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Ein kleines Lob für Aiman Mazyek

Bild zeigt Aiman Mazyek
geschrieben von: Lucas Schoppe

Da hatte ich Aiman Mazyek, den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, wohl immer ganz falsch eingeschätzt. Es ist jedenfalls einfach bewundernswert, wie mutig und selbstkritisch, wie klar und entschieden er die 63,1% der Deutschtürken kritisiert, die beim Referendum für die endgültige Abschaffung der türkischen Demokratie gestimmt haben.

mazyek

Wie er die Doppelmoral geißelt, mit der die Jasager hier in Deutschland in demokratischen Freiheiten leben,  für deren Abschaffung in der Türkei sie sich gerade aus sicherer Distanz heraus stark machen.

Wie er ihre Verachtung für die Türken in der Türkei vorführt, die dort mit „Nein“ gestimmt haben, die dort unter heftigen Repressionen an der Nein-Kampagne beteiligt waren und die nun mit dem Ergebnis leben müssen. Anders als die Jasager in Deutschland.

Wie er die Selbstgerechtigkeit bloßstellt, mit der Kommentatoren auf seiner Facebookseite sich nun über Kritik an ihrem Verhalten empören, deutsche Kritiker sogleich mit dem Nationalsozialismus in Verbindung bringen oder ihnen gar Lust an der Deportation unterstellen.

Was die deutsch-türkische Freundschaft betrifft, möchte ich Herrn Mazyek allerdings gern beruhigen. Natürlich: Die Jasager haben demonstriert, dass ihnen an dieser Freundschaft ganz gewiss nichts liegt. Ich bin mir aber sicher, dass die allermeisten Deutschen – die wenigen mit türkischem Hintergrund und die vielen mit einem anderen – ganz gut unterscheiden können zwischen denjenigen, die für Erdogan gestimmt haben, und denjenigen, die es nicht getan haben.

Die Indifferenz eines Großteils der Deutschtürken ist natürlich etwas irritierend, aber möglicherweise ja auch ein Zeichen dafür, dass viele sich als Deutsche fühlen und mit der türkischen Politik gar nicht mehr viel zu tun haben wollen. Da bin ich ganz vertrauensvoll.

Nur warum Herr Mazyek die Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin ins Spiel bringt, habe ich nicht ganz verstanden.

Möchte er damit sagen: Die Deutschen, deren Großeltern und Urgroßeltern für Hitler gestimmt haben, sollen etwas vorsichtiger damit sein, sich jetzt über Stimmen für Erdogans Machtergreifung zu mokieren? Das wäre dann also ein subtil eingeflochtener Hitler-Erdogan-Vergleich, den ich Herrn Mazyek in dieser Klarheit ebenfalls gar nicht zugetraut hätte. Wie geschickt eingefädelt – so, dass  der Vergleich für jeden gleich erkennbar ist, dem ebenso diplomatischen wie mutigen Autor jedoch nicht zum Vorwurf gemacht werden kann.

Jedenfalls habe ich Herrn Mazyek vom Zentralrat der Muslime im Stillen Abbitte geleistet. Ich hatte oft gedacht, er würde dauermoralisierend ausschließlich die deutsche Mehrheitsgesellschaft kritisieren, ganz gleich, was auch immer geschieht – und er sei zu Kritik an den Menschen, die er im Zentralrat vertreten will, überhaupt nicht in der Lage.

Daher hab ich ihn auch immer für einen grottenschlechten Repräsentanten der Muslime in Deutschland gehalten. Da habe ich mich wohl geirrt – was ich sehr gern eingestehe.

Oder hab ich da etwas falsch verstanden?

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16 Comments

  • Überraschend wenige.
    Passt doch schön.
    Das sind genau die Wähler, die im Stadion Schweigeminuten in lautstarkes Allahu Akbar verwandeln.
    Und die Türken hier werden noch schlimmer werden. Sich noch weiter radikalisieren.

    Bald wird dann bekannt, das in Köln Schwule schon lange kein Händchen mehr halten und alle wundern sich.

    • Ruprecht Polenz hat ja – das zitiert der oben verlinkte ntv-Artikel – vorgerechnet, dass tatsächlich nur etwa 13% der „Türkeistämmigen“ in Deutschland für Erdogan gestimmt hätten. Viele waren gar nicht wahlberechtigt, weil sie keine türkische Staatsangehörigkeit haben, viele sind nicht zur Wahl gegangen. Es bringt wenig, darüber zu spekulieren, wie das Ergebnis ausgegangen wäre, wenn sie mitgewählt hätten.

