Umfange bereits besitzt. Alles, was über das IST hinausginge, müsste sich zwingend zum Nachteil der Parteien Mutter und Kind auswirken und ist daher – mit Verweis aufs GG Art. 6 (4) – strikt abzulehnen.“

        Das ist Blödsinn und das weißt du, denn sonst hättest du ja schon mal benannt, wie das denn aussieht. Und das Herumreiten auf dem Kindeswohl ist aus dem Munde einer stets stramm feministisch daherschwadronierenden Frau so heuchlerisch wie es nur geht. Das Kindeswohl wird bekanntlich ja auch von den flammendsten Abtreibungsbefürworterinnen immer wieder als Feigenblatt hervorgeholt, um Männer, die auch mal das eine oder andere Mitspracherecht einfordern wollen, mundtot zu machen.

        Vertretbar ist aus deiner Sicht eben nur, dass die Frau entscheidet ob das Kind das Recht auf Leben erhält und wenn sie darüber entschieden hat, hat der Mann damit zu leben, so oder so und mit allen Konsequenzen. Das ist der rechtliche Status Quo. Wer das vertretbar findet und dann gleichzeitig mit dem GG daherkommt, gegen das durch diesen Status Quo ebenso verstoßen wird (Gleichberechtigung von Mann und Frau, die hier wie bei etlichen anderen Rechtslagen faktisch nicht gegeben ist) befindet sich offensichtlich wirklich nur noch im Orbit ums eigene Rektum.

        Period.

      • „Und dass ihr das in vertretbarem Umfange bereits besitzt. Alles, was über das IST hinausginge, müsste sich zwingend zum Nachteil der Parteien Mutter und Kind auswirken und ist daher – mit Verweis aufs GG Art. 6 (4) – strikt abzulehnen.“

        Kannst Du mal erläutern, warum es unvertretbar wäre, die Kinderrechte hier das Recht auf Wohnung und Familie, speziell das Recht auf seine Eltern ) in der Praxis umzusetzen?
        Warum sie dem Kind angebl. schaden?
        Und warum die immer noch akute Formulierung des Art 6 ( 4 ) GG nicht obsolet sein soll?
        Was sagt der Absatz denn Deiner Meinung nach überhaupt aus? Auf welche realen Verhältnisse bezieht er sich`?

  • Starker Beitrag!
    Dieser Artikel bei den Störenfriedas ist echt der Hammer. Wirklich bedenklich finde ich die Kommentare darunter. Ich beneide kein Kind, welches bei einer solchen radikalen Feministin aufwachsen muss.

  • Oh nein, die Störenfriedas! Die ideologische Giftmülldeponie der Frauenbewegung, bei der ich, wenn ich dort vorbeischaue, sogar Maus und Tastatur nur mit Latexhandschuhen bediene, um mich nicht zu verseuchen. Eine Jauchegrube des Hasses, in der die Nekrosen des Narzissmus vor sich hin faulen, eine geistige Leprakolonie in den Totensümpfen des Intellekts, in der sich der Gestank einer verwesenden Vernunft mit der schweren Süße der Selbstbeweihräucherung mischt, in der irrlichterndes Sumpfgas und die Fluoreszenz halluzinogener Myzele das einzige trübe Licht spenden, und in der sich jede Frau eine Priesterin dünkt, berufen, das Hochamt der toxischen Weiblichkeit zu feiern. Lasciate ogni speranza voi ch’entrate!

    • Wenn ich „Matriarchatsforschung“ höre oder irgendwo lese, dann rollen sich mir die Fussnägel auf. Bei solchen Beiträgen ist eine Triggerwarnung eigentlich obligatorisch, da die Grenzen des Erträglichen überschritten werden.

      • @Pjotr:

        »Wenn ich „Matriarchatsforschung“ höre oder irgendwo lese, dann rollen sich mir die Fussnägel auf.«

        Die »Matriarchatsforschung« dürfte die einzige feministische Strömung sein, die auch im Mainstream-Feminismus als sektiererisch gilt – zum Teil, weil die Geschichtsklitterung zu offensichtlich war, zum Teil, weil die Idee eines friedfertigen Zeitalters den Vorwurf vom universellen patriarchalen Unterdrücker unterlaufen hat, und zu einem dritten Teil, weil diese Strömung öffentlichkeitswirksam als antisemitisch identifiziert wurde und damit für den institutionalisierten Feminismus nicht mehr reputierlich einsetzbar war.

        Was das betreffende Ideengut nicht daran gehindert hat, sich flächendeckend als historische Beglaubigung weiblicher Friedfertigkeit zu verbreiten. Nathanson und Young haben auf den immensen Erfolg einer moderat auftretenden Matriarchatsmythologie wie in Rhiane Eislers »The Chalice and the Blade« hingewiesen. M. E. kann man ausgehend von, aber nicht beschränkt auf dieses Beispiel gut zeigen, wie sehr auch das aktuelle feministische Denken, insbesondere im alltäglichen, praktischen Gebrauch, einer mythischen Denkform folgt, d.h. auch im strikt sozialwissenschaftlichen Sinne als prä-rationales und letztlich gegenaufklärerisches Denken identifizierbar ist.

        Und die Kurzschlüssigkeit, mit der ein solches mythisch strukturiertes Denken zur Grundlage von Politik wird, ist eine weitere Analogie zum Faschismus. Genau darum lässt sich meiner Meinung nach auch der Feminismus (insbesondere in der »Störenfriedas«-Ausprägung) dem Antisemitismus der wilhelminischen Epoche analogisieren.

  • Ich war letztens am Strand und habe dort ein Schneckengehäuse gefunden. Als ich es mir ans Ohr hielt, hörte ich jemanden mit der Stimme von Gott sagen: „Störenfriedas sind eine Erfindung von 4Chan um männerhassende Feministinnen zu trollen…“

    Nee, Spaß beiseite. Ich freue mich schon auf die feministische Kritik an dem Störenfriedas-Text.

    ^^

    • @ Matze Ja, feministische Kritik an den Störenfriedas wird kommen, und sie wird hammerhart sein. Sie braucht nur deswegen noch ein bisschen Zeit, weil die Kritikerinnen erst noch richtig Anlauf nehmen und ausholen. Aber Feministinnen können es sich schließlich ganz gewiss nicht leisten, mit einem solchen faschistoiden wirklichkeitsverachtenden hasserfüllten Kram identifiziert zu werden, ohne sich unmissverständlich zu distanzieren. NoHateSpeech.de bereitet, glaub ich, auch schon was vor, da dauert’s auch nur deshalb noch, weil sie genau wissen, dass die Reaktion treffend und unmissverständlich sein muss.

      • Bitte nicht falsch verstehen: Aber kann es nicht sein, dass das Ganze ein ziemlich großer Fake ist? Die können doch unmöglich ernst meinen, was sie da schreiben.

        Auf mich wirkt das immer noch, wie eine riesengroße Persiflage, von wem auch immer, der diesen Feminismus konterkariert; in all seiner ideologischen Kleinkariertheit.

        Ich mag mich irren, Lucas. Aber diese ganze Frauenschaft habe ich in den ganzen Jahren als vollständig humorbefreit erlebt. Da gib es keinen Platz für Ironie oder gar ein wenig Spitzen. Feministinnen, die solch einen Blog betreiben, die hätten den nach meiner Einschätzung gar nicht. Schon gar nicht, wenn es um Kreativität bei der Namensbenennung geht.

