Männerdiskriminierung: Die Gleichstellungsexpertin Martha Weingartner als Erklärbär

Eine Umfrage zu Feminismus und Gleichstellung der Gratiszeitung „20 minuten“ hat in der Schweiz ergeben, dass sich 50% der Männer diskriminiert fühlen, während dies bei den Frauen nur zu 40% der Fall ist. Für die Gleichstellungsexpertin Martha Weingartner ein klarer Fall: Männer fühlen sich schneller als Frauen benachteiligt und jammern offenbar viel, viel schneller im Vergleich zu Frauen.

An der Umfrage zu Feminismus und Gleichberechtigung nahmen insgesamt 4121 Männer und 2768 Frauen aus der deutschen Schweiz teil. Nachfolgend die Ergebnisse dieser Untersuchung:

Wie wichtig ist die Frauenbewegung bzw. der Feminismus und warum?

  • 61% der Frauen und 23% der Männer finden die Frauenbewegung eine wichtige Sache.
  • Gründe dafür: Sexismus sei in der Gesellschaft salonfähig und Frauen und LGBTQ-Menschen würden diskriminiert.
  • 43% der Frauen und 12% der Männer würden sich als Feministen bezeichnen.
  • 28% der Befragten sind der Auffassung, dass die Frauenbewegung nervt und
  • 22% sind der Meinung, dass die Frauenbewegung ihre Ziele längst erreicht hätte.
  • 25% der Männer finden, dass Feministinnen sie wütend machen.
  • 60% der Männer sind der Auffassung, dass Frauen bereits genug gefördert wurden und jetzt die Männer an der Reihe wären;
  • diese Meinung teilen nur 17% der Frauen.

Wie steht es mit der Gleichberechtigung der Geschlechter?

  • 83% der Befragten sind der Auffassung, dass Männer und Frauen in der Schweiz nicht gleichberechtigt sind.

Verantwortlich gemacht werden für diesen Umstand

  • das politische System (Fehlen eines Vaterschaftsurlaubs);
  • der Staat;
  • die Biologie;
  • die Unternehmen.

Diskriminiert fühlen sich

  • Frauen zu 40% und
  • Männer zu 50%.

Nach Alter und Ausbildung aufgeschlüsselt:

  • Frauen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren fühlen sich zu 41% diskriminiert;
  • Frauen im Alter zwischen 35 und 49 Jahren fühlen sich zu 62% diskriminiert.
  • Frauen mit einer Berufslehre fühlen sich zu 34% diskriminiert;
  • Frauen mit einem Universitätsabschluss fühlen sich zu 52% diskriminiert.
  • Männer im Alter von 18 bis 34 Jahren fühlen sich zu 41% diskriminiert;
  • Männer im Alter von 34 bis 49 Jahren fühlen sich zu 62% diskriminiert.

In welchen Bereichen fühlen sich Frauen und Männer am stärksten diskriminiert?

Frauen fühlen sich in folgenden Bereichen am stärksten diskriminiert:

  • bei den Löhnen: 45%
  • in allen Lebensbereichen: 21%
  • bei den Karrierechancen: 16%
  • bei der klassischen Rollenverteilung (Kinderbetreuung): 11%
  • etwas anderes: 4%
  • beim Dating, in der Beziehung: 3%
  • beim Militär- und Zivildienst: 1%

Männer fühlen sich in folgenden Bereichen am meisten diskriminiert:

  • bei den Rechten als Vater: 38%
  • beim Militär- und Zivildienst: 24%
  • etwas anderes: 11%
  • bei der gesellschaftlichen Wahrnehmung der klassischen Vaterrolle (Rollenverteilung): 11%
  • beim Dating, in der Beziehung: 8%
  • bei der Karrierechancen: 4%
  • im Ausgang: 3%
  • Bei den Löhnen: 1%

Zusammenfassend ergibt sich folgendes Bild aus der Umfrage

  • Männer und Frauen bewerten die Frauenbewegung bzw. den Feminismus sehr unterschiedlich. Die Mehrheit der Männer ist der Auffassung, dass sie jetzt mit der Förderung an der Reihe sind, das sehen die Frauen völlig anders.
  • Männer fühlen sich hinsichtlich der Gleichstellung/Gleichberechtigung stärker diskriminiert als Frauen. Die älteren Semester fühlen sich stärker diskriminiert als die jüngeren. Je höher der Bildungsgrad, desto höher die gefühlte Diskriminierung.
  • Männer fühlen sich vor allem beim Militär/Zivilschutz und ihren Rechten als Väter rechtlich benachteiligt. Frauen primär beim Lohn und den beruflichen Karrierechancen.

