Schwierigkeiten beim Abbruch von Schweigemauern – Cassie Jayes „The Red Pill“

red pill alice

Sie sei möglicherweise die gefährlichste Feministin der Welt! Diesen Eindruck jedenfalls mache die US-amerikanische Filmemacherin Cassie Jaye, wenn dem Aufschrei verschiedener Frauengruppen zu trauen sei – so der australische Spectator

Dabei müsste die Dreißigjährige eigentlich ein Liebling dieser Gruppen sein. Sie war als Schauspielerin unzufrieden damit, auf die Rolle der schreienden Blondine in Horrorfilmen festgelegt zu sein – wechselte dann schon im Jahr 2008 hinter die Kamera, gründete eine eigene Produktionsfirma und drehte preisgekrönte Dokumentarfilme: über sexuelle Aufklärung zum Beispiel, und über den Kampf gleichgeschlechtlicher Paare um das recht auf Heirat.  „Ich konzentrierte mich auf Frauenthemen und erhielt dafür viel Beifall“, erzählt sie dem Spectator. (I focused on women’s issues and was getting a lot of praise for that.)

Nun aber starteten australische Feministinnen eine Petition, um ihr die Einreise ins Land zu verbieten. Das Palace Cinema zog die Aufführung ihres neuen Films zurück, nachdem eine weitere Petition mit über 200 Unterschriften das verlangt hatte.

Auch ein Kino in Melbourne zog die Bereitschaft zur Aufführung des Films nach Protesten zurück.

In den USA weigerte sich die New Yorker Village Voice, auch nur eine kleine Anzeige für den Film zu drucken – eine solche Werbung ist Voraussetzung für die Zulassung bei den Oscar-Verleihungen.

Der britische Telegraph bezeichnete ihn als „den Film, von dem Feministinnen nicht wollten, dass Sie ihn sehen“ (the movie […] that feminists didn’t want you to see) – und berichtete über Drohungen, dass Jaye damit Karriereselbstmord begangen habe, sowie über massive Schwierigkeiten bei der Finanzierung.

Eine Kickstarter-Kampagne machte ihn dann schließlich doch möglich – also eine Finanzierung durch viele Interessierte, bei der über 210.000$ für seine Produktion zusammenkamen. Auch das müsste eigentlich ein Fest für eine sich als links verstehende Subkultur sein: Ein Film, der vom Establishment nicht gewünscht wird, finanziert sich schließlich eindrucksvoll durch eine Graswurzelkampagne.

Was also um Gottes Willen hatte Cassie Jaye falsch gemacht, dass sie in linken, feministisch inspirierten Kreisen nicht etwa zu einer Heldin, sondern gar zu einer unerwünschten Person, zum Feind wurde?

Ganz einfach: Sie hatte einen Film über Männer gedreht, oder genauer – über die amerikanische Männerbewegung, das Men’s Rights’ Movement.

 

Alice begegnet einem ernsthaften Filmkritiker

Alan Scherstuhl von der Village Voice schrieb die erste Rezension in einer größeren Zeitung – ohne zu erwähnen, dass er die Anzeige dafür im selben Blatt verhindert hatte. Ein Hit Piece natürlich, also einen harten, vernichtenden Verriss, der den Zweck hat, weitere Rezensionen eine negative Richtung zu lenken. Scherstuhl griff dabei auf Zitate Paul Elams zurück, den Jaye für ihren Film interviewt hatte und der A Voice for Men betreibt, die zentralen Webseite der amerikanischen Männerrechtebewegung.

Elam habe gefordert, sämtliche Vergewaltiger freizusprechen und Frauen pauschal unterstellt, um Vergewaltigungen regelrecht zu betteln. Welche Entschuldigung hätte ein ernsthafter Filmemacher, Elam nicht auf eine Erklärung solcher Äußerungen zu drängen? (What excuse would any serious documentarian have for not asking Elam to explain that?)

Dies wiederum mag daran gelegen haben, dass die ernsthafte Filmenacherin Cassie Jaye tatsächlich auch die ganzen Texte gelesen hatte, aus denen Elams Zitate stammten – anstatt sie, anders als der ernsthafte Filmkritiker Scherstuhl, einfach aus den zusammenhanglos zitierten Textstellen einer ganz anderen Webseite zu übernehmen: von David Futrelles We Hunted The Mammooth nämlich, einer Seite, die Männerrechtler wahlweise als lächerlich, gefährlich oder beides darzustellen versucht.

Hätte er die Texte gelesen, dann hätte der ernsthafte Filmkritiker vielleicht auch gemerkt, dass es Elam tatsächlich darum ging, eine Voreingenommenheit des Justizsystems gegenüber Männern darzustellen – und um die These, dass Vergewaltigungen entgegen der herkömmlichen feministischen Lesart nicht auf Machtgier, sondern auf sexuellen Begierden gründeten.

Vor allem aber fragte Jaye  womöglich deshalb nicht nach, weil sie ihren Film mit einem anderen Text Elams beginnt, der ebenfalls erschreckend ist und der seinen Schrecken auch bei der vollständigen Lektüre nicht ganz verliert: Einen Text nämlich, in dem er einen „Bash a Violent Bitch-Month“ ausgerufen hatte, etwa: „Hau einer gewalttätigen Schlampe kräftig eine runter-Monat“ .