      Allerdings wird diese Indifferenz langsam zu einem echten Problem. Zuspitzungen schaffen nun einmal Entscheidungszwänge. Angesichts des Terrors in Europa wirkt es einfach furchtbar, wenn zu einer Veranstaltung für den Despoten Erdogan Tausende strömen – wenn aber bei einer muslimischen Veranstaltung für die Opfer des Terrors in London gerade einmal hundert Frauen zusammenkommen. https://www.welt.de/politik/ausland/article163185138/Londoner-Musliminnen-Hand-in-Hand-gegen-den-Terror.html

      Und wenn Erdogan gegen Deutschland hetzt, wenn er Türken gegen Türken in Deutschland aufhetzt, wenn seine Handlanger in Deutschland kritische Muslime bedrohen – dann bringt das nun einmal besonders Deutschtürken in eine Situation, in der Indifferenz einfach deplatziert ist.

      Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es aus muslimischer Sicht bigott wirkt, wenn nichtmuslimische Deutsche klarere Stellungnahmen für Demokratie und Rechtsstaat einfordern. Schließlich wären auch viele christliche, konfessionslose oder weitere Deutsche ähnlich indifferent, und sie würden nicht unbedingt für Freiheit und Demokratie auf die Straße gehen.

      Aber so ist nun einmal die Situation – sie fordert Muslimen nun einmal Loyalitätsentscheidungen ab, vor denen andere so nicht stehen. Es nützt nichts, das – wie Mazyek – einfach nur als ein Ergebnis deutscher Heuchelei hinzustellen.

      • Eine türkische Nachbarin äußerte heute zu mir die Befürchtung, das Erdogan nun die türkische Fahne grün einfärben wird und dabei stand ihr das blanke Entsetzen im Gesicht.

        Nebenbei bemerkt finde ich es sehr zynisch, wenn Mayzek mit dem Bibelvers auf die Ehebrecherin abhebt, die gesteinigt werden sollte. Warum bediente er sich hierbei nicht einer Sure oder einer Hadithe. so zum Beispiel hier, wie menschlich und friedfertig Mohammed mit einer Ehebrecherin umging (siehe Link).

    • Ja. Aber damit hat Mazyek sich ganz schön gut platzieren können, sei es in Talkshows oder in politischen Kontakten. Schade, dass sich nicht Muslime zu repräsentativen Figuren wurden, die weniger konservativ, kritischerer und offener agieren.

  • Den Hilter-Erdogan Vergleich hat er aber wirklich gefickt eingeschädelt.

    Ich sehe irgendwie aber nicht warum man als Deutscher nicht die Machtergreifung eines neuen Diktators kritisieren darf.

  • Ja. Aber damit hat Mazyek sich ganz schön gut platzieren können, sei es in Talkshows oder in politischen Kontakten

    Ein grundsätzliches Problem unserer sogenannten Qualitätsmedien. Sie schwatzen andauernd von Diversity, aka. Vielfalt und sind doch so monoton, so einseitig, so einfältig. Exemplarisch dafür ist, dass immer wenn irgendwas bei den öffentlich.rechtlichen diskutiert wird, was irgendwie unter Geschlechterfragen subsummiert werden kann, die Schwarzer ihren Senf dazu gibt und ihre Plattform erhält, obwohl ihr Käseblatt kaum von jemandem gelesen geschweige denn gekauft wird. Erst in jüngster Zeit ist sie seltener zu sehen, seit sie als verurteilte Straftäterin auch für den Gutgläubigsten nicht mehr so ganz als die moralische Autorität schlechthin gelten kann.

    Die Diversität als Meinungspluralität findet sich heutzutage im Internet, bei den Bloggern, Seit den Herrenreitern der etablierten Medien bewusst wird, dass sie Teil des ancien regime sind, aussterbende Dinosaurier, wird gegen Hatespeech angeschrieben und gesetzliche Einschränkungen verlangt. Mazyek scheint für die etablierten Medien bei „Islamthemen“ das zu sein, was Schwarzer bei „Frauenthemen“ ist: Das von den etablierten Medien erkorene Sprachrohr für die jeweilige Gruppe.