Die Gleichstellungexpertin Martha Weingartner als Erklärbär

Kennt Ihr noch den Erklärbär aus der Wochenshow? Wenn nicht, guckt Euch doch mal das folgende Video an:

Interessant in diesem Zusammenhang der Ergebnisse dieser Umfrage ist ein Interview zu diesen Ergebnissen mit Martha Weingartner, die Projektleiterin bei der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich ist. Auf die Frage von 20 minuten.ch, welche konkreten Beispiele ihr in den Sinn kommen, wenn sie an die fehlende Gleichstellung von Männern und Frauen denke, meint sie:

Bei unserer Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich melden sich viele junge Mütter, die auf dem Arbeitsplatz plötzlich Schwierigkeiten bekommen. Sobald die Frauen schwanger sind und Kinder haben, merken sie, dass es Hürden gibt. Einige verlieren noch während dem Mutterschaftsurlaub ihren Job oder erhalten eine Kaderstelle nicht, wenn sie Mütter werden. Viele dieser Frauen waren zuvor der Meinung, dass sie alles erreichen können, wenn sie nur wollen. Dann aber werden sie mit der Realität konfrontiert. Auch mit sexueller Belästigung oder Gewalt sind viele Frauen konfrontiert.

Da fragt man sich doch gleich, weshalb der Gleichstellungsexpertin bloß Probleme von Frauen in den Sinn kommen und nicht desgleichen solche, die Männer betreffen? Sind Männer nicht ebenfalls von Gewalt und sexueller Belästigung betroffen? Haben Männer keine Probleme, wenn sie vermehrt Teilzeit arbeiten und zugleich Karriere machen möchten oder weitere Problemlagen? Die Interviewerin hat offenbar bemerkt, dass die Ergebnisse der Umfrage nicht mit der Antwort der Gleichstellungsexpertin übereinstimmen, und sie fragt deshalb nach:

Dennoch geben mehr Männer als Frauen an, sich hierzulande diskriminiert zu fühlen. Warum?

Die Antwort der Gleichstellungsexpertin Martha Weingartner hat es in sich, sie sagt nämlich:

Männer reagieren empfindlicher auf Benachteiligungen als Frauen. Die Männer sind sehr gut darin, ihre Anliegen an die Öffentlichkeit zu bringen. Sie sind gut vernetzt und schaffen es mit effektvollen Aktionen, ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. Vor einigen Jahren beispielsweise haben Väter Bundesrätin Simonetta Sommaruga (ist eine Politikerin in der Exekutive auf Bundesebene in der Schweiz; Anmerkung M.S.) tonnenweise Pflastersteine geschickt, um für das gemeinsame Sorgerecht zu kämpfen. Manche Männer stellen aus eigener Betroffenheit vehement Forderungen. Andere anerkennen, dass Frauen öfter benachteiligt sind als Männer und engagieren sich zusammen mit Frauen für die Gleichstellung. Dann gibt es noch die Antifeministen, die ziemlich frauenfeindlich sind.

Das heißt konkret: Für Männer gibt es keine objektiven Gründen, sich diskriminiert zu fühlen, sie sind einfach subjektiv empfindlicher als Frauen, wenn es um Benachteiligung und Diskriminierung geht. Jetzt muss man sich selbstverständlich fragen, woher weiß dies die Gleichstellungsexpertin Martha Weingartner? Ich das einfach ihr Bauchgefühl – demzufolge ihre subjektive Empfindlichkeit? Dem Anschein nach reagiert sie einfach ein bisschen überempfindlich, wenn Männer sich benachteiligter fühlen als Frauen. Oder gibt es vielleicht wissenschaftlich empirische Studien darüber, die genau das festgestellt haben?