Ich fand Texte der A Voice for Men oft zu scharf und zu bitter – weil ich dachte, dass diese Schärfe und Bitterkeit nur für einige nachvollziehbar ist, die meisten Menschen aber abstößt. Cassie Jaye beginnt ihren Film mit der erschrockenen Irritation über solche Texte. Sie beginnt damit zugleich bei einem herkömmlichen Bild der Männerrechtsbewegung: Diese bestünde weitgehend aus gewaltbereiten, wütenden Männern, die frustriert über den Verlust ihrer Privilegien wären.

Am Ende des Films aber klärt sie die Hintergründe des Elam-Textes auf: Er war eine Reaktion auf einen Text der feministischen Webseite Jezebel, der häusliche Gewalt durch Frauen gefeiert und männliche Opfer lächerlich gemacht hatte.

Am Ende stehen also die als Heuchler da, die sich über Elam mit großartigem moralischem Gestus erregt hatten – dieses Ende erwähnt der ernsthafte Filmkritiker der Village Voice dann nicht mehr. Der Film spannt sich zwischen diesen beiden Texten auf und zeigt Jayes Entwicklung vom Schrecken des Beginns zum Verständnis am Ende.

Sie selbst präsentiert sich dabei als eine moderne, geschlechterpolitisch aktive Alice im Wunderland, die immer weiter und immer faszinierter in den Kaninchenbau der Männerrechtbewegung hineingerät. Das Bild passt: Bei aller erschrockenen Irritation nimmt Jaye doch die Position einer interessierten Zuhörerin an, die schlicht vorurteilslos erfahren will, was dieses Mens’ Rights’ Movement eigentlich umtreibt.

Aus deutscher Perspektive ist es natürlich eine unbeabsichtigte zusätzliche Pointe, dass Jaye sich als Erzählperspektive ausgerechnet die Position einer Alice wählt, die mit unschuldigem, unvoreingenommenen Blick die Seltsamkeiten der Geschlechterpolitik betrachtet. Der Erzählstrang der Alice im Geschlechterwunderland wiederum entnimmt Jaye dem Film Matrix, und daher hat ihr Film auch seinen Titel: The Red Pill. Der weise Morpheus bietet dort dem Helden Neo eine rote und eine blaue Pille an: Die blaue Pille ermögliche ein Leben in einer computergenerierten Scheinwelt, die rote Pille aber ermögliche einen weiteren Abstieg in den Kaninchenbau, um dort die bittere Wirklichkeit kennenzulernen.

 

Keine Hilfe für Jungen ab neun

Jaye erfährt von ihr in vielen Gesprächen. Männer erzählen von Vätern, die den Kontakt zu ihren Kindern verlieren – von einem Polizisten (dem berühmten „Serpico“), der den größten Teil seiner jahrzehntelang erarbeiteten Pension als Unterhaltszahlung an eine Frau verliert, die ihn gezielt als Erzeuger ihres Kindes benutzt hatte – von einem anderen Vater, der sich über den Verlust des Kontaktes zu seinem Kind das Leben nimmt – über einen Vater, dessen Kind von der Mutter zur Adoption freigegeben wird,obwohl er selbst für es sorgen wollte. Sie interviewt den Männerrechtler Fred Hayward, der als Trennungsvater nach vielen schwierigen Jahren den Kontakt zu seinem Kind aufgegeben hat, weil er gesundheitlich vor dem Zusammenbruch stand.

Sie erfährt von Männern, die Opfer häuslicher Gewalt wurden – und davon, dass Hilfe bei häuslicher  Gewalt fast ausschließlich an Frauen richte, obwohl auch Männer in großer Zahl betroffen seien. Sie inteviewt Erin Pizzey, die das erste Frauenhaus gegründet hatte und die dabei die Erfahrung machte, dass ein Großteil der aufgenommenen Frauen selbst gewalttätig gewesen war. Sie erfährt von Pizzey auch, dass diese Hilfeeinrichtungen keine Jungen über neun Jahren aufgenommen hätten und das bis heute häusliche Gewalt als Ausdruck männlicher Herrschaft interpretiert werde – was weibliche Täterschaft ausschließe und männliche Opfer aus dem Bewusstsein dränge.

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Anlaufstellen zur Hilfe von Opfern häuslicher Gewalt (entsprechend der Zahl der Opfer, denen geholfen wurde) Blau für Frauen, Rot für Männer

Sie präsentiert die bekannten Daten über die deutlich geringere Lebenserwartung von Männern oder über die deutlich höhere Zahl an Verurteilungen vor Gericht. Besonders bedrückend ist ein Teil des Films, in dem die Männerrechtlerin Karen Straughan über die ungeheuren Gewalttaten der islamischen Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria erzählt. Die Terroristen hätten beispielsweise eine Schule überfallen, die Mädchen ach Hause geschickt und dann sämtliche Junge bei lebendigem Leibe verbrannt. Eine Reaktion aus dem Westen hätte es aber erst später gegeben – als Boko Haram nämlich Mädchen entführt habe und die terroristische Gewalt so als spezifisch mädchenfeindliche Gewalt erschienen wäre.