        Denn das würde ja bedeuten, sich selbst mal, wenn auch nur verbal: Auf die Schippe zu nehmen. „Störenfriedas“, das sagt mir mein Gefühl und mein Instinkt, das wäre genau ein Name, auf den diese Truppe aus dem Bereich des verhärmten Feminismus, nie und nimmer kommen würde.

        Ich mag mich da täuschen, was ich ja schon schrieb. Aber wer weiß, vielleicht hatten die ja tatsächlich mal einen Lichtblick hinsichtlich der Kreativität. Auf mich wirken sie jedenfalls wie eine Groteske und eventuell mag das auch beabsichtigt sein. Aber wer weiß das schon?

        Aus meiner Sicht sollte man die nicht aufwerten, wenn man sie zerlegt. Man erreicht das Gegenteil: Man macht sie größer, als sie im Grunde sind. Kein Mensch außerhalb der ‚Blase‘ kennt die überhaupt, warum sie ‚berühmter‘ machen, als sie im Grunde sind?

        Alice Schwarzer konnte auch nur groß werden, weil die Medien ihr Aufmerksamkeit schenkten und sich die halbe Republik hernach an ihr rieb. Was wäre „Emma“ ohne diesen Hype denn schon heute noch?

        Sollten sie tatsächlich echt sein, dann dürften sie irgendwann den Weg alles Irdischen gehen – und da enden, wo die „Mädchenmannschaft“ auch schon angekommen ist. Sich selbst zerfleischend und in innerten Streitereien völlig verheddert auseinanderfallen.

        Sind sie dagegen ein Fake, dann wäre es ggf. eine Strategie, sie einfach wirken zu lassen. Der Crash-Bom-Bang-Effekt könnte damit auch seine volle Wirkung entfalten; es würde nur eine Zeit mehr benötigen.

        Wie auch immer: Ich würde da nicht soviel Energie reinstecken. Warum denn auch, woanders erziehlt man, vermute ich, wesentlich mehr Wirkung, einen stärkeren Effet, wenn man sie sich selbst überlässt. Egal ob sarkastischer Fake oder blutiger Ernst. Aber ich möcht da niemandem hineinreden, denn letztendlich ist jeder seines Glückes Schmied.

        Das ist keine Kritik an deinem Vorhaben, sondern mein anderer Gedankenansatz zu diesen Ergüssen, die man da zu lesen bekommt. Wie gesagt: Ich kann mit meiner Vermutung auch vollkommen daneben lieben und bekomme sicherlich alsbald die Hucke voll für diesen Einwurf.

        Besten Gruß
        Emannzer

      • Moin Emmanzer, danke für Deine Kommentare!

        Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Text kein Fake ist. Er hat ja, zum Beispiel, auch eine Autorin. Deren Namen habe ich absichtlich draußen gelassen, weil ich den Text so irre finde, dass ich in der Reaktion darauf nicht eine einzelne Person herausstellen wollte. So, wie die Störenfriedas-Seite aufgemacht ist, stehen ja ohnehin alle zu den Texten.

        Jedenfalls hat die Autorin auch schon für die Huffington Post, die Emma und die taz veröffentlicht. Wäre das ein Fake, dann wäre es ein ziemlich aufwändiger.

        Es gibt auch keine Indizien dafür, dass sie radikalfeministsiche Positionen durch Übertreibungen kenntlich und unmöglich machen wollte. Ohnehin klappt es ja generell nicht mehr, Komik durch Krassheit zu erzeugen – Aussagen so durchgeknallt zuzuspitzen, dass eigentlich jeder merken müsste, wie wenig ernst sie gemeint sind.

        Heute ist aber das Problem, dass es keine noch so krasse Aussage gibt, die nicht irgendwo jemand öffentlich ganz ernst so meint. Deswegen haut z.B. Böhmermanns „Ziegenficker“-Rede nicht hin – es gibt einfach Leute, die ganz humor- und ironiefrei tatsächlich so über Türken reden.

        Was die Störenfrieda-Positionen angeht: So irre die sind, sie sind allenfalls in der Ausdrucksweise zugespitzt, aber ansonsten gar nicht einmal ungewöhnlich. Grundsätzlich finden sich ähnliche Aussagen auch, z.B., bei Anita Heiliger, und die war sehr lange Wissenschaftlerin beim Deutschen Jugend-Institut und hat für ihre Positionen sogar einen Doktortitel bekommen. Organisationen wie die „Mütterlobby“ beziehen ebenfalls krasse Anti-Väter-Positionen, sind aber eine ganz ernsthafte, und durchaus einflussreiche, politische Lobby. Auch der enorm einflussreiche VAMV ist nicht weit von diesen Positionen entfernt – er würde sie nur vorsichtiger formulieren.

        Auch an den Zeitungen, in denen die Autorin schon veröffentlicht hat, sieht man ja, dass sie keine völlige Außenseiterin ist.

        Ich glaube: Unter Müttern (nicht unter allen, natürlich), insbesondere unter „Alleinerziehenden“, hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Szene entwickelt, die faktisch nicht mehr dialogfähig ist. Gespeist einerseits durch eine jahrzehntelange rechtliche Bevorzugung, auch um den Preis der systematischen Menschenrechtsverletzung – verbunden zugleich mit dem immer wieder öffentlich bestätigten Gefühl, zugleich Opfer inhumaner Verhältnisse und Heldinnen im Interesse ihrer Kinder zu sein. Eine Gemengelage der Selbstgerechtigkeit, in der Anknüpfungen an faschistische Mutter-Verherrlichungen einfach sehr nahe liegen.

        Das gilt natürlich nicht für alle getrennt erziehenden Mütter, die tatsächlich von Männern im Stich gelassen wurden und die gut im Interesse ihrer Kinder agieren. Aber auch diese Mütter werden benutzt für politische Zwecke, bei denen es ganz gewiss nicht um Interessen von Kindern geht.

      • „Ich glaube: Unter Müttern (nicht unter allen, natürlich), insbesondere unter „Alleinerziehenden“, hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Szene entwickelt, die faktisch nicht mehr dialogfähig ist. Gespeist einerseits durch eine jahrzehntelange rechtliche Bevorzugung, auch um den Preis der systematischen Menschenrechtsverletzung – verbunden zugleich mit dem immer wieder öffentlich bestätigten Gefühl, zugleich Opfer inhumaner Verhältnisse und Heldinnen im Interesse ihrer Kinder zu sein. Eine Gemengelage der Selbstgerechtigkeit, in der Anknüpfungen an faschistische Mutter-Verherrlichungen einfach sehr nahe liegen.“

        Wie die Feministinnen sagen: Wer Privilegien hat, hat Angst diese zu verlieren. ^^

      • @Matze

        Vielen Dank für den Link – mal wieder feministisch-genozidale Fantasien.
        Hier ist es also ein Virus…

        Männer ausrotten ist theoretisch ganz einfach, aaaaaaber, wie die Autorin Lori Day einräumt:

        „Look, I’m not an infectious disease specialist. I’m not exactly sure how this could work.“

        Sie möchte es nur ein wenig „andenken“ (andenken ist das Gegenteil von „denken“), da sie keinerlei Ahnung hat, wie dies in die Praxis umzusetzen ist.
        Genauer gesagt hat sie auch von der Theorie keinerlei Ahnung; sie „weiß“, es gibt da so Virenzeug und das ist evtl. tödlich.
        Und das muss (insbesondere für Frau) reichen!