So, so: Die Männer, die sich gegen Diskriminierung von Männern einsetzen, sind demnach gut vernetzt? Wie viele Männerorganisationen (Vereine, Verbände, NGO’s etc.) gibt es wahrscheinlich, die sich für Männer und ihre Problemlagen einsetzen und wie viele für Frauen? Ich vermute, auf eine Organisation, die sich für Männeranliegen stark macht, kommen geringstenfalls zehn Organisationen, die sich für Frauenanliegen einsetzen. Um überhaupt eine Aktion aufführen zu können, die sich effektvoll für ein Männeranliegen eingesetzt hat, muss die Gleichstellungsexpertin auf das Jahr 2011 zurückgreifen und vor diesem Zeitpunkt dürfte die Auswahl gleichermaßen spärlich sein.

Drei Kategorien von Männern bezüglich der Gleichstellung

Für die Gleichstellungsexpertin Martha Weingartner gibt es offenbar bei Gleichstellungsfragen drei Kategorien von Männern:

  1. Männer, die aus eigener Betroffenheit vehement Forderungen stellen. Das dürften vermutlich die 50% „Jammernden“ in der Umfrage sein, die eben ein bisschen überempfindlich auf Benachteiligung reagieren.
  2. Dann gibt es diejenigen, die einsichtig sind und anerkennen, dass Frauen öfter benachteiligt sind als Männer.
  3. Zuletzt die Hoffnungslosen, folglich die Antifeministen, die ziemlich frauenfeindlich sind.

Ja, das ist das Weltbild der Gleichstellungsexpertin Martha Weingartner. Woher weiß sie wohl, dass Antifeministen ziemlich frauenfeindlich sind? Ist das wiederum ihr Bauchgefühl? Sind eigentlich Feministinnen und Gleichstellungsexpertinnen ebenfalls ziemlich männerfeindlich?

Die nächste Frage der Interviewerin zielt abermals darauf ab, dass die Gleichstellungsexpertin offenkundig ein bisschen Mühe mit der objektiven Darlegung der Realität hat, sie sagt nämlich:

Auch die Frauen haben mit dem Frauentag und dem Frauenmarsch grosse Events auf die Beine gestellt.

Diese Aussage ist gewiss absolut richtig, aber dies scheint der Gleichstellungsexpertin überhaupt nicht zu gefallen, sie sagt dazu:

Viele Frauen scheinen geschlechtsspezifische Benachteiligungen nicht als solche wahrzunehmen. Andere haben keine Zeit, sich für ihre Anliegen einzusetzen. Von mehrfach belasteten alleinerziehenden Müttern beispielsweise hört man kaum etwas, obwohl sie Gründe hätten, Forderungen zu stellen.

Also: Im Gegensatz zu den Männern, die überempfindlich auf Benachteiligung reagieren oder sonst ziemlich frauenfeindlich sind, lassen sich Frauen viel zu viel gefallen und sollten sich offenbar viel mehr für ihre Anliegen stark machen, zumal sie primär objektive Gründe haben, Forderungen zu stellen und sich benachteiligt zu fühlen.

Die Gleichstellungsexpertin outet sich als Männerversteherin, aber nur halbherzig und mit Relativierung

Diese Einseitigkeit der Gleichstellungsexpertin zugunsten der Frauen will offenbar die Journalistin mit ihrer nächsten Frage korrigieren:

Männer geben an, sich besonders bei ihren Rechten als Vater und beim Militär- und Zivildienst benachteiligt zu fühlen.

Auch dieser Hinweis der Journalistin auf objektive rechtliche Benachteiligungen der Männer gegenüber den Frauen, scheint der Gleichstellungsexpertin nicht zu passen, sie sagt:

Beim Militär- und Zivildienst kann ich verstehen, dass sich Männer benachteiligt fühlen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass Frauen sehr viel unbezahlte Sorgearbeit leisten. Die Frauen erhalten entsprechend weniger Altersrente. Man muss die Benachteiligung der Männer also im Kontext sehen.