Hier wird deutlich, wie der Film Perspektiven verschiebt – was gewiss an sich schon ein Grund für die wütenden Reaktionen auf ihn ist. Frauen wie Salma Hayek oder die weithin verehrte Michelle Obama, die an dieser plötzlich gigantischen Bring Back Our Girls-Kampagne beteiligt waren, präsentierten sich damit schließlich als gewissenhafte, mitfühlende, verantwortungsvolle Aktivistinnen. Nun erscheinen sie unweigerlich als kaltherzig und kinderfeindlich, weil sie Kinder, denen massive Gewalt angetan wird, willkürlich entlang der Geschlechtergrenze selektieren: In die, die Mitgefühl verdienen, und die, die übersehen werden können.

 

Fuckface im Ozean des Leids

Das eigentlich ist das Zentrum des Films: Ein empathischer Blick auf Männer und Jungen. In deiner Szene sieht sich Jaye gemeinsam mit einer anderen Frau einen Film über die Beschneidung eines Jungen an. Der Frau stehen die Tränen in den Augen, Jaye wirkt zunächst gefasst – und greift dann auch zum Taschentuch.

circumcision

„Es gibt da draußen einen Ozean des Leidens“ (There’s an ocean of pain out there) – der pathetische Satz Dean Esmays aus seinem Interview wirkt vor dem Hintergrund der vielen Informationen eben gar nicht mehr deplatziert oder lächerlich.

Vertreter und Vertretrerinnen feministischer Positionen erscheinen dagegen plötzlich als gefühlskalt. Katherine Spillar vom Ms. Magazine etwa erklärt, Männer hätten lediglich damit Probleme, dass das Spielfeld mittlerweile ausgeglichen sei, nachdem es zuvor beständig zu ihren Gunsten abschüssig gewesen wäre.

Sie übernimmt das Bild vom „levelling of the playing field“ aus dem Buch Angry White Men von Michael Kimmel. Der wiederum erklärt hier lachend, Männer hätten zwar manchmal einen „Scheiß-Deal“ (crappy deal) abbekommen, sollten aber doch bitte nicht Feministinnen dafür verantwortlich machen.

Michael Messner, Soziologe und Gender-Professor, erklärt spitz, Männer würden sich ohnehin erst nach Trennungen für ihre Kinder interessieren, nachdem sie sich zuvor kaum um sie gekümmert hätten.

Besonder nachteilig präsentiert sich eine Feministin, die wegen ihrer leuchtend roten Haare nur „Big Red“ genannt wird. Sie ist an der University of Toronto im Jahr 2013 an massiven Störmanövern beteiligt, die schließlich ausgerechnet eine Veranstaltung zum Geschlechterdialog verhindern. Nach einem falschen, absichtlich betätigten Feueralarm ist die Veranstaltung gesprengt, und Big Red begegnet draußen einigen Menschen, die an ihr teilnehmen wollten. Big Red liest einen feministischen Text vor und beschimpft andere rüde („Shut the fuck up….I’m reading, fuckface“). Später, im Interview mit Jaye, beschimpft sie Männer, die über den Verlust ihrer Kinder klagen, als „dipshit“ und besteht darauf, dass all ihre Probleme ohnehin vom Patriarchat verursacht würden.

Hier wird verständlich, warum Feministinnen den Film so massiv attackieren. Er bedroht das Selbstbild, für Geschlechtergerechtigkeit und Menschlichkeit einzutreten – und dies eben dadurch, dass nicht nur über Männer geredet wird, sondern Männer selbst ausführlich zu Wort kommen. Wer die Perspektive anderer nicht ganz ausblenden kann, der nimmt eben auch wahr, wie er selbst von ihnen wahrgenommen wird – und kann sich dann das Selbstbild nicht mehr beliebig nach eigenen Wünschen gestalten.

mens studies center

Gegen Ende berichtet ein Redner bei einer öffentlichen Veranstaltung über ein neu gegründetes feministisches Zentrum zur Männerforschung, bei dem nicht nur Michael Kimmel und Gloria Steinem, sondern auch Eve Ensler wichtige Positionen innehätten – die Autorin der Vagina Monologues. Dass das Publikum darüber lacht, wird spätestens erklärlich, wenn die Situation gedanklich umgekehrt wird. Was wäre wohl, wenn ein Mann durch Penis-Monologe bekannt geworden wäre – und wenn er sich eben dadurch als Experte für Frauenleben und für den wissenschaftlichen Beirat eines Frauenforschungsinstituts qualifiziert hätte?

Dass eben ist ein Nachteil der Weigerung, Perspektiven anderer auf sich selbst wahrzunehmen – Menschen verlieren dabei auch den Sinn dafür, wann sie sich lächerlich machen.

 

Wer feministisch bleiben möchte, muss aufhören, feministisch zu sein

Dass Feministinnen im Film deutlich schlechter wegkommen als Männer und Frauen, die für Männerrechte auftreten, ist jedoch nicht einfach Resultat einer womöglich perfiden medialen Inszenierung. Feministinnen (und Feministen) halten hier die Position durch, soziale Notlagen und Ungerechtigkeiten konsequent auf das Konto eines „Patriarchats“ zu buchen. Männerrechtler hingegen setzen nicht etwa die Fiktion eines Matriarchats oder einer Frauenherrschaft dagegen, sondern vertreten durchgehend vermittelnde Positionen. Elam etwa unterstreicht, dass es auf beiden Seiten sowohl Opfer als auch Täter gäbe (victims and perpetrators on both sides of the fence). Esmay betont, dass Feminismus keineswegs Wurzel allen Übels, sondern bloß Teil des Problems sei – er dämonisiere Männer und degradiere Frauen (demonizes men, diminishes women).