        Ab diesem Zeitpunkt bist zum Beispiel du, Matze, aufgefordert, diese genozidalen Fantasien zu realisieren – aber bitte ohne mansplaining!!! Trage weiterhin dafür Sorge, dass sich Frauen nicht die Hände schmutzig machen müssen, denn trotz dieses „angedachten“ Massenmords in gigantischem Ausmaß sind und bleiben Frauen schließlich das „friedliche Geschlecht“.

        Das hat eine laaaange Tradition in diesem PATHOLOGISCHEN Feminismus.

        Valerie Solonas hat den weiblichen Wahn so artikuliert: „If all women simply left men, refused to have anything to do with any of them – ever, all men, the government, and the national economy would collapse completely.“

        Muahahahaha! Ich bin sehr gespannt auf den kommenden 8.3.

        Solonas wollte als Ziel die Automatisierung der ganzen Gesellschaft und die Abschaffung des Geldes (neben der der Männer und deren Ersetzung durch Maschinen, versteht sich).
        Mit nickeligen Kleinigkeiten,

        wer die Maschinen konstruiert,
        wer sie baut und
        wartet

        hat sie sich nicht beschäftigt, da sie es – in der bewährten Tradition bürgerlicher Weiblichkeit – auch nicht musste. Sie wäre schon überfordert zu erklären, warum es neben Stahl- auch Edelstahlschrauben gibt, geschweige, wodurch sich diese unterschieden.

        Aber diese impotente, ignorante Unwissenheit hindert sie nicht daran, ganz groß „anzudenken“:

        „A completely automated society can be accomplished very simply and quickly once there is a public demand for it.“

        Wenn es also eine Nachfrage gibt (insbesondere von einer weiblichen, genozidalen Utopistin), dann stellt sich das Angebot auf dem Markt der Möglichkeiten quasi wie von Zauberhand (simpel!) zur Verfügung. Sie will zwar den Kapitalismus abschaffen, glaubt ab an die bedingungslos geltenden kapitalistischen Marktgesetze – Ironie am Rande.

        Sicherheitshalber jedoch: „The blueprints for it are already in existence, and its construction will only take a few weeks with millions of people working at it.“ – haben die paar Millionen people (!!!), die dies in wenigen Wochen erarbeiten KEIN Geschlecht.

        Um ganz sicher zu gehen, gibt es eine vor-utopische Phase:

        „Prior to the institution of automation, to the replacement of males by machines, the male should be of use to the female, wait on her, cater to her slightest whim, obey her every command“

        Es reicht selbstverständlich nicht, nur männlicher Sklave von Frauen zu sein!
        Der Sklave hat der Herrin so zu antworten: „I am a turd, a lowly, abject turd,“ then proceed to list all the ways in which he (is).“

        Die bedingungslose, vorauseilende Erfüllung weiblicher Befehle ist selbstverständlich verknüpft mit einer umfassenden männlichen Selbsterniedrigung, die es der Sklavenhalterin angenehm macht, dem Mann weitere Befehle zu erteilen.
        Einfach „male“ durch „negroe“ ersetzen – passt schon.

        Feuchte Träume bürgerlicher US-Feministinnen und kein Wunder, dass sie ungebrochen so populär sind.

        Gruß crumar

      • @Lucas. Danke für deine ausführliche Antwort, diese Störentrullas scheinen demnach ja tatsächich echt zu sein. Hierzu von dir:

        „Heute ist aber das Problem, dass es keine noch so krasse Aussage gibt, die nicht irgendwo jemand öffentlich ganz ernst so meint.“

        denke ich mir, dass selbst der abstruseste und krasseste Text irgendwie die Trennlinie zwischen Ernsthaftigkeit und Realsatire verwischen lässt. Man weiß mittlerweile nicht mehr, was man noch glauben, geschweige denn ernst nehmen kann. Warum ich so denke? Nun, ich hatte mal einen Aprilscherz geschrieben, der, so dachte ich, recht schnell als Satire erkannt werden könnte:

        Der „Anne-Wizorek-Hilfe e.V.“

        Das musste ja irgendwann mal kommen: Die ‚GröKaZ‘, größte Kreischerin aller Zeiten, Anne Wizorek, bekommt nun neben dem Frauenministerium einen staatlich geförderten Verein, der sie hilfreich unterstützen will und möchte.

        Hintergrund, so die Gründerin der steuerlich absetzbaren Initiative sei, dass es eine Zumutung für diese arme Frau ist, sich dem Ganzen, so Amelie-Gertrud Piskots-Szytlau, in Talkshows öffentlich darstellen zu müssen und insgesamt vor einem Millionenpublikum in eine persönliche Blamage getrieben zu werden.

        [..] Der „Spree-Elbe-Kanal-Kurier“ (SEKK) interviewte die Vereinsgründerin, vor und angeblich exklusiv, über ihre (Ab-) und Hintergründe, sowie die weitere Planung und Strategie. Da es momentan nur via Paywall lesbar ist, hier nun ein kleiner Auszug daraus:

        https://emannzer.wordpress.com/2016/04/01/der-anne-wizorek-hilfe-e-v/

        Wie Kommentare dazu, nicht nur bei mir aufzeigten, hielt man das Ganze dennoch für echt und war sich nicht sicher, ob das fiktive Interview ggf. doch stattgefunden haben könnte.

        Wie schon eingangs geschrieben: Die Grenzen verschwimmen und manche halten z.B. das Solanas Traktat „Scum“ ja auch für Satire (vor allem spezielle Kreise)

        Besten Gruß
        Emannzer

    • Die Störenfridas könnten in einer »indigenen Gesellschaften matrilinearer Ausrichtung« gar nicht bloggen, weil ihnen zum einen die Zeit fehlen würde: sie wären mit Waschen, Kochen und Kinderbetreuung ausgelastet.

      Das ist allerdings ein starkes Argument für die indigenen Gesellschaften matrilinearer Ausrichting!!

  • Dass Radikalfeministinnen das Thema unter dem Gesichtspunkt „die bösen Männer“ angehen würden, war zu erwarten. Abgesehen davon finde ich es gut, dass dieses Thema vom (Radikal-)Feminismus aufgegriffen wird. Denn die Frage, was eigentlich Vaterschaft unter Bedingungen der völligen sexuellen Befreiung der Frau bedeutet, ist offen und wäre zu diskutieren.

    Männer können dabei fast nur gewinnen: Denn die jetzige Regelung, wo die Pflichten der Männer sehr leicht einklag- und durchsetzbar sind, während gleichzeitig alle Rechte der Väter an ihren Kindern defakto völlig vom nicht entgegenstehenden Willen der Mutter abhängig sind, ist schon die denkbar schlechteste Situation für Väter/Männer. Jede Veränderung in die eine oder andere Richtung wäre eine Verbesserung.