Benachteiligung bei den Rechten der Väter gibt es offenbar für die Gleichstellungsexpertin nicht, zumal dies ja unverkennbar nicht unter ihr Verständnis fällt. Verständnis hat sie ja bloß beim Militär- und Zivildienst, der in der Schweiz allein für Männer eine gesetzliche Pflicht ist. Diese rechtliche Ungleichbehandlung der Geschlechter wird allerdings sogleich relativiert und zwar mit dem Hinweis, Frauen würden sehr viel unbezahlte Sorgearbeit leisten und hätten auch deswegen eine geringere Altersrente als die Männer. Die Gleichstellungsexpertin kann erkennbar nicht zwischen Äpfel und Birnen unterscheiden: Militär- und Zivildienst sowie Zivilschutz sind eine gesetzlich verankerte Pflicht allein für Männer. Wer ihr nicht nachkommt, muss schlimmstenfalls mit einer Gefängnisstrafe rechnen, auf der anderen Seite gibt es nirgends eine gesetzliche Pflicht zur unbezahlten Sorgearbeit für Frauen. Die Frage stellt sich außerdem, wer zwingt eigentlich die Frauen dazu, unbezahlte Sorgearbeit zu verrichten? Selbstverständlich niemand! Ist alles freiwillig! Außerdem würde sich die Frage stellen, wie Frauen überhaupt von dieser unbezahlten Sorgearbeit überleben können? Wie bezahlen diese Frauen beispielsweise Wohnungsmiete, Auto, Essen, Kleider, Versicherungen, Steuern etc., usw., usf.? Das wird ihnen doch vielfach vom Einkommen ihres Ehemannes oder ihres Partners bezahlt und als alternative Geldquelle kommt sonst eventuell der Staat in Frage. Man kann also keinesfalls a priori davon ausgehen, dass Frauen unbezahlte Sorgearbeit leisten, weil private oder staatliche „Transferzahlungen“, die Frauen erhalten, überhaupt noch nicht berücksichtigt wurden. Und noch einmal: Sollten Frauen gewisse Sorgearbeit verrichten und dafür keine Gegenleistung erhalten, dann beruht dies auf Freiwilligkeit. Ich wüsste desgleichen nicht, was es den Staat bzw. die Gleichstellungsexpertin angeht, wie Privatpersonen ihre Sorgearbeit aufteilen. Es ist ja keine Frau dazu gezwungen, mit einem Mann zusammenzuleben: ist glücklicherweise alles freiwillig.

Fazit

Ich habe eigentlich gedacht, dass sich die Fachstellen für Gleichstellung für Frauen und Männer einsetzen, wenn es um Gleichberechtigung geht: Bei der Gleichstellungsexpertin Martha Weingartner dürfte dies sicherlich nicht der Fall sein. Ich würde mich als Mann nie freiwillig zu ihr in eine Beratung begeben, zumal damit zu rechnen ist, dass sie meine Interessen als Mann gewiss nicht vertreten wird.

Und liebe Männer: Wenn Ihr Euch schon benachteiligt fühlt, dann wäre es natürlich sinnvoll, wenn Ihr entsprechend politisch handelt: Keine Parteien und Politiker mehr wählen, die die Problemlagen von Jungen und Männern nicht zur Kenntnis nehmen wollen, damit Gleichstellungsexperten wie Martha Weingartner schon bald einen neuen Job suchen müssen. 🙂

  1. Keine Bange, Frau Weingartner berät wenn, dann nur außerdienstlich, da sie als Projektleiterin des Teams Stadt Zürich gelistet ist. Sie hat auch mal ein Handbuch für Beratende zum Thema häusliche Gewalt geschrieben, demzufolge Frauen davon betroffen sind und Männer nicht. Mark, Du portraitierst hier eine Berufsblinde vom Format einer in Deutschland aktiven, gleichwohl berufsblinden, Barbara Kavemann. Was also hast Du von ihr an Antworten erwartet? Männer, Väter, alle Täter! Die Fragen stellte Désirée Pomper, die zwar gern und häufig den Geschlechterk(r)ampf thematisiert, aber nicht so richtig mit Männern im allgemeinen warm zu werden scheint.

    Antwort

  2. 43% der Frauen in der Schweiz sehen sich als Feministin. Ein Fünftel fühlt sich in „allen Lebensbereichen diskriminiert“.

    Sind die bescheuert?