Die abstrakt bleibende Fiktion eines Patriarchats wird unglaubwürdiger mit jedem Beispiel für spezifisches Leid von Männern oder Jungen oder für deutliche Ungerechtigkeiten zu ihren Lasten. Die vermittelnde Position ist dagegen wesentlich realitätstauglicher, weil sie nicht darauf angewiesen ist, Teile der Wirklichkeit auszublenden. Die Fiktion eines Patriarchats wiederum lässt sich nur halten, wenn Erfahrungen und Perspektiven von Menschen verdrängt bleiben, die nicht in das Bild einer männlichen Herrschaft passen.

Wer es also Jaye zum Vorwurf macht, dass hier Feministinnen ein schlechteres Bild abgeben als Männerrechtler – der konzentriert sich vermutlich ganz auf die Idee, dass Wirklichkeit eine mediale Konstruktion sei. Sie hätte den Film anders konstruieren müssen.

Eben das aber unterläuft Jaye, und das wird zum Beispiel im Interview mit Elam deutlich. Dieses Interview bedient eigentlich feministische Klischees gleich haufenweise. Elam sitzt konsequent breitbeinig auf der Couch (manspreading), redet ausführlich (mansplaining) – und Jaye sitzt am andere Ende der Couch mit angezogenen Beinen und hört ihm ausdauernd zugewandt zu (female gaze).

elam jaye

Nun weiß aber die Feministin Jaye sicherlich über die Klischees, mit denen eine Situation wie diese typischerweise feministisch inspiriert wahrgenommen wird – und als Filmemacherin kann sie die Wirkung der Bilder einschätzen. Dass sie sich über solche vorgeformten Wahrnehmungen hinwegsetzt, macht deutlich, dass hier mediale Konstruktionen zwar wichtig – aber eben nicht alles sind.

So stellt der Film schließlich implizit vor allem zwei Fragen, die offen bleiben. Warum wird die Rede von spezifisch männlichem Leid als ungeheure Provokation wahrgenommen? Und warum gibt es Menschen, die nicht nur selbst den Dialog darüber verweigern – sondern die zudem alles tun, damit auch niemand anderes darüber sprechen kann? Denn Bilder von massiven Störungen männerrechtlicher Veranstaltungen durchziehen den ganzen Film.

Dieses Muster der Verhinderung der Kommunikation kann eben deshalb normalerweise nicht zum Gegenstand von Diskursen werden, weil es sich auf jeder Ebene wiederholt, wie bei einer russischen Matrjoschka-Puppe. Das gilt schließlich auch für den Film selbst.

Eigentlich müsste jeder Mensch, der sich mit Geschlechterpolitik beschäftigt, begierig darauf sein, ihn zu sehen – weil er eine neue, viel zu wenig vertretene Perspektive einbringt. Statt dessen aber reicht es feministisch inspirierten Aktivistinnen keineswegs, den Film einfach nicht anzusehen – es reicht ihnen nicht einmal, Menschen am Besuch einer Vorführung zu hindern – sie versuchen sogar, die Vorführungen insgesamt zu verhindern. Das hat eine unverkennbar kultische, abergläubische Dimension: Als wäre es schon eine unendliche Belastung, dass es das Böse überhaupt in der Welt gibt – selbst dann, wenn kein einziger Mensch Kontakt dazu haben kann.

Dabei müsste dieser Film eigentlich ein Schmuckstück in jeder feministischen Sammlung sein. Jaye tritt entschlossen für Gleichberechtigung ein – sie öffnet Geschlechterrollen, klärt umfangreich über spezifisches männliches Leid auf und erledigt damit wie nebenbei das Klischee des allzeit starken Mannes – und, vor allem: Der Film hilft dabei, soziale Realitäten anders zu sehen, als sie bislang routiniert und rituell gesehen worden sind.

Doch Jaye rechnet wohl schon mit den massiven feministischen Widerständen gegen diesen Film, und sie erklärt an seinem Ende, dass sie etwas hinter sich lassen musste: Sie würde sich nicht mehr als Feministin bezeichnen.

Vielleicht aber lässt sich auch das auch noch einer anderen Perspektive sehen. Jaye ist durchaus eine Feministin, aber eben eine, die dem feministischen Selbstbild entspricht. Es ist nur zwangsläufig, dass sie sich dann von der feministischen Realität distanzieren muss: von der verbissenen Weigerung, störende Aspekte der sozialen Wirklichkeit auch nur wahrzunehmen – von der gewaltsamen Verhinderung offener Dialoge – von der institutionalisierten und institutionell gemolkenen Geschlechterfeindschaft – und, vor allem, von der Spaltung der Menschlichkeit, mit der selektiert wird, welche Menschen ein Anrecht auf Empathie haben und welche nicht.

 

Arne Hoffmann hat darüber informiert, wo The Red Pill gesehen oder gekauft werden kann.

Sebastian Wessels hat eine Aufführung in Berlin organisiert und betreibt seitdem die Webseite Red Pill Berlin.

Alan Scherstuhl hatte mit seinem Hit Piece nur eingeschränkt Erfolg. Der Film wird in etablierten Medien kaum rezensiert, in deutschen Massenmedien überhaupt nicht. Eine sehr positive Besprechung erschien immerhin in der Huffington Post. Bei Amazon sind die Reaktionen mit enormer Mehrheit positiv, ebenso die Zuschauerwertungen bei Rotten Tomatoes. Bei 94% Zustimmung durch das Publikum gibt es allerdings zugleich nicht einmal genügend Filmkritiken in etablierten Medien, dass es dort für ein Durchschnittsurteil reichen würde.

