Geschlechterdebatte Geschlechterpolitik

Nachgereichte Impressionen vom Genderkongress 2017

Zeigt das Logo des Genderkongresses
geschrieben von: djadmoros

Was ist der Unterschied zwischen ICs ohne Steckdosen und ICs mit Steckdosen? In ersteren schreibt man keine Blogartikel. Mein Zug von Nürnberg nach Karlsruhe für die Rückkehr vom Genderkongress am vorvergangenen Sonntag war ein altes (und heruntergekommenes) Exemplar ohne Steckdosen im Abteil, weshalb ich mein an altersschwachem Akku leidendes Notebook gar nicht erst hochgefahren habe, und während der vergangenen Woche einschließlich des Wochenendes war ich aus unterschiedlichen Gründen stärker als sonst in Anspruch genommen. Heute sitze ich aus gänzlich anderem Anlass in einem moderneren IC nach München und habe Strom. Daher reiche ich meine Eindrücke vom Genderkongress 2017, die ich Lucas Schoppe für man tau versprochen habe, erst heute nach. Darum erscheint dieser Blogpost auch hier und nicht auf »Geschlechterallerlei«. Eine ausführliche inhaltliche Zusammenfassung hat Arne bereits pünktlich auf Genderama veröffentlicht, weshalb ich mich auf meine eigene Perspektive konzentrieren kann.
Der Kongress fand wie zwei Jahre zuvor auf dem Nürnberger Messegelände statt, diesmal in einem kleineren Raum, der dafür aber voll war. Was mir gleich am Eingang auffiel, war das Sicherheitsteam. Wo beim letzten Mal nur ein einziger Sicherheitsdienstler zugegen war, war es diesmal ein halbes Dutzend, die zudem einen kraftvolleren und martialischeren Eindruck machten als der Solist von 2015. Dem Zerrbild von den »rechten« Männerrechtlern entsprechend hätten das wohl stiernackige Glatzköpfe in Bomberjacken sein müssen – statt dessen gehörten sie nach Aussehen und Akzent unseren türkisch- und/oder arabischstämmigen Communities an. Was ich – sofern das von den Veranstaltern überhaupt beabsichtigt war – für eine sehr gute Idee halte, weil es die bestehenden Klischees schön unterläuft – denn immerhin war es ihre Aufgabe, unsere ganz konkrete Versammlungs- und Redefreiheit zu verteidigen. Diese Truppe bekam später tatsächlich noch Arbeit.

Ich kam eine gute halbe Stunde zu früh und ein bißchen übernächtigt an, weil ich mir eine Übernachtung im Hotel sparen wollte und daher erst am Samstag früh um vier in Karlsruhe gestartet war, konnte aber die Zeit schon für eine kleine Unterhaltung mit einem anderen Vertreter unserer Bloggerszene nutzen, mit dem ich verabredet war. Dann begann das Programm. Nach der Einleitung, die vielleicht ein bißchen kürzer hätte ausfallen können, kamen die Vertreter der politischen Parteien zu Wort. Wie Arne schon erzählt hat, hat der CSU-Vertreter dabei gnadenlos den Zeitrahmen überzogen, ohne wesentlich mehr als »Wasser« dabei zu reden. Der Vertreter der FDP dagegen vermochte sich kurz zu fassen. Dass ein Angehöriger der Linken immerhin als Vater und Privatperson dabei war (ausdrücklich nicht als Vertreter seiner Partei, sondern aus Eigeninitiative), fand ich sehr respektabel. Die Kaskade der Zeitüberschreitungen, die sich dann über den ganzen Tag hin fortpflanzen sollte, war damit jedoch bereits eingeleitet.