    Antwort

    1. @Matze

      „Sind die bescheuert?“
      Nein, es ist mehr so, daß mindestens 23% der mit „Ich bin Feministin.“ antwortenden Frauen das vage Gefühl haben, ihre Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit würde „irgendwie so positiv“ rüberkommen, wenn sie das von sich behaupten würden.

      Mit irgendwelchen Gründen für Überzeugungen, die einer Konsistenzprüfung zugänglich wären, hat ihre Antwort nichts zu tun.

      Antwort

      1. Also ist den Frauen in GB und den USA ihre Außendarstellung nicht so wichtig, denn dort nennen sich DEUTLICH weniger Frauen Feministen… oder ist im deutschsprachigen Raum die Propaganda einfach effektiver?

      2. @Matze

        Das ist eine gute Frage und ich hab da im Moment nur eine Vermutung, keine Studie dazu auf Lager. Und diese Vermutung lautet – von grob nach fein geschildert – in etwa so:

        Das Verhaltensideal der Weiblichkeit wird eher durch die Erfüllung normativer Kriterien definiert, während Männlichkeit eher durch die Erfülliung deskriptiver Kriterien definiert wird. In der Praxis glauben Männer, daß Frauen denselben deskriptiven Regeln folgen wie sie selbst und Frauen glauben, daß Männer denselben normativen Regeln folgen, wie sie selbst. Der Biologismus ist ein schönes Beispiel für diese Art von Mißverständnis.

        In der Relevanz der weibliche Außendarstellung gibt es vermutlich nur geringe lokale Unterschiede, aber natürlich gibt es große Unterschiede darin, welche normativen Kriterien lokal gerade so en vogue sind. Den die sind keineswegs festgeschrieben und sogar innerhalb derselben Kultur variabel, so daß ich vermuten würde, daß in GB und den USA nicht einfach die feministische Propaganda besser ist, sondern die Männer und Frauen deutlich negativer auf das label „Feminist“ reagieren.

        Und so eine sehr negative Reaktion ist natürlich auch bei wirklich guter Propaganda möglich.

    2. „Sind die bescheuert?“ Bescheuert ist eher eine Frage, mit der Menschen global erklären sollen, ob sie sich als feministisch ansehen. Es gibt immer noch Frauen, die das mit „Ich sehe mich als Frau an, die selbstständig und ohne Abhängigkeit von einem Mann durch ihr Leben gehen will“ übersetzen, und dann ist es doch gar nicht schlecht, wenn sie dem grundsätzlich zustimmen.

      Feminismus kann nunmal alles Mögliche heißen, und alles mögliche Widersprüchliche. Daher bräuchte eine ernstzunehmende Studie hier konkretere Fragen.

      Zum Beispiel zur Überprüfung, ob eine Frau sich als Radikalfeministin einordnet: „Sind sie davon überzeugt, dass wir in einem Patriarchat leben, dass Männer Frauen in allen Lebensbereichen unterjochen und dass alle Männer die Vergewaltigung von allen Frauen systematisch als Mittel ihrer Disziplinierung im Sinne des Patriarchats nutzen?“

      Oder zur Überprüfung, ob eine Frau – oder halt ein Mann, oder was auch immer – genderfeministisch ist: „Sind Sie davon überzeugt, dass die Kategorien ‚Mann‘ und ‚Frau‘ lediglich soziale Konstruktionen zum Zweck der Reproduktion von Herrschaft sind, dass es Männer und Frauen in einem präzisen Sinne gar nicht gibt und dass Menschen zum Zwecke ihrer Selbstbefreiung ihre Geschlechtszugehörigkeit flexibel selbst bestimmen sollten?“

      Ich bin mir sicher, dass es bei beiden Fragen keine 43% Zustimmung gäbe und dass zudem viele der Befragten stillschweigend mutmaßen würden, es solle überhaupt nicht ihre Meinung zum Feminismus, sondern eigentlich ihre geistige Gesundheit überprüft werden.

      Antwort

    3. @Matze
      „Also ist den Frauen in GB und den USA ihre Außendarstellung nicht so wichtig, denn dort nennen sich DEUTLICH weniger Frauen Feministen… oder ist im deutschsprachigen Raum die Propaganda einfach effektiver?“
      Die Sache ist an der Stelle eher die, dass neue gesellschaftliche Trends in den westlichen Ländern oft ihren Ursprung im englischsprachigen Raum und dabei besonders oft in den USA haben, während der deutschsprachige Raum eher zu den Regionen gehört, wo neue Trends eher spät ankommen.