  • Nun ja, Mazyek sieht im Kontext übrigens mal wieder die Schuld bei den Deutschen, wegen der Integration und so. Eine Claudia Roth, die Grüne mit den reduzierten Ganglien im neuronalen Netz, pustet ja selbst in die gleiche Tröte: https://www.welt.de/politik/deutschland/article163762926/Muessen-uns-extrem-um-Erdogan-Anhaenger-bemuehen.html (mit über 750 Gegenmeinungen im Kommentarbereich).

    Nun mal kurz etwas zu meinen Integrations-Erfahrungen:

    Ich habe die erste Einwanderungswelle miterlebt. Und ich war damals noch sehr jung, in den frühen 70ern. Aber es war eine Zeit, in der ich mehr und mehr Griechen, Italiener und Spanier wahrnahm und auch das, was sie machten, wie sie sich einbrachten, ob nun gastronomisch oder als Arbeitskraft bzw. ihre Kinder, die nun zwangsläufig mehr und mehr in der Schule anzutreffen waren.

    Alles nette Menschen und ich habe das damals wirklich als Bereicherung empfunden, dazu stehe ich noch heute. Denn es war eine sympathische Zeit der gegenseitigen Beschnupperung und auch gleichzeitiger Wertschätzung.

    Dann kamen die Türken!

    Und von da an häuften sich die Zeitungsmeldungen über Messerstechereien, An- und Übergriffe von sich ewig beleidigt fühlenden Muslimen, die nicht im Ansatz versuchten sich zu integrieren, sondern dessen Augenmerk darin lag, möglichst viel zusammenzuraffen und sich, so gut es geht, breit ohne Integration zu machen.

    Kurzum, das Klima verschlechterte sich und nicht umsonst dürfte der geschätzte Helmut Schmidt gesagt haben: „Mir kommt kein Türke mehr ins Land!“. Sein Namenvetter Kohl bot denen Jahre später sogar noch Geld, damit sie endlich wieder nach Anatolien zurückreisen. Nun ja, der Rest ist Geschichte …

    Nicht, dass dann man das missversteht, denn es waren und sind auch nette Leute darunter gewesen, damals. Mit einem spielte ich immer klassische Gitarre und war beeindruckt, ob seiner Fertigkeit, ein anderer wurde später Pilot und wir flogen zusammen. Allerdings hatte ich auch andere, damals als Vorgesetzer darunter, die Saddam Hussein auf ihrem Schreibtisch hatten – noch Fragen, denn ich habe das damals toleriert?

    Und daher kann ich diese, von mir wahrgenommene Verklärung seitens irgenwelcher Zentralräte der Muslime, kruden DTIPs & Co. einfach nicht nachvollziehen. In den beginnenden 90ern war es schon absehbar, dass sich diese Menschen einfach nicht integrieren wollen. Die meisten von ihnen jedenfalls. Aber das war dann wohl auch unsere Schuld – oder was?

    Und zur s.g. Gastfreundschaft der Muslime: Ja, die gibt und gab es, damals wie heute. Allerdings stehen dahinter immer handfeste Interessen, was jeder Urlauber in Ländern dieser Prägung nachvollziehen könnte. Man lese nur das Buch „Sinuhe, der Ägypter“, der die arabischen Handelsgebahren bildlichst beschrieb.

    Hierzulande bemerke ich von dieser Gastfreundschaft allerdings kaum noch etwas. Im Gegenteil, man will sich abschotten und schlägt Einladungen ab, fehlt ja gerade noch, dass man sich revanchieren müsste.

    Soweit meine Erfahrungen mit dem Thema. Und ich kann dieses Geplärre, Genörgel, Gejammer und ständigen Forderungen, ohne die eigene Bringschuld zu sehen, nicht mehr ertragen. Diese ganzen Islamverbände führen sich imho genau so auf, wie all dieser Opfer-Abo-Frauen und Gender-Aktivistinnen, welche nicht mal im Ansatz ahnen, welche Schaden sie dem Gemeinwesen insgesamt zugefügt haben.

    Insofern: Kein Lob an Aiman Mazyek, wofür auch!?

    • @ Emannzer Dass es schlechte persönliche Erfahrungen mit der Migration gibt, bleibt natürlich nicht aus. Politisch wichtig ist ja eher die Frage, ob sich in diesen Erfahrungen nicht allgemeine Probleme ausdrücken, die auch politische – und eben nicht nur private oder persönliche – Lösungen brauchen.