Für mich persönlich interessant war auch der Auftritt von Thomas Fügner, der nicht nur als Vertreter seiner »Männerschmiede«, sondern auch der AfD zugegen war. Fügner hatte ich noch deutlich von »Alles Evolution« in Erinnerung, wo er uns Blogger noch kurz zuvor als »Pussies« benennen zu müssen vermeinte, was ich ihm daselbst mit einer Gegenbeleidigung vergolten hatte. Ihn konnte ich nun also live begutachten. Inhaltlich positionierte er sich glaubwürdig als konsequenter Antifeminist mit wertkonservativem Gepräge, der die familien- und kulturzerstörerischen Konsequenzen des Feminismus beklagt. Für mich interessanter war jedoch, dass er auf mich trotz seiner »rechten« politischen Positionierung teilweise wie ein verspäteter Vertreter jener Männergruppe wirkte, der ich ein Vierteljahrhundert zuvor angehört hatte. So wie wir damals hatte auch Fügner offenbar ein Interesse an »männlicher Selbstfindung«, die er mittlerweile zu seiner eigenen Lebensberatung ausgebaut hat. Im Anzug wie aus dem Ei gepellt und vor ostentativer Seriosität kaum laufen könnend, wirkte er auf mich dennoch wie ein Softie in Löwenhäuten, die ihm nicht ganz passen, die er sich aber als dezidierter Vertreter eines rechten politischen Standpunkts und seinem Selbstverständnis als »Männerschmied« entsprechend wohl überziehen muss. Mein Urteil mag bissiger klingen, als es gemeint ist, denn gerade in dieser Widersprüchlichkeit war er mir am Ende tatsächlich doch sympathischer, als ich zuvor erwartet hätte. Ein direktes Gespräch mit ihm habe ich allerdings nicht geführt, zumal ich am Nachmittag ein anderes Workshop dem seinen vorgezogen habe.

Den Vortrag von Bruno Köhler fand ich sehr gut und überzeugend, wenngleich er einem Insider aus der Bloggerszene argumentativ nichts Neues erzählte. Aber er brachte die Gründe, weshalb es überhaupt so etwas wie eine Männerrechtsbewegung gibt, konzise auf den Punkt.

Der mit Abstand wichtigste Vortrag des Kongresses war in meinen Augen der von Werner Leitner zur Qualität von bei Gericht verwendeten Gutachten in Familienrechtsstreitigkeiten. Leitner hat das geliefert, was ich mir von einem Wissenschaftler erwarte: Fachkompetenz und gründliche Arbeit an den Daten sowie keine Hemmungen, die praktischen und politischen Implikationen seines Befundes deutlich auszusprechen: Gutachten, die vor Gericht über das Schicksal von Kindern und Eltern – überwiegend Vätern – entscheiden, beruhen in der Regel auf einer in wissenschaftlicher Hinsicht dilettantischen Grundlage. Fachlich nüchtern und trocken und in den Details spezialistisch, lag dennoch genau darin die Sprengkraft seiner Ausführungen: corruptio optimi pessima – frei übersetzt: die Inkompetenz der Machthabenden ist die schlimmste Inkompetenz, weil die mit den verheerendsten Folgen. Es folgte eine ausgiebige Frage- und Diskussionsrunde, die zu der einzigen Zeitüberschreitung führte, die ich inhaltlich gerechtfertigt fand.

Nach der Mittagspause folgte dann die Vorstellungsrunde der Workshops, die sich ihrerseits hinzog. Ich schlug mich zu Karen McFlys historischem Workshop, bei dem auch Arne dabei war. Karen fing ein bißchen zögerlich und wie ich fand fast schüchtern an, aber bevor sie Schwung aufbauen konnte, kam es dann zu der bereits angedeuteten externen Störung. Karens Workshop war aufgrund des schönen Wetters, das sich nach Regenwolken und Schauern doch noch eingestellt hatte, nach draußen verlegt worden, in einen Bereich des Geländes, das sich wohl als »hinten« qualifizierte und in einen Park überging. Über einen der Wege dieses Parks marschierte nun tatsächlich eine Gruppe junger Leute heran, baute sich in der Nähe unseres »Stuhlkreises« auf und entfaltete lila beschriftete Bettlaken mit den handelsüblichen stereotypen Phrasen aus dem Kosmos-Ideologiebaukasten für die gymnasiale Mittelstufe: »Genderkongress = sexistische Kackscheiße« stand auf dem einen. Nun hätte uns eine stille Mahnwache in gebührlichem Abstand kaum weiter gestört, aber um zu »stören«, d. h. um Kommunikation zu unterbinden, ohne selbst etwas zu sagen, war diese sich als Avantgarde missverstehende geistige Dorfjugend nun mal vorbeigeschneit. Weshalb sie einen mobilen Hifi-Lautsprecher von der ungefähren Größe eines Rollkoffers mit sich führten, den sie zur lautstarken Beschallung mit einer Kakophonie von Geräuschen nutzten (aggressiv aufheulende Motorräder, Kettensägen und ähnliches), die durchaus sachkundig mit dem offenkundigen Ziel ausgewählt waren, Unterhaltungen unmöglich zu machen und Aggressionen zu provozieren.