    Zu Begrüßen ist auch, dass diese Feministin die Verbindung zwischen der sexuellen Befreiung der Frau und der Veränderung der Vaterrolle herstellt. Offenbar traut sich sonst niemand klar zu sagen, welche Gefahr die sexuelle Befreiung der Frau für Väterrechte und die Familie als grundgesetzlich geschützte Institution darstellt. Ohne dies aber klar zu benennen wird man nicht ernsthaft über eine Ausgleich der allseitigen Interessen (und Grundrechte) diskutieren können.

  • Noch ein Aspekt, der mir gerade auffällt: die Selbstbezeichnung dieser Bloggerinnen als »Störenfriedas« und ihr mission statement:

    »Unser Blog für Feminismus will stören, aufrütteln und manches Mal auch verstören und vielleicht mit jedem Mal die Welt ein kleines bisschen besser machen.«

    Was braucht man demzufolge, um die Welt »ein bißchen besser« zu machen? Nichts, wofür man selbst Verantwortung übernehmen müsste. Der Narzissmus dieses Statements springt dem Leser nackt ins Gesicht: die eigene Rolle wird darin gesehen, »Störungen« zu verursachen. Ein Urteil darüber, welche Qualität diese »Störungen« haben, ob sie konstruktiv oder destruktiv sind, gerechtfertigt oder ungerechtfertigt, wird nicht gebildet, weil es implizit bereits vorausgesetzt ist: eine Störung, die von den Richtigen, d.h. den »Guten« verursacht wird, ist automatisch eine »gute« Störung, die keiner zusätzlichen Rechtfertigung bedarf.

    Wer diese Störung aushalten, aufräumen, ausgleichen, abarbeiten soll, ist gleichgültig, bzw. bereits im zugrundeliegenden Feindbild impliziert: natürlich der Mann. Und weil die »Störung« auf diese Weise stets unfehlbar an den Richtigen adressiert ist, macht sie auch bereits per definitionem »die Welt besser«. »Gut« ist auf diese Weise alles (und sonst nichts), was Männer dazu bringt, den eigenen Erwartungen zu willfahren. Das sind sie (die Männer) ihnen (den Frauen) schuldig, weil: per default ohnehin an allem schuld.

    Der Grad der narzisstischen Retardierung dieses moralischen Universums ist beispiellos – es ist eine infantile Regression, die bis auf das Niveau des Kleinkindes zurückführt, das für seinen ersten selbständig ins Töpfchen gesetzten Haufen gelobt wird. Wenn es auch Kacke ist – es ist doch eine Leistung! Das Töpfchen selbst machen die Eltern dann schon leer und wieder sauber. Egal, welche Dünste diese Weiber furzen – die Welt soll es ihnen schuldig sein, sie für Rosenduft zu halten und am Besten – wie, ist ganz egal, nicht das Problem dieser Weiber – in realen Rosenduft zu verwandeln.

    • @ djadmoros Fairerweise möcht ich allerdings daran erinnern, dass diese Haltung schon eine lange Tradition hat und längst nicht nur von Feministinnen eingenommen wird. Das Faible für „Interventionen“ ist für einige heutige Linke ganz typisch. Da wird dann die Ordnung insgesamt, als schlecht imaginiert – und das Bessere kann, da wir nun einmal in einer schlechten Welt leben, immer nur als kurze Intervention in eine bestehende Ordnung erscheinen. Als Störung, die immerhin die Totalität des Schlechten vernichtet – weil ja daran erinnert wird, dass dieses Schlechte nicht alles gibt, dass es eine – wie auch immer utopische – andere Welt gibt.

      Nachteil dieser Haltung ist aber nun einmal, dass sie in der völligen Beliebigkeit münden kann. Alles, was nicht passt, wird der schlechten Ordnung aufs Konto geschrieben, und es ist daher gar nicht real, sondern prinzipiell FALSCH. Narzisstisch ist diese Haltung dann, wenn alles, was sich Menschen als wahr erträumen, deshalb auch unmittelbar für EIGENTLICH WAHR erklärt wird.

      Denn dass seine Wahrheit noch nicht allen offenbar ist, liegt ja nur an den schlechten Verhältnissen, die es unterdrücken. Auf diese Weise sind Aktivisten dann zugleich Seher und Verkünder einer besseren Zukunft – und Götter, die diese bessere Zukunft kraft ihrer Träume und Gedanken überhaupt erst erschaffen.

      So narzisstisch muss es nicht enden. Aber die Fantasie, eine Störung im Getriebe der Welt zu sein, ist auch ohne Narzissmus gewissermaßen schon altehrwürdig. Aus Günter Eichs Gedicht „Wacht auf!“, 1950:

      „Nein, schlaft nicht, wenn die Ordner der Welt geschäftig sind!
      Seid misstrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen!
      Wacht darüber, dass eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
      Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
      Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!“

      • @Lucas:

        »Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

        Diesen Satz hatte mein Vater als Erörterungsthema im Abitursaufsatz. Und war dann einer der ersten Kriegsdienstverweigerer der Bundesrepublik (Prozess durch alle Instanzen bis zum BVerwG). Ich denke, in der damaligen Zeit stand das alles noch in einem anderen Kontext. Die Erinnerung an eine totale Gesellschaft war noch frisch, und eine Geste des »prinzipiellen« Widerstands bekommt einen ganz anderen Stellenwert, wenn man schon für Kleinigkeiten den Kopf verlieren kann, und dieser Schreck saß damals noch in den Knochen. Bereits bei den 68ern beginnt dann aber die grandiose Selbstüberschätzung der eigenen Bedeutung, und seither gilt der Satz: »Der Widerstand gegen Hitler wird umso größer, je länger der Mann tot ist.«

        Ich denke daher auch nicht, dass die Feministinnen diese Einstellung erfunden haben. Aber sie treiben sie bis zur Groteske, weil sie ein Accessoire, einen Modeschmuck aus ihr machen, Strass und Pailletten zur ethischen Selbstaufhübschung. Tugend macht sexy in diesem Milieu.

  • Man muss sich ja nur mal anschauen, auf welchem Entwicklungsstand »indigene Gesellschaften matrilinearer Ausrichtung« sind: meist haben sie nur einen geringen Lebensstandard entwickelt und die Menschen haben (zumindest ohne Kontakt zu unserer Medizin) eine deutlich geringere Lebenserwartung als wir.

    Die Störenfridas könnten in einer »indigenen Gesellschaften matrilinearer Ausrichtung« gar nicht bloggen, weil ihnen zum einen die Zeit fehlen würde: sie wären mit Waschen, Kochen und Kinderbetreuung ausgelastet. Zum anderen würden ihnen die Geräte fehlen: Es gibt kein »matrilineares« Tablet und auch kein »matrilineares« Smartphone.

    • @ stefanolix Daher sind solche Modelle auch keine echten Hypothesen, die forschungsleitend sein könnten, um etwas über andere Gesellschaften oder andere Zeitalter herauszufinden. Sie haben keinen Realitätsbezug – sondern eine Bedeutung gleichsam hinter aller Realität. Ihren reiz gewinnen sie wohl gerade durch den Anspruch, dass die bestehende Realität GANZ ANDERS wahrgenommen werden müsste.

      Realitätstüchtigkeit – die Frage nach pragmatischem Nutzen – die Frage nach dem Verhältnis von Nutzen und Kosten, und die Frage danach, wer die Kosten trägt – historisches Bewusstsein – sogar ein basales Anerkennen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung: Das alles gehört dann in eine Geisteshaltung, die Menschen an die bestehende, irgendwie immer falsche Realität bindet und die sie daran hindert, eine tiefere, eigentlichere Wahrheit anzuerkennen.