      Ein typisches Problem der Einwanderung aus der Türkei ist m.E., dass sie von Lebenslügen auf beiden Seiten geprägt war. In der ersten Generation war es noch selbstverständlich, dass Einwanderer davon ausgingen, irgendwann in die Türkei zurück zu gehen. Eben davon gingen Deutsche, gerade deutsche Politiker, auch aus. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Kohl u.a. regelmäßig darauf hinwiesen, dass Deutschland kein Einwanderungsland wäre.

      Das bedeutet: Eigentlich war es auf beiden Seiten vielen ganz recht, dass die Gruppen unter sich blieben. Das wurde dadurch noch verschärft, dass es auch von politisch linker Seite keine realistischen Gegenentwürfe gab. Es war illusorisch zu glauben, Probleme mit einer multikulturellen Gesellschaft könne es nur dadurch geben, dass Deutsche sich fremdenfeindlich verhalten. Eine ökonomische Ausrichtung der Einwanderungspolitik wurde auf linker Seite zudem als inhuman verkauft – dabei ist eine Integration der Einwanderer ja nur dann möglich, wenn sie auch die Voraussetzungen mitbringen, sich ökonomisch zu integrieren.

      Insofern ist es schon ganz richtig, auch auf deutscher Seite Verantwortung für die Probleme mit der Integration zu suchen. Es ist nur verfehlt, das lediglich moralisierend zu tun – und es ist unehrlich, Deutschen hier deshalb eine Verantwortung zuzuweisen, um die Verantwortung von Migranten und ihren Familien herunterzuspielen.

      Jedenfalls hat bes keinen Sinn, politische Probleme nicht auch politisch zu analysieren, sondern statt dessen moralisierend auf die jeweils anderen zu zeigen. Deshalb finde ich auch Zuweisungen an DIE Türken oder DIE Muslime verfehlt. Eher wäre es wichtig zu überlegen, was denn politisch geändert werden könnte, um Spannungen zu lindern.

      Dass zum Beispiel Erdogan in deutsche Verhältnisse hineinregiert, hier seine Anhänger auf seine Gegner hetzt – das ist schmutzig. Es ist aber eben auch dadurch möglich geworden, dass die Bundesregierung in der Flüchtlingspolitik ganz Europa in eine Abhängigkeit von Erdogan manövriert hat. Da reicht es nicht, sich nur über die – zugegeben: abstoßende – deutschtürkische Unterstützung für diesen Tyrannen zu empören. Wichtiger wäre es, wenn die Regierung auch Konzepte entwickeln würde, um Deutschland und Europa aus der Abhängigkeit von ihm herauszuführen.

      • Lucas,

        ja, das stimmt schon, denn es waren alle „Gastarbeiter“, wie man das damals nannte. Und man ging wahrscheinlich davon aus, dass all die Italiener, Spanier, Griechen und eben auch Türken wieder irgendwann in ihre Heimat zurückkehren. Das war, so gesehen, kein „Fehler“, sondern es war das Konstrukt der damaligen Zeit. Denn auch die Gastarbeiter sahen es anfangs bestimmt ähnlich und haben die Arbeitszeit hier wohl eher als das gesehen, was man bei einem Industriearbeiter Montage nennt (also den befristetem Einsatz an einem anderen Ort). Sprich: Hier arbeiten, Geld schaffen und dann zurück in die Heimat.

        Das war eben der (unausgesprochene) Deal seinerzeit.

        Dennoch blieben viele hier und eine Menge von diesen Menschen brachten auch ihre Kultur hier ein, wie ich weiter oben schon beschrieb. Statt Pfälzer Saumagen war es dann die Pizza, das Gyros oder die Zarzuela. Und das Ganze lief fast reibungslos ab, bis eben der Deal mit den Bürgern aus Anatolien kam …

        Was ich damit sagen will: Es gab von Anfang an nur Probleme mit der zuletztgenannten Ethnie. Und das, obwohl es vorher nichts derartiges zu beanstanden gab. Selbst heute ist es noch so mit Asiaten, die sich hier problemlos einfügen (aka: assimilieren, integrieren, …) Und es bedarf auch keines „Zentralrat der Buddhisten“ o.ä. in diesem Land, welches ja angeblich Staat und Religion trennt, aber dennoch Kirchensteuern als Dienstleistung einzieht.