Hier kam nun das Sicherheitsteam zum Einsatz. Es kam zu einer Rangelei, deren Details sich mir nicht erschlossen, denn während Arne und Karen das direkte Gespräch mit den Störern suchten (immerhin war Arne wieder einmal zur Personifikation des Genderkongresses im Besonderen und des leibhaftigen Bösen im Allgemeinen gewählt worden), hielt ich mich beobachtend in einigem Abstand. Manifest humorlos wurden diese Polit-Clowns in dem Augenblick, als es jemandem (vermutlich vom Sicherheitsteam) gelang, ein zum Betrieb der Beschallungswaffe erforderliches Verbindungskabel zu entstöpseln und die akustische Aggression auf diese Weise zu beenden. Als sich dann durch Martinshorn das Eintreffen der mittlerweile alarmierten Polizei ankündigte, zerstreute sich die Dorfjugend recht schnell und gemäß Taktikhandbuch in unterschiedliche Richtungen. Diese Störertruppe hat bei mir einen deutlichen Eindruck hinterlassen, zumal ich derartige Konflikte eigentlich nur aus den Medien kenne (die wenigen Demonstrationen, bei denen ich in den 80er Jahren mal »gegen Atom« und »für Frieden« und »für gegen Amis und Imperialismus« mitgelaufen bin, sind leider allesamt völlig friedlich verlaufen und haben mich somit um eine offenbar zentrale Lebenserfahrung linksorientierter Jugendlicher betrogen). Überaus faszinierend erscheint mir dabei folgendes: diese Leute stören einen Kongress, von dem sie so wenig wissen, dass sie die Anwesenheit des möglicherweise am weitesten politisch links stehenden Teilnehmers (nämlich Arne) dazu benutzen, um den Kongress als »rechts« zu denunzieren, während sie von den anwesenden authentischen Rechten und deren Ansichten keine blasse Ahnung haben – und das nur, weil der verwendete Ideologiebaukasten außer dem »Arne«-Pappkameraden offenbar gerade keinen anderen Bösewicht enthält. Die Störerjugend von heute ist offenbar nicht nur eher dumm, sondern obendrein auch noch ziemlich faul. Sodann ist dem im Namen des Feminismus auftretenden Protestpersonal auch die Ironie des Umstands entgangen, dass sie – worauf Arne sie direkt hingewiesen hat – eine Frau, nämlich Karen McFly, zum Schweigen gebracht haben. Worauf die Kommunikationsverweigerung mit dem Hinweis, mit Arne nicht zu reden, tatsächlich immerhin den Level der Explizitheit erreichte.