      Antwort

  3. Männer fühlen sich in folgenden Bereichen am meisten diskriminiert:
    beim Militär- und Zivildienst: 24%

    Hierbei handelt es sich – in der Schweiz und vielen anderen Ländern – um eine Diskriminierung, um eine Tatsache. Es ist typisch für den feministischen Einfluss, dass nicht nachprüfbare Fakten Grundlage der Diskussionen sind, sondern subjektiv Gefühltes gleichrangig neben Tatsachen aufgeführt wird. Das ist kein Zufall. Die Richterin des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe, Radikalfeministin und Männerhasserin Susanne Bär bezeichnet die Auffassung, seine eigenen Überzeugungen mit Fakten zu untermauern als abzulehnendes „truth-regime“. Es ist dann auch nicht verwunderlich, dass unsere Gleichstellungstante eine objektiv feststellbare, gesetzlich festgeschriebene Diskriminierung des Mannes mit „unbezashlte Sorgearbeit“ vergleicht. Dass diese sogenannte unbezahlte Sorgearbeit, die meist im Rahmen der traditionellen Arbeitsteilung vom Mann finanziert wird, kommt ihr nicht in den Sinn. Dieses Ausmass an Ignoranz verhindert jede vernünftige Diskussion schon im Ansatz. Abgesehen davon sind das sachfremde Erwägungen. Man könnte des Spiess ja umdrehen und sagen: Solange Frauen keinen Militärdienst leisten müssen, sollten sie auch kein Stimm- und Wahlrecht haben (ursprünglich war in der Schweiz das Stimm- und Wahlrecht an die Wehrpflicht gebunden). Und solange Frauen kaum schwere körperliche Arbeiten verrichten, ist es gerechtfertigt, sie beim Lohn zu benachteiligen u.s.w.

    Antwort

    1. @ Pjotr „dass nicht nachprüfbare Fakten Grundlage der Diskussionen sind, sondern subjektiv Gefühltes gleichrangig neben Tatsachen aufgeführt wird.“ Es läuft tatsächlich auf Subjektives und auf bloß Gefühltes hinaus, aber ich glaube, der Hintergrund ist noch ein anderer. Die Erklärbärin ist geprägt von der Überzeugung, alle Antworten immer schon zu kennen, bevor sie überhaupt die Fragen gehört hat.

      Die Antwort ist immer, z.B., „Frauen sind diskriminiert“. Lautet die Frage „Warum sehen sich so viele Männer als diskriminiert an?“, dann lautet die Antwort: „Weil Männer geübt sind im Diskriminieren von Frauen und auch hier, wieder mal, ihre Interessen in den Vordergrund schieben.“

      Lautet die Frage „Ist nicht die Verpflichtung zum Wehrdienst eine Diskriminierung der Männer?, dann lautet die Antwort: „Nein, weil die Frage die unbezahlte Sorgearbeit der Frauen übersieht, so wie es in einer frauendiskriminierenden Gesellschaft nun einmal typisch ist, die Arbeit von Frauen zu übersehen.“

      Lautet die Frage „Ist nicht das riesige Ungleichgewicht zwischen Frauen- und Männerorganisationen (nebenbei: zehnmal mehr für Frauen halte ich noch für weit untertrieben) ein Beleg dafür, dass mehr für Frauen als für Männer getan wird?“, dann lautet die Antwort: „In einer frauendiskriminierenden Gesellschaft sind eigentlich ALLE Organisationen Männerorganisationen, und die wenigen Frauenorganisationen können dagegen nur ein winziges Gegengewicht bilden, das dann auch noch unter permanenten Rechtfertigungsdruck gestellt wird.“

      Lautet die Frage „Werden denn nicht auch Männer Opfer häuslicher Gewalt?“, dann lautet die Antwort: „Das ist mit häuslicher Gewalt gegen Frauen gar nicht vergleichbar, weil sich in der Gewalt gegen Frauen männliche Machtstrukturen bilden, während Gewalt gegen Männer nur eine hilflose Gegenwehr gegen diese Machtstrukturen ist.“