        Ich verstehe schon, was du mir sagen möchtest. Und aus meiner Sicht steht das auch nicht im Widerspruch: Der grundsätzliche Fehler war, dass sich gerade die CDU geweigert hat anzuerkennen, dass aus Deutschland wohl doch ein Einwanderungsland geworden ist, seinerzeit.

        Und da liegt auch mit eines der Probleme, lässt man mal die SPD / Grüne und ihre Multikultihysterie (Doppelpass, Wahlberechtigung etc.) aussen vor: Dieses Deutschland hat massiv versäumt Regeln und Ordnungen für eine Zuwanderung zu schaffen. Den Salat haben wir heute und dass auch dank Merkels unkontrollierter Invasion. Du schreibst es ja selbst und zurecht:

        „… Dass zum Beispiel Erdogan in deutsche Verhältnisse hineinregiert, hier seine Anhänger auf seine Gegner hetzt – das ist schmutzig. Es ist aber eben auch dadurch möglich geworden, dass die Bundesregierung in der Flüchtlingspolitik ganz Europa in eine Abhängigkeit von Erdogan manövriert hat …“

        Hierzu empfehle ich jedem, sich mal den Artikel von Thomas Spahn auf „Tichys Einblick“ durchzulesen. Er heißt „A torrent of Faces“ (bis auf die Überschrift ist alles auf deutsch): https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/spahns-spitzwege/un-a-torrent-of-faces/

        Aber zurück zum Thema jenseits dieser Meta-Makroebene: Sicherlich gibt es nicht die Türken – aber es gibt einen Haufen Probleme mehr, seit viele von denen hier unterwegs sind. Und unsere Kirchen, Politiker und Idealisten haben nichts besseres zu tun, als noch mehr Appeasement zu betreiben; für Probleme, die sie selbst geschaffen haben. Ab 1933 lief das ja mit dem Nasenbart aus Braunau/AT auch nicht anders. Und was ist bis heute daraus geworden?

        „… Es ist nur verfehlt, das lediglich moralisierend zu tun – und es ist unehrlich, Deutschen hier deshalb eine Verantwortung zuzuweisen, um die Verantwortung von Migranten und ihren Familien herunterzuspielen …“

        Ganz genau, Lucas!

      • „Eher wäre es wichtig zu überlegen, was denn politisch geändert werden könnte, um Spannungen zu lindern.“

        Also wäre ich eine Muslimbruderschaft oder ein Saudi Thinktank. Dann wäre genau dies die Einstellung, die ich mir in den feuchtesten Träumen wünschen würde.

        An ein paar Schräubchen drehen, die einen weiter optimistisch daran glauben lassen es würde schon gut gehen. Während gleichzeitig aus Süden eine Riesenwelle Bevölkerungsüberschuss, den hüben wie drüben keiner brauchen kann, ausser als Migrationswaffe, anrollt und bei uns sich die Babyboomer Generation in Rente bewegt.

        Uns Medien begleiten das dann mit einer idiotisch moralisierten Geschichtsdarstellung, die schon jetzt zu akzeptierten #KillAllWhiteMales Kampagnen führt und bestimmt nicht in den Medien richtiggestellt wird, die die konsumieren, die uns da so besuchen kommen.

        Ein gelungenes Beispiel für eine multikulturelle Gesellschaft gibt es doch gar nicht. Da muss man seinen Blick schon reichlich verbiegen. Wie groß die Integrationsbereitschaft, so global betrachtet, ist, lässt sich schon an der Dankbarkeit gegenüber denen ablesen, die die Sklaverei beendet haben.
        Und die USA wären auch ein Paradebeispiel für gescheitertes Multikulti.

        Und ich meine wir haben doch Erfahrung damit wie wenige Gewaltbereite es braucht um eine Ideologie durchzusetzen.

      • @ Willibald „Also wäre ich eine Muslimbruderschaft oder ein Saudi Thinktank. Dann wäre genau dies die Einstellung, die ich mir in den feuchtesten Träumen wünschen würde.“ Politische Regelungen bedeuten ja eben nicht, dass man irgendwie alles verwaltet, was passiert – sondern dass man soweit möglich steuert, was passiert und was nicht.

        Das ist auch überhaupt keine Frage von rechts oder links. Dass wir keine schlüssige Einwanderungspolitk haben, liegt ja an beiden Seiten. Einfach formuliert: Die einen haben nicht akzeptiert, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist – die anderen nicht, dass Einwanderungsländer Regelungen brauchen. Regelungen dafür, wen sie aufnehmen und wen nicht – und dafür, was von den Immigranten verlangt wird, wenn sie im Land sind.