Am stärksten beeindruckt hat mich schließlich die in Sprache und Verhalten zum Ausdruck kommende grenzenlose narzisstische Selbstbezüglichkeit dieser Gruppe. In der Theorie war ich von derartigen Befunden immer schon überzeugt gewesen, aber hier bekam ich das Verhaltensmuster in einer Live-Show präsentiert. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem, wogegen man protestiert, war schlechterdings nicht vorhanden, was der Organisator später auf die Formel brachte, dass »die nicht uns meinen, aber nicht wissen, dass sie uns nicht meinen«. Was in Bezug auf Menschen, die den Anspruch erheben, »kritisch« und »politisch« zu sein, ein schlechterdings vernichtendes Urteil ist. Wer so wenig Bezug zu seinem Gegenstand hat, der klagt auch Braunbären an, »blackfacing« betreibende Eisbären zu sein. Es geht diesen Leuten um nichts anderes, als sich selbst die Gratifikation zu verschaffen, eine bestimmte Haltung einzunehmen und bestimmte Einstellungen und Ansichten zu verkörpern. Der Realitätsbezug dieser Haltung und dieser Einstellungen ist zur Gänze irrelevant. Der Anlass, sie zur Schau zu stellen, ist ein völlig beliebiger, der nötigenfalls frei erfunden, wenn nicht halluziniert wird. Aber sie brauchen den Kick dieser Selbstbestätigung wie der Junkie den Schuss. Und manche Impressionen lassen sich nur nach längerer Distanzierung angemessen verbalisieren: von einem der in die Rangelei verstrickten Mädels habe ich eher zufällig einen Blick aufgefangen, in dem das ganze verzweifelte Huren nach Aufmerksamkeit und Beachtung, nach Spiegelung ihrer beanspruchten Bedeutsamkeit dieser sich erwachsen vermeinenden Kinder mit Händen zu greifen war. Der junge Mann neben ihr machte freilich auch keinen besseren Eindruck als den eines Adrenalinjunkies, der ohne seine tägliche Tüte Empörung nicht existieren kann. Dieses erbarmungswürdige geistige und intellektuelle Elend versteht sich allen Ernstes selbst als »kritisch« und »politisch«.

Eigentlich wäre nach Zeitplan bereits »The Red Pill« auf dem Plan gestanden, aber unter Wegfall der Podiumsdiskussion wurde nach Abstimmung des Publikums Zeit für den zweiten Block der Workshops freigeschaufelt. Mich hat das Workshop von Sabine Rupp vom ISUV e.V. interessiert, weil es mir der angemessene Ort schien, einmal meine eigene Scheidungsbiografie zur Diskussion zu stellen, die für die Väterrechtler untypisch einen glücklichen Verlauf genommen hat. Aber auch Frau Rupps eigene Geschichte war sehr aufschlussreich: als berufstätige Frau und Mutter gegenüber einem arbeitslosen Mann war sie gleichsam in die »männliche Rolle« des Ernährers geraten, an der sich die staatlichen Instanzen zur Beitreibung von finanziellen Versorgunsleistungen schadlos hielten, worauf sie in Bezug auf ihr Kind spiegelbildlich dieselbe Leidensgeschichte durchmachte wie sonst typischerweise entsorgte Väter. Das ist ein starkes Indiz dafür, dass es neben der generellen rechtlichen Schlechterstellung von Vätern die bürokratische Logik als solche ist, die das Elend der Unterhalts- und Sorgerechtsstreitigkeiten hervorbringt. Die Schilderungen anderer Väter in diesem Workshop boten weitere Variationen des leidlich bekannten Absurditätenkabinetts.

Da ich »The Red Pill« bereits in Karlsruhe gesehen hatte und inzwischen auch über die BluRay-Ausgabe verfüge, habe ich die nun anschließende Vorführung genutzt, um im Hotel einzuchecken und zum geselligen Teil des Tages überzugehen. Neben Elmar Diederichs konnte ich mich auch ausführlich mit unserem Forent »Shitlord« unterhalten, und nach einem Locationwechsel habe ich dann auch noch »Aranxo« persönlich kennengelernt. Diese direkten Unterhaltungen mit Leuten, die sich sonst bloß online kennen, sind für mich wie ein kleiner Kongress auf dem Kongress. Einige Stunden intensiver persönlicher Gespräche mit den realen Personen hinter den Blog- und Kommentartexten lassen sich auch durch ein Jahr Bloggerei nicht aufwiegen. Insofern betrachte ich meinen Besuch des Genderkongresses in Nürnberg als vollen Erfolg. Gerade auch als Plattform zum »Netzwerken« hinter den Kulissen kann ich einen Besuch nur wärmstens empfehlen.