  1. Wer mehr dazu wissen will, dem empfiehlt sich der HoneyBadger Kanal auf Youtube oder das tolle Interview im Rubin Report mit Cassei

    Antwort

  2. Der Film ist natürlich insofern frauenfeindlich, als das man sich als anständiger Mensch weiblichen Geschlechts zu Tode schämen muss angesichts der Realität.

    Antwort

    1. Hallo Renate, danke für den Kommentar!

      Ich finde, dass sich auch Menschen männlichen Geschlechts ebenso mitschämen müssten, sie sind ja für diese Zustände auch verantwortlich. Das gilt nochmal besonders für solche Leute wie Kimmel oder Messner oder den ernsthaften Filmkritiker Scherstuhl.

      Antwort

      1. Ich weiß nicht, welches Problem Sie mit Michael Kimmel haben. Der betreibt doch nur Braunpinselei. Braunpinseln aber tun Arne Hoffmann (Genderama), Christian (Alles Evolution) und Lucas Schoppe (Man Tau) auch… 😉

      2. @ Wikimannia: Dieser Logik zufolge besteht zwischen der „taz“ und der „Jungen Freiheit“ auch kein Unterschied, denn beide haben gegenüber Götz Kubitscheks Identitärer Bewegung jene ablehnende Haltung, die du als „Braunpinselei“ bezeichnest. Bei deiner ausufernden Definition betreibt jeder „Braunpinselei“, der das radikal rechte Lager aufgrund dessen Geisteshaltung kritisiert. Jeder, der nicht selbst stramm rechts ist, ist dann ein „Braunpinseler“. Diese Perspektive kann man eigentlich nur einnehmen, wenn man selbst radikal rechts steht: Da ist dann alles links davon undifferenziert dasselbe.

        Das Problem bei Kimmel ist aber, dass er dasselbe fundamentalistische Weltbild auf der anderen Seite des politischen Spektrums vertritt: Für ihn ist undifferenziert alles „rechts“, was die feministische Ideologie hinterfragt. Das tun die drei von dir genannten Blogs eindeutig nicht. Im Gegenteil: Sie entlarven dieses Denken als Trugschluss. Im Gegensatz zu Kimmel und dir plädieren sie für eine differenzierte Sichtweise.

      3. @Wiki“mannia“

        So lange auf eurer Website dieses Dumpfbacken-Geseier prominent prangt:

        „Angela Merkel ist eine offene Feindin des Grundgesetzes und des deutschen Volkes. Das ist nicht mein Land!
        Wir sind „Pack“, aber jeder, der illegal die deutsche Grenze übertritt und Asyl fordert, ist „Volk“. Anis Amri (Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt 2016) wird posthum deutscher Ehrenbürger“.

        Seid ihr FASCHOS in meinen Augen.
        Wer ernsthaft meint, ein durchgeknallter Attentäter und Serienmörder würde jemals deutscher Ehrenbürger werden, hat den Kontakt zur Realität ernsthaft verloren.
        Von BEGINN an.

        Also „Brauner“ hau einfach ab.
        Troll dich in deine Fascho-Jagdgründe.
        Und sieh zu, wie du den Glaubwürdigkeitsverlust, den dein Rotz für die „Wikimannia“ verursacht hat, wieder geregelt bekommst. Kleiner Hinweis: Wenn irgendwer „Wikimannia“ als Projekt glaubhaft finden soll, dann bist DU das Problem.

        Behebe und entsorge es.

        Gruß crumar

      4. Also, ich verstehe es nicht so ganz. Und das nicht, weil ich es nicht möchte. Aus persönlichen Kreisen ist mir bewusst und bekannt, dass die Übernahme des Nick Wikimannia durch einen einzigen User, einem allerdings, der das Ganze dort am Leben hält, nicht so ganz glücklch gesehen wird.

        Aber: Muss man dann so drauf los dreschen, wie der geschätzte @Crumar es tat? Ich denke nicht! Auch deshalb, weil ich meine, dass man so keinen Millimeter weiter voran kommen dürfte. Aktion vs. Reaktion, ok, aber man muss nicht immer in der selben Sprache antworten, oder?

        Ehrlich gesagt: Ich teile beide Seiten an dieser Stelle nicht und ich sehe beide Seiten kritisch. Sowohl im Guten, wie auch im Schlechten. Aber letztendlich denke ich, dass es Energieverschwendung ist. Aber das scheint wohl nun mal die Essenz von Allem zu sein: Sich gegenseitig eins rüberzuziehen, Hauptsache es tut weh und der Autor freut sich!?

        Liebe Leute, dafür gab es früher Foren, wo man sich ausgetauscht hat. Heute aber drischt man lieber aufeinander ein und liefert sich nicht mehr Argumente, sondern Gefühle, Unterstellungen oder was? Das ist nicht der Sinn der Sache und diese Betrachtung sei mir bitte vollkommen unbenommen.

        So sehr ich Helmut Kohl ablehne, aber damit hatte er recht:
        Entscheidend ist, was hinten rauskommt …

        Und nun, Freunde?