      Lautet die Frage „Sind die gesetzlichen Benachteiligungen von Vätern nicht als Diskriminierungen zu werten?“, dann lautet die Antwort „Nein, natürlich nicht, weil sich in diesen Gesetzen lediglich widerspiegelt, dass eine männerdominierte Gesellschaft die Sorgearbeit an Frauen delegiert und Männer sich als Benachteiligte inszenieren, um sich auch noch aus den so dringend notwendigen Unterhaltszahlungen zurückziehen zu können.“

      Eigentlich ist das ein lustiges Spiel, sein Nachteil ist nur, dass es in der realen Welt so viel Leid und Ungerechtigkeit produziert. Es lässt sich sicher noch über viele Beispiele weiter führen, aber mir fällt gerade eine Passage von Nietzsche ein, die gut dazu passt:

      „Es kommt die Zeit, wo der Mensch keinen Stern mehr gebären wird. Wehe! Es kommt die Zeit des verächtlichsten Menschen, der sich selber nicht mehr verachten kann.
      Seht! Ich zeige euch den letzten Menschen.
      »Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern« – so fragt der letzte Mensch und blinzelt.
      Die Erde ist dann klein geworden, und auf ihr hüpft der letzte Mensch, der Alles klein macht. Sein Geschlecht ist unaustilgbar, wie der Erdfloh; der letzte Mensch lebt am längsten.
      »Wir haben das Glück erfunden« – sagen die letzten Menschen und blinzeln.
      Sie haben den Gegenden verlassen, wo es hart war zu leben: denn man braucht Wärme. Man liebt noch den Nachbar und reibt sich an ihm: denn man braucht Wärme.
      Krankwerden und Misstrauen-haben gilt ihnen sündhaft: man geht achtsam einher. Ein Thor, der noch über Steine oder Menschen stolpert!
      Ein wenig Gift ab und zu: das macht angenehme Träume. Und viel Gift zuletzt, zu einem angenehmen Sterben.
      Man arbeitet noch, denn Arbeit ist eine Unterhaltung. Aber man sorgt dass die Unterhaltung nicht angreife.
      Man wird nicht mehr arm und reich: Beides ist zu beschwerlich. Wer will noch regieren? Wer noch gehorchen? Beides ist zu beschwerlich.
      Kein Hirt und Eine Heerde! Jeder will das Gleiche, Jeder ist gleich: wer anders fühlt, geht freiwillig in’s Irrenhaus.
      »Ehemals war alle Welt irre« – sagen die Feinsten und blinzeln.
      Man ist klug und weiss Alles, was geschehn ist: so hat man kein Ende zu spotten. Man zankt sich noch, aber man versöhnt sich bald – sonst verdirbt es den Magen.
      Man hat sein Lüstchen für den Tag und sein Lüstchen für die Nacht: aber man ehrt die Gesundheit.
      »Wir haben das Glück erfunden« – sagen die letzten Menschen und blinzeln –“
      http://gutenberg.spiegel.de/buch/-3248/6

      Antwort

      1. „Die Erklärbärin ist geprägt von der Überzeugung, alle Antworten immer schon zu kennen, bevor sie überhaupt die Fragen gehört hat. Die Antwort ist immer, z.B., „Frauen sind diskriminiert“.“

        Man darf nicht vergessen, daß Frauen als diskriminiert zu erklären, inzwischen für Viele persönliche, ökonomische Vorteile hat. Daher sollte man solche Aussagen nicht immer allzu ernst nehmen.

  4. Ich frage mich bei solchen Artikeln zunehmend, ob ich mich noch über diese feministische Propaganda aufregen soll. Nachdem das Thema zumindest seit der Aufschrei-Kampagne in jeder Hinsicht in der breiten Öffentlichkeit durchgekaut worden ist, sind solche Texte einfach nur noch peinlich.

    Die Männer sind sehr gut darin, ihre Anliegen an die Öffentlichkeit zu bringen. Sie sind gut vernetzt und schaffen es mit effektvollen Aktionen, ihren Anliegen Gehör zu verschaffen.