      Es ist – wie djadamoros oben ja auch schon schreibt – ein mythisches Denken, dass pragmatischen Altagsüberlegungen ebenso mit Verachtung begegnet wie einem realitätsbezogenen politischem Denken.

    • Ich bin mir ziemlich sicher das ich dir die gleiche Frage schon mal gestellt habe:

      Semikolon, verstehst du das Konzept von Zeit, mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?

      http://www.peter-ripota.de/zeitreisen/imagesGross/9yap4.jpg

      Das Gesetz gibt es noch nicht (zumindestens z.Z. als der Artikel erschienen ist) und ob es kommt ist fraglich. Da kannst du dir auch eine möglich Realität herbeiphantasieren und dann auf deren Grundlage etwas behaupten (wer dich kennt, weiß das du das auch häufiger machst ^^) .

      Welche Selbstbestimungsrechte im Hinblick auf Abtreibungen HABEN Väter denn nu?

      • „Das Gesetz gibt es noch nicht (zumindestens z.Z. als der Artikel erschienen ist) und ob es kommt ist fraglich.“

        Die Frage ist eben und muss erlaubt sein, ob das verlinkte nicht eventuell und z.T. genau Eure Wunschvorstellung beschreibt?

      • Die Frage ist zwar erlaubt, tut aber nicht wirklich was zur Sache, sondern ist auch nur fleißiges Derailing deinerseits.

        Um aber dennoch zu antworten:

        Von dem, was man da liest, halte ich erst einmal nicht sehr viel. Gehe von aus, dass das für viele hier gilt. Andererseits: wo ist für dich da wiederum das offensichtlich so verruchte??? Ist ein verpflichtendes Mitsprecherecht des Kindsvaters so viel schlimmer, als das auf der anderen Seite völlige Ignorieren seiner Vorstellungen, Wünsche und Gefühle? Bricht den Prinzessinnen schon bei der Vorstellung davon, dass auch Väter verpflichtend in solche Entscheidungen einbezogen werden sollten, direkt ein Zacken aus dem Krönchen?

        Der Regelfall in einer funktionierenden Partnerschaft sollte sein und ist wohl auch, dass man sich darüber ausspricht und die Entscheidung gemeinsam fällt. In diesem Fall wäre ein solches Gesetz überhaupt nicht problematisch, denn die Einverständnis des Vaters, sollte man sich auf eine Abtreibung einigen, liegt ja vor.

        Problematisch wird das Gesetz nur für die Frauen, denen im Zweifel auch die Gefühle des Kindsvaters völlig egal sind bzw. die sich gar nicht erst vorstellen können, dass auch Männer sich auf eine mögliche Vaterschaft freuen könnnen. Also die Frauen, die völlig besoffen sind von dem kleingeistigen, egozentrischen Dogma „Mein Bauch, meine Entscheidung!“ und damit jegliche Berücksichtigung anderer Aspekte und Sichtweisen von vornherein ausblenden und als nichtig abtun.

        Grundsätzlich argumentierst du aber gegen dich selber an inzwischen. Eingangs hast du ja noch geradezu so getan, als ständen auch mannigfaltige Möglichkeiten Männern offen, sich einer ungewollten Vaterschaft zu entziehen, nun zauberst du schon irgendwelche noch nicht einmal verhandelten Gesetzesanträge aus irgendwelchen entfernten Ecken der Welt aus dem Hut, um mit deren vermeintlicher Schlechtigkeit jegliches Ansinnen, überhaupt mal über Rechte für Männer in diesen Bereichen nachzudenken, in die Schmuddelecke zu drängen.

        Typischer Diskussionsverlauf: Erst quatscht man aus der Überzeugung, man lebte in einem frauenunterdrückenden Patriarchat, irgendwelchen Käse daher und wenn es dann doch einige Fakten schaffen, sich durch die meterdicken Wänder der Filterblase zu bohren, wird einfach trotzig umgeschwenkt und gesagt, Männer haben da eben halt nichts zu melden bei solchen Dingen und jeder Versuch, das zu änern wär geradezu diabolisch. Dass man damit aber gegen Männer genau das umsetzt, was man gerade zuvor noch vermeintlich zuungunsten der Frauen auf das böse, allmächtige Patriarchat projeziert hat, das wird dann nicht erkannt.

        Da haben die intersektionalen Betonschädel schon ein Stück weit Recht: Privilegien sind für die, die sie innehaben, unsichtbar. Nur dass der Intersektionalismus diese Privilegien beständig falsch zuschreibt, was aber bei einer feministischen Ideologie nicht weiter verwunderlich ist, ist Feminismus doch inzwischen schon fast ein Synomym für Projektion.

      • Fun fact:
        ich habe den Vater meiner Kinder nicht vor den Geburten ehelichen wollen hauptsächlich, weil ich mir unsicher war, ob er wenns spitz auf Knopf stünde meinem Leben den Vorzug vor dem des ungeborenen Kindes geben würde, und mir aber bei meinen Eltern, denen bei meinem ledigen Familienstand im Notfall diese Entscheidung zustünde, diesbezüglich ziemlich sicher sein konnte.

      • „Ist ein verpflichtendes Mitsprecherecht des Kindsvaters so viel schlimmer, als das auf der anderen Seite völlige Ignorieren seiner Vorstellungen, Wünsche und Gefühle“

        Ich kenne nur Frauen, die mit Zustimmung des Erzeugers abgetrieben haben.
        Und ich kenne sogar so Einige Frauen, die ihre Entscheidung (für oder gegen das Kind) vollständig abhängig gemacht haben von seinen Äußerungen.
        Es wird Frauen geben, die das anders gehandhabt haben.
        Ich glaube aber, dass sie eine Minderheit darstellen.
        Keine verurteilenswerte, übrigens.

      • @Semikolon:

        »Ich kenne nur Frauen, die mit Zustimmung des Erzeugers abgetrieben haben.«

        Und ich war in einer Situation, in der es wegen unbedingter Entschlossenheit ihrerseits auf meine Meinung gar nicht ankam und ich die Frau (also die Erbrüterin in deiner Terminologie) trotzdem unterstützt habe.

        Ausgeheult habe ich mich deswegen erst Jahre später bei jemand anderem, als ich mir eingestehen musste, dass es mir eben doch nicht gleichgültig gewesen ist.

      • „»Ich kenne nur Frauen, die mit Zustimmung des Erzeugers abgetrieben haben.«“

        Und was hat der Vater dazu gesagt?
        Im Ernst, ich denke, wer hier meint, daß es sich um einen Kommentarthread für minderwertige Gebrauchsgegenstände handelt, könnte sich damit selbst eine Rolle aufdrücken, die keinen Grund mit sich bringt, über mangelnde Augenhöhe zu klagen.

        @Semikolon sagt:

        „Fun fact:
        ich habe den Vater meiner Kinder nicht vor den Geburten ehelichen wollen hauptsächlich, weil ich mir unsicher war, ob er wenns spitz auf Knopf stünde meinem Leben den Vorzug vor dem des ungeborenen Kindes geben würde, und mir aber bei meinen Eltern, denen bei meinem ledigen Familienstand im Notfall diese Entscheidung zustünde, diesbezüglich ziemlich sicher sein konnte.“

        Und warum hast Du mit einem untermenschlichen Hilfsgerät ( gerade mal Spermaerzeuger, sonst nix ) ein Kind gezeugt?
        Sollte es von vornherein keine funktionierende Familie haben?
        Oder einfach, weil es nunmal nicht ohne dieses unbeliebte Werkzeug möglich ist?