      5. @Emannzer

        Es gab eine Zeit, da dachte ich, „Wikimannia“ würde sich TROTZ des rechten Einschlags zu einem respektablen Werk entwickeln, dass man verlinken kann, ohne sich dafür schämen zu müssen.
        Die Entwicklung der letzten Zeit deutet für mich darauf hin, dass „Wikimannia“ von tendenziell rechts nach offen rechtsradikal geschwenkt ist.

        Ich erwarte nicht, dass alle meiner politischen Meinung sind, aber es gibt Grenzen meiner Diskussionsbereitschaft.
        Wer prominent völlig absurde, rechte Verschwörungstheorien auf seiner Site plakatiert, halte ich nicht für diskussionswürdig.
        Und ganz offen: Verpiss dich! ist meine netteste Antwort.

        Wenn „Wikimannia“ als Gruppe ein Problem mit einem durchgeknallten user hat, dann sollte man sich zusammenschließen und diesem user Grenzen aufzeigen.
        Unter Umständen wäre es auch sinnvoll, uns alle um Mithilfe zu bitten, wenn Kapazitäten ein Problem sind, geschätzter Emannzer.

        Der sehr talentierte mitm bspw. – mit dem ich ebenfalls politisch nicht einer Meinung bin, was völlig irrelevant ist – wäre ein sehr geeigneter Ansprechpartner, weil er ohnehin lexikalisch arbeitet.

        Wie wäre es denn, wenn wir uns zu diesem Zweck ein wenig mehr vernetzen, Emannzer?
        Weil u.U. für uns alle mehr dabei herausspringt und es in der Tat „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“?!

        Gruß crumar

    2. @ Skeptiker, crumar Danke für die klärenden Worte. Ich hatte mit Wikimannia hier schon Auseinandersetzungen und dachte, ich äußere mich jetzt mal nicht dazu,

      Von ganz rechtsaußen aus betrachtet sieht halt alles andere gleichermaßen „linksversüfft“ aus. Ist natürlich unmöglich, auf die Idee zu kommen, dass das etwas mit der eigenen Perspektive zu tun haben könnte.

      Antwort

  3. Vorab: Der Link zu „Red Pill Berlin“ stimmt nicht, denn er führt zu Genderama. Hier ist der richtige: http://www.redpillberlin.de/

    Ansonsten: Gute Zusammenfassung, auch was die Recherchearbeit anbelangt. Letztendlich kann ich Renate nur zustimmen, „ein Armutszeugnis“ für diese Sorte Frauen.

    Suffix: Glückwunsch auch zum neunen Webdesign (und zum Co-Autor Mark E. Smith). Ich konnte mich mit dem alten nie so recht anfreunden, weil mich diese Bleistiftporträts immer etwas abgestoßen haben. Das ist allerdings mein subjektives Empfinden und ohne jede Relevanz. Und ein gute hat es ja auch, denn ob der größeren Schriftart und Zeilenumbrüche diszipliniert es ja zu mehr Kompaktheit 😉 Das ist nicht bös‘ gemeint.

    Schade finde ich, dass ob des nun neuen Frameworks, anscheinend die Links zu anderen Blogs entfallen sind. Insgesamt wirkt dein/euer Blog so aber recht frisch und aufgeräumt.

    Antwort

    1. @Emanzer

      Der Blogroll und die Organisationen kommen wieder. Wissen noch nicht genau wo und wie, aber das kommt schon wieder. 🙂

      Antwort

  4. „So stellt der Film schließlich implizit vor allem zwei Fragen, die offen bleiben. Warum wird die Rede von spezifisch männlichem Leid als ungeheure Provokation wahrgenommen? Und warum gibt es Menschen, die nicht nur selbst den Dialog darüber verweigern – sondern die zudem alles tun, damit auch niemand anderes darüber sprechen kann?“

    Aus exakt dem gleichen Grunde, aus dem auch manche Menschen meinen, man dürfe den Islam nicht kritisieren und aus dem Leute wie Hamed Abdel-Samad oder Salman Rushdie nur noch unter Polizeischutz leben können. Manche Leute finden Erfüllung in ihrer Ideologie und identifizieren sich vollständig damit. Insofern stellt ein Angriff, ja selbst ein offen geäußerter Zweifel an ihrer Ideologie, für diese Leute einen persönlichen Angriff dar.

    Antwort

  5. Ich ergänze mal ein wenig:
    Zunächst mal die Info für alle, die nicht mal eben quer durch D. gurken können, oder ( wie ich ) grundsätzliche keine Geschäfte im Internet abwickeln:
    Es gibt das Werk jetzt auch“für umme“ und zwar in recht guter Qualität.
    Wo müßt Ihr selbst herausfinden, denn falls ihn sich jemand auf Festplatte ablegt, hätte ich sonst u.U. zu Straftaten aufgerufen. Ist aber nicht schwer zu finden und das reine Streaming ist, soweit mir bekannt, noch nicht strafbar.

    Über den Textinhalt kann ich noch nicht viel sagen, dazu reichen meine bescheidenen Englischkenntnisse und die arg beschädigte Konzentrationsfähigkeit einfach nicht aus. Werde mir das Werk also erstmal quasi „Satz für Satz“ mit geöffnetem QuickDic ansehen müssen, bevor ich es inhaltlich kommentiere.

    Aber ich habe ihn einfach mal „nebenbei mitlaufen“ lassen und mich dabei überwiegend auf den optischen wie akkustischen ersten Eindruck konzentriert.