    Das ist der Brüller schlechthin (und sogar für mich ein neues Argument). Man muß sich das auf der Zunge zergehen lassen: hier spricht ein Vertreter einer Staatsreligion namens Feminismus, die seit ca. 30 Jahren alle wichtigen Medien auf Linie gebracht hat, die den Opferstatus von Frauen als eine Art Grundrecht etabliert hat, die die Konstruktion immer neuer Empfindlichkeiten („partriarchales Aufhalten von Türen“) professionalisiert hat und die eine demokratische Diskussion erfolgreich unterdrücken kann – und bläst die nahezu nichtexistente MRB zu einem Scheinriesen auf. Phantastisch.

    Allerdings darf man nicht vergessen, dass Frauen sehr viel unbezahlte Sorgearbeit leisten.

    Eine klassische feministische Falschaussage“ und ein klassisches Beispiel für hinterhältiges Doublespeak. Eigentlich könnte man die Diskussion mit solchen Feminstinnen auf den Einsatz von einigen Dutzend Textbausteinen reduzieren, die man als monotone Antwort auf die immer wieder vorgebrachten monotonen Falschaussagen präsentiert. So ähnlich wie vor rund 2 Jahren bei der #QuestionsForMen-Kampagne.

    Antwort

    1. @Mitm:
      „Eigentlich könnte man die Diskussion mit solchen Feminstinnen auf den Einsatz von einigen Dutzend Textbausteinen reduzieren, die man als monotone Antwort auf die immer wieder vorgebrachten monotonen Falschaussagen präsentiert.“

      Genau das fällt mir auch gerade wieder auf. Und L. Schoppe hat ja direkt über Deinem Kommentar schon mit einer kleinen Beispielsammlung feministischer Textbausteine angefangen.

      Wäre es nicht eine praktische Sache, dazu mal einen umfassenderen Katalog anzulegen, vielleicht tabellarisch, der die wesentlichen Fragen und Femiformeln, sowie realistische Entgegnungen dazu auflistet?
      So, als eigene Kategorie auf „Maskulismus für Anfänger“ o. Elmar’s „Jungs-u.Mädchen“- Blog?

      Ja, ich weiß, es ist leicht, andere mit tollen Vorschlägen zu nerven, aber nach Lektüre von Lucas‘ u. Deinem letzten Kommentar springt mich die Idee geradezu an. Und ich bin zu blöd, derartiges zur allgemeinen Verwendung umzusetzen.

      Antwort

      1. „Wäre es nicht eine praktische Sache, dazu mal einen umfassenderen Katalog anzulegen, vielleicht tabellarisch, der die wesentlichen Fragen und Femiformeln, sowie realistische Entgegnungen dazu auflistet?
        So, als eigene Kategorie auf „Maskulismus für Anfänger“ o. Elmar’s „Jungs-u.Mädchen“- Blog?“

        Das ist eine sehr schöne Idee. Ich würde das für das Thema „Reproduktive Rechte von Männern“ sowieso machen und könnte dann MiTM meine Sammlung schicken, wenn er dafür Platz machen möchte – was ich fast noch besser fände als bei mir, weil sein blog als Restaurant-Führer durch den Maskulismus konzipiert ist, während ich einen sehr speziellen Themen-blog habe.

      2. @alle: „Katalog anzulegen, vielleicht tabellarisch, der die wesentlichen Fragen und Femiformeln, sowie realistische Entgegnungen dazu auflistet“

        Wir können es einmal versuchen. Ich habe eine Seite http://maninthmiddle.blogspot.de/p/textbausteine.html angelegt, wo jeder Vorschläge eintragen kann.

        Ich sortiere das ab Anfang kommender Woche, vorher habe ich keine Zeit. Ich bin ja mal gespannt, was da zusammenkommt 🙂

      3. bitte im Spam nachsehen …

  5. Das passiert, wenn man emotionaler Unreife nicht mit Erziehung, sondern mit Ermutigung begegnet.
    Und das auch noch in Bildung, Politik und Medien zementiert.

    Antwort

  6. […] habe vor ein paar Tagen über die Umfrage der Gratiszeitung „20minuten“ zu Feminismus und Gleichstellung einen Blogbeitrag veröffentlicht. In derselben Umfrage wurden offenbar die Frauen außerdem nach ihren Erfahrungen zu sexuellen […]

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