        Wie war der Plan?

      • @djadmoros

        Vielleicht ist es „einfacher“ ein Kind während der Schwangerschaft zu verlieren um das man gemeinsam trauern kann, aber auch das empfinden nicht Alle gleich.
        Meine Eltern z.B. haben die Fehlgeburt, die meine kleine Schwester oder mein kleiner Bruder geworden wäre, auch völlig unterschiedlich verarbeitet. Meine Mutter konnte das – wie sie sagt – relativ schnell akzeptieren („es sollte halt nicht sein, vielleicht wäre es ja stark behindert gewesen, wenn es auf die Welt gekommen wäre“ etc.) – mein Vater vergoß auch Jahrzehnte später noch Tränen darüber (und nein, normal ist er nicht nah am Wasser gebaut).

        Aber müssen wir hier noch weiter ausführen, dass es keine „Selbstbestimmungsrechte“ für Erzeuger (als Väter bezeichnen sollte man besser nur diejenigen, die diese Rolle auch ausfüllen imho) ungewollter/ungeplanter Schwangerschaften geben kann? Dass es vielmehr um Fremdbestimmung bzw. die Unterminierung der Selbstbestimmung bzw. die Vorenthaltung mühsamst errungener gleicher Rechte unehelicher Kinder geht? Und wenn wir nicht aufpassen, der Masku-Rhetorik nicht frühzeitig Riegel vorschieben, auch wir am Ende noch (wieder) da landen, dass Frauen der Prozess gemacht werden kann dafür, dass sie einen Abort erleiden mussten o.ä.?

        @ Fiete

        Der Plan war eine funktionierende Familie mit diesem Mann zu gründen und das ist ja auch geglückt. Ich hab mir einen Kindernarr als Partner ausgesucht, anderenfalls wären meine Sorgen wohl auch Andere gewesen…

      • @Semikolon:

        „Aber müssen wir hier noch weiter ausführen, dass es keine „Selbstbestimmungsrechte“ für Erzeuger (als Väter bezeichnen sollte man besser nur diejenigen, die diese Rolle auch ausfüllen imho) ungewollter/ungeplanter Schwangerschaften geben kann? Dass es vielmehr um Fremdbestimmung bzw. die Unterminierung der Selbstbestimmung bzw. die Vorenthaltung mühsamst errungener gleicher Rechte unehelicher Kinder geht? Und wenn wir nicht aufpassen, der Masku-Rhetorik nicht frühzeitig Riegel vorschieben, auch wir am Ende noch (wieder) da landen, dass Frauen der Prozess gemacht werden kann dafür, dass sie einen Abort erleiden mussten o.ä.?

        @ Fiete

        Der Plan war eine funktionierende Familie mit diesem Mann zu gründen und das ist ja auch geglückt. Ich hab mir einen Kindernarr als Partner ausgesucht, anderenfalls wären meine Sorgen wohl auch Andere gewesen…“

        Das muß ich jetzt doch mal Satz für Satz zerlegen.

        „“Aber müssen wir hier noch weiter ausführen, dass es keine „Selbstbestimmungsrechte“ für Erzeuger (als Väter bezeichnen sollte man besser nur diejenigen, die diese Rolle auch ausfüllen imho) ungewollter/ungeplanter Schwangerschaften geben kann?“
        Nein, müssen wir insofern nicht, daß es hier um Schwangerschaften an sich geht und Du selbst ja im nächsten Satz anführst, daß es um die Fremdbestimmung, also die Einflussnahme auf mühsam erkämpfte Kinderrechte gehen sollte. Die Selbstbestimmung der Eltern ist in dem Kontext natürlich erstmal sekundär.
        Warum Du meinst, Väter wären nichts als wandelnde Risikofaktoren erklärst Du nicht. Ich nehme v.dh. an, daß Du Dich selbst, weil ja zu 50 % verantwortlich für eine ungewollte Schwangerschaft, als – noch dazu kaputte – Gebärmaschine ( weil hat funktioniert, als sie es nicht sollte ) betrachtest und nicht als Mutter, die diese Rolle auch ausführen will.

        Nun, das ist eine emotionale und rein einzelfallbezogenWeltsicht, die als sprachliche Diskussionsgrundlage logischerweise völlig ungeeignet ist.
        Rechtlich wie naturwissenschaftlich hat das Kind zwei Eltern, die im allgemeinen Sprachgebrauch Vater und Mutter genannt werden. Ein Abhängigkeit von einem „Kindeswohl“ ( hier synonym für Semikolons Ansicht von der „elterlichen Rolle “ ) eines Dritten – eines emotional verzerrten noch dazu – besteht nicht.

        Aber Du erkennst immerhin an, daß das Recht des Kindes – hier das Recht auf Selbstbestimmung und gleichberechtigte Elternschaft – über dem Selbstbestimmungsrecht der Eltern steht. Die Maskus also Recht haben, wenn sie genau das anführen, wenn sie ein Mitspracherecht u.a. zum Thema Schwangerschaftsabbruch ( oder nicht ) fordern. Denn das und die gemeinsame Sorge sind ihre Kernforderungen.

        Trotzdem widersprichst Du dem schon im nächsten Satz diametral:
        „Und wenn wir nicht aufpassen, der Masku-Rhetorik nicht frühzeitig Riegel vorschieben, auch wir am Ende noch (wieder) da landen, dass Frauen der Prozess gemacht werden kann dafür, dass sie einen Abort erleiden mussten o.ä.?“

        Also nochmal, Du erkennst die Kinderrechte und die notwendige Gleichberechtigung an, willst beiden aber „einen Riegel vorschieben“, weil Du meinst, daß Mütter, die Fehlgeburten haben, sonst in den Knast wandern würden.
        Wäre nett, wenn Du diesen äußerst bizarren Schluss mal zu erläutern versuchen würdest.
        Wenn ein Kind auf beide Eltern gleichberechtigt zugriff hat, wie kommt die Mutter mit der Fehlgeburt dann vor den Kadi?
        Und wann und wo war das schon mal so?

        Damit sind wir beim letzten Satz:
        „@ Fiete

        Der Plan war eine funktionierende Familie mit diesem Mann zu gründen und das ist ja auch geglückt. Ich hab mir einen Kindernarr als Partner ausgesucht, anderenfalls wären meine Sorgen wohl auch Andere gewesen…“

        Moment! Du verachtest diesen Kerl so sehr, daß Du ihn mit einem Brenngasentwickler o. Hühnerhofbetreiber ( „Erzeuger“ ) bestenfalls gleichsetzt, aber weil er ein Kindernarr ist, machst Du ihn zum Vater Deiner Kinder und deinem LAG, obwohl er, Deinen Worten nach, diese Rolle ( Vater gar nicht ausfüllen soll o. kann?
        Also Partner nur auf der Elternebene, eine Paarebene war nie vorgesehen?
        Die Motivation, warum Du das Kind ausgetragen hast, würde mich in dem Fall interessieren.
        Du wolltest, nach Deinen Worten kein Kind bekommen, der Vater sollte kein solcher sein. Dann aber planst Du plötzlich ihn zum Partner zu nehmen und eine normale Kernfamilie mit ihm zu führen?