    Kurz: Das Ding ist schon fast überperfekt.
    Allerdings in einer etwas ungewöhnlichen Mischung.
    Er verbindet die Aspekte von bis zu Seifenopernqualität mit ernsthafter Doku.
    Nebenbei glaube ich die Angabe von etwas über 210000 USD nicht.
    Es benötigt ein ziemlich großes Team derartiges zu produzieren und diese Leute verstehen ihr Handwerk, das sind nicht irgendwelche Hilfskräfte, sondern erfahrene Vollprofis.
    Das ist deutlich zu sehen und zu hören.
    Somit liegt die Vermutung nahe, daß mindestens einige davon mehr oder weniger „ehrenamtlich“ dazu beigetragen haben, ohne nennenswerten Profit herauszuschlagen.
    Das lässt natürlich Raum zu Spekulationen. Positiv wie negativ könnte man einen „irgendwie heimlichen“ Hintergrund vermuten.
    Positiv, weil z.B. möglw. manche, die nicht selbst die Eier hatten ein solches Projekt zu starten, vielleicht weil sie um ihre Karriere, oder ihren Ruf, fürchten, hier vielleicht hinter den Kulissen ein wenig assistiert haben könnten.

    Negativ, weil es bei Femis nahezu zwangsläufig zur VT führen kann, die von einem „verdeckten Sponsoring durch die Patriarchat (TM) -AG“ ausgeht. Wird in der einen oder anderen Form kommen, sofern der Streifen mal in die Massenmedien sickern sollte, da bin ich sicher ( Netzfrau und Störenfrieda dürften da wie Aufziehpuppen anspringen; interessant könnte die Reaktion der „Meinfeministen“ im Netz werden, bspw. das Trio Onyx, Margret und Robin Urban ).

    Der eingebaute Teaser ( die persönliche Geschichte von Cassie Jaye ) ist, nahezu genial.
    Er richtet sich offenbar an die Zielgruppe „nordamerikanische Mittelstandshausfrau“, also eine, die in der gesamten westlichen Welt die Vor- u. Nachmittagsprogramme großteils bestimmt.
    Sollte der Film mal als ganz normaler Film von den Sendern behandelt werden ( was erstmal für Jahre ziemlich sicher auszuschließen ist ), hat er das Potential zum weiträumigen Gesprächsthema zu werden. In Kombination mit den glaubhaften Dokudaten also schon ein gewisses „Eia-Potential“.
    Mit zwei Stunden Länge ist er allerdings zu sperrig für die Serien vorbehaltenen Sendeplätze.

    Und für die üblichen „Dokukanäle“ taugt er auch nicht, dazu ist der Doku-Anteil zu ernsthaft und zu wenig skandalträchtig, Es kommt weder Hitler, noch ein UFO darin vor.

    Es bleibt also, tv-technisch betrachtet, ein Film für das kritische Spezialbildungsbürgertum. Also maximal interessant für 3-Sat, Arte und evtl. noch den WDR ( dann aber zu nachtschlafener Zeit ).

    Cassie Jaye ist das ideale Zugpferd für das Werk, ob nun bewußt und strategisch geschickt aufgebaut, oder einfach weil es sich, quasi „unbeabsichtigt“, so ergab. Ich denke ersteres macht mehr Sinn.
    Und ich denke, sie spielt duchaus beabsichtigt mit den scheinbar in sich widersprüchlichen Provokationen, die sie dadurch ergeben. Beispiel wäre das Bild, das L. Schoppe oben eingebaut hat, von dem Interview mit Paul Elam.
    Vordergründig ein Klischeehaufen, er macht den Breitmacker und labert, sie macht das hübsche Zuckerpüppchen am Fußende der Couchgarnitur, das muß manchen Femis geradezu in die Magengrube fahren.
    Aber: Sie hört aufmerksam zu, unterbricht nicht, konzentriert sich offenbar auf ihre Rolle als Aufnehmende. Eine probate, idealerweise mit Empathie gekoppelte ( sie zumindest vermittelnde ) psychologische Interviewtaktik, die nicht zuletzt den Interviewten ermuntert, möglichst unbeschränkt auszusagen ( und sich dabei auch zu verplappern, wenn er das Maß verlieren sollte ).
    Eben das transportiert Seriosität, es wirkt professionell, trotz der fast schon familiären Atmosphäre ( Schuhe aus und so ).

    Die Tränenszene gefällt mit weniger. Sie bestätigt m.E., daß da knallharte Taktik dahintersteckt.
    Allerdings m.E. auch zu Recht, denn ich kenne den Lehrfilm, in dem die übliche Zikumzision dargestellt wird. Ich habe mir das komplette Werk mal vollständig angesehen ( und dann öffentlich verlinkt, aber es verschwand sehr schnell aus dem Netz ) und war ernsthaft geschockt. Ich kann einiges vertragen und nochmehr überspielen, bei dem Clip gelang mir das jedoch nicht, ich war tagelang verstört danach. Das mal eben in ein typisch weibliches Klischee zu drücken, mag eine zwangsläufige Notlösung sein, wirklich gelingen kann es so m.E. nicht.
    Manche Kompromisse waren vermutlich kaum zu umgehen und auch mit ihnen wurde der Film ja immernoch sehr lang.