        In diesem Sinne war der Begriff der „Willkommenskultur“ eigentlich ein Gegenstück zu einer seriösen Einwanderungspolitik. Er hat suggeriert, es käme darauf an, wie Menschen zu Beginn Willkommen geheißen werden – und nicht darauf, was in den Jahren darauf passiert. Er hat suggeriert, es käme auf eine „Kultur“ der Aufnahme an, auf die Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement – nicht auf politische Regelungen und eine infrastrukturell abgesicherte Organisation, Und er hat suggeriert, es käme auf das an, wie die Menschen in Deutschland sich gegenüber den Migranten verhalten – nicht darauf, was von den Migranten erwartet werden muss. In dieser Hinsicht war der Begriff „Willkommenskultur“ eine Fortsetzung der Rede von „Gastarbeitern“.

        Ich finde übrigens die Bereitschaft zum Engagement, die sich in Deutschland gezeigt hat, bewundernswert und ein echtes Glanzlicht. Das Problem ist, dass sie nicht von einer angemessen politischen Verantwortung begleitet war. Merkels „Wir schaffen das“ war eigentlich immer ein „Ihr schafft das schon“.

        Die Konsequenzen sind durchaus brutal, gerade gegenüber Flüchtlingen. Während zu Beginn, 2015 und Anfang 2016, Mittel mobilisiert wurden, um Deutschland als gastfreundliches Land präsentieren zu können und Flüchtlingen zu helfen, ist die Politik jetzt innerhalb kurzer Zeit deutlich restriktiver geworden – als müsse jetzt die Bereitschaft zum Abschieben unter Beweis gestellt werden. Das ist eben KEIN humaner Umgang mit Menschen, die in der (irrigen) Hoffnung auf eine wirtschaftlich bessere Existenz enorme Risiken auf sich genommen haben.

        Es zeigt aber: Die Alternative zu einer seriösen Einwanderungspolitik ist keine Willkommenskultur, die ganz an humanen Zielsetzungen orientiert ist – sondern Willkür. Radikale Muslime, die Du nennst, konnten gerade von dieser Willkür profitieren.

  • @Emanzer Der Artikel trifft es.
    Die ganz besondere Perversion ist, die Völker die versuchen ihre Bevölkerungspyramide in eine Säule zu verwandeln bekommen gerade einen Genozid als Geschenk.

  • Alle in Deutschland lebenden Türken sind Bauern aus Anatolien oder Nachfahren dieser Bauern. Ich hatte mal bei einem Lehrgang eine Türkin aus Istanbul, die ist mit mir in die Sauna gegangen etc. pp. Wir hatten eine schöne Zeit dort, ohne sexuelle Kontakte. Aber die war westlicher wie manche meiner Freunde. Die haben dort in Istanbul aber schon seit Jahren das gleiche Problem mit den Bauern aus Anatolien. Hey, gute Nachricht, die Quote unter dieser Gruppe ist in Deutschland nicht mal superschlecht.
    Trotzdem gibt es ein mannigfaltiges Integrationsproblem. Doch das wissen wir seit Jahren. Wer Menschen in Stadtteile zusammenpfercht, wie z. B. Duisburg Marxloh, der darf sich nicht wundern wenn die Karre an die Wand fährt. Wer keine Möglichkeiten schafft, der darf sich nicht wundern. Und wenn die Politik jetzt mal wieder ein wenig Aufregung spielt,
    Wissen wir seit Jahren das türkische Schüler direkt aus Ankara unterrichtet werden, ohne dass wir einen Einfluss darauf haben…
    Wissen wir durch Pisa das es eine Bildungskriese gibt, diese ist bei Jungen und Migranten (und somit Migrantenjungen) extrem hoch. Wenn jetzt die Politik scheinheilig tut, dann kotzt es mich einfach nur an…
    Und ich will das Problem nicht mal für unsere Zwecke nutzen, doch die Politik weiss all das seit Jahren, auch eine linke Politik. Doch entweder man sagt nichts um nicht die AfD zu stärken oder man sagt nichts um nicht die Wähler zu verschrecken oder dort mal ein paar Stangen Bargeld in die Hand zu nehmen.
    Das soll jetzt übrigens auch nicht das Verhalten der Türken entschuldigen die für die Änderung gestimmt haben, denn Dummheit ist nicht zu entschuldigen!

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