        Mit Verlaub, das klingt nicht im geringsten glaubwürdig. Ich vermute, einen großen Teil der tatsächlichen Fakten lässt Du weg und den Rest lügst Du Dir schön, resp. hässlich.
        Anders passen diese Zeilen nicht zusammen.

  • Auf mich wirkt der Artikel und die Kommentare wie die Filterblase, die sie zu kritisieren versuchen.
    Es wird selbst nicht infrage gestellt, ob Kampfbegriffe verwendet werden.
    Für mich ist der Aufhänger Narzissmus, um hier einen Kommentar abzugeben.
    Nach meinen Beobachtungen werden Menschen gerne als Narzissten bezeichnet, um sich selbst zu überhöhen und die andere Person abzuwerten. Die Bedeutung von Narzissmus geht dabei unter.
    Narzissmus ist lebensnotwendig. Mal ein Zitat aus dem Buch ‚Narzissmus und Objektbeziehungen‘:
    ‚Der – individuelle – Narzissmus bzw. die narzisstische Libido dehnt sich üblicherweise nicht nur auf die umgebenden personalen Objekte, sondern auch auf die gewohnten Gebrauchsgegenstände eines Menschen und insbesondere auf die Wohnung bzw. das Wohnhaus des Individuums aus. Gelingt dieser Vorgang nicht, so liegt eine narzisstische Störung vor.‘
    Schon das einfache ‚zuhause Gefühl‘ ist Narzissmus und wichtig. Eine Störung wird es erst, wenn zu viel oder zu wenig Narzissmus vorliegt.
    Mir würde es gefallen, wenn Menschen bei dem Gedanken jemanden als Narzissten zu bezeichnen eher an die Kindheit dieser Person denken. Die Frauen bei Störenfridas sind daher sicherlich das letzte Glied in der Kette.
    Meine Hoffnung liegt in der Aufklärung, weil es seit einigen Jahren viel Literatur zum Thema gibt (z.B. ‚Vergiftete Kindheit‘, ‚Der Lilith-Komplex‘), die meiner Meinung nach sehr gut ist.

  • Ich habe den Beitrag zwischenzeitlich (erst) gelesen und finde insbesondere den Anfang, mit dem Schoppe sich nicht auseinandergesetzt hat, auch noch lesenswert.

    Die endgültige Stoßrichtung:
    „Wenn eine Mutter keine Mutter mehr sein kann oder will, muss sie genauso einfach gehen dürfen, wie es Männer jeden Tag tun, ohne dass für das Kind daraus ein Nachteil beschreibt natürlich eine höchst merkwürdige, unrealistische Sicht der Dinge, die will ich keinesfalls verteidigen. Nur so als allgemeine Anmerkung.

    • Sag ich so, aber… hmmm… Alice Schwarzer herself war ja im Grunde so ein Fall:
      den leiblichen Vater wenn ich ihre Autobiographie richtig erinnere nur einmal im Leben getroffen, aufgezogen worden von den Großeltern (Schwerpunkt Opa) mit der leiblichen Mutter in der Funktion mehr der einer großen Schwester/Tante o.ä. … hats ihr denn geschadet? Gemessen an ihrem Erfolg: wohl eher nicht.

      Vielleicht ist der Beitrag von jemandem mit einem diesem ähnlichen Lebensschicksal geschrieben worden? Der große, persönliche Dankbarkeit auch hegt für die Mütter, die sich für das Austragen einer ungewollten Schwangerschaft entscheiden?
      Der Frauen allein schon dafür schätzt, dass sie tatsächlich Leben erschaffen – selbst, wenn die Einzelne ungeeignet ist die der Mutterrolle angemessene Fürsorge selbst zu leisten?
      Und die keinen Knacks an-attestiert kriegen möchte bloß aufgrund für sie nicht-änderbarer Gegebenheiten der Vergangenheit, die eben kaum als einschränkend erlebt wurden…
      Oder so.

      Ich mein: was reimt Ihr Euch denn über den Hintergrund der Autorin zusammen?

      • BTW wird m.W.n. inzwischen häufiger das Sorgerecht für ein Kind den Großeltern (i.d.R. mütterlicherseits) zugesprochen als den Vätern. Das sind zwar durchaus Not-Konstruktionen, aber als solche funktionieren sie wahrscheinlich meist besser als staatliche Inobhutnahmen…

      • @Semikolon:
        „Sag ich so, aber… hmmm… Alice Schwarzer herself war ja im Grunde so ein Fall:
        den leiblichen Vater wenn ich ihre Autobiographie richtig erinnere nur einmal im Leben getroffen, aufgezogen worden von den Großeltern (Schwerpunkt Opa) mit der leiblichen Mutter in der Funktion mehr der einer großen Schwester/Tante o.ä. … hats ihr denn geschadet? Gemessen an ihrem Erfolg: wohl eher nicht.

        Vielleicht ist der Beitrag von jemandem mit einem diesem ähnlichen Lebensschicksal geschrieben worden? Der große, persönliche Dankbarkeit auch hegt für die Mütter, die sich für das Austragen einer ungewollten Schwangerschaft entscheiden?
        Der Frauen allein schon dafür schätzt, dass sie tatsächlich Leben erschaffen – selbst, wenn die Einzelne ungeeignet ist die der Mutterrolle angemessene Fürsorge selbst zu leisten?
        Und die keinen Knacks an-attestiert kriegen möchte bloß aufgrund für sie nicht-änderbarer Gegebenheiten der Vergangenheit, die eben kaum als einschränkend erlebt wurden…
        Oder so.

        Ich mein: was reimt Ihr Euch denn über den Hintergrund der Autorin zusammen?“

        Also ich reime mir da nix zusammen, sondern beschränke mich auf den realen Inhalt des Textes.
        Du schon!
        Und zwar ziemlichen Blödsinn. Das aber in recht typischer Weise, nach der Methode: „Was wäre wenn [ irgendein abstruses Konstrukt einsetzen ], dann wäre die emotionale Verzerrung ja irgendwie verständlich und somit gut“.
        Eine städtische Psychologin am Wörthersee rechtfertigt so die Erfüllung von rein narzisstischen Kinderwünschen mittels anonymer Samenspende im Ausland. Weil es den Möchtegernmüttern ja auch nicht leicht fallen würde, sich auf den Gyn-Stuhl zu setzen und die Beine breit zu machen. Das wäre wichtiger als das Recht des Kindes auf seine Eltern. ( Tatsache! Die Facebookgruppe von VoR amüsierte sich jahrelang mit dieser Familiensozialarbeiterin, die in Punkto Kinder absolut schmerzfrei gegen Kinder berät )

        Du diffamierst gleich am Anfang Frau Schwarzgeld und den imaginären Vater ihres angebl. Kindes ( Schwarzer hat viel zu dem Themenbereich gelogen, weshalb ich es nicht als sicher ansehe, daß sie ein Kind hat – sie hat ja auch behauptet, sie hätte abgetrieben, was eine gesicherte Lüge sein soll ). Auch Alieze wäre ggf. Mutter, und der Vater Vater und nicht „irgendsolche lediglich irgendwie ‚leibliche‘ Dingensbummens“. Die abqualifizierende Falschattributierung gibt schon mal die Richtung vor.