    Kurz zusammengefasst:
    Die im Einzelnen z.T. untrennbare Mischung aus „Klein-Cassise’s Jugend“, „Cassie“ im Wunderland“ u. „die Forscherin Frau Jaye“ ist schon fast zu gut, zu glatt aneinandergefügt.
    Zu glatt für das Budget jedenfalls, verglichen mit anderen Dokusoaps, die durch unsere Medien geistern.

    Ich persönlich frage mich, wie sie aus dem daraus für sie resultierenden Dilemma wieder raus kommen will.
    Einerseits hat sie bewiesen, daß sie als junge Filmemacherin sicherlich ein weit herausragendes Talent ist und somit eigentlich ein lukrativer Geschäftspartner.
    Andererseits hat sie bei genau den dafür wichtigen Leuten im nordamerikanischen Filmgeschäft erstmal als Zugpferd verkackt, die bindet sich bestimmt erstmal keiner offen an’s Bein. Der Name Cassie Jaye dürfte vorläufig als Marktmagnet erstmal mehr oder weniger verbrannt sein. Dazu hat sie einfach zu tief in’s Klo gelangt.

    Mein persönliches Fazit, nach dem ersten groben Eindruck vom Film:
    Sie ist wahrscheinlich tatsächlich keine Feministin mehr. Weder einer Mainstreamrichtung, noch als „Meinfeministin“. Ich glaube, diese Hintertür zum Feminismus braucht sie nicht mehr ( wiewohl manche „Meinfeministen“ sie in dem Zusammenhang brauchen könnten und vermutlich auch werden ).
    Ich bin ja auch kein Maskulist und ich denke, die Gründe dafür könnten größtenteils praktisch exakt deckungsgleich sein.

    Wie gesagt, nur ein allererster Eindruck, zunächst ohne inhaltliche Aussagen detailliert zu berücksichtigen.

    Antwort

    1. @Fiete

      Seeeehr lesenswert!

      Und nur ganz kurz: Im Film-Business mit wenig budget ist es gängig keine festen Gagen zu bezahlen, sondern einen Anteil an den Einspielergebnissen.
      Kein Scheiß.
      Die Verhandlungen eines solchen Films habe ich authentisch mitbekommen und die liefen in meinem Hinterzimmer ab, quasi.

      Bei Dokus auch sehr nett: Die Interviewpartner arbeiten unbezahlt.
      Sie sitzt possierlich auf einer Couch und interviewt Paul Elam oder Warren Farrell.
      Die einzigen, die echtes Geld verdienen sind der Kameramann und der Kerl für Ton und Licht.

      Sie sieht niedlich aus für einen Anteil an der Mehrwertmasse. 😉

      Gruß crumar

      Antwort

      1. Cassie hat den Film mit ihrem Kamera und Ehemann zusammen produziert.

        Ich kann HBR jedem nur empfehlen, die sind den deutschen Männerrechtlern in ihrer piefigkeit um mindestens 15 Jahre vorraus.

        http://honeybadgerbrigade.com/2016/10/04/faggots-are-officially-out-of-the-progressive-stack/

        Ok, den Schwulenartikel hab ich mal dreist mit eingeschmuggelt und ich wette der wird vielen hier nicht gefallen.
        Aber der erklärt imho besser warum der ‚Rechtsruck‘ ist als die vier grottigen Artikel zu dem Thema hier.
        Und der erklärt vielleicht auch, warum uU diejenigen die den Rechtsruck herbeiphantasieren imho in Wahrheit die echten Rechten sind.

  6. Zwei kleine Tippfehler, die den Artikel leider ein wenig nach „did not do the research“ aussehen lassen:

    Der Held in „Matrix“ ist Neo, nicht Nero.

    Und Salma Hayek schreibt sich nicht Selma. Letztere ist die Zwillingsschwester von Patty aus den „Simpsons“.

    Antwort

    1. Danke! Matrix hab ich sicher schon vier Mal gesehen, das müsste basal als Research durchgehen. SAlma ist mir aber tatsächlich nie aufgefallen…

      Antwort

  7. War der Titel „The red pill“ von allem Anfang an so bestimmt? Es scheint zumindest so. Dann aber frage ich mich, warum Cassie Jaye im Film den Eindruck vermittelt, als habe sich der „red-pill-Effekt“ erst durch und im Verlauf ihrer Recherchen ergeben.

    Antwort

  8. Ich habe ja leicht den Eindruck, als seien Männerrechtler in Deutschland der deutschen Linken sehr ähnlich.
    Wo der Rest der Welt vereint schreitet, machen wir nen recht provinziellen Eindruck.
    Hier mal was vom International Men’s Day 2016

    Gab auch nen deutschen Redner.

    @Pjotr Um den Begriff kommt man kaum herum, wenn man sich mit dem Thema im Internet beschäftigt. Wobei er aber grundsätzlich auf MGTOWs zurück geht. MRM, MRA, PUA und MGTOW sind relativ getrennt. Es eint aber alle die Erkenntnis, das Männer blue pilled leben, bis ihnen das Leben in den Poppes beißt, was dann böse red pilled. 🙂
    Ich glaube nicht, dass eine Feministin mit dem Begriff gestartet ist, das wäre ja schon das Eingeständnis, auf der bösen Seite gelebt zu haben und Menschen haben damit ein Problem.

    Antwort

  9. „Es eint aber alle die Erkenntnis, das Männer blue pilled leben, bis ihnen das Leben in den Poppes beißt, was dann böse red pilled. 🙂“

    Jo, liest sich schlüssig und ist wohl allgemeiner Erfahrungswert.

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