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5 Comments

  • Lieber djadmoros, vielen Dank für den Bericht!

    Ich bin mir sicher, dass die persönliche Begegnung wichtig ist, weil sie einen verbindlicheren Charakter hat als die Interaktion im Netz.

    Was die avantgardistischen Jugendlichen angeht: Ich kann nur mutmaßen, wodurch die jeweils motiviert sind. Viel wichtiger ist ja, dass sie einen Rückhalt haben von Menschen, die es eigentlich besser wissen müssten. Dass Jugendliche sich in politischen Engagement schonmal verrennen oder sich instrumentalisieren lassen, ist ja nicht neu. Dass aber Längst-Erwachsene, wie beim letzten Gender-Kongress der Bundesforum-Männer-Vorsitzende Rosowksi, Stimmung machen und den Eindruck erwecken, es sei schlimm, dass solch ein Kongress überhaupt stattfindet: Das ist nicht mehr so einfach entschuldbar. Solche Leute müssten es nämlich besser wissen.

  • Es gibt ihn also wirklich, den wertekonservativen Männerrechtler, für den ich in allen möglichen Situationen gehalten werde. Der die Uhr zurückdrehen möchte, der in den Wald geht und seine Frust darüber losschreit, dass Frauen so frech auf ihre Menschenrechte bestehen, und der nur „wirkliche Vergewaltigungen“ als Problem sieht. Der die Erwerbstätigkeit als Befreiung und die Zeit mit der Familie als Belastung sieht, und der sich partout nicht entscheiden kann, ob nun Frauen sexy oder keusch zu sein haben. Und dessen starrer Mannesbild ihn verwunderlicherweise nicht davon abhalten, sich derart über Petitessen aufzuregen, dass er den Spitznamen Whiner oder Neck beard (Nackenbart) verdient.

    Ich habe es probiert. Es ist quasi unmöglich, überhaupt auf Statistik zu zeigen, die Männer als Opfer abbilden (geschweige denn explizit das Problem zu formulieren), ohne mit dem manchmal höflich-indirekt deutlichen, manchmal als direkte Anklage kommende Unterstellung konfrontiert zu sein, Befürworter eines verwunderlichen Konservatismus zu sein, den ich fast nie gesehen habe und fast durchgehend für irrational halte. Sich überhaupt mit Männerrechten auseinanderzusetzen halte ich für progressiv – vielleicht, für unsere Zeit, zu progressiv.

    Es könnte doch kaum deutlicher werden. Ein Herr Hoffmann, bei dem man die fast obsessive Einpflegung des Wortes links kaum verpassen könnte, wird – glaubwürdigerweise – gefühlskalten Konservatismus vorgeworfen, während der AfD-Vertreter, den man ungleich leichter als Villain (Böser) darstellen könnte, unbemerkt bleibt.

    • @ Anders Jonsson Daran merkt man: es geht überhaupt nicht um den „Kampf gegen rechts“, Rechte sind diesen Aktivisten möglicherweise auch völlig egal. Es geht einfach nur darum, jemanden, der ihre Positionen kritisiert, als RECHTS zu labeln und sich dann damit nicht mehr beschäftigen zu müssen. Irre aber ist: Sie halten es auch nicht aus, das zumindest ANDERE sich damit beschäftigen können – das darf dann auch nicht sein.

      Das schreibt ja auch djadmoros: Es ging nur darum, „zu »stören«, d. h. um Kommunikation zu unterbinden, ohne selbst etwas zu sagen“. Das heißt: Das kommunikative Handeln, das Habermas als Grundbaustein offener demokratischer Gesellschaften beschreiben hat – der möglichst herrschaftsfreie Diskurs – das ist regelrecht ein Feindbild für heutige „Linke“.

      Mit meiner Linken hat das gar nichts mehr zu tun.

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