        Der Frage, wem es schadet, weichst Du sehr plump aus, indem Du sie auf Schwarzgeld beschränkst. Ob der Vater einen Schaden davon hat, ist egal und der sicher zu erwartende Schaden des Kindes interessiert Dich offenbar auch überhaupt nicht.
        Man kann nur hoffen, daß Du Dein Kind nicht als so unerwähnenswertes Leben betrachtest.
        Daß es Schwarzer scheinbar nicht allzu sehr geschadet hat, was auch nicht sicher ist ( sie ist ja ganz offenbar recht heftig psychosozial defizitär, nur die genauen Ursachen kennen wir nicht ), spricht in Bezug auf ihre Elternrolle also eher gegen sie, es zeugt von einer gewissen Empathieunfähigkeit.

        „Der Frauen allein schon dafür schätzt, dass sie tatsächlich Leben erschaffen – selbst, wenn die Einzelne ungeeignet ist die der Mutterrolle angemessene Fürsorge selbst zu leisten?“

        Die durchgeknallte Mütterlobbystimme spricht.
        Wie hat die Dame denn Leben erschaffen? Welche künstlerische Fähigkeit ( oder göttliche gar ) hat sie denn?
        Ich denke, sie hat mit einem Mann ein Kind gezeugt, wobei beide gleichwertige Anteile haben. Er hat einen Haufen Spermien plus fluides Medium gespendet, sie eine Eizelle plus nestfähiger Schleimhaut. Punkt! Das war’s.
        Der Rest läuft bioautomatisch, da erschafft niemand was ( außer man benennt das Universum selbst in „der Schöpfer“ um, aber dadurch wird keine Frau zum kompletten Universum ).

        Die Vergötterung der Frau an sich, als „Erschafferin des Lebens“ ist eindeutig nix als ein Sektenkult, ähnlich der Annahme der der Kreationisten, die Welt wäre vor 5xxx Jahren in sieben Tagen von JHVH erschaffen worden.

        Kinder sind von Zeugung an schon Individuen, ob nun rein zufällig, oder aufgrund von jahrtausendelanger genetischer Entwicklung, ist dabei unerheblich, da die Eltern die entsprechenden Faktoren vor der Zeugung nicht kennen – und noch weniger berechnen – können. Dazu gibt es zwar analoge Hilfswerte, die beide mehr o. weniger bewußt ansetzen ( Optik, Geruch, Kontostand u.s.w. ), aber die sind nicht exakt genug, um von einer aktiven und effektiven „Schöpferischen Selektionsleistung“ im Sinne eines Kunstwerks sprechen zu können.

        Anders gesagt: Seine Eigenheiten schafft das Kind selbst, resp. die Natur, resp. der Zufall, nicht aber die Eltern. Die können höchsten anleitend, fördernd u./o. begrenzend im Nachhinein etwas Einfluss nehmen.

        Der Spruch, daß Frauen „DIE SCHÖPFER DES LEBENS“ sind, inkl. Grippeviren, Fleischmaden, Tse-Tsefliegen u.s.w., ist somit eher im Reich grenzdebiler Ultrainfantilisten zu verorten.
        Etwa gleichwertig mit: „Frau Holle schüttelt die Kissen und es schneit“. Bestenfalls.

        Tja, und was sollte eine Frau tun, wenn sie eigentlich gar kein Kind will, sich trotzdem eines hat machen lassen und meint, sie kann es nicht selbst aufziehen?
        Es an Dritte weiterveräußern? Warum?
        Warum sollte sie nicht versuchen, ihre Verantwortung zu tragen, wie alle anderen auch? Die zweifeln auch manchmal.
        Warum sollte sie sich nicht vom Vater und der weiteren Familie, dem sozialen Umfeld dabei unterstützen lassen?
        Warum soll sie überhaupt, die eben noch von Dir geschätzten Rechte des Kindes mit Füssen treten?

        „Und die keinen Knacks an-attestiert kriegen möchte bloß aufgrund für sie nicht-änderbarer Gegebenheiten der Vergangenheit, die eben kaum als einschränkend erlebt wurden…
        Oder so.“

        Den hat sie ja schon, Deiner Interpretation nach, sogar einen reichlichen. Ob da irgendwelche unabänderlichen Vergangenheitserlebnisse hinterstecken, oder nicht, kann uns wurscht sein, tatsächlich wissen wir es nicht. Aber es gibt keinen vernünftigen Grund, das Kind darunter leiden zu lassen, außer man betrachtet es ausschließlich als Eigentum und mögliches „Heilmittel“ für eben diesen Knacks der dissozialen Mutter. Also gerade nicht als eigenständigen, mindestens gleichwertig einzuschätzenden Menschen.

    • „„Wenn eine Mutter keine Mutter mehr sein kann oder will, muss sie genauso einfach gehen dürfen, wie es Männer jeden Tag tun, ohne dass für das Kind daraus ein Nachteil beschreibt natürlich eine höchst merkwürdige, unrealistische Sicht der Dinge, die will ich keinesfalls verteidigen. Nur so als allgemeine Anmerkung.“

      Der Satz ist wirr.
      Es geht um eine ausdrücklich Erlaubnis von etwas, daß ganz klar und begründet nicht erlaubt ist. Die Nichterlaubnis zur einzigen Begründung der Erlaubnis zu machen, ist somit substanzlos.

      Warum soll denn eine Mutter dürfen, was ein Vater nicht darf? Irgendeine Begründung für diese Forderung nach einem Privileg über Erwachsenen- u. Kinderrecht?

      Und warum soll es keinen Nachteil „beschreiben“, wenn dem Kind die Hälfte seiner elterlichen Familie entzogen wird? Forschung, Wissenschaft und Common sense behaupten das glatte Gegenteil?

  • „Die Störenfriedas erregen sich darüber, dass die Mutter Verantwortung tragen muss, „während der Vater ‚wählt’ ob er daran teilhat“.
    versus
    “ Väter zum Beispiel seien überhaupt nicht notwendig – da aber „patriarchales Recht nicht mehr mit der Überlegenheit des Mannes gerechtfertigt werden kann“, müssten nun Falschinformationen zur Bedeutung des Vaters für das Kind zur Patriarchats-Sicherung herhalten.“

    Wie geht das gleich nochmal argumentativ zusammen? Mit anonymem one night stand zeugen, ihm nicht verraten, dass er Leben schenkte, aber dann gleichzeitig klagen, dass die Übernahme von Verantwortung durch den Mann optional ist und „er“ (wer?) nicht einstehen will für das Kind?

    Spätestens da habe ich glaube ich komplett den Faden im Gewirre verloren…

    • @errollbundelfeuerstein Ich glaube, dass sich in solchen Kohärenzerwartungen das Verhaftetsein in patriarchalen Ordnungen ausdrückt. Innere Widersprüche als Fehler wahrzunehmen, nicht als Bereicherung und Befreiung aus dem Zwang zur Eindeutigkeit, ist eindeutig phallogozentrisch. (Aber sowas von…)

      Es wäre sicher gut, wenn Du Dir das bewusst machen und daran arbeiten würdest.

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